Weil ich an diesem Rucksack so viel Spaß habe, gibt es heute statt eines Unboxing-Vidoes ein kleines „Einpacking“. Außerdem habe ich ein wenig mit den Vorlagen von iMovie gespielt. Ich habe einen fast leeren Trailer mit dem iMovie-Thema „Übernatürlich“ erzeugt, es im Format 1080p gerendert und und dann in Final Cut Pro X importiert. Dort habe ich aber nur einige Soundeffekte und die ersten Sekunden des Anfangs und das Outro verwendet. Irgendwie macht diese ganze Videobearbeitung viel Spaß und es ist mit Final Cut Pro X wirklich sehr einfach. Um eine kurze Zeitraffer-Sequenz zu erzeugen schneidet man mit zwei Mausklicks das was schneller ablaufen soll einfach aus dem Video-Stream heraus, klickt es an und drückt „Command + R“. Auf dem Mac heißt die Taste links neben der Leertaste „Command-Taste“. Nachdem man das gemacht hat wird über dem markierten Videoschnipsel ein grüner Balken angezeigt. Den schiebt man mit der Maus hin und her, ganz so wie es einem gefällt. So kann man Zeitlupen oder Zeitraffer erzeugen, es ist ganz einfach!
Sobald man die Maustaste losgelassen hat wird der geänderte Videoschnipsel gerändert, es wird also eine Vorschau erzeugt die man ganz flüssig anschauen kann. Das geht meistens ganz fix.
Das Rohmaterial für dieses nur 140s lange Video ist ganze 15 Minuten lang!! Der Videoschnitt hat etwa 30 Minuten gedauert. Die Ausgabe als Video in Full-HD braucht dann etwa 15 Minuten und nach weiteren 15 Minuten ist das Video dann bei YouTube verfügbar. So macht das wirklich Spaß!
Sehr cool finde ich mein neues Ansteckmikrofon. Dieses kleine Ding habe ich bei amazon.de zum Spaßpreis von nur 4,95 Euro gefunden. Beim hinzufügen zum Einkaufskorb hatte ich das Gefühl, dass das nicht geklappt hat und habe mehrfach geklickt. Aber es hat geklappt, sogar mehrfach. Ich habe ein paar Tage später nicht schlecht gestaunt als ich plötzlich VIER kleine Ansteckmikros in der Post fand…
Man könnte sie zurückschicken, aber bei diesem Preis ist es auch ok sie einfach zu behalten. So habe ich ein Mikro für die YouTube-Videos, eines kann ich in die Notebooktasche stecken, eines kommt zur Nikon D800E in den neuen Rucksack und das vierte Mikro lege ich in die kleine Fototasche zu den beiden Nikon 1. So kann ich künftig immer und überall schnell mal in sehr brauchbarer Qualität ein wenig Ton aufnehmen 🙂
Sehr cool ist auch, dass dieses Mikro mit einem kleinen Trick am Zoom H2 und Zoom H2n funktioniert. An diesen Geräten muss man lediglich via Menü die Option „Plug-In Power“ aktivieren und dann funktionieren die Mikros sehr gut. So kann man sich bspw. den kleinen Zoom H2 in die Hosentasche stecken und das Mikro an den Hemdkragen klipsen. Damit kann man sich völlig frei bewegen und hat später eine sehr brauchbare Tonspur. Ich freue mich schon drauf das auf der nächsten Reise ausgiebig zu nutzen!
Hier habe ich noch ein Fotos der beiden ZOOM Geräte:
Und zum Abschluss noch Links zu Mikrofon und dem sehr coolen ZOOM H2n:
Mein Fotorucksack ist inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen und so habe ich mich in den letzten Wochen nach einer Alternative umgesehen. Dabei ist mir der Vanguard „The Heralder 46“ ins Auge gesprungen. Und weil dieser Rucksack pfiffig gemacht und sehr durchdacht ist, gibt es heute ein ausführliches Review dazu.
Sehr cool ist die laufende Sonderaktion „My ABEO PRO„. Wer sich bis zum Jahresende ein Stativ des Typs ABEO Pro 283 CGH bestellt, der bekommt vom Hersteller einen „The Heralder 46“ Fotorucksack geschenkt. Wer sich nicht sicher ist ob das ABEO Pro das richtige Stativ für ihn ist, der kann sich als kleine Entscheidungshilfe meine beiden Videos zu diesem Stativ anschauen.
