Videos erstellen mit Final-Cut-Pro X

Vor ein paar Tagen habe ich an meinem iPad aus versehen etwas zu lange auf den Home-Button gedrückt und damit die Sprach-Assistentin SIRI aktiviert. Als ich SIRI spontan mit „OK Google“ begrüßt habe staunte ich nicht schlecht über ihre Antwort. Als nächstes habe ich SIRI dann gefragt was sie über PEGIDA weiß und sie hat nur Antworten gegeben die nichts mit PEGDIA zu tun hatten. Das fand ich wirklich witzig und habe daraufhin ganz spontan dieses kleine Video erstellt:

 

Nachdem es online war habe ich einige Zuschriften erhalten in denen Zuschauer mich fragten wie ich die Inhalte des iPads aufgenommen habe und wie ich es geschafft habe beide Tonspuren in dieser guten Qualität aufzunehmen. Um dies zu erklären gibt es jetzt eine kleines Making-of das auch einige Grundlagen der Video-Bearbeitung mit Apples Lösung für den Video-Schnitt enthält.

 

Meine ersten Gehversuche bei der Video-Bearbeitung habe mit MAGIX Video Deluxe gemacht. Aber dabei hat mich es mich immer gestört, dass diese Software so extrem mit Fehlern behaftet war und ständig abgestürzt ist. Immer wenn ich wieder auf eine neuere Version upgedatet habe ging das Spiel von vorne los. Ich kam mir nach einiger Zeit vor wie eine Versuchskaninchen, was wirklich nervig war. Mit den ersten Videos in 1080p machte dann mein eigentlich sehr guter DELL PC nicht mehr wirklich mit. Also habe ich diesen PC mit mehr Speicher und schnelleren Festplatten schrittweise aufgerüstet. Dazu musste ich die MAGIX Software mehrfach neu installieren und irgendwann nach drei oder vier Installationen kam dann die Meldung, dass meine Lizenz zu „meinem Schutz“ deaktiviert wurde und dass ich mich an den Support wenden solle.

Alle Versuche jemanden beim MAGIX Support zu erreichen schlugen fehl und so habe ich nach einigen Wochen ziemlich frustriert dieser Firma den Rücken gekehrt und zähneknirschend auf meinem MacBook Pro die Software Final Cut Pro X zum Preis von damals 179,- Euro gekauft. Diese Software kostet inzwischen 299,- Euro, ist also im Vergleich zur MAGIX Variante nicht preiswert. Aber man muss sehen, dass sich MAGIX jedes einzelne Update bezahlen lässt. Ich habe in den letzten Jahren alle Updates zu FCPX von Apple kostenlos erhalten, wirklich alle! Rechnet man alles zusammen, war FCPX damit billiger als Video DeLuxe von MAGIX.

Bevor Apple seine aktuelle OS-X Variante „Yosemite“ auf den Markt gebracht hat (übrigens auch ein kostenloses Update) war es übrigens gar nicht so einfach das aufzuzeichnen was man auf einem iPad gemacht hat. Ich wollte damals ein Video machen in dem ich vor der Kamera sitze und man das was ich auf dem iPad mache im Hintergrund sehen kann. Die Lösung war nicht weiter schwierig, ich habe mich vor den Fernseher gesetzt und via Airplay das Display meines iPADs auf den Fernseher hinter mir gespiegelt. Das sah dann so aus:

 

Später habe ich noch eine Hauppauge HD-PVR 2 gekauft um den HDMI Datenstream zwischen Apple-TV und Fernseher aufzeichnen zu können. Mit Yosemite ist dies inzwischen aber alles nicht mehr notwenig und meine Pläne einige APPs vorzustellen die ich auf dem iPad so richtig gut finde habe ich bislang immer vor mir hergeschoben und wegen mangelnder Freizeit noch nicht realisieren können. Aber vielleicht bald 🙂

Hier habe ich nun noch einige gut gemachte Videos zum für alle die sich in die Video-Bearbeitung mit Final-Cut-Pro X einarbeiten wollen.

