flickr Alben mit WordPress verknüpfen

Der Speicherplatz bei wordpress.com ist leider sehr begrenzt. Postet man hier regelmäßig schöne große Bilder, so erreicht man sehr bald eine Grenze an der man überlegen muss, ob man ältere Artikel löscht oder teuren Speicherplatz einkauft. Ein Ausweg aus diesem Dilemma ist es das Hosting auf anderen Plattformen wie beispielsweise flickr.com.

In den letzten Tagen habe ich auf einer nicht beschrifteten externen Festplatte viele tausend Bilder eine Reise durch die USA gefunden die ich im Jahr 2010 mit meiner Freundin Sandra unternommen habe. Das Sichten der Bilder war wie eine zweite Reise und es hat wirklich viel Spaß gemacht in aller Ruhe die längst vergangenen Tage anhand der vielen Bilder noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die Herausforderung

Letztlich habe ich 71 Bilder für Euch herausgesucht und auf eine Kantenlänge von 1920 Pixeln verkleinert und bei flickr hochgeladen. Dort sind sie im Album „USA South West“ zu finden. Nun aber kommt die große Hürde, wie zeigt man ein solches Fotoalbum in einem WordPress-BLOG? Eine direkte Unterstützung für flickr-Alben wie beispielsweise [f l i c k r=’linkzumeinemalbum‘] gibt es leider nicht. Während sich bspw. YouTube-Videos auf diese Art und Weise sehr einfach in einen Artikel einbetten lassen, muss man nun etwas „tricksen“.

Hier seht Ihr nun mein Album „USA South West“. Unten rechts in der Ecke ist auch ein Symbol über das man die Fotos in voller epischer Schönheit auf einem großen Monitor anschauen kann.

 

Wie habe ich das gemacht? Die Antwort ist ganz einfach – ich habe bei google.de nachgeschaut wie es geht 🙂

Die Lösung

Ein Foto das bei flicker hochgeladen wurde kann man über eine URL adressieren die etwa dem folgenden Aufbau folgt:

http://www.flickr.com/photos/USERNAME/sets/ID NUMBER

Daraus lässt sich in Verbindung mit einem entsprechenden Shortcode eine Konstrukt erstellen, welches von WordPress korrekt akzeptiert und umgesetzt werden kann. Dieses Konstrukt sieht etwa so aus:

[g i g y a   src=“http://www.flickr.com/apps/slideshow/show.swf?v=71649″ width=“SPECIFY“ flashvars=“offsite=true&lang=en-us&page_show_url=/photos/USERNAME HERE/sets/ID NUMBER HERE/show/&page_show_back_url=/photos/USERNAME HERE/sets/ID NUMBER HERE/&set_id=ID NUMBER HERE&jump_to=“ allowFullScreen=“true“ ]

Fazit

Es ist nicht wirklich schwer und mit ein wenig Übung kann man seinen Lesern auch extrem umfangreiche flickr-Alben als tolle Dia-Show mit einer Vollbild-Option präsentieren. Allerdings wird für das Anschauen ein Flash-Player benötigt. Wer ein iPad benutzt guckt hier also zunächst in die Röhre. Aber auch da gibt es was, nämlich den mit 4,49 Euro recht preiswerten PHOTON Web-Browser aus dem iTunes APP-Store.

Und fertig installiert sieht dieser Artikel auf dem iPad dann so aus:

Photon Flash Browser - iPad - flickr

Photon Flash Browser - iPad - flickr

La Palma 2013 – Das Video

La-Palma-2013-FinalCutProX

Im Jahr 2003 habe ich Teneriffa das erste Mal besucht und diese Insel ist mir seit dieser Zeit ganz besonders ans Herz gewachsen. Jahr für Jahr habe ich dort viel Zeit verbracht und so ist diese Insel inzwischen fast wie ein zweites Zuhause. Zwischendurch habe ich auch Gran Canaria einen Besuch abgestattet, auch eine schöne Insel – aber Teneriffa gefällt mir besser. Doch das sollte meine Freundin Sandra und mich nicht davon abhalten in diesem Sommer nach langer Zeit wieder einmal eine andere Kanareninsel zu erforschen.

