Fotoschule – Teil 1

In meinem letzten Artikel habe ich Euch ja schon angekündigt, dass ich plane in den kommenden Monaten in lockerer Folge einzelne Videos und Artikel zum Thema „Ansgar’s kleine Fotoschule“ zu erstellen. Heute ist der erste Teil schon fertig. Mein etwas ungehobelter Kumpel Arnulf Schmadtke hat mir im Vorfeld in seiner einzigartigen Manier einige Fragen per Video-Botschaft zukommen lassen. Diese Fragen habe ich zum Anlass genommen um Euch ein wenig zum Thema „Kennt man eine, kennt man alle“ zu erzählen.

Warum dieses Thema? Ganz einfach, seit ich mit 12 Jahren Jahren meinen ersten Fotoapparat bekam hat sich an den meisten Themen der Fotografie fast nichts geändert. Es gibt einige wenige Zutaten die ein Bild aus rein technischer Sicht ausmachen. Diese Zutaten sollte man kennen und beherrschen. Es ist ein wenig wie das Lesen von Noten. Wer einst ein Konzertpianist werden will, der sollte damit beginnen des Notenlesen zu lernen.

Kommt man mit den Noten erst einmal zurecht so garantiert dies aber noch lange nicht, dass man einst als gefeierter Beethoven-Interpret auf einem Steinway-Flügel musiziert oder vielleicht stattdessen daheim vor einer etwas verstaubten Heimorgel gemeinsam mit den Enkelkindern Volkslieder übt. Das Notenlesen ist das Handwerkszeug der Musiker und was man daraus macht hängt von den eigenen Fähigkeiten ab und mehr noch davon wie hartnäckig man seine Ziele verfolgt.

Bei der Fotografie ist es ganz genauso. Wer seine Kamera nicht beherrscht (Noten lesen kann) der sollte sich keine Hoffnungen auf eine große Karriere als gefeierter Starfotograf machen. Daher mein Appell an alle die ernsthaft in die Fotografie einsteigen wollen:

  • Lernt zuerst Noten zu lesen und versucht danach schöne Lieder zu komponieren!

Für die Erstellung meines Videos habe ich insgesamt drei Kameras verwendet. Mein Ziel war ein schöner abwechslungsreicher Multi-Cam-Edit. Aber leider habe ich immer wieder meine Beispiel-Fotoapparate vor der „Detail-Kamera“ zu hoch gehalten und die alternative Einstellung war letztlich nicht zu gebrauchen weil Kamera #3 keinen vollständig aufgeladenen Akku hatte. So sind letztlich nur zwei Spuren übrig geblieben. Wundert Euch also nicht wenn ich im Video immer mal wieder recht freundlich einen imaginären Fremden anlächle, das war Kamera #3…

Kamera #1 (Hauptkamera) war diesmal meine Nikon D800E mit dem AF-S VR 2.8/24-70mm Objektiv bei 1/30s, Blende 5,6 und ca. ISO-400. In der D800E war KEINE SPEICHERKARTE eingelegt, daher konnte ich ein cleanes Videosignal über HDMI ausgeben und erstmals mit meinem neuen Atoms Ninja 2 aufzeichnen. Leider war auch die D800E nicht perfekt vorbereitet. So war auch hier zwischendurch die Batterie am Ende und zusätzlich hatte ich vergessen sie so einzustellen, dass sie den Live-View tatsächlich beibehält. Statt ein ununterbrochenes Videosignal zu liefern hat sie sich alle 10 Minuten abgeschaltet. Dabei bekommt man natürlich die Krise wenn man mit drei Kameras gleichzeitig zu filmen versucht.

Sehr doof ist es auch wenn man sein eigener Tontechniker, Moderator und Kameramann sein muss. Wie fokussiert man eine Kamera auf das eigene Gesicht wenn man hinter der Kamera steht? Dementsprechend sind im zweiten Teil die Kameras auf dem Tisch schön scharf abgebildet, mein Gesicht hat allerdings einen kräftigen Weichzeichner 😦

Auch hatte ich ein wenig Hoffnung in den WU-1b WLAN Adapter an meiner Nikon 1V2 (Detailkamera) gesetzt. Aber die kostenlose Nikon APP ist wirklich noch primitiver als in den diversen Schmähschriften im Internet beschrieben. Zwar kann man damit via WLAN den Live-View auf das Handy oder ein iPad auslagern, aber eine Video-Aufnahme lässt sich damit nicht starten!! Hier habe ich mich echt gefragt wie dumm man sein muss wenn man zu diesen tollen Kameras und dem grundsätzlich guten WLAN-Adapter eine so primitive Software konzipiert…

