Nikon 1V1 – Unterwegs mit dem Motorrad

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(Alle Fotos sind 1920 oder 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken)

Es soll der bislang heißeste Tag des Jahres werden, in den Nachrichten sprechen alle davon, dass „Deutschland Fieber“ bekommen soll. Leider sagen sie nicht welche Art von Fieber, aber mein Motorrad-Fieber scheinen sie nicht zu meinen 🙂 Wie dem auch sei, der Winter war lang und dunkel und meine Freundin Sandra und ich mussten zweimal aus Deutschland flüchten bis hier endlich die Sonne scheint.

In den letzten Jahren bin ich meist in etwas rustikaler Motorradkluft unterwegs gewesen und die ist bei den aktuellen hochsommerlichen Temperaturen eindeutig viel zu warm. Andererseits sind die Zeiten in denen ich selbst noch mit Helm, T-Shirt, Nierengurt und kurzer Hose Motorrad gefahren bin eigentlich auch vorbei. Im Alter wird man langsam vernünftiger 🙂 So begab es sich dann auch, dass ich mich in der letzten Woche in der Mainzer POLO-Niederlassung nach einer luftigen Motorradkombi für den bevorstehenden Hochsommer umgesehen habe. Die Auswahl fiel mir schwer und ich habe vorher viel im Internet gelesen. Letztlich ist es dann eine Kombi des Herstellers FLM geworden, weil sie gut sitzt, ordentliche Protektoren hat und man das Sympatex-Innenfutter komplett herausnehmen kann.

Und so sieht meine aktuelle Sommerkombi aus:

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Diese Jacke hat ausreichend viele Taschen ohne gleich wie eine Tourenjacke für „alte Herren“ auszusehen. Es gibt sechs Öffnungen die mit Reißverschlüssen versehen sind. So lässt sich diese Jacke auch an heißen Tagen sehr gut belüften. Der Kragen ist recht weich und so hoch, dass man an heißen Tagen auch mal ohne Halstuch fahren kann. Für ganze 10 Euro gibt es bei Polo einen ganz vernünftigen passenden Rücken-Protector dazu.

Der Preis dieser Sommerjacke liegt aktuell bei 250,- Euro

FLM_T16_Blouson_Cordura_Rueckseite

Die Hose mit der ich dieses Jacke kombiniert habe stammt ist eine FLM Air Mesh WP zum Preis von 150,- Euro. Diese Hose hat keine Lüftungsöffnungen, aber auch ein herausnehmbares Sympatex-Innenfutter. Außerdem lässt sich die Weite des Bundes in Grenzen ändern. Wer also ein paar Kilo zu- oder abnimmt sollte immer noch hineinpassen 🙂 Es gibt Taschen, seitliche Polster, ordentliche Knie-Protektoren und der Clou: Diese Hose kneift nicht in den Kniekehlen!

Sehr wichtig ist auch, dass es am Gesäß zwei aufgenähte raue dünne Gummistreifen gibt, so rutscht man beim Bremsen nicht auf der Sitzbank hin und her.

FLM_MESH_Hose_Cordura

Ordentliche Handschuhe dürfen bei der neuen Sommerausstattung natürlich nicht fehlen. Ich habe mich für ein Paar Firefox Sporty Mesh entschieden, der Preis liegt bei 45,- Euro. Diese Handschuhe haben auf der Innenseite ein recht dünnes Leder und vermitteln eine sehr gutes Gefühl für Kupplung, Gas und Bremse.

Firefox_Sporty_Mesh_Handschuh

Meine Tour startet gegen 11h am Morgen. Das Thermometer zeigt bereits 28°C, aber ich habe ein komplettes Wochenende für mich ganz allein und will natürlich die neue Kombi auch ausprobieren. Als Helm ist heute mal der noch recht neue SHOEI GT-Air dabei. Den Whisper-Strip habe ich nach der letzten Tour wieder entfernt. Ohne ist der Helm deutlich „luftiger“ aber auch deutlich lauter. Auch fällt auf, dass man bei SHOEI den Hebel für das integrierte Visier ungünstig an der linken Seite des Helmes angebracht hat. Fährt man diesen Helm ohne Gehörschutz, so sind die Windgeräusche am linken Ohr deutlich lauter als auf der rechten Seite. Das hat man bei Schuberth mit dem S1 Pro bereits vor vielen Jahr deutlich besser gelöst, hier ist der Hebel für die Sonnenblende an der linken Unterkante des Helms angebracht.

Ich Gepäck habe ich außer etwas Geld noch einen Nierengurt und meine kleine Nikon 1V1. Von Mainz aus geht es immer in Richtung Süden. Mein TomTom Urban Rider habe muss ich leider daheim zurück lassen, der Akku ist leer und ich habe nur die blöde Passivhalterung an meiner K1200RS. Die Aktivhalterungen sind deutlich praktischer, aber leider auch ziemliche Mimosen. Die TomToms werden über vier winzige vergoldete Stifte mit Strom versorgt. Bricht eine der winzigen Federn ab, so werden diese Stifte nicht mehr korrekt gegen die Rückseite des TomToms gedrückt und die Aktivhalterung ist reif für den Schrott. Ich habe bereits zwei neue Aktivhalterungen gekauft und sie kosten jeweils rund 80,- Euro – eine ziemliche Frechheit – aber das ist ein anderes Thema…

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Da ich also kein GPS dabei habe, muss der Kopf die Navigation übernehmen. Und das klappt bei klarem Himmel dann sehr gut, wenn man eine Uhr zur Hand oder am Motorrad hat. Ich will nach Süden und es ist Mittagszeit. Also sollten die Leitpfosten am Straßenrande einen Schatten werfen, der zu mir hin weist. Hat man sich zusätzlich noch einige markante Eckpunkte der Tour eingeprägt, findet man auch ohne moderne technische Hilfsmittel seinen Weg.

Mein Tagesziel ist der Pfälzer Wald, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Etwas südöstlich von Kaiserslautern gelegen ist er recht einfach zu finden. Ich fahre also zunächst immer in Richtung Süden, vorbei an Alzey bis ich ein Hinweisschild finde: Hochspeyer und die B48 – das ist mein Ziel. Kurz darauf muss ich leider feststellen, dass die B48 komplett gesperrt ist und es eine große sehr umständliche Umfahrung gibt. Ich habe manchmal wenig Verständnis dafür warum man die Bauarbeiten an solch wichtigen Verkehrsadern nicht ohne Vollsperrungen gestalten kann. Aber die Umfahrung führt mich durch ein verwunschenes wunderbares kleines Tal. Hier ist es relativ kühl und so halte ich kurz an um einige „Bikerbilder“ mit der kleinen Nikon 1V1 zu knipsen.

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Bei dieser  kurzen Foto-Session erweist sich diese kleine Kamera wieder einmal als sehr nützliches leistungsfähiges Fotowerkzeug. Einige meiner Freunde sagen über diese Kamera, sie sei zu groß um sie immer dabei zu haben und nicht leistungsfähig genug für ernsthafte Fotos, dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Diese Kamera ist sehr klein und kompakt, aber in die Motorradjacke passt sie tatsächlich nicht. Das ist der Grund warum ich heute mit den fast leeren großen Koffern unterwegs bin. Eigentlich sind nur die Nikon 1V1, ein paar Filter und eine gut gepolsterte Fototasche darin.

