Zu Besuch in Schwetzingen

Das schöne an meinem Beruf ist, dass ich Abends immer mal wieder – sofern es das Wetter zuläßt – eine kleine Runde mit dem Motorrad drehen kann. In der letzten Woche war ich mal mit dem Motorrad in Schwetzingen bei Heidelberg.

Schaut man in der Wikipedia nach, findet man viele Infos zur Geschichte dieser schönen Stadt:

Schwetzingen wurde erstmals am 21. Dezember 766 im Lorscher Codex als „suezzingen“ erwähnt[5]. Siedlungsspuren existieren aber bereits aus der Jungsteinzeit, darunter viele Bandkeramik-Funde. 803 wird „Suezzingen Superiore“ genannt (soviel wie „Oberschwetzingen“). Ursprünglich gab es zwei Siedlungen, Ober- und Unterschwetzingen, die erst im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts zu einem Dorf zusammenwuchsen. Gehörte das Gebiet anfangs zum Bistum Worms, so gelangte es bereits im 12. Jahrhundert unter die Herrschaft der Pfalzgrafen. Aus dem Jahr 1439 stammt die erste bekannte Einwohnerzahl: 230 Seelen.

Nördlicher Schlossplatz
Das Schwetzinger Wasserschloss wird erstmals 1350 erwähnt, als der Pfalzgraf bei Rhein Rudolf II. das Wohnrecht im Schloss erhielt. Im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzer Erbfolgekrieg wurde das Schloss zerstört und von Kurfürst Johann Wilhelm bzw. dessen Vorgänger wieder aufgebaut. Ab 1720 diente es Kurfürst Carl Philipp nach seinem Auszug aus Heidelberg zunächst zeitweise als Ausweichresidenz; ab 1742 ließ er es zur Sommerresidenz ausbauen. 1750 wurde die „Neuen Stadt“ mit Schlossplatz geplant und angelegt, die das Ober- und Unterdorf miteinander verband. 1752 eröffnete das Schlosstheater.

1759 erhielt Schwetzingen das Marktrecht und wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil ausgebaut. 1803 fiel der Ort mit der gesamten rechtsrheinischen Kurpfalz an Baden und wurde zum Amtssitz erhoben. 1833 erhielt die Gemeinde durch Großherzog Leopold die Stadtrechte. Ab 1850 setzte die Industrialisierung ein. Schwetzingen wurde unter anderem Sitz von Zigarren- und Konservenfabriken. Auch der Spargelanbau gewann an Bedeutung.

1924 wurde das Bezirksamt Schwetzingen aufgehoben und sein Gebiet mit dem Bezirksamt Mannheim vereinigt, aus welchem 1938 der Landkreis Mannheim entstand. 1930 erhielt die Stadt Schwetzingen einen erheblichen Gebietszuwachs durch Aufteilung des Hardtwalds.

Im Zuge der Kreisreform wurde der Landkreis Mannheim zum 1. Januar 1973 aufgelöst und die Stadt Schwetzingen dem neu gebildeten Rhein-Neckar-Kreis zugeordnet. Im Jahr 1992 überschritt die Einwohnerzahl die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadt Schwetzingen den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung zum 1. April 1993 beschloss.

Ich selbst mag Schwetzingen immer wieder richtig gern und habe hier noch ein paar Handy-Knipsbilder die ich kurz vor dem großen Regen gemacht habe. Während der Regenpause gab es in einem der vielen Restaurants rund um den Schloßplatz etwas zu Essen. Später ging es dann tatsächlich trockenen Fußes wieder zurück nach Mainz.

