Fotoschule – Teil 5

Die Sommerpause ist beendet und ich nutze derzeit die dunklen kalten Winterabende für das eine oder andere YouTube-Video. Gleichzeitig wird natürlich wieder viel experimentiert. Dieses Video habe ich nach längerer Zeit mal wieder mit meiner Panasonic HC-X909 aufgenommen, also mit einer „richtigen“ Videokamera. Als Mikrofon habe ich wieder ein Ansteck-Mikrofon des Herstellers König verwendet, das es bei amazon.de für schlappe 4,20 Euro zu kaufen gibt.

Mit diesem kleinen billigen Mikrofon gelingen überraschend gute Tonspuren und dies ohne weiteres Zutun. Ich habe lediglich das Mikrofonkabel mit einem zweiten Kabel verlängert. Die Tonspur  die ihr im Video hört ist völlig unbearbeitet und ich finde sie gar nicht schlecht!

Im direkten Vergleich zum letzten Video muss ich sagen, dass mir die Video-Qualität der Nikon 1 V1 deutlich besser gefällt. Allerdings ist die Panasonic HC-X909 Videokamera sehr viel flexibler und einfacher zu bedienen. Besonders der dreh- und schwenkbare Monitor macht es äußerst einfach die Kamera korrekt aufzustellen. Außerdem ist die Bedienung mit der kleinen Infrarot-Fernbedienung ist traumhaft einfach. So kann man ohne großes Tam Tam immer wieder schnell die Perspektive wechseln und einzelne Details schön groß aufnehmen. Das macht wirklich Spaß und man ist mit dieser Kamera um Größenordnungen schneller am Ziel als beim Einsatz einer „Fotokamera die auch filmen kann“.

Das im Video erwähnte kleine Filterset gibt es hier:

Hier habe ich noch ein Foto der Nikon 1 V1 das ich eben mit der Nikon D700 und dem alten Ai 2,0/85mm in Verbindung mit einem einfachen Zwischenring aufgenommen habe. Dieses Foto zeigt sehr schön, dass sich die alten Objektive durchaus an modernen Kameras verwenden lassen.

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Meiner Meinung nach spielen diese alten Linsen besonders bei Videoproduktionen ihren wahren Stärken aus. Durch die butterweich laufenden Fokusringe gelingen mit alten Ai und AiS Objektiven gefühlvolle „Schärfefahrten“ die mit aktuellen Objektiven wegen der meist etwas „hakeligen“ Fokusringe und der geringen Wege kaum möglich sind.

Hier nochmals die Unterschiede der Objektive:

  1. MF – Objektive: Sie wurden ab ca. 1959 mit „Hasenohren“ angeboten und passen nur an sehr wenigen aktuellen digitalen Spiegelreflex-Kameras.
  2. Ai – Objektive: Zeichnen sich durch den etwas „zerklüfteten Blendenring“ aus und können an allen aktuellen Kameras verwendet werden.
  3. AiS – Objetkive: Man erkennt sie an einer gefrästen kleinen „Delle“ auf der Rückseite des Objektive. Sie sind meist einige Jahre aktueller und können wie die Ai Objektive an praktisch allen aktuellen Kameras verwendet werden.
  4. AF – Objektive: Sie benötigen Kameras mit eingebautem Autofokus-Motor. Der Autofokus ist meist etwas langsamer und mit lauteren Geräuschen verbunden. Sie können umgekehrt an allen traditionellen Kameras ohne Autofokus benutzt werden die keine „Hasenhohren“ benötigen.
  5. AF-D Objektive: Das „D“ steht für „Distance“ und ermöglicht besser Belichtungsergebnisse im Blitzlicht-Betrieb sofern das Blitzlicht D-TTL oder iTTL beherrscht.
  6. AF-S Objektive: Haben einen einbauten „Silent Wave“ Antrieb für den Autofokus (Ultraschall-Motor) und funktionieren an vielen digitalen Nikon Spiegelreflexkameras wie u.a. F6, F5, F4, F100, F90, F90, F75
  7. G-Typen: Objektive ohne Blendenring, funktionieren an alten Kameras wie Nikon F4 oder F801 nur eingeschränkt. Am besten mit der Programmautomatik die ggfs. geshtiftet werden kann.
  8. VR-Objektive: „Vibration Reduction“ für die Vermeidung von Verwacklungsunschärfen bei etwas längeren Belichtungszeiten. Je nach Konstruktion werden zwei bis vierfach längere Belichtungszeiten möglich. Bei der Arbeit mit Stativen sollte man den VR abschalten damit die Objektive korrekt zentriert sind.
    Achtung: Der VR verbraucht viel Strom und saugt schnell den Akku leer wenn der Autofokus häufig aktiviert aber kein Foto aufgenommen wird.

Die meisten MF-Objektive können auf Ai umgebaut werden. Dazu muss man den Blendenring entfernen und eine Kerbe einfeilen. Die Position der Kerbe entnimmt man nach Möglichkeit einem AiS-Objetkiv mit gleicher Lichtstärke.