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Bei meiner kleinen Fotosession erweist sich der kleine Zoom-Bereich des standardmäßig gelieferten 10-30mm Objektivs als sehr brauchbar. Im Hochformat gelingen damit sogar ganz ordentliche Weitwinkelaufnahmen. Allerdings sind die Wolken am Himmel nur weiße Flecken auf den Bildern und die Gipfel der Bäume werden nicht wirklich klar abgebildet. Hier hilft ein kleiner Grauverlaufsfilter. Wegen des winzigen Filterdurchmessers sind diese „Filterchen“ sogar überraschend preiswert. Vor einigen Tagen habe ich mir ein Set aus Graufilter, Grauverlaufsfilter und Polfilter via amazon.de für 29,- Euro bestellt. Im Set sind zwei kleine Schraub-Deckel enthalten. So kann man die Filter zu einem kleinen Stapel zusammen setzen und an beiden Seiten mit einem Deckel vor Verschmutzung und Beschädigung schützen, das ist sehr praktisch.

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Und ich finde die Bildqualität wirklich ansprechend. Schaut Euch mal das allererste Bild ganz oben doch einmal genauer an. Ich habe es auf 1920 Pixel Seitenlänge eingeschrumpft, das Original war 6,4 MB groß! Schaut man sich dieses Foto in Ruhe an, so fällt die recht gute Bildqualität der Nikon 1V1 auf. Ich habe im RAW-Modus fotografiert und die JPG-Konvertierung mit Photoshop CS6 erledigt. Das war alles nicht wirklich aufwändig und klappt mit ein wenig Übung wirklich schnell. Die Ergebnisse sind meiner Meinung nach durchweg besser als bei „einfachen“ JPG-Datei die direkt innerhalb der Kamera entstanden sind.

Meine Tour führt mich über die B48 in Richtung Süden. Es geht vorbei an der Burg Trifels und anderen visuellen „Köstlichkeiten“. Doch inzwischen ist es sehr heiß geworden und der Fahrtwind fühlt sich eher wie ein heißer Wüstenwind denn wie eine kühlende Brise an. Hier eine halbe Stunde stehen zu bleiben wäre wirklich fies und so spare ich mir diese Motive für die nächste hoffentlich kühlere Tour auf.

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Nach etwa fünf Stunden und vielen hundert Kurven ist es so heiß, dass es kaum noch zu ertragen ist. Ich entschließe mich über die Autobahn den Heimweg anzutreten. Doch dieser Plan geht nicht wirklich auf. Auf der Autobahn ist die Luft noch heißer und es ist wirklich viel los. An der erstbesten Raststätte tanke ich meine schöne alte BMW auf und staune nicht schlecht, dass hier der Liter Sprit 10 Cent teurer ist als „daheim“ in Mainz. Bei einem Sandwich und einem nicht wirklich kalten Eistee gibt es einen kleinen Plausch mit zwei Bikern die noch bis nach Aachen wollen.

Nachdem Hunger und Durst gestillt sind geht es auch für mich wieder weiter. Doch kaum habe ich auf 160 km/h beschleunigt, da krieche ich auch schon wieder mit Tempo 50 durch eine überfüllte Autobahnbaustelle. Meine neue Sommerkombi ist wirklich schön luftig und trägt sich sehr angenehm, aber das ist nun wirklich zuviel. Noch vor dem Ende der Baustelle verlasse ich die Autobahn südlich von Kirchheim Bolanden. Über gut ausgebaute Bundesstraßen geht es danach in entspanntem „Eiltempo“ zurück nach Mainz.

Hier habe ich ein Video das ich im letzten Jahr mit der Nikon AW-100 bei einer sehr ähnlichen Tour aufgenommen habe.

Fazit

Die neue Kombi hat sich bewährt, bis 30°C kann man sich darin sehr wohl fühlen. Wird es deutlich heißer, so verkommt eine langsame Fahrt zur Quälerei. Der SHOEI GT-Air sitzt sehr gut und die Aerodynamik ist auch bei flotten Streckenabschnitten auf der Autobahn sehr gut. Allerdings kann auch dieser Helm nicht zaubern. Ganz ohne Gehörschutz kann ich ihn bis ca. Tempo 80 relativ gut ertragen. Darüber hinaus wird es auf Dauer wirklich anstrengend. Auf längeren Strecken sollte also auch bei diesem Helm ein Gehörschutz mit von der Partie sein.

Die Nikon 1V1 hat mir wieder viel Spaß gemacht. Diese Kamera ist klein und leicht. Die Bedienung funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wie im Schlaf und die Bildqualität ist für ein paar „Bikerbilder“ mehr als ausreichend. Aus Sicht eines Motorradfahrers ist ihr größter Nachteil jedoch ihre Größe. Eine Nikon AW-100 kann man leicht in einer Tasche der Jacke verstauen und diese Kamera liefert ebenfalls recht brauchbare Ergebnisse. Allerdings beherrscht die AW-100 keinen RAW-Modus und trotz der auf dem Papier deutlich höheren Auflösung bei deutlich kleinerem Chip ist die Bildqualität der Nikon 1V1 sichtbar besser.

Hier muss man also abwägen was wichtig ist, der Komfort die Kamera einfach schnell aus der Jacke ziehen zu können oder die Qualität der Fotos. Ich hatte meine Nikon 1V1 heute wieder im linken Koffer. So ist sie auch recht schnell zur Hand, aber man überlegt es sich trotzdem dreimal ob man für eine Foto wirklich anhält, den Motor stoppt, absteigt, denn Koffer öffnet usw.

In den nächsten Tagen werde ich mal schauen ob es nicht eine geschickte kleine Tasche für den Gepäckträger meiner BMW K1200RS gibt. Damit ließe sich die Nikon 1V1 sehr gut transportieren und sie wäre jederzeit schnell zur Hand. Na schauen wir mal…

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Nikon D300 – Infrarote Landschaftsfotografie

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

(Für mehr Spaß beim Anschauen sind die meisten Fotos 1920 Pixel breit oder hoch. Einfach anklicken…)

Wer meinen BLOG in den letzten Monaten verfolgt hat der weiß bereits, dass ich meine wunderbare Nikon D300 Anfang des Jahre für einen Infrarot-Umbau „geopfert“ habe. Dabei wurde die Kamera komplett zerlegt. Das AA-Filter (Anita-Aliasing-Filter) wurde vom Chip entfernt und durch ein gleichgroßes Stückchen „Glas“ ersetzt. Aber dieses Glas hat es in sich, es wurde durch Zugabe verschiedener Chemikalien in die Glas-Schmelze eingefärbt und lässt nun nur noch einen sehr schmalen Bereich des sichtbaren Lichtes passieren. Dieser Bereich liegt bei einer Wellenlänge von etwa 830nm (Nanometer). In diesem Bereich ist der Chip der D300 gerade noch so zu gebrauchen. Wäre die Wellenlänge noch länger, so könnte die D300 es nicht mehr „sehen“ – wäre also praktisch blind und damit unbrauchbar.

Bedingt durch das sehr schmale „Band“ sind die Fotos die man mit dieser Kamera jetzt aufnimmt nahezu monochrom. Stellt man den Weißabgleich der Kamera auf „Tageslicht“ so haben die Fotos eine intensiv violette Färbung. Um unmittelbar nach einem Foto abschätzen zu können wie das Ergebnis aussehen könnte, habe ich im Menü der D300 den Schwarz-Weiss-Modus aktiviert und den Kontrast auf das Maximum eingestellt.

