La Palma – Tag 11

Als der elfte Tag beginnt bin ich endlich mal ausgeruht und fit für das Frühstück. Auf dem Weg zur Futterkrippe habe ich meine kleine Nikon 1V1 dabei, so kann ich beginnen mein aktuelles Fotoprojekt umzusetzen. Ich habe mir vorgenommen einige der am frühen Morgen bereits mit Handtüchern, Handtaschen und anderen Accessoires reservierten Liegen zu fotografieren und daraus eine kleine völlig menschenleere Kollage zu erstellen.

Nach dem Frühstück geht es ganz allein in aller Ruhe mit dem gemieteten Opel Astra den Berg hinauf. Ein echtes Ziel habe ich nicht, ich lasse alles auf mich zukommen und will mal sehen wo ich lande. Sandra will heute mal den Bus ausprobieren und schauen ob sie in dem kleinen Örtchen oberhalb des Hotels nicht ein paar kleine nette Läden findet und vielleicht mal einen Tag ohne tausend Kurven verbringen kann.

Auf etwa 600 Höhenmetern geht es von der Hauptstraße rechts ab zum Teneguia. Das ist ein Vulkan der den Südzipfel der Insel sehr geprägt hat. Bei seinem letzten Ausbruch im Jahr 1971 sind viele ausgedehnte neue Lavafelder entstanden die vom Hotel sehr einfach zu erreichen sind. Am Tag nach unserer Ankunft waren wir schon einmal kurz in der Nähe dieses Vulkans, aber letztlich konnte ich ihn nicht genauer unter die Lupe nehmen. Das soll sich heute endlich ändern!

Nach wenigen Metern geht der gute Asphalt in losen Schotter über. Mit dem Motorrad wäre es schwierig, aber mit dem Auto ist es eigentlich kein Problem. Die extrem spitzen Steine sollte man umfahren, ein geplatzter Reifen ist hier nicht witzig und kann einem den kompletten Tag ruinieren. Nach einigen wenigen Kilometern kann ich den Teneguia schon sehen. Immer wieder halte ich kurz an und während die kleine GoPro rechts am Auto eifrig alles filmt, nehme ich mit meiner Panasonic HC-X909 einige Videosequenzen auf und schieße mit der Nikon D800E einige Fotos.

(Alle Bilder sind 1920 Pixel breit – einfach anklicken um sie größer zu sehen…)

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Ganz in der Nähe des Teneguia kann man sein Auto abstellen und die letzten paar hundert Meter bis zum Vulkan zu Fuß zurücklegen. Der Weg ist sehr einfach zu begehen, ich habe nicht einmal Wanderschuhe an. Die liegen seit der Ankunft ungenutzt im Kofferraum. Alles was ich hier gelaufen bin, habe ich bisher in ganz normalen robusten Trekking-Sandalen erledigt. Die Dinger sind schon ein paar Jahre alt und abends riechen sie meist etwas streng. Da ist es gut wenn man sie weit weg vom Bett oder sogar auf der Terrasse oder dem Balkon auslüften lassen kann.

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Von der Spitze des Teneguia hat man eine tolle Aussicht und es wird schnell klar, dass hier die Lava nicht nur aus einem Schlot heraus gebrodelt ist, sondern dass es mehrere Öffnungen gab. Erst von der Spitze des Vulkans wird mir das wahre Ausmaß der Lavafelder bewusst. Mit meiner schönen neuen Timex Armbanduhr prüfe ich die Himmelsrichtung und siehe da, hier wäre sicher ein genialer Aussichtspunkt um sowohl Sonnenaufgänge als auch Sonnenuntergänge zu fotografieren. Wer dies tun will sollte sich allerdings eine gute Taschenlampe und vielleicht doch festes Schuhwerk und Wanderstöcke mitnehmen. Hier in der Dunkelheit auf- oder abzusteigen könnte ansonsten recht schwierig werden. An einigen Stellen ist der Weg sehr eng und wer hier abrutscht der wird sich schwere Hautabschürfungen und vielleicht auch Knochenbrüche zuziehen. Es ist also etwas Vorsicht angezeigt!

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Auf dem nächsten Foto kann man die beiden Leuchttürme und die wunderbare Saline sehen. Bei diesem Foto wird auch klar warum die Betreiber der Saline nach dem Ausbruch des Teneguia am Ende des Lavastroms, der direkt vor ihrer Saline halt gemacht hat, aus Dankbarkeit eine kleine Kapelle errichtet haben.

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Nach meiner ausgedehnten Fotosession auf dem Vulkan geht es weiter. Jetzt kenne ich den Weg, es ist die kleine Straße die ich vor ein paar Tagen gemeinsam mit Sandra hinauf gefahren bin. Unten an der Hauptstraße entschließe ich mich ganz spontan nach rechts abzubiegen und dem schönen alten Leuchtturm und seinem neuen Pendant einen erneuten Besuch abzustatten. Als ich das erste Mal hier war ist es bei einem kleinen Spaziergang um den Leuchtturm geblieben, heute fahre ich die Straße ein paar Meter weiter und finde dort ein kleines nettes Fischerdörfchen. Am Strand liegen zwei junge Mädchen in der Sonne und als ich meine Panasonic Videokamera startklar mache kommt ein Fischer mit einem kleinen blauen Holzboot in die Bucht gerudert. Am Strand wartet bereits einer seiner Freunde. Auf den letzten Metern holt der Fischer mit den Rudern kräftig Schwung und lässt das Boot auf den schwarzen Lavastrand gleiten. Sein Freund ist sofort zur Stelle und gemeinsam schieben sie das Boot den Strand hinauf. Später kann ich dann sehen wie er mit einer großen Kiste auf der Schulter den morgendlichen Fang in das Auto seines Freundes verlädt. Das ist wirklich „fangfrisch“. Einen Augenblick später sind sie dann auch schon verschwunden.