Mit den folgenden Objektive habe ich bei der Nutzung an modernen Spiegelreflex-Kameras sehr gute Erfahrungen gemacht:

  • AiS 2,8/55mm Micro-Nikkor
  • AiS 1,4/50mm
  • AiS 1,8/50mm
  • Ai 2,0/50mm
  • MF 1,2/50mm (Ai-Umbau)
  • AiS 2,0/85mm
  • AiS 2,0/105mm
  • AiS 2,8/135mm
  • AiS 2,8/20mm
  • AiS 2,0/35mm
  • AiS 2,8/18mm
  • AiS 2,8/28mm
  • AiS 2,8/24mm
  • AiS 3,5/35-70mm
  • AiS 4/80-210mm

Nikon DF – Systemkamera mit Vollformatsensor

Wer während der letzten Monate den internationalen Fotomarkt etwas beobachtet hat, dem sind sicher mehrere neue spiegellose Systemkameras ins Auge gesprungen. Sony hat zunächst mit der RX1 eine Kamera mit fest montiertem Zeiss Objektiv zum exorbitanten Preis von weit mehr als 3.000 Euro ins Rennen um die Käufergunst geschickt. Diese Kamera liefert bestechend gute Bildergebnisse, nur das Objektiv lässt sich nicht wechseln und selbst einen Sucher muss man separat erwerben.

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Kaum war die RX-1 auf dem Markt, hat SONY nur acht Monate später die grundsätzlich baugleiche RX1r nachgelegt. Damit es den unentschlossenen Käufern nicht langweilig wird ist nun gleich eine Triumvirat neuer Kameras Alpha-Serie in der Pipeline die mehr in Richtung Spiegelreflexkamera zielen, ohne indes einen Spiegel zu verwenden.

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Wirklich lieferbar sind sie noch nicht aber man kann sie bereits vorbestellen.

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Und einen toll gemachten Werbespot gibt es auch schon zu sehen.

Auch bei Olympus hat sich in den letzten Wochen einiges getan und mit der OM-D E-M1wurde ein spiegellose Systemkamera im Retro-Design vorgestellt die sehr an die großen SLR Klassiker OM-1 und OM-2 aus dem 80er Jahren erinnert.

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Wie schon in den 80er Jahren legt man bei Olympus großen Wert drauf zu unterstreichen, dass die neue Kamera deutlich kleiner und kompakter als die Systeme der Wettbewerber ausfallen.

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Quo Vadis Nikon

Bei Nikon überschlagen sich derzeit die Neuvorstellungen ebenfalls. Wie bei der SONY RX1 wurde die sehr gute Nikon D5200 vor einigen Tagen bereits nach weniger als einem Jahr von der Nikon D5300 abgelöst. Wegen der vielen negativen Stimmen zum Problem mit feinsten Öltropfen die den Sensor verschmutzen können, hat Nikon mit der Nikon D610 die sehr gute Nikon D600 bereits einige Monate nach der Vorstellung schon wieder aus dem Programm genommen.

Aktuell sieht das Nikon DSLR-Angebot etwa so aus:

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Auch im Segment der kleinen Nikon Kameras tut sich was, hier wurde jüngst die weltweit erste wasserdichte Systemkamera mit Wechselobjektiv und Blitzlicht vorgestellt, die Nikon 1 AW1.

Nikon1_AW1_Silver

Doch wie sieht es mit einem Pendant zu den neuen spiegellosen DSLR-ähnlichen Systemkameras von Sony und Olympus aus?

Mit den beiden Videos „Nikon – Pure Photography“ verunsichert man aktuell die gesamte Fangemeinde. Woher kommt dieses Verschlussgeräusch am Ende der Videos, aus einem Lautsprecher oder ist es echt? Eine Kamera ist in beiden Videos indes nicht wirklich zu sehen und so werden wieder einmal gezielt Spekulationen befeuert und Kunden verunsichert. Vielleicht ist die neue Generation noch nicht ganz fertig und bevor Kunden zu Sony oder Olympus abwandern könnte man ihnen die schon fast getroffene Entscheidung so schwer machen, dass sie warten bis klar ist was letztlich hinter diesen Videos steckt.

Aber seht selbst:

Im zweiten Video hält der Schauspieler eine Kamera in der Hand deren Objektiv sehr an die legendären AiS Objektive ohne Autofokus erinnert. Dies verleitet die Nikon Fangemeinde aktuell wieder einmal zu wilden Spekulationen. Die einen hoffen, dass eine neue Kamera im Design der legendären Nikon F3 auf den Markt kommen wird, die andere hoffen auf einen digitalen Nachfolger der Nikon FM3a.

Ich habe mir heute mal den Spaß erlaubt eine Symbiose aus Nikon Fm3a der Fuji X100 und der Nikon F75 zu erstellen. Ein neues extrem lichtstarkes Objektiv habe ich auch gleich dazu entworfen, wenn Mythos dann echter Mythos 🙂

Nikon DF - Silver - Top - Prototype

Ach ja, der rote „Video-Button“ stammt von der Nikon 1…

Über die Gestaltung der Rückseite habe ich auch nachgedacht 🙂

Nikon-DF-Back-Silver-2014

Wie dem auch sei, so oder so ähnlich könnte die neue Nikon aussehen. Ob die Typenbezeichnung allerdings wirklich Nikon DF sein wird, das bleibt abzuwarten.

