Mit dem Motorrad nach Korsika

In meinem BLOG war es in diesem Jahr sehr ruhig. Der Grund war ein Schlaganfall vor ziemlich genau einem Jahr. Dass es mich mit nur 54 Jahren im sonnigen Süden Frankreichs vom Motorrad hauen würde, das hätte ich auch nicht gedacht. Aber solche Dinge passieren und ich bin sehr glücklich, dass es mir heute besser geht als vor dem Schlaganfall. Häufig ist leider das genaue Gegenteil der Fall.

Auch wenn es mir wieder gut geht, so hat dieses Ereignis die letzten 12 Monate doch sehr geprägt. Bei der Aufarbeitung hat mir vor allem die Arbeit an diesem Buch geholfen.

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Mit dem Motorrad durch die Schweiz nach Italien

Lufingen-Domodossola-Map

Am nächsten Morgen bricht der 18. Tag meines großen Motorradabenteuers an und ich will gleich um 7h in der Frühe aufbrechen. Um kurz vor 9h will ich in Sarnen bei Luzern sein. Dort habe ich mich im Hotel Krone mit meinem Freund Beat verabredet. Er wohnt in Buochs am Vierwaldstätter See und wir haben schon lange Kontakt via E-Mail und über Google+. Im echten Leben haben wir uns indes noch nicht gesehen, aber ganz genau das wollen wir heute nachholen. Nachdem ich zunächst in der falschen Richtung auf der Autobahn gelandet bin, komme trotz des schlechten Wetters halbwegs rechtzeitig in Sarnen an. Beat wartet schon auf der schönen Terrasse des Hotels.

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100 Days of Freedom – Der BLOG

Seit meiner Jugend stehe ich total auf Motorräder. Die krasse Beschleunigung und die Wendigkeit haben mich fast mein ganzes Leben lang fasziniert. So war ich mein halbes Leben mit meinen BMW Motorrädern unterwegs und konnte sogar ab und zu eine größere Tour fahren. Doch bei jeder Tour war ich bereits nach kurzer Zeit gefrustet, weil es wieder heim gehen musste. Am nächsten Montag wartete ein neuer Tag im Büro auf mich und statt einfach in den Horizont zu reiten ging es zurück in die dunkle Garage, wie frustrierend…
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Schweiz 2012 – Sandras Geschichte

Unsere Reise in die Schweiz liegt nun schon wieder ein paar Tage zurück. Während ich abends meine „Bilder des Tages“ gesichtet und einen ausführlichen Artikel für diesen BLOG geschrieben habe, hat es Sandra ruhiger angehen lassen. Sie hat die Erlebnisse aller Tage in einem großen Artikel zusammen gefasst. Wer gern ihre Geschichte lesen möchte, der findet sie hier oder klickt einfach auf das „Vorschaubild“. ich wünsche Euch viel Spaß bei der Lektüre 🙂

Übertretungsvorhalt – Freud und Leid in der Schweiz

Am Klöntalsee mit Fuji Finepix X100

Wer in der Schweiz lebt und stinkreich ist, der bringt diesen Umstand nicht selten dadurch zum Ausdruck, dass er einen Maybach oder eine anderes schweineteures Auto bewegt. Ich habe in meinem Leben nun schon mehrere Jahre in der Schweiz gearbeitet. Wenn ich mit meinem Auto bei Basel die Grenze in Richtung Deutschland passierte habe, war häufig vor mir eine dieser übermotorisierten Nobelkarossen. Auf dem Weg zwischen Luzern und Basel waren sie, na sagen wir mal „unauffällig“. Aber sobald die Hinterräder auf deutschem Boden waren, gaben sie fast alle sofort Vollgas und begannen andere Autofahrer mit Blinker und Lichthupe von der Überholspur zu drängeln. Geld haben sie dafür nicht bezahlt, die Nutzung der deutschen Straße sind für alles was kein LKW ist bis heute kostenlos.

Als meine Freundin Sandra und ich vor ein paar Wochen für ein paar Tage in der Schweiz waren, mussten wir unsere mit TESA-Film befestigte Vignette von der Windschutzscheibe lösen und „korrekt“ in das Fahrzeug einkleben. Damit war endgültig verhindert, dass wir in diesem Jahr für ein paar Tage mit dem Motorrad in die Schweiz einreisen und die teure Vignette zumindest an einem Motorrad „recyceln“ könnten. So würde eine kleiner Trip mit zwei Motorrädern durch die Schweiz derzeit zusätzlich mit 70 Euro zu Buche schlagen. Und das ist ja noch preiswert, denn die Kosten für die Vignette werden sich im kommenden Jahr praktisch verdoppeln. Die Schweizer begründen dies mit den leeren Staatskassen und den exorbitanten Kosten für den Schweizer Straßenbau.

