Es ist Sonntag der 25. Oktober und heute wollen wir eine kleine Motorradtour mit meiner BMW K1200r Sport und der am Vortag gemieteten Honda NC700X machen. Damit Sandra sich an die Honda gewöhnen kann, wollen wir die GC-200 im Westen von Gran Canaria fahren. Diese Straße ist landschaftlich reizvoll und kommt ohne schwierig zu fahrende Abschnitte aus. Außerdem geht es nicht hoch hinauf in die Berge, so dass dort weder Nebel noch Regen zu erwarten sind. Mitten auf dem spektakulärsten Abschnitt ist sie leider gesperrt, aber der Weg bis dorthin ist auch sehr schön. In der Nähe des gesperrten Abschnittes ist ein kleiner Hafen mit mehreren Restaurants, dort wollen wir zu Mittag essen. Den gesperrten Abschnitt wird man ab dem Frühjahr 2018 auf einer neu gebauten Straße umfahren können. Wegen der hohen Kosten, hat die Inselregierung Anfang 2018 beschlossen, diesen Teil der GC200 dauerhaft zu schließen.
Schlagwort: 100 Days of Freedom
Honda NC-700 auf Gran Canaria mieten
Die Zeit der Trennung war lang und wir freuen uns auf unser Wiedersehen. Während Sandra unterwegs nach Fuerteventura ist, bin ich noch beim Frühstück. Von 10:30 bis 12:30 hat Sandra „Mittagspause“ bevor es mit der Kanarischen Fluggesellschaft Binter Canarias weiter von Fuerteventura nach Gran Canaria geht. Die Landung ist für 13:10 geplant. Ich mache mich so gegen 12:45 auf den Weg zum Flughafen. Als ich ankomme ist Sandra gerade gelandet. Ihr Gepäck hat sie „motorradfreundlich“ in einer Rolle verpackt, die aussieht wie ein großer silberner Seesack. Diesen wasserdichten großen „Sack“ hat sie sich zuvor bei FC-Moto zum Preis 39,90 Euro bestellt, heute erweist er sich als sehr praktisch. Bei der Gepäckaufgabe am Düsseldorfer Flughafen hat die Waage ein Gewicht von lediglich 8 Kilogramm angezeigt, für das Gepäck einer reisende Frau höchst ungewöhnlich!
Regen und Sturm auf Gran Canarria
Eine uraltes Sprichwort besagt: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Bei uns Fotografen gibt es eine etwas abgewandelte Variante:
- Schlechtes Wetter ist gutes Fotowetter
Dieses Sprichwort ist es dann auch, was mich letztlich heute antreibt. Am Morgen war es noch schön, aber schon gegen 11h ziehen von Süd-Osten her schwere Wolken über Gran Canaria. Das Thermometer zeigt trotz allem angenehme 28°C und oben in den Bergen wird es damit kaum kälter als 18°C sein. Warum also nicht einen kleinen Ritt wagen und auf schönes Licht zwischen diesen dunklen Wolken hoffen?
Noch vor Mittag geht es also los, mein Ziel ist heute die GC60. Noch von meinem ersten Besuch vor etwa 12 Jahren habe ich die GC60 als echte Prachtstraße in guter Erinnerung. Inzwischen ist sie ganz wunderbar neu asphaltiert und das Motorradfahren macht hier richtig Laune.
Gran Canaria mit dem Motorrad entdecken
Auf die Rivalität zwischen den Inseln Teneriffa und Gran Canaria wurde ich in den letzten Jahren schon häufig hingewiesen. Aber auch ich selbst habe mal bei einer Wanderung auf Teneriffa einen der anderen Wanderer gefragt, warum er sich entschieden hat auf Teneriffa zu leben und nicht beispielsweise auf Gran Canaria. Er war damals regelrecht fassungslos und hat etwas gesagt wie: „Also, diese ganze Frage ist schon falsch…“
Wo die Wurzeln dieser Rivalität liegen vermag wahrscheinlich niemand zu sagen. Auf mich macht es einen Eindruck wie die Rivalität etwa bei Schalke 04 und Borussia Dortmund, jeder will der Bessere sein. Im Gegensatz zum Fußball sind diese beiden Inseln allerdings sehr verschieden. Betrachtet man Größe und Anzahl der Einwohner, so können sie sich das Wasser reichen, wobei Teneriffa etwas mehr Fläche und natürlich die höheren Berge hat.
Auch wenn die Berge auf Gran Canaria lange nicht so hoch wie der Pico del Teide sind, es gibt auch hier ganz ordentliche „Brocken“. Und ähnlich wie bei La Gomera gibt es sehr tiefe Schluchten und viele Kilometer „endgeiler“ Motorradstrecken. Während man auf Teneriffa entweder außen herum am Meer entlang fährt oder irgendwo oben am Pico del Teide herumkurvt, bewegt man sich auf Gran Canaria meist im heftigen Zickzack vorwärts, sobald man auf dem Motorrad das Zentrum der Insel ansteuert. Kurzum, Gran Canaria ist ganz anderes als Teneriffa, aber für Motorradfahrer ebenfalls eine sehr gute Adresse.
BMW Inspektion auf Gran Canaria
Vor Antritt meiner großen Reise habe ich beim BMW Motorradhaus Senger in Rüsselsheim einen großen Service durchführen lassen. Inkl. neuer Reifen usw. hat dies etwas über 1.000 Euro gekostet. Das ist viel Geld, aber mein Motorrad war danach fit für die Reise und ich habe lediglich einmal bei den Reifen etwas Luft nachgefüllt. Auf einer Wegstrecke von mehr als 13.000 Kilometern ist das nicht übel.
Womit wir auch schon beim Thema wären, 13.000 Kilometer bedeutet, dass die nächste Inspektion bereits seit 3.000 Kilometern überfällig ist. Auf Teneriffa hat es leider mit der Inspektion nicht geklappt und auf El Hierro und La Gomera gibt es keine geeigneten Werkstätten. Daher habe ich kurz vor meiner Überfahrt nach Gran Canaria bei Jürgen Schnürle von der Bonner BMW Motorrad-Niederlassung nachgefragt, ob er mir auf Gran Canaria eine vertrauenswürdige und kompetente Werkstatt empfehlen kann.