Dann gab es auch noch Probleme mit dem Ton. Im ersten Teil habe ich das eigentlich recht gute Audio Technika ATR-3350 verwendet. Dieses Mikro hat einen kleinen Vorverstärker der mit einer winzigen LR44 Batterie betrieben wird. Und wie immer war diese kleine Batterie leer, was ich aber erst nach dem ersten Moderationsanlauf bemerkt habe. Mit einer neuen Batterie ging es dann eine Weile ganz gut bis nach einer der vielen Unterbrechungen wieder kein Audio-Signal mehr im Atoms Ninja 2 ankam – Arg… Also bin ich auf ein echt primitives passives Ansteckmikrofon ausgewichen das es bei amazon.de für sage und schreibe 3,95 Euro zu kaufen gibt. Und was soll ich sagen, die Tonspur ist damit sogar besser geraten!

Wundert Euch also nicht wenn etwa in der Mitte des Videos die Tonqualität wechselt, das ist das zweite Mikrofon!

Arnulf Schmadtke hat seine kleine Fragerunde übrigens mit einer Nikon 1 V2 und dem 1.2/32mm bei Blende 1,8 ISO-400 und 1/100s aufgenommen. Außerdem hat der den Portrait-Autofokus mit Gesichtserkennung verwendet. Ich war von der Qualität einer kurzen Frage-Einwürfe mehr als überrascht. Ich hample mit einer großen Profikamera herum und er nimmt seine Fragen einfach schnell mal in der Küche auf 🙂

Später beim Videoschnitt habe ich erst spät einige Clips gefunden die sich doch noch für ein Multicam-Edit eignen. Da war das Video aber schon fast fertig geschnitten. Also habe ich die ursprüngliche „einfache“ Videospur in Final Cut Pro X deaktiviert und eine zweite Spur „darüber“ gelegt bei der ich immer mal zwischen den beiden Kameras (Nikon D800E und Nikon 1V2) gewechselt habe. Als dann nach vielen Stunden endlich das 37 Minuten lange Video fertig für den Upload bei YouTube war, gab es beim Export immer wieder Fehlermeldungen. Das hat mich fast zum Wahnsinn getrieben. Letztlich hat eine lange Recherche im Internet geholfen. Auch andere Nutzer haben seit dem letzten Update dieses Problem. Nachdem ich alle Render-Dateien (die für die Vorschau benötigt werden) gelöscht und meinen Mac zwei Stunden lang erneut vor sich hin habe arbeiten lassen, ließ sich das Video dann endlich im Format 1080p exportieren. Die stark komprimierte Videodatei war immer noch 2,89 Gigabyte groß und dementsprechend hat der YouTube Upload ganze 6 Stunden gedauert!

Und so sieht mein schwer zusammen gefummeltes Video-Projekt aus…

Bildschirmfoto 2013-11-17 um 22.23.40

Wer diesen Screenshot anklickt muss ich nicht über die Größe wundern, das liegt an der irre hohen Auflösung des 15″ Retina-Displays an meinem neuen kleinen Mac 🙂

Ich hoffe das Video macht Euch trotz aller Widrigkeiten ein wenig Spaß. Ich freue mich auf Euer Feedback!

Bildgestaltung für Dummies – Teil IV

Heute geht es in meiner kleinen Serie zum Thema Bildgestaltung um zwei wichtige Themen:

  • Die Ausdauer
  • Der richtige Zeitpunkt

Zu den Rezepten erfolgreicher Landschaftsfotografen gehört es, Motive sorgfältig auszusuchen und zu überlegen wann und wie diese Motive am besten aussehen. Die echten Profis knipsen nicht einfach etwas ab, sondern sie widmen sich einem Motiv, manchmal über Monate und Jahre hinweg. Irgendwann ist der Zeitpunkt perfekt und dann haben sie das ultimative Foto.