So haben wir zwei Wochen auf La Palma verbracht und diese Insel von ihrer schönsten Seite kennengelernt. Rückblickend muss ich aber sagen, dass unser Hotel etwas ungeschickt gewählt war. Weit im sonnigen Süden gelegen war der für Wanderungen und Fotos prädestinierte Norden fast unerreichbar weit entfernt. Zwar sind es nicht wirklich viele Kilometer, aber die Straßen sind eng und kurvig. So wird auch für eine kleine Wanderung im Norden der Insel schnell eine mehrere Stunden dauernde Anfahrt fällig und das wollten wir uns nicht antun. So haben wir diese Insel nur einmal umrundet und uns ansonsten zumeist im Süden der Insel vergnügt. Wenn wir irgendwann ein zweites Mal nach La Palma reisen, werden wir wohl ein Hotel buchen das weit im Norden gelegen ist.

Am Ende unserer Reise habe ich dennoch viele hundert Fotos und mehrere Stunden Video-Material mitgebracht. Aus diesem Fundus die schönsten Szenen zu extrahieren war schwerer als gedacht und vor allem sehr zeitraubend. Immer wieder habe ich die unzähligen kurzen Video-Schnipsel angeschaut und überlegt wie man daraus einen halbwegs kurzweiligen Film erstellen könnte. Viele Abende habe ich nach passender Musik gesucht, Szenen aufgebaut, verworfen, umgestellt und immer wieder verändert. Letztlich habe ich  gestern mein Video zu dieser Reise für „fertig“ erklärt, es gerendert und bei YouTube hochgeladen. Auf einen Audio-Kommentar und „Info-Tafeln“ usw. habe ich verzichtet, es ist also kein Info-Video geworden sondern eher ein ruhiges Chill-Out-Video mit entspannter Musik und ruhigen Bildern.

Also lehnt Euch zurück und genießt knapp 17 Minuten auf der sonnigen Insel La Palma.

Wer mehr über diese Reise wissen möchte, der findet hier alle Artikel zu dieser Reise:

Nikon 1 V1 – HDR Fotos mit Trick 17

Grundsätzlich hätte das Konzept der Nikon 1 das Potential den „kleinen“ digitalen Spiegelreflexkameras aus dem Hause Nikon das Wasser abzugraben. Damit das nicht passiert, haben die „Software-Chefs“ den Programmierern offenbar einige Beschränkungen auferlegt, so dass sie mehrere tolle Features der „erwachsenen Kameras“ nicht einbauen durften. Das ist an einigen Stellen mehr als ärgerlich, zumal das Nikon 1 System nicht ganz preiswert ist. Neben vielen kleinen Beschränkungen vermisse ich an der Nikon 1 V1 besonders die Belichtungsreihen – auch Bracketing genannt.

Sogar der Nikon P7000 und ihren Nachfolgern wurde ein 5-fach Bracketing mit variabler „Schrittweite“ spendiert. Dass man dieses coole Feature bei der Konzeption der Nikon 1 ausgelassen hat ist wirklich ärgerlich.

Aber mit einem kleinen Trick und etwas Fingerspitzengefühl, kann man auch mit der Nikon 1 sehr schöne HDR Fotos erstellen.

Der Trick besteht darin, die Kamera auf ein möglichst stabiles Stativ zu stellen, sie mit dem ML-L3 Infrarot-Auslöser zu bedienen und bei mehreren „identischen“ Fotos die Belichtungszeiten ganz vorsichtig zu variieren. Dabei darf man natürlich die Kamera möglichst gar nicht bewegen. Das ist die Herausforderung!!

Zwar bietet die Nikon 1 die Möglichkeit eine Belichtungskorrektur über das rückwärtige Wählrad vorzunehmen, aber dazu muss man drücken und drehen. Das macht es sehr schwer beispielsweise 9 Fotos zu erstellen die perfekt deckungsgleich sind. Aber es gibt einen einfacheren Weg!!

