Panasonic GH3 – Schönes Bokeh mit kleinem Sensor

Bokeh Test #9 - Nikon D800E - AF-D 1,4/85mm @F1,8

Die Hintergrundunschärfe wird auch als Bokeh bezeichnet. Bei hartgesottenen „Lens-Nerds“ wird das Bokeh eines Objektives oft höher gehandelt als die Abbildungsqualität. Weil man für Kameras mit kleinen Sensoren auch Objektive mit kürzeren Brennweiten benötigt, wird die Hintergrundunschärfe größer je kleiner der Sensor wird. Das mag paradox klingen, es ist aber so 🙂 Dies ist wohl auch der Grund warum echte Profis auch heute noch mit Kameras wie der Mamiya RZ-67 Pro II fotografieren. Dort ist die Fläche die belichtet wird satte 6x7cm groß. Daher hat bei einer solchen Mittelformat-Kamera ein kleines Portrait-Teleobjektiv schon rund 200mm Brennweite. An einer Kamera wie der Panasonic GH3 bekommt man einen sehr ähnlichen Blickwinkel schon mit etwa 45mm Brennweite hin. Der Unterschied im Bildeindruck ist dadurch jedoch gewaltig.

Spätestens seit der Vorstellung der Nikon D600 ist ein ausgeprägter Trend weg von Kameras mit Sensoren im APS-C Format, hin zum doppelt so großen 35mm Kleinbildformat auszumachen. Alle jene die bei diesem Wechsel sehr tief in die Tasche greifen haben wohlmöglich Haus und Hof verpfändet weil sie in einer Fotozeitung gelesen haben, dass man nur im „Vollformat“ ein tolles Bokeh hinkriegt und dass Fotos ohne Bokeh grundsätzlich schlecht sind. Hier gibt es viel Hysterie seitens der Kunden und in den Marketing-Abteilungen manch eines Kameraherstellers wird dies mit fetten Bonuszahlungen honoriert.

Schauen wir uns heute mal am Beispiel einiger Objektive an wie es mit dem Bokeh bei der Panasonic GH3 bestellt ist. Diese Kamera hat einen relativ kleinen Sensor der etwa ein Viertel der Fläche hat die es bspw. bei der Nikon D800 gibt. Ganz oben habe ich ein Foto eingefügt, dass ich eben draußen im Garten mit meiner Nikon D800E und dem „Weltmeister des gepflegten Bokehs“ dem Nikkor AF-D 1,4/85mm bei Blende 1,8 aufgenommen habe.

Der Hintergrund ist in diesem Foto fast verschwunden. Im Gegenzug reicht die Tiefenschärfe aber kaum von der Nase bis zu den Ohren meines kleinen „Foto-Bären“. Die Hintergrundunschärfe ist also recht ausgeprägt aber die gesamte Auflösung des Bildes leidet offensichtlich unter der fast vollständig geöffneten Blende.

Da der Micro-Four-Thirds Standard von mehreren Kameraherstellern gemeinsam entwickelt wurde, lassen sich Olympus Objektive sehr schön an der Panasonic GH3 nutzen. Schauen wir uns mal im Vergleich die Panasonic GH3 mit dem Olympus Zuiko 1,8/45mm an. Dieses Objektiv entspricht einem 90mm Objektiv bezogen auf das 35mm Kleinbild (Vollformat).

Das Foto habe ich bei vollständig geöffneter Blende aufgenommen. Im Vergleich zum obigen Foto ist der Hintergrund deutlich klarer erkennbar, aber der kleine Bär wird trotzdem sehr schön vom Hintergrund abgehoben und im Vergleich zum Nikon-Portraittele ist hier die Nase des Bären sehr scharf abgebildet. Die Sache hat auch einen Vorteil, wer etwas ungeübt ist wird mit einer Micro-Four-Thirds Kamera also bei Portraits eine etwas höhere Trefferquote erzielen.

Bokeh Test #2 - Olympus Zuiko 1,8/45mm

Ein weiterer Vorteil sind Preis und Gewicht. Das Olympus 1,8/45mm kostet gerade einmal 279,- Euro und wiegt einen Bruchteil des Nikon-Pendants.

Schauen wir uns nun ein LEICA 2,8/45mm Macro-Objektiv an. Dieses Objektiv wurde weniger für schönes Bokeh als vielmehr für allerhöchste Auflösung konstruiert.

