Scenic Flight – Oder: Der Abschied fällt schwer

Gut erholt und ausgeschlafen beginnt mein Tag heute erst um kurz nach acht. Es wird herumgetrödelt was das Zeug hält, schließlich beginnt mein Rundflug erst um 13h – falls das Wetter heute mitspielt! Also kurz in die E-Mails schauen – das geht mal wieder nicht weil der Router wieder streikt. Kurz Gegenprobe mit dem iPOD – der kriegt es auch nicht hin – es liegt also nicht an Windows Vista! Irgendwann klappt es dann doch, scheinbar hat einer der Angestellten die missliche Lage bemerkt und den Router neu gebootet.

Während ich noch in Unterhose herum turne und dabei bin meine Koffer zu packen, bin ich erstaunt welches Maß an Chaos ich in der Lage bin in nur vier Tagen zu verbreiten 🙂 Plötzlich klopft es heftig an der Türe, dann öffnet sie sich auch schon und das Zimmermädchen gibt mir zu verstehen, dass ich mich doch bitte beeilen soll. Es ist schon 9h und sie will endlich das Zimmer aufräumen. “Ok, give me some minutes please!” Sie geht wieder und schüttelt den Kopf, keine Ahnung warum – Die Unterhose ist weitgehend weiß und kommt ohne florale Muster daher und Comics sind auch keine drauf. Diese unseeligen Zeiten sind Gott sei Dank lange vorbei 🙂

Jedenfalls spornt solch ein Kopfschütteln ungemein an. Das möchte man(n) nicht öfter als einmal pro Tag erleben. Also den Turbogang einlegen. 15 Minuten später ist alles im Auto verpackt, es gibt noch einen Kaffee in der Lobby – natürlich aus einem Styropor-Becher! Aber dafür mit Kuhmilch aus einer Gallonenplastikflasche. Natürlich ist das voll das Geplempere und ich muss erst einmal den halben Frühstücksbereich trockenlegen. Diesmal schütteln die Anwesenden nicht den Kopf, sie grinsen von einem Ohr zum anderen. Ein Tag der so beginnt kann nur gut werden!

Nach dem zweiten Kaffe verabschiede ich mich und fahre mal rüber zum Staudamm. Vielleicht komme ich ja runter auf den Damm und kann dort eine paar schöne Fotos machen! Die Reise ist kurz, 10 Minuten später stehe ich wieder bei der Sicherheitskontrolle. Alles neue Gesichter – prima! Ich muss meine Kamera in eine weiße Plastikschale legen – das passt irgendwie gar nicht und mir rutscht ein “Oh, the box is too small!” heraus. Der Sicherheitsbeamte findet das gar nicht witzig und entgegnet mit tiefer bestimmter Stimme “Your camera ist too big!” – Ok, die Fronten wären damit geklärt. Ich greife links in die Weste und angle das Fisheye-Objektiv heraus. Dann in die rechte Innentasche, das 12-24mm Weitwinkel ist dran. Die Blicke verdüstern sich. Dann noch das Portemonnaie und ab durch die Schleuse. Die piepst richtig laut los. –> Leibesvisitation – schon wieder! Ich muss den Gürtel aus der Hose nehmen, den Klick für das GPS abmachen, die Schuhe ausziehen und mein Gürteltäschchen mit den Traveller Cheques und den Kreditkarten ausräumen. Irgendwann glauben sie mir, dass ich nichts böses im Schilde führe und den Damm auch nicht mit meiner Kamera in die Luft sprengen will. Ich darf eintreten! Im Kino gibt es zwei tolle Filme die ich noch nicht kenne und ich bin total beeindruckt welche Leistung die Erbauer dieses Dammes vor mehr als 50 Jahren erbracht haben!

Nach dem zweiten Film ist es ungefähr 10h45 und ich habe noch reichlich Zeit. Der Himmel ist wolkenlos und es gibt nur mäßig viel Wind – wahrscheinlich perfekte Bedingungen für meinen Scenic Flight! Ratlos stehe ich vor dem Aufzug. Kein Knopf zum Drücken nichts. Nur ein Schloss! Es schwant mir, dass man da nicht allein runter darf sondern nur in Begleitung Erwachsener! Eine kurze Frage beim nächsten Security-Employee bestätigt diese Vermutung. Ich muss mich der “Tour” anschließen. Die nächste Tour geht aber erst um 12h15 – das ist zu spät! Also schnell ein paar Knipsbilder an der Mauer der Rückseite des Visitor Centers und ab zum Safeways. Dort angekommen ist es nach Zwölf und der Hunger meldet sich. Die Roastbeef-Sandwiches sind lecker und es gibt auch was zu trinken!

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Nach einem kleinen Spaziergang und einer Auseinandersetzung mit einem mir bislang unbekannten Geldautomaten trudle ich um 12h50 beim Page Airport ein. Ich werde schon erwartet und es gibt ein nettes kleines Schwätzchen. Dann die Frage wo ich denn rumfliegen möchte. Ich habe keine Ahnung! Ok, der Pilot geht mit mir zu einer großen Karte und erklärt mir seinen Vorschlag. Starten, Runde über den Lake Powell, dann den Staudamm anschauen, Horseshoe Bend, Lees Ferry, dann weiter zum Grand Canyon. Hier ein Stück an der südlichen Kante entlang fliegen, nicht alles, der Canyon ist mehrere hundert Kilometer lang! Dann wenden und wieder zurück zum Navajo Mountain, die Rainbow Bridge anschauen und dann noch ein paar alte Häuser die in Höhlen im Fels hinein gebaut sind.

Das klingt nach einem Plan!