Der Autofokus der D300 wird durch den IR-Filter nicht beeinflußt und wurde im Rahmen des Umbaus entsprechend der größeren Wellenlänge etwas korrigiert. Leider ist es ist nicht möglich den Belichtungsmesser entsprechend zu korrigieren. Es braucht also ein wenig Erfahrung bis man seine Fotos korrekt belichtet hat. Auch sollte man unbedingt im 14-Bit RAW-Modus fotografieren, nur so hat man alle Optionen um später aus den Bilddateien das herausholen zu können was auch wirklich darin steckt. Mit dieser Kamera nur JPG-Datei zu knipsen wäre ein Verbrechen!

Da man den Infrarot-Filter nach dem Umbau IN der Kamera hat, muss man keinen Filter mehr vor das Objektiv schrauben. Dadurch kann diese Kamera wie eine ganz normale Spiegelreflexkamera benutzt werden, das Sucherbild ist unverändert klar und hell. Die Empfindlichkeit des Chips für das Lichtspektrum um 830nm reicht aus um bei ISO-200 und Blende 8 an hellen Tagen mit ca. 1/250s ohne Stativ aus der Hand fotografieren zu können. Es ist also kein Vergleich zum nervigen Gefummel mit einem Infrarot-Filter der VOR dem Objektiv sitzt.

Im ersten Foto weiter oben seht Ihr ein Motiv das ich am Sommer irgendwo zwischen Westerwald und Taunus während der Fahrt mit geöffnetem Dach aufgenommen habe. Einfach so, freihändig ohne durch den Sucher schauen zu können. Einfach die Kamera greifen, mit dem rechten Zeigefinger einschalten, aus dem Auto halten und abdrücken. Mit allen anderen Kameras wären solche Infrarot-Aufnahmen absolut undenkbar.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Sehr cool sehen Sommerlandschaften bei Sonnenschein aus, wenn es noch einige nette Wolken gibt. Das kalte Blau des Himmels wird dunkel oder sogar schwarz dargestellt. Alles was rot oder gelb ist wird nahezu weiß abgebildet. Die Blätter der Bäume erscheinen je nach Intensität des Sonnenlichts hellgrau bis weiß. Dadurch erhalten „echte“ Infrarot-Fotos einen Look der sich mit keinem Bildbearbeitungsprogramm in gleicher Weise erzielen läßt.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier nun einige Beispielfotos die ich am letzten Freitag nach der Arbeit auf dem Heimweg aufgenommen habe. Während sich die Sommerurlauber auf der A3 das Gezeter ihrer verschwitzten unzufriedenen Familienmitglieder anhören mussten, habe ich mich für die wunderbare B42 entschieden. Ich bin also rechtsrheinisch von Mainz nach Bonn gefahren. Als am späten Nachmittag die Sonne tief stand war ich auf dem Loreley-Felsen und konnte bei satten 33°C einige Fotos für Euch aufnehmen. Leute, es war heiß wie die Hölle und der Schweiß brannte in den Augen. Aber meine D300 hat das problemlos weggesteckt und einfach schöne Fotos gemacht.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier seht Ihr jetzt die andere Richtung, also ein Blick nach Süden. Beim vorherigen Foto und folgenden Foto stand die Sonne also seitlich. Das ist nach meinen Erfahrungen immer sehr vorteilhaft, nicht nur in der Infrarot-Fotografie. Durch die Verlagerung des Lichtspektrums funktioniert die Vergütung der Objektive nicht mehr. Dieses Vergütung besteht aus mehreren auf die Linsen aufgedampften Metallschichten die jeweils so dick sind wie die halbe Wellenlänge des Lichtspektrums dessen Reflektionen sie vermeiden sollen. Das Prinzip basiert auf der Auslöschung der Lichtstrahlen in Verbindung mit einer Totalreflektion an der Oberseite der Linsen und der Unterseite der metallischen Vergütungsschicht. Für ein reinrassiges Infrarot-Objektiv bräuchte man nur eine einfache Metallschicht die diese müsste so ca. 415 Nano-Meter dick sein.

Leider gibt es derart vergütete Objektive meines Wissens für das Nikon-Bajonett leider nicht. Wer also mit einer derart umgebauten Kamera direkt in die Sonne fotografiert muss mit heftigen Lichtreflexen an den Linsenoberflächen innerhalb seiner Objektive rechnen.

Im Zweifel kann man diese „Eigenart“ für eine kreative Bildgestaltung wie im folgenden Foto nutzen. Meist wird man aber bessere Bilder erzielen wenn man die Sonne im Rücken hat oder sie im einem Winkel von ca. 90° seitlich auf das Motiv einfällt.

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Bei der Bildgestaltung gelten natürlich die gleichen Regeln wie für „normale“ Fotos auch. Der Horizont sollte im oberen oder unteren Drittel des Bildes liegen. Die für das Bild wichtigen Objekte sollten auf einem der vier Schnittpunkte angeordnet sein die sich ergeben, wenn man sein Foto in Gedanken mit vier Linien in 9 gleichgroße Flächen aufteilt. Wenn man es drüber hinaus noch schafft dem Bild eine sichtbaren Vordergrund-, Motiv- und Hintergrund-Ebene zu verleihen ist man auf einem guten Weg zu einem interessanten Foto.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Ein guter Freund hat mit mal gesagt ich solle immer darauf achten, dass „etwas rotes“ auf jedem Fotos zu sehen sein solle. Im nächsten Foto ist ein kleiner Junge mit einem roten Pullover der fröhlich zwischen den Bäumen tobt zu sehen. Im infraroten Lichtspektrum geht die Farbe seines Pullovers leider verloren 😦

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Hier ein sehr schöner Blick hinab in das Rheintal. Ich habe eine Weile gewartet bis ich ein Schiff in das Foto integrieren konnte, das den Rhein aufwärts fährt. So werden die Dimensionen des Tals sehr schön verdeutlicht. Dieses riesige Schiff wirkt aus der Ferne im der Weite des Rheintals nur noch wie ein kleines Streichholz im Wasser.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Am letzten Sonntag habe ich das Wetter für eine ausgiebige etwa 300 Kilometer lange Cabrio-Tour genutzt. Die D300 lag für etwa sechs stunden in der prallen Sonne neben mir auf dem Beifahrersitz und ich habe immer wieder aus dem fahrenden Auto fotografiert. Hier ein Foto das sehr gut gelungen ist. Man sieht hier zwei uralte aber sehr schön renovierte Trecker. Im Bild ist unten links eine leichte Bewegungsunschärfe zu erkennen. Sehr gut gefällt mit der Verlauf der linken Fahrbahnmarkierung die genau in der unteren linken Bildecke „ausläuft“. Als Gegenpart machen die Zipfel der Bäume auf der linken Seite den gleichen schönen Schwung nach oben.

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Im nächsten Foto sieht man sehr schön, dass die roten Rücklichter meines Autos hellgrau abgebildet werden.

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Hier noch ein Foto das auf einer sehr steilen kleinen Nebenstraße entstanden ist. Auch hier ist das „bildwichtige Motiv“ im unteren rechten Drittel des Bildes angeordnet. Die Straße führt in Form einer Diagonale zu diesem Objekt, das Auge wird fast wie von ganz allein dorthin gelenkt wo es verweilen soll.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Bei der Aufnahme aus niedrigen Perspektiven kommen oft ungewöhnliche Fotos zustande. Im nächsten Foto weist einfach alles nach oben und das Laub der Bäume ergibt in Verbindung mit dem Licht der Sonne fast ein „Kathedrale aus Licht“.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier nun ein Foto das heute auf dem Heimweg entstanden ist. Auf der Rheinhessen-Straße sah ich vor mir diese Wolkenformation. Es sieht fast aus als wäre weit vor mir etwas explodiert. Ich habe bei der erst besten Gelegenheit rechts angehalten, bin ein paar Schritte in ein Feld gelaufen und habe bei diesem Foto versucht nicht nur die Wolkenformation einzufangen, sondern ihr auch eine „Basis“ zu geben. Der Horizont ist auch hier wieder im unteren Drittel des Bildes angesiedelt.