Hier die Schritte in Kurzform:

  1. Kamera auf stabiles Stativ montieren
  2. Via Menü RAW-Modus, ISO-100 und Zeitautomatik einstellen
  3. Bildausschnitt wählen und VR abschalten
  4. Automatisch fokussieren, dann AF abschalten -> MF
  5. Blende über Wählrad fest vorwählen. (Möglichst 8 oder 11)
  6. Über „Wippe“ oben rechts ca. 1/2000s einstellen
  7. Erstes Foto mit ML-L3 auslösen
  8. „Wippe“ zweimal vorsichtig nach unten drücken
  9. Nächstes Foto aufnehmen
  10. Schritte 8-9 so oft wiederholen bis auf dem Display ein leicht überbelichtetes Foto zu sehen ist.

Nikon 1V1 - HDR

So lässt sich eine Belichtungsreihe erstellen die sich hinter der Nikon D800 nicht verstecken muss! Fotografiert man direkt in die Sonne, so kann man bei 1/4000s und Blende 1 mit ISO-100 starten. Als einziger Parameter wird die Belichtungszeit verlängert. Blende und damit Schärfe usw. bleiben gleich! Der VR sollte unbedingt abgeschaltet werden, da das bewegliche Linsensystem den Bildausschnitt minimal verändern kann.

Die besten HDR-Bilder gelingen bei kurzen Brennweiten, da hier allerkleinste Verschiebungen durch das Betätigen der „Wippe“ nur wenig auffallen. Ein HDR mit 100mm Brennweite (umgerechnet also 270mm im Kleinbild-Format) ist so nicht ohne weiteres möglich. Mit einem extrem stabilen Stativ kann das auch klappen, aber das benötigt sehr viel Fingerspitzengefühl!! Die besten Ergebnisse erzielt man irgendwo zwischen 10 und 20mm Brennweite! Natürlich kann man auch das neue 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom oder die 18,5mm Festbrennweite benutzen…

Hier nun einige Belichtungsreihen die ich in der letzten Woche mit der Nikon 1 V1 bei Mettenheim am Rhein etwas südlich von Mainz aufgenommen habe.

Bildschirmfoto 2013-06-22 um 16.16.59

Bei der Aufbereitung meiner kleinen Test-Fotosession musste ich feststellen, dass bei mehreren Belichtungsreihen nicht alle Bilder perfekt deckungsgleich waren. Die Ursache ist im Untergrund zu suchen auf dem ich mein Stativ aufgestellt habe. Auf weichem Boden oder Gras funktioniert das Verfahren nicht immer so wie man es sich wünscht. Achtet also darauf, dass Euer Stativ wirklich gut steht und dass der Kugelkopf usw. korrekt fest justiert ist!

Wenn doch mal etwas „verunglückt ist“, so kann man die Belichtungsreihe „retten“ indem man alle Bilder in Photoshop in mehreren Ebenen übereinander legt. Dann schaltet man der Reihe nach jeweils die Hintergrundebene und ein der anderen Ebenen ein. Die jeweils einzelne obere Ebene stellt man auf ca. 50% Deckkraft und verschiebt dann das Bild pixelweise bis es perfekt mit der durchschimmernden Hintergrundebene zusammen passt. Dann stellt man die Deckkraft wieder auf 100% und speichert alles zusammen als JPG-Datei für die spätere HDR-Verarbeitung. Das macht man mit alles Bildern des „Ebenen-Stapels“ bis alle Teile der Belichtungsreihe perfekt passen.

Bei diesem Verfahren muss man allerdings noch berücksichtigen, dass durch das Verschieben schmale Ränder entstehen, an denen keine Bildinformationen sind und die Hintergrundebene ggfs. zu 100% sichtbar ist. Hier hilft es, wenn man nachdem man den Ebenen-Stapel in Photoshop aufgebaut hat, über die Drop-Funktion alle Bilder ganz ganz leicht an allen vier Seiten beschneidet. Alternativ kann man dies natürlich auch beim „fertigen“ HDR machen.

Hier nun ein Beispiel aus der oben gezeigten Session. Den Weißabgleich habe ich ganz bewusst falsch gewählt um die unwirkliche Färbung des Himmels zu erzielen. Früher hätte man einen Cokin-Filter mit violettem Verlauf verwendet, heute man man das mit dem Weißabgleich 🙂

HDR mit Nikon 1 V1

Hier nun ein Beispiel bei dem ich direkt in die Sonne fotografiert habe. Auffällig ist die sehr gute optische Qualität des 10-30mm Kit-Objektivs. Trotz der extremen Gegenlichtsituation sind fast keine „Lensflares“ also Reflektionen an den Oberflächen der Linsen zu sehen.