Ok, wir gehen raus auf den “Parkplatz” Dort gibt es ein kleine Einweisung, dann wir der Stopper für das Seitenfenster demontiert, damit ich es jederzeit zum Fotografieren öffnen kann. Die Kameras werden klar gemacht! Die Hosentaschenkamera für eine paar kurze Video-Sequenzen, die F5 mit 28-70mm für Dias mit Velvia 50, die F100 mit 60er Macro für Negative mit Ektar 100 und die D300 mit 70-200mm Telezoom. Nach einer kurzen Pflichteinweisung weiß ich, dass ich keine Bratwurst essen darf und was sonst alles nicht erlaubt ist. Der Pilot war früher während seiner Militärzeit in Traben Trabach stationiert. Er spricht ein paar Worte Deutsch. Sein liebstes Wort ist “Schätzchen”. Ich kriege einen speziellen Kopfhörer mit Mikrophon aufgesetzt, damit können wir uns dann über die Gegensprechanlage unterhalten. Der Fotorucksack liegt geöffnet und griffbereit auf den linken Sitz hinter uns. Die D300 auf dem Boden, die F5 habe ich um den Hals und mit der S600 wird gefilmt. Das alles muss einen echt skurrilen Eindruck machen, aber der Pilot lässt sich nichts anmerken! Kurzer Plausch mit dem Tower, ich kann alles mithören. Ich habe sogar einen Steuerknüppel und eigene Pedale. Nur anfangen könnte ich damit nichts!

Dann rollen wir zum Start, der Pilot ist sowas von lässig – das kann man nicht in Worte fassen. Dann wie Wende, ein paar Hebel ziehen und es geht vorwärts, einige Sekunden später sind wir auch schon in der Luft. Der Flug macht Spaß und ich darf das Seitenfenster zum Fotografieren öffnen wann immer ich will, prima! Als wir am Horeshoe Bend vorbei sind  ist der Diafilm in der F5 schon voll. Also versuchen wir es jetzt mal mit der D300 und dem Tele. Das Ding ist nicht wirklich lang, aber in dieser Situation doch zu lang! Das Fenster flattert im Wind und selbst ohne Gegenlichtblende kann man kaum fokussieren weil der Wind so heftig an diesem dicken Rohr arbeitet. Also weg damit und das geliebte 17-55er drangemacht! Das nette Live-View-Feature kann man auch vergessen – ich bräuchte dafür einen 90° Spiegel! Mit dem kurzen Zoomobjektiv bin ich aber gut ausgestattet. Die F5 liegt jetzt hinten, ich habe die F100 und die D300 um den Hals. Bei der Einweisung hat mich der Pilot noch drauf hingewiesen bloß keine Kamera aus dem Fenster zu werfen!

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In der Maschine wird es langsam unerträglich warm. Auch habe ich den Eindruck, dass die Atemluft mit Abgasen angereichert ist. Es riecht echt fies und muffig und beim ständigen Blick durch den Sucher passiert genau das was der Pilot schon vor Tagen vorhergesagt hat “Some people get crazy in their stomach!” Mir wird übel – richtig übel! Wir sind gerade 20 Minuten in der Luft – ich werde gefragt ob wir umkehren sollen – NEIN BLOSS NICHT! GEHT SCHON… Dann nochmal der Hinweis des Piloten, dass oben rechts in der Verkleidung im blauen Umschlag ein Kotztüte steckt! Dann der sagt “Try to avoid it, I will cost you 25 bucks! That’s we pilots life from!” Aha, also lieber nicht kotzen – ich nehme die Tüte trotzdem mal in die Hand und versuche tief durch zu atmen und mich auf den gut sichtbaren Horizont zu konzentrieren. Doch der Pilot zeigt mir ein tolles Ding nach dem anderen. Ich knipse doch wieder drauf los. Danach mit schwitzigen Händen an der Kotztüte festhalten. Solange ich nicht durch den Sucher schaue geht es einigermaßen. Zwischendurch muss ich das Fenster mal ein wenig öffnen, es hat sich schon angemeldet… Aber alles geht gut, irgendwann liegt dann leider die Kotztüte unter dem Sitz und genau in diese Augenblick die Ansage “It’ll get a little bumpy now!” Oh je was mache ich bloß, dann kommen wir an dem kleinen Überhang mit den Häusern darunter vorbei. Ich versuche ein paar Bilder zu machen, es geht aber nicht mehr. Beide springen wir auf den Sitz bei jedem Luftloch ein wenig rauf und runter. Der Pilot zieht seinen Gurt strammer. Mir geht es dreckig ich fingere unter dem Sitz herum, irgendwo muss diese blöde Tüte doch sein. Dann die Frage ob ich alle Fotos habe oder ob er die Runde nochmal drehen soll? “Well, I feel a little seasick – can we fly home to the page airport, please?” “Ya shure!” Ich bin also bald erlöst. Kurz das Fenster öffnen, durchatmen, ein paar Fotos machen, mit dem Brechreitz kämpfen, nach der Tüte fingern, Fenster auf, Knipsen, fingern…. Nach zwei Stunden sind wir wieder am Boden. War das ein Erlebnis! Beim Zusammenpacken meiner Fotosachen ist mir immer noch schlecht.

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Später beim Bezahlen bin ich froh, dass es dort eine kalte Pepsi aus dem Automaten gibt! Der Spaß war nicht billig, aber ich habe drei Filme belichtet und etwa 1100 digitale Knipsbilder gemacht. Ich bin gespannt ob ein oder zwei schöne Bilder darunter sind! Es muss immer ganz schnell gehen, das Flugzeug kann nicht anhalten sonst fällt es runter. Alles ist in Bewegung, es windet wie die Hölle, das Fenster flattert im Wind und die Turbulenzen machen es fast unmöglich die Kamera parallel zum Horizont zu halten. Außerdem ist ständig das rechte Rad oder ein Flügel im Bild!