Die kleinen Modelle aus dem Hause Nikon haben es mir mittlerweile wirklich angetan. Sie sind klein und preiswert und man kann trotzdem tolle Videos und schöne Fotos damit machen. Sehr cool ist die Einbindung in das wirklich große Nikon Objektiv-Sortiment in Verbindung mit dem FT-1 Adapter
Da die nächsten Reisen schon wieder fast vor der Türe stehen habe ich mir heute mal die Mühe gemacht die Nikon 1 V1 mit drei verschieden Objektiven bezüglich der Video-Tauglichkeit zu checken. Schließlich ist das Gewicht des Handgepäcks bei Flugreisen streng limitiert und man will ja auch keinen total überflüssigen Krempel mitschleppen.
Also habe ich heute das Nikkor AF-S VR 18-200mm und das Nikkor AF-S VR 2.8/70-200mm mit einem Objektiv verglichen das speziell für den kleinen Chip der Nikon 1 Serie gerechnet wurde. Dieses Objektiv hört auf den Namen Nikkor AF-S VR 10-100mm PD und ist wie gesagt für das CX-Format bestimmt. Bei den ersten Tests fällt schnell auf, dass der Autofokus wirklich vollständig nur mit dem 10-100mm Objektiv funktioniert. Eine Einschränkung die sehr schade ist und von der ich hier schon mehrfach berichtet habe. Aber dank der letzten Firmware-Updates funktionieren die beiden „erwachsenen“ Objektive an der Nikon 1 recht ordentlich.
Überraschend gut ist das 18-200mm Objektiv zu gebrauchen. Wenn man als Ergänzung eine zweite Nikon 1 mit dem famosen 6.7-13mm Weitwinkel-Zoom verwendet, so muss man eigentlich keine Objektive wechseln und hat einen echt großen Brennweitenbereich komplett abgedeckt. Diese Kombination ist zudem recht spannend weil man beide Kameras in Abhängigkeit der verwendeten Brennweite unterschiedlich einstellen kann. Beim lichtschwachen Allround-Zoom sind meist kürzere Belichtungszeiten gewünscht, so dass man hier des öfteren die ISO-Automatik bemühen wird. Das kurze Weitwinkel hat sogar einen VR eingebaut und liefert bei 1/15s aus der freien Hand noch respektable Ergebnisse. Hier ist also ISO-100 die ISO-Empfindlichkeit der Wahl.
Fazit
Mein kleiner Test hat ergeben was ich mir schon fast gedacht hatte. Das AF-S 2.8/70-200mm liefert knackscharfe Bilder und man kann damit sogar in Verbindung mit dem kleinen CX-Sensor der Nikon 1 mit selektiver Schärfe spielen. Allerdings wird aufgrund der 2,7 fachen Brennweitenverlängerung des CX-Sensors das Einsatzgebiet dieses Objektivs stark eingeschränkt. Es ist in Verbindung mit der Nikon 1 eher ein sehr lichtstarkes 540mm Supertele, als ein „Universal-Objektiv“.
Das AF-S VR 18-200mm ist eigentlich für die DX-Sensoren konzipiert und für die Nutzung an der Nikon D2x, D300, D7000 usw. gedacht. Dank des brauchbaren Weitwinkelbereichs von 18mm (Entspricht 48,6mm im Kleinbildformat) kann man es an der Nikon 1 recht universell einsetzen.
Das Nikon 10-100mm PD (entspricht 27 – 270mm im Kleinbildformat) ist im Vergleich zu den anderen Objektiven der Nikon 1 Serie ein echt dicker Brocken. Man kann nicht manuell zoomen und auch nicht manuell fokussieren. Das schränkt das Objektiv etwas ein. Es ist primär für die Nutzung der Nikon 1 als Videokamera konzipiert. Dort macht es auch eine recht gute Figur. Allerdings fällt etwas negativ auf, dass dieses Objektiv keine durchgängige also konstante Lichtstärke hat. Das führt bei Zoomfahrten dazu, dass der Belichtungsmesser der Kamera nachregeln muss oder die Video-Sequenzen im Telebereich stets etwas dunkler sind. Wer genau hinschaut sieht bei den Zoom-Fahrten mit diesem Objektiv daher ein ganz leichtes Flackern.