HDR mit Nikon 1 V1

Die Bilder 4570 bis 4578 habe ich mit Photoshop CS6 zu einem HDR verarbeitet. Alternativ könnte man auch Photomatix Pro oder ähnliche Programme benutzen.

Hier das fertige Bild mit 1920 Pixeln Seitenlänge – einfach anklicken…

HDR mit Nikon 1 V1 - Sample - Beispiel

Nicht alle Lichtsituationen erfordern eine Belichtungsreihe und einen aufwändigen Workflow wie diesen hier. Oft reicht es auch völlig aus, wenn man zwei identische aber unterschiedlich belichtete Fotos in zwei Ebenen übereinander legt und dann mit einem sehr weichen Pinsel oder einem Lasso mit sehr weicher Auswahlkante aus jeder Ebene das „nimmt“ was man braucht.

Hier ein Beispielfoto, das ich aus nur zwei Einzelbildern der oben verwendeten Belichtungsreihe zusammengefügt habe. Auch hier habe ich spasseshalber einen falschen Weißabgleich gewählt 🙂

DSC_4565

Weitere Infos zum Thema HDR findet ihr in diesen Artikeln

Nikon 1 V1 – Time-Lapse-Videos erstellen

Nikon 1 V1 - Nikkor AF-S VR 18-200mm - FT-1 Adapter

Mit fast 250,- Euro ist der Nikon FT-1 Adapter fast so teuer wie eine komplette Nikon 1 V1. Aber mit diesem Adapter können moderne AF-S Objektive an der Nikon 1 V1 mit leichten Einschränkungen genutzt werden. Gestern habe ich die Probe aufs Exempel gemacht und mit der Nikon 1 V1 und dem Nikon AF-S VR 18-200mm einige Testfotos und Zeitraffer-Sequenzen aufgenommen.

Daraus habe ich für Euch ein kleines Video erstellt. Damit sich nicht wieder alle möglichen YouTuber über ein Video in deutscher Sprache beschweren, habe ich das Video und alle Texteinblendungen in Englisch gehalten. Mein kleiner Mac hat allerdings ein deutsches OS-X, somit sind einige Screenshots eben auch auf Deutsch. Ich hoffe die Zuschauer aus den USA usw. werden mir dies nachsehen 🙂

Noch ein paar Hinweise zur Technik. Das Nikon AF-S VR 18-200mm ist besonders im Tele-Bereich, also bei 200mm Brennweite, nicht so scharf wie es sich viele Fotofans wünschen würden. Blendet man es aber auf Blende 8 oder gar Blende 11 ab, so lassen sich damit recht brauchbare Ergebnisse erzielen und man hat zugleich ein leistungsstarkes Supertele, das einer FX-Brennweite von satten 540mm entspricht!

Besonders bei Zeitraffer-Videos lassen sich so recht coole Effekte erzielen, weil man selbst weit entfernte Motive damit sehr einfach und halbwegs preiswert extrem groß abbilden kann. Dass man dafür ein stabiles Stativ braucht, dass erklärt sich wohl von selbst. Ansonsten fokussiert man auf das was man ablichten möchte und schaltet danach am Objektiv den Autofokus ab. Den VR kann man auch gleich abschalten, den braucht man nicht. Im Menü der Nikon 1 V1 wählt man anschließend seine Settings so aus wie es einem gefällt. Im oben verknüpften Beispiel habe ich als Fotomodus „Standard“ ausgewählt und dabei die Schärfe und Sättigung auf +1 gestellt. Danach habe ich das Delithing aktiviert und den kleinsten JPG-Modus eingestellt. Mehr braucht man für ein Zeitraffervideo ohnehin nicht. Danach startet man eine Intervall-Aufnahme mit bspw. 999 Bildern und einem Zeitintervall von 10 Sekunden. Das Display kann man nach dem Start der Bilderserie getrost abschalten. Das spart Strom und dank des großen Akkus, der bspw. auch in der Nikon D7000 oder D800 verwendet wird, nimmt die kleine Nikon 1 V1 hunderte Fotos mit nur einer Batterieladung auf.