Aktuell kursieren im Internet bereits mehrere Interpretationen der neuen Typenbezeichnung:

  • Nikon DF – Digital Fusion
  • Nikon DF – Discontinued Filmcamera
  • Nikon DF – Discrete Finance
  • Nikon DF – Digital Flop

Vor ein paar Tagen machte bei Facebook dieser schöne Cartoon die Runde:

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Da steckt viel Wahrheit drin! Wer in diesem Tagen in die Fotografie einsteigen möchte und überlegt welche Kamera er kaufen sollte, dem würde ich zu einer gebrauchten DX Kamera in guten Zustand raten. Wer mit der Kamera filmen möchte, der nimmt eine D5100 oder die D7000. Wer eine schöne große Profikamera sucht, der ist mit der D2x oder der D2xs immer noch sehr gut beraten. Auch die Nikon D300 oder die D300s sind durchaus noch mehr als zeitgemäß und liefern wirklich tolle Bilder. Aber auch mit den Kameras der anderen Hersteller kann man sehr gute Fotos machen.

Noch immer gilt die alte Weisheit:

Das Bild macht nicht die Kamera sondern der Fotograf

Also Freunde, lasst Euch nicht total verrückt machen von all den neuen schönen Dingen die immer besser toller, weiter, höher und schneller sind. Kauft Euch einfach eine erprobte Kamera für kleines Geld und achtet dabei mehr darauf wie sie in der Hand liegt und ob Euch die Bedienung zusagt.

Ein perfektes Foto das mit einer Nikon D70 für 100 Euro aufgenommen wurde ist immer noch 10.000 mal besser und wertvoller als eine verwackelte Gurke die aus einer Nikon D4x mit AF-S VR 1.8/500mm EX-IId oder sonst was stammt.

Mein Tipp:

Nicht mehr in Internet-Foren nach der besten Kamera mit den feinsten Pixeln stöbern und auch nicht 5 Stunden am Tag ein Werbevideo nach dem anderen bei YouTube anschauen. Schnappt Euch eine gebrauchte Kamera die technisch gut in Schuss ist und geht hinaus in die Welt und macht geile Fotos. Was nutzt die konkrete Utopie mit 24,37 Megapixeln und 2.013 statt 1.879 Linienpaaren solange ihr dieses teure Ding weder versteht, noch korrekt bedienen könnt und außerdem keine Erfahrung im Umgang mit Motiven habt?

Viele wichtiger als die Kamera mit den allerletzten technischen Gimmicks ist eine eigene Bildsprache! Geht einfach fotografieren und versucht bei dem was ihr da macht mit jedem Mal ein wenig besser zu werden. Irgendwann ist es dann Zeit für die teure Profikamera und dann ist sie bei Euch auch in guten Händen. Und statt viel Geld für immer neue Kameras auszugeben habt ihr dann ein paar Jahre lang viel fotografiert, seid in der Welt herumgekommen und könnt über die Frage Nikon D7000 oder Nikon 7100 nur noch müde lächeln.

Ich für meinen Teil packe jetzt meine Sachen und gehe raus um mir ein paar schöne Motive zu suchen 🙂

Update vom 01.11.2013

Die Leute vom Nikon Marketing bauen ihren Werbefeldzug schrittweise aus und nun gibt es weitere Details zu sehen. Die neue Nikon DF wird wie eine Mischung aus D800 und F3 aussehen. Aber warten wir es mal ab, bis zur offiziellen Vorstellung sind es nur noch einige wenige Tage…

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Nikon D800 – Videos professionell produzieren

Atomos Ninja 2

Moderne Kameras wie die Nikon D800 bzw. D800E ermöglichen neben qualitativ hochwertiger Bildaufzeichnung auch Videoaufzeichnungen. Doch jeder der schon einmal versucht hat eine etwas längere Video-Sequenz mit einer DSLR aufzunehmen kennt das Problem der kurzen Aufzeichnungsspannen dieser Kameras. Ich selbst habe mich beispielsweise bei den Videos zum Thema „Nikon History“ schon oft darüber geärgert, dass meine Nikon D7000 nach 20 Minuten die Videoaufzeichnung einstellt und man keinen entsprechenden Hinweis erkennen kann, solange man VOR der Kamera steht.

Das ist oft wirklich störend besonders wenn man gerade im Fluss ist und einige komplexe Sachverhalte schön auf den Punkt gebracht hat. Die Enttäuschung ist dann immer wieder groß wenn man feststellen muss, dass große Teile der Moderation nicht aufgenommen wurden.

Wer sich fragt warum es diese Begrenzungen gibt und ein wenig bei google & Co. auf die Suche geht findet schnell heraus, dass dies eine bewusste Beschränkung ist, die von den Kameraherstellern in die Software der Kameras integriert wurde. Für eine DSLR die Videos aufzeichnen kann die länger als 30 Minuten laufen, werden nämlich zusätzliche Abgaben fällig.

Ich selbst habe mich beim Filmen mit der Nikon D7000 oder meiner D800E auch schon oft darüber geärgert, dass man auf dem Display bei hellem Sonnenlicht praktisch nichts erkennen kann. Man muss ich mit Lichtschächten und Lupen behelfen die auf das Display geklebt werden, wirklich schön ist das alles nicht.

Wenn ich allein bin und bspw. ein YouTube-Video erstellen möchte, so habe ich auch immer das Problem, dass ich während der Aufnahme gar nicht sehen kann ob ich im Bild bin oder nicht. Aus diesem Grunde habe ich mir im letzten Jahr die wirklich tolle Panasonic HC-X909 angeschafft. Dieses Gerät ist ein spezielle Videokamera die sowohl über ein Schwenkdisplay als auch über eine Infrarot-Fernbedienung verfügt. Damit gelingen wirklich brauchbare Videos aber die Kamera hat auch ein paar Einschränkungen. So kann ich beispielsweise keine Objektive tauschen. Zwar verfügt die HC-X909 über drei getrennte Bildsensoren, doch sind diese Sensoren sehr klein ausgelegt, denn nur so ist ein kompakte Bauform erreichbar. Die geringe Größe der Sensoren führt bei schwacher Ausleuchtung schnell zu sehr störendem Bildrauschen. Für ein wirklich hochwertiges YouTube Video brauche ich also stets eine „komplette Festbeleuchtung“.