Was hier wirklich gut aussieht hängt vom Einzelfall ab. Ich habe mir angewöhnt einfach mehrere Fotos aufzunehmen und später zu entscheiden was mir davon am besten gefällt. Womit wir schon beim nächsten Tipp wären. Besorgt Euch einfach ein paar große Speicherkarten und arbeitet an Euren Motiven. Nicht nur schnell ein Foto knipsen und gleich weiter hasten. Oft ist es besser erst einmal die Gegend auf sich wirken zu lassen. Geht ein wenig herum, schaut Euch um. Geht in die Hocke, achtet auf die Geräusche und den Stand der Sonne. Fotografiert zuerst „im Kopf“ und danach mit der Kamera. Schießt von jedem Motiv eine Serie von vielleicht 20 Bildern. Wechselt dabei auch in das Hochformat, viele Motive sehen an der Wand im Hochformat einfach richtig gut aus!

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Durch das eng begrenzte Lichtspektrum ist die D300 fast blind für UV-Strahlung. Damit kann sie durch Dunst ein wenig „hindurch sehen“, so dass sich Infrarot-Fotos oft durch eine außergewöhnliche „Klarheit“ auszeichnen. Schaut Euch im nächsten Foto mal den Mond an. Diese Foto habe ich heute Morgen um kurz vor 6h aufgenommen. Die Sonne war gerade aufgegangen und stand in meinem Rücken. Es sieht fast aus wie eine Fotomontage, ist es aber nicht!!

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Kurz nach diesem Foto habe ich mich um 180° gedreht und meine D300 voll in die aufgehende Sonne gerichtet. Die oben angesprochenen Reflexionen sind deutlich sichtbar. Man kann sie etwas verringern indem man das Objektiv nicht zu stark abblendet. Durch die Verwendung des RAW-Modus hatte dieses Foto so enorme Reserven, dass man tatsächlich noch die im Schatten liegende Seite meines Autos deutlich erkennen kann.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier ein Foto das gestern kurz nach Sonnenaufgang ganz in der Nähe entstanden ist. Hier kam das Sonnenlicht von rechts und betont so die Wolkenfront am linken Bildrand sehr schön. Da die Kamera durch den Dunst „hindurch sehen“ kann, wird sogar der Regenschauer in der Bildmitte deutlich sichtbar.

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Hier noch ein spontanes Experiment. Am Ortseingang von Mainz Hechtsheim ist das Gartencenter Fuchs gelegen. Das Wappentier ist ein Fuchs der aus einer Mischung aus Draht und Pflanzen besteht. Ich habe hier versucht das Auge dieses Fuchses ein wenig aufleuchten zu lassen. So wirklich hat es leider nicht funktioniert, die Position für dieses Motiv ist im Winter besser weil die Sonne dann viel weiter rechts aufgeht und man diese Bildidee dadurch sehr viel schöner umsetzen kann. Auch sieht man hier wieder die Reflektionen und man sieht auch sehr deutlich, dass der Kontrastumfang der D300 selbst im 14-Bit RAW-Modus hier an seine Grenzen stößt.

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Jetzt noch einige Beispielfotos der letzten Tage.

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Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Nikon D300 - Infrared 830nm - Infrarot

Fazit

Die Fotografie im deutlich roten Spektrum des sichtbaren Lichts kann Landschaftsfotografien eine schier unglaubliche Dynamik verleihen. Wolken die man mit bloßem Auge als „nett“ empfindet werden plötzlich zu bedrohlichen Monstern. Auch hier gilt die alte Regel „Schlechtes Wetter ist gutes Wetter für schöne Fotos!“

Ab und zu fragen mich meine Leser welche Tipp ich ihnen für gute Fotos geben kann. Ich antworte dann meist, dass es einen sehr elementaren einfachen Tipp gibt:

  • Arsch hoch und raus aus der Bude!!!

In der Landschaftsfotografie ist dies der wichtigste Tipp von allen! Zuhause oder im heimischen Garten wird man nur wenige interessante Motive finden. Wer schöne Landschaften fotografieren will muss reisen und sollte Spaß daran haben viel unterwegs zu sein. Eine Kamera gehört dann (fast) immer ins Gepäck. Auch wenn es nur ein Handy ist, selbst damit lassen sich ansprechende Fotos aufnehmen, sofern man die eingebaute Kamera beherrscht!

Bei uns in Deutschland sind Frühling, Sommer und Herbst die besten Jahreszeiten für die Infrarot-Fotografie. Im Winter bei Schnee und Eis kann diese Spielart der Fotografie ihre besonderen Stärken nicht wirklich ausspielen. Hier habe ich ein Foto das ich im letzten Dezember kurz vor Heiligabend auf Teneriffa mit der D300 aufgenommen habe. Man sieht, es geht auch im Winter, aber nur weit weg von unserer kalten nassen Heimat 🙂

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Schöne Infrarot-Fotos lassen sich aber nicht nur mit einer speziell umgebauten Kamera aufnehmen. In diesem Artikel findet Ihr eine Reihe von Fotos die ich mit einer Nikon D800E und einem HAMA Infrarot-Filter (720 Nanometer) aufgenommen habe.

Richtig viele Infos zum Thema „Infrarot“ finden sich über die Schlagwort-Wolke auf der rechten Seite. Klickt hier einfach mal auf Infrarot und schon könnt Ihr Euch durch wirklich viele Fotos und Artikel rund um dieses spannende Thema wühlen.

La Palma – Tag 15

Die letzte Nacht schlafen wir beide kaum. Unruhig rollen wir uns im Bett hin und her und warten darauf, dass der Wecker endlich klingelt. Eigentlich haben wir keinen „richtigen“ Wecker, es sind unsere Handys die uns schließlich um 6h am Morgen dazu auffordern die Nasszelle zu konsultieren und uns abreisefertig zu machen.

Ohne Frühstück geht es auf die Reise, wir wollen nicht zu spät sein und heimlich treibt uns der Wunsch vielleicht einen Sitzplatz am Notausgang zu ergattern. Bei Air Berlin kann man bis zu 48h im voraus via Internet eine Sitzplatzreservierung ausführen. Das klappt bei uns natürlich nicht, weil der Internetzugang des Hotels ausgefallen ist. Unseren Mietwagen stellen wir in der ersten Etage des Parkhauses unter dem Terminal ab. Es ist alles gut beschildert und leicht zu finden. Die Mietwagen werden im „hinteren“ Teil des Parkhauses im Abschnitt F abgegeben. Ins Terminal gelangt man über mehrere Aufzüge, der CICAR-Schalter ist nicht weit und der Mitarbeiter nimmt den Schlüssel dankend entgegen. Dass ich ihm mitteilen kann, dass das Auto auf Parkplatz F-028 steht vereinfacht die Sache und zaubert ein Lächeln in sein Gesicht.

Der Flughafen von La Palma ist zwar sehr modern aber er ist auch ein eher kleiner Provinzflughafen. Es gibt insgesamt 24 Schalter für den Check in. An diesem Tag startet nur eine Handvoll Maschinen in Richtung „Europa“. Ansonsten kann man nahezu stündlich mit einer kleinen Propellermaschine beispielsweise nach Teneriffa fliegen. Für unseren Check-In ist Schalter Nr. 20 vorgesehen. Als wir dort eintreffen sind wir die ersten Fluggäste. Sandra saust schnell zurück und organisiert und zwei leckere sehr knusprige belegte Baguette-Brötchen. So stehen wir uns etwa zwei Stunden lang die Beine in den Bauch und können ein wenig mit den anderen Gästen unsere Urlaubsimpressionen austauschen.

