Eine Woche noch – Oder: Langsam werden die Tage kostbar!

Hi folks, bald geht es schon wieder zurück. Irgendwie freue ich mich ja auch ein wenig auf zuhause. Da gibt es eben alle Dinge die mir lieb sind und mir ans Herz gewachsen sind. Das erste mal wieder das “Beste Frühstück der Welt” zu genießen wird sicher auch ein Fest!

Heute gab es nicht viel aufregendes. Ich war kurz einkaufen, Getränke, Obst, Brot, Käse und dann los in Richtung Dead Horse Point. In der örtlichen Galerie von Tom Till habe ich geniale Bilder gesehen, die er mir seiner skurrilen Plattenkamera dort gemacht hat. Man muss wohl wirklich GANZ FRÜH AM MORGEN dorthin! Es ist nur ca. 40 km von Moab entfernt und man ist echt schnell dort, aber auch hier fängt der frühe Vogel den Wurm! Als ich um 11h dort eingetrudelt bin war alles schon gelaufen und es gab nur noch brutales Gegenlicht. Vielleicht wäre ja Abends noch was nettes drin gewesen, aber da wollte ich ja nochmal mein Glück am Delicate Arch versuchen. So habe ich in aller Ruhe unter freiem Himmel auf einer dieser kleinen “Inseln” mit Tisch, zwei Bänken und einem Dach darüber gefrühstückt. Während ich ein kleines Stück Schweizer Gruyère aus der Felsenhöhle (Meine absoluter Lieblingskäse!!!) für höllische 8$ verspeist habe sah ich dann plötzlich eines dieser süßen Streifenhörnchen. Chipmunks nennt man die hier. Ich habe nach dem Essen ein paar Brotkrümel, Käsereste und ein paar zerbröselte Kekse rund um den Baumstamm neben meinem Picknick Tisch verteilt, dann das Tele mit Konverter rausgeholt und gewartet. Und siehe da, alle möglichen Tiere kamen und interessierten sich für meine Köstlichkeiten!

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Nachmittags bin ich dann schnell rüber zum Arches Nationalpark gefahren und habe mir mal den Double Arch angeschaut. Heute morgen war ja der Halbmarathon. Halbmarathon heißt er scheinbar deshalb, weil genau die Hälfte der Teilnehmer anschließend den Arches Nationalpark besucht! Was soll ich noch sagen, es war die Hölle los! Wie auf der Kranger Kirmes oder Pützchens Markt!

Anschließend ging es dann nochmal rüber zum Delicate Arch. Ein junges Paar, das ich am Dead Horse Point mal wieder geknipst habe hat mich gleich wiedererkannt und noch mehrfach um Fotos gebeten. Das ist echt witzig! Das Wetter war dann heute so wie vorgestern. Tagsüber feine nette kleine Wölkchen und abends hat es sich dann völlig zugezogen! An schöne Bilder im genialen Abendlicht war gar nicht zu denken.

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Also bin ich um 19h30 zurück zum Auto gewandert. An der historischen Wolf-Ranch habe ich ein bisschen mit der Taschenlampe experimentiert und bin dann zurück ins Motel gefahren, alles ganz harmlos heute! _DSC3298 _DSC3296Das Zimmer habe ich noch zwei Tage verlängert. Dann kann ich noch mal versuchen es morgens früh zum Dead Horse Point zu schaffen und kriege den schönen Arch vielleicht endlich mal im genialen Abendlicht zu sehen!Danach ging es zu Fuß durch die Stadt, auf der Suche nach etwas Leckerem für den Abend. Hier machte sich wieder der Halbmarathon bemerkbar. Die Hälfte der Läufer die nicht im Arches National Park waren, standen in großen Schlangen an den Kassen praktisch aller Läden wo es was zu essen gibt. Schließlich habe ich mir beim Pizza Hut eine Pizza zum Mitnehmen bestellt, nur 30 Minuten gewartet und sie dann in Warp-Geschwindigkeit quer durch die Stadt getragen, damit ich noch was warmen davon abbeißen kann. Ich war schnell genug, die Pizza war lecker, leider habe ich nur die hälfte geschafft! Beim nächsten Mal bestelle ich mir dort eine Minipizza. Medium reicht locker für zwei oder auch 2,5 Personen…So, nun schaue ich mir mal meine Fotos an und dann geht es ins Bett – sonst kriege ich das Morgen mit dem frühen Aufstehen wieder mal nicht geregelt…

Colorado Rundreise – Oder: Grenzenlose Freiheit

Und wieder ist ein toller Tag fast zu Ende. Die Tage ziehen allesamt viel zu schnell dahin. Nun sind die 5 Wochen schon bald vorbei und ich habe nicht einmal ein Prozent der USA auch nur angekratzt. Aber so ist das eben. In einzelnen tief verborgenen Tälern des Schwarzwaldes soll es noch einige sehr alte Menschen geben, die ihr Tal noch nie verlassen haben. Gemessen daran, habe ich schon das halbe Universum erkundet, es ist eben alles eine Frage des Standpunkte, aber auch das hat bereits Albert Einstein sehr treffend beschrieben.

Heute ging der Tag wieder sehr spät los, ich schlafe derzeit einfach zu gern! Eigentlich ist das total ärgerlich! Eben war ich kurz mal in der örtlichen Galerie die Bilder von Tom Till ausstellt (http://www.tomtill.com). Wenn man sich diese rund 1000 Doller teuren Ilfochrome Prints anschaut wird man echt neidisch! gut die Hälfte der Bilder sind früh morgens bei Sonnenaufgang entstanden. Die restlichen Bilder in den Abendstunden und bei ungewöhnlichen Wetterbedingungen. Ein Bild zeigt beispielsweise einen Teil der Canyonlands mit Nebels statt Wasser zwischen den Felsen. Sieht schickt aus , kommt aber gewiss nicht oft vor!

Der frühe Vogel fängt den Wurm – vielleicht schaffe ich es ja bald mal wieder mich früh aus dem Bett zu pellen und Bilder wie dieses hier zu knipsen.