Hier habe ich ein Beispiel, dass ich vor einigen Wochen zusammen mit meinem Freund Fabian alias „Rainer Schauder“ aufgenommen habe. Dabei kam nur die Panasonic HC-X909 zum Einsatz. Den Ton haben wir ausschließlich mit einem preiswerten Nikon ME-1 Mikrofon aufgenommen, das über ein billiges Verlängerungskabel an den Panasonic angeschlossen war. Für die Ausleuchtung haben wir zwei spezielle recht lichtstarke Video-Lampen verwendet. Die Qualität ist meiner Meinung nach ganz brauchbar und vor allem konnten wir uns während der Aufnahmen kontrollieren und alles in einem Take aufnehmen.

Wer bereits ein Nikon D800 oder eine ähnliche TOP-Kamera sein eigen nennen darf, wird sich vielleicht auch schon über die beschriebenen Einschränkungen geärgert haben. Für alle die nicht gleich zu einer separaten „richtigen“ Videokamera greifen wollen, bietet der australische Hersteller Atomos mit dem Ninja 2 einen HDMI Recorder zum Preis von ca. 600 Euro an. Mit dem Ninja 2 können Videos über viele Stunden aufgezeichnet werden. Das Gerät beherrscht unterschiedliche Codecs für die Kompression des Bildmaterials. Zeichnet man beispielsweise mit ProRes 422 auf, so hat man ein Format das bspw. Final Cut Pro X sehr gut und ohne Einschränkungen direkt verarbeiten kann. Zwar sind die Videodateien dann etwa zehnmal so groß wie sie innerhalb der Kamera auf eine Speicherkarte aufgenommen würden, aber die Qualität ist wegen der geringeren Kompression auch sichtbar besser.

Der Qualitätsgewinn hängt allerdings stark von den gefilmten Motiven ab. Bei einem YouTube-Vortrag in dem man recht still vor der Kamera steht und sich fast nur die Lippen bewegen wird man keinen Unterschied feststellen können. Aber bereits bei einem zügigen Kameraschwenk sind besonders an den Kanten des gefilmten Motivs deutliche Unterschiede erkennbar. Sehr cool ist auch, dass der Ninja 2 eine eigene Stromversorgung über zwei Akkus hat, die sogar während des laufenden Betriebs gewechselt werden können. Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass man im Gegensatz zu HDMI-Recordern die ihre Signal unkomprimiert aufzeichnen mit einfachen 2,5″ Festplatten auskommt. Statt mehrere tausend Euro für eine ganze Batterie von SSDs ausgeben zu müssen, reicht hier eine flotte 2,5″ 1-TB Festplatte (ca. 80 Euro) um mehr als 20h Videomaterial in toller Qualität speichern zu können.

Zum Ninja 2 Lieferumfang gehört ein kleines Gehäuse samt einer Docking-Stating mit USB 3.0 Anschluss. So kann man das Video-Material sehr schnell für den Videoschnitt verfügbar machen.

In diesem Video wird die Arbeit mit dem Atomos Ninja 2 sehr schön präsentiert und die Vorzüge des Systems werden sehr gut erläutert.

Ob die eigene Kamera den Atomos Ninja 2 unterstützt sollte man vor dem Kauf allerdings klären, hier wird man via google & Co. schnell fündig werden.

Bei amazon.de ist der Ninja 2 derzeit in kleinen Stückzahlen verfügbar.

Hier habe ich noch ein Beispiel-Video das mit einer Nikon D800 aufgenommen wurde. Dabei kamen auch externe HDMI-Aufnahmegeräte zum Einsatz. Wer sich dieses Video aufmerksam anschaut wird schnell die tolle Bildqualität bemerken. Einen Video-Clip in dieser Qualität wird keine Sendeanstalt ablehnen. Und dieses Video ist der beste Beweis, dass bereits mit einer relativ preiswerten DSLR professionelle Videoaufnahmen möglich sind.

Hier ist das Making of…

La Palma – Tag 12

Als ich am Vortag meinen BLOG veröffentlich habe, kommt auch schon meine liebe Sandra um die Ecke. Sie war erfolgreich und hat sich etwas zum Anziehen und natürlich ein Paar schicke neue Schuhe gekauft. Gemeinsam wollen wir den Abend fern der All-Inclusive Gäste in einem einheimischen Restaurant verbringen. Es geht hinauf zum Vulkan San Antonio. Etwa 100 Meter vor dem Visitor-Center ist auf der linken Seite eine sehr einladend wirkende Bodega. Als wir dort eintreffen müssen wir leider feststellen, dass wir den Ruhetag erwischt haben! Also drehen wir um und fahren noch ein paar Spitzkehren weiter den Berg hinauf. Oben im kleinen Örtchen Los Canarios gibt es einen Wegweiser der uns zu einem sehr gemütlichen kleinen Restaurant führt.

