Windows 8N – Media Player nachträglich installieren

In einem meiner letzten Artikel habe ich für Euch beschrieben wie Ihr sehr preiswert von Windows XP, Windows Vista oder Windows 7 auf das neue Windows 8N Professional umsteigen könnt. Leider musste ich nach diesem Umstieg feststellen, dass die Mehrzahl der neuen Apps die eigentlich für das neue Microsoft Surface gedacht sind nicht funktionieren weil in meiner Version von Windows 8 der Microsoft Media Player fehlt. Normalerweise sollte das kein Problem sein, wer braucht den schon wo es doch so viele gute Alternativen gibt. Aber weit gefehlt, ohne den Media Player geht unter Windows 8 fast gar nichts oder besser gesagt, ohne das was er an Softwarekomponenten „mitbringt“.

Versucht man beispielsweise einen Windows Leistungsindex zu ermitteln, so bekommt man diese Fehlermeldung zu sehen:

Windows8-Multimedia-Unterstützung-fehlt

Über die Ursache kann ich nur spekulieren, aber auch vermute, dass es mit fehlenden Direct-X Komponenten zusammen hängt. Der Versuch auf dem „normalen“ Weg über die Windows 8 Produktseite die Windows Media-Komponenten nachträglich zu installieren schlug auch immer wieder mit dieser Meldung fehl.

Eigenständiges Windows Update-Installationsprogramm

Die Windows Live-Essentials ließen sich problemlos installieren und auch das sehr brauchbare E-Mailprogramm funktioniert auf Anhieb. Aber bereits die Fotogalerie der Live Essentials liefert diese Fehlermeldung:

WLXPhotoLibraryMain

So ist doch letztlich der Media Player ein integraler Bestandteil des Betriebssystems ohne den eigentlich nichts geht. Bei meinen verschiedenen Versuchen ihn zum Laufen zu bringen, ist dann mein wunderbares neues Windows 8N Professional gleich mehrfach komplett zusammen gebrochen. Nach dem Neustart sieht das dann so aus:

Windows8-Crash

Meine „Rettung“ war dann letztlich ein kurzes Gespräch mit einem Arbeitskollegen (Danke Clemens!). Für die Windows 8N braucht man eine spezielles Media Feature Pack. Dieses findet Ihr hier und so sieht das dann aus:

;

Media Feature Pack für die N- und KN-Versionen - Download

Der Download ist mit knapp 80MB überraschend klein. Und bei diesem Anlauf funktioniert das Installationsprogramm dann sogar wie erhofft…

Media Feature Pack für die N- und KN-Versionen

Media Feature Pack für die N- und KN-Versionen - Setup

Media Feature Pack für die N- und KN-Versionen - Setup completed

Nach dem Neustart ist dann der Windows Media Player verfügbar – Endlich!!!

MediaPlayer-Ready

Nun lässt sich auch der Windows Leistungsindex ermitteln. Er fällt mit 4,9 auf den ersten Blick nicht sehr hoch aus. Aber man muss auch sehen, dass ich dieser „Test-PC“ ein inzwischen 3 Jahre alter ACER Aspire X1700 ist den es mal im MediaMarkt samt Monitor und Zubehör für etwa 800 Euro gab! Schaut man sich die Prozessorleistung an, so ist er mit Faktor 7,1 gar nicht so verkehrt. Die primäre Festplatte könnte etwas schneller sein, aber auch hier wäre ein einfaches Update möglich. Via amazon.de kann man einen speziellen Einbaurahmen beziehen. Dieser hat das Format einer normalen 3,5″ Festplatte kann aber zwei Notebook Festplatten im Format 2,5″ aufnehmen. Hier könnte man also eine relativ preiswerte 128GB große pfeilschnelle SSD einbauen und ihr eine preiswerte 1000GB große Notebook-Festplatte beiseite stellen. Damit hätte man mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Dieses kleine „RAID“ wäre irre schnell und hätte trotzdem ausreichend viel Speicherplatz und würde nebenbei weniger Strom verbrauchen und damit auch weniger Hitze erzeugen.