Eine Tour die Ihr auch mal machen könntet 🙂

Hier noch schnell die versprochenen Fotos…

Lost Weeks

 

Gibt man beim „Übersetzungdienst“ von dict.leo.org das Wörtchen „Lost“ ein, so erhält man Übersetzungen wie diese hier:

  • abhanden gekommen
  • ausgestorben
  • dahin
  • tot
  • untergegangen
  • vergeudet
  • verloren
  • verlorengegangen
  • verschollen
  • verschwunden

Während meine Kindheit geprägt war durch die drei verfügbaren Fernsehprogramme und Sendungen wie Daktari, Flipper, Bonanza, Rauchende Colts, Tarzan, A-Team und was alles noch, so begann spätestens mit Tutti-Frutti und Erika Berger der Verfall der deutschen Fernsehkultur. Für mich ein Grund seit mehr als 10 Jahren nicht mehr „Fern zu sehen“. Vielleicht ist es auch einfach das Streben nach Selbstbestimmung und die Abneigung gegenüber vorgefertigten Programmen die einzig dazu dienen Werbebotschaften zu transportieren?

Das Fernsehen wurde in Deutschland sehr früh genutzt um die Propaganda-Botschaften Adolf Hitlers und seiner NAZI-Partei zu verbreiten.

In der Wikipedia findet man dazu:

… Ab dem 22. März 1935 wurde in Deutschland das erste regelmäßige Fernsehprogramm der Welt in hochauflösender Qualität ausgestrahlt (s. Fernsehsender Paul Nipkow, Berlin). …

…Ihren Höhepunkt erlebten die Sendungen im Dritten Reich, die nur wenige tausend Zuschauer in so genannten Fernsehstuben und Großbildstellen in Berlin und später Hamburg erreichten, mit den umfangreichen Übertragungen von den Olympischen Sommerspielen 1936…

Heute im Jahr 2011 ist das wieder ganz ähnlich, nur sind hier keine NAZIs mehr am Werk sondern Menschen die für Geld einfach nur richtig blödes Fernsehen machen. Der Anspruch ist egal, Hauptsache die Anzahl der Zuschauer stimmt und die Werbeblöcke lassen sich verkaufen.

Das alles geht mir wirklich zutiefst gegen den Strich und daher gehe ich ins Kino oder schaue mir einen Film auf DVD oder BlueRay an wenn ich ihn wirklich sehen will.

Was hat all das mit LOST zu tun?

Ok, vor etlichen Wochen hat mir mein Freund Fabian von einer Fernsehserie vorgeschwärmt, die ich mir unbedingt anschauen soll: „LOST“ Als guter Freund habe ich natürlich getan was er mir empfohlen hat. „…und da gibt es sooo coole Cliffhanger!“ – hat er mir prophezeit…

Also habe ich die erste Staffel gekauft und Sandra und ich haben begonnen LOST anzuschauen. Woche für Woche, wieder und wieder, eine Folge nach der anderen, eine DVD nach der anderen, eine Staffel nach der anderen…

Heute haben wir es endlich geschafft – die 6. und letzte Staffel ist durch den DVD-Player gerattert. 6 Staffeln, mit jeweils etwa 5 DVDs mit jeweils etwa 4 Folgen zu je 45 Minuten = 6 * 5 * 4 *45 = 5400 Minuten = 90 Stunden = 3,75 Tage LOST…

Fabian hatte mich ja schon ein wenig „gespoilert“ und mir verraten, dass das Ende wirklich blöd sei und er hat Recht behalten. Irgendjemand hat wohl mal dazu gesagt „Wenn meine Mutter mich heute angerufen hätte um mir zu sagen, dass ich adoptiert wurde, hätte ich mich nicht schlechter fühlen können.“ Wie recht er doch hatte…

Da schenke ich dieser Serie fast 100 Stunden meines Lebens und es gibt ein Ende, das unverständlich ist, das Fragen offen läßt und das auf mich letztlich so wirkt als hätte man es einfach nur irgendwie beenden wollen. Ok, die Kameraführung war toll, die Schauspieler super und die Musik herrlich pathetisch, aber letztlich waren nun viele Stunden meines Lebens

LOST:

  • abhanden gekommen
  • vergeudet
  • verloren

Bis zur vierten Staffel war es noch ganz unterhaltsam, dann kam der große Streik der amerikanischen Drehbuchautoren. Spätestens damit war die Serie „LOST/verloren“. Wie passend doch der Titel gewählt war. Gut gefallen hat mir während er letzten Minuten eine Sequenz innerhalb derer der Hauptdarsteller Jack gefragt wird „Und was geschieht dann?“ und er antwortet „Dann ist es zu Ende!“ Wie treffend! An dieser Stelle musste ich grinsen, denn mir kam es vor als wären sie alle müde gewesen und hätten nur noch auf das Ende der Dreharbeiten und den Abschluß der Serie gehofft.