Wir sind die einzigen Gäste, das kommt mir etwas komisch vor, aber dann gibt es ein kaltes Radler (Cerveza con Seven-Up) und schon bin ich im Urlaubsmodus 🙂

Sandra bestellt sich ein Steak mit einem kleinen Salat, ich entscheide mich für den Fisch des Tages mit handgeschnittenen Kartoffeln aus der Fritteuse. Mein Fisch ist ganz ok, wenngleich auch nicht gerade Weltspitze, aber mir schmeckt es. Sandra knabbert relativ langsam und lustlos an ihrem Steak herum. Als ich frage was damit los ist erfahren ich, dass es wohl irgendein Missverständnis gegeben hat. Sie hatte mit einem Rindersteak gerechnet. Auf dem Teller liegt aber ein Stück Schweinefleisch. Sie kann damit dann aber doch ganz gut leben. Wir gehören nicht zu den Gästen die sich den Chef kommen lassen und eine Welle machen die ganze Dörfer wegspülen könnte.

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Nach dem Essen gibt es noch einen kleinen kanarischen Espresso mit aufgeschäumter Milch (Café Cortado). Für Sandra würden wir gern einen Ramazotti bestellen, aber die Kellnerin kennt das nicht. Wir versuchen es mit einem „Hierbas“, auf Teneriffa bekommt man dann meist einen kleinen Schnaps der ein wenig an einen süßen Grappa erinnert. Hier versteht man unter „Hierbas“ aber eher einen Kräuterlikör. Die Kellnerin hat auch sofort einen Jägermeister zur Hand. Aber den mag Sandra nicht. Wie erklären wir nur was wir wollen? Ich versuche es mit „Un hierbas similar a grappa?“ Sie flitzt kurz weg und bringt mir kurz darauf meinen Café Cortado und Sandra einen doppelten Grappa in einem Gläschen das ein wenig an ein zu klein geratenes Sektglas erinnert. Ich darf mal kurz kosten, es ist ein Grappa und er ist echt gut!

Bei Sandra hinterlässt dieser große Schnaps dann aber schnell ziemliche Spuren. Im Bauch wird es warm und im Kopf beginnt sich alles zu drehen. Sie ist ein wenig angetrunken, hicks… Also setze ich sie unten am Hotel ab und fahre etwa 1000 Meter vom Hotel in Richtung Norden durch die angrenzenden Bananenplantagen. Dort gibt es eine kleine „Bude“ mit tollem Blick auf das Meer. Als ich dort eintreffe rattert dort ein kleiner Stromgenerator und es sind recht viele Jugendliche dort die den beginnenden Sonnenuntergang bei einem Bier genießen. Als ich starklar bin fällt mir eine Treppe auf die nach rechts abzweigt. Ich schaue mir das genauer an und bin ziemlich überrascht, dass es hier einen tollen Abstieg zu einem kleinen einsamen schwarzen Strand gibt, großartig!

Unten am Strand bin ich schließlich allein in einer kleinen Bucht, umgeben von dunklem Basalt und viel viel schwarzem Lava-Sand und Lava-Kies. Vor mir stimmt die Sonne ein tolles Schauspiel an und den Blick nach Westen versüßen mir einige respektable Lava-Formationen die wunderbar aus dem Meer herausragen. Meine tolle neue Timex Armbanduhr verrät mir, dass wir gerade wieder einmal Ebbe haben. Das ist für Fotos am Strand mit Sonnenuntergang meist ideal, weil man dann auf dem flach abfallenden Strand fotografieren kann.

Leider habe ich nur die kleine Nikon 1V1 und die Panasonic HC-X909 Videokamera dabei. Es sind zwar tolle Geräte aber für wirklich eindrucksvolle Aufnahmen bei krassem Gegenlicht oder in der Stunde nach dem Sonnenuntergang eher weniger gut geeignet. Trotzdem nehme ich einige Video-Sequenzen auf bis mir die Idee kommt, endlich mal den Verlaufsfilter vor die Panasonic Videokamera zu schrauben. Dieser Filter ist zur Hälfte klar und zur anderen Hälfte dunkelbraun, man nennt das auch „Tabak“. Den Filter kann ich drehen und wenn man die braune Hälfte nach oben dreht, so bekommt der Abendhimmel eine bedrohliche fast surreale Wirkung. Ein wenig schade ist, dass der Übergang von klar nach getönt genau in der Mitte des Filter ist. So muss man ein wenig mit der Aufnahmeposition spielen bis das Ergebnis gut aussieht. Hier ist der Einsatz der quadratischen Cokin-Filter oft einacher. Man schraubt den Filterhalter an die Kamera und kann dann bist zu drei Filter einschieben und in der Höhe kombinieren. Allerdings muss man dabei auch bedenken, dass jede Filterscheibe die Bildqualität ein wenig verringert. Daher ist mein Tipp, irgendwelche Filter nicht grundsätzlich zu benutzen sondern nur dann wenn sie sinnvoll sind oder schöne Effekte ermöglichen.