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Heute war ich jedenfalls wieder erst um 10h unterwegs, dafür aber total entspannt! Kurz voll tanken und dann los. Auf der Hauptstraße vor der Tankstelle war so viel Verkehr, man konnte nicht wirklich nach links abbiegen. Aber das ist ja dem freien Menschen total egal, der biegt dann eben nach rechts ab – da gibt es sicher auch was tolles zu sehen…

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Gesagt getan und kurz drauf verließ ich Moab auch schon in Süd-Östlicher Richtung. Am Ortsausgang dann auf der linken Seite der schneebedeckte La Salle Gebirgszug. Wow sieht das gut aus! Es erinnert mich an meine lange Zeit in der Schweiz. Da habe ich auch manchmal früh morgens in der Schweinekälte auf ein Alpenglühen gewartet – etwa so wie hier.

Heute gab es leider kein Alpenglühen. Die Gründe sind ganz einfach, erstens sind die Alpen in Europa und zweitens glühen sie wenn überhaupt immer dann wenn ich noch schlafe 😐 Aber gut sah das trotzdem aus. Ein kurzer Blick auf die Karte und es war auch schon eine Straße gefunden die voll hinein in diesen schönen Gebirgszug führt. Diese Straße ging dann schnell in eine gut befahrbare Dirtroad über. Ich habe mal einen Abzweig versucht, der auf dem Kartenmaterial im GPS als Jeep-Trail markiert ist. Dieser Weg endete ganz weit oben am Berg dann mit viel Matsch und Schnee. Auch war ich da schon viel zu nahe um noch schöne Fotos machen zu können. Die Fernsicht war nicht wirklich gut und hier liegt eh fast alles was cool ist UNTERHALB der “Grasnarbe”. Also zurück und mal den Weg hinauf zum Pass versuchen. Auch dieser Weg endet recht weit oben vor einer etwa einen Meter hohen Wand aus Schnee! Bis dorthin ist es aber geräumt und gut befahrbar. Dort oben stand dann auch gleich ein dicker Truck mit Anhänger und in der Ferne hörte man wie sich jemand mit einem Schneemobil vergnügt – das ist Amerika. Da leben die Leute in der Wüste, haben aber im Garten ein Schiff und ein Schneemobil stehen – wer es nicht glaubt muss hier selbst mal nach gucken – es stimmt!!

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Also wieder runter von der Passstraße und mal links abbiegen und schauen was es da alles gibt. Die Perspektiven auf den Gebirgszug sind teils einfach gigantisch! Nach insgesamt zwei Stunden Fahrtzeit um das Gebirge endet dann aber leider das Kartenmaterial in meinem GPS – ich bin in Colorado! Wer hätte das gedacht! Als ich im Rahmen der Vorbereitungen das damals noch nagelneue GPS mit den Karten bestückt habe, hätte ich nicht geglaubt mal nach Colorado zu kommen – heute war das dann anders! Und ich konnte mich gleich davon überzeugen, dass man mit der internen Weltweiten topografischen Karte wenigstens die Hauptstraßen ganz gut findet – verloren ist man also nicht! Auf meiner Karte waren also keine weiteren Straßen zu sehen und das GPS konnte mir mitten im verschneiten Wald nicht sagen ob es einen Rundweg gibt oder ob ich nach weiteren zwei Stunden wieder vor einer Wand aus Schnee umkehren muss. Also kehren wir doch lieber jetzt um, dann schaffen wir es vielleicht noch zum Sonnenuntergang am Delicate Arch – das Wetter war ja heute wirklich grandios!

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In der Nähe der Hauptstraße lockt dann aber doch wieder ein Abzweig… Ein Blick auf die Karte – grundsätzlich kann man in einem großen Bogen herumfahren – warum also nicht – und Stoff wie Wolfgang es immer nennt…

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Wieder bieten sich wunderbare Perspektiven auf das Gebirge. Alls paar Meilen muss ich fast zwanghaft anhalten und ein paar Bilder knipsen, toll sieht das hier alles aus! Doch irgendwann verschwindet auch das schönste Gebirge wenn man nur lange genug geradeaus fährt. Dann plötzlich bin ich in Colorado! Und der Blick in die Ferne ist einfach nur grandios! Das kann man nicht planen, das muss man einfach erleben! Der Tank ist noch fast voll – der Delicate Arch ist mir in diesem Augenblick egal – ich will dahin – zum Horizont!

Die Straße ist bolzengerade – es geht ein wenig auf und ab – es macht Spaß! Hier leben Menschen, das bedeutet – man kann hier Radio hören. Es läuft Musik von Toto, Neil Young, es gibt Jazz, Funk & Soul – das sogar garantiert ohne Werbeunterbrechungen “Thanks for supporting our local radio station!”- das hört man gern!

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Dann weist ein Schild auf einen “Point of interest” hin – was kann das schon sein – doch dann die große Überraschung – ich stehe direkt vorm kleinen Bruder des Horseshoe Bends – genial! Einfach so gefunden – ganz allein und ganz durch Zufall, weil auf der Mainstreet in Moab zu viel Verkehr war…

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Der Wen danach ist grandios. Links und rechts hohe rote Felsen und neben mit ein stattlicher Fluss. Längst nicht so breit wie der heimische Rhein, aber viel schöner “gebettet”. Die Stunden ziehen dahin, ich fahre, halte, knipse und esse eine wenig Obst. Frühstück gab es ja nicht…

Mit der Zeit schwindet dann die Hoffnung mich rechtzeitig zum Sonnenuntergang in die Schlange der “Archlovers” am delikaten Bogen einzureihen. Egal, das kann ich auch morgen noch machen. Also genieße ich die Fahrt und bin neidisch bei jedem coolen Typen der mir grinsend auf seiner Harley entgegen kommt. Dürfte ich einen Tourenvorschlag für den Südwesten machen – das wäre er!

Schließlich lande ich dann in Grand Junction – eine wirklich stattliche Ansammlung unspektakulärer Gebäude. Aber es gibt hier so ziemlich alles was man sich vorstellen kann. Doch ich habe alles und mein Fotorucksack ist schon viel zu schwer. Also Stoff geben in Richtung Interstate 70. Sicherheitshalber kurz vorher noch schnell volltanken – man weiß ja nie… Das Tanken klappt inzwischen reibungslos und geht schneller als daheim, weil man alles mit sich, der Zapfsäule und der Kreditkarte ausmachen kann.