 

Wer schon ein wenig fortgeschritten ist, der findet hier Infos wie man mit mehreren Kameras arbeitet und wie Farbkorrekturen in FCPX durchgeführt werden können.

 

Im folgenden Video geht es dann um Masken mit denen man Korrekturen nur auf einen Ausschnitt innerhalb eines Clips anwenden kann.

 

Im nächsten Video geht um darum wie man mit FCPX schöne Titel hinbekommt und welche Möglichkeiten es gibt.

 

Im letzten Video das ich Euch zeigen möchte geht es nun um den gepflegten Surround-Sound aus der eigenen „Hexenküche“.

 

USA 2014 – Wieder eine Reise ins Ungewisse Teil 1-4

Wer noch nie ein Video erstellt hat das knapp 30 Minuten dauert und halbwegs „Hand & Fuß“ hat, der wird kaum ermessen können wie viel Arbeit es bereitet eine vier Wochen dauernde abenteuerliche sehr freie Reise umfassend in einem Video zu dokumentieren. Eine Reportage zu erstellen die auch bei einer Spielzeit von mehr als 5 Minuten nicht langweilig wird, die viele Informationen transportiert, die mit gut verständlichem Ton daherkommt und bei der die Schnitte zum Rhythmus der Musik passen, das ist eine echte Herausforderung. Neben dem Bildmaterial das man natürlich während der Reise einsammeln muss, braucht es noch eine geeignete Ausstattung mit Computern, riesigen Festplatten, Mikrofonen und vor allem mit ZEIT mit ganz viel ZEIT. Tag für Tag wühlt man sich später durch viele tausend Fotos und hunderte von Gigabytes mit Video-Material, schreibt Texte, probiert GEMA-freie Musik aus, und ist einfach nur froh wenn man sein Video endlich veröffentlichen kann.

Mein aktuelles Video-Projekt sieht so aus wie im folgenden Screenshot. Wer diesen genau anschaut sieht sofort aus wie vielen kleinen Schnipseln der vierte Teil meiner USA-Reportage besteht. Dabei ist jeder kleine Schnipsel „handverlesen“, ich habe bei jedem Schnipsel über Anfang und Ende nachgedacht, überlegt ob es einen harten Schnitt oder eine weiche Überblendung geben soll. Ich habe Stunden damit verbracht nach Musik und Soundeffekten zu suchen. Und als die Musik und Video-Clips zusammen gefügt waren, habe ich an jedem Anfang eines Clips und jedem Ende versucht ihn so zu trimmen, dass er mit der untermalenden Musik harmoniert.

USA-2014 - Final-Cut-Pro-X

Es mich jetzt wieder einen Monat lang fast jeden freien Abend gekostet den vierten Teil von  „Wieder eine Reise ins Ungewisse zu erstellen“.

Das „Original“ von 2011

Als ich vor ein paar Jahren meinen Film „Reise ins Ungewisse“ erstellt habe, betrug der Zeitaufwand verteilt über 14 Tage hinweg etwa 160 Stunden. Ich konnte mir dies nur leisten, weil ich damals ziemlich erkältet daheim herumgesessen habe. Ich war nicht krank genug um nur im Bett zu liegen aber auch nicht gesund genug um zur Arbeit zu gehen. Also habe ich mit warm eingepackt mit viel heißem Tee an meinen Windows Computer gesetzt und mit der Arbeit an diesem Video begonnen. Damals habe ich noch MAGIX Video Deluxe benutzt. Diese Software hatte ich mir kurz zuvor offiziell gekauft und sie war mehr als fehlerhaft. Immer wieder ist sie ausgestiegen und fast täglich gab es Updates zum Download. Irgendwann lief es dann halbwegs stabil und dann gab es eine neue kostenpflichtige Version und das Leid begann von Neuem. Wer sich mit dem Schnitt längerer Videos in 1080p Qualität beschäftigt, bringt seinen Computer schnell an seine Grenzen. So habe ich meinen Windows-Computer mehrfach aufgerüstet und mit schnelleren größeren Festplatten bestückt. Nach einigen wenigen Installationen von MAGIX Video Deluxe verweigerte dann das Installationsprogramm seinen Dienst. Ich hatte die Software zu oft installiert und „zu meinem Schutz“ konnte ich sie nicht erneut installieren. FUCK, so ein Mist! Ich habe E-Mails an den MAGIX Support geschrieben die nicht beantwortet wurden, ich habe ausdauernd die Dudelmusik in der Warteschleife der MAGIX Hotline ertragen, aber beim Hersteller hat man sich nicht gerührt. Bis heute habe ich eine offiziell gekaufte Version von MAGIX Video Deluxe die ich nicht mehr installieren kann, zu „meinem eigenen Schutz“ wohlgemerkt!