Sandra und ich sind nun seit etwa zwei Stunden fertig mit „LOST“ – ob die Zeit nun vergeudet oder verloren ist weiß ich nicht, aber irgendwie ist sie in jedem Falle „LOST“ – einfach nur eine Frage der Übersetzung…

Sehr schön wie Hurley hier die gesamte Geschichte für seine Mutter zusammenfaßt und wie sie reagiert:

 

Ok, das war es nun, das war LOST, endlich können wir nun „versuchen zum Alltag zurück zu finden…“ (Zitat: N-TV bei jeder beliebigen Katastrophe…)

Nikon D4 – Seit heute im Handel

Das Bankkonto ist prall gefüllt und es geht mit der neuen Kreditkarte im Portemonnaie zum Fotohändler meines Vertrauens. Mit leicht erhöhter Pulsfrequenz übertrete ich die Schwelle zum universellen Fotoglück, ich bin im Fotouniversum.

„Ja da ist ja unser Umsatzbringer!“ schallt es mir freudig entgegen. „Heute ist das erste Exemplar der neuen Nikon D4 eingetroffen. Eigentlich war sie schon verkauft aber der Kunde hat während der Kartenzahlung einen Herzinfarkt erlitten und wurde gerade von einem Notarzt abgeholt. Sie ist also seit knapp 5 Minuten wieder frei verfügbar. Also, jetzt sofort zuschlagen oder einige Monate warten! Wie sieht’s aus Kollege?“

Wer kann da lange überlegen, klar will ich sie und das SOFORT! Also soll er schnell eine Rechnung schreiben. Während der Kugelschreiber seine Kreise zieht befreie ich meine EC-Karte aus der abgewetzten Lederhülle. Rein damit in den Kartenleser, ich bin aufgeregt!

„Der Bezahlvorgang konnte nicht abgeschlossen werden.“ Neuer Versuch… „Der Bezahlvorgang konnte nicht abgeschlossen werden.“ Mist, vielleicht liegt es am Limit der EC-Karte, wir versuchen es in kleineren Portionen. 5.000 Euro – Fehler – 4.000 Euro – Fehler – 3.000 Euro – Fehler – was für ein Mist, der Schweiß bricht aus, ich werde unruhig, an der Türe steht plötzlich jemand mit einem Bündel Bargeld in der Hand. Scheinbar ist auch er scharf auf die brandneue Nikon D4 – aber ich war eher da! 2.000 Euro – Fehler – Ahhh nein – 1.000 Euro – Geklappt – Yes!!

Noch mal 1.000 Euro – Yes!! Nochmal 1.000 Euro – Fehler… Ok, weiter mit der goldenen Kreditkarte, 2.000 Euro – Geklappt, die andere Kreditkarte – 2.000 Euro – geklappt, und noch einmal – Fehler – So ein Mist, in der verspiegelten Rückwand eines der Glasregale kann ich sehen wie mein Kopf hochrot anläuft. Es fehlen nur noch ein paar tausend Euro, das wird doch irgendwie gehen. Ah, da habe ich ja noch die EC-Karte des Kinder-Kontos meiner Tochter… Bitte den PIN eingeben… PIN nicht akzeptiert, PIN erneut eingeben, PIN nicht akzeptiert, dritter Versuch „Die Karte wurde zu ihrer Sicherheit gesperrt!“ Langsam schnürt es mir die Kehle zu, ich ringe nach Luft und der Typ mit dem Bündel Bargeld steht bereits hinter mir. Er riecht nach einer Mischung aus Zigaretten und Bier, ist unrasiert, trägt einen schwarzen Kaputzenpulli mit einem Totenkopf auf der Brust. Was will so ein Typ im Fotouniversum? Die Szenerie erscheint mir zunehmend surreal.

