La Palma – Tag 13

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Am nächsten Morgen spüre ich alle Knochen. Zwar habe ich mein Bett etwas umgerüstet und schlafe seit drei Tagen AUF der Wolldecke die ich zwischen Laken und Matratze platziert habe, aber dennoch tut mir alles weh. Auf dem ersten Weg ins Bad fühlen sich Beine und Füße noch ganz unbeweglich an, ich bin noch gar nicht wach…

Später nach dem Frühstück entschließt sich Sandra erstmals allein mit unserem Mietwagen zum Laden für Handwerkskunst weit oben in Los Canarios hinauf zu fahren. Ich gebe ihr noch eine kurze Beschreibung mit auf den Weg, so dass sie unser Auto auch findet. Derweil sichte ich meine Beute des Vorabends und freue mich schon sehr darauf bei korrekten Lichtverhältnissen an einem kalibrierten Monitor die besten Fotos auszusuchen und dann in aller Ruhe auszuarbeiten.

(Die Fotos aus der Nikon D800E sind auf 1920 Pixel Seitenlänge verkleinert, einfach anklicken)

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Gegen 13h ist Sandra zurück und hat lauter Tüten dabei. Sie hat etwas zu trinken gekauft. Das ist oben im Supermarkt alles mehr als 50% billiger als im Laden hier in der Hotelanlage. Die Fahrt mit dem kleinen Diesel hat gut geklappt und sie ist ganz überrascht mit wie viel Kraft dieses Auto die Berge hinaufzieht. Drehmomentstarke Dieselmotoren sind auf dieser Insel auf der es eigentlich fast nur auf und ab geht wirklich genau in ihrem Element. Hier zählen weniger die Endgeschwindigkeit als vielmehr Kraft und Durchzugsvermögen. Wer also vor der Wahl steht hier einen Benziner oder einen Diesel zu mieten, ich würde hier zu einem Diesel raten!

Aktuell kostet ein Liter Diesel hier etwa 1,06 Euro/Liter, man ist mit einem Diesel also nicht nur recht preiswert unterwegs, die Autos haben auch eine große Reichweite, was beim weniger dichten Tankstellennetz auf der Insel darüber hinaus sehr praktisch ist.

Daran einen BLOG-Artikel zu veröffentlichen ist aktuell leider nicht zu denken. Es gab am Morgen mehrere kurze Stromausfälle und nun funktioniert der WLAN-Accesspoint aus irgendeinem Grund nicht mehr. Ich habe jetzt für 19 Euro Internet-Guthaben gekauft und kann es nicht nutzen weil es kein WLAN gibt 😦

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Ich versuche mich nicht weiter darüber zu ärgern und während Sandra mit dem Teleobjektiv Jagd nach Libellen und Eidechsen macht, streife mich mit der Nikon D800E auf dem BILORA-Stativ durch die Anlage.

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An der D800E ist das Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt Objektiv, das ich vor ein paar Wochen in den USA bestellt habe. Vor ein paar Tagen habe ich es erstmals abends am Strand des kleinen Fischerdörfchens im Süden der Insel ausprobiert. Heute will ich mal einige Testfotos machen bei denen es darauf ankommt, dass alle vertikalen Linien so gerade und senkrecht wie möglich sind. Am kleinen Wasserfall kann ich ein kleines Demo-Video drehen das zeigt wie sich der Unterschied zwischen einer Belichtungszeit von 1/500s und 1/25s auf das Video auswirkt. Bei vollständig geöffneter Blende lässt sich mit dem Shift-Objektiv ein ausgeprägter „Miniatur-Effekt“ erzielen.

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Sehr praktisch ist auch, dass man das Rokinon-Objektiv in zwei Ebenen um 90° drehen kann. So ist auch ein „senkrechter“ Miniatur-Effekt in Verbindung mit dem Querformat möglich!

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Aber da die Blende geöffnet ist, kann auch viel mir Licht auf den Chip fallen. Dadurch muss die Kamera jedes Bild des Videos sehr kurz belichten. Im Ergebnis werden die Tropfen des Wasserfalls 25-mal pro Sekunde knackscharf „eingefroren“ was im Endergebnis aber nicht wirklich schön aussieht. Blendet man das Objektiv langsam ab, so zieht die D800E die Belichtung sehr schön nach. Irgendwann bin ich bei Blende 22 angekommen. Die Blende ist jetzt vollkommen geschlossen und es kommt kaum noch Licht am Chip an. Die D800E belichtet jetzt jedes Einzelbild mit 1/25s. Bei dieser recht langen Belichtungszeit ergibt sich ein schöner „Fließ-Effekt“. Die einzelnen Wassertropfen bewegen sich während der 1/25s und produzieren so bei jedem Einzelbild eine ganz leichte Bewegungsunschärfe. Das Ergebnis sieht deutlich besser aus als bei vollständig geöffneter Blende. Aber nun ist der auch der „Miniatur-Effekt“ verschwunden, die Tiefenschärfe ist bei Blende 22 so groß, das trotz des leicht nach unten gekippten Objektives alle Bildbereiche scharf abgebildet werden.

Was lernen wir daraus? Ganz einfach, wer flüssige Bewegungen in seinen Videos habe möchte, der sollte versuchen die Einzelbilder relativ lang zu belichten. Optimal ist in der Regel die Hälfte der Bildwiederholfrequenz. Also bei 25 Bildern/s wären das 1/50s Belichtungszeit, bei 30 Bildern/s analog dazu 1/60s.

Will man mit dem Shift & Tilt Objektiv lange belichten UND einen Miniatur-Effekt haben, so braucht man einen passenden neutralen Graufilter mit einem 82mm Filtergewinde. Nachmöglichkeit hat man diese Filter gleich in unterschiedlichen Dichte-Werten. Also 2x, 4x, 8x, 10x usw. Damit kann dann unter fast allen Bedingungen die optimale Belichtungszeit je Einzelbild erzielt werden. Allerdings sind diese Filter wegen des großen Filterdurchmessers nicht ganz billig!

Ach übrigens, wer auf die Idee kommt bei einem Video mit 25 Bildern/s jedes Einzelbild beispielsweise 1/8s zu belichten (um einen noch stärkeren Fließeffekt zu erzielen), der hat in Mathe nicht aufgepasst und sollte nochmals die Schulbank drücken 🙂

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Alle Demo-Videos zu diesem Objektiv werde ich hier posten sobald ich wieder eine vernünftige Internet-Anbindung habe. Dann gibt es einzelne Bilder aus als Original-RAW-Datei für alle die genauer hinsehen möchten, was das Rokinon-Objektiv an der Nikon D800E leistet. Hier habe ich noch einige Beispielbilder für Euch, bei denen ich versucht habe eine perspektivisch korrekte Darstellung zu erzielen. Es gibt hier also ganz bewusst keinen „Miniatur-Effekt“!

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Am späten Nachmittag starten wir einen neuen Anlauf und hoffen, dass wir heute bei der Bodaga „Casa del Volcán“ mehr Glück haben. Als wir dort einige Minuten nach 18h eintreffen ist die Eingangstüre einladend weit geöffnet.

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Unseren Mietwagen können wir sehr gut auf der breiten Zufahrtsstraße zum Volcan San Antonio abstellen. In der Bodega finden wir ein sehr einladendes Ambiente und eine überaus zuvorkommenden und netten Inhaber vor. Ein Tisch direkt am Fenster mit Blick auf den zur Bodega gehörenden Weinberg ist frei. Ein paar Minuten später haben wir von der sehr gut sortierten Karte den filetierten Barsch mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln und einem kleinen Salat bestellt. Als Vorspeise gibt es einen typischen Kichererbsenseintopf (Garbanzas). Dieser Eintopf schmeckt uns wirklich gut und Sandra hat ihn daheim in Deutschland schon oft für uns zubereitet. Man könnte also sagen, dass wir uns mit Garbanzas auskennen und daher sehr gespannt sind was wir hier bekommen. Und was soll ich schreiben, diese Garbanzas sind wirklich ganz ausgezeichnet. Besser können wir das selbst nicht, es schmeckt einfach  ganz exzellent.