Die Entscheidung was mit auf die nächste Reise darf und was nicht ist für mich heute aber trotzdem gefallen. Ich werde das 10-100 PD einpacken weil ich mit der Nikon 1 auf der nächsten Reise primär filmen möchte. Das 2.8/70-200 ist ein tolles Universaltele und es kommt auch mit, aber ich werde es hauptsächlich an der Nikon D800E benutzen.
Das AF-S VR 18-200mm wird wohl zuhause bleiben. Denn ich werde das famose AF-S VR 16-85mm in Verbindung mit meiner Nikon D300 Infrarot-Kamera in den Rucksack packen. Wenn ich mal bei einem Video manuell fokussieren oder zoomen will, kann ich dieses Objektiv auch an der Nikon 1 verwenden. Und für die Nutzung im Tierpark oder Schmetterlingsgarten usw. wird die Nikon 1 des öfteren mit dem 2.8/70-200mm kombiniert werden.
Auf die Ergebnisse bin ich schon sehr gespannt 🙂
Sehr krass sind auch die Ergebnisse die sich mit einer Nikon 1 in Verbindung mit einem Reflex-Nikkor 8/500mm Spiegeltele erzielen lassen. Ich habe es heute Nachmittag aus Spaß mal versucht und die Qualität dieses uralten Spiegel-Objektivs haut mich echt um. Aber seht selbst – einfach anklicken und dann im HD-Format öffnen.
Ein kleines Testvideo zu dieser Kombination habe ich für Euch auch noch erstellt.
Der finnische Handy-Hersteller NOKIA lag ziemlich am Boden als Microsoft vor einigen Wochen die Handy-Sparte übernahm. Microsoft selbst hat bei aller Marktmacht aktuell schwer damit zu kämpfen, dass viele „Otto-Normalverbraucher“ sich statt eines klobigen PCs einen modernen Tablett-Computer kaufen. Ein Trend den auch Apple zu spüren bekommt. Statt ein teures Notebook für 2.800 Euro zu kaufen, greifen viele Apple-Fans inzwischen zu einem iPad und sind damit sehr glücklich.
Aber ist das ein Trend der auch Fotoapparate übertragen werden kann? Klein und leicht statt groß und leistungsfähig? Mit dem LUMIA 1020 spricht NOKIA respektive Microsoft die Herzen aller Fotofans an. Dieses Telefon wird als perfektes Foto-Hand vermarktet, man spricht sogar von einem Ersatz für eine Spiegelreflexkamera.
Sowohl Microsoft als auch NOKIA haben viele Trends der letzten Jahre erst spät erkannt und so erscheint die Konkurrenz seitens Apple, Samsung & Co. aktuell fast übermächtig. Die Konzerne müssen also etwas tun um ihre Aktionäre zufrieden zu stellen. Da NOKIA nun teilweise ein US Konzern ist liegt es nahe die Produkte auch auf dem US Markt zu bewerben. Und so entstanden dann auch einige Werbefilme im ur-amerikanischten Teil der USA, im Süd-Westen zwischen Utah und Arizona.
Vergisst man für kurze Zeit, dass es Werbebotschaften sind die hier transportiert werden, so sind diese Werbefilme ein echtes Schmankerl für jeden South-West-Fan. Und wer schon einmal auf dem Bauch am Horse-Shoe-Bend gelegen hat der wird verstehen warum der Fotograf den Bildaufbau gewählt hat den man im Video zu sehen bekommt. Diese Schleife des Colorado River ist einfach so irre groß, dass man ein Fisheye braucht um sie komplett ablichten zu können.
Aber schauen wir uns das Video doch mal an:
Und was sagt Ihr dazu? Die Qualität ist nicht schlecht wobei man auch sagen muss, dass sich alle Einstellungen an der festen Brennweite des eingebauten Objektivs orientieren. Hier schreibt sozusagen das Aufnahmegerät das Drehbuch selbst. Für einen wirklich ambitionierten Film eher undenkbar. Aber man muss auch sagen, dass die Bildqualität wirklich überraschend gut ist. Wer indes hofft allein mit diesem Handy aus dem Stand ein ähnliches Video machen zu können wird schnell enttäuscht sein.
Ich bin mir sehr sicher, dass bei diesem Video viele kleine Hilfsmittel wie improvisierte Stative usw. verwendet wurden. An den Stellen an denen die Handy-Kamera „fliegt“ holpert es trotz allem ganz kräftig. Wer etwas mehr Gewicht transportieren kann wird hier mit einem Schwebestativ und einer einfachen DSLR bessere Kamerafahrten aufnehmen können.