„Also Kollege, können wir das gute Stück nun bezahlen oder nicht?“ „Ja ja ja, ich kann, ich habe Geld!!“ Geben sie mir 10 Minuten, dann laufe ich schnell rüber zur Bank und hebe den restlichen Betrag ab, bitte!“ „Na, das geht so aber nicht, dann muss ich die Buchungen die wir bislang gemacht haben stornieren!“ „Ok, dann stornieren sie und ich komme mit dem gesamten Betrag zurück, geben sie mir 10 Minuten, bitte!!“

„Na dann will ich mal nicht so sein!“

Der Weg zur Bank ist weit und das Herz schlägt bis zum Halse. Ein flüchtiger Blick auf die Uhr, es ist schon nach Mittag, wie lange hat die Bank geöffnet? Ich versuche schneller zu laufen. 4 Minuten später stehe ich vor der Bank, völlig ausser Atem, der Puls ist an den Schläfen zu spüren, der ganze Körper pocht im Rhythmus des Herzmuskels. Aber ich bin da, endlich. Doch was ist das, kein Licht, die Türe läßt sich nicht öffnen, oh nein, nicht das… Ich renne rüber zu einer anderen Niederlassung, vielleicht hat die ja noch geöffnet, aber auch hier habe ich kein Glück. Nun renne ich schon seit 8 Minuten durch die Stadt und bin noch immer nicht zahlungsfähig.

„Ich muss zurück, sofort!“ Als ich wieder am Fotouniversum ankomme sind 12 Minuten vergangen. Während ich über die Schwelle stolpere sehe ich noch wie ein Mann mit schwarzem Totenkopf-Kaputzenpulli dem Händler die Hand schüttelt. Unter seinem linken Arm klemmt ein goldener Karton mit der Aufschrift Nikon D4.

Mir wird schwindelig und ich beginne zu taumeln. Mit der linken Hand versuche ich mich an einem Stativ festzuhalten auf dem eine Hasselblad H4D-60 präsentiert wird. Mit verschwommenem Blick sehe ich noch wie der Händler ein dickes Bündel nagelneuer 100 Euro Scheine durchzählt. Zwischendurch leckt er kurz an Daumen und Zeigefinger, es sind wirklich viele Scheine die er noch zählen muss.

Mir wird übel, der Schweiß bricht aus und dann verschlingt mich eine überaus beängstigende stille depressive Dunkelheit. Wie durch Watte höre ich von weit weg das Martinshorn eines Notarztwagens. Nun habe auch ich einen Herzinfarkt…

Als ich wach werde bin ich schweissgebadet und erstaunt zu gleich. Wo sind die Sanitäter, wer versorgt nun meinen Herzinfarkt? Abgesehen vom schweissnassen Körper fühle ich mich ganz gut, bin ich schon im Krankenhaus? Warum sieht das Krankenzimmer aus wie mein Schlafzimmer?

Plötzlich klingelt ein Wecker, ich zucke zusammen, ist es 7h am Morgen, es ist der 12. August 2011 und von der Nikon D4 ist noch immer keine Spur.

Es war ein Traum, ein echt schlimmer Traum!

Bei der ersten Tasse Kaffee wird mir klar, wenn die Nikon D4 irgendwann einmal lieferbar sein wird, sollte man sie vorbestellen und reservieren. Auch wäre es eine gute Idee mit viel Bargeld zum Fotouniversum zu gehen, mit wirklich viel Bargeld.

Heute ist der 12. August 2011 und es ist gut, dass uns allen noch viel Zeit bleibt genau dieses Bargeld zusammen zu sparen 🙂

Shoei XR-1100 – Noise Reduction

Vor ein paar Wochen habe ich Euch ja schon das Video meines kleinen Helm-Tests mit einem Shoei Qwest gezeigt. Der Quest ist eigentlich ein guter Helm, aber er war mir im Vergleich zu meinem guten alten Schubert S1 pro doch ein wenig zu laut. Ein paar Tage später habe ich dann den Shoei XR-1100 zur Probe gefahren und ihn mir wegen der guten Aerodynamik gekauft. Die Geräuschkulisse ist allerdings alles andere als zufriedenstellend. Auf einer Rennstrecke mag es ja wichtig sein, dass man den Motor und die Kontrahenten gut hören kann. Mich nervt es allerdings wie die Sau wenn man nach einer mehrständigen Tour heim kommt und völlig fertig ist, weil es in den Ohren pfeift und der Kopf weh tut.