Das geht natürlich nicht wenn man nur für ein paar Tage im Urlaub die Gelegenheit hat schöne Fotos zu machen. Aber man kann mit ein wenig Ausdauer, Wissen und Übung auch im Urlaub gute Fotos schießen. Auch wenn diese Fotos nicht irgendwann das Foyer der Commerzbank in Frankfurt schmücken werden, es können trotzdem Bilder sein die für einen selbst mehr als nur einen Schnappschuss darstellen. Hat man ein wirklich gelungenes Foto aufgenommen, so macht es Spaß davon einen schönen Print anfertigen zu lassen und es in der eigenen Wohnung an die Wand zu hängen. So erinnert man sich immer wieder an die Reise und alles was man dort erlebt hat. Sicher würde das auch mit einem Schnappschuss klappen, aber bei einem Bild in dem „Herzblut“ steckt sind die Emotionen einfach grundsätzlich stärker ausgeprägt.

Am Wochenende wollte ich meiner Freundin ein wenig zeigen wie man mit einem Stativ umgeht. Wir haben uns dafür eine Stelle gesucht an der man einen schönen Blick über Rhein auf das Siebengebirge und den Posttower hat. Der Himmel war sehr bedeckt und das Licht nicht wirklich schön, so sah denn unser erstes Testbild auch ziemlich langweilig aus.

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Eigentlich ist auf dem Bild alles drauf, wir sehen den Posttower, das Siebengebirge, sogar Moby Dick kommt auf uns zu geschwommen. Wer genau hinsieht erkennt sogar das Gästehaus auf dem Petersberg. Doch die Tannenzweige die rechts in Bild hineinragen sind voll daneben. Auch steht der Posttower etwas schief und die flachen Kontraste machen das Bild richtig langweilig. Hier möchte man eher weg- als hinschauen.

Nach diesem Foto war meine Sandra kurz davor alles einzupacken und wieder heim zu fahren, schließlich hatten wir ja unser Foto „im Kasten“. Es war gar nicht einfach sie dazu zu überreden noch ein wenig neben der Kamera stehen zu bleiben und auf besseres Licht zu hoffen. Während wir auf besseres Licht warteten kamen alle möglichen Schiffe, Vögel, Autos, Menschen usw. bei uns vorbei. Gern hätte Sandra immer mal wieder schnell ihre Kamera gezückt, aber sie stand ja auf dem Stativ und wartete auf besseres Licht.

Wir haben dann noch ein paar Fotos gemacht, doch sie hat schließlich die Lust verloren. So ging sie daran das Weinlaub neben unserem Aussichtspunkt abzulichten und sich nach weiteren Motiven umzusehen. Während dessen habe ich meine Nikon 1 V1 mit dem 10-100mm Objektiv auf ein zweites Stativ gestellt und immer mal wieder mit dem kleinen Infrarot-Auslöser das eine oder andere Foto aufgenommen. Das Licht änderte sich von Minuten zu Minute. Und plötzlich riss über uns die zusammenhängende Wolkendecke etwas auf und der Horizont begann rötlich zu leuchten.

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Die Zipfel der Tannenzweigen habe ich nicht wegretuschiert um Euch zu zeigen, dass sie wirklich stören. Leider konnte ich die Kamera nicht so aufstellen, dass die Zweige bei diesem Blickwinkel nicht im Bild sind. An dieser Stelle daher mein Appell an Euch, versucht störende Äste, Zweige, Gräser, was auch immer zu vermeiden, sie sind in den seltensten Fällen ein Gewinn für den Bildaufbau!

Kommen wir zum nächsten Foto, wir stehen jetzt seit fast 45 Minuten auf der gleichen Stelle. Meine Freundin wird langsam ungehalten, ihr tun die Füße weh und sie hat einfach keine Lust weiter auf das richtige Licht zu warten.  Schaut man bei diesem Foto genau hin stellt man fest, dass im Posttower schon einige Büros beleuchtet sind. Doch das Schiff auf dem Rhein ist scharf abgebildet, also ist es noch relativ hell und die Mischung zwischen der Beleuchtung des Bürogebäudes und dem natürlichen Licht der Umgebung passen noch nicht so zusammen wie ich es mir vorstelle.

