USA-2014 – Tag 18 – Nachts am Marlboro Point

This Night @ Marlboro Point #1

Es ist unsere zweite Nacht in Moab. Am Morgen habe ich kurz an der Rezeption nachgefragt ob vielleicht jemand ein Zimmer mit zwei Betten abgesagt hat, aber es ist noch zu früh. Sandra ist wirklich schlecht drauf weil sie während der gesamten Nacht kein Auge zu bekommen hat. Etwas später macht uns die Eigentümerin des Adventure Inn Motels den Vorschlag doch einfach eine Matratze neben das Bett zu legen und diese mit einem Bettlaken usw. zu beziehen. Wir willigen ein und Sandra freut sich auf die erste Nacht in der sie hoffentlich wieder richtig schlafen kann.

Wenig später treffen wir uns mit unseren Freunden Angenie und Peter aus Idahoe. Sie sind mit ihrem „Truck“ unterwegs der mehr ein Wohnmobil mit viel Bodenfreiheit (High Clearance) und Allrad-Antrieb (4×4 – Four by Four) ist. Gemeinsam lassen wir es uns im örtlichen „Old Jailhouse“ richtig gut gehen. Dies ist wirklich der alte „Knast“ aus der Zeit als hier noch die Desperados mit ihren Colts auf kleinen aber zähen Quarter-Horses die Gegend unsicher gemacht haben. Inzwischen gibt es dort ein leckeres Frühstück und das Restaurant ist so gut besucht, dass sich die Gäste in eine Warteliste eintragen lassen müssen. Angenie und Peter haben genau das kurz zuvor schon erledigt und so sind wir sehr schnell an der Reihe.

Nach dem Frühstück probieren kurz unsere neue Schlafgelegenheit aus. Dann geht es mit dem Auto zur Red Cliffs Lodge im nahe gelegenen wunderschönen Castle Valley. Dort buchen wir für Sandra ein „Horseback Adventure“. Sie wird am nächsten Morgen um 8h30 für drei Stunden in einer Gruppe von 8 Reitern und einem Guide auf einem Pferd das Castle Valley erkunden.

Später treffen wir uns erneut mit Angenie und Peter, diesmal zum Abendessen bei einem der vielen Mexikanischen Restaurants. Für mich gibt es einen Burrito mit grüner Sauce und etwas Sour Cream und Guacamole. Dazu ein Bier und der Tag ist gerettet. Ganz witzig ist, dass Angenie und Peter für eine Nacht im gleichen Motel eingecheckt haben und gleich zwei Zimmer weiter wohnen. Aber bereits am nächsten Tag werden sie weiter in Richtung Escalante reisen. Sandra und ich werden noch bis Donnerstag hier in Moab bleiben und dann vielleicht auch nach Escalante fahren. Dort könnten Sandra und Angenie einen gemeinsamen Ausritt buchen während Peter und ich vielleicht eine kleine Fotowanderung unternehmen.

Nachdem wir uns verabschiedet haben packe ich meine Fotosachen zusammen und mache mich selbst auf zum Marlboro Point.

This Night @ Marlboro Point #2

Eigentlich hatte ich geplant das Areal tagsüber zu erkunden um die nächtliche Anreise zu vereinfachen. Aber dann kam die Buchung des Pferde-Abenteuers dazwischen. So bin ich nun ganz allein in pechschwarzer Nacht unterwegs zu einer etwas abseits gelegenen Location. Sehr hilfreich ist dabei mein Garmin Colorado 300 das ich mit sehr detaillierten topografischen Karten bestückt habe. Doch selbst meine Navigations-Software „Copilot 9″scheint die Location zu kennen. Ich starte mal eine entsprechende Route und bekomme angezeigt, das sie unwegsame Streckenabschnitte enthält. Ok, darauf bin ich vorbereitet und genau deshalb habe ich den teuren großen Geländewagen gemietet.

Letztlich führt mich meine Navigations-Software aber direkt an einen Zaun mitten im nächtlichen Nirgendwo zwischen Dead Horse Point und Canyonlands National Park. Also geht es ein Stück zurück und nun verlasse ich mich lieber auf das topografische Kartenmaterial. So finde ich auch etwa 30 Minuten später einen Punkt wo ich mein Auto abstellen und den Rest des Weges bequem laufen kann.