Aber das NOKIA LUMIA 1020 zeichnet (bei allen Einschränkungen) nicht nur Videos in überraschend guter Qualität auf, es macht auch sehr brauchbare Fotos. Dieses Video zeigt außerdem sehr schön was moderne Videoschnitt-Software inzwischen leisten kann.
Für das Video wurden 41 Fotos mit jeweils 41 Megapixeln aufgenommen. Es ist mehr ein Werbe-Gag, denn so lässt sich daraus ein 41×41 Video machen. Die Macher haben sicher sehr lange überlegt wo sich diese Idee realisieren lässt. Und ganz ehrlich, sie hätten keinen besseren Ort finden können. Denn wegen der Straßenbeleuchtung sind die Lichtverhältnisse über viele hundert Meter hinweg nahezu konstant. Und wenn man dann noch viele Tage in die Aufbereitung der Fotos steckt, entsteht daraus so ein cooler Videoeffekt. Allerdings bin ich mir sehr sicher, dass hier mehr als nur 41 Fotos geschossen wurden. Es kann gut sein, dass letztlich nur 41 Bilder verwendet wurden, aber diese 41 Fotos wurden sicher aus einer größeren Menge gezielt ausgewählt damit die Einzelbilder so gut wie möglich zusammenpassen.
Aber sei’s drum, das Video zeigt eine frische neue Idee und ich denke weltweit werden danach viele Hobby-Filmer überlegen wie und wo sich ein ähnlicher Effekt kreieren lässt. Sehr cool sind auch die farbigen Handgriffe die zum NOKIA 1020 lieferbar sind. Damit soll ein wenig DSLR-Feeling aufkommen und in knalligem Gelb sieht das auch echt crazy aus.
Fazit
Das NOKIA 1020 ist sicher kein schlechtes Handy und man kann damit schon brauchbare Fotos und Videos machen. Aber die Entwicklung bleibt nicht stehen und aktuell steht eine neue Generation spiegelloser Kameras mit Chips in vollem Kleinbild-Format mit satten 24-36mm in den Startlöchern. Die Sensorfläche ist bei diesen Kameras immens größer und das Zubehörangebot wird kein Auge trocken lassen.
In diesem Umfeld wird sich ein Telefon niemals ernsthaft behaupten können. Es sei denn Größe und Gewicht sind die ausschlaggebenden Faktoren. Dann punktet das Smartphone als brauchbare „immer dabei“ Kamera.
Alles in allem ist es erstaunlich was aktuelle Handys in Sachen Bildqualität zu liefern im Stande sind. Doch das NOKIA 1020 hat große Konkurrenz und die spielt auf ähnlich hohem Niveau.
Schauen wir mal auf den Preis. Das NOKIA Lumia 1020 kostet ohne einen Vertrag etwa 700 Euro. Zu diesem Preis habe ich eine Nikon 1V1 mit 10-30mm UND dem genialen Nikkor AF-S 10-100 PD kaufen können. Die Kamera war ein Auslaufmodell und das Objektiv eine preisgünstige Versand-Retoure.
Mit dieser Kamera hat man zu einem ähnlichen Preis ein System das Fotos und Videos in wirklich toller Qualität ermöglicht und eine extrem weich laufenden 10x Motorzoom hat. In Verbindung mit dem kleinen 2.8/10mm Objektiv ist die Nikon 1 V1 auch klein leicht und kompakt. Auf dem Papier hat sie zwar „nur“ 10 Megapixel und ist damit dem NOKIA 1020 scheinbar hoffnungslos unterlegen. Aber die Realität sieht ganz anders aus. Ganz gleich ob Videos oder Fotos, die Nikon 1 V1 kann es besser als jedes Smartphone.
Für alle die es noch nicht kennen habe ich hier mein Nikon 1 Testvideo das ich vor ein paar Tagen in der Flugzeugausstellung in Hermeskeil in der Nähe von Trier aufgenommen habe. Dabei habe ich eine Nikon 1 V1 und eine Nikon 1 J2 mit unterschiedlichen Objektiven verwendet.
Besonders die Passagen die mit einem Stativ gefilmt sind finde ich sehr überzeugend. Auch liefert die Nikon 1 bei gedämpftem Licht in Ausstellungsräumen wirklich überraschend gute Fotos und Videos.