Daher habe ich den Shoei XR-1100 bislang nur mit Ohropax bewegt. Heute ging es dann bei 15°C um kurz vor 6h in leichtem Nieselregen von Bonn nach Mainz – mit dem neuen XR-1100 und Ohropax!

Unterwegs habe ich mir gedacht, dass es doch ziemlich arg an den Augen zieht. Der Helm ist zwar gut belüftet aber es war doch ein wenig „frisch“. Daher ging es dann heute nach der Arbeit mal wieder zum Louis an der Wormser Straße in Mainz. Der Verkäufer mit den Piercings kennt mich inzwischen und ich werde mit Handschlag begrüßt. Die seit Wochen bestellte TomTom Aktiv-Halterung ist immer noch nicht eingetroffen. Dann quatschen wir darüber, wie man das Kinnteil des Shoei XR-1100 ein wenig abdichten kann, damit es an kalten Tagen nicht mehr so stark „zieht“. Eigentlich gibt es von Shoei nichts anderes als den Windabweiser den ich schon habe. Aber dann finden wir doch etwas, das flauschig weiche Kinnteil des Schuberth S1 Pro kann man sehr gut zusätzlich unter den originalen Shoei Windabweiser schieben. An der Kasse quatschen wir dann noch über die Varianten für einen effektiven Gehörschutz und der Verkäufer fragt mich, ob ich schon mal den Shoei Akustikkragen ausprobiert habe. Den was? Ich habe eigentlich gedacht, dass es genau das für den XR-1100 NICHT gibt. Er ist sich dann nicht mehr ganz sicher, aber er durchsucht doch das Lager. Ganz weit oben findet sich schließlich doch etwas, den Shoei Whisper Strip. Der Deal ist perfekt…

Das Schubert Kinnteil kostet 25€, der Whisper Strip schlägt mit 35€ zu Buche.

Zurück im Appartement wird dann alles ausgepackt, kurz mit dem Handy für den BLOG geknipst und dann an den Helm montiert. Eine kurze Probefahrt macht später klar:

  • Der Whisper Strip macht den XR-1100 wirklich spürbar leiser. Bis ca. 80 km/h kann ich damit ggf. ohne Gehörschutz fahren, vielleicht auch mal eine Weile etwas schneller…
  • Man hört jetzt einen ganz krassen Unterschied ob die Lüftungsöffnungen verschlossen sind oder nicht. Sind sie geöffnet pfeift es spürbar lauter im Helm. Aber die Belüftung ist recht gut. Nicht so effizient wie beim Schuberth S1 pro, aber es zieht auch nicht so direkt auf den Kopf.
  • Der zusätzliche „artfremde“ Windabweiser im Kinnbereich funktioniert sehr gut, aber den Helm ist nun nicht mehr so gut belüftet – man kann nicht alles haben!
  • Beim Auf- und Absetzen reißt man sich jedes mal fast die Ohren ab.
  • Im Helm riecht es jetzt nach Leder, eigentlich gar nicht so übel 🙂
  • Der Tragekomfort ist ok. Nicht ganz so flauschig wie bei einem neuen nicht verschwitzten Schuberth S1 pro, aber dafür ist die Aerodynamik spürbar besser. Der XR-1100 liegt sehr ruhig im Wind, das Verlaufsvisier ist ziemlich genial, das Gesichtsfeld ist wie beim Schuberth S1 pro extrem weit und vermittelt einen sehr guten Eindruck der Umgebung. Dies ist in meinen Augen ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit und Aufmerksamkeit.
  • Das Pin-Lock Visier ist beim Shoei deutlich besser als beim Schuberth. Besonders die obere Silikon-Kante hat man beim S1 pro ständig im Blickfeld sobald man etwas flotter fährt und sich ein wenig zusammen kauert. Beim XR-1100 verschwindet diese obere Kante komplett und so merkt man gar nicht, dass man durch ein doppeltes Visier schaut.
  • Die optischen Eigenschaften des Shoei Visiers sind sehr gut. Rein gefühlsmäßig habe ich den Eindruck, dass die Lichter anderer Fahrzeuge speziell in der Dämmerung weniger stark „ausgefranst“ sind als beim S1 pro mit Pin-Lock Visier. Ohne Pin-Lock ist der S1 pro auch sehr gut, nichts stört, aber an kalten feuchten Tagen beschlägt das Visier sehr schnell. Man muss es immer wieder öffnen und ich habe danach meist eine leichte Bindehautentzündung.