Bokeh Test #1 - LEICA MACRO ELMARIT 2,8/45mm

Man sieht einen ganz deutlichen Unterschied zum Olympus-Objetkiv. Auch hier ist der preisliche Unterscheid sehr groß, das LEICA 2,8/45mm ist mit einer Preisempfehlung in Höhe von 799,- Euro fast dreimal so teuer wie das winzige Pendant von Olympus.

Schauen wir uns nun an wie es um das Bokeh bestellt ist wenn man das gleiche Foto mit einem Panasonic 3,5-5,6/14-42mm Objektiv bei 42mm Brennweite und Blende 5,6 aufnimmt.

Bokeh Test #3 - Panasonic 3,5-5,6/14-42

Die Strukturen im Hintergrund sind jetzt noch deutlicher zu erkennen. Aber das Foto wäre dennoch recht brauchbar. Hier wird auch schnell klar, dass man die  längste Brennweite man bei Kameras mit kleinem Sensor für eine gelungenes Portrait-Foto verwenden sollte.

Megazoom Objektive sind zwar bei „Lens-Nerds“ sehr verschrieben, aber dennoch mehr als praktisch. Ich fotografiere beispielsweise sehr gern mit dem Panasonic 3,5-5,6/14-140mm Megazoom. Schauen wir mal wie unser Bär bei ca. 42mm Brennweite mit diesem Objektiv bei vollständig geöffneter Blende aussieht.

Bokeh Test #4 - Panasonic 3,5-5,6/14-140mm V2

Im direkten Vergleich zum 12-42mm „Kit-Objektiv“ ist hier die Hintergrund-Unschärfe sogar ein wenig ausgeprägter. Dies liegt daran, dass Blende 5,6 bei dieser Linse erst bei 140mm Brennweite erreicht wird. Es ist bei mittleren Brennweiten also ein wenig lichtstärker als das Kit-Objektiv.

Nun treten wird ein paar Schritte zurück und fotografieren unseren Bären mal bei 140mm Brennweite mit dem 10-fach Zoomobjektiv bei vollständig geöffneter Blende, also bei F/5,6.

Bokeh Test #5 - Panasonic 3,5-5,6/14-140mm @140mm

Der Ausschnitt ist jetzt etwas anders, mein Garten ist einfach zu klein. Aber wir sehen schon, dass der Hintergrund jetzt recht schön verschwimmt. Und aufgrund des engeren Blickwinkels wird unser kleiner Bär auch viel stärker betont, weil das Objektiv wegen der langen Brennweite – die einem 280mm Objektiv im Vollformat entspricht – sehr viele weniger „Hintergrund sieht“.

Jetzt merken wir uns die Spitze des kleinen Bäumchens das da rechts im Bild etwas unscharf zu sehen ist. Danach montieren wir ein 100-300mm Telezoom an die Panasonic GH3 und fotografieren genau die Spitze dieses kleinen Baumes bei 300mm Brennweite – also 600mm im Vollformat!

Bokeh Test #6 - Panasonic 100-300 @300mm

 

Hier sehen wir nun sehr schön wie jetzt der Hintergrund völlig verschwimmt. Wer sagt, dass man mit Kameras die einen kleinen Sensor haben kein schönes Bokeh hinbekommt, der ist also ein Lügner oder hat einfach keine Ahnung. Aber vielleicht hat er auch nur die falschen Objektive…

Alle Beispielfotos habe ich für Euch in voller Größe bei flickr.com hochgeladen. Schauen wir uns nun dieses Bild in voller epischer Schönheit an. Nun fällt schnell auf, dass wir jetzt in Regionen vordringen in denen wir zwar eine schöne Hintergrundunschärfe erzielen können, aber die Tiefenschärfe im Gegenzug nur noch einige wenige Zentimeter beträgt. Also blenden wir dieses Objektiv jetzt auf Blende 11 ab und schauen wie es dann aussieht.

Bokeh Test #7 - Panasonic 100-300 @300mm F/11

Die Hintergrundunschärfe ist noch immer sehr ausgeprägt und in der 100% Ansicht kann man sehen, dass die Abbildungsqualität enorm zugelegt hat. Nun machen wir ein kleines Experiment und fotografieren die Spitze unseres kleinen Bäumchens mit einem alten Nikkor AiS 2,8/55mm das wir mit einem Novoflex-Adapter an die Panasonic GH3 montieren. Bei Blende 5,6 erhalten wir damit dieses Foto:

Bokeh Test #8 - Nikkor AiS 2,8/55mm @ F5,6

Das Bokeh und etwas „härter“, aber grundsätzlich ist auch dieses Objektiv an einer Micro-Four-Thirds Kamera sehr brauchbar, sogar wenn es um zwei Stufen abgeblendet wird um Abbildungsqualität und Tiefenschärfe zu erhöhen.