Abschließend möchte ich sagen, dass das NOKIA LUMIA 1020 aus meiner Sicht ein vielversprechendes Telefon ist. Wer es immer dabei hat wird damit viele Schnappschüsse in guter Qualität aufnehmen können. Ein wirklicher Ersatz für eine gleichteure Kamera „richtige“ Kamera ist es hingegen trotz aller Werbeversprechen nicht. Aber das Werbevideo aus dem Süd-Westen der USA ist trotzdem richtig gut 🙂
(Alle Fotos sind 1920 Pixel breit – einfach anklicken)
Während in den USA die Touristen selbst mit Blitzlicht in den Museen knipsen können soviel sie wollen, gibt es in deutschen Museen oft rigide Beschränkungen. Vor ein paar Jahren habe ich mal versucht einige Fotos meiner Freundin Sandra mit einer FAZ im Bonner Kunstmuseum aufzunehmen. Dabei habe ich eine schöne alte Hasselblad benutzt und wir wollten uns ein wenig am Slogan „Hinter jeder FAZ steckt ein kluger Kopf“ orientieren. Doch schon nach den ersten Fotos kam eine aufgeregte Mitarbeiterin des Bonner Kunstmuseums wild gestikulierend auf uns zu um uns unsere kleine Session zu untersagen. Ich habe damals nicht sofort verstanden warum. Schließlich haben wir in einer menschenleeren Ecke ohne Blitzlicht fotografiert. Später wurde mir dann klar, dass der Architekt eine art Copyright auf das Gebäude hat. Es geht im Bonner Kunstmuseum also gar nicht um den Schutz der Gemälde vor bösen Blitzlichtern, es geht schlicht um die Kunst des Architekten und die Art und Weise wie er den Umgang damit regeln möchte.
Nicht weit entfernt ist das Bonner Museum Alexander Koenig. Als ich dort vor ein paar Jahren mal eine kleine Fotosession machen wollte wurde ich auch des Hauses verwiesen. Ich hatte eine Nikon D2x dabei – damals das heißeste Eisen das man für Geld kaufen konnte – und natürlich ein Stativ. Beim Rauswurf wurde mir damals auf der Straße erklärt, dass man in diesem Museum zwar fotografieren darf, aber eben nur zu privaten Zwecken und ohne Blitzlicht und ohne Stativ! Ich habe damals gefragt „Und wie soll ich hier ohne Blitzlicht und ohne Stativ vernünftige Bilder hinbekommen?“ Die Antwort war „Eben darum geht es ja! Wir wollen nicht, dass hier ohne unsere Einwilligung Fotos gemacht werden die später eine kommerziellen Verwertung zugeführt werden können.“
Das ist natürlich ein Wort und ganz ehrlich gesagt habe ich für den Verbot von Blitzlicht und Stativ auch volles Verständnis. Wenn man erst einmal damit anfängt, kommen irgendwann die Leute mit einem großen Berlebach-Stativ, riesiger Fototasche und stehen den „normalen“ Besuchern ständig im Weg.
Auch hier gilt wieder einmal: „Wehret den Anfängen!“
Aber die Zeit geht weiter und die Kameras sind in den Jahren seit 2005 stetig kleiner uns leistungsfähiger geworden. So habe ich gestern einen neuen Anlauf gewagt und statt einer großen Kamera nur die kleine Nikon 1V1, die Nikon 1J2 und einige Objektive eingepackt. Zusätzlich hatte ich noch ein kleines Mini-Stativ und einen Nikon ML-L3 Infrarot-Auslöser in der Tasche. Beim Kauf der Eintrittskarten habe ich noch kurz nach gefragt ob sich an den Regeln etwas geändert hat. Nein, für private Zwecke ohne Blitz und Stativ ist es erlaubt. Prima!
Also habe ich zunächst mit meiner Nikon 1V1 und dem kleinen 30-110mm Teleobjektiv freihändig fotografiert. Bei ISO 1600 und 1/20s waren die Ergebnisse aber deutlich weniger gut als erhofft. Also habe ich meine kleine etwa 10cm große „Stehhilfe“ ausgepackt und unter die Nikon 1 geschraubt. In Verbindung mit dem Infrarot-Auslöser sind bei abgeschaltetem VR, elektronischem Verschluss und ISO-100 nun tolle Fotos möglich. Im ersten Bild ganz oben könnt Ihr den Aufbau des Museums sehr gut erkennen. Auf der umlaufenden Sitzbank lässt sichdie kleine Kamera sehr schön hier und dort aufstellen und mit dem kleinen „Infrarot-Knipser“ auslösen. So stört man niemanden, man braucht kein Blitzlicht und man wird auch nicht aus dem Museum geworfen – Super!!