Nach der Bezahlerei gibt es noch einen netten Plausch, wir tauschen E-Mail-Adressen aus und ich kann auf meinem iPOD kurz die Bilder zeigen die ich in den letzten Wochen in der FC hochgeladen haben. Der Sonnenaufgang über den La Sal Mountains kommt gut an und macht Eindruck. Danach ist meine Stimmung wieder gut! Es war das Erlebnis des Urlaubs! Ohne den Brechreiz wäre es genial gewesen, so war es eine echt coole neue Erfahrung 🙂

Wieder im Auto geht es dann los. Wohin? Keine Ahnung? Las Vegas, Zion? Mal sehen… Um 20h lande ich dann in einem kleinen Motel in Mesquite. Es sind noch zwei Zimmer frei, alle anderen Hotels und Motels bei denen ich es versucht habe waren ausgebucht. Das Zimmer ist nett, riecht aber voll total fies nach Jahrzehnte altem Zigarettenqualm! Echt schwer eklig! Das WLAN-Problem gibt es auch hier. Das Motel hat kein eigenes WLAN. Schließlich finde ich ein WLAN, das wir aber kurz drauf abgeschaltet. So blogge ich erst einmal in Blaue hinein und hoffe, dass ich es irgendwann doch noch veröffentlichen kann. So ganz gelöst ist das mit dem “Überallnetzwerk” noch nicht…

Morgen geht es dann die letzten 100 Kilometer nach Las Vegas, direkt zum Flughafen. Das Geld das ich heute beim Hotel und im Casino gespart habe kann ich dann im Sommerurlaub ausgeben 🙂 Das Zimmer muss bis 11h geräumt sein. Der Flieger geht um 16h50 – ich habe also alle Zeit der Welt! Trotzdem bin ich ein wenig frustig, dass die fünf Wochen so schnell vergangen sind. Ich muss echt noch mal wieder hierher kommen. Vielleicht im Herbst?

Hier die Trackanalyse:

3D Höhenmodell des Rundfluges – das Fähnchen markiert den Airport:

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Im 2D Höhenmodell sieht man in der ersten Hälfte zwischen den beiden Fähnchen das Profil des Fluges. Danach dann ein paar alte Wegpunkte an denen ich mit dem Auto auf dem Weg in Richtung Las Vegas vorbei gekommen bin.

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Ja, da habe ich heute in der Zeit in der das GPS eingeschaltet war ganze 746 Kilometer zurück gelegt. Morgen werde ich das toppen! Die Akkus sind im Ladegerät und ich bin sehr gespannt ob das GPS in der Boing in der Lage ist den kompletten Track nach Hause aufzuzeichnen…

Ok, eine gute Nacht erstmal!

Update vom Flughafen in Las Vegas um 14h45

Hier ist die Diashow!

Die letzte Nacht in Page – Oder: Die Stunden sind gezählt…

Heute ist mein letzter Morgen im Rodeway Inn in Page. Eben habe ich in meine E-Mails geschaut und es ist eine kleine Flutwelle. Durch die Wahl meines Fotos, vom Sonnenaufgang am Mesa Arch in die Galerie der Fotocommunity , klicken richtig viele Leute dieses Bild an. In der kurzen Zeit haben es schon über 6000 Fotofans angeschaut. Es gefällt nicht jedem, aber das ist ja auch ganz normal. Wie dem auch sei, es schön so viel Zuspruch zu erhalten und es zeigt einmal mehr, dass es sich lohnt früh aufzustehen!

Damit habe ich es nicht so sehr, heute ist es schon wieder 7:05 – Arizona Time – also eigentlich 8:05 Utah Time – in Deutschland ist es jetzt gerade irgendwas mit 14:05 denke ich. Nachschauen kann ich es nicht, weil der Router hier im Rodeway Inn sowas wie einen Wackelkontakt zu haben scheint. Die Internetverbindung kommt und geht jedenfalls wie sie gerade lustig ist. Das erinnert mich fast an den heimischen DSL-Light-Anschluss und das Gehampel das wir oft daheim haben wenn es mal wieder nicht funktioniert 🙂

Gleich werde ich wieder meine Sachen zusammen packen, alles in Auto tragen und dann gemütlich frühstücken – sicher wieder bei Denny’s. Auch wenn ich vorgestern mit anschauen durfte wie ein LKW das “Convenience Food” angeliefert hat, es schmeckt doch ganz gut und die Menschen Dort sind sehr nett. Danach könnte ich vieleicht noch einmal ohne Taschenmesser die paar Hundert Meter zum Carl Hayden Visitor Center rüberfahren und mich diesmal vielleicht mit dem Aufzug hinunter zum Damm “abseilen”. Die Ausblicke dort sind sicher nicht von schlechten Eltern!

Um 13h habe ich dann meinen Flugtermin am Page Airport. Hoffentlich ist es nicht zu stürmisch. Dieser Abschluss der Reise wäre wirklich großartig – es bleibt zumindest spannend. Wenn es nicht klappen sollte könnte ich noch einmal zum Zion National Park fahren oder mir vielleicht auch ein wenig Las Vegas anschauen. Da fällt mir wieder George Fono ein der mich gestern auf dem Schiff gefragt hat “Have you been to Las Vegas!” “Well, I’ve seen the airport, the car rental station, and the highway to page.” “Oh, so you’ve seen the most beautiful things of Las Vegas!!” Dabei grinst er unter der großen Sonnenbrille über beide Backen. Seine Frau hat mir dann erzählt, dass ihr Mann solche Städte überhaupt nicht leiden kann. Irgendwas hat ihn dann doch beeindruckt und er hat danach ein wenig von diesem Kasino geschwärmt das im venezianischen Stil gebaut ist. Es ist dort also nicht alles hässlich…

Ich stehe jetzt mal auf. Abschied nehmen ist immer wieder blöd. Seit Jahren heißt es am Freitagmorgen den Koffer zu packen und die Heimreise anzutreten. Nur ist es diesmal keine Arbeitswoche die hinter mir liegt sondern eine großartige Zeit ein einem beeindruckenden Land mit wirklich tollen Leuten. Besonders die Menschen hier haben es mir angetan. Der Mix aus Besuchern, Indianern, zugereisten, das macht es eben aus. Man kommt schnell ins Gespräch, alle sind hilfsbereit und wenn man will ist man hier nie wirklich allein.