Leistungsinformationen

Nach der erfolgreichen Installation des Microsoft Media Players musste ich dann aber feststellen, dass alle schönen neuen „Apps“ plötzlich nicht mehr funktionierten. In meiner Freeware Erweiterung „Classic Shell“ sah das dann so aus. Um zu testen woran es liegt habe ich Skype und Tuba.FM mal neu installiert und mit Microsoft Visual Studio 2012 eine kleine WinRT App erstellt. Alles lief prima, sogar Skype funktioniert jetzt!! Aber weder die BING Maps noch die BING Wetter-App funktionierten noch. Warum, das wissen sicher nur die Microsoft Götter…

Windows8-Apps-Confused

Da hilft nur eines, weg mit dem ganzen Schrott. Frisch gesäubert sieht das dann etwa so aus…

Windows-8-Cleanup

Im Microsoft App-Store findet man inzwischen die ersten brauchbaren neuen Apps. Die Installation ist einfach und zumeist sogar völlig kostenlos. Nach etwa 15 Minuten kann der neue Desktop dann etwas so aussehen. Die kleinen quadratischen Kacheln sind „echte Anwendungen“ die nachdem Start so aussehen wie man sie von Windows 7 bereits kennt.

Windows-8-Ready

Im Menü von „Classic Shell“ liest sich das dann etwa so.

Classic-Shell-WinRT-Programs

Mein Fazit

Wenn man nicht weiß was einen erwartet, so sind die paar gesparten Euros die langwierige Fummelei nicht wert. Für 29,99 Euro bekommt man derzeit eine vollständige (Upgrade-) Version von Windows 8 Professional. Hier ist der Microsoft Media Player enthalten und man kann sich mit dieser Version viel Kopfzerbrechen ersparen.

Ich habe es mir nicht erspart und das ist auch gut so. Mir geht es gar nicht um die paar gesparten Euros, aber ich habe wieder viel dazu gelernt und dieser neuerliche „Selbstversuch“ hat mir jetzt den Stoff für diesen Artikel geliefert. Und alle die in die gleiche Falle treten wie ich sind jetzt vielleicht froh, dass sie hier nachlesen können was zu tun ist.

Wem dieser Artikel geholfen hat, der möge mir doch bitte einen kurzen Kommentar hinterlassen :-

Obama und Romney sprechen schwäbisch

Heute wird der neue oder alte Präsident der größten und vielleicht wichtigsten Demokratie der Welt gewählt. Das ist ein durchaus ernstes Thema und es betrifft unser Leben vielleicht mehr als wir es heute für möglich halten. Da ist es gut zu wissen, dass wir es hier mit zwei Politikern zu tun haben welche die Volksnähe zu pflegen wissen, die schwäbische Volksnähe natürlich!

Update am 07.11.2012

OBAMA MADE IT

Windows 8 – Umsteigen von Windows 7

Seit einigen Tagen lieferbar und bereits mehrere Millionen Downloads, so hat man sich bei Microsoft den Start von Windows 8 gewünscht. Doch nach der Euphorie stellt sich bei vielen Nutzern zumindest „Verwunderung“ ein. Grundsätzlich läuft das neue Windows schnell und stabil, aber lieb gewonnene aus den Zeiten von Windows 7 fehlen vielerorts. Der „Spitzenreiter“ auf der Liste der „Fehlenden Features“ ist das Startmenü von Windows 7. Seit Windows 95 hat es alle tapferen Windows-Nutzer begleitet und jetzt soll es weg sein, für immer? Für die Bedienung mit den Fingern ist es nicht vollkommen und geeignet aber wird Windows 8 auf einem Desktop PC mit einer Maus oder einem Touchpad, so ist das gute alte Startmenü auch im Jahr 2012 noch ganz praktisch.

Die gute Nachricht, es gibt ein kleines kostenloses Programm mit dem schönen Namen „Classic Shell“. Nach einer kurzen Google-Suche findet man dieses Programm beispielsweise beim Heise-Verlag oder bei der Online-Präsenz der Chip.