Ungeachtet dessen schickt man mir von MAGIX regelmäßig Werbemails und nette Prospekte mit der Post. Alle drei Monate gibt es neuere schnellere und viel bessere Versionen von MAGIX Video Deluxe die nur noch für ein paar Tage zum Preis von 59,- Euro gekauft werden können. Schon zweimal habe ich einen dieser Prospekte mit der Post zurückgeschickt und in einem Begleitbrief darum gebeten, dass endlich irgend jemand meine offiziell gekaufte Lizenznummer freischaltet, damit ich diese Software wieder installieren kann. Aber es kam wie erwartet keine Antwort.

Letztlich habe ich dann für etwa 150 Euro via App-Store die Apple Software Final-Cut-Pro-X für mein MacBook Pro gekauft. Diese Videoschnittsystem läuft stabiler als MAGIX Video Deluxe es jemals tat und ich habe bislang ALLE, wirklich ALLE Updates kostenlos erhalten!!

MAGIX Video Deluxe ist daher für mich echt gestorben und ich bin mehr als enttäuscht, vom Support des Herstellers!

Ungeachtet dessen habe ich es geschafft mittels MAGIX Video Deluxe die „Mutter meiner Reisedokumentationen“ fertigzustellen

Von diesem Video habe ich später noch eine zweite Version erstellt, denn bei der ersten Variante  musste ich ständig husten weil ich so erkältet war. Immer wieder musste ich meine Moderation wiederholen bis es endlich halbwegs gut gepasst hat. Beide Versionen zusammen sind inzwischen mehr als 40.000 mal angeschaut worden und mir persönlich gefällt irgendwie die erste Fassung noch immer am Besten.

Vor diesem Hintergrund habe ich an praktisch jedem Tag den ich im Mai in den USA verbracht habe daran gedacht wie ich Fotos und Filmmaterial für eine neue, umfassendere und bessere Reisedokumentation erstellen kann. Meine Sandra hat oft mit dem Kopf geschüttelt, wenn ich mal wieder nachts unterwegs war statt einfach nur die Reise zu genießen. Aber ich war während der Reise wie ein „Getriebener“, der nicht ohne brauchbares Material heimkehren wollte. Schließlich habe ich diese Reise im wesentlichen unternommen um eine hoffentlich gut gemachte Reportage daraus entwicklen zu können. Ich habe für mehrere tausend Euro Foto-Equipment angeschafft, die gesamte Reise geplant und finanziert. Ich konnte einen Monat lang nicht arbeiten und damit auf keinen einzigen Cent verdienen. Da ich freiberuflich arbeite bekomme ich natürlich kein Urlaubsgeld und so schlägt jeder Reisetag doppelt hart zu Buche.

Umso frustrierender ist es dann, wenn man nach all der Arbeit ein neues Video endlich veröffentlichen kann und es schon nach nur EINER MINUTE eine negative Bewertung erhalten hat, es also noch nicht einmal angeschaut wurde! Manchmal ist es echt ärgerlich, dass bei YouTube jeder noch so kleine kleine Furz einfach voten kann wie er will und das vollständig anonym. Zugleich ist es frustrierend, wenn beispielsweise das Video aus dem Jahr 2011 rund 40.000 mal angeschaut wurde, aber nur 214 YouTube eine positive Bewertung abgegeben haben. Der Content ist kostenlos und unter Einsatz von viel Zeit und Mühe entstanden, doch im Jahr 2014 wird all das nicht mehr wertgeschätzt sondern einfach nur anonym konsumiert und dann wahrscheinlich gleich auch wieder vergessen…