Wer etwas faul ist, der kann alternativ die kleine Kamera auch einfach jeweils 20 Minuten am Stück filmen lassen und die Videosequenzen danach mit seiner Video-Bearbeitungssoftware beliebig beschleunigen.

Das hat aber zwei Nachteile:

  1. Es können nur 20 Minuten pro Sequenz aufgenommen werden.
  2. Bei wenig Licht wird das Bildrauschen im Videomodus sehr störend sichtbar.

Wer es ganz perfekt machen will, der kann auch im RAW-Modus arbeiten und in Verbindung mit Adobe Lightroom und der Software LRTimelapse von Gunther Wegner selbst das letzte Quäntchen „Flicker“ aus seinen Videos heraus rechnen lassen, aber das ist oft gar nicht notwendig.

Die Arbeit mit Einzelbildern und der erhöhte Aufwand für die Nachbearbeitung haben mehrere Vorteile:

  1. Sehr lange Zeiträume zwischen den Einzelbildern
  2. Sehr lange Gesamtzeiträume
  3. Gute Bildqualität auch bei wenig Licht
  4. Wahlweise JPG oder RAW-Modus
  5. Deflickering bspw. mit LRTimelapse möglich
  6. Sichtbar bessere Qualität und Auflösung

In der Mac-Welt gibt im App-Store zum Preis von 4,49 Euro es ein kleines Programm mit dem sich schöne Zeitraffervideos aus hunderten oder tausenden von Einzelbildern sehr einfach und schnell erstellen lassen. Das Programm heißt einfach „Time-Lapse“ und man sieht es auch im oben verknüpften Beispielvideo.

Das Schöne an der Nikon 1 V1 ist ihr überaus kompaktes Format. Wer seine Zeitraffer-Videos mit sanften Fahrten auf einem teuren „Slider“ aufwerten will, der wird sich über das geringe Gewicht und die lange Laufzeit des Akkus sehr freuen.

Wenn Ihr Fragen habt, könnt Ihr mir gern eine E-Mail schicken oder die Kommentarfunktion hier im BLOG verwenden.

Teneriffa 2013 – Tag 5 – Paisaje Lunar

Mein Mac läuft wieder und so kann ich Euch noch kurz etwas zu den letzten Tagen der ersten Reise des Jahres 2013 schreiben – also los…

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Nachdem ich am Vortag hochgeschreckt bin und dachte, dass ich verschlafen habe, ist für den Mittwoch der Handywecker gleich mehrfach gestellt. Sandra hat ihr Handy auch auf Alarm getrimmt und so kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ich bin ein ganz ganz schlechter Frühaufsteher, es bereitet mir regelrecht körperliche Qualen. Im Gegenzug kann ich meist nicht auf Kommando einschlafen, so dass es abends oft sehr spät wird. Am Abend VOR dem frühen Aufstehen ist das wieder einmal so. Die Nacht ist kurz und unruhig – „Bloß nicht verschlafen“ geht es mir immer wieder durch den Kopf. Dann werde ich wach, draußen ist es noch dunkel und ich schaue prüfend auf die Uhrzeit an meinem Handy – ich bin 2 Minuten VOR der Weckzeit wach geworden!

Sandra will ich nicht unbedingt wecken also schleiche ich mich leise ins Badezimmer. Als ich dort fertig bin steht Sandra in der Küche. „Du weißt schon, dass Du eine Stunde zu früh bist?“ Ohje, diese Zeitzonen und Sommer- und Winterzeiten machen mich echt fertig. Da habe ich bei meinem Handy alles richtig eingestellt – dachte ich. Doch irgendwas ist wieder falsch. Zwar kommt jetzt die korrekte Uhrzeit vom Netzbetreiber und die Zeitzone sollte auch korrekt sein aber die Option „Automatisch auf Sommerzeit umstellen“ ist nicht aktiviert. Also bin ich irgendwie wieder falsch. Aber wie sagt man so schön „Better safe than sorry“…

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Pico del Teide bei Nacht – 2005 – Nikon D2x

Ich lege mich noch für 45 Minuten auf das Sofa im Wohnzimmer unserer tollen Hotelsuite. Wirklich schlafen kann ich nicht, zu groß ist die Angst wieder zu verschlafen – obwohl ich schon komplett startklar bin. Das wäre wirklich zu blöd…