Fazit

Eine schöne Hintergrundunschärfe kann auch bei Micro-Four-Thirds Kamera sehr leicht erreicht werden. Allerdings muss man hier stärker auf den Bildaufbau achten als bei der Nutzung einer 35mm Kleinbild oder gar Mittelformat-Kamera. Wer für ein Portrait sein Modell schön vom Hintergrund abheben möchte, der muss dafür sorgen, dass der Hintergrund etwa doppelt so weit weg ist wie es bei einer 35mm Kamera notwenig wäre. Ist es nicht möglich diese Distanz zu erreichen, so kann man eine längere Brennweite verwenden. Bei 140mm Brennweite gelingen mit einer Panasonic GH3 Fotos deren Bokeh recht nah an dem ist was sich mit dem Nikkor AF-D 1,4/85mm erreichen lässt.

Wer ein solches Objektiv nicht hat oder sich nicht so weit von seinem Model entfernen kann, weil beispielsweise das Studio zu klein ist, der kann näher an sein Modell heran gehen und so das Bokeh etwas weicher gestalten. Hat man etwas Zeit, so empfiehlt es sich mit unterschiedlichen Blenden-Einstellungen zu fotografieren. Ein weiches Bokeh ist nicht alles. Was nutzt das tolle Bokeh wenn die Gesichter eines Models nicht wirklich scharf abgebildet wurden?

Hier muss man seinen Mittelweg zwischen Bokeh und Auflösung finden. Wer Kosten und Gewicht nicht scheut, der kann natürlich weiterhin zu größeren Sensor-Formaten greifen. Damit lässt sich das Bokeh leichter steuern, aber auf Reisen sind diese großen schweren Ausrüstungen eben auch oft ein Hindernis.

Noch ein Tipp: Mit einem neutralgrauen Filter kann man überschüssiges Licht „wegfiltern“ und so auch tagsüber bei hellem Sonnenlicht mit weit geöffneter Blende fotografieren. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit 4x Filtern gemacht. Sie dunkeln das Sucherbild in akzeptablem Maße ab und haben bei viel Licht noch keinen wirklich negativen Einfluss auf die Funktionsweises des Autofokus-Systems.

Abschließend kann ich das kleine preiswerte Olympus 1,8/45mm Objektiv allen empfehlen die gern Portraits fotografieren und denen ein schönes Bokeh dabei wichtig ist.

 

 

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Nikon DF – Systemkamera mit Vollformatsensor

Wer während der letzten Monate den internationalen Fotomarkt etwas beobachtet hat, dem sind sicher mehrere neue spiegellose Systemkameras ins Auge gesprungen. Sony hat zunächst mit der RX1 eine Kamera mit fest montiertem Zeiss Objektiv zum exorbitanten Preis von weit mehr als 3.000 Euro ins Rennen um die Käufergunst geschickt. Diese Kamera liefert bestechend gute Bildergebnisse, nur das Objektiv lässt sich nicht wechseln und selbst einen Sucher muss man separat erwerben.

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Kaum war die RX-1 auf dem Markt, hat SONY nur acht Monate später die grundsätzlich baugleiche RX1r nachgelegt. Damit es den unentschlossenen Käufern nicht langweilig wird ist nun gleich eine Triumvirat neuer Kameras Alpha-Serie in der Pipeline die mehr in Richtung Spiegelreflexkamera zielen, ohne indes einen Spiegel zu verwenden.

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Wirklich lieferbar sind sie noch nicht aber man kann sie bereits vorbestellen.

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Und einen toll gemachten Werbespot gibt es auch schon zu sehen.

Auch bei Olympus hat sich in den letzten Wochen einiges getan und mit der OM-D E-M1wurde ein spiegellose Systemkamera im Retro-Design vorgestellt die sehr an die großen SLR Klassiker OM-1 und OM-2 aus dem 80er Jahren erinnert.

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Wie schon in den 80er Jahren legt man bei Olympus großen Wert drauf zu unterstreichen, dass die neue Kamera deutlich kleiner und kompakter als die Systeme der Wettbewerber ausfallen.