Parallel zur Nikon 1V1 habe ich mit der Nikon 1J2 und dem grandiosen 6.7-13mm Weitwinkel einige freihändige Fotos aufgenommen. Damit die Fotos nicht verwackeln habe ich die ISO-Automatik für den Bereich ISO 100-3200 aktiviert. Hier ist es nun der Kamera überlassen den ISO-Wert so weit zu erhöhen wie es für ein unverwackeltes Foto notwendig ist. Später bei der Sichtung der RAW-Bilder musste ich dann feststellen, dass der Plan funktioniert. Die Kamera hat je nach Ausleuchtung der Objekte ISO-Werte zwischen 800 und 1.600 gewählt. Bei ISO 1600 ist dann auch ein leichtes Bildrauschen erkennbar. Aber mit dem echt coolen Photoshop Plugin „Nik Define“ ist dieses Bildrauschen mit einigen wenigen Klicks eliminiert und die Bilder können sich durchaus sehen lassen.
Fazit
In vielen Museen ist das Fotografieren mit einigen Einschränkungen erlaubt. Im Zweifel sollte man kurz anrufen und sich entsprechend rückversichern. Eine kleine Kamera und ein echtes Mini-Stativ werden in der Regel toleriert denn den kleinen Knipskisten traut eh niemand eine professionelle Bildqualität zu – was ehrlich gesagt ein Fehler ist 🙂 Dass man sich mit seiner Kamera unauffällig verhält und den anderen Besuchern nicht auf den Geist geht versteht sollte selbstverständlich sein. Wer sich an die Regeln hält wird wird dann auch viele Stunden lang mit seiner Kamera die mitunter wirklich schönen Exponate aus vielen unterschiedlichen Perspektiven fotografieren können.
Wenn es mit dem Stativ nicht klappt, kann man seine Kamera oft auch an der einen oder anderen Ecke auflegen. Hier ist ein kleiner Bohnensack ggfs. auch sehr hilfreich um die Kamera korrekt ausrichten zu können. Muss man nicht aus der freien Hand fotografieren so ist ein Fernauslöser ist ratsam. Alternativ kann man auch den Selbstauslöser verwenden. Im RAW-Modus bei niedrigster ISO-Empfindlichkeit entstehen so die die besten Bilder. Ein Teleobjektiv sollte man dabei haben, so kann man einzelne mitunter einige Meter entfernte Details sehr schön aus dem Kontext des Ausstellung isolieren. Mancher Betrachter wird dann schnell vergessen wo diese Fotos aufgenommen wurden.
Für eine gute Ausbeute sollte man sich Zeit lassen und sich bei einem ersten Rundgang durch die Ausstellung einen Überblick verschaffen und Bildideen entwickeln. Wenn man „seine Bilder“ im Kopf hat kann es losgehen, aber mit etwas Bedacht und Rücksicht natürlich!
Wer unerwünschte Passanten aus den Bildern entfernen will, der braucht ein Stativ. Nach Möglichkeit stellt man den Autofokus und die Belichtungsautomatik ab und benutzt einen Fernauslöser. In den meisten Museen ist die Beleuchtungssituation konstant, so dass man einfach immer wieder das gleiche Foto machen kann, die Besucher aber immer wieder an anderen Stellen stehen. Später legt man mehrere dieser eigentlich identischen Bilder bspw. in Photoshop in mehreren Ebenen übereinander und blendet mittels einiger geschickt gemalter Ebenenmasken die unerwünschten Besucher einfach aus. Das funktioniert sehr gut und erfordert keine große Einarbeitungszeit in Photoshop. Alternativ kann man auch kleine Software-Helfer verwenden die zu genau diesem Zweck entwickelt wurden. Diese Programme funktionieren aber nur bei relativ gleichmäßigem Hintergrund wirklich gut!
Hier habe ich ein Foto meiner kleinen Ausrüstung für unauffällige Fotos und Videos im Museum. Meine Nikon 1J2 ist übrigens nicht drauf, denn mit ihr und dem 11,5-27mm Objektiv habe ich dieses Foto aufgenommen 🙂
Last but not least habe ich für Euch 24 Bilder des gestrigen Tages in ein Album auf flickr.com hochgeladen. Die Bilder können als Diashow im Vollbild abgespielt werden.