Nach einigen „Startschwierigkeiten“ habe ich mich nun doch mit dem Shoei XR-1100 angefreundet. Mal sehen ob wir uns in einem Jahr auch noch mögen 🙂

Hier noch ein paar Detailfotos die ich eben mit dem HTC Desire HD gemacht habe.

1. Der Akustikkragen

2. Der Akustikkragen ist montiert, nun kommen die Windabweiser für den Kinn-Bereich

3. Noch einmal ohne Windabweiser….

4. Nun mit Schuberth Windabweiser

5. Nun mit zusätzlichem Shoei Windabweiser

6. Die erste Anprobe

7. Nach der ersten Probefahrt

8. Alles wird gut…

Update am 17.07.2012

Meinen Schuberth S1 Pro kann man weitgehend zerlegen. Das habe ich vor einigen Monaten gemacht und alle Polster für mehrere Stunden in heißem Wasser mit einer guten Portion Flüssigwaschmittel (Persil Sensitiv) „eingelegt“. Danach habe ich alle Polster gut ausgewaschen und einige Tage austrocknen lassen. Seitdem riecht der Schuberth von innen wieder wie eine neuer Helm. Die Gummidichtungen die sich gelöst hatten habe ich wieder befestigt, die Visiermechaniken sind erneuert, das Pin-Lock ist abmontiert und nun ist es ein großartiger „Sommerhelm“. Wenn ich gemeinsam mit meiner Freundin „spazieren“ fahre wird es eh nicht schneller als 120km/h und das geht mit dem Schuberth manchmal sogar für viele Stunden ganz ohne Gehörschutz. Die Vorzüge in der Aerodynamik spielt der Shoei erst jenseits der 120 km/h aus. Daher bin ich in diesem Jahr bislang ausschließlich mit dem aufgemöbelten alten Schuberth S1 pro gefahren und mit diesem Helm auch wieder sehr zufrieden.

Es muss also nicht alle drei Jahre ein neuer Helm sein, manchmal erreicht man auch mit einer intensiven Reinigung einen ähnlichen Effekt.

Meinen alten UVEX Helm aus dem Jahr 1997 kann ich eigentlich entsorgen, getragen habe ich ihn  schon seit Jahren nicht mehr. Auch ist er inzwischen wahrscheinlich spröde und würde aktuellen Sicherheitsrichtlinien gar nicht mehr entsprechen, also weg damit! Einen noch älteren Schuberth habe ich schon entsorgt. Im Jahr 2000 habe ich mir einen Arai gekauft. Mit diesem Helm war ich auf meiner damals gefahrenen BMW R80-RT sehr zufrieden. Aber als ich mir im Jahr 2005 eine BMW R850r ohne Verkleidung gekauft habe, war er mir dann deutlich zu lauf und wurde durch den Schuberth S1 pro ersetzt. Der Arai liegt noch im Schrank, falls man mal einen Zweithelm braucht. Aber er ist jetzt auch fast 8 Jahre alt und sollte damit in den Müll wandern. Außerdem passt er farblich nicht mehr zur meinen neuen BMW K1200r 🙂

Diese Mopeds sehen übrigens so aus wie in diesem „Original-Video“. Die weiße K1200 wird meist von meiner Freundin Sandra bewegt. Sandra schwört übrigens auf ihren Arai und fährt hat als „Zweithelm“ einen preiswerten Caberg von Hein Genicke. Mit diesem Helm ist sie trotz des Preises von deutlich unter 200 Euro sehr zufrieden!