Falls nichts schief geht sitze ich dann morgen um 16h50 in einer startenden Boing 767. Der Flug wird wohl 13 Stunden dauern. Ankommen werde ich in Frankfurt am Montag morgen. Sicher bin ich da erst einmal ziemlich außer Gefecht gesetzt. Aber 20 Stunden Schlaf werden es schon richten 🙂 Am Dienstag geht dann der Alltag wieder los.

Im Juli steht dann eine “Vater & Kind”-Reise auf dem Programm. Mit dem Wohnmobil durch Dänemark nach Norwegen. Das wir sicher auch wunderbar! Und im Herbst bin ich dann vielleicht auch so fit, dass ich den Hike zur Subway lebendig überstehe 🙂 Vielleicht nehme ich dann auch mal die schöne alte Rolleiflex wieder mit!

Ok, es ist jetzt kurz nach 7 Uhr. Ich versuche jetzt mal mein Glück mit dem Upload über die wackelige Funkverbindung und dann starte ich zum letzten großen Event! Mehr dazu gibt es dann heute Abend, so denn irgendwo eine WLAN Verbindung möglich ist…

NACH NUR DREI VERSUCHEN HAT ES TATSÄCHLICH GEKLAPPT!

Rainbow Cruise – Oder: Ein perfekter Tag!

Vorweg ein paar Infos zum Tourziel.

Eigentlich brauche ich zur Beschreibung dieses Tages nur ein paar Fotos…

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Was gibt es da noch zu erzählen? Na vielleicht, dass ich eben noch kurz beim Airport war und es morgen um 13h – falls das Wetter mitspielt – einen ganz total privaten Scenic Flight nur für den Ansgar ganz allein geben könnte – I’m very excited!!!

Nachdem ich mich Abends noch mal versichert habe mich in der richtigen Zeitzone zu befinden und mir die Wecker in Handy, GPS und iPOD auf 7:00 gestellt habe – war ich dann schon um 06:58 wach. Genial – eine Weile ruhig im Bett liegen und dann denken “Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert!” (Zitat: Hannibal, A-Team) Nach ausgiebiger Körperpflege – man könnte es fast als Wellness-Pause bezeichnen, geht es dann kurz rüber zum Safeways ein Roastbeef-Sandwich kaufen. Danach dann ab zur Wahweap Marina. Die nette Dame mit dem Rangerhut heißt mich auch heute herzlich willkommen. “Do you want to have a broshure?” “Thanx, I already have a map, you gave me one yesterday!” “Oh, yes really – I did – Ya, I remember you! Have a nive day…” Die Leute sind hier so cool…

Pünktlich um viel zu früh bin ich dann bei den beiden kleinen Mädels am Boad Trip Desk. Eine der beiden ist neu im Job und die andere zeigt ihr wie alles geht. Sie ist total aufgeregt, dann sieht sie meinen Personalausweis und fragt mich “Are you from denmark?” Was haben die bloß immer alle mit Dänemark? Waren die Wikinger mal hier und haben hier für Zoff gesorgt – ich weiß es nicht – nein ich komme nicht aus Dänien, ich komme aus der Gegend zwischen Frankreich und Polen! Sie versteht es nicht – “Ok, I am from GERMANY!” Wer sagt es denn, schon gepunktet! Ich kriege mein Ticket – dafür werden dann nur 153 Dollar von der Kreditkarte abgebucht – das Reisen ist hier so einfach…

Mit meinem tollen Ticket geht es kurz zurück zum Auto die Kampfausrüstung ran schleppen! In der Lobby gibt es eine Ecke mit Kaffee und anderen Nettigkeiten. “Hello, how are you – can I get a coffee here?” “No Sir, we’ve no coffee today!!” Hm… Dann lacht er und fragt “What size do ya want?” Aha – kleiner Spaß am Morgen! “Well, I just wanna little WAKE ME UP", do ya have that?” “Sure we have that, sometimes I need it too. I always take this large one!” Dabei zeigt er auf einen Becher der mich an die große Portion Popkorn im Kino erinnert. “Thanx I think the small one will fit my needs! Can I get some milk please?” “Oh we’ve some sugar and coffee creamer over there!” “Thanx but I love milk, do you have some milk please!” “You want milk?? Cow milk?” “You’ve something else rather than cow milk?” “Ok…”

Dann holt er aus der Kühlung eine Gallone (!!) frische Milch und gießt etwas in den Kaffebecher bis ich STOP sage – Perfekt! Bereits drei Dollar später habe ich einen heißen Kaffee in der Hand und es geht den betonierten blitzblanken Weg runter zu den Ausflugsboten. Auf halbem Weg kommt mir eine Dame in einer Art Marineuniform in sowas wie einem Golfplatzvehikel entgegen. “Do ya wanna take the trip to rainbow bridge?” “Yes, I want!” “Do ya have a ticket!” “Yes I have a ticket!” “You’re an early bird – so wait down there we’ll be starting in 45 minutes!” Das ist ein Wort… Während sie das Essen und die Getränke holt schaue ich mir die Boote an. Das schicke große Schiff aus der Internetpräsentation der Tour ist verriegelt und menschenleer. Ein wenig weiter ist ein viel kleineres, viel älteres Schiff und dort putzt gerade jemand akribisch die Fenster. Es heißt Ethel G. – ob es das ist? Na für mich allein braucht es auch nicht mehr… Später erfahre ich dann, dass das Schiff nach der Frau des Wahweap-Gründers benannt ist.

Kurz drauf lerne ich das Ehepaar Fono aus Kanada kennen. Er hat auch ne Nikon, wir verstehen uns prächtig! Nach und nach kommen noch ein paar Leute hinzu und pünktlich um 9h startet die Tour!

Die Dame aus dem Golfplatzvehikel ist der Kapitän! Sie ist eine Navajo Indianerin und erzählt und eine Menge über den See, seine Geschichte, die Indianer, das Kohlekraftwerk, es ist richtig gut! Schließlich gibt sie uns sogar noch eine Kostprobe ihrer Muttersprache, das führt bei den Zuhörern zu fragenden Gesichtern und geöffneten Mündern – cool!