Download und Installation sind verblüffend einfach, es braucht nicht einmal einen Neustart und schon hat man auch unter Windows 7 ein Startmenü wie man es von Windows 7 gewohnt ist.

Nach dem Download startet das Installationsprogramm.

Nach der Installation wird noch die gewünschte Sprache gewählt und schon kann man die vielfältigen Optionen ausprobieren.

Als nächstes geht es an die Installation der „lieb gewonnenen“ und gekauften Programme. Sehr praktisch ist es hier, dass beispielsweise der Hersteller MAGIX auf der Basis eines Kundenkontos den Download der gekauften Software jederzeit möglich macht. Natürlich gibt es auch die passenden Lizenzschlüssel dazu.

In der Windows 8 Systemsteuerung findet man das Panel Standardprogramme festlegen. Hier kann man sehr einfach sein Windows so einrichten wie man es mag. Wer keinen Wert auf APPs legt die für die Bedienung mit den Fingern gedacht sind, der kann hier kostenlose Tools wie den VLC-MediaPlayer und vieles mehr so verknüpfen, dass bei einem Doppelklick im Windows-Explorer (jawohl, den gibt es noch) das Programm startet, das man gewohnt ist.

Mein Fazit

Man sollte dem neuen Windows eine Chance geben. Aktuell ist es via Upgrade-Offer deutlich unter 20 Euro erhältlich, sofern man bereits ein korrekt lizenziertes Windows XP, Windows Vista oder Windows 7 hat. Es läuft schnell und stabil und mit ein wenig „Nacharbeit“ lässt es sich so konfigurieren, dass man kaum einen Unterschied zum lieb gewonnenen Windows 7 bemerken wird.

Nikon D7000 – Review Nikkor 10-24mm DX

Heute will ich gar nicht viel schreiben, das habe ich ja gestern schon getan 🙂 Heute habe ich für Euch ein knapp 9 Minuten langes Video das einer meiner treuesten Leser für Euch erstellt hat. Also denn, gebt dem jungen Nicolas eine Chance und schaut Euch mal sein Video zur Nikon D7000 und dem ziemlich guten Nikon 10-24mm Weitwinkel-Zoom an.

Über Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge freuen sich alle BLOGGER und YouTuber. Vergesst also nicht das Video kurz zu bewerten und vielleicht einen Kommentar zu hinterlassen. Nicolas wird sich sicher sehr darüber freuen 🙂

Manipulation in der Fotografie Pro & Contra

Wo sind die Grenzen der Manipulation von Fotografien?

Dieses Thema erregt die Gemüter der internationalen Fotografengemeinde wie kein Anderes. Bei vielen Fotowettbewerben müssen inzwischen neben einem Print im Format von ca. 20x30cm auch die zugehörigen RAW-Dateien eingereicht werden. Die Juroren erhoffen sich davon die Möglichkeit Manipulationen erkennen und ausschließen zu können. Aber wo fängt eine unerlaubte Manipulation an und wo hört sie auf? Ist die Verwendung eines Polarisationsfilters nicht schon eine Manipulation dessen was das „Auge sah“? Oder die Verwendung eines Fuji Velvia 50 statt eines neutralen Provia? Darf man den Himmel mit einem Grauverlaufsfilter abdunkeln, weil der Chip der digitalen Kamera den Tonwertumfang ansonsten nicht einzufangen vermag?

Was ist erlaubt, was nicht? Ein heikles Thema in dem es die „Reine Wahrheit“ nicht zu geben scheint.