Während die Panasonic-Kamera ein wenig vor sich hin filmt baue ich meine Nikon 1V1 und das zweite Stativ auf. Als ich die  Kamera einschalte muss ich leider feststellen, dass ich die Speicherkarte im Hotelzimmer vergessen habe. Alle Reservekarten sind im großen Fotorucksack und der ist auch im Hotel. Ich versuche das gelassen hinzunehmen, man kann eh nicht mit zwei Kameras gleichzeitig fotografieren. Also wechsle ich die Speicherkarte immer mal zwischen Videokamera und Fotoapparat. Gern würde ich ja auch mal den Verlaufsfilter an die Nikon 1 setzen, aber sie hat ein 40,5mm Filtergewinde. Mein Verlaufsfilter hat 52mm, die Panasonic hat 49mm. Wie passt das alles zusammen? Ganz einfach, mit Filteradaptern. Solch ein Exemplar habe ich auf die Panasonic aufgeschraubt, 49 -> 52mm – damit passen fast alle Filter die ich für meinen guten alten manuellen Nikon Objektive habe. Auch die Streulichtblenden usw. kann ich verwenden, das ist sehr praktisch. Für die Nikon 1 habe ich auch einen Adapter von 40,5 auf 52mm, aber ihr habt es sicher schon erraten, ich weiß mal wieder nicht wo er ist…

Die Video-Sequenzen sehen auf dem Klappdisplay der Panasonic richtig gut aus. Später im Hotel bin ich aber doch etwas enttäuscht. Filmt man mit dieser Kamera direkt in dei Sonne so ist das einfach zu krass. Zwar ist die Sonne ein korrekter heller runder Punkt, aber rund herum machen sich komische orangefarbene Farbsäume breit, das sieht nicht wirklich gut aus. Hier ist der kleine Sensor der Kamera deutlich überfordert. Vielleicht würde es helfen einen zusätzlichen Polfilter oder einen dichten Graufilter zu verwenden. Aber wenn man mehrere runde Filter aufeinander schraubt werden sie spätestens ab dem zweiten Filter im Bild sichtbar. Es gibt dann runde schwarze Ecken und die will man lieber nicht haben. Man kann sich ein wenig behelfen indem man die Kamera nicht ganz auf Weitwinkel sondern etwas auf „Tele“ einstellt. Dann ist der Blickwinkel enger und die Ränder sind dann weg. Aber damit bekommt man oft das was man filmen möchte nicht mehr in voller Breite zu sehen.

Helfen könnte hier ein weiterer Filteradapter bspw. von 52 auf 77mm. So etwas habe ich sogar dabei und ich weiss sogar wo er ist! Auch habe ich 77er Polfilter, Graufilter und Grauverlaufsfilter mit auf die Insel genommen. Aber während ich da unten ganz allein am Strand stehe sind sie natürlich im Hotelzimmer!

Leute da hilft nur EINES – ich muss da noch einmal hin!

Nachdem die Show vorbei ist steige ich die Treppenstufen wieder hinauf und laufe mal bis zur Spitze dieses Aussichtspunktes. Dort staune ich nicht schlecht, als ich neben „meiner“ Bucht eine zweite Bucht entdecke! Und diese Bucht ist sogar noch viel cooler denn da sind die tollen Lavafelsen direkt davor! Hier wäre es ein Fest einen tollen Sonnenuntergang zu fotografieren. Und auch hier scheint es eine Treppe zu geben die etwa 30 Meter von der Klippe hinunter zum Strand führt. Das werde ich mir mal anschauen, aber nun geht es erst einmal zurück zum Hotel.

Als ich dort eintreffe läuft gerade „Déjà Vu“ im ZDF. Ein seltsamer Streifen mit einem Denzel Washington der vier Tage in die Vergangenheit schauen kann. Es geht darum einen Terroranschlag aufzuklären oder gar zu vereiteln. Es ist schon eine krude Geschichte aus der Tony Scott versucht einen passablen Actionstreifen zu zimmern. Sogar  Val Kilmer ist mit am Set, aber wirklich überzeugen kann mich das alles nicht. Während ich meine Fotos sichte höre ich nur die pathetische Filmmusik und die vielen Soundeffekte. Ich habe den Eindruck, dass man hier versucht hat mit knalligen Soundeffekten den recht sinnfreien Plot aufzumotzen. Da ist es kein Fehler wegzuschauen und sich auf die „fotografische Beute“ zu konzentrieren.

Hier bin ich besonders auf die Fotos aus der Nikon 1V1 gespannt. Aber die Fotos sind weniger gut als erhofft. Auf dem kleinen Monitor der Nikon 1 sah das alles noch toll aus, aber wenn man sich die dunklen Bildbereiche mal genauer anschaut, dann haben sie oft keine Zeichnung oder sind sogar total verpixelt. Wenn man die Bilder kräftig überbelichtet, so werden bei den im Gegenlicht liegenden dunklen Lavafelsen Strukturen sichtbar. Allerdings ist dann der Himmel nun noch ein großer ausgefranster weißer Fleck. Das kann die Nikon D800 viel besser. Der Grund ist der kleine Chip im CX-Format den die Nikon Ingenieure für die Nikon 1 Serie konstruiert haben. Dieser kleine Chip macht war das gesamte System schön klein und handlich, aber die Bildqualität kann in Grenzsituationen mit „erwachsenen“ Kameras in keiner Weise mithalten. Aber wen wundert es, dass eine kleine Kamera die mit Objektiv 279,- Euro gekostet hat nicht die gleichen Fotos liefert wie eine Nikon D800E die mit einem guten Objektiv schnell bei 5.000 Euro liegt?

Hier zwei Beispielfotos aus der Nikon 1V1 – jeweils 1000 Pixel breit oder hoch.