Die Dokumentation USA 2014

Ungeachtet dessen habe ich beschlossen mich nicht frustrieren zu lassen und mit meinen Videos weiterzumachen. Ich tue dies für die Leser dieses BLOGs und zu einem großen Teil auch für mich selbst. So kann ich mich immer mal wieder vor dem Fernseher zurücklehnen und via Apple-TV oder über die eingebaute YouTube-App eines dieser Videos anschauen und die eine oder andere tolle Reise noch einmal erleben, das ist auch was wert 🙂

Hier sind nun die vier bislang fertig gestellten Teile in chronologischer Reihenfolge.

Fazit

Die Reise ist noch nicht zu Ende!! Als ich mit der Arbeit an Teil 1 begann dachte ich, dass ich mit zwei oder drei Teilen auskommen werde. Aber nun sieht es so aus, als wenn draus insgesamt FÜNF Folgen entstehen werden. Dort wo Teil 4 aufhört geht es noch eine ganze Woche weiter und dies werde ich im nächsten Jahr aufarbeiten und damit diese Serie abschließen. Als krönenden Abschluss habe ich mir noch einen kompletten „Directors-Cut“ vorgenommen. Dieser hat dann eine Laufzeit von rund 90 Minuten und ich bin sehr gespannt darauf ob ich das wirklich auf die Beine gestellt bekomme. Aber in ein paar Tagen geht es erstmal für vier Wochen nach Teneriffa, auf „MEINE INSEL“. Ich habe Urlaub echt nötig denn derzeit ist es mit dem Husten schon fast wieder so schlimm wie damals als ich meine allererste USA-Reportage erstellt habe. Aber die gute Luft auf Teneriffa sollte helfen das endlich auszukurieren.

Auch im letzten Dezember war ich eine ganze Weile auf Teneriffa und ich habe dort auch sehr viel gefilmt und fotografiert. Wegen der Arbeit an „Wieder eine Reise ins Ungewisse“ habe ich es ein ganzes Jahr lang nicht geschafft aus diesem Material ein Video zu erstellen. Aber vielleicht gibt es zu Ostern dann ein „Kombi-Paket mit dem Filmmaterial aus zwei Jahren, schauen wir mal…

Was rockt mich im Herbst?

In den letzten Wochen hatte ich nicht viel Zeit für lange neue Artikel. Das lag zum größten Teil an den sehr aufwendigen und langwierigen Arbeiten zu meinen neuen Videos. Besonders die drei letzten USA-Videos haben mich mehrere hundert Stunden meiner abendlichen Freizeit gekostet.

Daher gibt es heute nicht viel Text sondern einfach nur ein paar Links zu meinen aktuellen YouTube Videos. Ich würde mich sehr freuen dazu den einen oder anderen „Daumen hoch“ von Euch zu erhalten. Konstruktive Kritik und Anregungen wie es besser geht sind natürlich jederzeit ganz ausdrücklich willkommen.

Wer nicht weiß wie er einen „Daumen hoch“ abgeben kann, dazu benötigt man einen kostenlosen YouTube-Account. Man hat dadurch keinerlei Verpflichtungen und muss selbst keine Videos einstellen usw. Aber man kann eben bewerten, kommentieren, Playlisten anlegen und sehr einfach mit den Machern der Videos in Kontakt treten.

Okay, starten wir in umgekehrter chronologischer Reihenfolge….

In den letzten Tagen war endlich das Wetter mal so, dass man wieder mit Freude Motorrad fahren konnte. Weil ich seit ein paar Tagen drei kleine Objektive für meinen iPOD Touch habe, kam es mir in den Sinn ein Video mit Tipps für Biker zu machen. Einige der Tipps passen natürlich auch für andere Arten der „sportlichen Fortbewegung“ 🙂

Die Zubehörartikel aus dem Video gibt es hier

Hier habe ich ein Video das mit ganz großen Spaß bereitet. Es ist vor ein paar Wochen an einem Montag entstanden den ich gemeinsam mit meinem Freund Mirko in der Luft verbringen durfte. Ein paar Tage zuvor haben wir ein kleines Interview aufgezeichnet.