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Weil es meiner Sandra langsam aber sicher so richtig langweilig wird, packen wir unsere Sachen zusammen. Meine kleine Nikon 1 V1 lasse ich während dessen aber auf dem Stativ stehen und löse sie immer mal wieder mit dem kleinen ML-L3 Fernauslöser aus. Schließlich haben wir fast 90 Minuten gewartet und es ist etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Die „Mischung „sieht jetzt viel besser aus. Meine kleine Kamera muss jetzt mehrere Sekunden belichten, so verschwimmt die Bewegung des Frachtschiffes sehr stark. Auch die Wellen der Wasseroberfläche sind nicht mehr wirklich zu erkennen. Würde man jetzt noch einen Polfilter oder einen leichten Graufilter verwenden, so könnte man bereits Belichtungszeiten von ca. 30s erreichen. Damit wäre das Wasser glatt wie ein Spiegel und die Wolken hätten sogar ein wenig Bewegungsunschärfe. Doch ich habe heute keine Filter für meine Nikon 1 dabei 😦

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Also gebe ich mich mit dem Fotos zufrieden, schließlich sind sie nur als Beispielbilder für diesen Artikel gedacht.

Schauen wir uns das nächste Foto an. Hier sehen wir einen tollen Sonnenuntergang über La Gomera  (Punta de Teneo, Teneriffa). Während meine Freundin versuchte sich im Auto aufzuwärmen fieberte ich dem besten Moment für dieses Foto entgegen. Man muss es ihr immer wieder hoch anrechnen wie geduldig sie mit mir ist! Aber irgendwie ist man trotz allem immer im Zweitdruck wenn jemand wartet und man nicht allein oder mit zu 110% Gleichgesinnten unterwegs ist.

Blue Hour #1 - Nikon D700

So war ich ein Jahr später wieder an ähnlicher Stelle und diesmal ganz allein. So hatte ich alle Zeit der Welt und konnte mir in Ruhe den besten Platz für mein Foto suchen. Und ich hatte Glück, denn an diesem Tag war der Sonnenuntergang ungewöhnlich spektakulär und die Fotos übertreffen die Bilder des Vorjahres bei weitem.

La Gomera Sunset - Nikon D800E - Full Size

Ich hoffe meine heutige Botschaft wird damit klar. Nur wer sich darauf einlässt mehrere Stunden auf den richtigen Augenblick zu warten und sich möglichst einige Tage zuvor mit den Gegebenheiten vertraut macht wird letztlich mit Fotos heimkehren die mehr als ein Knipsbild sind. Besonders in der Landschaftsfotografie lassen sich viele Motive sehr gut planen. Mit Google Earth und gutem Kartenmaterial lässt sich der beste Punkt für eine Fotosession unter freiem Himmel finden. Je nach Jahreszeit geht die Sonne aber nicht exakt im Osten auf und im Westen wieder unter, das sollte man berücksichtigen. Für alle Smartphones gibt es kleine nützliche Programme die den Stand der Sonne an einem bestimmten Tag des Jahres berechnen können. Hilfreich sind auch kleine APPs die ausrechnen wann die Sonne auf- und wieder untergehen wird.

Meiner Erfahrung nach ist etwa 30 Minuten nach oder vor Sonnenuntergang das Licht für stimmungsvolle Landschaftsfotos ideal. Aber das ist keine allgemein gültige Regel. Wer nicht den Abendhimmel im Westen sondern die Schatten der Abendsonne in Richtung Osten fotografieren möchte, für den gelten andere Regeln. Generell ist man in der blauen Stunde am Morgen oder Abend immer auf der sicheren Seite wenn man einige zusätzliche Minuten einkalkulieren kann. So hat man Zeit um sein Stativ in Ruhe aufzustellen und einen Punkt zu suchen an dem eben keine störenden Zweige ins Bild hineinragen.

Stress kann man vorbeugen indem man seinen Mitreisenden klar macht wie sehr man auf diese Fotos erpicht ist. Wenn ich eine Reise mache, dann reise ich nicht weil das Essen toll, der Pool so klar oder die Sonne so warm ist. Wenn ich verreise dann will ich fotografieren, denn das ist für mich die beste aller Möglichkeiten um entspannt heimkehren zu können. Andere lesen ein Buch, ich sitze am liebsten einsam in der Wildnis und warte auf den perfekten Moment. Jeder der schon einmal mit seiner Angel einen Köder ausgeworfen hat wird das verstehen.