Die Fahrt zur Rainbow Bridge ist wunderbar. Es ist saukalt, der Wind bläst wie die Hölle das Schiff geht richtig ab und es riecht am hinteren Ende nach verbranntem Diesel! Der Stoff aus dem die Träume sind 🙂

Nach drei Stunden werden die Wände des Canyons enger und wir kommen schließlich an einen schwimmenden Anleger. Nun haben wir 90 Minuten für die kurze Wanderung zur größten Natursteinbrücke der Welt. Die Zeit vergeht wie im Flug, schnell die Knipsbilder schießen und dann geht es auch schon wieder zurück, ich gehe als letzte an Bord – ich habe sicher die meisten Bilder geknipst…

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Dann gibt es Sightseeing! Frau Kapitän steuert das Schiff in verwegener Weise durch die engsten Schluchten. Zwischen die Felswände und das Boot passt vielleicht ein Fußball – mehr nicht! Irgendwann ist Schluss, der Canyon wird zu eng und man kann an dieser Stelle gut wenden. Der Weg raus ist dann etwas schwieriger, es passt einfach nicht! Das Schiff touchiert die Wände und der Bootsmann ist in Rettungsweste bemüht das Schiff von den Wänden wegzudrücken. Das sieht echt gefährlich aus und ich mag mir nicht vorstellen was passiert wenn er abrutscht und zwischen Schiff und Felswand gerät!

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Es passt nicht mehr – die Wände haben sich verschoben oder die Struktur des Schiffes hat sich mit der Richtung geändert! Also rückwärts zum Wendeplatz – zweiter Versuch! Frau Kapitän nimmt nun einen etwas anderen Kurs. Der Bootsmann hat sich mit einer Art Enterhaken aus Aluminium mit roten Gummipuffern bewaffnet. Er schaut sich alles gut an und gibt Anweisungen durch das geöffnete Fenster. Nun klappt es prima, der Enterhaken bleibt unbenutzt und er sagt schließlich den Menschen, die ihn da gerade fotografieren, etwas wie “Sie muss mir immer mal wieder zeigen, dass sie es besser kann als ich!”

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Um 17h sind wir wieder bei der Wahweap Marina. Das kleine Lunchpaket war ganz lecker, aber das versprochene im Preis enthaltene “Dinner” hatte ich mir anders vorgestellt…

Ok, es war ein genialer Tag, wir hatten viel Spaß, ich habe Leo Ma aus Taiwan und die beiden Fonos aus Kanada kennengelernt. Wir hatten echt viel Spaß zusammen und unsere E-Mail-Adressen haben wir auch getauscht!

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Um 17h15 bin ich dann wieder bei der netten Dame am Page Airport. Sie kennt mich schon richtig gut und wir halten ein Schwätzchen. Morgen um 7h30 startet der Pilot zum Rundflug mit Bodenkontakt in Monument Valley. Da war ich schon zweimal, es wäre nett was “individuelles” buchen zu können. Dieser Rundflug ist auch nicht billig, mit 250 Dollar muss man rechnen. Wenn man allein ist, hat man abhängig von der Anzahl der übrigen “Mitflieger” ggf. auch für ZWEI PERSONEN zu bezahlen! Die individuelle Variante ist also nicht wirklich viel teurer! Um 12h kommt die Truppe zurück, danach wird das Flugzeug eine Stunde lange gereinigt, betankt und gecheckt. Ich wäre also um 13h an der Reihe! Ok, abgemacht!

Gut gelaunt geht es zum Auto! Auf dem Weg zurück sehe ich es dann schon wieder! Jemand pflegt seinen Garten! “Genial!” denke ich mir. Statt den Rasen zu mähen, die Blumen zu gießen und das Unkraut auszuzupfen hat er ein Gerät mit dem schönen Namen STIEHL an der Schuler und pustet einfach den ganzen überflüssigen Dreck auf das Grundstück seines Nachbarn. So geht das hier und das macht nicht nur er, ich habe es jetzt schon oft beobachtet! Nur steht nicht auf allen “STAUBBLÄSERN” das schöne Wörtchen STIEHL…

Im Motel gibt es das letzte Eating Right Menü aus der Mikrowelle und während 21GB Bildmaterial hin und her gewälzt werden schreibe ich schnell mein BLOG…

Hier gibt es die Diashow des Tages.

Hier die Track-Auswertung:

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Hier das KMZ zum selber gucken.

Hier noch das nachgelieferte Video des Tages:

Rainbow Morning – Oder: It’s fu….. cold outside!

Nach einer eisigen Nacht mit ratternder Wandheizung bin ich ein wenig vor meinen Weckern aufgewacht. Ein wenig panisch war ich dann gleich wieder, weil ich seit gestern ständig das Gefühl habe in der falschen Zeit zu leben. Nein nicht das falsche Jahrhundert, das wäre vielleicht mal eine Maßnahme – nein der falsche Zeitzonenpartikel! Allerdings wo ich es gerade so schreibe, Mozart mit einem Solarladegerät und der D300 zu besuchen, das hätte was…

Ein Blick auf die örtliche Webseite beruhigt! Es ist 7h02 und ich habe noch eine gute Stunde. Allerdings gilt auch dort “First come first serve” – ich werde mich also rechtzeitig auf den Weg machen damit ich einen schönen Fotoplatz an Bord finde.

http://www.cityofpage.org

Eben habe ich dann gesehen, dass echt viele neue Mail im Posteingang sind. Der Vorschlag von Tilman war erfolgreich und ich habe nun ein neues Galeriebild. Das freut mich sehr und es ist ein schöner Teil des Abschlusses einer großartigen Reise. Wenn es heute noch mit der Rainbow Bridge klappt und morgen mit dem Flug über den Grand Canyon – dann ist alles perfekt!

