Mit dem Motorrad nach Fuerteventura

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Fuerteventura via Gran Canaria mit einem gemieteten oder gar dem eigenen Motorrad zu erkunden ist relativ einfach. Mehrmals täglich verkehren Fähren der Fährgesellschaften ARMAS und FRED OLSEN zwischen beiden Inseln. Die Überfahrt dauert je nach Wetter und Fährgesellschaft zwischen zwei und drei Stunden. Motorräder haben in allen Fährhäfen Priorität und dürfen zuerst auf die Schiffe. Dies ist notwendig, weil Motorräder an speziellen Plätzen auf den Fähren sicher verzurrt werden müssen. Man sollte also rechtzeitig im Hafen eintreffen oder sich einfach dreist vordrängeln und ganz vorn, noch vor die wartenden PKW und LKW, anstellen.

Bei den Schnellfähren von FRED OLSEN wäre zu erwähnen, dass diese nicht vollständig geschlossen sind und man mit einem leichten Nebel aus Meerwasser auf dem Motorrad rechnen muss. Wenn sich das ehemals blitzsaubere Moped plötzlich etwas klebrig anfühlt, sollte man ggf. die nächste Tankstelle mit einem Hochdruckreiniger aufsuchen.

Wegen der geografischen Begebenheiten legen die Fähren im Hafen von Las Palmas de Gran Canaria ab. Auf Fuerteventura legen sie im Hafen von Morro Jable, am südlichsten Zipfel der Insel, an. Tickets kann man bequem über die Webseiten der Fährgesellschaft buchen. Ich selbst verwende in der Regel die APP von www.aferry.com, die für Android und iOS verfügbar ist.

Ferry-Gran-Canaria-Fuerteventura

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Regen und Sturm auf Gran Canarria

Eine uraltes Sprichwort besagt: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Bei uns Fotografen gibt es eine etwas abgewandelte Variante:

  • Schlechtes Wetter ist gutes Fotowetter

Dieses Sprichwort ist es dann auch, was mich letztlich heute antreibt. Am Morgen war es noch schön, aber schon gegen 11h ziehen von Süd-Osten her schwere Wolken über Gran Canaria. Das Thermometer zeigt trotz allem angenehme 28°C und oben in den Bergen wird es damit kaum kälter als 18°C sein. Warum also nicht einen kleinen Ritt wagen und auf schönes Licht zwischen diesen dunklen Wolken hoffen?

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Noch vor Mittag geht es also los, mein Ziel ist heute die GC60. Noch von meinem ersten Besuch vor etwa 12 Jahren habe ich die GC60 als echte Prachtstraße in guter Erinnerung. Inzwischen ist sie ganz wunderbar neu asphaltiert und das Motorradfahren macht hier richtig Laune.

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Gran Canaria mit dem Motorrad entdecken

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Auf die Rivalität zwischen den Inseln Teneriffa und Gran Canaria wurde ich in den letzten Jahren schon häufig hingewiesen. Aber auch ich selbst habe mal bei einer Wanderung auf Teneriffa einen der anderen Wanderer gefragt, warum er sich entschieden hat auf Teneriffa zu leben und nicht beispielsweise auf Gran Canaria. Er war damals regelrecht fassungslos und hat etwas gesagt wie: „Also, diese ganze Frage ist schon falsch…“

Wo die Wurzeln dieser Rivalität liegen vermag wahrscheinlich niemand zu sagen. Auf mich macht es einen Eindruck wie die Rivalität etwa bei Schalke 04 und Borussia Dortmund, jeder will der Bessere sein. Im Gegensatz zum Fußball sind diese beiden Inseln allerdings sehr verschieden. Betrachtet man Größe und Anzahl der Einwohner, so können sie sich das Wasser reichen, wobei Teneriffa etwas mehr Fläche und natürlich die höheren Berge hat.

Auch wenn die Berge auf Gran Canaria lange nicht so hoch wie der Pico del Teide sind, es gibt auch hier ganz ordentliche „Brocken“. Und ähnlich wie bei La Gomera gibt es sehr tiefe Schluchten und viele Kilometer „endgeiler“ Motorradstrecken. Während man auf Teneriffa entweder außen herum am Meer entlang fährt oder irgendwo oben am Pico del Teide herumkurvt, bewegt man sich auf Gran Canaria meist im heftigen Zickzack vorwärts, sobald man auf dem Motorrad das Zentrum der Insel ansteuert. Kurzum, Gran Canaria ist ganz anderes als Teneriffa, aber für Motorradfahrer ebenfalls eine sehr gute Adresse.