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Auch der Fisch ist wirklich großartig aber ganz besonders schmeckt und der Wein aus eigenem Anbau. Es ist ein sehr milder fruchtiger Weißwein, fast keine Säure und einfach nur richtig gut! Ein wirklich zauberhafter Weißwein den man daheim in Deutschland in dieser Qualität nur sehr schwer bekommen wird.

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Spannend ist auch, dass es diesen außergewöhnlichen Wein in einer kleinen 0,5l Flasche gibt! Das ist nicht zuviel und passt gut zu einem Essen für zwei Personen. Zum Nachtisch gibt es für Sandra noch ein leckeres kleines Schnäpschen und für mich einen exquisiten Barraquito mit „Kanarischen Vitaminen“ 🙂

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Auf dem Rückweg überlege ich ob ich heute noch einmal zur Location des Vortages fahren soll. Aber heute gibt es keine Wolken, es ist einfach trüb und die Sicht ist wirklich schlecht. Außerdem sind es fast 28°C und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Ich beschließe daher mich mit den Fotos des Vortages zu begnügen und mich seelisch auf die Abreise einzustellen.

Morgen werden wir noch einen sehr ruhigen Tag auf dieser tollen Insel verbringen. Für das Wochenende wird hier eine echte Hitzewelle erwartet. Vielleicht ist es ganz gut, dass wir dann schon ein leckeres Kaltgetränk in einem deutschen Biergarten genießen können.

La Palma ist eine wirklich großartige schöne Insel. Es gibt unerwartet viel zu sehen, aber die echten Highlights muss man erwandern. Und genau das ist hier wirklich anspruchsvoll. Heute morgen hat im Hotel eine TUI-Mitarbeiterin über die Möglichkeiten hier zu wandern informiert. Und dabei kam immer wieder die Sprache auf den Gesundheitszustand. Büroschlaffis wie meine Sandra und ich sollten hier gar nicht erst an einer großen Wanderung versuchen. Erst gestern hat Sandra ein abgekämpftes Paar getroffen die sich über die Wanderung des Tages unterhalten haben. Er war völlig fertig und als sie ihm gesagt hat, es seien doch nur 5 Kilometer gewesen, da sagte er spontan „Es kommt mir aber vor als wären wir 15 Kilometer weit gelaufen!“

Man sollte sich hier also nicht überschätzen. Und nun ist uns auch klar warum die alten Leute mit Pflegestufe 3 alle nach Teneriffa fliegen, während man hier auf La Palma nur die fitten Power-Rentner antrifft. Es wäre spannend zu wissen zu welcher Gruppe wir uns einst zählen werden.

La Palma – Tag 12 Reloaded

In meinem letzten Artikel habe ich geschrieben, dass wir planen vielleicht den Vulkan „San Antonio“ zu besuchen. Irgendwie kam dann doch alles anders und wir haben ihn schon wieder achtlos beiseite liegen lassen. Am Vortag hat Sandra sich in einem kleinen Laden für „Handwerkskunst“ ein paar schöne Kleidungsstücke gekauft. Und wie das bei Mädchen so ist, da gibt es noch mehr! Und das lässt ihr einfach keine Ruhe 🙂 Als wir an dem kleinen Laden ankommen ist es etwa 13h und der Laden hat geschlossen – Mittagspause! Also fahren wir weiter in Richtung Los Llanos, heute wollen wir mal den viel gepriesenen Italiener besuchen.

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Neulich waren wir ja schon dort, hatten dann aber ausgerechnet am Sonntag den Ruhetag erwischt. Kurz vor dem Ortsausgang halte ich kurz rechts an um meine GoPro Actioncam auf der Windschutzscheibe zu positionieren. Danach geht es über den von mir präferierten Teil der LP-2 in Richtung Los Llanos. Das Wetter ist für die Jahreszeit eigentlich zu kühl und heute ist der Himmel bewölkt. Das merkt man besonders hoch oben auf der Ringstraße die uns auf etwa 750 Metern Höhe nach Norden führt. Wir sind ganz knapp unterhalb der Wolken und das Spiel aus Sonnenlicht und Nebel sieht wirklich gut aus. Endlich kann ich das mal mit meiner GoPro einfangen.

Als wir in Los Llanos eintreffen hat sich der Nebel gelichtet. Die Sonne scheint bei lässigen 25°C und uns geht es richtig gut.

Die Einfahrt zum Restaurant ist etwas „ungewöhnlich“. Es geht auf einer kleinen „selbstgebauten“ Betonpiste extrem steil bergauf bis wir nach ein paar Metern am Parkplatz sind. Dort stehen schon einige Autos und als wir das Restaurant betreten ist es dort schon recht gut besucht. Aber die Terrasse ist noch leer und nach einem kurzen Nicken der Kellnerin dürfen wir dort Platz nehmen.

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Die Aussicht ist grandios, wir sehen die Berge und das Meer, hier kann man wirklich weit schauen. Aber zunächst schauen wir mal in die Speisekarte. Sie ist auf spanisch und deutsch, es gibt allerlei Gerichte die für ein italienisches Restaurant typisch sind. Wir entscheiden uns beide für ein Steak. Diesmal ist es wirklich ein Rindersteak, Sandra bestellt die Variante mit Knoblauch, ich entscheide mich für das Pfeffersteak.

Dazu gibt es kaltes Bier aus einem eisgekühlten Bierkrug. Beim ersten Zug kommt mir eine kleine Eisscholle aus gefrorenem Bier vom Grund des Kruges entgegen – cool!

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Nach dem Essen gibt es noch eine Portion Erdbeeren mit Sahne (Frecas con Nata) – lecker!!!

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Nach einer kleinen Fotosession mit der Nikon 1 geht es zurück zum Hotel. Diesmal ganz ohne GoPro und anderen „Kinderkrams“ 🙂 Auf halbem Weg mitten in den Bergen meldet sich dann die Sahne welche in großen Mengen die Erdbeeren umgab. Hui, ich habe echte Bauchkrämpfe und hier kann man weder anhalten, noch ist hier irgendwo eine Toilette in Sicht. So schnell es geht sausen wir zum Hotel. Schnell parken und dann los, bis zum Zimmer schaffe ich es nicht mehr und bin wirklich froh, dass es an der Bar neben der Rezeption eine wunderbar saubere und geräumige Toilette gibt – ich bin gerettet!! Das ist noch einmal gut gegangen – uffff…

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Zurück im Zimmer muss ich mit ein wenig erholen, in meinem Bauch gluckst und grummelt es. So etwa zwei bis drei Stunden später bin ich wieder fit. Meine Fotosachen sind noch im Auto, also schnappe ich mir den Autoschlüssel und los geht es erneut zu der kleinen Bucht die etwa 1.500 Meter nördlich des Hotels gelegen ist. Dort verheißt ein Hinweisschild wenig gutes: „Playa Closed“

Ich sondiere kurz die Lage und entscheide dann, dass man selbst oben von der Klippe noch einen tollen Blick auf Strand und Meer hat. Also geht es voll bepackt wie ein Lastesel  zur abendlichen Fotosession. Mit dabei habe ich die Nikon D800E, vier „erwachsene“ Objektive, die Nikon D300, die Panasonic HC-X909 Videokamera und zwei Stative. Diese beiden Stative werden sich beim Aufstieg später noch als äußerst hilfreich erweisen!