Ich kann mich auch noch gut daran erinnern wie ich im Jahr 2000 mein Motorrad für etwa eine Stunde auf der Straße vor unserem Projektbüro in Cham am Zuger See „parkiert“ hatte. Es war keine gesondert ausgewiesene Parkfläche und ich wurde damals mit 50 Schweizer Franken für diese schlimme Tat „gebüßt“. Einige Zeit später fuhr ich mit etwa 100 Km/h auf einer gut ausgebauten Straße außerhalb einer geschlossenen Ortschaft. In Deutschland darf man auf diesen Straßen praktisch überall 100 km/h „schnell“ fahren. Ich war mir keiner Schuld bewusst und war daher umso mehr verwundert, als mich jemand am Straßenrand mit einer Videokamera gefilmt hat. „Nicht gut!“ dachte ich nur und musste den Weg hinauf zum Grimselpass mit einem monetären Defizit in Höhe von 320,- Schweizer Franken angehen. Wirklich fies und ärgerlich!

Vor dem Hintergrund dieser „Erfahrungen“ sind wir in der Zeit die wir in der Schweiz verbracht haben, wie ein regelrechtes Verkehrshindernis durch die Gegend geschlichen. Ok, das Dach war meist geöffnet und die Laune gut, eilig hatten wir es auch nicht. Einer „Straftat“ bin ich mir nicht bewusst, wir sind echt langsam gefahren und haben fast paranoid darauf geachtet nicht zu schnell zu fahren. Die gute Laune kann es einem trotzdem schon ziemlich verderben wenn man ständig und überall darauf gefasst sein muss, dass eine Radarfalle am Wegesrand lauern könnte. Statt auf den Verkehr konzentriert man sich fast ausschließlich auf den Tachometer und alles was am Straßenrand nach einer Radarfalle aussehen könnte.

Als ich dann heute meinen Briefkasten geleert habe, war da ein Schreiben vom Kanton Schwyz! „Nicht gut, gar nicht gut!“ durchzuckte es mich auf dem Weg zur Wohnungstüre. Im Umschlag dann dieses Dokument, ein „Übertretungsvorhalt“. Die Schweizer Bürokratie ist wirklich gut darin immer wieder schöne neue Worte zu erfinden!

Schweizer Bussgeldbescheid - Übertretungsvorhalt - Uebertretungsvorhalt
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Schaut man sich diesen Bußgeldbescheid (wie wir das nennen würden) in aller Ruhe an sieht man, dass ich unter Berücksichtigung des Messfehlers der Messeinrichtung ganze 3 km/h zu schnell war, also 53 statt 50 km/h – Hey Leute, das schaffe ich sogar mit dem Fahrrad! Diese schreckliche Straftat würden deutsche Radarmessgeräte gar nicht feststellen, denn es läge annähernd unterhalb der Messgenauigkeit.

Der Tachometer in meinem Auto endet bei 260 km/h – ein Geschwindigkeitsunterschied in Höhe von 3 km/h ist weniger als die Nadel des Tachometers breit ist – hallo?

Wenn Ihr in den Vergangenheit mal daran gedacht habt die Schweiz mit dem Auto oder Motorrad zu besuchen, lasst es lieber sein. Land und Leute sind zwar in der Regel wirklich großartig, aber für Auto- oder Motorradfahrer ist die Schweiz ein Polizeistaat der selbst die ehemalige DDR bei weitem in den Schatten stellt.

Update:

Mehrere Leser haben mir geschrieben ich solle den Titel des Artikels lieber ändern, damit daraus nicht noch eine Anklage wegen Amtsbeleidigung erwächst.  Nun ist es schön harmlos, aber eine Abzocke ist und bleibt es dennoch. Dies sieht man nicht zuletzt daran, dass die Kantonspolizei Schwyz ein Konto in bei der „Deutsche Postbank Karlsruhe“ unterhält auf das man seine „Buße“ zu zahlen hat. Irgendwie hätte ich Lust sie in Cent-Stücken zu bezahlen, das ist auch Geld und es ist legitim. Die Cent-Stück könnte man der Polizei direkt nach Schwyz „liefern“ lassen. Aber ich denke, ich werde die Buße bezahlen und versuchen es so schnell wie möglich zu vergessen. Es lohnt einfach nicht sich länger darüber zu ärgern. Bei der nächsten Reise fahren wir vielleicht lieber gleich weiter nach Italien…