Als mein Auto vor ein paar Tagen wegen einer Rückrufaktion in die Werkstatt musste, hatte ich Gelegenheit zwei Tage lang einen Mercedes GLA-250 auszuprobieren. Ein sehr schönes Auto!!

Hier nur nun die inzwischen fertig gestellten Teile 1-3 meiner Reportage zur USA-Reise im May 2014:

RODE SmartLAV – Audiorecording mit dem Smartphone

 

Nach meinem Interview mit Mirko Mochetti haben einige meiner Leser per E-Mail darum gebeten nochmals kurz zu erklären wie ich die beiden separaten Tonspuren während des Interviews aufgenommen habe. Nun könnte ich dazu ein langes Video erstellen, aber es gibt ja nichts was es nicht schon gibt. Wer bei YouTube ein wenig sucht, der findet sehr schnell den Kanal des Mikrofon-Herstellers RODE und dort gibt es viele kurze Videos in denen kurz und bündig erklärt wird, wie man das kleine RODE SmartLAV in Verbindung mit einem Smartphone benutzt.

Das erste Video gibt einen recht guten Überblick zum Handling dieses Ansteckmikrofons und der zugehörigen Software.

 

Bei meinem Interview mit Mirko Mochetti ich habe ich einen iPod Touch 5g und ein HTC One M7 verwendet. Für die Aufzeichnung habe ich die Software iRIG RECORDER benutzt, die es sowohl für iOS als auch for Android gibt. Bei der Synchronisierung der Tonspuren musste ich dann feststellen, dass die Tonspuren eine sehr unterschiedliche Klangcharakteristik haben. Wer es nicht weiß, der merkt es vielleicht nicht, aber wer jetzt mein Interview mit Mirko Mochetti nochmals genau anhöret, der wird bemerken, dass die Tonspur die Mirko mit dem iPOD aufgenommen hat einfach besser klingt. Bei den nächsten Interviews werde ich die kostenpflichtige APP des Herstellers RODE verwenden. Dieses APP hat den großen Vorteil, dass man das Display abschalten kann und der Ton weiterhin aufgenommen wird. Dies ist sehr wichtig, damit man beim Einstecken des Aufnahmegerätes in Hemd oder Hosentasche die Aufnahme nicht versehentlich abbricht.

Um Unterschiede bei der Klangcharakteristik künftig zu vermeiden, habe ich mir in der letzten Woche einen zweiten iPOD Touch 5g gekauft – Nobel geht die Welt zugrunde… Das nächste Video ist etwas länger und hier gehen die Macher auch etwas auf den Video-Schnitt ein. Aber gerade hier ist noch unendlich viel Potential für bessere Tonspuren. Aber es ist ja auch nur ein einfaches Intro!

 

Wer mit mehr als einem RODE SmartLAV arbeitet und vielleicht auch noch die Tonspur aus einer Kamera behalten möchte, der sollte in Final-Cut-Pro-X ein so genannten „Multicam Editing“ durchführen. Dazu markiert man nach dem Import die Video-Clips die zusammen gehören und klickt einen der Clips mit der rechten Maustaste an. Es öffnet sich ein Kontext-Menü in dem man „Neuer Multicam-Clip…“. Nachdem man einen Namen vergeben hat wird der Clip erstellt und man kann ihn in die TimeLine seines Videos ziehen. Dort kann man den Clip dann bearbeiten, bis alle Tonspuren so sind wie man es sich vorstellt.

Wer sein Projekt als Surround-Projekt anlegt, der hat die Möglichkeit die einzelnen Stimmen frei im virtuellen Raum anordnen zu können.