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Der Interstate ist wenig befahren, es geht mit 80 Meilen voran, die untergehende Sonne scheint mir ins Gesicht – Zeit für die Sonnenbrille – endlich wird sie mal benutzt!

Dann der Abzweig 124 – CISCO! Früher hatte ich mal CISCO Aktien, bei 72 Dollar bin ich eingestiegen. Es hießt ich wäre dann in 10 Jahren Millionär. Doch es kam anders, habe ich ja schon beschrieben. Als ich dann in CISCO war wusste ich auch warum! Zwar hat dieser “Ort” nichts mit dem Internetausrüster CISCO zu tun, aber als Beispiel für den Niedergang der New Economy taugt er dennoch! Dieses CISCO ist eine lockere Ansammlung rostiger halb zerlegter Schrottautos, die sich den Grund und Boden mit demolierten Wohnwagen, umgestürzten Zäunen und einem ausgebrannten “Cisco General Store” teilen! Ein Schild weist noch darauf hin dass es sich hier um “Private Property” handelt – aber wer wollte hier schon anhalten. Sicher werden die Hinweisschilder am Interstate auch bald umbenannt…

Zum Sonnenuntergang bin ich dann im Castle Valley. Es ist Rush-Hour! Die ganzen Camper kommen aus den Nationalparks zurück! Dennoch sind die visuellen Eindrücke großartig. Alles ist eh schon tausendmal geknipst worden, also fahre ich einfach weiter und genieße den Augenblick!

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Hier noch etwas zum Schmunzeln – das ist ein Teil meiner täglichen Begleiter…

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Daheim im Hotel dann schnell alles aufs Bett schmeißen, Geld aus einem ATM organisieren und dann mal schauen wo es was Essbares gibt. Ich lande im Wendy’s und glaube mich zu erinnern, dass es diese Kette im Ranking der Hamburgerbratereien im Rahmen des Buches “Gebrauchsanleitung für die USA” auf Platz 1 geschafft hat. Ich bestelle mir einen Medium Menu, mit einem Baconizer und einer Dr. Pepper Cola. Die Cola schmeckt ganz anders als erwartet, aber nicht schlecht. Während ich sie schlürfe muss ich an Forest Gump und die vielen Flaschen Dr. Pepper denken 🙂 Der Burger ist in ein matschiges Brötchen gebettet und überall trieft das Fett heraus. Das soll nun also die Creme der amerikanischen Hamburger Bratkünste sein?? Also entweder habe ich mich vertan oder der nachgewiesener Maßen mexikanische Koch hatte einen schlechten Tag. Satt wird man davon, aber wirklich lecker ist das nicht! Der Hamburger in Escalante war um Längen besser! Dafür sind hier die Fritten halbwegs essbar, wenn auch ziemlich schlabbrig und gar nicht knusprig. Egal, man muss ja nicht alles aufessen…

Daheim im Motel der neue Anlauf das Notebook nach den Fehlschlägen des Morgens mit dem WLAN zu verbinden. Irgendwann bin ich soweit, dass ich die gespeicherten WLAN-Profile lösche und versuche mich ganz neu zu verbinden. Siehe da, ich werde nach einer Passphrase gefragt! Da hat also jemand den Router neu konfiguriert! Am Mittwoch war noch alles offen, aber es gab auch ständig Aussetzer. Wer weiß wer sich da alles eingeklinkt hat. Also mal rüber ins Büro. Am Tresen ist niemand, es kommt auch niemand. Hm, was tun? Dann springt mir eine kleine Kuhglocke ins Auge die an einer Art Galgen aufgehängt ist. Davor liegt ein kleiner Holzschlägel. Ein kleines Pappschild weist darauf hin, dass man doch mal vorsichtig auf die Glocke schlagen soll wenn niemand da ist. Und siehe da, es funktioniert! Der Administrator steht einige Augenblicke vor mit und erklärt, dass sie alles auf WPA umgestellt haben und dass es seit dem viel besser funktioniert. Klar, wenn sich nicht jeder einfach einklinken kann 🙂 Die Passphrase hingegen ist einfallslos gewählt – hätte ich auf selbst drauf kommen können, es ist schlicht und ergreifen das schöne Wort password.

Um 23h25 bin ich dann auch schon hier angekommen! Nun schnell ein paar Bilder einfügen und dann an der Matratze lauschen. Vielleicht schaffe ich es ja morgen mal früh aufzustehen!

Hier noch schnell die kleine Diashow.

Und zu fortgeschrittener Stunde noch die Track-Analyse – statt zu bloggen sollte ich schlafen…

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Und hier das KMZ zum selbst angucken.

Arches National Park – Oder: Have you ever met one of these mormons?

Und wieder geht ein entspannter wunderbarer Tag zu Ende. Morgens habe ich ziemlich herumgetrödelt und so gab es dann auch nirgends mehr ein Frühstück. Ist auch egal denn nun kenne ich den City-Market. Dieser Supermarkt hat mich heute begeistert, vor allem die Obst- und Gemüseabteilung. Die Ware wird da nicht einfach lieblos hingeworfen, nein die Mitarbeiter stapeln beispielsweise das Obst zu wahren Kunstwerken. So was habe ich in Deutschland noch nie gesehen. Alle Äpfel sehen aus als wären sie einzeln von tibetanischen Jungfrauen mit rosa Wollhandschuhen poliert wurden. Alle sind gleich groß und haben fast die gleiche Farbe. Kleine schräg liegende gleichseitige Dreiecke aus Äpfeln – WOW – bei den anderen runden Obstsorten geht das so weiter. Pyramiden aus Apfelsinen, Wälder aus Bananen – das hat was! Das Gemüse liegt in speziellen Kühltheken und wird sanft mit entkalktem feinmineralischen Wasser bestäubt. Echt cool! Dann die Abteilung mit den Fertiggerichten. Im Edeka in Wachtberg ist diese Abteilung ja schon der Knaller, aber hier ist sie locker viermal so groß! Das mag daran liegen, dass die Leute in Wachtberg entweder keine Mikrowellen-Geräte haben oder sie mehr frische Sachen essen. Wie dem auch sein, das Angebot ist gewaltig!