Wer schöne Landschaftsfotos machen möchte hat somit etwa drei Möglichkeiten:

  • Ihr reist allein und könnt tun und lassen was Ihr wollt
  • Ihr gebt den Mitreisen ausreichend viel Geld für ein schönes Abendprogramm ohne Euch
  • Ihr schenkt den Mitreisenden eine Fotoausrüstung und versucht Eure Begeisterung an sie zu vermitteln

Für den Anfang könntet Ihr natürlich auch allgemein bekannte Fotospots wie den im nächsten Foto besuchen. Dort am Horse Shoe Bend in der Nähe von Page in Arizona treffen sich jeden Abend viele Fotofans und warten gemeinsam auf den perfekten Augenblick. Wenn Ihr nicht allein seid, stärkt diese Gemeinschaft die Ausdauer Eurer Mitreisenden ganz enorm, es sei denn sie sind noch im Kindergartenalter… Solche Shtootings haben manchmal etwas magisches und gelegentlich entstehen dabei die besten Freundschaften mit Menschen die man dort ganz zufällig trifft.

Shooting Horse Shoe Bend - Nikon D300 & Tokina AT-X Pro 4/12-24mm

Das folgende Foto stammt von Alan Vasenius aus Los Angeles. Ich habe ihn im Jahr 2011 beim Versuch einen Permit für die Wanderung zur Wave kennen gelernt. Alan hat mir damals gesagt, dass ich etwa eine Woche später im Monument Valley sein sollte um dort ein seltenes Schauspiel zu fotografieren. So haben wir uns dann einige hundert Kilometer entfernt etwa eine Woche später wieder getroffen. Es war ein toller Abend und wie haben gemeinsam auf den richtigen Moment gewartet.

The Vasenius Shadow at Monument Valley

Diese Foto kann man so nur an zwei Tagen im Jahr aufnehmen und auch nur wenn die Wolken günstig stehen. Damit kommen wir zur Einleitung zurück. Der richtige Zeitpunkt ist nicht nur 30 Minuten nach Sonnenuntergang, sondern vielleicht auch ein einziger Tag des Jahres. Wer eine Sonnenfinsternis oder den „Supermond“ fotografieren hat sogar ein noch viel weiter gespanntes enges Zeitfenster.

Das Geheimnis der Profis ist, dass sie diese „Events“ kennen oder gezielt im Internet danach suchen. Sie planen für dieses Event eine Location und sind oft schon Stunden oder Tage vorher zur Stelle. Sie kennen ihr Equipment in und auswendig und so überlassen sie im wichtigen Moment nichts dem Zufall. Letztlich entstehen dann echte Kracher die vielen Leuten ein Staunen ins Gesicht treiben so wie beispielsweise dieses Foto von Michael Fatali.

Michael-Fatali-Teapot

(Bild: Michael Fatali)

Zum Abschluss noch ein Foto auf das ich im Juni 2013 auf La Palma ganze 12 Tage lang hingearbeitet habe. Ich war ständig auf der Suche nach schönen Locations und habe auf gutes Wetter gehofft. Am vorletzten Abend ist dann endlich dieses Foto gelungen. Für mich ist dieses eine Foto eines der Highlights der gesamten Reise.

La Palma Sunset - Nikon D800E

Fazit

Stimmungsvolle Landschaftsfotografien entstehen nicht einfach von ganz allein. Für ein gutes Foto muss man auch schon mal ein paar Stunden Wartezeit auf sich nehmen, eine weitere Wanderung machen und wenn man einen magischen Ort gefunden hat, ihn ggfs. so oft besuchen bis man seine Bildidee endlich umgesetzt hat. Gute Planung und Vorbereitung sind hier die halbe Miete. Die großen Helden der Landschaftsfotografie wie bspw. Ansel Adams haben ihre Fotos NIEMALS im Vorbeigehen aufgenommen. Sie haben sich stets mit viel Aufwand und Liebe zu Detail an die Umsetzung konkreter Bildideen begeben und waren damit letztlich überaus erfolgreich.

Damit ihr Euch während ihr auf den richtigen Augenblick wartet nicht ärgert weil ihr andere Motive und Situationen verpasst, solltet ihr ggfs. einfach eine zweite Kamera dabeihaben!