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Quo Vadis Nikon

Bei Nikon überschlagen sich derzeit die Neuvorstellungen ebenfalls. Wie bei der SONY RX1 wurde die sehr gute Nikon D5200 vor einigen Tagen bereits nach weniger als einem Jahr von der Nikon D5300 abgelöst. Wegen der vielen negativen Stimmen zum Problem mit feinsten Öltropfen die den Sensor verschmutzen können, hat Nikon mit der Nikon D610 die sehr gute Nikon D600 bereits einige Monate nach der Vorstellung schon wieder aus dem Programm genommen.

Aktuell sieht das Nikon DSLR-Angebot etwa so aus:

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 12.20.43

Auch im Segment der kleinen Nikon Kameras tut sich was, hier wurde jüngst die weltweit erste wasserdichte Systemkamera mit Wechselobjektiv und Blitzlicht vorgestellt, die Nikon 1 AW1.

Nikon1_AW1_Silver

Doch wie sieht es mit einem Pendant zu den neuen spiegellosen DSLR-ähnlichen Systemkameras von Sony und Olympus aus?

Mit den beiden Videos „Nikon – Pure Photography“ verunsichert man aktuell die gesamte Fangemeinde. Woher kommt dieses Verschlussgeräusch am Ende der Videos, aus einem Lautsprecher oder ist es echt? Eine Kamera ist in beiden Videos indes nicht wirklich zu sehen und so werden wieder einmal gezielt Spekulationen befeuert und Kunden verunsichert. Vielleicht ist die neue Generation noch nicht ganz fertig und bevor Kunden zu Sony oder Olympus abwandern könnte man ihnen die schon fast getroffene Entscheidung so schwer machen, dass sie warten bis klar ist was letztlich hinter diesen Videos steckt.

Aber seht selbst:

Im zweiten Video hält der Schauspieler eine Kamera in der Hand deren Objektiv sehr an die legendären AiS Objektive ohne Autofokus erinnert. Dies verleitet die Nikon Fangemeinde aktuell wieder einmal zu wilden Spekulationen. Die einen hoffen, dass eine neue Kamera im Design der legendären Nikon F3 auf den Markt kommen wird, die andere hoffen auf einen digitalen Nachfolger der Nikon FM3a.

Ich habe mir heute mal den Spaß erlaubt eine Symbiose aus Nikon Fm3a der Fuji X100 und der Nikon F75 zu erstellen. Ein neues extrem lichtstarkes Objektiv habe ich auch gleich dazu entworfen, wenn Mythos dann echter Mythos 🙂

Nikon DF - Silver - Top - Prototype

Ach ja, der rote „Video-Button“ stammt von der Nikon 1…

Über die Gestaltung der Rückseite habe ich auch nachgedacht 🙂

Nikon-DF-Back-Silver-2014

Wie dem auch sei, so oder so ähnlich könnte die neue Nikon aussehen. Ob die Typenbezeichnung allerdings wirklich Nikon DF sein wird, das bleibt abzuwarten.

Aktuell kursieren im Internet bereits mehrere Interpretationen der neuen Typenbezeichnung:

  • Nikon DF – Digital Fusion
  • Nikon DF – Discontinued Filmcamera
  • Nikon DF – Discrete Finance
  • Nikon DF – Digital Flop

Vor ein paar Tagen machte bei Facebook dieser schöne Cartoon die Runde:

Bildschirmfoto 2013-10-27 um 12.43.32

Da steckt viel Wahrheit drin! Wer in diesem Tagen in die Fotografie einsteigen möchte und überlegt welche Kamera er kaufen sollte, dem würde ich zu einer gebrauchten DX Kamera in guten Zustand raten. Wer mit der Kamera filmen möchte, der nimmt eine D5100 oder die D7000. Wer eine schöne große Profikamera sucht, der ist mit der D2x oder der D2xs immer noch sehr gut beraten. Auch die Nikon D300 oder die D300s sind durchaus noch mehr als zeitgemäß und liefern wirklich tolle Bilder. Aber auch mit den Kameras der anderen Hersteller kann man sehr gute Fotos machen.

Noch immer gilt die alte Weisheit:

Das Bild macht nicht die Kamera sondern der Fotograf

Also Freunde, lasst Euch nicht total verrückt machen von all den neuen schönen Dingen die immer besser toller, weiter, höher und schneller sind. Kauft Euch einfach eine erprobte Kamera für kleines Geld und achtet dabei mehr darauf wie sie in der Hand liegt und ob Euch die Bedienung zusagt.