This Night @ Marlboro Point #3

Mit dabei habe ich meine Nikon D800E mit dem Nikon AF-S 2,8/14-24mm und zusätzlich das alte aber extrem gute AiS 2,8/55mm Macro Objektiv. Außerdem habe ich einen Reserve-Akku, zwei Taschenlampen, eine Flasche Wasser, eine warme Jacke, Stativ, Reservebatterien, Kabelauslöser und mein HTC ONE samt Akkupack dabei. Während ich mit dem GPS in der linken Hand und der Kamera samt Stativ auf der rechten Schulter meinen Weg durch die nächtliche Wildnis suche leuchte ich den Boden mit meiner extrem hellen Taschenlampe des Typs „LED Lenser P7“ ab. Hier gibt es Skorpione, giftige Spinnen, Klapperschlangen und anderes Getier dem man lieber nicht begegnen möchte. Außerdem trage ich meine hohen Wanderstiefel und eine lange Hose die ich unten an den Stiefeln ganz eng zusammen geschnürt habe, damit nichts in das Hosenbein hineinkriechen kann.

Weil ich noch nicht weiß wo der eigentliche Marlboro Point ist und man in der Dunkelheit ohne Taschenlampe praktisch gar nichts sehen kann, halte ich zwischendurch immer wieder an und nehme bei allerhöchster ISO-Empfindlichkeit mit offener Blende und ca. 4s Belichtungszeit (ohne Rauschunterdrückung) einige schnelle „Orientierungsfotos“ auf. So finde ich nach etwa 30 Minuten tatsächlich einen sehr guten Punkt für schöne Fotos. Ein großes Problem ist der kräftige Wind, der nicht nur allerfeinsten Sand mit sich bringt, sondern auch kräftig an Kamera und Stativ rüttelt. Um die Angriffsfläche zu verringern winde ich den Kameragurt um das Stativ und klemme ihn an der Halterung ein die normalerweise verwendet wird und das Stativ zusätzlich zu beschweren.

Nach einer kurzen Suche finde ich auch eine etwas windgeschützte Ecke wo sich mein Stativ aufstellen lässt und ich eine gute Sicht auf die „Needles“ unten im Canyonlands National Park habe. Mit der Taschenlampe leuchte ich vorsichtig in alle Spalten und Ritzen zwischen den Steinen um sicher zu gehen, dass ich hier nirgendwo giftiges Getier überraschen kann. Aber alles ist „clean“ und so kann die Fotosession beginnen. Anfangs ist es noch stockfinster und so muss ich bei ISO-6400 fast 2 Minuten lang belichten um überhaupt etwas auf den Chip zu bekommen. Später reduziere ich die ISO-Empfindlichkeit auf ISO-800 und belichte satte 12 Minuten. Das ist eine lange Zeit und da wird einem schnell langweilig, besonders wenn die notwendige Rauschunterdrückung nochmals ganze 12 Minuten verschlingt. 24 Minuten für nur EIN Foto, das bekommt man eigentlich nur Nachts hin 🙂

Während ich drauf warte, dass die 12 Minuten endlich abgelaufen sind schaue ich mich etwas um und sehe ganz links von mir einen hellen Flecken am Horizont. Bei genauerer Betrachtung ist es der Mond der gerade hinter den Bergen in der Ferne aufgeht. Innerhalb von etwa 6 Minuten ist er komplett zu sehen und hat etwa während der Hälfte der Belichtungszeit meines Fotos die Szenerie ausgeleuchtet. Nun beginnt das bange Warten während die Rauschunterdrückung ihre Arbeit verrichtet. Am Ende ist das Foto entstanden das ich ganz oben in diesen Artikel eingefügt habe.

Während der Mond höher und höher steigt treten die vielen Millionen Sterne leider in den Hintergrund. Der Mond überstrahlt einfach alles. Die erhofften Fotos mit der Milchstraße über dem Marlboro Point gibt es heute also nicht. Aber statt dessen entstehen trotzdem eine sehr schöne Fotos die man erst beim zweiten Hinschauen als „Nachtaufnahmen“ erkennt. Als ich meine alles „im Kasten“ zu haben lasse ich mich doch noch einmal hinreißen trotz der staubigen Umgebung das Objektiv zu wechseln. Von einem etwas anderen Standpunkt aus entstehen nun noch einige Fotos mit dem alten Nikon AiS 2,8/55mm Micro Nikkor. Später muss ich feststellen, dass mir dieser etwas engere Blickwinkel auch gefällt und dass es durchaus die richtige Entscheidung war dieses Objektiv in die Jackentasche zu stecken.

This Night @ Marlboro Point #4

Zurück beim Auto nehme ich noch ein paar „Making Of“ Fotos auf und setze mich im Auto abermals für etwa 30 Minuten vor meine Kamera um etwas Material für ein weiteres  YouTube-Video zum Thema „Fotografieren bei Nacht“ aufzunehmen. Anschließend geht es über die teilweise extrem anstrengende Off-Road Piste zurück zum Adventure Inn nach Moab. Dort angekommen ist Sandra trotz allem noch wach. Sie kann derzeit einfach nicht gut schlafen. Ich habe alles gegeben um ihr einige Stunden mit ruhigem Schlaf zu gönnen, nun ist sie an der Reihe… Gegen 5h mache ich schließlich die Augen zu und als ich um 8h30 wieder wach werde bin ich allein. Sandra hat mich nicht geweckt um zur Red Cliffs Lodge gefahren zu werden sondern sie hat sich die Autoschlüssel geschnappt und ist selbst gefahren. Das mag ich an ihr, sie ist manchmal wirklich völlig unkompliziert.

This Night @ Marlboro Point - Making Of

So beginnt der dritte Tag in Moab mit der Sichtung meiner nächtlichen Beute. Auch wenn ich die erhofften Fotos mit der Milchstraße nicht hinbekommen habe, so sind dennoch einige wenige sehr coole Fotos entstanden die für alle Mühe und das nächtliche Abenteuer entschädigen.

Heute ist Montag, wir werden Moab am Donnerstag verlassen. Es ist also noch etwas Zeit für weitere Abenteuer. Vielleicht knöpfe ich mir den Delicate Arch im nahegelegenen Arches National Park auch einmal bei Nacht vor, schauen wir mal…

USA-2014 – Tag 15 – Grand Teton National Park

Es ist Freitag der 16. Mai und es ist unser letzter Morgen in Cody Wyoming. Weil es am letzten Abend wegen der erschreckend weiten Wege im Yellowstone National Park wieder sehr spät geworden ist, schlafen wir lange aus und brauchen fast bis 11h bis wir endlich startklar sind. Bevor es losgeht verabschiede ich mich noch bei Petra vom Cody Cowboy Village. Sie gibt mir noch die E-Adresse des Motels und bietet an bei Fragen rund um das Reisen im Yellowstone National Park behilflich zu sein.

Falls jemand von Euch Fragen haben sollte, so kann er sich sicher auch an Petra wenden:

  • ccv@tctwest.net

Weil der Weg nach Moab in Utah landschaftlich sehr reizvoll aber auch sehr weit ist, haben wir uns entschlossen in Rock Springs / Wyoming einen Zwischenstopp einzulegen.

Bildschirmfoto 2014-05-17 um 20.15.14

Unsere Reise führt uns ein letztes Mal durch den wunderbaren Yellowstone National Park. Es liegt noch immer viel Schnee, aber es ist in den letzten Tagen bereits viel abgeschmolzen. Besonders in den Höhenlagen türmen sich die Schneemassen aber teilweise noch mehr als ca. 2 Meter hoch auf. Am Yellowstone Lake legen wir eine Pause ein. Der See ist nun schon teilweise eisfrei und die wunderbaren Wolken spiegeln sich sehr schön in der spiegelglatten Wasseroberfläche. Das ist doch ein Foto wert…

Mirror Lake #1 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Es geht weiter in Richtung Westen bis wir den Abzweig nach Süden zum Grand Teton National Park erreichen. Hier liegt fast kein Schnee mehr und wir sind guter Dinge, dass es auch sp bleiben wird. Aber dann steigt die Straße über viele Kilometer steil an und mit ihr die weißen Ränder links und rechts der Straße. Schließlich erreichen wir einen Pass der annähernd 3.000 Meter hoch ist. Kurz darauf kommt dann der wunderschöne verschneite Gebirgszug mit den Grand Tetons ins Bild. Als wir einen Abzweig zu einer kleinen Bucht sehen biege ich spontan nach rechts ab. Als ich wenig später an einem traumhaft schönen einsamen Strand stehe staune ich nicht schlecht wie sehr dieser Anblick doch dem berühmten Foto von Ansel Adams gleicht.

Es ist Zeit meine Nikon D800E und das AF-S 2,8/14-24mm auszupacken…

Mirror Lake #2 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Eigentlich ist das Licht eher bescheiden und wenn ich jetzt allein wäre würde ich sicher warten bis die Sonne hinter der Grand Tetons verschwindet und den Himmel (hoffentlich!!) wunderschön einfärbt. Aber ich ich bin jetzt in Begleitung und meiner Sandra will ich es nicht zumuten drei oder vielleicht auch vier Stunden auf ein einziges Foto zu warten. Also nehme ich Belichtungsreihen auf und schaue später am Abend was sich daraus zaubern lässt. Mit ziemlich viel Nacharbeit in Photoshop entsteht schließlich ein völlig surreales Abbild des Sees und der Grand Tetons. Es ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber ich mag es 🙂

Mirror Lake #3 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Besonders nach der Konvertierung mittels NIK Silver Efex macht es ein sehr gute Figur. Nun erinnert es mich schon fast an Ansel Adams 🙂

Grand Tetons in Ansel Adams Style

Als wir ins Rock Springs eintreffen ist es schon dunkel und die ersten Motels die wir ansteuern sind alle ausgebucht. Schließlich finden wir im Motel 8 ein einfaches aber zweckmäßiges Zimmer zum Preis von 64$ – also ca. 50 Euro. Dort werden noch schnell die Fotos des Tages auf Festplatten kopiert und dann geht auch schon das Licht aus.

USA-2014 – Tag 12 – Yellowstone Reloaded

Yellowstone NP #4 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm - HDR

Es ist der 12. Tag in den USA und heute werde ich meine Sandra in Billings Montana abholen. Wir haben uns per SMS um 12h im Best Western in Billings verabredet. Aber Achtung, Billings ist kein Dorf und es gibt gleich VIER verschiedene Best Western Hotels!! Als ich um kurz nach 10h in Cody starte scheint die Sonne und es sind etwa 13°C. Eigentlich noch relativ kühl, aber im Auto bemerkt man davon nichts. Auf dem Weg nach Billings nehme ich mit meinem HTC ONE ein kleines Video auf und bin während ich da erzähle was ich so in den letzten Tagen erlebt habe vollkommen hingerissen von der einzigartigen Kombination aus Weite, Bergen, Schnee und Licht.

In Billings angekommen lande ich irgendwie in einem Industriegebiet, aber nicht am Best Western Clock Tower Hotel in der First Avenue. Nach einer Weile fällt mir auf was ich falsch gemacht habe. Ganz in der Nähe des Hotels ist auch eine 1st Road. Similar but slightly different…. Um 12h20 bin ich dann aber doch am Hotel, Sandra wartet schon in der Lobby. Sie ist glücklich und total fertig zu gleich. Ihre Anreise war etwas abenteuerlich und hat sie teilweise an den Rand der Verzweiflung geführt. Aber sie hat sich nicht unterkriegen lassen. Ich würde sagen das war ein STRIKE 🙂

Auf dem Rückweg machen wir kurz vor Cody Rast im Edelweiss Saloon. Für mich gibt es einen Burger, Sandra entscheidet sich für eine Pizza. Es sind zwei alte Amerikaner dort, sie spiele Pool-Billard und unterhalten sich ein wenig mit uns. Der eine von beiden hat sofort verstanden, dass er langsam und deutlich sprechen muss, das klappt sehr gut. Der andere der beiden hat so einen krassen Akzent, ich verstehe bei ihm so ziemlich gar nichts. Irgendwann blicke ich dann, dass er Verwandtschaft in Deutschland hat und dass die Worte die ich absolut nicht verstehen konnte, ihre Namen sind.

Nach einer Stunde geht es weiter. Wir machen eine kurze Pause im Cody Cowboy Inn und Sandra lernt nun auch die liebe Petra kennen. Beide scheinen sich auf Anhieb gut zu verstehen und wir dürfen sogar mal den heißen Pool inspizieren der morgen geöffnet werden soll. Bei rund 38°C kann man es sich dort nach einem langen Fototag gut gehen lassen. So gegen 16h sind wird dann unterwegs zum Yellowstone National Park. Der Weg bis zum Eingang des Parks ist weit und wir sehen bereits hier etliche wild lebende Tiere. Nach rund 80 Kilometern erreichen wir dann den offiziellen Eingang. Ich zeige meinen „Annual National Park Pass“ vor, den ich am Vortag für 80$ erworben habe und der nun ein Jahr lang den kostenlosen Eintritt in alle National Park der USA ermöglicht. Dieser Ausweis kann auf eine weitere Person übertragen werden und gilt für alle Insassen in einem Fahrzeug. Als ich ihn am Vortag gekauft habe, musste ich ihn auf der Rückseite unterschreiben. Heute muss ich zusätzlich meine ID-Card, also meinen deutschen Personalausweis vorzeigen.

Auf unserem Weg durch den Park laufen uns viele Tiere über den Weg und wir müssen immer wieder anhalten und die Fotoapparate zücken. Ich fotografiere heute mit dem vollen Programm, Nikon 1 V1, Panasonic GH3 und Nikon D800E.

Yellowstone NP #1 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm & 6,7-13mm

Yellowstone NP #2 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm & 6,7-13mm

Yellowstone NP #3 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm & 6,7-13mm

Yellowstone NP #4 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm & 6,7-13mm

Yellowstone NP #5 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm & 6,7-13mm

Yellowstone NP #3 - Panasonic GH3 & 100-300mm

Yellowstone NP #4 - Panasonic GH3 & 100-300mm

Besonders gut gefällt mir diese Szenerie, in der ein dicker Felsbrocken als „Spiegel“ des grasenden Büffels herhalten muss.

Yellowstone NP #5 - Panasonic GH3 & 100-300mm

Am riesigen und noch verschneiten Yellowstone Lake stehen plötzlich etliche Autos am Straßenrand. Warum stehen die bloß dort? Ich halte auch mal an und dann sehe ich ihn auch, eine dicker Grizzly wandert etwa 100 Meter von uns entfernt einen Hang hinauf. Bis ich mein Kamera startklar habe ist er leider schon verschwunden. Aber da sind auch noch zwei Schwarzbären. Sandra ist total verzückt, sie steht sprachlos mit ihrer Nikon D5100 und dem AF-S VR 55-300mm am Straßenrand und sieht zum ersten Mal in ihrem Leben gleich mehrere Bären die nicht durch Zäune oder Wassergräben von ihr getrennt sind. Das ist ein echtes Erlebnis für die meisten Besucher.

Yellowstone NP #6 - Panasonic GH3 & 100-300mm

Als wir etwa in der Mitte des Park ankommen wird es dunkel. Wir machen uns auf den Rückweg und müssen sehr aufmerksam und langsam fahren, weil immer wieder Rehe auf der Straße stehen können. In der Dunkelheit sind sie unterwegs zum nahegelegenen Shoshone River um dort ihren Durst zu stillen. Dabei müssen viele Rehe die Straße kreuzen, was nicht ganz ungefährlich ist.

Yellowstone NP #2 - Nikon D800E & AiS 2,8/55mm Micro

Yellowstone NP #3 - Nikon D800E & AiS 2,8/55mm Micro

Yellowstone NP #1 - Nikon D800E & AiS 2,8/55mm Micro

Die Wege sind weit und als wir in Cody eintreffen ist es schon 23h am Abend. Oder wie man hier sagt: 11 pm

Was für ein toller Tag! Dieser National Park ist unglaublich groß und traumhaft schön. Besonders jetzt mit der Mischung aus Schnee und frischem Grass schlägt er alles was ich bislang gesehen habe. Es war die richtige Entscheidung im May hierhin zu kommen. Zwar sind einige Wege noch gesperrt aber wir wollen hier ohnehin nicht wandern und campen. Wer dies allerdings vorhat, der sollte den Yellowstone eher in der Zeit zwischen  August und September besuchen. Eine sehr gute Sache der noch relativ kalten Jahreszeit ist, dass dort aktuell noch keine Moskitos unterwegs sind. Das macht den Aufenthalt für uns deutlich angenehmer als im Hochsommer.