Mein Tipp für den gepflegten Schnappschuss zwischendurch:

Stellt an der „Zweitkamera“ das Sportprogramm ein oder alternativ den kontinuierlichen Autofokus und die ISO-Automatik. So seid ihr auf den meisten Situationen gut vorbereitet. Auch wenn wegen der ISO-Automatik einige Fotos letztlich vielleicht ein wenig verrauscht sein sollten, ein leicht verrauschtes Foto ist immer noch besser ein Foto das total verwackelt ist weil man unbedingt mit ISO-100 fotografieren wollte…

Nikon DF – Systemkamera mit Vollformatsensor

Wer während der letzten Monate den internationalen Fotomarkt etwas beobachtet hat, dem sind sicher mehrere neue spiegellose Systemkameras ins Auge gesprungen. Sony hat zunächst mit der RX1 eine Kamera mit fest montiertem Zeiss Objektiv zum exorbitanten Preis von weit mehr als 3.000 Euro ins Rennen um die Käufergunst geschickt. Diese Kamera liefert bestechend gute Bildergebnisse, nur das Objektiv lässt sich nicht wechseln und selbst einen Sucher muss man separat erwerben.

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Kaum war die RX-1 auf dem Markt, hat SONY nur acht Monate später die grundsätzlich baugleiche RX1r nachgelegt. Damit es den unentschlossenen Käufern nicht langweilig wird ist nun gleich eine Triumvirat neuer Kameras Alpha-Serie in der Pipeline die mehr in Richtung Spiegelreflexkamera zielen, ohne indes einen Spiegel zu verwenden.

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Wirklich lieferbar sind sie noch nicht aber man kann sie bereits vorbestellen.

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Und einen toll gemachten Werbespot gibt es auch schon zu sehen.

Auch bei Olympus hat sich in den letzten Wochen einiges getan und mit der OM-D E-M1wurde ein spiegellose Systemkamera im Retro-Design vorgestellt die sehr an die großen SLR Klassiker OM-1 und OM-2 aus dem 80er Jahren erinnert.

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Wie schon in den 80er Jahren legt man bei Olympus großen Wert drauf zu unterstreichen, dass die neue Kamera deutlich kleiner und kompakter als die Systeme der Wettbewerber ausfallen.

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Quo Vadis Nikon

Bei Nikon überschlagen sich derzeit die Neuvorstellungen ebenfalls. Wie bei der SONY RX1 wurde die sehr gute Nikon D5200 vor einigen Tagen bereits nach weniger als einem Jahr von der Nikon D5300 abgelöst. Wegen der vielen negativen Stimmen zum Problem mit feinsten Öltropfen die den Sensor verschmutzen können, hat Nikon mit der Nikon D610 die sehr gute Nikon D600 bereits einige Monate nach der Vorstellung schon wieder aus dem Programm genommen.

Aktuell sieht das Nikon DSLR-Angebot etwa so aus:

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 12.20.43

Auch im Segment der kleinen Nikon Kameras tut sich was, hier wurde jüngst die weltweit erste wasserdichte Systemkamera mit Wechselobjektiv und Blitzlicht vorgestellt, die Nikon 1 AW1.

Nikon1_AW1_Silver

Doch wie sieht es mit einem Pendant zu den neuen spiegellosen DSLR-ähnlichen Systemkameras von Sony und Olympus aus?

Mit den beiden Videos „Nikon – Pure Photography“ verunsichert man aktuell die gesamte Fangemeinde. Woher kommt dieses Verschlussgeräusch am Ende der Videos, aus einem Lautsprecher oder ist es echt? Eine Kamera ist in beiden Videos indes nicht wirklich zu sehen und so werden wieder einmal gezielt Spekulationen befeuert und Kunden verunsichert. Vielleicht ist die neue Generation noch nicht ganz fertig und bevor Kunden zu Sony oder Olympus abwandern könnte man ihnen die schon fast getroffene Entscheidung so schwer machen, dass sie warten bis klar ist was letztlich hinter diesen Videos steckt.

Aber seht selbst:

Im zweiten Video hält der Schauspieler eine Kamera in der Hand deren Objektiv sehr an die legendären AiS Objektive ohne Autofokus erinnert. Dies verleitet die Nikon Fangemeinde aktuell wieder einmal zu wilden Spekulationen. Die einen hoffen, dass eine neue Kamera im Design der legendären Nikon F3 auf den Markt kommen wird, die andere hoffen auf einen digitalen Nachfolger der Nikon FM3a.