Ganz hinten links im Laden – ein wenig versteckt und verschämt – gibt es auch BIER, sogar richtig viele Sorten. Wer auf leckeres Essen steht und gern mal ein Bier trinkt ist hier also gut versorgt. Überhaupt gefällt mir Moab ganz gut. Tagsüber ist ordentlich was los und abends wir es dann doch schnell ganz ruhig. Heute war so gegen 11h an der Hauptstraße die Hölle los, vielleicht liegt es am Moab Halbmarathon der morgen stattfindet – keine Ahnung – aber es waren beispielsweise massenweise Autos mit Fahrrädern auf dem Dach unterwegs. Dann überall Trucks mit riesigen ATVs auf gewaltigen Anhängern. Ein ATV ist ein All-Terrain-Vehicle – musste ich auch erst nachlesen – das sind keine Geländewagen im herkömmlichen Sinn, das sind kleine Monster mit riesigen Reifen, irre viel Bodenfreiheit und kleinen Karosserien die zwischen dem ganzen Antriebskrams wie ein verschämtes Alibi wirken. Das hat was und bringt nicht nur Kinderaugen zum glänzen. Sicher ist der Spaß an der Tankstelle schnell beendet, aber ich glaube diese Kisten fährt man nicht auf der Straße sondern nur an einigen wenigen Tagen im Jahr auf speziell dafür präparierten Pisten.

So gegen 12h gibt es dann ganz entspannt zum Arches National Park. Diesmal eine adrette Rangerin mit echt coolem Rangerhut so um die 60. Sie ist echt nett und checkt sofort, dass ich nicht der Husgar aus Dänemark bin. “Do you want to have a map in your german language?” “That would be really great“!” “Ok Sir, have a good time and enjoy the park….” Die Leute sind hier fast alle so richtig richtig nett. Das macht einfach Spaß!

Satt brav der Reihe nach alle Attraktionen abzuklappern suche ich mir einen netten sonnigen Parkplatz und räume erst einmal die Ladefläche ein wenig auf. Ein paar Minuten später gibt es dann auch schon ein leckeres Frühstück. Es gibt ein Baguette, das aussieht als käme es aus Lyon oder einer anderen Stadt in Frankreich. Dazu Philadelphia Käse mit Kräutern, einen Apfel und eine Apfelsine. Lecker und soo gesund! Dazu gibt es ein Cola – sehr ungesund – aber die 24 Dosen von meinem hungrigen Mördereinkauf in der vorletzten Woche sind immer noch nicht alle weg – und dann noch ein Fläschchen “Life Water”. Diese Dinge haben hier teilweise echt hochtrabende Namen. Im Life Water sind aber 24g Zucker! Schmeckt ganz gut aber eine lebensverlängernde Maßnahme stelle ich mir anders vor…

Zum Nachtisch noch eine kleine Tüte m&m und dann los zum Double O Arch. Die Wanderung dorthin kann man durchaus als selbige durchgehen lassen! Zuerst dachte ich, es seien nur ein paar Meter, daher habe ich auch nur eine Kamera und sonst gar nichts dabei. Aber es sind dann doch mehrere Kilometer. Als ich aussteigen will versucht gerade jemand etwas unbeholfen hinter meinem Auto rückwärts einzuparken. Ich starte kurz den Motor und fahre einen Meter vor, da klappt es schon besser. Kurz drauf dann ein Typ aus Colorado der sich überschwänglich bei mir bedankt. Sein Kumpel steigt auch aus und es gibt wieder eine dieser schönen total ungezwungenen Gesprächssituationen. Ich muss wieder mal erklären woher ich komme, was ich mache wer ich bin und und und… Dann erzählen Sie mir von ihrer Reise und geben mir Tipps was ich in den nächten Tagen alles unbedingt anschauen muss.

Danach geht es endlich los. Der Weg ist voll mit amerikanischen Urlaubern, die heute mein Bild vom gewöhnlichen Amerikaner der sich selten weiter als 50 Meter von seinem Auto entfernt, vollständig revidieren! Ein Typ ist sogar den gesamten Weg gejoggt! Mit braun gebranntem freien Oberkörper und einem Trinkrucksack auf dem Rücken! Dann waren da noch echt viele richtig kernige Familien, die mit ihren Kindern über Stock und Stein geklettert sind, bravo! An einem Arch der vor kurzem eingestürzt ist lerne ich wieder jemanden kennen, der mir erzählt, dass er Frankfurt kennt. Ok, er hatte einen Aufenthalt von sechs Stunden auf dem Weg in den Irak. “I supportet our troops!” Er fragt was ich schon gesehen habe, und als es dann aus mir heraussprudelt ist es ihm peinlich, dass er in Frankfurt nicht mal mit dem Taxi nach “Downtown” gefahren ist.

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Am Double O Arch angekommen ist da eine Horde junger Asiaten die ein richtiges Picknick veranstalten. Ganz nett! Auf dem Rückweg geht es über einen “Rock Rim” – man könnte es als Felsrücken bezeichnen. Dort stehen gerade zwei Japaner und fotografieren sich gegenseitig. Nach all den “Hi, where are you from”-Konversationen ist meine Hemmschwelle inzwischen gesunken und ich quatsche sie einfach an ob ich sie nicht mal gemeinsam fotografieren soll. Sie sind verzückt und ich mache gleich mehrere Fotos. Später treffe ich sie dann immer mal wieder, sie sind total süß und erzählen von Tokio und wie toll es in Amerika ist. Am Delicate Arch schließlich kommt sie auf mich zu und fragt ob ich sie ein letzes Mal fotografieren kann. Als Begründung sagt sie dann “You’re the best!” – wie ist das nun gemeint? Eine Schweizer Kollegin hat mich mal “mein Gutester” genannt – etwa so? Oder bin ich von allen Leuten die bislang Fotos von ihnen beiden gemacht haben derjenige der die schönsten Fotos gemacht hat? Ich grüble immer noch…

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Zwischendurch begrüße ich eine ältere Dame mit einem zünftigen “Hi” – und sie erkennt sofort, dass ich kein Amerikaner bin 🙂 Es folgt wieder die WAYF-Frage und ich komme erneut ins Gespräch. Sie kennt Berlin und weiß wo Köln liegt, dass Bonn mal der Regierungssitz war weiß sie auch! Und sie freut sich richtig, dass da ein Typ aus Deutschland für ein paar Wochen lang IHR LAND bereist. Zum Schluss schüttelt sie mir sogar die Hand, klopft mir auf die Schulter und sagt “You’re welcome!” – Ich fühle mich wie ein begehrter Schwiegersohn und mache mich an den Abstieg. Im Bild links ist es die Frau in der roten Hose!