So wurde vor einigen Tagen bei einem renommierten Fotowettbewerb ein Foto eingereicht, das wenig später als „manipuliert“ entlarvt und daher disqualifiziert wurde.  So sah das aus…

Schaut man sich diese sehr stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Fotografie an so fällt auf, dass die Schatten der Boote im Vordergrund das Ergebnis eines Sonnenstandes sein müssten, bei dem die Sonne ganz rechts außerhalb des Bildes stand. Doch das Bild zeigt einen bedrohlich verhangenen Wolkenhimmel bei dem der „helle Kegel“ in der Bildmitte zu sehen ist. Wie kann diese Lichtsituation einen derartigen Schattenwurf ergeben? Offenbar scheint es sich um eine Manipulation zu handeln. Dies erkannten die Juroren leider zu spät, was ihr Fachwissen und das Auswahlverfahren in keinem „guten Licht“ erscheinen lässt.

Nachdem dieses Bild disqualifiziert wurde, hat sich die Jury überlegt ein anderes Bild zum Gewinner des Fotowettbewerbs zu ernennen und zwar dieses Bild hier:

Hier scheint nun alles „echt“ zu sein, aber ist diese Fotografie ein echtes „Siegerbild“ in einem Wettbewerb mit dem Thema „Landschaftsfotografie“?

Der disqualifizierte Fotograf bezog in einer E-Mail Stellung zu seinem Bild. Er gab zu die Regularien des Wettbewerbs nicht gelesen zu haben und dass er sich keine Gedanken gemacht hat, als er den bedrohlichen Wolkenhimmel in seinem Foto ergänzt hat.

Ich selbst lese seit vielen Jahren mit Begeisterung die „GEO für Fotografen“, die Zeitschrift NaturFoto die im Teckleborg Verlag erscheint. In der letzten Ausgabe der NaturFoto gab es einige Bilder aus dem preisgekrönten Norwegen-Portfolio des Fotografen Radomir Jakubowski zu sehen. Die Webseite dieses Fotografen findet Ihr hier: www.naturfotocamp.de

Schaut man sich das preisgekrönte Portfolio durch, so findet man großartige Bilder wie dieses hier:

Um zurück zum Ausgangsthema zu kommen fragen wir uns jetzt „Ist dieses Foto echt?“ Na schauen wir doch mal nach, ist ja nicht so schwer… Was sehen wir, das Bild zeigt einen sehr stimmungsvollen Sonnenaufgang in einem verschneiten Nationalpark in Norwegen. Der Schnee ist unberührt, der Himmel ist tiefblau und die ersten Strahlen der Sonne lassen die weiß verschneiten Berge im Hintergrund rötlich aufleuchten während der Rest der Szenerie noch in das blaue Licht des Morgens getaucht ist.

Ist das „echt“? Wer schon einmal eine solche Szenerie erlebt hat, der wird jetzt sagen: „Klar das ist echt!“ Und dieser Haltung würde ich mich anschließen. Ein Indiz ist auch die perfekte Spiegelung der Szenerie in der Oberfläche des teilweise zu gefrorenen Sees.

Aber schauen wir und mal den Himmel an. In der Mitte zeigt sich etwas weniger Cyan als an den Rändern. Entweder hat der Fotograf hier einen Polarisationsfilter verwendet oder die seitlichen Teile des Himmels mit einer Software wie bspw. Nikon Capture NX in Verbindung mit zwei U-Points (Farbkontrollpunkte) leicht nachbearbeitet.

Ist das legitim? Ich denke JA!

EDIT vom 18.11.2012

Der Urheber und Fotograf Radomir Jabukowski hat sich heute weiter unten zu diesem Bild geäußert. Die RAW-Datei des Bildes wurde von der Jury des  Fritz Poelking Preises der GDT für echt befunden. Es wurden also keine U-Points oder ähnliches bei der RAW-Konvertierung verwendet. Ob ein Polfilter im Spiel war oder nicht, halte ich für nicht maßgeblich, an der RAW-Datei könnte man es ohnehin nicht nachweisen und seine Erläuterung klingt in meinen Ohren sehr logisch. Ich will hier keinesfalls den Eindruck erwecken als hätte der Urheber dieses Bildes hier „geschummelt“. Wahrscheinlich ist meine Wortwahl nicht wirklich elegant.