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Als es schließlich an den Check-In geht werde ich gefragt: „Fenster oder Gang?“ Es klingt ein wenig so als wären es die einzigen deutschen Worte die diese Junge Dame relativ häufig verwendet. Ich entgegne ihr „Zwei Sitzplätze am Notausgang wären toll, falls Sie noch welche haben.“ Sie schaut mich nicht an und tippt irgendetwas. Aus einem Drucker neben ihr schieben sich zwei Tickets. Diese reißt sie durch und wirft sie in den Papierkorb neben ihr. Dann tippt sie wieder, es kommen zwei neue Tickets, auf einem steht Gate 8 auf dem anderen Gate 4. Auf dem Ticket mit Gate 8 steht mein Name. Sie nimmt das Ticket und übermalt die 8 mit einer 4, dazu murmelt sie etwas das ich überhaupt nicht verstehen kann und weist mit der rechten Hand auf die Rolltreppen. Ok, scheinbar sind wir eingecheckt…

Eine Etage höher versuche ich kurz zu ergründen wie man diese trichterförmigen Edelstahlbecken auf der Herrentoilette benutzen könnte. Aber bevor etwas daneben geht breche ich lieber ab und versuche es 4500 Kilometer lang durchzuhalten. Später am Flughafen in Düsseldorf ist dann alles recht vertraut, sauberes weißes Porzellan mit einer Toilettenbrille die man klappen kann, das kenne ich und das funktioniert sehr gut. Wie es mit diesen Edelstahltrichtern klappen soll wird mir wohl ein Rätsel bleiben. Insgeheim mag ich auch niemanden fragen wie man diese Dinger korrekt benutzt, ist ja schon irgendwie auch eine etwas peinliche „Angelegenheit“…

Das Entern des Flugzeugs geschieht in mehreren Wellen. Wir müssen mal hier mal da warten und dürfen schließlich während neben an die Propeller der Binter-Air Maschine ihren Ruhezustand suchen bei ohrenbetäubendem Lärm „unseren“ Airbus A321 über die vordere Treppe besteigen.

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Mein Handgepäck ist wieder recht „umfangreich“. An der rechten Schulter hängt eine Fototasche mit Nikon 1V1 und Panasonic Video-Kamera. Zusätzlich habe ich eine warme Fleece-Jacke und eine Gore-TEX Jacke damit „verschlungen“. An der linken Schulter hängt die Notebook-Tasche, außen dran baumelt mein BOSE Quit Compfort 15 Kopfhörer. In der rechten Hand habe ich einen kleinen Hartschalenkoffer in dem meine komplette Fotoausrüstung samt Fotorucksack verstaut ist. Normalerweise ist das eine tolle Lösung, denn so kann man die schwere Fotoausrüstung sehr einfach über den Flughafen rollen. Aber hier muss ich immer wieder Treppen hinauf und hinab, da ist der ganze Krempel schon ziemlich lästig.

Im Flugzeug dann die nächste „Hürde“, ich muss durch den schmalen Gang und versuche die bereits dort sitzenden Rollstuhlfahrer nicht mit dem Notebook k.o. zu schlagen. Alles gar nicht so einfach und ich beneide meine Sandra insgeheim darum, dass sie mit nur einer Kamera und zwei Objektiven so glücklich ist und nur einen kleinen Fotorucksack bewegen muss…

Einen Augenblick später stellen wir dann fest, dass die Dame beim Check-In mich überhaupt nicht verstanden hat. Aus meinem Satz hat sie wahrscheinlich nur das Wort „notausGANG“ akustisch herausfiltern können und uns am Gang positioniert. Der Flieger ist nicht ganz ausverkauft und drei Reihen hinter uns sitzt ein einsamer Mann allein auf zwei herrlich großen Sitzen gleich neben dem Notausgang. Während wir uns in die Sitzreihe zwängen und auf unseren Fensterplatz „Besitzer“ warten beschließe ich beim nächsten Mal rechtzeitig zu reservieren oder auf Englisch nach einem Platz am Notausgang zu fragen…

Der Flug ist langweilig und problemlos. Auf dem iPad schaue ich mir ein zweites Mal „PI – Schiffbruch mit Tiger“ an. Dieser Film ist einfach so gut, den muss man sich zweimal anschauen. Als wir in Düsseldorf landen muss ich mein Handgepäck wieder umgekehrt aus dem Flieger schaffen. Während ich hier und da anecke und alles zum Bus hinüber schleppe schwöre ich mir bei der nächsten Reise weniger viele Fotosachen mitzunehmen. Wahrscheinlich wird es wieder nicht klappen, aber meinen Vorsatz für das neue Jahr habe ich noch frei…

Eine halbe Stunde später stehen wir dann in der Nähe des Düsseldorfer ICE-Bahhofs vor meinem völlig zugeschissenen Auto. Au Backe ist das eklig, ich habe unter einer Laterne geparkt und dort oben haben sich 14 Tage lang immens viele Tauben getroffen die wie ich nicht wissen wie man einen Edelstahltricher benutzt, aber eine völlig andere Strategie zur Lösung dieser Problemstellung entwickelt haben…

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Auf meinem Smartphone habe ich eine kleine „Stau-APP“. Diese verheißt uns wenig Gutes, eigentlich ist rund um Düsseldorf und Köln die Hölle los. Es ist Freitagnachmittag und sowohl die Holländer als auch ein deutsches Bundesland scheinen die Sommerferien eingeläutet zu haben. Weil alle Autobahnen dicht sind irren wir ein wenig durch Düsseldorf. Ich versuche mich in Richtung Westen zu halten, nur weg von der A3. Als wir eine Tankstelle mit einer Waschanlage sehen biegen wir spontan ab und während mehrere recht teure Waschgänge versuchen das Auto zu säubern, vertilgen wir eine Stück Pizza und einen ganz brauchbaren Tankstellen-Burger. Am Ende der Waschgänge ist es etwas besser, aber da werde ich nochmals mit einem Hochdruckreiniger und einer großen Portion Lackreiniger ran müssen. Nun ist mir auch klar warum in der komplett zugeparkten Straße ausgerechnet dieser eine Parkplatz noch frei war…

Die Heimreise dauert wegen des Verkehrschaos fast drei Stunden und als wir endlich die Koffer abgestellt und die Füße hochgelegt haben, sind wir echt froh diesen Tag heil überstanden zu haben.

Am nächsten Tag kann Sandra ihr Auto abholen, es hat zwei Wochen lang in der Werkstatt gestanden und jetzt sollte das Klappdach auch in einer Waschanlage dicht sein. Mein weißes Mädchenmotorrad ist auch wieder heil. Allerdings ist die Reparatur mit fast 1.500 Euro echt teuer. Es ist schon spannend, dass man für etwa 10.000 Euro eine komplettes Motorrad wie beispielsweise diese schwarze Schönheit kaufen kann und dann allein eine kleine Pumpe am ABS-System mit 10% des Gesamtwertes zu veranschlagen ist…

Aber es ist müßig sich darüber zu ärgern, schließlich will man sich ja beim Fahren mit einem solchen Geschoß auf die Bremsen verlassen können.