So, nun aber unter die Dusch und dann auf zur Wahweap Marina!

Mehr dann heute Abend! Stay tuned and have fun – wie man hier zu sagen pflegt!

Nix mit fliegen – Oder: I am sorry…

Es gibt Dinge im Leben die kann man nicht planen, dazu zählen zum Beispiel Softwareentwicklungsprojekte und Flüge mit kleinen Propellerflugzeugen. Dabei fing der Tag ja eigentlich ganz gut an. Ausgeschlafen und erholt lange duschen, dann in aller Ruhe noch ein kleinen Eintrag ins BLOG schreiben und dann zum Airport rüberfahren – er ist ja fast hinter dem Haus!

You’re very early!

Am Flughafen angekommen sagte mir die nette Dame bei der ich gestern den Flug für heute reserviert habe ich sei echt früh dran. Wir hätten doch 9h aus gemacht und es seit erst 7h52. “Are you shure? I have eight fifty two am!” “Maybe you’ve still your Moab time?”…

Mist, wieder reingefallen! Bei der Anreise von Moab nach Page habe ich nicht bedacht, dass Arizona sich aus Gründen die mir heute niemand erklären konnte und ich habe viele Leute gefragt, nicht bei der Sommerzeit mitmacht. Das hat den Vorteil, dass Page im Sommer die gleich Zeit hat wie Las Vegas, aber dennoch ist es oft verwirrend, da man hier ständig zwischen Utah und Arizona hin und her pendelt. Ok, ich war also echt eine ganze Stunde zu früh. “Ok, see you in sixty minutes! Bye…” und wieder zurück zum Auto. Was nun? Vielleicht schauen wir mal im Visitors Center am Glenn Damm vorbei! Gesagt getan! Dort angekommen bin ich überrascht, dass ich mich plötzlich in einer Leibesvisitation wieder finde. Das Visitors Center ist eine Hochsicherheitstrakt! Kann man vielleicht auch verstehen, wenn den Damm jemand sprengen würde hätten sie hier vor Jahre kein Trinkwasser mehr.

Einen richtig bösen Blick ernte ich dann als mein wunderschönes Schweizer Taschenmesser, mit Scherer, Flaschenöffner, Säge & Co. von der netten Sicherheitsdame ans Tageslicht befördert wird! Ich habe es hier eigentlich immer dabei, denn es ist total praktisch. Man kann Finger- und Fußnägel damit beschneiden, Bierflaschen öffnen, Brot schneiden und was weiß ich was man noch damit machen könnte. Jedenfalls war die Dame “Not amused” dass ich versucht habe dieses wirklich tödliche Mordinstrument heimlich in das Visitor Center zu schmuggeln! Also zurück zum Auto, Taschenmesser ablegen und den zweiten Anlauf starten! Brav wieder alles in Körbchen legen und wieder piepst die Sicherheitsschleuse! Wieder eine Leibesvisitation der inzwischen leicht ärgerlich wirkenden Dame in der blauen Uniform. Diesmal bin ich augenscheinlich clean, es scheinen die Schuhe zu sein. Ich darf passieren!

Im Visitors Center gibt es Filmvorführungen und viele schöne alte Bilder die sehr anschaulich die Dimensionen dieses mittlerweile fast 50 Jahre alten Bauwerks erklären. Der ganze Spaß hat 1963 – damals war ich –1 Jahr alt – 272.000.000 US-Dollar gekostet. Und damals war der Dollar mehr wert als heute! Wenn man dann auf einer der großen Tafeln die Luftbilder von 5 weiteren ebenso großen Staudämmen sieht wird klar, was die Ingenieure bereits vor 50 Jahren zu leisten imstande waren!

Nach gut 45 Minuten verlasse ich das Gebäude im zweiten Anlauf durch die richtige Tür! Der Eingang ist nämlich der Eingang und wer da raus will erntet echt strafende Blicke!

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Draußen vor dem Visitor Center ist es so windig, dass man kaum geradeaus gehen kann. Am Horizont haben sich dunkelgraue Wolkenberge aufgetürmt und es nieselt ein wenig. Auf dem Rückweg zum Flughafen windet es wie die Hölle, ich kann das Auto kaum dazu bewegen geradeaus zu fahren. In mir keimen die Zweifel ob die Wettervorhersage nicht doch korrekt gewesen sein könnte. Am Flughafen nimmt mich dann auch direkt der Pilot in Empfang. Er entschuldigt sich vielmals, aber es geht heute einfach nicht. Einer der anderen Piloten musste heute bereits nach einer “very dangerous situation” über dem Grand Canyon umkehren. “I’m shure you won’t get the photos you want today!” – das ist ein klare Ansage! Vielleicht hat er darüberhinaus auch Angst, dass sein schönes Flugzeug vollgekotzt werden könnte 🙂 Gemeinsam versuchen wir dann mit einem der Mitarbeiter vom Bodenpersonal die Situation zu sondieren. Er ruft via Internet mehrere Wetterberichte ab, alle decken sich mit den offiziellen Daten des Flughafens. Und es sieht so aus als würde alles noch viele schlimmer!

Ok, was tun. Morgen habe ich den Boat-Trip zur Rainbow Bridge gebucht. Samstag wäre noch eine Optionen. Ich könnte früh auschecken und mit komplett gepacktem Auto zum Flughafen kommen. Falls das Wetter dann besser ist den Rundflug machen und danach dann in Richtung Las Vegas aufbrechen. Ok, so machen wir das! Morgen stimmen wir uns nach dem Boattrip noch kurz ab und am Samstag machen wir einen zweiten Anlauf!