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BMW Inspektion auf Gran Canaria

BMW-Marmotor-Las-Palmas

Vor Antritt meiner großen Reise habe ich beim BMW Motorradhaus Senger in Rüsselsheim einen großen Service durchführen lassen. Inkl. neuer Reifen usw. hat dies etwas über 1.000 Euro gekostet. Das ist viel Geld, aber mein Motorrad war danach fit für die Reise und ich habe lediglich einmal bei den Reifen etwas Luft nachgefüllt. Auf einer Wegstrecke von mehr als 13.000 Kilometern ist das nicht übel.

Womit wir auch schon beim Thema wären, 13.000 Kilometer bedeutet, dass die nächste Inspektion bereits seit 3.000 Kilometern überfällig ist. Auf Teneriffa hat es leider mit der Inspektion nicht geklappt und auf El Hierro und La Gomera gibt es keine geeigneten Werkstätten. Daher habe ich kurz vor meiner Überfahrt nach Gran Canaria bei Jürgen Schnürle von der Bonner BMW Motorrad-Niederlassung nachgefragt, ob er mir auf Gran Canaria eine vertrauenswürdige und kompetente Werkstatt empfehlen kann.

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Castillo del Mar auf La Gomera

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Es ist Sonntag und heute könnte ich ausschlafen, denn das Zimmermädchen hat heute frei. Grundsätzlich nichts schlechtes, aber heute gibt es deshalb auch kein Frühstück. Am Vortag habe ich im Supermarkt inige sehr leckere Orangen gekauft. Fünf Stück haben 1,07 Euro gekostet. Sie sind hier preiswert und die Qualität ist mehr als überzeugend. In meiner kleinen Küche im Appartement #408 gibt es eine kleine Saftpresse. Es kleben noch ein paar alte Orangen-Fusseln daran, aber ich habe Spülmittel und eine Spülbürste zur Hand. So kann ich kurz drauf meinen ersten selbst gemachten „Zumo Naranja Natural“ kosten, lecker! Dazu ein paar Spiegeleier auf Toast und schon bin ich für den Tag gerüstet.

Heute will ich mit meinem Motorrad den Norden von La Gomera erkunden. Im Internet habe ich gelesen, dass es bei Vallehermoso eine nette kleine Burg geben soll. In der Presse wurde sie auch als Heimat der Ritter der Bananenburg bezeichnet. Dies kommt wohl daher, dass es natürlich keine alte Ritterburg ist, vielmehr wurden hier seit 1890 allerlei Früchte auf Schiffe verladen. Wegen der exponierten Lage, konnten die Schiffe hier direkt anlegen, was die Verladearbeiten stark vereinfach hat. Im Jahr 1981 war der Ort verfallen und fast in Vergessenheit geraten. Frisches Obst wurde längst an anderen Orten verschifft. Der deutsche Fotograf Thomas Müller war zu diesem Zeitpunkt schon seit einigen Jahren auf La Gomera und hatte bereits viele schöne Postkartenmotive fotografiert. Mit dem Verkauf seiner Postkarten hatte er ein kleines Vermögen angehäuft, das er letztlich in die Renovierung dieser stark verfallenen Verladestation am Strand von Vallehermoso investierte. Für einige Jahre erstrahlte die Burg drauf in neuem Glanz und war bei Künstlern und Besuchern sehr beliebt. Jedoch gab es von Anfang an ein Problem mit der fehlenden Stromversorgung. Der Storm für das Gebäude musste teuer mit Dieselgeneratoren erzeugt werden. Schließlich gab es noch ein weiteres Problem mit einer fehlenden Konzession. Das Castillo musste geschlossen werden und wartet nun schon seit vielen Jahren drauf wieder neu belebt zu werden.

Mit diesem Wissen im Kopf soll es nach dem Frühstück ins Tal von Valle Hermosa gehen.

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