Ein perfektes Foto das mit einer Nikon D70 für 100 Euro aufgenommen wurde ist immer noch 10.000 mal besser und wertvoller als eine verwackelte Gurke die aus einer Nikon D4x mit AF-S VR 1.8/500mm EX-IId oder sonst was stammt.

Mein Tipp:

Nicht mehr in Internet-Foren nach der besten Kamera mit den feinsten Pixeln stöbern und auch nicht 5 Stunden am Tag ein Werbevideo nach dem anderen bei YouTube anschauen. Schnappt Euch eine gebrauchte Kamera die technisch gut in Schuss ist und geht hinaus in die Welt und macht geile Fotos. Was nutzt die konkrete Utopie mit 24,37 Megapixeln und 2.013 statt 1.879 Linienpaaren solange ihr dieses teure Ding weder versteht, noch korrekt bedienen könnt und außerdem keine Erfahrung im Umgang mit Motiven habt?

Viele wichtiger als die Kamera mit den allerletzten technischen Gimmicks ist eine eigene Bildsprache! Geht einfach fotografieren und versucht bei dem was ihr da macht mit jedem Mal ein wenig besser zu werden. Irgendwann ist es dann Zeit für die teure Profikamera und dann ist sie bei Euch auch in guten Händen. Und statt viel Geld für immer neue Kameras auszugeben habt ihr dann ein paar Jahre lang viel fotografiert, seid in der Welt herumgekommen und könnt über die Frage Nikon D7000 oder Nikon 7100 nur noch müde lächeln.

Ich für meinen Teil packe jetzt meine Sachen und gehe raus um mir ein paar schöne Motive zu suchen 🙂

Update vom 01.11.2013

Die Leute vom Nikon Marketing bauen ihren Werbefeldzug schrittweise aus und nun gibt es weitere Details zu sehen. Die neue Nikon DF wird wie eine Mischung aus D800 und F3 aussehen. Aber warten wir es mal ab, bis zur offiziellen Vorstellung sind es nur noch einige wenige Tage…

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Das perfekte Stativ – Teil 5

Es hat eine Weile gedauert, aber nun ist er fertig, der fünfte Teil meiner Reihe über Stative für Fotografen und Video-Amateure. Heute wird das Vanguard Alta Pro 263AT mit dem bereits im ersten Teil gezeigten GH-100 Kugelkopf vorgestellt.

Wer sich für diese Kombination interessiert findet hier weitere Informationen:

Sinnvolle Kritik und Verbesserungsvorschläge sind wie immer jederzeit herzlich willkommen 🙂

Für alle Freaks hier noch einer der beliebten Screenshots den ich während des Video-Schnitts auf meinem Notebook gemacht habe.

Videoschnitt - Das perfekte Stativ - Teil 5
Videoschnitt – Das perfekte Stativ – Teil 5

Mamiya RZ67 PROII – Bedienung und Zubehör

Heute habe ich für Euch ein Video meiner alten Mamiya RZ67. Diese Kamera war bereits im Video „Weg mit dem Sensordreck“ zu sehen und auf dieses Video habe ich mich sehr gefreut weil diese Kamera einfach krass und sehr cool ist. Wirklich häufig habe ich sie indes noch nicht benutzt, sie ist eher ein „Workhorse“ für ein gut sortiertes Studio. Unterwegs macht sie viele Probleme weil sie einfach groß und schwer ist und man auf einen Rollfilm nur 10 Bilder aufnehmen kann.

Im Zeitalter der Nikon D800E verkaufen immer mehr Fotografen diese wunderschönen einst unerschwinglich teuren Kameras zu teils sehr günstigen Preisen. Auch das Zubehör ist meist nicht wirklich teuer. Winder, Objektive usw. findet man in den einschlägigen Internet-Plattformen in ausreichender Stückzahl. Hier habe ich einen Link zur passenden Rubrik bei eBay. Dort gibt es aktuell einen brauchbaren Korpus ab 333 Euro. Für ein Filmmagazin muss man etwa 70-100 Euro rechnen, brauchbare Objektive bekommt man ab ca. 150 Euro. Mit ein bisschen Glück bekommt man für etwa 1500 Euro eine komplette Ausrüstung mit mehreren Objektiven und einem Prismensucher.