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Nach dem Double O Arch geht es dann zurück zum Trailhead am Delicate Arch. Dort gibt es noch eine Apfelsine (da stehe ich derzeit total drauf) und zwei Äpfel. Ein paar Mentos gab es auch – das ist das Dessert für unterwegs. Diesmal packe ich etwas mehr zusammen und los geht es zum “Far View Point” – von hier aus sieht man die ganzen Leute die da oben an diesem tollen Natursteinbogen auf das geniale Abendlicht warten. Ich mache ein paar Fotos mit dem längsten Tele das ich habe und muss innerlich ein wenig grinsen. Es ist inzwischen total bewölkt und an ein tolles Abendrot ist gar nicht zu denken. Eine Vorahnung die sich als richtig erweisen wird sagt mir, dass es heute einfach dunkel wird. Ganz einfach so, ohne alles…

 _DSC1609 _DSC1621Auf dem Rückweg zum Auto lerne ich dann Tex und Diana aus Vermont kennen. Sie hat seit ein paar Tagen auch eine “Naikohn” – eine D90. Er interessiert sich sofort für meine D300 – sicher war es bei den beiden wochenlang ein Thema. Sie erklärt, dass ihr die D300 zu groß und zu schwer sei. Ich werfe ein, dass ich die D90 bei meiner Mördertour gern statt der D300 dabei gehabt hätte. Er nimmt mal die D300 samt Batteriepack, Tele und Telekonverter in die Hand und gibt sie mir dann staunend zurück. Was sie dann sagt verstehe ich nicht – aber es klingt wie ein “Na siehst Du, habe ich Dir doch gesagt!” Dann fragen sie nach meinem Namen und einer E-Mail Adresse. Auf der Rückseite eines Kassenzettels schreibe ich das dann auf – ich hoffe sie können es auch lesen!Eigentlich gibt es zu diesem Zeitpunkt nichts mehr, das sich zu fotografieren noch lohnt. Aber am Traihead für den “richtigen” Aufstieg zum Delicate Arch halte ich dann doch an. Der Rucksack wird komplett leer gemacht, nur eine Taschenlampe, etwas Wasser und ein warmer Pullover dürfen neben Kamera und Babystativ noch mit. Bewaffnet mit den tollen Wanderstöcken geht es dann los. Zwischendurch treffe ich eine größere Familie. Opa und Oma gehen mit Kindern und Enkeln spazieren. Sie kommen von hoch oben, und der mittlere – also der Vater der Kinder – trinkt gerade gierig etwas aus einem dieser Trinkrucksäcke. Während ich mit einem kurzen “Hi” an ihnen vorbei wandere sagt der Opa zu seinem schwitzigen Sohn etwas wie “Schau hin, so geht das“!” – gemeint sind sicher die Wanderstöcke. Alle anderen Wanderer hingegen mustern mich als käme ich von einem anderen Planeten.Oben angekommen habe ich dann doch ein paar Wanderer überholt, bin auch schwitzig und muss zugeben, dass das Wetter keine guten Fotos erwarten lässt. Während ich dort oben die Lage sondiere steht direkt neben mir ein deutscher Familienvater der lautstark über das “blöde Schweißwetter hier” flucht und seine Fotosachen zusammen packt. Sein kleiner Sohn hat auch Wanderstöcke dabei und sagt “Mensch Papa, wie muss denn das Wetter noch sein damit Du endlich mal zufrieden bist.” – er hat es kapiert! Wir kommen sofort ins Gespräch, die Familie ist mit einem Wohnmobil unterwegs. Er träumt seit zwei Jahren von einem Hike zur Wave. Dass ich schon dort war und gleich beim ersten Anlauf eine Permit ergattern konnte macht ihn neugierig, das Gespräch wird etwas länger… Schließlich ist er der Meinung, dass er sich in Page einen 4WD HC (Allradauto mit viel Bodenfreiheit) mieten muss um, wenn es mit der Wave nicht klappt, zu den Coyote Buttes und den White Pockets zu fahren.Als die Familie dann abmarschiert kommen meine Freunde aus Tokio – “You’re the best!”…Dann baue ich meine Knipse auf und mache mal ein paar Probeschüsse. Die sehen allesamt echt langweilig aus. Fotografie ist sowas wie “Malen mit Licht” – ohne Licht kann man auch nix malen – so ist das eben! Und genau das ist es auch was die Macher der genialen Bilder in der “Fineart Gallery” an der Hauptstraße in Moab auszeichnet – Know How und Geduld für das Warten auf den magischen Augenblick!Wo ich nun schon mal da bin und mein Logenplatz auch ganz bequem ist, bleibe ich einfach sitzen und genieße die Szenerie. Es geht ein wenig zu wie beim Volksfest. Alle laufen mal unter den großen Bogen und werden von ihren Partnern fotografiert. Weil mich niemand fotografieren will darf ich sitzen bleiben! Ich experimentiere also ein wenig herum. Lange belichten und während dessen am Zoomring drehen. Doppelbelichtungen, mal bei der zweiten Belichtung die eine Hälfte des Objektives mit der Hand abdecken, dann mal bewusst verwackeln – eben diese Spielereien die man nur macht wenn man Langeweile hat. Hätte ich mein Lensbaby dabei – damit könnte ich jetzt viel Quatsch machen!_DSC1707