Wie bei der Bucht nebenan gibt es auch hier eine Treppe die von der Klippe etwa 30 bis 40 Meter hinab an den Strand führt. Diese Treppe ist allerdings deutlich älter und am Ende der Treppe wird mir dann auch klar warum dieser Strand aktuell eigentlich geschlossen ist.  Der letzte Teil der Treppe, so etwa 20 Stufen sind komplett weggebrochen und liegen in einem Winkel von etwa 45° einige Meter von ihrer ursprünglichen Stelle entfernt. Voll bepackt mit Fotorucksack, Kameratasche und zwei Stativen ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit hier herunter zu kommen. Aber dann findet ich eine Stelle an der ich auf dem Hosenboden auf einem Betonvorsprung sitzen kann. Dort ziehe ich beide Stative komplett aus und benutze sie als Stützen um den etwa einen Meter hohen Absatz zu nehmen. Dort ist alles voller Staub und Geröll und ich muss schwer aufpassen mich dort nicht auf die Nase zu legen.

Am Strand angekommen bin ich dort vollkommen allein – super!! Als Erstes stelle ich die Videokamera auf das kleine Stativ. An der Kamera ist der Filteradapter von 49 auf 52mm angeschraubt und darin steckt ein Polfilter. In den Polfilter schraube ich den Filterhalter für meine Cokin-Filter. Danach wird der Filter mit einem neutral grauen Verlauf eingeschoben. Nun kann ich alles drehen, den Polfilter und den Cokin-Filter. Außerdem lässt sich der Cokin-Filter im Gegensatz zum Vortag nun herauf und herab schieben. So gelingt dann eine schöne Videosequenz dieses tollen Sonnenuntergangs am schwarzen Lavastrand.

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Nach einigen Einstellungen schalte ich die Videokamera in den Zeitraffermodus – alle 10s nimmt sie jetzt ein Bild auf. Später habe ich eine schöne Sonnenuntergangssequenz die etwa 10s dauert und die sich scher schön als letzte Einstellung für meinen Reisebericht eignen wird, super!

Während die Videokamera sich tapfer gegen Wind und Wetter wehrt und eifrig ein Bild nach dem anderen aufnimmt bin ich mit dem größeren neuen BILORA XedriLux white und der Nikon D800E unterwegs. Auf der linken Seite der Bucht gibt es einen Durchbruch in der schwarzen Felsenklippe. Dahinter baden zwei Jungs mit kleinen Surfboards im recht ruhigen Meer. Es ist wieder Ebbe und so ist der Durchbruch unter der Klippe recht gut erreichbar. Allerdings sind die Felsen schwer glitschig und man muss gut aufpassen hier nicht zu stürzen. Das könnte üble Folgen haben, denn man muss hier auf dicken glitschigen Steinen balancieren, wer hier abrutscht hat sich schnell einen Fuß verstaucht oder gar gebrochen. Damit dann die vielen Treppenstufen hinauf zu klettern, das wäre nicht wirklich witzig! Also Vorsicht!!

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Die Sonnen hat den ganzen Tag über die schwarzen Lavawände und den schwarzen Lavastrand aufgeheizt. Durch die unmittelbare Nähe zum Meer ist es unerträglich heiß und schwül. Nach kurzer Zeit habe ich meine Kleidung komplett durchgeschwitzt und das Wasser tropft mit von der Stirn. Es ist wirklich nicht witzig und es fällt schwer sich immer wieder zu bücken und hinter die Kamera zu kauern. Bei Belichtungszeiten von bis zu 30s muss man still und regungslos hinter der Kamera verharren und den Kabelauslöser ruhig in der Hand halten, keine einfache Aufgabe! Aber es entsteht eine Belichtungsreihe nach der Anderen und insgeheim freue ich mich schon darauf meine „Beute“ zu sichten.

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Die fast euphorische Stimmung wird allerdings jäh unterbrochen als mich ein Stein an der Schulter trifft. Er ist vielleicht so groß wie eine Wallnuss und hat meine Schulter dort getroffen wo sie durch den dicken breiten Gurt meines Fotorucksacks geschützt ist, aber es tut trotzdem höllisch weh. Hätte ich diesen Stein auf den Kopf bekommen, so hätte es wohl zu einer Platzwunde geführt.

Es wird mir direkt unterhalb der Klippe zu gefährlich und ich deute diesen Stein als Hinweis der Götter, mich dort schnellstens zu verziehen. Bislang habe ich alle Fotos des Abends mit dem Nikon AF-S VR 4/16-35mm aufgenommen, nun versuche ich mich mal mit dem Nikon AF-D 2.8/10,5mm Objektiv. Eigentlich ist es ja für das kleinere DX-Format gerechnet, aber an der D800E bleiben trotzdem noch satte 18 Megapixel übrig, man kann das Ding also wirklich gut einsetzen. Die Kamera habe ich so eingestellt, dass sie DX-Objektive automatisch erkennt. Im Sucher sieht man zwar „nur die Hälfte“ aber wenn man das echt coole Liveview-Feature verwendet, kann man auf dem rückwärtigen Display der Kamera sehr schön sehen was man fotografieren wird. Richtig cool sehen viele Einstellungen dann aus, wenn die Kamera mit diesem Objektiv sehr nah am Boden ist. Aber dann muss man sich immer wieder hinter der Kamera ganz ganz klein machen und das ist echt anstrengend wenn man mit den Füßen im Wasser steht und noch einen schweren Fotorucksack auf den Schultern hat. Aber ich will nicht klagen, andere Menschen besuchen Fitness-Studios – ich gehe eben ab und zu mal fotografieren :–)

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Während ich so vor mich hin fotografiere vergesse ich die Welt um mich herum. Als ich irgendwann zur Treppe an der Klippen schaue, kann ich sie kaum noch sehen, es ist fast dunkel. Auch meine Panasonic Videokamera kann ich nur noch schemenhaft erkennen. Ich mache mich also auf den Rückweg, doch da fällt mir eine kleine Höhle am Fuß der schwarzen Felsenklippe auf. Am Eingang hat jemand ein paar größere Steine aufgeschichtet, so dass es wie eine kleine Mauer ausschaut. Instinktiv muss ich an meine Besuche bei der False Kiva im Canyonlands Nationalpark in Utah denken.

Der Unterschied ist, dass man in der False Kiva ganz bequem stehen kann, diese kleine schwarze Lava-Höhle ist nur etwa 1,5 Meter hoch und wird nach hinten immer enger. An der D800E ist noch das kleine 10,5mm Fisheye montiert. Damit kann ich den Strand, die Felsen draußen im Meer UND den kompletten Rand der Höhle abbilden. Der Liveview der D800E kommt langsam an seine Grenzen, im Display sieht man das was man „fotografiert“ nur noch schemenhaft. Bei Belichtungszeiten zwischen 15 und 30s entstehen aber tatsächlich Fotos auf denen man das Meer noch schön erkennen kann. Nur ist der Eingang zur Höhle nur ein schwarzer Rand, mehr nicht. Ich überlege kurz und dann habe ich eine Idee. Die D800E hat doch ein eingebautes kleines Blitzlicht mit Leitzahl 12. Das sollte ausreichen um dieses Höhle etwas aufzuhellen. Doch die ersten Testbilder sehen ziemlich komisch aus. Das Problem ist der enge Winkel in dem das Blitzlicht arbeitet. Es ist für die Nutzung leichter Weitwinkelobjektive gedacht, nicht für ein extremes Fisheye! So leuchtet das Blitzlicht nur den mittleren Teil des Bildes aus und dementsprechend sind die Ergebnisse mehr als unbefriedigend. Doch dann habe ich die wirklich zündende Idee. In meiner Hosentasche habe ich ein kleines weißes Stofftaschentuch. Derartige kleine Tücher habe ich fast immer dabei, sie sind sehr hilfreich wenn man mal einen Filter trockenlegen oder eine Frontlinse putzen muss.