Surround-Sound-Project

Multicam-Editing

 

Wer den ersten Screenshot ganz genau anschaut der sieht, dass dort von einer 48 kHz Samplingrate ausgegangen wird. Dies ist die beste Audio-Qualität die sich mit der RODE APP auf dem Smartphone oder iPOD erzielen lässt und diese Qualität sollte man auch einstellen! Während der Aufnahme sollten Blue-Tooth und WLAN übrigens ausgeschaltet sein. Wer ein Smartphone benutzt, der sollte es besser vor der Aufnahme in den Flugmodus bringen.

Noch ein kurzer Tipp: In einem solchen Mix sollte man WAV-Dateien verwenden weil diese eine feste Bitrate haben und sich damit praktisch keine Timing-Probleme ergeben. In der Vergangenheit habe ich schon mehrfach eine separate Tonspur im MP3-Format aufgenommen, die nach einigen Minuten nicht mehr vollständig synchron zum Bild lief. Solche Probleme kann man durch Nutzung des WAV-Formates weitgehend vermeiden.

Hier habe ich noch ein ganz nett gemachtes Review zum RODE SmartLAV:

 

Das RODE SmartLAV gibt es aktuell sehr günstig bei amazon.de zu kaufen:

 

Abgehoben – Teil 1 – Leica Nocticron

Die Sensoren von Micro-Four-Thirds Kameras (MFT) haben nur 1/4 der Fläche eines Sensors wie man in bspw. von der Nikon D800 kennt. Damit ist die Diagonale der Sensoren nur halb so groß wie bei einem FX-Sensor und dementsprechend beträgt der Verlängerungsfaktor (Crop-Faktor) den Wert 2,0. Während man mit einer FX Kamera und einem 1,4/85mm Objektiv Portraits mit ganz bezaubernder Hintergrundunschärfe (Bokeh) aufzunehmen vermag, sieht es bei den MFT ein wenig anders aus. Bei gleichem Blickwinkel sind hier nur 42,5mm notwendig und dementsprechend ist die Schärfentiefe größer und andererseits die Hintergrundunschärfe geringer. Das ist einer der Gründe warum viele Profis in der Vergangenheit die Arbeit mit MFT-Kameras besonders im Portrait-Bereich eher belächelt oder gar vollständig abgelehnt haben.

Wer mit einer MFT-Kamera seine Motive vom Hintergrund abheben will steht zusätzlich vor dem Problem, dass praktisch jedes Kameramodell mit einem relativ lichtschwachen Zoom-Objektiv ausgliefert wird. Meist sind diese Objektive in der längsten Brennweite für ein Portrait geeignet aber oft beträgt die Lichtstärke dann nur noch F/5,6 und man erzielt ein Bokeh wie man es bei einer FX-Kamera etwa bei Blende 8 erhalten würde.

Über diesen „Nachteil“ gegenüber dem oft so vollmundig gepriesenen FX- oder auch „Vollformat“ wird seit es MFT Kameras gibt in allen nur denkbaren Formen vortrefflich gestritten. Seit Januar 2014 ist nun mit dem Panasonic/Leica Nocticron 1,2/42,5mm ein Objektiv verfügbar das eine MFT-Kamera auf eine völlig neues Niveau zu heben vermag. Dieses Objektiv wird von Panasonic gefertigt und wurde in Zusammenarbeit mit Leica entwickelt. Es ist mit ca. 1.500 Euro sehr teuer und mit satten 425 Gramm auch relativ schwer. An einer zierlichen Kamera wie bspw. einer Olympus OM-D EM-10 wirkt dieses große Objektiv je nach Sichtweise irgendwie deplatziert, oder eben extrem cool.

Weil der Rummel um dieses Objektiv wirklich groß war und es auf Reisen ständig echten Stress mit dem Gewicht meiner Fotoausrüstung gibt, habe ich mir das Nocticron vor einigen Wochen beim City Foto Center Bonn bestellt. Nach den ersten Testbildern mit meiner Olympus OM-D E-M1 war ich wirklich begeistert von der optischen Qualität dieser sehr modernen Konstruktion. Bereits bei Blende 1,2 liefert diese Linse perfekt scharfe Portraits. Um die gleiche Abbildungsleistung zu erzielen, müsste ich mein Nikon AF-D 1,4/85mm etwa auf Blende 2,8 abblenden. Die erzielbare Hintergrundunschärfe wäre in diesem Fall weitgehend identisch.