<- End Edit ->

Das Bild entstand in einem Nationalpark. Wer sich schon in Nationalparks bewegt hat der weiß, auch dort stören immer mal wieder Hochspannungsmasten die Szenerie. Angenommen am Horizont hätte einer dieser Masten gestanden und er wäre vom Fotografen entfernt worden, wäre das legitim? Ich denke JA! Und spätestens jetzt beginnen sich die Geister zu scheiden. Die Szenerie ist malerisch, aber kein Fotograf könnte sich dagegen wehren, dass dort Strommasten aufgestellt werden. Damit wäre diese traumhafte Location bei Einhaltung strikter „Ethikregeln“ für weitere ernsthafte Fotografien dauerhaft zerstört, ein No-Go für „seriöse“ Fotowettbewerbe.

Damit würde man dieser Location unrecht tun und daher denke ich, dass es erlaubt sein sollte kleine störende „Anzeichen der Zivilisation“ nachträglich zu entfernen.

Schauen wir uns den Schnee im Vordergrund an. Was wenn ein noch früher aufgestandener Fotograf hier seine Fußspuren im Schnee hinterlassen hätte? Wäre es legitim gewesen diese zu entfernen? Hier ist meine Antwort ein klares „JEIN“ 🙂

Wären hier die Spuren eines Hasen zu sehen, so könnte man sie mit gutem Gewissen im Bild belassen, es würde das Foto vielleicht sogar aufwerten. Wären es jedoch die wenigen Minuten alten Spuren eines Menschen, so müsste sich ein wirklich ernsthafter Fotograf um einen etwas anderen Standort bemühen, hätte er das Ziel mit einem solchen Foto an einem Wettbewerb teilzunehmen. Eine Alternative wäre auch, am nächsten Tag zurück zu kehren und auf gutes Wetter und „makellosen“ Schnee zu hoffen.

Ich denke ein Fotograf wie Fritz Pölking hätte nichts digital entfernt, sondern sein Foto an anderer Stelle oder zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen.

Was denkt Ihr über meine „10 Gebote“ – was ist legitim, was nicht?

  1. Verwendung von Filtern (JA)
  2. Veränderung der Szenerie durch Bewegungsunschärfen (JA)
  3. Beeinflussung von Farben durch Filmmaterial (JA)
  4. Veränderung des Bildeindrucks durch eine ungewöhnliche Perspektive (JA)
  5. Veränderungen durch Nutzung von Shift/Tilt-Objektiven (JA)
  6. Veränderung der Proportionen durch die Wahl langer oder kurzer Brennweiten (JA)
  7. Entfernen störender Details wie Vögeln am Himmel (JEIN)
  8. Entfernen störender Details wie Hochspannungsmasten (JEIN)
  9. Austausch eines langweiligen Himmels oder anderer wichtiger Bildelemente (NEIN)
  10. Entfernen störender Spuren der Zivilisation, Autos, Häuser, Straßen (NEIN)

Warum Ja, warum Nein?

Zu „Gebot 7“ denke ich, dass man bei vermeidbaren Störeinflüssen kurz warten und es einen Augenblick später erneut versuchen sollte. Will man ein perfektes Bild einer menschenleeren Kirche, so sollte man die „störenden Objekte“ nicht digital entfernen, sondern abwarten bis sie weg sind!

Zu „Gebot 8“ denke ich, dass man zunächst durch die Wahl eines geeigneten Standpunktes versuchen sollte die störenden Elemente auszuschließen. Vielleicht gibt es einen Stein oder einen Strauch im Vordergrund der das was stört geschickt zu verdecken vermag?