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Als ein Teil des Taschentuchs um das kleine Blitzlicht geschlungen ist, wird das Licht so schön gestreut, dass auch der Rand der Höhle „etwas abbekommt“.

Einige Bilder später ist es fast stockfinster und ich muss abbrechen auch wenn ich noch gern weitermachen würde. Vorsichtig taste ich mich aus der Höhle heraus, nun nicht den Kopf stoßen! Meine Videokamera kann ich allerdings nicht mehr sehen. Sie muss aber da draußen irgendwo stehen. Es dauert nicht lange und sie ist gefunden, ich bin einfach meinen Fußspuren an diesem einsamen Strand gefolgt – geht doch!

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Nun kommt die größte Herausforderung des Abends, ich muss wieder hinauf auf diese Treppe und das erweist sich als gar nicht so einfach. Nach zwei vergeblichen Anläufen schaffe ich es dann an einer etwas anderen Stelle hinauf auf den Rest der Treppe. Meine beiden Stative sind dabei eine große Hilfe. Ohne sie hätte ich wohl auf allen Vieren auf den Treppenabsatz hinauf klettern müssen.

Endlich oben am Auto angekommen bin ich so ziemlich am Ende meiner Kräfte angelangt. Meine Hose und mein Hemd sind so nass, dass man sie auswringen könnte. Zwischen den Füßen und meinen Trekking-Sandalen haben sich lauter kleine Steine eingenistet, ich bin echt fertig. Schnell die Fotosachen verstauen und dann einen Schluck Wasser. Das Wasser war den ganzen Tag im Auto und es ist lauwarm, aber ich bin trotzdem dankbar dieses Wasser trinken zu können.

Zurück am Hotel gibt es überhaupt keine Parkplätze mehr. Die Leute parken einfach überall, auf durchgezogenen Linien, auf Sperrflächen, ganz egal, Hauptsache es ist nah am Hotel. Als Zeichen meines stillen Protestes fahre ich noch etwa 100 Meter weiter und stelle meinen Mietwagen als EINZIGES Fahrzeug auf dem leeren Parkplatz ab. Nun muss ich zwar ein paar Meter laufen, aber das wird mir nicht schaden, ich habe eh meist zu wenig Bewegung.

Als ich in unserem Zimmer ankomme ist Sandra schon fast eingeschlafen. Es geht nur schnell unter die Dusche und dann ab ins Bett. Meine stinkenden Sandalen und die verschwitzen Anziehsachen lasse ich einfach in der Badewanne liegen und schließe die Tür des Badezimmers mit aller Sorgfalt.

Endlich im Bett kann ich dann doch nicht schlafen. Mein Puls ist noch immer bei 120 und ich würde mir am Liebsten sofort die Fotos anschauen. Aber es ist schon sehr spät und Sandra möchte gern schlafen. Schließlich erinnere ich mich an alte Zeiten als ich Abends immer mit einem Kopfhörer Musik gehört habe. Meine Kopfhörer ist gleich neben mir in der Schublade und mein Telefon auch. Auf dem Telefon gibt es viele hundert Alben und mehrere tausend Songs. Ich höre mich noch ein wenig durch diese große transportable Mediathek bis ich irgendwann dann doch so müde bin, dass ich mit einem letzten Reflex den Kopfhörer ausschalte und das Handy beiseite lege.

Was für ein Tag….

La Palma – Tag 11

Als der elfte Tag beginnt bin ich endlich mal ausgeruht und fit für das Frühstück. Auf dem Weg zur Futterkrippe habe ich meine kleine Nikon 1V1 dabei, so kann ich beginnen mein aktuelles Fotoprojekt umzusetzen. Ich habe mir vorgenommen einige der am frühen Morgen bereits mit Handtüchern, Handtaschen und anderen Accessoires reservierten Liegen zu fotografieren und daraus eine kleine völlig menschenleere Kollage zu erstellen.

Nach dem Frühstück geht es ganz allein in aller Ruhe mit dem gemieteten Opel Astra den Berg hinauf. Ein echtes Ziel habe ich nicht, ich lasse alles auf mich zukommen und will mal sehen wo ich lande. Sandra will heute mal den Bus ausprobieren und schauen ob sie in dem kleinen Örtchen oberhalb des Hotels nicht ein paar kleine nette Läden findet und vielleicht mal einen Tag ohne tausend Kurven verbringen kann.

Auf etwa 600 Höhenmetern geht es von der Hauptstraße rechts ab zum Teneguia. Das ist ein Vulkan der den Südzipfel der Insel sehr geprägt hat. Bei seinem letzten Ausbruch im Jahr 1971 sind viele ausgedehnte neue Lavafelder entstanden die vom Hotel sehr einfach zu erreichen sind. Am Tag nach unserer Ankunft waren wir schon einmal kurz in der Nähe dieses Vulkans, aber letztlich konnte ich ihn nicht genauer unter die Lupe nehmen. Das soll sich heute endlich ändern!

Nach wenigen Metern geht der gute Asphalt in losen Schotter über. Mit dem Motorrad wäre es schwierig, aber mit dem Auto ist es eigentlich kein Problem. Die extrem spitzen Steine sollte man umfahren, ein geplatzter Reifen ist hier nicht witzig und kann einem den kompletten Tag ruinieren. Nach einigen wenigen Kilometern kann ich den Teneguia schon sehen. Immer wieder halte ich kurz an und während die kleine GoPro rechts am Auto eifrig alles filmt, nehme ich mit meiner Panasonic HC-X909 einige Videosequenzen auf und schieße mit der Nikon D800E einige Fotos.

(Alle Bilder sind 1920 Pixel breit – einfach anklicken um sie größer zu sehen…)

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Ganz in der Nähe des Teneguia kann man sein Auto abstellen und die letzten paar hundert Meter bis zum Vulkan zu Fuß zurücklegen. Der Weg ist sehr einfach zu begehen, ich habe nicht einmal Wanderschuhe an. Die liegen seit der Ankunft ungenutzt im Kofferraum. Alles was ich hier gelaufen bin, habe ich bisher in ganz normalen robusten Trekking-Sandalen erledigt. Die Dinger sind schon ein paar Jahre alt und abends riechen sie meist etwas streng. Da ist es gut wenn man sie weit weg vom Bett oder sogar auf der Terrasse oder dem Balkon auslüften lassen kann.

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Von der Spitze des Teneguia hat man eine tolle Aussicht und es wird schnell klar, dass hier die Lava nicht nur aus einem Schlot heraus gebrodelt ist, sondern dass es mehrere Öffnungen gab. Erst von der Spitze des Vulkans wird mir das wahre Ausmaß der Lavafelder bewusst. Mit meiner schönen neuen Timex Armbanduhr prüfe ich die Himmelsrichtung und siehe da, hier wäre sicher ein genialer Aussichtspunkt um sowohl Sonnenaufgänge als auch Sonnenuntergänge zu fotografieren. Wer dies tun will sollte sich allerdings eine gute Taschenlampe und vielleicht doch festes Schuhwerk und Wanderstöcke mitnehmen. Hier in der Dunkelheit auf- oder abzusteigen könnte ansonsten recht schwierig werden. An einigen Stellen ist der Weg sehr eng und wer hier abrutscht der wird sich schwere Hautabschürfungen und vielleicht auch Knochenbrüche zuziehen. Es ist also etwas Vorsicht angezeigt!