Sehr cool ist auch die Möglichkeit vieler MFT-Kameras, den Autofokus via Geschichtserkennung so einzustellen, dass wahlweise das linke, rechte oder eben beide Augen eines als Gesicht erkannten Motivs korrekt fokussiert werden. Dies funktioniert in der Praxis wirklich ganz außergewöhnlich gut und die Trefferquote mit dem Nocticron und bspw. der Olympus OM-D E-M1 ist ganz beachtlich.

Hier habe ich einige Test-Portraits die ich mit dem Nocticron aufgenommen habe. Wer die EXIF-Daten anschauen möchte, kann die Bilder anklicken und dann via flickr.com alle EXIF-Details einsehen.

Nocticron Test Shot #1 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #2 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #3 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Nocticron Test Shot #6 - Olympus OM-D E-M10 & Panasonic Leica Noctricon 1,2/42,5mm

Wie schon im letzten Artikel erwähnt, konnte ich am Montag ein kurzes Interview mit Mirko Mochetti im Hangar des Flugfeldes Mönchsheide bei Bad Breisig führen. Für dieses Interview habe ich die Panasonic GH3 und das Nocticron 1,2/42,5mm verwendet. Um den Blickwinkel noch enger zu fassen habe ich zusätzlich den „digitalen Teleconverter“ der GH3 eingeschaltet. So konnte die Kamera recht weit entfernt im großen Hangar stehen und im Verlaufe des Gesprächs hat mein Gesprächspartner dann auch fast vergessen, dass wir eigentlich gefilmt werden. Die anfangs deutlich spürbare Unsicherheit ist dadurch schnell verflogen was sehr zur Qualität des Interviews beiträgt.

Für die Tonaufnahme habe ich zwei RODE SmartLAV Ansteckmikrofone verwendet. Auf der GH3 war zusätzlich das RODE VideoMIC montiert. Meine Tonspur habe ich mit meiner HTC ONE M7 und Mirkos Tonspur mit einem Apple iPod Touch 5g aufgezeichnet. Die verwendete Software war iRIG Recorder für Android, bzw. iOS. Beim Surround-Mix habe ich unsere beiden Mono-Tonspuren jeweils weit vorne links und rechts im virtuellen 5.1 Raum angeordnet. Die von der Kamera aufgezeichnete Mono-Tonspur habe ich etwa in die hintere Mitte des virtuellen 5.1 Raumes gelegt, da hier viel Hall und Umgebungsgeräusche zu hören sind. Im Ergebnis klingt das Ergebnis auf meiner 5.1 Heimkinoanlage recht natürlich. Schaut man das Video bspw. via Apple-TV und YouTube an, so kann man es im Surround-Modus wiedergeben.

Wer Ton und Bilder separat auszeichnet steht natürlich vor der Herausforderung, Bild und Ton zu synchronisieren. Ein weiteres Problem ist zuweilen die Samplingrate der Tonspuren. Während fast alle Kameras ihre Tonspur mit 48kHz aufnehmen, beherrschen viele Handy-Lösungen nur maximal 44,1kHz. Hier sollte man ggfs. die Tonspuren zunächst auf die gleiche Sampling-Rate bringen. Wer seine Videos mit Apples Final-Cut-Pro-X (FCPX) schneidet, muss nichts weiter tun, die Software konvertiert alles so, dass es passt. Dabei bleiben 10s Tonspur, ganz gleich mit welcher Samling-Rate sie aufgezeichnet wurden, immer 10s lang!