Ich habe mir heute mal den Spaß erlaubt eine Symbiose aus Nikon Fm3a der Fuji X100 und der Nikon F75 zu erstellen. Ein neues extrem lichtstarkes Objektiv habe ich auch gleich dazu entworfen, wenn Mythos dann echter Mythos 🙂

Nikon DF - Silver - Top - Prototype

Ach ja, der rote „Video-Button“ stammt von der Nikon 1…

Über die Gestaltung der Rückseite habe ich auch nachgedacht 🙂

Nikon-DF-Back-Silver-2014

Wie dem auch sei, so oder so ähnlich könnte die neue Nikon aussehen. Ob die Typenbezeichnung allerdings wirklich Nikon DF sein wird, das bleibt abzuwarten.

Aktuell kursieren im Internet bereits mehrere Interpretationen der neuen Typenbezeichnung:

  • Nikon DF – Digital Fusion
  • Nikon DF – Discontinued Filmcamera
  • Nikon DF – Discrete Finance
  • Nikon DF – Digital Flop

Vor ein paar Tagen machte bei Facebook dieser schöne Cartoon die Runde:

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Da steckt viel Wahrheit drin! Wer in diesem Tagen in die Fotografie einsteigen möchte und überlegt welche Kamera er kaufen sollte, dem würde ich zu einer gebrauchten DX Kamera in guten Zustand raten. Wer mit der Kamera filmen möchte, der nimmt eine D5100 oder die D7000. Wer eine schöne große Profikamera sucht, der ist mit der D2x oder der D2xs immer noch sehr gut beraten. Auch die Nikon D300 oder die D300s sind durchaus noch mehr als zeitgemäß und liefern wirklich tolle Bilder. Aber auch mit den Kameras der anderen Hersteller kann man sehr gute Fotos machen.

Noch immer gilt die alte Weisheit:

Das Bild macht nicht die Kamera sondern der Fotograf

Also Freunde, lasst Euch nicht total verrückt machen von all den neuen schönen Dingen die immer besser toller, weiter, höher und schneller sind. Kauft Euch einfach eine erprobte Kamera für kleines Geld und achtet dabei mehr darauf wie sie in der Hand liegt und ob Euch die Bedienung zusagt.

Ein perfektes Foto das mit einer Nikon D70 für 100 Euro aufgenommen wurde ist immer noch 10.000 mal besser und wertvoller als eine verwackelte Gurke die aus einer Nikon D4x mit AF-S VR 1.8/500mm EX-IId oder sonst was stammt.

Mein Tipp:

Nicht mehr in Internet-Foren nach der besten Kamera mit den feinsten Pixeln stöbern und auch nicht 5 Stunden am Tag ein Werbevideo nach dem anderen bei YouTube anschauen. Schnappt Euch eine gebrauchte Kamera die technisch gut in Schuss ist und geht hinaus in die Welt und macht geile Fotos. Was nutzt die konkrete Utopie mit 24,37 Megapixeln und 2.013 statt 1.879 Linienpaaren solange ihr dieses teure Ding weder versteht, noch korrekt bedienen könnt und außerdem keine Erfahrung im Umgang mit Motiven habt?

Viele wichtiger als die Kamera mit den allerletzten technischen Gimmicks ist eine eigene Bildsprache! Geht einfach fotografieren und versucht bei dem was ihr da macht mit jedem Mal ein wenig besser zu werden. Irgendwann ist es dann Zeit für die teure Profikamera und dann ist sie bei Euch auch in guten Händen. Und statt viel Geld für immer neue Kameras auszugeben habt ihr dann ein paar Jahre lang viel fotografiert, seid in der Welt herumgekommen und könnt über die Frage Nikon D7000 oder Nikon 7100 nur noch müde lächeln.

Ich für meinen Teil packe jetzt meine Sachen und gehe raus um mir ein paar schöne Motive zu suchen 🙂

Update vom 01.11.2013

Die Leute vom Nikon Marketing bauen ihren Werbefeldzug schrittweise aus und nun gibt es weitere Details zu sehen. Die neue Nikon DF wird wie eine Mischung aus D800 und F3 aussehen. Aber warten wir es mal ab, bis zur offiziellen Vorstellung sind es nur noch einige wenige Tage…

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Vanguard – The Heralder in 140s

 