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Nachdem alle Rechnungen bezahlt sind geht zurück nach Hause. Nach einer ausgiebigen Wasch-Session mit einem sehr gut funktionierenden Hochdruckreiniger satteln wir später daheim mein „Männermotorrad“ und fahren gemeinsam zur Werkstatt. Dort steigt Sandra auf mein „Mädchenmotorrad“ um und als krönenden Abschluss unserer Reise geht es in die Eifel zum Café Fahrtwind. Dort gibt es wieder leckere Erdbeer-Schiffchen die man sich einfach auf keinen Fall entgehen lassen sollte!

Fazit

La Palma ist eine wirklich schöne Insel, aber um sie wirklich zu erleben muss man sie erwandern. Dazu braucht man eine leichte Fotoausrüstung und eine echte Portion Fitness. Außerdem sollte man nach Möglichkeit eine etwas kühlere Jahreszeit aussuchen. Das Teneguía Princess ist eine wirklich schöne gut geführte Anlage, aber es ist recht abseits weit im Süden gelegen. Um den fotografisch reizvollen Norden zu erkunden ist dieses Hotel völlig falsch, denn die Straßen sind eng und kurvenreich. Eine Autobahn gibt es nicht und so wird jede Anfahrt zu einem attraktiven Wanderziel im Norden der Insel zu einer echten Strapaze. Wer sich im Teneguía Princess einbucht sollte auf La Palma eher einen entspannten Badeurlaub an einem der schönen Pools verbringen wollen.

Allerdings hat auch der Süden der Insel einige schöne Ecken zu bieten. Bei klarem Himmel kann man bereits etwas abseits vom Hotel bei klarem Himmel sehr viele Sterne sehen, noch besser ist es oben beim Observatorium auf etwa 2400 Metern über dem Meer. Wer nächtliche Zeitrafferfotografie mag, der ist dort oben genau richtig. Allerdings sind die Straßen teilweise sehr schmal und wegen fehlender Sicherungsmaßnahmen in der Dunkelheit sehr gefährlich. Dort nachts mit einem Auto einen Abhang hinab zu stürzen kann schnell tödlich enden und man sollte sich das Terrain unbedingt zuvor bei Tageslicht anschauen und ggfs. ein GPS als visuelle Unterstützung für eine nächtliche Fahrt hinab zum Meer verwenden.

Mein Garmin Colorado 300 habe ich mit der Openstreet-Map bestückt. Das Kartenmaterial für La Palma ist gut und sehr detailliert. Enge Spitzkehren und potentiell gefährliche Abschnitte kann man hier schnell erkennen und es erleichtert meiner Meinung nach die sichere Fahrt durch die engen kurvenreichen Straßen sehr. So gibt es keine überraschend enge Spitzkehre mehr, damit ist es ein wertvoller Beitrag zur Fahrsicherheit auf den krassen Straßen im Hochgebirge.

Im übrigen ist eine Reise nach La Palma sehr unproblematisch. Spezielle Impfungen sind nicht notwendig, man kann alles in Euro bezahlen, fast alle Restaurants haben mehrsprachige Karten und viele Bewohner sprechen zumindest ein wenig Englisch. Das Stromnetz funktioniert so wie bei uns in Deutschland, Adapter oder ähnliches sind nicht notwendig. Allerdings kann es sehr praktisch sein eine Steckdosenleiste einzupacken. In unserem Hotelzimmer gab es nur eine freie Steckdose. Ich hatte einen kleinen „1 auf 3“ Adapter für schmale Eurostecker dabei. Das war wirklich nützlich wenn abends mehrere Akkus aufgeladen werden sollen und vielleicht noch ein iPad oder ein Notebook versorgt werden muss.

Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor ist besonders im Gebirge ein „Muss“. Eine Kopfbedeckung, langärmelige Hemden und eine gute Sonnenbrille erleichtern das Leben unter der sengenden Sonne zusätzlich. Wer wandern will sollte man unbedingt Wanderstöcke mitnehmen. Es gibt schöne Wanderstöcke aus Kohlefasern die gefedert und sehr leicht sind. Außerdem kann man sie mit einigen wenigen Handgriffen zusammenschieben, so dass sie ein geringes Packmaß haben.

Im Hotel gab es für 3,50 Euro eine sehr detaillierte Straßenkarte. Diese war wirklich extrem hilfreich bei der Planung der Tagesziele und ist immer eine gute Ergänzung zu einem GPS.

Im kleinen Hotelladen bekommt man alles was man für den täglichen Bedarf benötigt. Allerdings zahlt man hier einen kräftigen Zuschlag, viel preiswerter sind die kleinen Supermärkte die es überall gibt.

Mit großen Einkaufszentren oder Vergnügungsparks kann La Palma nicht locken. Im Vergleich zu Teneriffa oder Gran Canaria geht es hier alles etwas ruhiger zu. Diese Insel ist eher etwas für Individualisten als für übliche Pauschalreisende. Die all-inclusive Angebote der wenigen großen Hotels ermöglichen unkomplizierten Zugang zu flüssigen und festen Lebensmitteln. Aber die Insel hat viele schöne gemütliche Restaurants zu bieten. Die überall ausliegenden kostenlosen Gastronomie-Führer liefern hier wertvolle Tipps und sind sehr hilfreich für alle Erholungsuchenden die mehr wollen als Einheitsessen vom Buffet und billige Drinks von der Bar am Pool.

La Palma – Tag 14

Auch der letzte „echte Tag“ auf La Palma beginnt wie alle Tage zuvor. Beim Frühstück ist es noch sehr angenehm kühl, das Thermometer zeigt lässige 22°C. Der Himmel ist ein wenig bedeckt, daher kann die Sonne uns nicht unser Hirn im Schädel garen. Aber bereits zur Mittagszeit ist Schluss mit lustig, nun wird es wieder richtig heiß. Die Sonne brennt nun recht gnadenlos auf die schwitzigen Leiber nieder die sich an den Pools fortwährend von einer Seite auf die andere wälzen.

Einen ausgedehnten Fotoausflug werde ich mich heute verkneifen. Stattdessen werde ich im Hotel ein paar Knipsbilder mit meinem Handy machen und den Rest des Tages bei dem einen oder anderen Kaltgetränk genießen.

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Mein Ding ist das nicht, ich suche eher den Schatten. Die Internet-Anbindung ist jetzt den dritten Tag in Folge ausgefallen. In der Lobby kann ich mich inzwischen zwar wieder zu einem WLAN verbinden, mehr will aber nicht geschehen. Jeder Versuch eine Webseite oder ähnliches aufzurufen wird mit einem Timeout quittiert. Das ist wirklich ärgerlich, den einen Tag bevor der Internetzugang ausfiel habe ich für 19,- Euro eine zweite weitere Woche „eingekauft“. Nutzen kann ich dieses Guthaben nun nicht mehr. Und eine Rückzahlung ist auch nicht in Sicht, Fragt man an der Rezeption wann der internetzugang voraussichtlich wieder funktionieren könnte, so bekommt man stets ein freundlich gelächeltes „tomorrow“ zu hören. Mich erinnert das an den Film „Geschenkt ist noch zu teuer“. Da bekommt ein junges Paar ein echtes Traumhaus geschenkt, das sich als echter Albtraum entpuppt. Tagtäglich gehen dort fortan die Handwerker ein und aus und immer wenn das Paar fragt wann die Arbeiten denn abgeschlossen sein werden, bekommen sie ein freundliches „In 14 Tagen!“ zu hören.

Mittlerweile habe ich die Hoffnung aufgegeben hier noch einen der bereits „vorgeschriebenen“ Artikel veröffentlichen zu können.