Mit diesem Ding fahre ich, wenn ich allein unterwegs bin:

BMW K1200r Sport - Blau

Nikon D7000 mit AF-S VR 4/200-400mm

Es ist Sonntag und der Himmel sieht gar nicht so schlimm aus wie es die Wetterfrösche versprochen haben. Die neue Nikon D5100 samt AF-S VR 55-300mm ist nun in Sandras Besitz übergegangen und sie ist sehr gespannt wie die ersten Fotos mit der neuen Kamera werden. Nach dem Frühstück geht es gleich rüber in die Rheinaue, wir wollen Enten fotografieren. Als Naturliebhaber wissen wir natürlich, dass das Füttern der Tiere diesen mehr schadet als nutzt und so haben wir auch heute keine alten Brötchen im Gepäck. Statt dessen habe ich die D700 und eine alte Nikon D2x eingepackt. Genau wie bei einem alten Brötchen will sie eigentlich auch niemand mehr haben, obwohl sie auch mal frisch und knusprig war. Im Jahr 2005 habe ich meine ganze Kohle zusammen gekratzt um mir die Krönung der japanischen Ingenieurskunst zu kaufen, eine Nikon D2x. Die absolute ultimative Kamera für die Tierfotografie. Später dann das krass teure AF-S VR 4/200-400 – wow… Inzwischen sind fast 6 Jahre vergangen und die D2x ist mir 2010 im Arches Nationalpark einen Abhang hinunter gekugelt. Aber sie konnte repariert werden und funktioniert wieder ganz vorzüglich. Mit diesem Ding bin ich sehr vertraut und kann sie im Schlaf bedienen. Bei der neuen D7000 ist das noch nicht ganz so.

Auch wenn beide Kameras ein ganz ähnliches Bedienkonzept verfolgen, so sind sie doch ein wenig verschieden. Spontan klappt beispielsweise die Einstellung des Autofokussystems bei der D7000 nicht so wirklich. Statt zweier Hebel die alles machen, drückt man nun auf den Autofokus-Knopf am Gehäuse und dreht am vorderen oder hinteren Wählrad bis man die Einstellung hat die man haben möchte. Bei der D2x gibt es dafür zwei Schalter mit klar definierten Rasten. Die kenne ich und die kann ich blind bedienen während ich durch den Sucher schaue. Das wird irgendwann bei der D7000 sicher auch gehen, aber heute habe ich noch so meine Mühe.

Auch will ich mal das große Tele samt Teleconverter im 1080p HD-Modus testen. Gleich nach den ersten Versuchen wird klar, mit diesem Kugelkopf kann man toll fotografieren aber für weiche Kameraschwenks ist er völlig ungeeignet. Er läuft einfach nicht richtig rund und so ruckeln alle Schwenks vor sich hin, es macht einen schier wahnsinnig. Das ist der Grund warum es Fluid-Neiger gibt!

Auch der Autofokus der D7000 macht was er will. Sobald sich eines der verfolgten Motive so bewegt, dass der aktive AF-Sensor es nicht mehr erfassen kann beginnt das Tele wild hin und her zu fahren. Alles ist scharf, unscharf, unschärfer, ganz unscharf, scharf, wieder unscharf, es ist zum Haare raufen. Manuell scharf stellen klappt auch nicht so wirklich, denn man sieht im Sucher einfach überhaupt nichts. Denn die Movie-Funktion klappt den Spiegel hoch, filmen kann die D7000 nur im Live-View Modus! Und immer wenn die Sonne auf das Displays scheint sehe ich einfah mal wieder gerade gar nichts. Das alles ist frustrierend, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Nun ist auch klar warum es Sucher gibt, die man auf das Display stülpen kann. Nur so sieht man wirklich was man filmt. Nun ist auch klar, man kann mit der D7000 filmen, aber eine Filmkamera ist sie noch lange nicht!