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Beim nächsten Foto sah das Wasser nicht wirklich schön aus, also habe ich es mit Photoshop ein wenig „glatt gebügelt“ 🙂

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Hier auf La Palma ist es jetzt gleich 12h am Mittag. Sandra und ich werden gleich  aufbrechen und uns vielleicht den Vulkan „San Antonio“ anschauen und danach ggfs. einen zweiten Anlauf in der kleinen Bodega neben dem Visitor-Center wagen. Ok, schauen wir einfach mal was passiert 🙂

La Palma – Tag 11

Als der elfte Tag beginnt bin ich endlich mal ausgeruht und fit für das Frühstück. Auf dem Weg zur Futterkrippe habe ich meine kleine Nikon 1V1 dabei, so kann ich beginnen mein aktuelles Fotoprojekt umzusetzen. Ich habe mir vorgenommen einige der am frühen Morgen bereits mit Handtüchern, Handtaschen und anderen Accessoires reservierten Liegen zu fotografieren und daraus eine kleine völlig menschenleere Kollage zu erstellen.

Nach dem Frühstück geht es ganz allein in aller Ruhe mit dem gemieteten Opel Astra den Berg hinauf. Ein echtes Ziel habe ich nicht, ich lasse alles auf mich zukommen und will mal sehen wo ich lande. Sandra will heute mal den Bus ausprobieren und schauen ob sie in dem kleinen Örtchen oberhalb des Hotels nicht ein paar kleine nette Läden findet und vielleicht mal einen Tag ohne tausend Kurven verbringen kann.

Auf etwa 600 Höhenmetern geht es von der Hauptstraße rechts ab zum Teneguia. Das ist ein Vulkan der den Südzipfel der Insel sehr geprägt hat. Bei seinem letzten Ausbruch im Jahr 1971 sind viele ausgedehnte neue Lavafelder entstanden die vom Hotel sehr einfach zu erreichen sind. Am Tag nach unserer Ankunft waren wir schon einmal kurz in der Nähe dieses Vulkans, aber letztlich konnte ich ihn nicht genauer unter die Lupe nehmen. Das soll sich heute endlich ändern!

Nach wenigen Metern geht der gute Asphalt in losen Schotter über. Mit dem Motorrad wäre es schwierig, aber mit dem Auto ist es eigentlich kein Problem. Die extrem spitzen Steine sollte man umfahren, ein geplatzter Reifen ist hier nicht witzig und kann einem den kompletten Tag ruinieren. Nach einigen wenigen Kilometern kann ich den Teneguia schon sehen. Immer wieder halte ich kurz an und während die kleine GoPro rechts am Auto eifrig alles filmt, nehme ich mit meiner Panasonic HC-X909 einige Videosequenzen auf und schieße mit der Nikon D800E einige Fotos.

(Alle Bilder sind 1920 Pixel breit – einfach anklicken um sie größer zu sehen…)

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Ganz in der Nähe des Teneguia kann man sein Auto abstellen und die letzten paar hundert Meter bis zum Vulkan zu Fuß zurücklegen. Der Weg ist sehr einfach zu begehen, ich habe nicht einmal Wanderschuhe an. Die liegen seit der Ankunft ungenutzt im Kofferraum. Alles was ich hier gelaufen bin, habe ich bisher in ganz normalen robusten Trekking-Sandalen erledigt. Die Dinger sind schon ein paar Jahre alt und abends riechen sie meist etwas streng. Da ist es gut wenn man sie weit weg vom Bett oder sogar auf der Terrasse oder dem Balkon auslüften lassen kann.

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Von der Spitze des Teneguia hat man eine tolle Aussicht und es wird schnell klar, dass hier die Lava nicht nur aus einem Schlot heraus gebrodelt ist, sondern dass es mehrere Öffnungen gab. Erst von der Spitze des Vulkans wird mir das wahre Ausmaß der Lavafelder bewusst. Mit meiner schönen neuen Timex Armbanduhr prüfe ich die Himmelsrichtung und siehe da, hier wäre sicher ein genialer Aussichtspunkt um sowohl Sonnenaufgänge als auch Sonnenuntergänge zu fotografieren. Wer dies tun will sollte sich allerdings eine gute Taschenlampe und vielleicht doch festes Schuhwerk und Wanderstöcke mitnehmen. Hier in der Dunkelheit auf- oder abzusteigen könnte ansonsten recht schwierig werden. An einigen Stellen ist der Weg sehr eng und wer hier abrutscht der wird sich schwere Hautabschürfungen und vielleicht auch Knochenbrüche zuziehen. Es ist also etwas Vorsicht angezeigt!

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Auf dem nächsten Foto kann man die beiden Leuchttürme und die wunderbare Saline sehen. Bei diesem Foto wird auch klar warum die Betreiber der Saline nach dem Ausbruch des Teneguia am Ende des Lavastroms, der direkt vor ihrer Saline halt gemacht hat, aus Dankbarkeit eine kleine Kapelle errichtet haben.

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Nach meiner ausgedehnten Fotosession auf dem Vulkan geht es weiter. Jetzt kenne ich den Weg, es ist die kleine Straße die ich vor ein paar Tagen gemeinsam mit Sandra hinauf gefahren bin. Unten an der Hauptstraße entschließe ich mich ganz spontan nach rechts abzubiegen und dem schönen alten Leuchtturm und seinem neuen Pendant einen erneuten Besuch abzustatten. Als ich das erste Mal hier war ist es bei einem kleinen Spaziergang um den Leuchtturm geblieben, heute fahre ich die Straße ein paar Meter weiter und finde dort ein kleines nettes Fischerdörfchen. Am Strand liegen zwei junge Mädchen in der Sonne und als ich meine Panasonic Videokamera startklar mache kommt ein Fischer mit einem kleinen blauen Holzboot in die Bucht gerudert. Am Strand wartet bereits einer seiner Freunde. Auf den letzten Metern holt der Fischer mit den Rudern kräftig Schwung und lässt das Boot auf den schwarzen Lavastrand gleiten. Sein Freund ist sofort zur Stelle und gemeinsam schieben sie das Boot den Strand hinauf. Später kann ich dann sehen wie er mit einer großen Kiste auf der Schulter den morgendlichen Fang in das Auto seines Freundes verlädt. Das ist wirklich „fangfrisch“. Einen Augenblick später sind sie dann auch schon verschwunden.