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Während die Sonne wirklich hoch steht und die Hitze fast unerträglich ist, wandert Sandra mit ihrem Nikon AF-S VR 55-300mm Teleobjektiv an ihrer Nikon D5100 durch die Hotelanlage. Am kleinen Wasserfall und den nachgelagerten Teichen gibt es knallrote Libellen. Gleich nebenan gibt es immer wieder wunderschön gezeichnete Eidechsen. Als ich Sandra gegen 13h im klimatisierten Zimmer antreffe holt sie sich gerade einen neuen Akku und eine weitere Speicherkarte. Sie hat seit Stunden Goldfische, Libellen, Eidechsen und anderes Getier vor dem Teleobjektiv gehabt und ist richtig euphorisch. Kaum ist die Kamera wieder startklar flitzt sie wieder los und schießt ein Foto nach dem anderen. Zum Abend werden es wohl annähernd 1.000 Fotos sein und ich bin sehr auf die Ausbeute gespannt. Wenn 2-3 wirklich gute Fotos darunter sind, hat sich dieser Aufwand bereits gelohnt.

Ich selbst habe heute keine Lust auf eine große Fotosession. Mir ist zu warm und ich bin ein wenig traurig, dass es morgen schon wieder nach Hause geht. Wäre es nicht ganz so warm, ich könnte noch viele Wochen hier verbringen. Doch bei einer zweiten Reise würde ich versuchen eine Ferienwohnung oder ein Hotel im Norden der Insel zu finden. Auch wären eher der Frühling oder der Herbst „meine Jahreszeit“. Nach Möglichkeit sollte der Reise ein ausgedehntes Fitnessprogramm vorangestellt werden. In meinem aktuellen Gesundheitszustand würde ich hier nicht einmal eine kleine Wanderung überstehen. Woran es liegt kann ich gar nicht sagen, vielleicht ist es der häufige Wechsel zwischen warm und kalt, vielleicht auch Schimmel in einer oder mehreren Klimaanlagen, ich habe hier latent mit schwerer Atemnot zu kämpfen die ich so auf einer Kanareninsel noch nie erlebt habe. Und es ist sehr von der Belastung abhängig. Sobald ich die ca. 40 Höhenmeter vom Pool hoch zum Hotelrestaurant gelaufen bin bleibt mir die Luft weg. Die Bronchien pfeifen und ohne mein Asthma-Spray hätte ich das Gefühl zu ersticken. Ich kann nur hoffen, das das bald vorüber geht. Vielleicht normalisiert sich ja alles wieder sobald ich daheim in Deutschland bin, warten wir es mal ab…

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Heute Abend werde ich versuchen alle ausstehenden Formalitäten zu erledigen, so dass wir morgen rechtzeitig zum Flughafen aufbrechen können. Die Mitreisenden die keinen Mietwagen haben, werden um 7h30 mit dem Bus abgeholt. Wir werden versuchen etwas eher loszufahren, damit wir in der Schlange am Flughafen nicht ganz hinten stehen müssen. Das Frühstück werden wir uns morgen sparen und statt dessen versuchen am Flughafen ein Sandwich oder ein belegtes Baguette zu ergattern.

In Düsseldorf steht meine Dieselrakete hoffentlich noch dort wo ich sie vor zwei Wochen abgestellt habe. Ach ja, meinen Autoschlüssel muss ich noch suchen, er ist irgendwie weg, aber ich denke ich weiß wo er sein könnte. Das wäre wichtig, denn da ist auch der Haustürschlüssel dran…

Am Nachmittag entschließen wir uns das wunderbare La Casa del Volcán ein zweites Mal zu besuchen.

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Dort gibt es wunderbar leckeren frischen Fisch und weil wir uns nicht entscheiden können saust der Inhaber kurzerhand in die Küche und zeigt uns anschließend auf einem großen Porzellanteller drei Fische die es zur Auswahl gibt. Sandra und ich entscheiden uns für die gleiche Fischsorte, wieder einmal. Es schon erstaunlich wie oft wir ohne Absprache völlig unabhängig voneinander immer wieder die gleichen Gerichte bestellen. Der fangfrische Fisch wird wunderbar knusprig gegrillt und ist ein echtes „Gedicht“.

Dieses Restaurant ist eine echte Empfehlung für alle die gut geführte Restaurants mögen und auf La Palma gern so richtig lecker essen möchten!

Später werden dann die Koffer gepackt und alles für die Abreise vorbereitet.

La Palma – Tag 13

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Am nächsten Morgen spüre ich alle Knochen. Zwar habe ich mein Bett etwas umgerüstet und schlafe seit drei Tagen AUF der Wolldecke die ich zwischen Laken und Matratze platziert habe, aber dennoch tut mir alles weh. Auf dem ersten Weg ins Bad fühlen sich Beine und Füße noch ganz unbeweglich an, ich bin noch gar nicht wach…

Später nach dem Frühstück entschließt sich Sandra erstmals allein mit unserem Mietwagen zum Laden für Handwerkskunst weit oben in Los Canarios hinauf zu fahren. Ich gebe ihr noch eine kurze Beschreibung mit auf den Weg, so dass sie unser Auto auch findet. Derweil sichte ich meine Beute des Vorabends und freue mich schon sehr darauf bei korrekten Lichtverhältnissen an einem kalibrierten Monitor die besten Fotos auszusuchen und dann in aller Ruhe auszuarbeiten.

(Die Fotos aus der Nikon D800E sind auf 1920 Pixel Seitenlänge verkleinert, einfach anklicken)

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Gegen 13h ist Sandra zurück und hat lauter Tüten dabei. Sie hat etwas zu trinken gekauft. Das ist oben im Supermarkt alles mehr als 50% billiger als im Laden hier in der Hotelanlage. Die Fahrt mit dem kleinen Diesel hat gut geklappt und sie ist ganz überrascht mit wie viel Kraft dieses Auto die Berge hinaufzieht. Drehmomentstarke Dieselmotoren sind auf dieser Insel auf der es eigentlich fast nur auf und ab geht wirklich genau in ihrem Element. Hier zählen weniger die Endgeschwindigkeit als vielmehr Kraft und Durchzugsvermögen. Wer also vor der Wahl steht hier einen Benziner oder einen Diesel zu mieten, ich würde hier zu einem Diesel raten!

Aktuell kostet ein Liter Diesel hier etwa 1,06 Euro/Liter, man ist mit einem Diesel also nicht nur recht preiswert unterwegs, die Autos haben auch eine große Reichweite, was beim weniger dichten Tankstellennetz auf der Insel darüber hinaus sehr praktisch ist.

Daran einen BLOG-Artikel zu veröffentlichen ist aktuell leider nicht zu denken. Es gab am Morgen mehrere kurze Stromausfälle und nun funktioniert der WLAN-Accesspoint aus irgendeinem Grund nicht mehr. Ich habe jetzt für 19 Euro Internet-Guthaben gekauft und kann es nicht nutzen weil es kein WLAN gibt 😦

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Ich versuche mich nicht weiter darüber zu ärgern und während Sandra mit dem Teleobjektiv Jagd nach Libellen und Eidechsen macht, streife mich mit der Nikon D800E auf dem BILORA-Stativ durch die Anlage.