In diesem Augenblick springt dem Piloten meine Kamera ins Auge. Ich muss sieh mal seinem Kumpel an dem Computer zeigen. Der hat eine D70 und nimmt sie voll Ehrfurcht entgegen. Wenn er wüsste, dass er da bereits ein fast historisches Fotogerät mit nur 12.000.000 Bildpunkten in der Hand hat… “What is it?” Fragt der Pilot, dabei tut er so als würde es ihn gar nicht interessieren. Sein Kumpel beginnt zu schwärmen, das Ding hätte er auch gern. “What lens is it?” Der Pilot bekommt erklärt, dass es das beste Objektive ist das er sich für seine D70 wünschen würde. “Is it a good camera?” So geht das eine Weile weiter, Dann wollen beide wissen was ich sonst noch so im Rucksack mit mir herumschleppe. Andächtig nehmen sie das Teleobjektiv in die Hand. Dann springt ihnen die F5 mit dem 2.8/28-70 ins Auge. Wow, sie sind begeistert! “Do you process the pictures yourself?” Nein, Dias lässt man besser im Labor entwickeln, das geht sonst immer schief! Am Ende der Prozedur habe ich den Eindruck, dass der Pilot sich doch ein wenig interessiert, das aber nicht zeigen will und dass er zudem gern wissen möchte wie ernst es mir mit meinen Fotos ist. Ich habe ihn wohl überzeugt. So wie es aussieht würde er also wegen mir am Samstag früher als sonst aufstehen…

Mittlerweile hat sich die nette Dame dazu gesellt und wir verabschieden uns mit diversen Floskeln und Händedrücken. Als ich mich gerade umdrehen will sagt mir der Pilot mit Spitzbübischem Grinsen zwischen den weißen Bartstoppeln “Auf Wiedersehen!” ich bin platt! Er genießt es sichtlich. Ich glaube es sind die einzigen deutschen Worte die er beherrscht!

Draußen im Auto bin ich gefrustet und weiß erst einmal nichts mit mir anzustellen. Also rüber zu Denny’s und ein echtes Männerfrühstück bestellen. Das Aufgeben der Bestellung klappt inzwischen ganz prima. Ich weiß nun welche Gegenfragen kommen und habe bereits meine Antwort parat! So macht das Spaß. Der Kaffe und der O-Saft kommen mit Lichtgeschwindigkeit an den Tisch und kurz drauf auch die Rühreier mit Bacon und Hash Browns. Da hat der Wolfgang mir was gezeigt. Während ich esse überlege ich dann, dass ich den Trip der eigentlich für Samstag geplant war dann heute machen könnte.

Danach geht es über die Wahweap Marina in Richtung Kanab. Bei der Wahweap Marina gibt es eine mir überaus sympathische Tankstelle! Schaut man nach links sieht man putzige Wolkenformationen, schaut man nach rechts kriegt man das kalte Grausen. Über dem Kohlekraftwerk der Navajo Indianer direkt neben dem Antelope Canyon braut sich echt was zusammen!

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Nach dem Tanken geht es weiter nach Kanab. Dort angekommen geht es dann rechts in Richtung Zion National Park. Ein paar Meilen später dann ein Hinweisschild zur Moqui Cave. Hey das klingt nicht schlecht! Also anhalten, Kamera und Stativ auspacken, fünf Dollar bei der netten Dame bezahlen und dann – ist es gar keine Tropfsteinhöhle oder das was ich mir erwartet habe… Es ist mehr ein Museum in einem Berg. Die Exponate sind niedlich und die Dame erzählt mir, dass es früher mal die Kneipe der Großeltern ihres Mannes war. Es gibt dann doch ein paar witzige Dinge zu sehen. Und beim Kauf einiger Souvenirs komme ich mit der netten Dame ins Schwatzen. Sie stellt mir ihre älteste Tochter vor. Diese macht mich mit ihrem jüngsten Sohn bekannt. Dann bekomme ich Familienfotos gezeigt. So geht das hier, die Menschen sind einfach sowas von aufgeschlossen und freundlich – das ist einfach großartig!

Nachdem Bezahlen tauschen wir dann auch noch unsere E-Mail-Adressen aus. Meine Erzählungen wo ich in den letzten Wochen überall war haben Neugier ausgelöst!

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Es ist Mittag als ich die Höhle verlasse haben sich die Wolken weitgehend verzogen, dafür es ist jetzt richtig stürmisch. Man kann kaum die Autotüre öffnen, so heftig geht der Wind! Was soll das nur noch werden. Morgen bei dem Wind auf einem Schiff – da werde ich sicher seekrank…

Kurz drauf bin ich im Coral Pink Sand Dunes State Park angekommen. Der Ranger ist ein adretter Typ und er trägt voll im Ernst eine Pistole am Gürtel! Ich zahl meine sechs Dollar und darf mir einen Abschnitt aus einer Registrierkasse an die Windschutzscheibe kleben auf dem man fast nichts erkennen kann weil das Farbband wohl ausgedient hat… Am kleinen Visitor Center angekommen kann ich kaum aussteigen. Soll ich da echt meine Kamera mit rausnehmen? Egal, es ist alles versichert – auch gegen Blödheit und Sand! Also im Auto das Tele samt Konverter montieren und auf das Stativ schrauben. Dann geht es los. Der Wind ist so schneidend, ich kann kaum atmen. Überall in der Luft ist feiner Sand. Direkt neben mir steigt ein weibliches Paar aus dem gemeinsamen Wohnmobil. Sie können es nicht glauben, dass das kleine Toilettenhäuschen das Visitors Center sein soll. Als ich die Frage nach dem Visitors Center nicht gleich verstehe, winkt die Fragerin ab und macht einen Gesichtsausdruck als würde sie denken “Typisch Mann, die sind eh alle dämlich!” Dann geht es auf in den Sand. Die Dünen sind schön, aber längst nicht so groß wie ich es erhofft habe. Dennoch kommt man kauf vorwärts. Der Sand ist tief und lose. Durch den tosenden Wind kann man ein paar Quads hören. Später lese ich, dass hier in den 70er Jahren Leute mit Buggys ihren Spaß hatten und das ganze Areal täglich durch gepflügt haben. Inzwischen habt man einen Weg zur Koexistenz von Tieren und Spaß gefunden. Ein Teil wurde abgesperrt ein anderer für die Offroad-Freaks geöffnet. Am nett gemachten Campingplatz sehe ich später abenteuerlich umgebaute Autos, Quads und Crossmotorräder. Das macht sicher Spaß!