Weil ich an diesem Rucksack so viel Spaß habe, gibt es heute statt eines Unboxing-Vidoes ein kleines „Einpacking“. Außerdem habe ich ein wenig mit den Vorlagen von iMovie gespielt. Ich habe einen fast leeren Trailer mit dem iMovie-Thema „Übernatürlich“ erzeugt, es im Format 1080p gerendert und und dann in Final Cut Pro X importiert. Dort habe ich aber nur einige Soundeffekte und die ersten Sekunden des Anfangs und das Outro verwendet. Irgendwie macht diese ganze Videobearbeitung viel Spaß und es ist mit Final Cut Pro X wirklich sehr einfach. Um eine kurze Zeitraffer-Sequenz zu erzeugen schneidet man mit zwei Mausklicks das was schneller ablaufen soll einfach aus dem Video-Stream heraus, klickt es an und drückt „Command + R“. Auf dem Mac heißt die Taste links neben der Leertaste „Command-Taste“.  Nachdem man das gemacht hat wird über dem markierten Videoschnipsel ein grüner Balken angezeigt. Den schiebt man mit der Maus hin und her, ganz so wie es einem gefällt. So kann man Zeitlupen oder Zeitraffer erzeugen, es ist ganz einfach!

Sobald man die Maustaste losgelassen hat wird der geänderte Videoschnipsel gerändert, es wird also eine Vorschau erzeugt die man ganz flüssig anschauen kann. Das geht meistens ganz fix.

Das Rohmaterial für dieses nur 140s lange Video ist ganze 15 Minuten lang!! Der Videoschnitt hat etwa 30 Minuten gedauert. Die Ausgabe als Video in Full-HD braucht dann etwa 15 Minuten und nach weiteren 15 Minuten ist das Video dann bei YouTube verfügbar. So macht das wirklich Spaß!

Sehr cool finde ich mein neues Ansteckmikrofon. Dieses kleine Ding habe ich bei amazon.de zum Spaßpreis von nur 4,95 Euro gefunden. Beim hinzufügen zum Einkaufskorb hatte ich das Gefühl, dass das nicht geklappt hat und habe mehrfach geklickt. Aber es hat geklappt, sogar mehrfach. Ich habe ein paar Tage später nicht schlecht gestaunt als ich plötzlich VIER kleine Ansteckmikros in der Post fand…

Man könnte sie zurückschicken, aber bei diesem Preis ist es auch ok sie einfach zu behalten. So habe ich ein Mikro für die YouTube-Videos, eines kann ich in die Notebooktasche stecken, eines kommt zur Nikon D800E in den neuen Rucksack und das vierte Mikro lege ich in die kleine Fototasche zu den beiden Nikon 1. So kann ich künftig immer und überall schnell mal in sehr brauchbarer Qualität ein wenig Ton aufnehmen 🙂

Sehr cool ist auch, dass dieses Mikro mit einem kleinen Trick am Zoom H2 und Zoom H2n funktioniert. An diesen Geräten muss man lediglich via Menü die Option „Plug-In Power“ aktivieren und dann funktionieren die Mikros sehr gut. So kann man sich bspw. den kleinen Zoom H2 in die Hosentasche stecken und das Mikro an den Hemdkragen klipsen. Damit kann man sich völlig frei bewegen und hat später eine sehr brauchbare Tonspur. Ich freue mich schon drauf das auf der nächsten Reise ausgiebig zu nutzen!

Hier habe ich noch ein Fotos der beiden ZOOM Geräte:

zoom_h2n_zoom_h2

Und zum Abschluss noch Links zu Mikrofon und dem sehr coolen ZOOM H2n:

Angetestet – Vanguard The Heralder 46

Bildschirmfoto 2013-10-22 um 18.48.49Bildschirmfoto 2013-10-22 um 18.48.22

Mein Fotorucksack ist inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen und so habe ich mich in den letzten Wochen nach einer Alternative umgesehen. Dabei ist mir der Vanguard „The Heralder 46“ ins Auge gesprungen. Und weil dieser Rucksack pfiffig gemacht und sehr durchdacht ist, gibt es heute ein ausführliches Review dazu.

 

Sehr cool ist die laufende Sonderaktion „My ABEO PRO„. Wer sich bis zum Jahresende ein Stativ des Typs ABEO Pro 283 CGH bestellt, der bekommt vom Hersteller einen „The Heralder 46“ Fotorucksack geschenkt. Wer sich nicht sicher ist ob das ABEO Pro das richtige Stativ für ihn ist, der kann sich als kleine Entscheidungshilfe meine beiden Videos zu diesem Stativ anschauen.

Hier gibt es den kurzen 90s Teaser:

 

Und hier habe ich das vollständige Review: