B54 die Aarstraße

 

Und wieder steht das Wochenende vor der Türe. Morgens bin ich noch zur Massage bei Hermann, meinem motorradfahrenden Physiotherapeuten. Wir unterhalten uns über die schönsten Routen und er schlägt mir für den Heimweg die Straße durch das Aartal vor. Nach der Arbeit geht es kurz zum Umziehen in mein Appartement. Der kleine Mac läuft noch. Super, da kann ich gleich die Route planen. Nach mehreren Anläufen gebe ich es aber auf. Der TomTom Routenplaner ist einfach für nichts zu gebrauchen. Die Touratech-Software läuft nicht auf dem Mac und mit Garmins BaseCamp kann man scheinbar keine Zwischenstopps einplanen. Vielleicht muss ich mich auch nur intensiver damit beschäftigten, aber dafür ist heute keine Zeit. Also muss der gute alte Grips ran!

Will sagen: Karte anschauen, einige wenige markante Wegpunkte ausgucken und das dann IM KOPF BEHALTEN!

Wenig später geht es los. Im Web habe ich gelesen, dass die Aarstraße aus Landes- und Bundesmitteln eine neue Straßendecke bekommt. Laut Zeitungsmeldung sollen die Arbeiten eigentlich schon abgeschlossen sein. Mal sehen… Es geht los und etwa 30 Kilometer später stehe ich kurz vor Adolsfseck dann vor der gleichen Straßensperre vor der ich schon bei der Tour mit Oli und Hauke stand. Aha, Oli wollte mit uns durch die Aarstraße fahren!!

Da hilft nichts, ich muss durch Bad Schwalbach fahren und einen kleinen Umweg nehmen. Meinen TomTom gebe ich als Ziel „Burg-Hohenstein“ ein und schon geht es los. Nach einigen schönen Kurven stehe ich dann am Abzweig zur B54. Ich habe die Aarstraße gefunden, endlich!

Nun stellen sich diese beiden Fragen:

  • Rechts abbiegen nach Burg-Hohenstein und dann alles wieder zurück???
  • Links auf direktem Weg nach Hause?

Ich entscheide mich für LINKS.

Die B54 ist toll, aber leider viel zu kurz! Nach ein paar Minuten echtem Fahrspaß geht es immer wieder von einer Ortschaft in die Nächste. Ok, die Orte sind ganz nett, aber ich will fahren nicht gucken!!

Ein Stück vor Limbug geht es dann nach links ab, mein Ziel ist das Gelbachtal. Auch hier ist es großartig, Kurven so weit das Auge reicht und niemand sonst unterwegs, echtes Bikerglück!! Irgendwann komme ich dann auch an die Schaumburg bei Balduinstein, ein GROSSARTIGES Panorama!! Es geht eine Weile an der Lahn entlang und dann hoch in die Berge und ab in Richtung Norden. Als ich daheim ankomme, ist Sandra überrascht wie schnell ich heute war. Tja so ist das wenn man nicht „am Rhein entlang schwuchtelt“ wie es einer meiner YouTube-Hasser zu nennen pflegt 🙂

Die drei kleinen GoPro-Kameras haben diesmal recht lange durchgehalten und es sind auch keine großen Insekten gegen die Objektive geklatscht. Später montiere ich dann mit „Magix Video de Luxe 17 HD“ (ist das ein geiler Name für eine Software…) einen meiner beliebten „TRUE 3D“ Filme zusammen. Die musikalische Untermalung stammt von Allround-Genie und Elektronik-Pionier Gereon M. Hillebrand.

Tour mit Oli und Hauke

Es ist Dienstag der 23. August und endlich können Oli Hauke und ich mal zu einer gemeinsamen Tour starten. Das ist nicht selbstverständlich und war auch gar nicht so einfach! Erst war Olis Kawasaki für eine halbe Ewigkeit eine Großbaustelle, dann musste Hauke sieben Stunden lang aus dem hohen Norden anreisen, mein Moped musste startklar sein und das Wetter musste mitspielen. An diesem Tag fällt nun endlich mal alles zusammen, bis auf das Wetter. Es ist schwül warm und nachmittags soll es schwere Unwetter geben. Aber wir lassen uns nicht abschrecken und düsen einfach mal los. Es geht bei Mainz auf die A60 in Richtung Bingen. Wir überqueren den Rhein und verlassen später bei Eltville die B42 in Richtung B260. Es geht über Schlangenbad in Richtung Bad Schwalbach.

Hier ist die mit dem TomTom Urban Rider aufgezeichnete Runde. Einfach anklicken um das Bild in der Originalgröße zu öffnen.

Kurz vor Bad Schwalbach fährt Oli auf einen kleinen Seitenstreifen, er will mir Gelgenheit geben die kleinen GoPro Kameras scharf zu schalten. Aber sie laufen schon! Doch eine kurze Kontrolle ist nie verkehrt! Also schnell den Seitenständer raus, absteigen, hinten und vorn schauen ob die kleine rote Lampe an den Kameras blinkt, da passiert es dann -fast! Normalerweise stelle ich grundsätzlich den Motor ab und lege den 1. Gang ein wenn ich ein Moped parke. Heute läuft der Motor, es ist kein Gang eingelegt und der kleine Parkplatz ist abschüssig. Mist! Während ich auf die vordere Kamera schauen will, kommt mir meine 240 Kilo schwere BMW blötzlich entgegengerollt. Ein schneller Sprung nach vorn, das Moped geschnappt, dabei aus Versehen voll den Gashahn aufgerissen, aber es ist weiter nichts passiert. Nochmal gut gegangen!!

Es geht weiter durch Bad Schwalbach. Oli hat sich die B54, die Aartal-Straße bis nach Nassau ausgeguckt. Dann soll es an der Lahn nach Westen gehen und am Rhein entlang über die B42 zurück nach Mainz. Als wir die Artalstraße hinter Bad Schwalbach ereichen, steht da ein großes Schild. Sie bekommt derzeit eine neue Straßendecke und ist daher für ein paar Wochen komplett gesperrt. Arg… Und dann beginnt es auch noch zu Hageln, das Bikerleben ist hart! Etwas zerknirscht drehen wir um. Oli schaut immer mal wieder auf die Karte die er auf den Tank seiner Kawasaki geklebt hat. Schließlich sagen wir meinem TomTom, dass wir auf kurvenreichen Strecken nach Nassau möchten. Die Straßen die das TomTom vorschlägt sind teilweise für Motorradfahrer gesperrt, wegen Rollsplit und Straßenbau-Arbeiten. Aber egal, wir nehmen sie trotzdem. Kurz nach Sonnenuntergang machen wir dann kehrt, die Runde ist zu groß gewählt und wir haben noch locker 50 Kilometer zurück nach Mainz.

In Mainz angekommen ist es bereits stockfinster. Aber es hat sich etwas abgekühlt, das Unwetter haben wir grandios umfahren und am nächsten Tag können Hauke und ich ja noch eine Runde durch die Weinberge südlich von Mainz drehen.

Heute, etliche Tage später ist dann auch das kleine Video zur Tour fertig 🙂

BMW K1200r – Twin Ride

Vor ziemlich genau 8 Wochen sind mein Freund Hermann und ich unsere erste gemeinsame Tour gefahren. Ziemlich genau in der Mitte haben wir damals die Motorräder gestauscht. Danach konnte Hermann eine Weile nicht mehr ruhig schlafen. Seit ein paar Tagen hat er nun auch eine BMW K1200r – sogar einen kompletten AC-Schnitzer Umbau – ein feines Teil – wirklich sexy – man beachte das Kennzeichen!!

Heute war es dann so weit, die erste gemeinsame Tour durch die Weinberge zwischen Mainz und Worms. In den späten Abendstunden geht es los. Das Wetter ist ein Traum und wir lassen es so richtig krachen. Immer mal wieder geht meine K1200 in den Drehzahlbegrenzer, was für ein Geschoß, schier unerschöpfliche Energien setzt dieses Ding frei. Kaum zu glauben wie es auf einer Yamaha R1 mit 182PS bei ca. 182 Kilogramm ist… Meine K1200 hat „nur“ 163 PS und wiegt 240 Kilogramm, aber das ist genug um sich ganz ganz schnell tot zu fahren. Als der Versand wieder einsetzt sind wir schon in Alzey. Es gibt einen tollen Eisbecher und im letzten Abendlicht geht es zurück nach Mainz. Was für eine tolle Tour.

Hier ist der Track den ich mit meinem TomTom Urban Rider aufgezeichnet habe.

Ungefähr so sah unser Drehzahlmesser auch aus 🙂

GoPro True 3D Ride

Es ist Wochenende und es geht wieder heim nach Bonn. Diesmal habe ich mir eine Strecke von Eltville via Braubach und Koblenz nach Bonn ausgesucht. Bei Eltwille ein kurzer Zwischenstopp. Die drei GoPro Kameras werden scharf geschaltet. Eine 1080er ist vorn am Bug, eine zweite links am Helm und Nummer drei ist am Heck montiert. In Braubach wird es mit der Zeit langsam eng. Sandra wartet daheim mit dem Essen. Also schnell in Braubach halten, die Kameras kontrollieren, eine SMS abschicken und weiter geht die Reise. Etwa eine Stunde später bin ich daheim und staune nicht schlecht, dass alle drei Kameras völlig synchron aufgezeichnet haben. Lediglich die Akkuladungen reichen nicht gleich lang. Die GoPro am Bug mit angesetztem LC-Display ist immer als erste am Ende ihrer Kräfte. Das Display braucht scheinbar auch dann Strom, wenn es gar nicht eingeschaltet ist – blöd – wirklich blöd!

Die Kameras habe zusammen fast 40GB Video-Material aufgezeichnet. Später setze ich ein 3-faches Bild im Bild im Bild zusammen und exportiere es mit Magix Video de Luxe 17 als 120 Minuten langes WMV auf die Festplatte. Der Spaß dauert fast 8 Stunden! Danach wird es wieder importiert, geschnitten und beschleunigt. Zur Untermalung wähle ich Highwaystar von Deep Purple in einer Version von Gereon M. Hillebrand und seinen Kumpels aus. Das Video wird so geschnitten, dass es zur Länge des Songs passt. Dann wird es erneut exportiert und in Full HD bei YouTube veröffentlicht. Am Samstagnachmittag ist es dann soweit, das neue Biker-Filmchen ist online 🙂

Vier Jahreszeiten?

Irgendwie kommt der Sommer nicht in Gang, nun haben wir schon den 18. August und entweder regnet es oder es ist drückend warm und ein Gewitter liegt in der Luft. Na wenigstens war der Frühling schön. Neulich habe ich bei Facebook gelesen, dass da jemand die Vier Jahreszeiten umdefiniert hat: Frühling Arschloch Herbst und Winter…

Ein wenig kann ich mich damit identifizieren, so wie in dieser Geschichte:

Es ist Montag der 8. August und ich habe am 10. August beim Motorad Senger in Rüsselsheim einen Termin für die Bearbeitung einer Rückrufaktion. Es soll ein Hebel an der Hinterradschwinge getauscht werden. Der originale Hebel kann im Winter fest rosten, was bei der ersten Ausfahrt nach dem Sommer zu Problemen führen könnte. Ok, es kostet mich nur eine halbe Stunde, warum also nicht. Bezahlt bekommen die Leute vom Motorradhaus die Arbeit durch das BMW-Stammhaus. Also machen sie das auch ganz gern.

Es ist also Montag und eigentlich würde ich lieber mit dem Auto zur Arbeit nach Mainz fahren, denn die Wetterfrösche verheißen wenig Gutes! Aber ich habe nun einmal diesen Termin. Also bitte ich Sandra mich um 5h zu wecken. Um 6h bin ich startklar, es geht mit der blauen K1200r nach Mainz. Die Koffer habe ich schon am Vorabend gepackt, also schnell das Moped aus der Garage holen, vor der Haustüre alles montieren und los geht es. Meine beiden GoPro Kameras habe ich am Lenker und der Rücksitzbank befestigt. Auf den ersten Metern fällt die Entscheidung heute mal fast die komplette Wegstrecke über die B42 zu fahren. Meist nehme ich morgens die B9 und ab Bingen die A61. Heute soll es mal die B42 sein und heute laufen zwei Kameras mit!

Auf der Bonner Südbrücke beginnt es dann schon zu regnen. Aber ich will mir die gute Laune nicht verderben lassen. So geht es fast 50 Kilometer durch leichten Nieselregen in Richtung Süden. Alles immer schön vorsichtig, wir wollen uns ja nicht auf die Klappe legen.

Ab Koblenz kommt dann sogar die Sonne raus und es macht so richtig „Bock“. Auf der Höhe von Wiesbaden verlasse ich einfach mal die Autobahn und überlasse die Navigation meinem TomTom Rider. Es geht durch ein Industriegebiet und dann am Rhein entlang. Über die Theodor-Heuss-Brücke und danach durch die Mainzer Innenstadt zu meinem Appartement. Als ich dort ankomme ist es ein schöner Sommertag geworden. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Schnell duschen und umziehen, dann ab ins Büro.

Am Mittwoch geht es um kurz nach 14h schnell rüber nach Rüsselsheim. Die Reparatur dauert wirklich nur ein paar Minuten. Es gibt noch einen kostenlosen kurzen Check und danach geht es auch schon wieder heimwärts. Am Ende der Woche scheint dann immer noch die Sonne, so ganz schlecht meint es der Sommer dann doch nicht 🙂 Ich bin um kurz vor 18 hauf dem Moped, es geht kurz auf die Autobahn, aber da ist wieder die Hölle los. Also runter und durch Ingelheim in Richtung Westen. Bei Bingen entschließe ich mich als nächstes Ziel Cochem an der Mosel in mein TomTom Urban Rider einzugeben. Autobahnen sollen gemieden werden und so geht es auf verschlungenen Landstraße nach Rheinböllen. Dort fahre ich auf die B50 auf, aber nur ein paar Kilometer. Dann geht es in Richtung Norden nach Cochem. Und auch das macht so richtig „Bock“. Die Tour ist super cool, die Sonne scheint, es ist angenehm warm und meine Landstraße sind frei. Stunde um Stunde gleite ich durch wundervolle Landschaften nach Norden. Kurz vor Cochem geht es ein kleines Stück an der Mosel entlang, dann über eine Brücke und mitten durch die Stadt. Nun bin ich in der Eifel, der Nürburgring ist nicht mehr weit, die Sonne steht tief und es ist einfach nur eine tolle Route. Ich schwinge mich durch Serpentinen und flitze über schmale Landstraßen. Was für ein Tag.

Leider habe ich bei all dem Männerspass total unterschätzt wie weit das alles ist und so komme ich erst nach fast vier Stunden daheim in Bonn an. Sandra ist schon seit Stunden da, sie hat eingekauft und ein Abendessen gemacht. Als ich meine Wohnung betrete finde ich sie mit Tränen in den Augen vor. Ich bin ohne Pause, ohne Punkt und Komma vier Stunden Motorrad gefahren und habe völlig vergessen, dass wir uns eigentlich um 19h daheim treffen wollten. Big Shit, dieser Abend ist gelaufen!

Bis mein kleines Video der verregneten Fahrt vom 8. August fertig ist vergehen ganze 10 Tage!

Aber hier ist es nun. Leider ruckt es manchmal ein wenig. Das könnte an unterschiedlichen Aufzeichnungsraten liegen, also 25 kontra 30 Bilder pro Sekunde. Aber sicher bin ich mir nicht 😦 Es ist also nicht so schön anzuschauen wie ich es mir wünschen würde und auch hier ist die Royalty Free Music wieder ziemlich langweilig. Aber vielleicht gefällt dem einen oder anderen mein kleines „Zeitdokument“ ja trotzdem 🙂

 

Mein „sonniges Rückreise-Video“ schlummert derweil noch auf einer Speicherkarte und wartet darauf zusammen gesetzt und geschnitten zu werden. Na vielleicht klappt das bis Sonntag, mal sehen…