USA-2014 – Tag 8 – Lake Tahoe nach Sun Valley

Sunrise at Emerald Bay #1 - Nikon D800E & AF-S VR 4/16-35mm & B&W ND1000

Als der Wecker klingelt ist es 5h am Morgen. Ich habe mein Jet-Lag inzwischen vollständig verarbeitet und bin nun in den USA der gleiche Morgenmuffel wie sonst daheim in Deutschland. Ich bin unglaublich langsam und so brauche ich bin 5h30 bis ich endlich im Auto sitze und unterwegs zur Emerald Bay bin. Leider habe ich das Gebiet noch nicht erkundet und so verpasse ich verschlafen wie ich bin in der Dunklheit den wichtigen Abzweig zum Emerald Bay Road. Irgendwie kommt mir alles erst etliche Minuten später komisch vor, also wende ich mein Auto und fahre ein Stück zurück, bei der nächsten Gelegenheit biege ich links ab und lande schließlich irgendwo im nirgendwo, ich bin falsch! Also wieder zurück zur Hauptstraße und beim zweiten Anlauf bin ich dann richtig. Die Straße wird enger und der Himmel zunehmend heller. Wenn ich ein paar wirklich brauchbare Fotos vom Sonnenaufgang über der Emerald Bay haben will muss jetzt alles ganz ganz schnell gehen. Ich drücke aufs Gas…

Die Straße wird zunehmend enger und kurvenreicher, es geht hoch ins Gebirge und das Thermometer zeigt – 1°C – Glatteisgefahr!! Hier ins schleudern zu kommen und einen Abhang hinabzustürzen, das mag ich mir gar nicht vorstellen. Also schalte ich einen Gang zurück und lasse es langsamer angehen. Besser keine Fotos als den Rest des Monats im Krankenhaus zu verbringen.

Dann ist ein Scenic View Point ausgeschildert, schnell rauf auf den Parkplatz, die Kamera geschnappt und los geht es. Als ich an der Aussichtsplattform ankomme muss ich allerdings feststellen, dass ich total falsch bin. Hier sehe ich zwar die kleine Insel in der Emerald Bay, aber von der falschen Seite und es sind sehr viele Bäume dazwischen. Für ein Picknick im Sommer wirklich perfekt, aber nicht für schöne Fotos. Also geht die Hetzjagd weiter.

Als ich schließlich einen guten Platz gefunden habe ist es wieder einmal etwa 10 Minuten zu spät. Statt eines dunkelrot leuchtenden Wolkenhimmels schaue ich nun direkt in die Sonne. Also mache ich aus der Not eine Tugend und wende den „Fingertrick“ an. (Siehe hierzu meine Rubrik „Photoshop“) So gelingt dann doch noch ein akzeptables Foto der Morgenstimmung an dieser tollen Bucht die zu den am meisten fotografierten Buchten der Welt gehört.

Sunrise at Emerald Bay #2 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Etwas weiter östlich schaut ich nicht direkt in die Sonne und hier mache ich einige Fotos mit meiner AF-S VR 4/16-35mm und dem famosen – weil weitgehend farbneutralen – Neutraldichtefilter des Typs B&W ND1000. Bei Belichtungszeiten von bis zu 30s sieht auf den Fotos das Wasser weitgehend spiegelglatt aus, so gefällt mir das. Um ca. 8h bin ich wieder am Motel, packe meine Sachen, verabschiede mich von den überaus freundlichen Mitarbeitern und mache mich auf den Weg nach Sun Valley in Idahoe.

Good bye Lake Tahoe - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Am nord-östlichen Zipfel des Sees ist ein schöner Aussichtspunkt und hier lohnt es sich kurz anzuhalten und ein Abschiedsfoto aufzunehmen. Leider wurde der kleine nette Erlebnispark in dem sich die aus der Fernsehserie Bonanza bekannte Ponderosa befindet vor etwa 12 Jahren vom Gründer der Firma People-Soft gekauft und kurz darauf dauerhaft geschlossen. Man munkelt er habe sich dieses „Vergnügen“ 55.000.000 $ kosten lassen…

Bildschirmfoto 2014-05-11 um 12.28.37

Nach schier endloser Zeit erreiche ich schließlich Twin Falls und bin überrascht wie groß doch dieses Stadt ist. Am nördlichen Stadtrand verläuft der Shake River in einer atemberaubend tiefen Schlucht. Einige wenige Meilen in östlicher Richtung liegen die wirklich beeindruckenden Shoshone Falls. Als ich dort eintreffe schickt sich die Sonne gerade an hinter dem Horizont zu versinken. Der kleine State Park oberhalb der Wasserfälle ist wirklich weitläufig und gäbe hier allerlei Möglichkeiten für unterschiedlichste Perspektiven. Aber die bekommt man nicht an einem Abend hin. Also beschließe ich mich auf drei Standort zu beschränken und abwechselnd mit dem AF-S 2,8/14-24mm und dem AF-S VR 4/16-35mm zu fotografieren.