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Ich verbringe an diesem idyllischen Örtchen fast eine ganze Stunde. Während meine Panasonic eine kleine Zeitraffer-Sequenz aufzeichnet schieße ich mit meiner Nikon D800E einige Fotos. Zwischendurch wird dann auch immer mal wieder mit der D800E gefilmt. Das angesetzte Objektiv ist ein 16-35mm Weitwinkel und Videoaufnahmen sehen damit schon ziemlich beeindruckend aus. Irgendwie ist es eine gute Kombination, für die weichen Zoomfahrten und alles wo ich einen wirklich guten Bildstabilisator brauche verwende ich die Panasonic. Soll es sehr scharf, sehr hochauflösend und kontrastreich sein, dann ist die Nikon D800E mein Freund. Eigentlich könnte ich auch mit der Nikon 1V1 filmen, aber sie zeichnet mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Die Panasonic und die D800E filmen hingegen mit 25 Bildern pro Sekunde. Später beim Videoschnitt wäre es aufwändig die Sequenzen aus der Nikon 1V1 korrekt zu integrieren. Daher ist sie meine Kamera für den schnellen Schnappschuss aus dem Handgelenk.

Kurz nach diesem Foto habe ich die beiden Fischer auf dem Schlauchboot mit der Panasonic-Videokamera mit langer Tele-Einstellung verfolgt. Bei der Anlandung am Ufer hat es einen der beiden jungen Männer voll verrissen und er ist kopfüber im Wasser gelandet. Später ist der dann bei der Bergung des Bootes nochmals ausgerutscht, es war heute nicht sein Tag. Für mich war es cool, so habe ich einen echt lustigen „FAIL“ dokumentiert.

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Gegen 15h30 entschließe ich mich heute keine große Inselrundfahrt mehr zu unternehmen und statt dessen meinen Magen und meine Nerven zu schonen. Die kleine GoPro klebe ich diesmal mit reichlich Spucke mitten auf den oberen Rand der Windschutzscheibe. Mit laufender Kamera geht es die paar letzten Kilometer durch die menschenleeren Bananenplantagen zurück zum Hotel.

Als ich dort mein Auto geparkt habe kommt der Chef der Hotel Security auf mich zu und erzählt mir etwas, das mir irgendwie „spanisch“ vorkommt. Ich verstehe nur das Wort „Reception“. Scheinbar soll ich irgend etwas an der Rezeption mit ihm besprechen. Während ich in aller Ruhe meine vielen Fotosachen einpacke beäugt er mich ganz argwöhnisch. Als ich dann startklar bin schnappt er mich und schiebt mich in Richtung Rezeption. Dort ist eine Mitarbeiterin die recht gut übersetzen kann. Er hat die Kamera oben auf meinem Mietwagen gesehen und hat Sorge, dass ich irgendwelche Persönlichkeitsrechte verletzt haben könnte. Scheinbar will er als Chef der Security verhindern, dass vor dem Hotel irgendwelche Gäste gefilmt werden und man das später bei YouTube zu sehen bekommt. Wahrscheinlich ist ihm nicht klar, dass meine D800E in Verbindung mit einem langen Teleobjektiv die 100 mal besseren „Spionagefotos“ liefern könnte. Aber deshalb steht er ja auch den ganzen Tag vor dem Hotel und sorgt für Sicherheit während ich hier Urlaub machen darf 🙂

Irgendwann ist dann endlich geklärt, dass ich mit der GoPro oben am Teneguia und am Leuchtturm gefilmt habe. Gern würde er sich das auf der Kamera zeigen lassen, aber meine GoPro hat eben kein Display oder ähnliches. Es gibt einen Knopf zum Einschalten und einen um die Aufnahme zu starten. Das ist alles was es an Bedienelementen gibt. Ich werde noch gefragt ob ich das professionell machen würde. Das kann ich mit sehr gutem Gewissen verneinen. Wenn ich von meinen Fotos und Videos leben müsste, dann würde ich versuchen Promis vor Hotels und in prekären Situationen zu fotografieren. Da ich mein Geld zum Glück aber ganz anders verdienen kann, können meine Videos und Fotos ein ausgedehntes teures Hobby bleiben!!

Als ich schließlich im Hotelzimmer eintreffe ist von Sandra keine Spur zu sehen. Ich versuche sie anzurufen, es meldet sich immer wieder nur die Mailbox. Mein Magen knurrt und es wäre ja schön gemeinsam etwas essen zu können. Auch könnte ich sie oben im Ort abholen, dann müsste sie nicht mit dem Bus fahren. Aber auch meine SMS bleibt scheinbar ungelesen. So sitze ich jetzt hier im abgedunkelten Hotelzimmer an meinem Notebook. Um mich herum sind lauter Fotogeräte und um das mein Überleben abzusichern steht da auch noch eine kleine Flasche Mineralwasser 🙂