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Auf dem nächsten Foto kann man die beiden Leuchttürme und die wunderbare Saline sehen. Bei diesem Foto wird auch klar warum die Betreiber der Saline nach dem Ausbruch des Teneguia am Ende des Lavastroms, der direkt vor ihrer Saline halt gemacht hat, aus Dankbarkeit eine kleine Kapelle errichtet haben.

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Nach meiner ausgedehnten Fotosession auf dem Vulkan geht es weiter. Jetzt kenne ich den Weg, es ist die kleine Straße die ich vor ein paar Tagen gemeinsam mit Sandra hinauf gefahren bin. Unten an der Hauptstraße entschließe ich mich ganz spontan nach rechts abzubiegen und dem schönen alten Leuchtturm und seinem neuen Pendant einen erneuten Besuch abzustatten. Als ich das erste Mal hier war ist es bei einem kleinen Spaziergang um den Leuchtturm geblieben, heute fahre ich die Straße ein paar Meter weiter und finde dort ein kleines nettes Fischerdörfchen. Am Strand liegen zwei junge Mädchen in der Sonne und als ich meine Panasonic Videokamera startklar mache kommt ein Fischer mit einem kleinen blauen Holzboot in die Bucht gerudert. Am Strand wartet bereits einer seiner Freunde. Auf den letzten Metern holt der Fischer mit den Rudern kräftig Schwung und lässt das Boot auf den schwarzen Lavastrand gleiten. Sein Freund ist sofort zur Stelle und gemeinsam schieben sie das Boot den Strand hinauf. Später kann ich dann sehen wie er mit einer großen Kiste auf der Schulter den morgendlichen Fang in das Auto seines Freundes verlädt. Das ist wirklich „fangfrisch“. Einen Augenblick später sind sie dann auch schon verschwunden.

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Ich verbringe an diesem idyllischen Örtchen fast eine ganze Stunde. Während meine Panasonic eine kleine Zeitraffer-Sequenz aufzeichnet schieße ich mit meiner Nikon D800E einige Fotos. Zwischendurch wird dann auch immer mal wieder mit der D800E gefilmt. Das angesetzte Objektiv ist ein 16-35mm Weitwinkel und Videoaufnahmen sehen damit schon ziemlich beeindruckend aus. Irgendwie ist es eine gute Kombination, für die weichen Zoomfahrten und alles wo ich einen wirklich guten Bildstabilisator brauche verwende ich die Panasonic. Soll es sehr scharf, sehr hochauflösend und kontrastreich sein, dann ist die Nikon D800E mein Freund. Eigentlich könnte ich auch mit der Nikon 1V1 filmen, aber sie zeichnet mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Die Panasonic und die D800E filmen hingegen mit 25 Bildern pro Sekunde. Später beim Videoschnitt wäre es aufwändig die Sequenzen aus der Nikon 1V1 korrekt zu integrieren. Daher ist sie meine Kamera für den schnellen Schnappschuss aus dem Handgelenk.

Kurz nach diesem Foto habe ich die beiden Fischer auf dem Schlauchboot mit der Panasonic-Videokamera mit langer Tele-Einstellung verfolgt. Bei der Anlandung am Ufer hat es einen der beiden jungen Männer voll verrissen und er ist kopfüber im Wasser gelandet. Später ist der dann bei der Bergung des Bootes nochmals ausgerutscht, es war heute nicht sein Tag. Für mich war es cool, so habe ich einen echt lustigen „FAIL“ dokumentiert.

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Gegen 15h30 entschließe ich mich heute keine große Inselrundfahrt mehr zu unternehmen und statt dessen meinen Magen und meine Nerven zu schonen. Die kleine GoPro klebe ich diesmal mit reichlich Spucke mitten auf den oberen Rand der Windschutzscheibe. Mit laufender Kamera geht es die paar letzten Kilometer durch die menschenleeren Bananenplantagen zurück zum Hotel.

Als ich dort mein Auto geparkt habe kommt der Chef der Hotel Security auf mich zu und erzählt mir etwas, das mir irgendwie „spanisch“ vorkommt. Ich verstehe nur das Wort „Reception“. Scheinbar soll ich irgend etwas an der Rezeption mit ihm besprechen. Während ich in aller Ruhe meine vielen Fotosachen einpacke beäugt er mich ganz argwöhnisch. Als ich dann startklar bin schnappt er mich und schiebt mich in Richtung Rezeption. Dort ist eine Mitarbeiterin die recht gut übersetzen kann. Er hat die Kamera oben auf meinem Mietwagen gesehen und hat Sorge, dass ich irgendwelche Persönlichkeitsrechte verletzt haben könnte. Scheinbar will er als Chef der Security verhindern, dass vor dem Hotel irgendwelche Gäste gefilmt werden und man das später bei YouTube zu sehen bekommt. Wahrscheinlich ist ihm nicht klar, dass meine D800E in Verbindung mit einem langen Teleobjektiv die 100 mal besseren „Spionagefotos“ liefern könnte. Aber deshalb steht er ja auch den ganzen Tag vor dem Hotel und sorgt für Sicherheit während ich hier Urlaub machen darf 🙂

Irgendwann ist dann endlich geklärt, dass ich mit der GoPro oben am Teneguia und am Leuchtturm gefilmt habe. Gern würde er sich das auf der Kamera zeigen lassen, aber meine GoPro hat eben kein Display oder ähnliches. Es gibt einen Knopf zum Einschalten und einen um die Aufnahme zu starten. Das ist alles was es an Bedienelementen gibt. Ich werde noch gefragt ob ich das professionell machen würde. Das kann ich mit sehr gutem Gewissen verneinen. Wenn ich von meinen Fotos und Videos leben müsste, dann würde ich versuchen Promis vor Hotels und in prekären Situationen zu fotografieren. Da ich mein Geld zum Glück aber ganz anders verdienen kann, können meine Videos und Fotos ein ausgedehntes teures Hobby bleiben!!

Als ich schließlich im Hotelzimmer eintreffe ist von Sandra keine Spur zu sehen. Ich versuche sie anzurufen, es meldet sich immer wieder nur die Mailbox. Mein Magen knurrt und es wäre ja schön gemeinsam etwas essen zu können. Auch könnte ich sie oben im Ort abholen, dann müsste sie nicht mit dem Bus fahren. Aber auch meine SMS bleibt scheinbar ungelesen. So sitze ich jetzt hier im abgedunkelten Hotelzimmer an meinem Notebook. Um mich herum sind lauter Fotogeräte und um das mein Überleben abzusichern steht da auch noch eine kleine Flasche Mineralwasser 🙂

La Palma – Tag 9

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(Alle Fotos sind 1920 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken um sie größer anzuschauen)

Den neunten Tag verbringen wir weitgehend faul irgendwo zwischen dem Pool, Sonnenliegen und einer der Futterstellen. Fotografiert wird heute gar nichts, auf dem Tagesprogramm steht einfach nur Langeweile, grenzenlose verschwitzte Langeweile. Als es mir zu bunt wird mit diesem „in der Sonne dahin vegetieren“ wandere ich rüber in unser Zimmer, schalte die Klimaanlage auf 120% und höre auf dem Bett liegend ein wenig Musik. Das tut sein Wirkung und ich bin irgendwann im Reich der Träume. Geweckt werde ich schließlich von Sandra, es ist schon spät und es gibt gleich Frühstück!

Also geht es rüber zur Pizzeria, dort stopfen wir gemeinsam mit all den rot verbrannten Briten einen Burger mit Käse und Pommes in uns hinein (Hamburgo con Queso y Patatas Fritas).