In den letzten Monaten habe ich einige fast hysterische Rückmeldungen erhalten wenn ich das 4/16-35mm Weitwinkel Zoom gelobt habe. BLOG-Leser und YouTube Zuschauer haben moniert, das 4/16-35 sei nicht scharf genug und eigentlich totaler Schrott, das einzig wahre Weitwinkel für meine Nikon D800E seit doch das AF-S 2,8/14-24mm. Irgendwie haben sie ja auch recht, bei Aufnahmen der Milchstraße und immer dann wenn man eine hohe Lichtstärke benötigt liefert das 2,8/14-24mm ja auch tolle Bilder. Aber man kann eben keine Filter drauf schrauben und außerdem ist es rund 600 Euro teurer als das 4/16-35mm.

Das nächste Foto habe ich mit dem 4/16-35mm und dem B&W ND1000 Graufilter aufgenommen. So konnte ich wirklich lange belichten und das Wasser sieht nun sehr schön „weich“ aus. Ein Foto wie dieses gelingt eben mit dem 2,8/14-24mm NICHT. Also liebe Freude des 2,8/14-24mm, ihr solltet das 4/16-35mm mal wirklich auf Herz und Nieren testen! Meiner Meinung nach ist es deutlich universeller und bietet leicht abgeblendet die gleiche Bildqualität wie der deutlich teurere „große Bruder“.

Shoshone Falls - B&W ND1000

Hier noch ein Foto das ich mit meinem Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt Objektiv aufgenommen habe. Der „Miniatur-Effekt“ ist gewollt und eben ECHT, da kommt nichts aus Photoshop! Auch die Korrektur der Perspektive ist ECHT!. Beim oberen Bild habe ich die perspektivischen Fehler mit Photoshop korrigiert, damit das kleine Häuschen neben den Wasserfällen auch vernünftig gerade steht.

Shoshone Falls - Nikon D800E & Rokinon Shift & Tilt 3,5/24mm

Als ich mit meinem Shooting durch bin ist es fast 20:00 (8pm). Ich entschließe mich nicht in Twin Falls zu übernachten sondern noch schnell nach Sun Valley zu fahren, es sind nur etwa 130 Kilometer!

Als ich in Sun Valley eintreffe ist es stockfinster und während ich auf der Suche nach einem Hotel langsam meine Kreise durch die Stadt ziehe wird eine Polizeistreife auf mich aufmerksam. Unauffällig aber bestimmt fahren sie mir hinterher. Jetzt nichts falsch machen, ich will heute ganz sicher keinen Stress mehr mit der Polizei. Als ich zum dritten Mal beim Best Western vorbeifahre entschließe ich mich hier nach einem Zimmer zu fragen. Also halte ich auf dem Parkplatz neben der Rezeption und das Polizeifahrzeug ebenfalls – urgs… Als ich aussteige und die Polizisten grüße winken sie zurück und als sie sehen wie ich die Lobby ansteuere fahren sie langsam weiter. Das ist ja noch einmal gut gegangen.

Das Zimmer ist mit 89,- $ überraschend preiswert und wirklich wunderschön. Es ist toll eingerichtet und alles ist sehr luxuriös. Es war keine verkehrte Entscheidung hier einzuchecken. Ganz besonders nett war auch der nächtliche Plausch mit Lisa Stucks an der Rezeption des Hotels.

Thank you Lisa 🙂

USA-2014 – Tag 6,75 – Lake Tahoe Sunset

Mono Sunrise #4 - Nikon D800E - AF-S 2,8/14-24mm

Es ist der 7. Mai 2014 22:26 und ich sitze ziemlich erledigt im Zimmer 120 im Quality Inn in Lake Tahoe South. Dieser Ort ist eine Mischung aus einem Luzern in der Schweiz und Las Vegas in den USA. Es gibt einen tollen See der mir so große erscheint wie der Garda See in Italien, es gibt einen Schaufelrad-Dampfer, Casinos und Hotels so weit das Auge reicht. Hier kann man es wirklich gut aushalten, nicht nur zur Ski-Saison. Nachdem ich im Quality Inn eingecheckt und einen weiteren Artikel geschrieben und veröffentlich habe geht es etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang in Richtung Norden. Bei Google-Maps habe ich ein wenig herum geschaut und mein Ziel ist eine kleine Bucht etwa auf halber Höhe an der östlichen Seite des Lake Tahoe. Bereits bei meiner Ankunft musste ich ja feststellen, dass das Seeufer hier fast genauso fest in privaten Händen ist wie am Starnberger See in Bayern. Einfach mal anhalten und am Ufer spazieren gehen, das funktioniert hier genauso wenig wie in Bayern.