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Bis in die Dunkelheit hinein geht das Treiben weiter. Als man schon fast nichts mehr sehen kann ruft jemand mit kerniger Stimme den tobenden Kids zu, dass er schon mal runter geht und sie auch bald nachkommen sollen. Und schon ist er weg. Ich packe auch zusammen und mit den letzten Kids mache ich mich auf den Rückweg. Die haben zu fünft eine Taschenlampe dabei. Ein bisschen wenig. Ich habe eine kleine Lampe mit einer Leuchtstoffröhre drin. Die Akkus habe ich tagsüber im Auto frisch aufgeladen und ich kann für alle zusammen den Weg beleuchten. Nach kurzer Zeit wissen sie nicht mehr genau wo es lang geht. Mein GARMIN hat beim Aufstieg wieder ganz wunderbar alle drei Sekunden den Track mit drei Metern Genauigkeit aufgezeichnet. Das hilft in der Dunkelheit den Rückweg zu finden! Sehr schnell bin ich bei den Kids der GPS-Guy… „Hi their, GPS-Guy says we’ve got to go left…” Der letzte in der Truppe ist ein wenig füllig, trägt Turnschuhe, bunte Shorts und ein T-Shirt. Wir quasseln die ganze Zeit über. Er fragt mich ob ich aus Dänemark komme – langsam frage ich mich das selbst auch schon… Dann löst er das Rätsel auf, seine Großeltern kamen aus Dänemark. Er erzählt mir seine Familiengeschichte und wie er dann von Kalifornien nach Salt Lake City gekommen ist. Er entschuldigt sich tausendfach, dass er nur einmal in Dänemark war und dass er alles was er dort an Dänisch und Deutsch gelernt hat wieder vergessen hat. Ok, einen deutschen Satz kriegt er noch auf die Reihe – ich habe ihn leider vergessen… Dann unterhalten wir uns über Bier und darüber, dass es komisch ist, dass man in Utah in keinem Restaurant zum Steak ein Bier bestellen kann – nicht mal ein Alkoholfreies! Er schwärmt sofort vom Bier aus Dänemark – wir verstehen uns! Dann fragt er ob ich schon Kontakt zu diesen Mormonen hatte? Ich verneine – daraufhin lacht er los und erklärt mir, dass ich nun einen dieser komischen Mormonen kenne :-)Am Auto angekommen verabschieden sich alle brav vom GPS-Guy und sind ganz froh, dass sie ihre Autos gefunden haben. Wenn hier die Sonne mal weg ist, dann ist es auch wirklich sehr schnell richtig dunkel. Ohne Lampe und ohne GPS wäre man da oben auf dem Berg aufgeschmissen!! Dafür ist der Weg zu weit und zu gefährlich. Wenn ich nochmal hoch gehe, dann vielleicht mit einer Reservelampe!Zurück im Motel wünsche ich mir was kaltes, aber alles ist lauwarm weil es leider hier keine Kühlschränke gibt – es ist ja auch das Adventure Inn – hier ist eben alles auf Abenteurer ausgerichtet. Also versuche ich mal was. Auf dem Tisch steht ein kleiner hellbrauner Eimer der aussieht als wenn er in seiner Jugend mal versucht hätte ein Sektkühler zu werden. Das Ding scheint für Eis zu sein! Ich schnappe mir also diesen kleinen möglicherweise frustrierten Putzeimer und probiere im Office mal die Eismaschine aus. In diesem Ding Aus schwarzem Plastik und geschliffenem Edelstahl kracht und rummst es kräftig und dann kommen Eiswürfel herausgefallen. Ich halte den Knopf gedrückt bis der Eimer voll ist und ziehe los in mein Zimmer. Als ich um das Büro herum bin kann ich durch die Fenster sehen, dass mich scheinbar einer der Mitarbeiter beobachtet hat. Vielleicht hat ihn auch nur der Krach der Maschine geweckt.So, nun versuche ich mal ob mein Bier schon kalt genug ist :-)Update um 00:39 – Das Bier war perfekt!Gute Nacht!

Umzug nach Moab – Oder: Visual Overflow

Heute morgen hatte ich es ja schon kurz angekündigt und nun bin ich tatsächlich in Moab. Obwohl es hier am Wochenende ein großes Rennen gibt habe ich noch ein Zimmer bekommen. Ich musste nur dreimal fragen! Im Rodeway Inn (die gleiche Kette wie in Page) war gar nichts mehr frei. Im nächten Motel war eine echt unfreundliche Dame an der Rezeption, sie hätte noch ein Zimmer für zwei Nächte gehabt. Diese Frau war mir so unsympathisch, und da gehört bei mir echt was dazu, dass ich gleich zum dritten Motel gefahren bin. Die Motels liegen hier verteilt an der Hauptstraße, man stolper quasi von einem Motel zum nächsten. Wireless LAN haben sie scheinbar alle, nur in den Preisen gibt es scheinbar große Unterschiede, wie ich bei meinen drei Kostproben feststellen musste.

Schließlich bin ich im Adventure Inn gelandet. Ein kleines Motel, man kann hier direkt vor dem Zimmer parken, ganz praktisch wenn man viel Gepäck hat! Das Zimmer ist blitziblanki sauber, aber es gibt weder Kühlschrank noch Mikrowelle! Dafür lag auf dem Tisch ein Restaurantführer der die Speisekarten aller Restaurants in der Umgebung enthält, auch ganz nett!

Der Weg hierhin war wieder mal sowas von unterschiedlich, aufregend, holprig, langweilig, supercool – ich kann das gar nicht so recht in Worte fassen. Es ist ein unglaubliches Land, es ist einfach sooo viel Platz hier. Man kann locker mal zwei bis drei Stunden fahren ohne einem anderen Auto zu begegnen.

Doch fangen wir mal vorn an! Auf dem Rückweg vom Augenarzt habe ich ja am letzten Freitag schon einen Abstecher durch den Burr Trail unternommen. Wolfgang hatte mir diese Straße schon mal empfohlen, um ggf. zurück in Richtung Page zur fahren. Hält man sich immer südlich erreicht man schließlich das nördliche Ufer des Lake Powell. Dort gibt es dann ein Fähre die einen in den Süden bringt und dann kann man weiter nach Page fahren. Am entscheidenden Abzweig, mitten Im Capitol Reef Nationalpark, bin ich dann aber links abgebogen und in Richtung Norden gefahren, so wie geplant!