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Während ich durch den Sand stapfe sammelt sich langsam aber sicher der Sand in Mund, Ohren, Nase und Augenwinkeln. Das ist definitiv nicht witzig! Das Liebespaar im schwarz blauen Partnerlook kommt besser voran. Die haben ihren Spaß und fotografieren sich immer wieder gegenseitig. Ich nutze die ein oder andere Gelegenheit die beiden als “Maßstab” für die Große der Sanddünen zu verwenden. Gegen 15h bin ich total fertig wieder am Auto. Der Weg war nicht weit aber ich hatte zum Schluss echt Mühe die letzte Düne wieder hoch zu kommen ohne meine Kamera in den Sand zu werfen. Im Auto geht es dann in Richtung Süden, dort sollte laut Karte die Straße auf die Hauptstraße führen die mich dann über Kanab wieder nach Page bringen soll. Der Plan geht auf! Eine Stunde später, die Holperstrecke liegt endlich hinter mir bin ich sowas von müde. Ich muss mal anhalten. Es gibt Mittagessen, einen Apfel und eine Apfelsine. Im Kofferraum finde ich noch ein paar Erdnüsse. Dazu ein mit lebenswichtigen Vitaminen angereichertes Life Water in der Geschmacksrichtung Dragonfruit. 26g Zucker sind da drin! Von wegen Life Water, das ist höchstens für das Leben der Zahnärzte gut 🙂

Kurz vor Page zweige ich dann kurz zum Aussichtspunkt oberhalb der Wahweap Marina ab. Von dort kann man das Hotel sehen in dem es morgen los gehen soll. Als ich aussteigen will habe ich ein Bein draußen, die Hälfte des Körpers ist noch im Auto als mir der Wind die Türe voll gegen den Kopf knall. Ich sehe kurzzeitig Sterne und muss mich zurückziehen. Ist das ein Sturm. Der Schädel brummt. Nee, da gehe ich jetzt nicht mehr raus! Ich mache ein paar Knipsbilder durch das geöffnete Seitenfenster. Dann fällt mir auf, dass noch drei weitere Autos da sind. Die Insassen filmen die Umgebung, sicher haben sie auch gefilmt wie ich mich fast K.O. geschlagen habe. Sie sind jedenfalls gleich im Auto sitzen geblieben, eine gute Entscheidung!

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Zurück in Page geht es noch kurz rüber zum Safeways. Diesen Supermarkt habe ich inzwischen richtig lieb gewonnen. Eine echt alte weißhaarige Dame bittet mich an der Kasse zu sich. Das ist auch Amerika, hier müssen viele Menschen auch mit 70 und älter noch arbeiten weil die Rente nicht reicht. Das steht uns auch noch bevor. Wer hier ist kann sich schon mal mit dem Gedanken anfreunden.

Im Hotel geht wieder das WLAN nicht. Ich schreibe mein BLOG also zunächst einmal offline – wann ich ihn veröffentlichen kann weiß ich noch nicht.

Update – 21:44 (Utah Zeit): Der freundliche Mitarbeiter an der Rezeption hat den WLAN-Router neu gebootet – nun klappt es auch mit dem Nachbarn…

Zeitzonenwirrwar

Gerade eben überlege ich wo denn nun eigentlich die Wahweap Marina liegt – in Utah oder in Arizona? Die Dame bei der Touristeninformation hat mir gesagt das Treffen sei morgen um 8h30 im Foyer des Hotels. Fein! Nur, wann ist denn 8h30?

Ok – Google Maps bringt Licht ins Dunkel – Die Wahweap Marina liegt in Arizona – aber gaaaanz knapp wie dieses Bild beweist! Utah ist oben – also im Norden. Wer sich den Maßstab anschaut sieht schnell, es sind ungefähr 600 Meter bis Utah!

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Also werde ich gleich mal alle Uhren umstellen! Las Vegas hat die gleiche Zeit, ich werde bis Sonntag nur in Arizona und Nevada sein. Ok, zwischen durch bin ich vielleicht mal ne halbe Stunde mit dem Auto in Utah – aber das lassen wir mal unter den Tisch fallen…

All Day Rainbow Bridge Cruise

Quite likely one of the most photographed geological wonder in the American West, Rainbow Bridge is a must-see during your Lake Powell visit. The tour is approximately 7 1/2 hours, with about 3 hours travel time to Rainbow Bridge, 1 to 1 1/2 hours walking to and exploring Rainbow Bridge, and 3 hours back to Wahweap Marina. You will enjoy the wonderful rock formations, beautiful painted walls, and travel through Forbidding Canyon on your way to Rainbow Bridge and a stop at Dangling Rope Marina.

The experienced Scenic Cruise Adventures crew will also give you an interpretive tour along your journey! Due to the current projected lake levels, a walk/hike (1 mile each way) is required both to and from Rainbow Bridge for optimum viewing (total walking distance = 2 miles).

Due to low lake level we are NO LONGER able to see Rainbow Bridge from the Tour Boats. A full 2 mile WALK/HIKE is involved round trip. We suggest you wear comfortable tennis or hiking shoes for the trail. All cruises include complimentary water, coffee, and lemonade. NPS ENTRY FEES NOT INCLUDED IN TOUR PRICES.  Restrooms/toilets are available on board all tour boats. (Smoking is allowed in designated areas only.) Child rates are from 3 to 12 yrs. old, 2 and under are free, but do require a boarding pass. 

Scenic Cruise departs on AZ Mountain Standard time. Please check your time with ours. 

Check in at Boat Tour desk 30 mins. prior to departure time to pick up COLORED boarding passes. We require a minimum of 10 ADULT FARES on all cruises.

Hier noch die Trackauswertung des heutigen Tages

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Das KMZ des Tages gibt es hier.