Aber es gibt einige schöne Aussichtspunkte und es gibt vor allem den Sand Harbour!! Hier ist ein kleiner State Park, leider hat er am Abend nur bis 19h geöffnet und als ich eintreffe bin ich mir unschlüssig ob nach 19h die Tore geschlossen werden. Da ich keine Laut auf große Experimente habe, parke ich mein Auto ein paar Meter die Straße hinauf und versuche mich zu Fuß zum Seeufer durchzuschlagen. Das klappt auch ganz gut, man muss nur dem kleinen Trampelpfad folgen.

Mono Sunrise #3 - Nikon D800E - AF-S 2,8/14-24mm

Während ich ein Foto nach dem andere aufnehme muss ich an den tollen Morgen am Mono Lake denken. Es ist wirklich schade, dass es dort wo ich in Deutschland lebe keine solchen See gibt. Sie laden einfach zum Fotografieren ein und sind echte Magneten für alle die das Licht am frühen morgen oder späten Abend lieben.

Tahoe Sunset #2 - Nikon D800E & AF-S VR 4/16-35mm

Unten am Lake Tahoe ist es sehr windig und der See hat richtig hohe Wellen. Das sieht gut aus, nur nicht auf Fotos! Also verwende ich statt des wunderbaren Nikon AF-S 2,8/14-24mm heute mal das ebenso gute AF-S VR 4,/16-35mm und schraube einen B&W ND-1000 Neutraldichte-Filter darauf. Bei extrem dichten Graufiltern ist eine gute Qualität extrem wichtig, andernfalls gibt es böse Farbverschiebungen die sich im Zweifel auch bei einer guten RAW-Konvertierung nicht vollständig beseitigen lassen. Daher schwöre ich auf meinen B&W ND1000 Filter!!

Tahoe Sunset #1 - Nikon D800E & AF-S VR 4/16-35mm

Mit diesem Filter vor dem Objektiv kann ich schön lange belichten und so sieht die aufgepeitschte Wasserfläche dann letztlich doch ganz zahm aus.

Als die Show vorbei ist geht es zurück zum Motel, dabei achte ich hübsch brav auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Erst bei meiner Ankunft und auf dem Wag zum Sand Harbour standen zwei Autos am Straßenrand die von der Polizei kontrolliert wurden. Jetzt einen teuren Strafzettel zu kassieren, das ist nicht notwendig 🙂

Später im Motel freue ich mich über den schöne schnellen Internet-Zugang, endlich kann ich wieder ungestört in meine E-Mails schauen und auch mal via Facebook mit meinen Freunden chatten. So geht dann der 7. Mai zu Ende. Ich bin nun schon fast eine Woche lang hier und habe das Gefühl eigentlich noch gar nicht viel von diesem irre großen Land gesehen zu haben. Es ist kein Wunder, dass meine Freund Wolfgang seit mehr als 30 Jahren immer wieder hierher kommt und immer wieder neue Foto-Locations aufsuchen kann. Es gibt hier einfach viel mehr zu sehen als man es mit seiner Kamera in einigen Wochen zu erfassen vermag. An jedem Tag an dem ich hier ins Bett gehe habe ich das Gefühl irgendetwas noch nicht erledigt zu haben. Es ist ganz komisch, ich bin hier immer irgend wie auf der Suche und die Zeit ist viel zu kostbar um in einem Café abzuhängen oder in den Fernseher zu schauen. Wenn ich daran denke, dass ich irgendwann wieder heim muss, werde ich jetzt schon fast wehmütig. Aber es sind ja noch ein paar Wochen…

In der nächsten Woche kommt dann meine Sandra dazu. Wir haben uns in Billings Montana verabredet und ich bin sehr gespannt was sie von ihrer Anreise wird berichten können 🙂