Zu „Gebot 9“ denke ich, dass dies eine ziemliches „No-Go“ ist. Für nette private Fotos oder die eigene Webseite mag das ok sei, aber wer an einem Wettbewerb teilnehmen will, der sollte die „Wahrheit“ so gut wie möglich festhalten. Ist der Himmel langweilig und fade, so sollte man auf besseres Wetter hoffen oder mit diesem Bild einfach nicht an Wettbewerben teilnehmen. Es sei denn, man ist der kleine Bruder von Lance Armstrong…

Gleiches gilt für „Gebot 10“, gibt es auf einem Berg eine Bergstation die man dort nicht haben will, dann sollte man sich eine andere Himmelsrichtung aussuchen, oder die Fotos für sich behalten. Bei Häusern und Autos hört der Spaß ebenfalls auf. Häuser sollte man entweder in die Komposition einbeziehen oder sie ebenfalls durch einen geeigneten Standpunkt geschickt verdecken. Bei Autos kann man warten bis sie weg sind.

Wie steht es um Tonemapping und HDR?

Ein weiteres in den letzten Jahren immer wieder heiß diskutiertes Thema ist neben HDR das Tonemapping. Zwar gehören beide Techniken eng zusammen, doch man kann sie auch getrennt betrachten. Immer mehr Kameras bieten inzwischen einen eingebauten HDR-Modus. Hier geht es darum extreme Kontraste in den Griff zu bekommen. Ein vortrefflicher Streitpunkt für eine Wettbewerbs-Jury. Hat die Kamera einen eingebauten HDR Modus, so kann man ein einziges RAW-Bild einreichen und die meisten Juroren wären zufrieden. „Das Bild wäre ECHT“. Hat die verwendete Kamera dieses Feature nicht, so müsste man mehrere RAW-Bilder einreichen aus denen man sein fertiges Bild erstellt hat. Bei den meisten Juroren wäre man damit durchgefallen, obwohl es im Vergleich zum HDR aus der Kamera keinen Unterschied macht.

Beim Tonemapping gilt es eine weite Spanne von Tonwerten so zu verkleinern, dass sie sich auf Fotopapier oder einem Drucker ausgeben lassen. Etwas ähnliches haben Fotografen im analogen Zeitalter schon durch die Wahl von Filmmaterial, Entwicklungsverfahren und Gradation des Fotopapiers erreicht. Und ich halte das für durchaus legitim. Ohne diese Verfahren wären die Bilder von Ansel Adams nicht das was sie sind! Nur durch seine speziellen Verfahren Bildteile bei der Ausarbeitung auf Fotopapier „abzuwedeln“ und einige andere Tricks zu verwenden konnte er Fotografien mit nachhaltiger Bildwirkung erzielen. Bei modernen Varianten wie dem Tonemapping sind die Grenzen jedoch relativ fließend. So lässt sich fast jede langweilige Lichtsituation durch eine geschickte Belichtungsreihe und eine geschickte HDR-Verarbeitung mit gezieltem Tonemapping in eine annehmbare Lichtstimmung verwandeln. Das halte ich für den privaten und professionellen Gebrauch auch für legitim, aber bei einem Naturfoto-Wettbewerb haben solche Bilder nichts zu suchen. Hier wird neben der Technik und der Bildgestaltung auch die Ausdauer und der perfekte Zeitpunkt prämiert. Wer hier teilnimmt, sollte auch Arbeiten abliefern die möglichst weitgehend dem entsprechen was die ursprüngliche Bildsituation hergab.

Die Moral von der Geschichte

Die Ethik in der Fotografie ist somit die „Ethik des Einzelnen“. Wer selbst nicht getäuscht werden möchte, der sollte es auch nicht anderen versuchen. Vielleicht ist dies der beste Maßstab für „Was ist erlaubt und was nicht“. Nach der Bildbearbeitung sollte man sich das „Original“ anschauen und sich kritisch fragen, ob man das Ausmaß der Bearbeitung vertreten kann oder nicht. Im Zweifel sollte man „kritische Werke“ für sich behalten und sich nicht öffentlich damit brüsten. Das kann gut gehen muss es aber nicht. Der Rummel um diesen Fotopreis zeigt dies sehr schön. Und dass Lance Armstrong nach Jahren der Täuschung und Trickserei doch noch überführt werden konnte, das sollte auch einen Fotografen nachdenklich stimmen der mit seinen Arbeiten an einem Wettbewerb teilnimmt.