Um 6h kommt dann Sandra aus dem Schlafzimmer und fragt mich ob ich denn nicht langsam mal los will. Ich will noch nicht, denn ich bin ja schon komplett angezogen und zum Abmarsch bereit. Da sollte es reichen um 6h30 aufzubrechen um pünktlich um 7h bei Wolfgang aufzuschlagen. Ich drehe mich auf dem Sofa um, aber zähle irgendwie doch die Minuten. Ziemlich genau um 7h bin ich dann bei Wolfgang. Er ist gerade beim Frühstück und wir können schon kurz darauf aufbrechen. Wir nehmen die Autobahn von Puerto de la Cruz in Richtung La Laguna. Bei Tacoronte verlassen wir die Autobahn und es geht über Agua Garcia und La Esperanza hinauf in die Canadas del Teide. Während ich den Mietwagen durch die zahllosen Kurven dirigiere geht bereits die Sonne auf. Insgeheim bin ich ziemlich enttäuscht. Ich hätte eine Stunde eher hier sein können, aber hätten wir das so ausgemacht, ich hätte es wahrscheinlich nicht geschafft. Als wir unseren ersten Fotospot erreichen ist die Sicht grandios, aber die Sonne steht schon recht hoch am Himmel.

Ich bin einfach nicht für Sonnenaufgänge gemacht. Wenn ich sie wirklich fotografieren will, dann muss ich an den Locations übernachten. Alles andere klappt bei mir einfach nicht, traurig aber wahr… Hier eines dieser Fotos das ich im Jahr 2005 nach einer langen kalten Nacht im Gebirge mit meiner Nikon D2x aufgenommen habe.

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Pico del Teide am Morgen – 2005 – Nikon D2x
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Pico del Teide kurz vor Sonnenaufgang – 2005 – Nikon D2x

Im Wechsel fotografiere ich mit der auf Infrarot umgebauten Nikon D300 und der famosen Nikon D800E. Später werde ich feststellen müssen, dass die D300 von der Timelapse-Aktion des letzten Abends noch auf ISO-1000 eingestellt ist. Die Fotos sind deutlich verpixelt, das hätte nicht sein müssen. Und wieder habe ich eine Lektion gelernt: Vorbereitung ist alles!

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Wir fahren weiter vor einem Aussichtspunkt zum nächsten. Es entstehen viele hundert Fotos des immer gleichen Motives. Dieser Vulkan zieht Wolfgang ebenso in seinen Bann wie er es auch bei mir schafft. Eigentlich würden ein paar Fotos ja ausreichen, aber wir versuchen uns immer wieder an diesem Motiv, denn es sieht immer wieder anders und stets majestätisch aus.

Irgendwann machen wir eine Pause und widmen uns den beiden Lunchpaketen. Später bei der Kaffeepause sehen wir dann die beiden Erlkönige wieder, von denen ich gestern schon berichtet habe.

Während wir unseren Kaffee trinken überlegen wir wie es weitergehen soll. Eigentlich habe ich hier schon alles vielfach abfotografiert, doch die Weiße Mondlandschaft, die Paisaje Lunar habe ich zuletzt im Jahr 2005 besucht. Dort könnten wir noch einmal hinfahren.

Eine Stunde später sind wir am Abzweig zur Paisaje Lunar. Die Offroad Piste ist inzwischen in recht gutem Zustand und man kann sie ohne schlechtes Gewissen mit einem Mietwagen recht gut befahren. Nach etwa 9 Kilometern endet die Huckelpiste an einem Campingplatz mitten in den Wäldern oberhalb des Dörfchens Vilaflor. Bei den Waldbränden sind vor einigen Jahren die Holzhütten zerstört wurden. Die neuen Häuser sind ins tollem Zustand und die Kinder eine großen Jugendgruppe beziehen gerade laut johlend ihre Hütten. Wolfgang und ich machen uns derweil fertig für den Aufstieg zur Paisaje Lunar. Vorsichtshalber nehme ich mein GPS mit und markiere den Standort unseres Autos mit einem Wegpunkt. Im Gepäck habe ich neben einer kleinen Flasche Wasser diesmal nur die Nikon D800E mit dem famosen AF-S 2.8/24-70mm und einem B&W Polfilter. Alles ist auf ein großes leichtes BENRO Carbonstativ montiert. Dieses Stativ habe ich Euch vor einigen Wochen in einem Video vorgestellt.