Die RZ67 verwendet im Gegensatz zur RB67 einen elektronisch gesteuerten Zentralverschluss der in die Objektive integriert ist. Die ersten Modelle kamen 1982 auf den Markt. Später wurden einige Details überarbeitet, 1995 und 2004 wurden diese als PROII und PROIID auf den Markt gebracht. Die RZ67 arbeitet mit einer 6V Batterie vom Typ 4SR44 oder 4LR44 die recht schwierig zu bekommen sind. Hier sollte man vorsorgen wenn man diese Kamera mit auf eine längere Reise nimmt.

Die Liste der für die RZ67 hergestellten Objektive ist wirklich lang, hier ein Auszug aus der Wikipedia:

There are a wide variety of lenses available for the RZ67:

  • 3 wide-angle lenses:
50 mm f/4.5 ULD L (contains floating element), 23 mm equivalent
65 mm f/4, two versions (the second one has a floating element), 32 mm equivalent
75 mm f/3.5, with floating element, 36 mm equivalent
  • 3 normal lenses:
90 mm f/3.5, 44 mm equivalent
110 mm f/2.8, smallest of the RZ lenses, also has largest aperture, 53 mm equivalent
127 mm f/3.5 and an older model f/3.8, 62 mm equivalent
  • 8 telephoto lenses:
150 mm f/3.5, 73 mm equivalent
180 mm f/4.5, 87 mm equivalent
210 mm f/4.5 APO, apochromatically corrected design, 102 mm equivalent
250 mm f/4.5, 2 versions (newer one is APO), 121 mm equivalent
350 mm f/5.6 APO, 170 mm equivalent
360 mm f/6.0, an older lens, 175 mm equivalent
500 mm f/6 APO and an older model f/8, longest of the RZ lenses, 238 mm equivalent
  • 7 specialty lenses:
37 mm f/4.5 Fisheye, (the widest RZ lens), captures 180 degrees diagonally across the frame, does not correct distortion, 18 mm equivalent
75 mm f/4.5 Short Barrel, possible to use with a tilt/shift adapter for perspective and focus plane control, needs an SB spacer for normal 75 mm use, 36 mm equivalent
75 mm f/4.5 Shift, perspective control lens, needs manual cocking of the shutter, 36 mm equivalent
140 mm f/4.5 Macro, two versions (the newer one with floating element system), able to shoot 1:3 without extension tubes or bellows and 1:1 with extension tubes 1 and 2, 68 mm equivalent
150 mm f/4 Variable Soft Focus, uses three interchangeable diffusion and spherical aberration disks for soft effect, 87 mm equivalent
180 mm f/4.5 Short Barrel, for tilt and shift adapter, needs an SB spacer for normal 180 mm use, 87 mm equivalent
100-200 mm f/5.2 Zoom, the only RZ zoom lens, 48-97 mm equivalent
 

Beispielfotos

Wie beim Hasselblad Flexbody treffen sie die RZ67-Enthusiasten bei flickr.com und zeigen in diesem Photostream was man mit diesem „Dinosaurier“ alles anstellen kann. Hier ist einer meiner Favoriten.

Mein Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Mamiya RZ67 PROII ein robustes Arbeitstier ist, das man inzwischen preiswert kaufen kann und das jedem exzentrischen Fotoamateur das Gefühl vermittelt in der gehobenen Profiliga zu spielen. Die Arbeit mit diesem Monstrum macht einfach Spaß und die Qualität der Objektive ist über alle Zweifel erhaben. Macht man alles richtig, so kann sich die erzielbare Qualität der Bildergebnisse mit allen derzeit verfügbaren DX oder FX Digitalkameras messen. Will man eine noch höhere Qualität so wird es gleich extrem teuer. Wer also zum kleinen Pries bereit ist den „Umweg“ über Film, Entwicklung und Scan zu gehen, der ist auch im Jahr 2012 mit der Mamiya RZ67 noch sehr gut bedient.

Hier habe ich noch ein Video gefunden in dem jemand sehr schön zeigt wie man einen Rollfilm in das Magazin der RZ67 einlegt. Zu beachten ist hierbei, dass auf das Papier das den Film gegen Umgebungslicht schützt ein Pfeil aufgedruckt ist. Dies ist der Filmanfang und dieser Pfeil muss wie im Video gezeigt mit der weißen Markierung im Magazin übereinstimmen.

 

Mein neues Buch

Das Buch zu meiner großen Fotoreise gibt es bei amazon.de als Kindle eBook zu kaufen. Auf 573 Seiten gibt es die vollständige Geschichte sowie 200 farbige Fotos, einige Karten und viele Tipps zum Thema Fotografie.

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