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Ich verbringe an diesem idyllischen Örtchen fast eine ganze Stunde. Während meine Panasonic eine kleine Zeitraffer-Sequenz aufzeichnet schieße ich mit meiner Nikon D800E einige Fotos. Zwischendurch wird dann auch immer mal wieder mit der D800E gefilmt. Das angesetzte Objektiv ist ein 16-35mm Weitwinkel und Videoaufnahmen sehen damit schon ziemlich beeindruckend aus. Irgendwie ist es eine gute Kombination, für die weichen Zoomfahrten und alles wo ich einen wirklich guten Bildstabilisator brauche verwende ich die Panasonic. Soll es sehr scharf, sehr hochauflösend und kontrastreich sein, dann ist die Nikon D800E mein Freund. Eigentlich könnte ich auch mit der Nikon 1V1 filmen, aber sie zeichnet mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Die Panasonic und die D800E filmen hingegen mit 25 Bildern pro Sekunde. Später beim Videoschnitt wäre es aufwändig die Sequenzen aus der Nikon 1V1 korrekt zu integrieren. Daher ist sie meine Kamera für den schnellen Schnappschuss aus dem Handgelenk.

Kurz nach diesem Foto habe ich die beiden Fischer auf dem Schlauchboot mit der Panasonic-Videokamera mit langer Tele-Einstellung verfolgt. Bei der Anlandung am Ufer hat es einen der beiden jungen Männer voll verrissen und er ist kopfüber im Wasser gelandet. Später ist der dann bei der Bergung des Bootes nochmals ausgerutscht, es war heute nicht sein Tag. Für mich war es cool, so habe ich einen echt lustigen „FAIL“ dokumentiert.

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Gegen 15h30 entschließe ich mich heute keine große Inselrundfahrt mehr zu unternehmen und statt dessen meinen Magen und meine Nerven zu schonen. Die kleine GoPro klebe ich diesmal mit reichlich Spucke mitten auf den oberen Rand der Windschutzscheibe. Mit laufender Kamera geht es die paar letzten Kilometer durch die menschenleeren Bananenplantagen zurück zum Hotel.

Als ich dort mein Auto geparkt habe kommt der Chef der Hotel Security auf mich zu und erzählt mir etwas, das mir irgendwie „spanisch“ vorkommt. Ich verstehe nur das Wort „Reception“. Scheinbar soll ich irgend etwas an der Rezeption mit ihm besprechen. Während ich in aller Ruhe meine vielen Fotosachen einpacke beäugt er mich ganz argwöhnisch. Als ich dann startklar bin schnappt er mich und schiebt mich in Richtung Rezeption. Dort ist eine Mitarbeiterin die recht gut übersetzen kann. Er hat die Kamera oben auf meinem Mietwagen gesehen und hat Sorge, dass ich irgendwelche Persönlichkeitsrechte verletzt haben könnte. Scheinbar will er als Chef der Security verhindern, dass vor dem Hotel irgendwelche Gäste gefilmt werden und man das später bei YouTube zu sehen bekommt. Wahrscheinlich ist ihm nicht klar, dass meine D800E in Verbindung mit einem langen Teleobjektiv die 100 mal besseren „Spionagefotos“ liefern könnte. Aber deshalb steht er ja auch den ganzen Tag vor dem Hotel und sorgt für Sicherheit während ich hier Urlaub machen darf 🙂

Irgendwann ist dann endlich geklärt, dass ich mit der GoPro oben am Teneguia und am Leuchtturm gefilmt habe. Gern würde er sich das auf der Kamera zeigen lassen, aber meine GoPro hat eben kein Display oder ähnliches. Es gibt einen Knopf zum Einschalten und einen um die Aufnahme zu starten. Das ist alles was es an Bedienelementen gibt. Ich werde noch gefragt ob ich das professionell machen würde. Das kann ich mit sehr gutem Gewissen verneinen. Wenn ich von meinen Fotos und Videos leben müsste, dann würde ich versuchen Promis vor Hotels und in prekären Situationen zu fotografieren. Da ich mein Geld zum Glück aber ganz anders verdienen kann, können meine Videos und Fotos ein ausgedehntes teures Hobby bleiben!!

Als ich schließlich im Hotelzimmer eintreffe ist von Sandra keine Spur zu sehen. Ich versuche sie anzurufen, es meldet sich immer wieder nur die Mailbox. Mein Magen knurrt und es wäre ja schön gemeinsam etwas essen zu können. Auch könnte ich sie oben im Ort abholen, dann müsste sie nicht mit dem Bus fahren. Aber auch meine SMS bleibt scheinbar ungelesen. So sitze ich jetzt hier im abgedunkelten Hotelzimmer an meinem Notebook. Um mich herum sind lauter Fotogeräte und um das mein Überleben abzusichern steht da auch noch eine kleine Flasche Mineralwasser 🙂

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