Nach einer Weile schraube ich die gute alte D2x wieder an das lange Rohr. Und siehe da, das gute Gefühl stellt sich sofort wieder ein. Sie klickt und klickt, es ist eine wahre Freude. Sandra macht während dessen heimlich mit der D5100 und dem AF-S VR 55-300mm einige Bilder von mir 🙂 Zum Abschluß unserer kleinen Fotoexkursion gibt es noch ein leckere Faßbrause an einer der kleinen „Buden“ die rund um den Bonner Rheinauen-Park verteilt sind.

Daheim wird später die Beute gesichtet. Ein wenig bin ich doch enttäuscht. Das Licht war grell und krass. Besonders die weißen Schwäne sehen auf den JPGs aus, als wären sie bei Mitternacht fotografiert worden. Damit das weiße Gefieder nicht jedwede Zeichnung verliert, habe ich den Belichtungsmesser (Matrix-Modus) um ca. -0.7 bis -1.7 Blendenstufen korrigieren müssen. So hat ist das Gefieder nicht einfach nur eine weiße Fläche sondern sehr schön strukturiert. Doch das gesamte Umfeld versinkt in Dunkelheit. Gut, dass ich grundsätzlich im RAW-Modus (plus Vorschau-JPG) fotografiere! Was Nikon Capture später noch an Zeichnung aus den dunklen Bildbereichen herausholt ist wirklich überraschend!

Weniger krass als erwartet fällt hier der Unterschied zwischen D2x und D7000 aus. Die D7000 fotografiert im RAW-Modus mit 14-Bit Farbtiefe, die D2x beherrscht im Vergleich „nur“ 12 Bit. Der Unterschied ist rein rechnerisch also wirklich gewaltig. Aber in der Praxis sehen dann auch die konvertierten RAW-Bilder der D2x ziemlich gut aus. Sie war nicht umsonst mal die Krönung der japanischen Ingenieurskunst. Sie hat nun 6 Jahre und viele tausend Auslösungen auf dem Magnesium-Buckel, aber sie ist noch so gut wie am ersten Tag.

Klar kann die D7000 filmen und hat viel neuen Schnick-Schnack. Aber wenn es um die reine „Kamera-Arbeit“ geht, dann liegt mir die D2x nach wie vor immer noch mehr am Herzen. Mag sein, dass es die lange Zeit ist in der ich sie schon benutze, vielleicht wird die D7000 sie auch irgendwann ablösen, aber vielleicht gibt es in einigen Monaten doch eine Nikon D4 und vielleicht wird sie dann die D7000 ablösen. Warten wir es einfach mal ab.

Ganz witzig ist übrigens das was geschieht, wenn man versehentlich die Caps-Lock Taste drückt und dann D4 schreiben will, dann schreibt man nämlich d$ – ob das ein Zeichen ist?? 🙂

Hier nun ein paar  Vergleichsbilder – D2x versus D7000

Beginnen wir mit der D2x – Alle Bilder haben 1000 Pixel-Kantenlänge – also mal anklicken und die nicht durch den Web-Browser skalierte Version anschauen!

Das Marschgepäck…

Sich selbst eine runter hauen, das können nur die Enten… Fotografiert mit der D2x und dem 200-400mm Teleobjektiv.

Schwäne sind spröde Motive, lange Hälse und weißes Gefieder, welcher Chip soll damit bloß klar kommen? Bei -1.0 EV „klappt es auch mit dem Nachbarn“ und der D2x…

Der Kollege hier sieht fast aus wie ein Wasserhahn aus dem Marlboro Design Katalog…

Und noch ein Bild, das das schöne Bokeh des 4/200-400 Milimeter Teleobjektivs zeigt.

Jetzt die D7000 mit 1.7x Teleconverter und AF-S VR 4/200-400mm:

„Platz da jetzt komme ich!!“

Zum Abschluß noch einmal die „volle Kanone“: 400mm * 1.7 Teleconverter * 1.5-Crop = 1020mm im FX-Format!

Ok, das war dann schon wieder das Wochenende. Am nächsten Wochenende werde ich versuchen meine Reihe „Nikon History“ mit den verschiedenen Varianten der Nikon F4 fortzusetzen.