Danach soll ich versuchen wie alle anderen Urlauber ordentlich in der Sonne zu liegen. Das fällt mir leider denkbar schwer denn diese Liegen sind unbequem und so schmal, dass ich einfach nicht weiß wo ich meine Arme lassen soll. Das geht mir alles auf die Nerven, ich kann einfach nicht still am Pool herum liegen. Nach einer Stunde ist die Tortour endlich vorüber und wir bereiten uns langsam auf das Gefecht am abendlichen Buffet vor. Als Erste stehen wir etwas später um 18h53 vor den geschlossenen Türen des Restaurants. Als diese pünktlich um 19h00 geöffnet werden, erledigt Sandra die Formalitäten mit der kleinen Pappkarte und der Quittung mit den drei Durchschlägen. Ich starte einfach ganz frech durch und reserviere mir den mit Abstand besten Platz in diesem Restaurant. Es ist ein Eckplatz an einem kleinen Balkon von dem aus man einen tollen Blich über die Bananenplantage hinaus auf das Meer hat. Als ich gerade sitze steht eine recht komische kleine Familie mit einer schwer verzogenen jugendlichen Tochter hinter mir. Sie wollten genau diesen Tisch und weil ich es wusste und weil sie komisch sind bin ich so flink los gedüst und habe mich hier schweigend breit gemacht, ätsch! Sie wollen einen dritten Stuhl an einen der anderen Tische heran stellen. Aber das will der Kellner nicht, denn dann wird es so eng, dass man nicht mehr an den Tischen vorbeikommt. Sie müssen also nach nebenan in den großen Saal. Von dort können sie zwar ähnlich gut sehen, aber sie sitzen eben nicht so schön allein wie ich!

Wer hätte gedacht, dass ich an diesen kleinen Urlaubsnickeligkeiten einmal teilhaben würde? Als Sandra neben mir sitzt kann sie die verzogene Göre schräg gegenüber sitzen sehen. Sie sagt nur „Wenn Blicke töten könnten, läge ich jetzt tot unten auf der Straße!“ Hihi…

Morgen wird etwas ganz witziges geschehen, wir werden nicht um 18h53 vor dem Restaurant stehen, statt dessen wird dort aber diese Kleinfamilie bereits um 18h49 darauf warten uns beim Kampf um den besten Tisch auszustechen 🙂

Nach dem Abendessen ist Sandra von der ganzen Sonne total erledigt. Ihre Romanze aus der alten Ritterzeit hat sie nun zu Ende gelesen, aber der Preis war ein Tag am Pool mit knallroten Schultern und einer verbrannten Nasenspitze. Während sie sich gemeinsam mit James Bond und Dr. No von ihrem langen Sonnenbad erholt, bin ich um 20h mit dem Auto unterwegs in Richtung Süden. Während der langen langweiligen Zeit in der Sonne habe ich überlegt welche Bildideen sich hier umsetzen lassen. Dann fiel mir der südliche Zipfel der Insel mit seinen beiden Leuchttürmen ein. Östlich davon ist die alte Saline (Anlage zur Gewinnung von Meersalz) gelegen. Dort gibt es schöne große Becken in denen das Meerwasser langsam verdunstet und letztlich das wertvolle das Meersalz preisgibt. Wenn am Abend im Westen die Sonne untergeht sollte es doch möglich sein irgendwo in der Saline einen Platz zu finden, an dem die Sonne genau in der Kanzel des alten Leuchtturmes steht. Das wäre doch mal eine Bildidee.

Also geht es in flotter Fahrt durch die Bananenplantagen in Richtung Süden. Die Sonne steht schon etwas tief und es könnte knapp werden, ich trete auf das Gaspedal. An der Saline angekommen muss ich noch ein paar hundert Meter laufen, doch dann finde ich mitten zwischen den Salzwasser-Becken den optimalen Standpunkt. Die Sonne spiegelt sich in der Wasseroberfläche und der alte Leuchtturm und sein moderner Bruder stehen genau zwischen mir und der Sonne. Schnell mache ich ein paar Testschüsse. Der Autofokus meiner Nikon D800E wird wie immer abgeschaltet, die Belichtungsautomatik ebenfalls. Ich stelle den RAW-Modus ein, ISO-50, Blende 16, 1/125s und das 9-fach Bracketing mit einer Blende Schrittweite (1.0EV). Außerdem wird die Spiegelvorauslösung aktiviert und der Kabelfernauslöser in Position gebracht. Nun geht es los, eine Belichtungsreihe nach der anderen entsteht. Mehrfach verwende ich auch den heiß geliebten „Fingertrick“. Wie das geht findet Ihr hier im BLOG unter dem Menüpunkt „Photoshop“. Nach etwa 10 Minuten ist es  soweit, für etwa 2 Minuten scheint die Sonne durch die Kanzel des stillgelegten alten Leuchtturms, nun darf er ein letztes Mal aktiv werden, nur für mich 🙂

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Als die Show vorüber ist packe ich schnell alles ein und mache mich auf den Weg zu diesem kleinen Fischerdörfchen das etwa auf halber Strecke zwischen Leuchtturm und Hotel liegt. Auf dem Weg zum Auto kommt mir ein weiterer Fotofan entgegen. Er fragt mich was ich denn da unten fotografiert hätte. Wir unterhalten uns kurz und er wird sicher am nächsten Abend dort stehen und den alten Leuchtturm für sich leuchten lassen 🙂

Als ich im kleinen Fischerdörfchen eintreffe, steht die Sonne schon sehr tief. Ich bin überrascht wie viele Leute dort noch auf den Beinen sind. Es ist Samstag und dort ist richtig „Party“ angesagt. Eine einheimische Kapelle spielt, die Menschen trinken und tanzen. Das ist das echte Leben, nicht das Gegröle der besoffenen Kids in der Hotelanlage. Die D800E ist noch auf dem Stativ, lediglich die Beine habe ich etwas zusammen geschoben. Das AF-S VR 4/16-35mm Weitwinkel ist auch noch montiert. Also kann ich sofort durchstarten. Jetzt ist es sehr von Vorteil, dass ich die Location schon kenne, weil ich ein paar Tage zuvor mit Sandra schon einmal hier war.

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Meine tolle neue Timex Intelligent Quartz Tide Temp Compass hat mir ausgerechnet, dass heute Abend Ebbe sein wird. Das kommt mir sehr gelegen, denn dann gibt das Meer die großen mit Moos bewachsenen Lavabrocken preis. Als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist montiere ich das neue Rokinon 3.5/24mm Shift & Tilt Objektiv an meine D800E. Den vorderen Teil des Objektives kippe ich leicht nach unten und verschiebe alles ein wenig nach oben. Nun kann ich bei einem Abstand von etwa einem Meter zu den ersten Lavabrocken alles scharf abbilden. Also extremer Vordergrund und sehr weit entfernter Hintergrund. Ein wenig ärgere ich mich, dass ich keinen passenden Grauverlaufsfilter für dieses Objektiv habe. Der Filterdurchmesser beträgt satte 82mm, da ist es gar nicht so einfach einen Cokin-Filter oder ähnliches zu befestigen!

Bei einigen Fotos halte ich den Cokin-Filter einfach mal vor das Objektiv. Das ist schwieriger als man denkt. Die Kamera muss auf dem Stativ etwa 30 Sekunden lang vollkommen erschütterungsfrei stehen und während dieser unendlich lang wirkenden 30s muss man den Cokin-Filter vor das Objektiv halten, so still wie möglich ohne die Kamera zu berühren! Aber die Ergebnisse können sich auch sehen lassen.

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Als ich zurück im Hotel bin, wird dort noch eine große Hochzeit gefeiert. Überall laufen Leute herum, die Männer in dunklen Anzügen, die Weibchen in farbenfrohen Abendkleidern. Sicher wäre es auch ganz nett gewesen hier mit einer Kamera die Menschen abzulichten. Aber meist wollen sie das nicht und ich denke, bei einer Hochzeit sind „fremde Fotografen“ eher unerwünscht.