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Die Fahrt durch diesen National Park ist wirklich ein Erlebnis. Mann sieht häufig ein paar verschneite 4000er am Horizont. Davor liegt dann dieser gigantische Riß in der Erdkruste. Es erinnert mich ein wenig an ein ganz frisches knuspriges Graubrot das der Bäcker oben ein geritzt hat und das im Ofen dann einen tiefen rauen Spalt ausgebildet hat. Nun muss man sich dieses Brot ungefähr 100 Kilometer lang vorstellen – dann bekommt man eine annähernde Idee davon wie es am Capitol Reef aussieht. Wenn man nun seitlich in dieses Brot hineinfährt, man ist natürlich ganz ganz winzig klein, denn das Brot ist ja 100 Kilometer lang, dann wirkt jedes Stückchen Kruste wie ein monumentaler Fels. Man muss sich langsam hindurch schlängeln, und kann dann unten in Brotschlitz langsam vorwärts kommen. Schaut man dann nach links und rechts sieht man überall nur Brotkruste! Man ist ja ganz ganz winzig klein!

So ungefähr ist eine Fahrt durch den Capitol Reef Nationalpark – nur cooler!

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Ganz witzig ist, dass man vielleicht einer halben Stunde auf das Gelände der Notom-Ranch kommt – ich sage nur “This is a private property!” Wer mehr wissen will kann bei Steve Dalton anrufen – wieder fühle ich mich an meine Kindheit erinnert. Mitten im Park gibt es also ein riesiges privates Grundstück! Und das hat es in sich! Dort sind Cowboys, es gibt Kühe, ein Restaurant, weite Wiesen die täglich bewässert werden, es ist fast unwirklich! Zwischen all den Brotkrusten, sorry Felsrändern, liegen saftig grüße Weideflächen. Ich war echt beeindruckt und musste immer wieder anhalten und einige der beliebten Knipsbilder machen 🙂

Da wo diese Notom Ranch aufhört, biegt man dann rechts ab und fährt in Richtung Osten, natürlich nur wenn man das gleiche Ziel wie ich hat, sonst kann man natürlich auch jederzeit links abbiegen. Wohin man dann kommt kann ich aber nicht sagen!

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Ab dort war ich dann auf dem Highway 24 – auch ein Scenic Byway! Diese Straße führt durch eine unwirkliche Mondlandschaft. Links und rechts des Weges sind überwiegend graue aber auch ein paar braune Felsen. Wahrscheinlich sind es keine Felsen, Wolfgang würd vielleicht sagen, dass das alles nur zusammen gepappter grauer Modder ist. Diesen Eindruck habe ich auch, denn diese “Felsen” stehen alle samt in ihrer eigenen Schutthalde. Die Menschen die Dort wohnen haben sich das im Laufe der Jahre wohl sehr gut angeschaut. So wie es ausschaut haben sie von der Erde gelernt, was bei den meisten Menschen ein durchaus überraschender Lernprozess ist! Wie dem auch sei, die Menschen die dort wohnen leben auch inmitten ihrer eigenen Schutthalde!

Soviel Schrott, alte Autos, kaputte Häuser und was weiß ich nicht alles habe ich in meinem Leben nicht nicht gesehen! Ganz witzig war alter abgewrackter Betonmischer am Straßenrand. Es fehlen Räder und das Ding ist total zerschossen, wie überhaupt die allermeisten Straßenschilder dort. Ist ja auch verständlich, wenn man schon eine Knarre hat, dann will man sie ja ach mal benutzen! Nur wo deutsche Kinder mit der Zwille Steine auf das Grundstück der Nachbarn schleudern, schießen sie hier auf alte Autos und Straßenschilder – andere Länger andere Sitten – so ist das eben. Zurück zum Betonmischer, der steht da also mitten in der Gegend herum, fahren kann er ja auch nicht mehr. Jemand hat mir grüner Farbe eine Zielscheibe auf die Beifahrertür gesprüht und dann haben sie einen Wettbewerb gemacht. Es müssen ein paar echte Luschen dabei gewesen sein, denn es sind sogar Löcher im Dach und in der Motorhaube. Vielleich ganz gut erst einmal zu üben… Auf der dicken Betonbirne stehen die schönen Worte “Don’t waste UTAH!” Wie das wohl gemeint ist? Und dann steht da noch “VOTE NO 4 HILARY” – was hier wohl dahinter steckt…

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Eine halbe Stunde später trudle ich dann in Hanksville ein und bin weitgehend entsetzt. Das Whispering Sands Motel ist ja ganz nett, aber es ist auch das einzige was hier nett ist! Ursprünglich wollte ich ja ein paar Tage dort bleiben, aber dieser Ort hat so wenig von dem was ich unter Stadt oder Dorf verstehe, da musste ich einfach weiterfahren. Wenn ich mir beispielsweise mal Scharfenberg im Sauerland vorstelle. Die Heimat meines Vaters und der Ursprung des netten Postfixes “Woll?” – gelegentlich auch “Wuohl?” – in Scharfenberg gibt es eine viele hundert Jahre alte Kirche. Es gibt nette Dorfkneipen in denen mein Opa sich ein Raucherbein erstanden hat. Es gibt eine Schützenhalle und sogar mehrere Bäcker. Es gibt fast sowas wie ein Zentrum in diesem Dorf und es gibt den Hagedorn. Der Hagedorn ist die Straße in der ich mich als Kind so blamiert habe, dass ich bis heute keinen Spaß mehr am Fußballspielen habe!

Egal, Hanksville ist nicht Scharfenberg und ich musste einfach weiter! Also an der einzigen Möglichkeit links abbiegen in Richtung Norden zur Interstate 70. Der Weg zu dieser Autobahn und das ist wirklich mal eine Straße die man als Autobahn bezeichnen könnte, ist einfach nur bolzengerade. Wären da nicht die Bodenwellen, man könnte an windstillen Tagen den Tempomaten aktivieren und ein ruhiges Schläfchen halten. Links sieht man die ganze Zeit eine Felsformation die ein wenig aussieht wie ein französisches Weißbrot das unregelmäßig eingedrückt und mit verschiedenen Sorten Marmelade oder auch mal Nutella bestrichen ist. Von außen, versteht sich!