Vor dem eigentlichen Schnitt importiert man Ton und Bild in sein Projekt, markiert das was zusammengehört und wählt „Multi-Cam-Clip erstellen“ aus. Diesen Clip kann man dann in einem speziellen Editior bearbeiten. Hier erfolgt der wichtigste aller Arbeitsschritte, die Synchronisation der Ton- und Videospuren! Wer keinen Timecode aufzeichnen kann, der hat die Möglichkeit hier über die Tonspuren zu synchronisieren. Sind Kameraton und die Aufzeichnungen der Ansteckmikrofone ähnlich laut und klar zu hören, so klappt es meist mit der automatischen Synchronisierung sehr gut. In unserem Fall stand aber die Kamera sehr weit weg und unsere Stimmen haben sich kaum von den Umgebungsgeräuschen abgehoben.

Multi-Cam-Editing

In solchen Fällen ist es extrem hilfreich, wenn man zu Beginn der Aufzeichnung eine Klappe benutzt. Wenn man so etwas nicht hat, reicht es völlig sich zu zweit direkt vor die Kamera zu stellen und einen Satz zu sagen wie „Interview mit Mirko – Take 1 – Die Aufnahme startet in 3-2-1 KLATSCH“. Das Klatsch spricht man natürlich nicht aus sondern klatscht so in die Hände, dass die Kamera dies „sieht“ und die Mikros es „hören“. Im Multi-Cam-Editor hat man dann eine klar definierte Spitze die man für eine sehr präzise manuelle Synchronisation verwenden kann.

Wer es ganz gut machen will, der tut das Gleiche nochmals bevor er die Aufnahme beendet. So kann man sicherstellen, dass die Tonspuren zum Ende hin nicht auseinander driften. Man man es richtig, so ist alles perfekt lippensynchron! Ist alles synchronisiert, so korrigiert man die Pegel so, dass das Lautstärkeverhältnis aller Tonspuren zusammenpasst. Über Plugins wie Compressor und Limiter kann man Übersteuerungen vermeiden und die Grundlautstärke anheben. Mit dem Equalizer läßt sich die für die Sprachverständlichkeit wichtigen Frequenzen bei ca. 2kHz etwas anheben, so dass sich Stimmen besser von Umgebungsgeräuschen abheben. Wer es ganz gut machen will, der senkt entsprechend diese Frequenzen in den Tonspuren mit Umgebungsgeräuschen ab. Wer sein Werk mit Musik untermalen möchte, der kann mittels des Equalizers bei ca. 1kHz – 4kHz eine „Delle“ in das Frequenzband der Musik einfügen und so die Sprachverständlichkeit steigern. Nicht vergessen sollte man die Positionierung der einzelnen Tonspuren im virtuellen Surround-Raum!

Ist das alles erledigt, kann man den Multi-Cam-Clip in die Timeline ziehen, Versprecher und Störungen wegschneiden, Titel ergänzen und die eine oder andere erklärende Video-Sequenz hinzufügen.

Fazit

Vom Ergebnis bin ich wirklich sehr angetan. Die Hintergrundunschärfe im Video sieht aus wie bei einer „erwachsenen“ Video-Kamera und auch die Synchronisierung der Tonspuren ist recht gut gelungen. Das Nocticron ist zwar kein ganz billiger Spaß, aber meiner Meinung nach ist dieses Objektiv sein Geld wirklich wert. Allerdings sollte man nicht verschweigen, dass man mit dem Olympus 1,8/45mm zum Kampfpreis von ca. 275,- Euro eine recht ähnliche Bildqualität erzielen kann. Hier muss jeder abwägen wie viel Bokeh er braucht und was er dafür auszugeben bereit ist. Nicht vergessen sollte man auch das vergleichsweise hohe Gewicht des Nocticron. Das Olympus 1,8/45mm wiegt nur einen Bruchteil dieser „Edel-Linse“!

Mir hat das Interview wirklich ganz großen Spaß gemacht und ich freue mich darauf mit diesem Setup weitere Gespräche mit interessanten Menschen führen zu dürfen. Wenn jemand unter Euch eine gute Geschichte zu erzählen hat oder ein ungewöhnliches Hobby betreibt, so freue ich mich über eine kurze „Wortmeldung“. Vielleicht ist er ja schon bald im nächsten Interview zu sehen und zu hören!