So bleibt mir nur noch die „Beute des Abends“ zu sichten, alles auf meine externe Urlaubsfestplatte zu kopieren und irgendwann einzuschlafen. So geht ein friedlicher Tag ganz friedlich zu Ende. Während ich langsam in das Reich der Träume hinüber gleite bin ich schließlich doch sehr froh das „große Equipment“ mit auf diese Reise genommen zu haben. So schön und praktisch diese kleine Nikon 1V1 auch ist, sobald es um etwas anspruchsvollere Aufgabenstellungen geht muss sie passen. Dann hilft nur eine echte Männerkamera wie die Nikon D800E weiter 🙂

La Palma – Tag 8

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Und auch der achte Tag beginnt wie die Tage zuvor. Allerdings sind inzwischen noch mehr Gäste angereist und die Hotelanlage platzt bald aus allen Nähten. Während wir beim Frühstück das Meer nur mit einem Auge beobachten, registriert das andere Auge das Treiben der Gäste an Pools und Sonnenliegen. Kaum ein seltsames Paar das nicht seine Handtücher oder irgendwelche anderen Accessoires verwendet um „IHREN“ Platz an einem der vielen Pools zu reservieren. Das ist eine Unart die schon etwas nerven kann. Es gibt durchaus Hotels bei denen dies untersagt ist und alle herrenlosen Badetücher früh am Morgen einfach eingesammelt werden. Wer glaubt sich damit dennoch eine Liege reservieren zu können, der muss für ein neues Badetuch an der Rezeption die „Hosen runterlassen“ und sich als „illegaler Liegen-Reservierer“ outen. Mir würde es gut gefallen wenn diese vielen „sehr speziellen Gäste“ mit einem entsprechenden „Fluch“ belegt würden. Aber hier lässt man sie gewähren. Manche kommen total verschlafen aus den Zimmern, legen nur das bescheuerte Badetuch auf „IHRE“ beknackte Liege und watscheln dann wieder ungewaschen zurück in ihre Zimmer. „IHRE“ Liege lassen sie während der nächsten Stunden dann meist ungenutzt. Da fasst man sich echt an den Kopf und fragt sich was das soll?

Ein anderes Thema ist „All-Inclusive“. Eigentlich mag ich das auch nicht, denn vielerorts graben die großen Hotels mit ihren „All-Inclusive“ Angeboten den umliegenden kleinen Bars und Restaurants das Wasser ab. Das ist auch der Grund warum wir auch ich auch bei dieser Reise nur Halb-Pension gebucht haben. Ein weiterer ganz persönlicher Grund ist meine Abscheu während der gesamten Reise immer und überall diese blöden blauen „All-Inclusive“ Markierungsarmbänder tragen zu müssen. Da sträubt sich in mir einfach alles, diese Dinger finde ich „voll scheiße“ – sorry…

Aber hier gibt es nicht wirklich viele Restaurants in der Umgebung. Bis in den nächsten Ort fährt man etwa eine Viertelstunde lang in Serpentinen den Berg hinauf. Um die Fischerbuden von gestern zu besuchen ist man sogar mehr als eine Stunde unterwegs.

Beim Check-In hat sich die nette Dame zunächst etwas vertan und uns zwei dieser blauen Einweg-Plastikarmbändchen auf den Tresen gelegt. Ich war echt verdutzt, ich konnte mir gar nicht vorstellen das gebucht zu haben. Hatte ich auch nicht, ihr war es dann peinlich und statt dessen haben wir jetzt diese kleine braune Pappkarte mit unseren Namen und der Zimmernummer. Außerdem ist dort groß und breit „Halbpension“ zu lesen.

Diese Karte ist ganz praktisch, aber bezahlen müssen wir trotzdem alles was wir damit zu Essen oder zu Trinken bestellen. Und wenn wir zum Abend gemeinsam mit den „Blau-Bändern“ essen wollen, dann müssen wir uns am Eingang des Restaurants registrieren, eine Quittung in dreifacher Ausfertigung vorab unterschreiben und dürfen uns erst danach einen Tisch aussuchen. Dort müssen wir warten bis ein Kellner Zeit für uns hat. Er schreibt anschließend unsere Getränke-Bestellung auf alle drei Zettel und nimmt zwei davon mit. Den blauen Zettel (warum ist der eigentlich blau?) dürfen wir zur Kontrolle behalten. Sobald wir unsere Getränke haben, dürfen wir aufstehen und uns etwas zu Essen holen. Während dieser Prozedur latschen die „Blau-Bänder“ meist kreuz und quer an uns vorbei. Sie schenken sich Bier und Wein nach belieben ein und können tun und lassen was sie wollen. Das ist alles ein wenig komisch.

Und rückblickend muss ich leider sagen, dass diese blauen Bändchen hier gar nicht so blöd sind wie sie aussehen. Das Hotel liegt am Ende der Welt und man kann auch als „All-Inclusive“ Reisender das eine oder andere Mittagessen mal in einem urigen kleinen Kanarischen Restaurant zu sich nehmen.

Daher mein Tipp an Euch:
Wenn ihr mit dem Gedanken spielt im gleichen Hotel ein paar Tage zu verbringen, dann solltet ihr ernsthaft über All-Inclusive nachdenken. Zwar widerspricht dieser Rat all meinen Prinzipien, ist aber dennoch das einfachste was man hier machen kann.

Als „einfache Halb-Pensionäre“ überlegen wir natürlich auch heute wieder wo wir ein Mittagessen her bekommen. Wir haben ein kleines Italienisches Restaurant im Auge, etwas oberhalb von Los Llanos mit einer tollen Aussicht auf Berge und Meer. Doch als wir kurz vor Los Llanos wieder einmal an dieser sehr einladend wirkenden Bodega vorbeifahren, trete ich instinktiv auf die Bremse. Auf dem Parkplatz ist noch was frei und wenige Minuten später sitzen wir in einem urigen Weinkeller der schon seit mehr als 40 Jahren das Restaurant Bodegon Tamanca beherbergt. Die Kellner sind allesamt total auf Zack und super freundlich. Das Essen schmeckt auch wirklich gut. Ich bestelle mir mein erstes „La Palma Steak“ und bin mit der Qualität wirklich mehr als glücklich!

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Weil die Kellner so nett sind, ist das meiner Freundin Sandra fünf Euro Trinkgeld wert. Und siehe da, der smarte Kellner zeigt uns sogar das gesamte Restaurant, schaltet Licht für uns ein und öffnet und tatsächlich den Keller in dem die gewaltigen Weinfässer stehen. Wir dürfen fotografieren soviel wir wollen und sollen nur später die Türe schließen. Während wir das Restaurant verlassen muss ich an die „Blau-Bänder“ denken die geizig an all ihren pauschal bezahlten Cocktails nuckeln, sie werden diese tolle Bodega wahrscheinlich niemals finden…

Nach dem Essen geht es weiter durch Los Llanos hinab in den Barranco de Taburiente und dann weiter in Richtung Nord-Westen. Unser Ziel ist ein kleiner Aussichtspunkt am nordwestlichen Zipfel der Insel.

Tipp für Leserinnen:

Nordwesten ist links oben auf der Karte wenn Norden ebenfalls oben ist! Norden ist dann oben wenn man die Ortsnamen lesen kann! Osten ist dann übrigens rechts 🙂

Unterwegs halten wir immer mal wieder an, die Landschaft ist einfach wunderbar.