Wir starten unsere kleine Wanderung am rechten Ausgang des Parkplatzes und folgen kleinen Blechschildern die immer wieder an die herumliegenden Felsbrocken geschraubt sind. Hin und wieder gibt es auch einmal einen grünen Punkt. Sehr grob folgen wir dem Verlauf einer Wasserleitung und es geht fast stetig bergauf. Die Wanderung bringt mich an den Rand meiner Leistungsfähigkeit. Mein Asthma macht mir schwer zu schaffen und ich muss immer wieder kleine Pausen einlegen. Wolfgang ist etwa 19 Jahre älter als ich und er geht hier hinauf wie eine Bergziege. Für mich ist das frustrierend und anspornend zugleich. Dieser Kerl gibt mir immer wieder die Hoffnung auf ein entspanntes Leben als Rentner. Gemeinsam mit seiner Frau geht er jeden Donnerstag ein paar Stunden wandern, reist viel, lebt gesund und genießt das Leben in vollen Zügen. Für mich ein wirklich erstrebenswertes Ziel.

Nach etwa zwei Stunden Aufstieg hören wir plötzlich Stimmen. Irgendwer johlt und jauchzt da im Wald. Wir gehen weiter und es kommen die ersten Ausläufer der Paisaje Lunar in Sicht. Etwas später ist dann klar wer hier den Trubel veranstaltet. Es ist eine Gruppe von vier Frauen und zwei Männern. Alle sind scheinbar jenseits der 60 und benehmen sich trotzdem wie kleine Kinder. Ob ich auch einst so sein werde?

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Paisaje Lunar – 2005 – Nikon D2x

Als sie endlich weg sind wird es wirklich ruhig und wir können endlich unsere Fotos in aller Ruhe komponieren. Letztlich werde ich mit fast den gleichen Fotos zurückkehren die ich bereits im Jahr 2005 aufgenommen habe. Nur sind sie jetzt 300% größer. Na ja, wer’s braucht…

Der Rückweg ist nicht weniger anstrengend. Zwar geht es fast nur bergab, aber das lose Geröll erfordert alle Aufmerksamkeit. Wolfgang hat sich bereits vor mehr als einem Jahr von allen schweren Spiegelreflexkameras getrennt und fotografiert nur noch mit einer leichten Bridge-Kamera von Panasonic. Diese liefert immer wieder beeindruckende Bildergebnisse und ich habe den Eindruck, dass diese Fotoausrüstung sehr dazu beiträgt, dass er so unbeschwert die Berge hinauf und hinab wandern kann. Ich habe derweil die D800E von Stativ getrennt und versuche an den ganz abschüssigen Stellen den fehlenden Wanderstab so gut wie möglich mit dem Stativ zu ersetzen.

Immer wenn ich Wolfgang wieder ein Foto machen sehe bin ich ein wenig neidisch. Ich habe mehr als doppelt so viele Pixel, aber braucht man das? Der „Unbeschwerten Leichtigkeit des Seins“ ist meine Fotoausrüstung jedenfalls nicht zuträglich…

Als wir zurück am Auto sind brennt die Sonne mächtig stark auf uns herab. Weil ich ziemlich geschafft bin wählen wir für den Rückweg die Autobahn. Das dauert fast genauso lang wie die tausend Kurven, aber es fährt sich etwas entspannter. Als wir bei Wolfgang und Karin eintreffen sind unsere Frauen auch schon dort. Ihre Laune ist gut, sie hatten einen tollen Tag auf Manolos kanarischem Reiterhof etwas oberhalb von Santa Ursula.

Später beim Versuch die Fotos des Tages auf meine neue externe Tunderbolt-Festplatte zu kopieren wird mir dann mein MacBook verrecken. Aber das ist ja jetzt auch schon wieder alles Geschichte. Was bleibt – zumindest bist zum nächsten Festplattencrash – sind die Fotos dieses schönen Tages. Hier eine kleine Auswahl… (1000 Pixel hoch oder breit – einfach anklicken…)

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