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An der D800E ist das Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt Objektiv, das ich vor ein paar Wochen in den USA bestellt habe. Vor ein paar Tagen habe ich es erstmals abends am Strand des kleinen Fischerdörfchens im Süden der Insel ausprobiert. Heute will ich mal einige Testfotos machen bei denen es darauf ankommt, dass alle vertikalen Linien so gerade und senkrecht wie möglich sind. Am kleinen Wasserfall kann ich ein kleines Demo-Video drehen das zeigt wie sich der Unterschied zwischen einer Belichtungszeit von 1/500s und 1/25s auf das Video auswirkt. Bei vollständig geöffneter Blende lässt sich mit dem Shift-Objektiv ein ausgeprägter „Miniatur-Effekt“ erzielen.

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Sehr praktisch ist auch, dass man das Rokinon-Objektiv in zwei Ebenen um 90° drehen kann. So ist auch ein „senkrechter“ Miniatur-Effekt in Verbindung mit dem Querformat möglich!

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Aber da die Blende geöffnet ist, kann auch viel mir Licht auf den Chip fallen. Dadurch muss die Kamera jedes Bild des Videos sehr kurz belichten. Im Ergebnis werden die Tropfen des Wasserfalls 25-mal pro Sekunde knackscharf „eingefroren“ was im Endergebnis aber nicht wirklich schön aussieht. Blendet man das Objektiv langsam ab, so zieht die D800E die Belichtung sehr schön nach. Irgendwann bin ich bei Blende 22 angekommen. Die Blende ist jetzt vollkommen geschlossen und es kommt kaum noch Licht am Chip an. Die D800E belichtet jetzt jedes Einzelbild mit 1/25s. Bei dieser recht langen Belichtungszeit ergibt sich ein schöner „Fließ-Effekt“. Die einzelnen Wassertropfen bewegen sich während der 1/25s und produzieren so bei jedem Einzelbild eine ganz leichte Bewegungsunschärfe. Das Ergebnis sieht deutlich besser aus als bei vollständig geöffneter Blende. Aber nun ist der auch der „Miniatur-Effekt“ verschwunden, die Tiefenschärfe ist bei Blende 22 so groß, das trotz des leicht nach unten gekippten Objektives alle Bildbereiche scharf abgebildet werden.

Was lernen wir daraus? Ganz einfach, wer flüssige Bewegungen in seinen Videos habe möchte, der sollte versuchen die Einzelbilder relativ lang zu belichten. Optimal ist in der Regel die Hälfte der Bildwiederholfrequenz. Also bei 25 Bildern/s wären das 1/50s Belichtungszeit, bei 30 Bildern/s analog dazu 1/60s.

Will man mit dem Shift & Tilt Objektiv lange belichten UND einen Miniatur-Effekt haben, so braucht man einen passenden neutralen Graufilter mit einem 82mm Filtergewinde. Nachmöglichkeit hat man diese Filter gleich in unterschiedlichen Dichte-Werten. Also 2x, 4x, 8x, 10x usw. Damit kann dann unter fast allen Bedingungen die optimale Belichtungszeit je Einzelbild erzielt werden. Allerdings sind diese Filter wegen des großen Filterdurchmessers nicht ganz billig!

Ach übrigens, wer auf die Idee kommt bei einem Video mit 25 Bildern/s jedes Einzelbild beispielsweise 1/8s zu belichten (um einen noch stärkeren Fließeffekt zu erzielen), der hat in Mathe nicht aufgepasst und sollte nochmals die Schulbank drücken 🙂

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Alle Demo-Videos zu diesem Objektiv werde ich hier posten sobald ich wieder eine vernünftige Internet-Anbindung habe. Dann gibt es einzelne Bilder aus als Original-RAW-Datei für alle die genauer hinsehen möchten, was das Rokinon-Objektiv an der Nikon D800E leistet. Hier habe ich noch einige Beispielbilder für Euch, bei denen ich versucht habe eine perspektivisch korrekte Darstellung zu erzielen. Es gibt hier also ganz bewusst keinen „Miniatur-Effekt“!

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Am späten Nachmittag starten wir einen neuen Anlauf und hoffen, dass wir heute bei der Bodaga „Casa del Volcán“ mehr Glück haben. Als wir dort einige Minuten nach 18h eintreffen ist die Eingangstüre einladend weit geöffnet.

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Unseren Mietwagen können wir sehr gut auf der breiten Zufahrtsstraße zum Volcan San Antonio abstellen. In der Bodega finden wir ein sehr einladendes Ambiente und eine überaus zuvorkommenden und netten Inhaber vor. Ein Tisch direkt am Fenster mit Blick auf den zur Bodega gehörenden Weinberg ist frei. Ein paar Minuten später haben wir von der sehr gut sortierten Karte den filetierten Barsch mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln und einem kleinen Salat bestellt. Als Vorspeise gibt es einen typischen Kichererbsenseintopf (Garbanzas). Dieser Eintopf schmeckt uns wirklich gut und Sandra hat ihn daheim in Deutschland schon oft für uns zubereitet. Man könnte also sagen, dass wir uns mit Garbanzas auskennen und daher sehr gespannt sind was wir hier bekommen. Und was soll ich schreiben, diese Garbanzas sind wirklich ganz ausgezeichnet. Besser können wir das selbst nicht, es schmeckt einfach  ganz exzellent.

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Auch der Fisch ist wirklich großartig aber ganz besonders schmeckt und der Wein aus eigenem Anbau. Es ist ein sehr milder fruchtiger Weißwein, fast keine Säure und einfach nur richtig gut! Ein wirklich zauberhafter Weißwein den man daheim in Deutschland in dieser Qualität nur sehr schwer bekommen wird.

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Spannend ist auch, dass es diesen außergewöhnlichen Wein in einer kleinen 0,5l Flasche gibt! Das ist nicht zuviel und passt gut zu einem Essen für zwei Personen. Zum Nachtisch gibt es für Sandra noch ein leckeres kleines Schnäpschen und für mich einen exquisiten Barraquito mit „Kanarischen Vitaminen“ 🙂

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Auf dem Rückweg überlege ich ob ich heute noch einmal zur Location des Vortages fahren soll. Aber heute gibt es keine Wolken, es ist einfach trüb und die Sicht ist wirklich schlecht. Außerdem sind es fast 28°C und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Ich beschließe daher mich mit den Fotos des Vortages zu begnügen und mich seelisch auf die Abreise einzustellen.

Morgen werden wir noch einen sehr ruhigen Tag auf dieser tollen Insel verbringen. Für das Wochenende wird hier eine echte Hitzewelle erwartet. Vielleicht ist es ganz gut, dass wir dann schon ein leckeres Kaltgetränk in einem deutschen Biergarten genießen können.

La Palma ist eine wirklich großartige schöne Insel. Es gibt unerwartet viel zu sehen, aber die echten Highlights muss man erwandern. Und genau das ist hier wirklich anspruchsvoll. Heute morgen hat im Hotel eine TUI-Mitarbeiterin über die Möglichkeiten hier zu wandern informiert. Und dabei kam immer wieder die Sprache auf den Gesundheitszustand. Büroschlaffis wie meine Sandra und ich sollten hier gar nicht erst an einer großen Wanderung versuchen. Erst gestern hat Sandra ein abgekämpftes Paar getroffen die sich über die Wanderung des Tages unterhalten haben. Er war völlig fertig und als sie ihm gesagt hat, es seien doch nur 5 Kilometer gewesen, da sagte er spontan „Es kommt mir aber vor als wären wir 15 Kilometer weit gelaufen!“

Man sollte sich hier also nicht überschätzen. Und nun ist uns auch klar warum die alten Leute mit Pflegestufe 3 alle nach Teneriffa fliegen, während man hier auf La Palma nur die fitten Power-Rentner antrifft. Es wäre spannend zu wissen zu welcher Gruppe wir uns einst zählen werden.