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Der Weg zu diesem Aussichtspunkt ist etwas abenteuerlich und Sandra ist auf dem Beifahrersitz merkwürdig still. Als wir dort eintreffen ist sie aber angesichts der tollen Aussicht wieder recht entspannt. Überhaupt ist sie eine sehr gute belastbare Beifahrerin. Mir würde als Beifahrer hier ständig übel. Auf dieser Insel gibt es nur sehr wenige Straßen die länger als 200 Meter OHNE eine Kurve auskommen.

Während Sandra lieber oben am fest gemauerten Aussichtspunkt bleibt, klettere ich ein wenig den Abhang hinunter. Mit meinen Trekking-Sandalen ist es nicht ganz einfach auf dem losen Geröll nicht zu stürzen. Das könnte schnell passieren und wäre wirklich übel. Ich habe keine Lust mit Hautabschürfungen oder einem Gipsarm den Rest der Reise zu bestreiten! Hilfreich ist bei dieser etwas unsicheren Kletterei das „kleine Fotogepäck“. Statt der großen Kameras mit den schweren Objektiven habe ich nur die kleine Nikon 1V1 und meine Panasonic HC-X909 Videokamera dabei.

Hier habe ich einen Vergleich der Bildqualität Nikon versus Panasonic für Euch. Die beiden ersten Fotos habe ich mit der Nikon 1V1 und dem serienmäßigen 10-30mm Objektiv aufgenommen. Eine starke Telebrennweite ist das nicht gerade, hier hat die Panasonic Videokamera eindeutig sehr viel mehr zu bieten. Aber die Bildqualität ist längst nicht so gut wie bei der Nikon 1V1. Aber das ist kein Problem solange man beide Kameras dabei hat. Mit der Nikon wird geknipst und mit der Panasonic wird „gefilmt“ – wenn man das heutzutage überhaupt noch so nennen darf…

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Gegen 17h machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Nach ein paar Kilometern zweigt links die LP111 ab. Diese Straße sieht sowohl auf der Karte als auch auf dem GPS nach einer kleinen Abkürzung aus. Allerdings ist die Nutzung für LKW mit mehr als 8t verboten. Das lässt auf eine niedliche kleine enge Straße schließen. Meine Sandra wird diesmal nicht groß gefragt, ich biege einfach instinktiv auf diese Straße ab. Jetzt sind wir schon zweimal daran vorbei gefahren, nun will ich sie mal ausprobieren und das soll sich nicht als Fehler erweisen!

Die Straßenführung hier auf La Palma ist mehr als einfach, im Grunde genommen gibt es nur eine Ringstraße und zwei Querstraßen – fertig! Die Ringstraße heißt im Norden (also OBEN) LP1 und im Süden (also UNTEN) LP2. Die südliche Querverbindung ist die LP3, die „darüber“ die LP4. Will man zum Observatorium muss man die LP4 nehmen. Will man schnell von Los Llanos nach Santa Cruz hin- oder wieder zurück, so nimmt man die LP3.

Alle anderen Straßen sind kleinere Nebenstraßen und zum Teil nur einspurig ausgebaut. Wenn sie einspurig sind, dann gibt es immer wieder kleine Ausweichflächen. Das funktioniert in der Regel ziemlich gut, verursacht bei meiner Freundin trotzdem regelmäßig feuchte Hände. „Und was machst Du wenn uns jetzt jemand entgegen kommt?“ Diesen Satz höre ich seit Jahren immer wieder und so ist es auch mit der LP111. Während die Ringstraße meist auf einer Höhe von ca. 600 – 800 Metern oberhalb es Meeresspiegels verläuft, schraubt sich die verwunschene kleine kurvenreiche LP111 schnell auf über 1.250 Meter hinauf. Die Aussicht ist immer wieder grandios und man fährt etwa 13 Kilometer lang durch mystische Wälder und passiert einsame kleine Weinberge. Diese Straße ist mein Tipp für alle die nicht zu geizig sind sich hier wenigstens für ein paar Tage einen PKW zu mieten.

Als wir von der LP111 wieder zurück auf der LP1 sind, geht es recht zügig zurück zum Hotel. Als wir dort eintreffen ist es schon fast 20h. Die Sonne steht tief und wir finden tatsächlich sofort einen freien Platz unter den vielen anderen Gästen. Nach einem sehr entspannten Abendessen möchte Sandra noch etwas im Web surfen. Als ich vor dem Hotel den Stand der Sonne und die Farbe der kleinen Wolke über mir sehe, entschließe ich mich spontan es endlich einmal ernsthaft mit einer kleinen abendlichen Fotosession zu versuchen. Schnell geht es ins Hotelzimmer, die famose Nikon D800E wird starklar gemacht. Der Rucksack wird etwas „ausgemistet“ damit ich ihn auch tragen kann. Darin bleiben das AF-S VR 4/16-35mm, das AF-S 2.8/24-70 und das neue Rokinon 3.5/24mm Shift & Tilt Objektiv. Am Ende des Tages werde ich nur das 24-70 und das 16-35 benutzt haben, aber so ist das eben, man hat viele Bilder im Kopf schleppt allerhand Krempel mit sich herum und benutzt letztlich doch immer wieder nur ein oder zwei Objektive.

Als ich am Auto eintreffe muss leider feststellen, dass ich den „richtigen“ Sonnenuntergang schon verpasst habe – MIST!!!

Aber: Wie an fast allen Tagen zuvor war auch dieser Sonnenuntergang echt langweilig. Blauer Himmel und ein kleines schmales Wolkenband am Horizont – schwupps ist die Sonne weg und fertig. Das ist echt langweilig, für einen gewaltigen wirklich fotogenen Sonnenuntergang braucht man eine lockere Wolkendecke und einen freien Horizont. Ganz kurz bevor die Sonne komplett verschwunden ist, kann sie dann noch ihre letzte tiefrot gefärbten Strahlen auf die Unterseite der Wolken werfen. Diese beginnen dann in den tollsten Farben zu leuchten. Solche Momente sind für viele Landschaftsfotografen meist sehr wertvoll und man kann sie nicht kalkulieren, sondern nur erhoffen. Sind sie endlich „da“ so muss man bereit sein und es muss jeder Handgriff sitzen. Leider tut er das bei vielen Amateurfotografen oft mehr als überhaupt nicht. Ich erinnere mich noch gut als ich im Jahr 2009 mitten in der Nach aufgestanden bin um einen perfekten Sonnenaufgang am Mesa-Arch im Canyonlands Nationalpark zu fotografieren. Damals war ich nicht allein und die währen die „Profis“ schweigend Bild um Bild aufnahmen gab es gleich neben mir eine hitzige Diskussion wie denn das Objektiv zu wechseln sei, warum der Autofokus jetzt wieder nicht funktioniert und warum alle Bilder „viel zu hell sind“. Letztlich gab es eine handfeste Ehekrise, denn er hatte alle wichtigen schönen Momente verpasst und beide waren früh aufgestanden um ohne ein einziges schönes Foto zurückzukehren.

Daher kann ich nur raten, spielt wann immer es geht mit neuem Equipment herum. Fotografiert die Katze des Nachbarn oder die Blumen bei der Oma. Egal was ihr auch fotografiert, versucht es gut zu machen und merkt Euch alle Handgriffe. Nur so ist man im richtigen Augenblick bereit und schnell genug für das perfekte Foto!

Hier habe ich jetzt noch ein paar Fotos die ich am Abend mit der D800E aufgenommen habe. Die Fotos sind etwa eine Stunde NACH Sonnenuntergang entstanden, also zur „Blauen Stunde“. Das erste Foto zeigt sehr schön warum wir Fotofans diese Stunde so nennen 🙂 Man beachte auch den Schattenwurf, er ist extrem weich weil es fast kein Licht mehr gab. Dieses Foto habe ich satte 45 Sekunden lang belichtet!

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Hier noch eine Variante mit bewusst falsch einstelltem Weißabgleich.

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