Während ich also an diesem Weißbrot entlangfahre muss ich einfach ein paar kleine Filmsequenzen mit der Hosentaschenkamera drehen, sonst wird es einfach zu langweilig. Dafür kann man aber wenigstens mal mehrere Lieder im Radio hören, ohne dass man sich ständig einen neuen Sender suchen muss. Am Ende wird diese Langeweile dann mit dem Interstate 70 belohnt.

Hier darf man nun 75 Meilen schnell fahren. Ich stelle den Tempomaten auf 80 Meilen, das geht dann doch ganz zügig voran. Interessant ist, dass einige wenige Autos trotzdem überholen. Wenn man diesen aufwändigen Vorgang als überholen bezeichnen möchte. Ich fühle mich dabei immer an die Familie Griswold erinnert – an die Szene in der Chevy Chase versucht den laaaangen LKW mit den Baumstämmen zu überholen! Wie gesagt, überholen ist da übertrieben, es ist mehr ein zähes Ringen mit dem Vorbeikommen und dem Einhalten der Geschwindigkeitsbeschränkung – letzte muss man allerdings etwas ausdehnen und hoffen, dass es niemand sieht. Ja, so wird man also in den USA “überholt”. Interessant ist, dass alle Fahrzeuge 75 Meilen schnell sein dürfen, auch die richtig großen LKWs! Wer sich mal einen Einheitenrechner nimmt stellt schnell fest, dass 75 Meilen etwas mehr als 120 KM/h sind! Da stelle man sich mal vor in Deutschland wären die LKWs doppelt so groß und würden 50% schneller fahren – vielleicht hätten wir dann keine Staus auf der A8 mehr? Oder die doppelte Menge an Verkehrstoten – wir werden es nicht erfahren – ist vielleicht besser so!

Ok, irgendwann komme ich dann an der Ausfahrt an wo es in Richtung Moab geht. Ein kleines Männchen in meinem Ohr, vielleicht ist es ein Fan von Marius Müller Westernhagen, summt FREIHEIT FREIHEIT IST DAS EINZIGE WAS ZÄHLT – also nicht blinken und geradeaus weiterfahren, nach Osten! Der ist ja seit einiger Zeit im Aufbau und da soll es ja ganz schön sein! Ich nehme also erst die Ausfahrt 204. Warum eigentlich 2004? Meine private These ist, dass sich die Nummern der Ausfahrten aus den gefahrenen Meilen seit dem Ursprung der jeweiligen Autobahn ergeben. Eigentlich gar nicht so blöd – wie vieles hier!

Und schon ist es vorbei mit den gerade Straßen denn nun bin ich genau in dem Tal, das mir die nette Dame mir gestern beim Orangen in Cola am Bryce wärmstens ans Herz gelegt hat. Es heißt Castle Valley und noch stelle ich mir nichts besonderes darunter vor. Doch nach ein paar Meilen ist es einfach nur großartig. Rechts neben mir fließt der Colorado River, am Horizont ein schneebedeckter 4.000er und dazwischen wild zerklüftete rote Felswände. Der kleine Mann im Ohr summt immer lauter und mir liegt ein “GEIL” auf der Zunge – nur wem soll ich es mitteilen?

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Eine halbe Stunde später bin ich dann bei der Red Cliffs Lodge. Dieses Areal hatte mir die nette Lady gestern am Bryce wärmstens empfohlen – “You can’t miss that!” hat sie gesagt und sie hat recht. Man findest es, ob man will oder nicht. Es gibt dort richtig viele richtig schöne richtig neue richtig nett am Fluss gelegene Holzhäuser. Ein kleines Paradies! Für 99 Dollar pro Tag.Kurz überlege ich ob ich soll, dann fahre ich doch weiter in Richtung Moab. Morgen will ich mal zum Arches Nationalpark – da ist es vielleicht besser, wenn man direkt vor dessen Haustüre wohnt! Aber irgendwie möchte ich da doch noch mal hin – vielleicht nächste Woche? Um dort Urlaub mit Kindern zu machen ist es sicher großartig. Es gibt reichlich Pferde und wenn die Kids reiten können ist es sicher das genialste was man seinen Pens antun kann (@Thomas!)Etliche Flussbiegungen weiter bin ich dann schon fast in Moab. Am Ortseingang gibt es die üblichen Werbetafeln die auf die Weltallerbesten Dinge hindeuten. Zwei Meilen später ist man dann im Zentrum, das eigentlich gar keines ist. Jedenfalls gibt es jede Menge Tankstellen, Restaurants und Motels – Herz was willst Du mehr und den Rest kennt Ihr ja schon…Das hier gibt es dann morgen…Hier nicht schnell die Trackanalyse:

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 Und das KMZ zum selber gucken!

Umzug – Oder: Warum ich wieder mal verschlafen habe

Der Tag am Big Horn Canyon steckt mir noch in den Knochen. Mit dem Radiowecker hier im Zimmer komme ich nicht klar, er hat sich nicht um 7h gemeldet, also habe ich tief und fest bis 8h13 geschlafen. Jetzt ist es 8h52 – Wolfgang hat sich eben gemeldet – er ist wieder heil und gesund daheim! Prima!

Eine Route für heute habe ich mir gestern noch überlegt, mal schauen ob es eine gute Idee ist?

Es soll über den Highway 12 nach Boulder gehen, hinter Boulder dann durch den obergenialen Burr Trail, dann durch den Capitol Reed National Park. Dann weiter durch denn Halls Creek und Sandy Creek nach Norden. Dann über den Highway 24 nach Osten in Richtung Hanksville. Je nachdem wie ich dann drauf bin versuche ich im Whispering Sands Motel ein Zimmer zu bekommen. Vielleicht geht es auch noch weiter in Richtung Moab – mal sehen! Ihr werdet es (hoffentlich erfahren)

Wenn ich mich die nächsten Tage nicht mehr melde, schickt bitte einen Suchtrupp los, ich bin dann zwischen Capitol Reed und Highway 24 gestrandet – wird aber hoffentlich noch nötig!

Hier die Tagesplanung – damit mir das GARMIN ggf. mein Leben retten kann :-]

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Jetzt aber los – schade, dass es das Beste Frühstück der Welt nur in Mainz gibt…