Wenn der Vater mit dem Sohne

 

Ich glaube so hieß mal ein alter Film mit Heinz Rühmann – wie dem auch sei – heute wollen mein Sohn und ich eine kleine Motorradtour machen. Er hat um 13h20 die Schule aus und ich will ihn um 14h bei der Mama abholen. Ein Stunde vorher werfe ich noch einen Blick auf mein Telefon, da ist eine SMS von Leon. „Hi Papa, es ist 7:17 und ich bin gerade aufgestanden. Es regnet, sollen wir nicht heute lieber etwas anderes machen?“ Ein kurzer Blick aus dem Fenster, der Himmel ist schwer bewölkt aber vielleicht haben wir doch Glück. Ich antworte ihm per SMS, dass wir es doch versuchen sollten.

Kaum ist die SMS raus, da fängt es an zu regnen. Was für ein Mist. Während ich überlege was wir statt einer Motorradtour machen könnten, hört es nach einigen Minuten schon wieder auf und die Sonne kommt durch. Na wer sagt es denn! Es ist Juli und das Wetter ist wie im April. Ok, doch schnell in die Mopedklamotten steigen und los. Als ich bei Leon ankomme ist er schon abfahrbereit. Schnell den Helm auf den kleinen Kopf, den „Sicherheitsgurt“ um den Papa geschlungen und schon geht es los.

Wir wollen zum Café Fahrtwind und dort eine große Portion Fritten mit Ketchup und Mayonnaise essen. Ich habe die neue kleine GoPro Kamera an meinem Motorrad montiert, schnell aktivieren das Ding und den Auslöser drücken, schon geht es los. Wir fahren ein Stückchen Autobahn und dann bei Grafschaft ab in die hügelige Landschaft der Voreifel. Etwa 30 Minuten später sind wir schon am Café Fahrtwind. Es ist nicht viel los auf den Straßen und am Café Fahrtwind sind wir die einzigen Gäste, so kenne ich das gar nicht. Es gibt einen kleinen Plausch mit dem supernetten Chef und die Fritten bereitet er uns höchst persönlich zu – prima 🙂

Als wir uns mit unserem Malzbier draußen hinsetzen wollen gibt es ein paar Regentropfen. Ob wir besser reingehen? Gedacht getan! Doch die Regentropfen hatten sich irgendwie verirrt, es bleibt alles trocken! Als wir unsere Fritten aufgegessen haben, geht es wieder weiter. Schnell die GoPro starten, das TomTom anwerfen und los. Eigentlich würde ich gern in Richtung Mosel fahren und dann am Rhein entlang zurück nach Bonn. Aber im Süden ist der Himmel so tief schwarz, das sieht aus als wäre der Weltuntergang nicht weit weg. Wir fahren zurück nach Ahrbrück und nehmen dann ein paar Straßen die ich gut kenne, die ich aber schon eine Weile nicht mehr gefahren bin. Für mich ist es in Heimspiel und während wir durch verwunschene Wälder düsen hoffe ich, dass es meinem Leon auch ein wenig Spaß macht.

In der Nähe von Ahrweiler machen wir noch eine kleine Pause und sind dann irgendwann zwischen 17h und 18h wieder in Bonn bei seiner Mama. Eine schöne Tour war das, leider hatten wir nicht so viel Zeit uns etwas zu erzählen. Beim nächsten Mal gehen wir vielleicht mal wieder zum Shoppen in die Stadt 🙂

Auf dem Rückweg bin ich der Meinung, dass die kleine GoPro Kamera eingeschaltet ist. Später stelle ich dann fest, dass ich statt einer Video-Sequenz lediglich ein paar blöde Snapshots gemacht habe – schade – so ist die Runde nicht ganz vollständig. Das ist aus meiner Sicht der große Nachteil dieser kleinen Kamera, man kann während der Fahrt nicht sehen ob sie wirklich eingeschaltet ist. Das Display ist sehr klein und nicht beleuchtet. Die Bedienung mit den beiden Tastern ist ein wenig kryptisch und die blinkende kleine Leuchtdiode sieht man einfach nicht. Wäre sie auf der Oberseite, so hätte man eine gewisse Kontrolle. So kann man immer nur hoffen, dass alles ok ist. Später kommt dann die große Überraschung – oder eben auch nicht…

Man stelle sich vor, dass jemand mit dem Ding einen Fallschirmsprung macht, vielleicht sogar zusammen mit Kumpels und in toller Formation. Alles aufwändig, lange geübt und nicht ganz preiswert. Abends am Computer stellt man dann fest, dass die Kamera nicht richtig eingestellt war und es nur ein paar verwackelte JPGs gibt – ist doch blöd – oder?

Hier habe ich noch eine zweite Version des Videos, die ich mal auf die 20-fache Geschwindigkeit gebracht habe. So richtig gefällt sie mir aber nicht, ich finde sie einfach zu schnell. Die obige Version ist 8-fach beschleunigt, das gefällt mir besser und man ist beim Anschauen auch nicht ganz so knapp vor einem epileptischen Anfall 🙂

Bonn nach Mainz im Zeitraffer

 

Es ist 17h am Donnerstag und ich kann schon ins Wochenende starten. Zuerst geht es vom Büro zum Appartement, umziehen, die sieben Sachen zusammenpacken und dann rauf aufs Motorrad. Über die Route habe ich mir keine großartigen Gedanken gemacht, ich will erst einmal raus aus Mainz und dann vielleicht mal Rhein entlang, aber mal sehen.

Die ersten paar hundert Meter ist noch alles gut. Es ist etwa 17:30 und es sind angenehme 25 °C, vor mir liegen ca. 150 Kilometer Fahrspaß – denke ich – doch es soll noch ganz anders kommen…

Kaum auf der Autobahn ist da ein riesiger Stau weil kurz vor dem Mainzer Tunnel ein Auto liegen geblieben ist. Als das durchgestanden ist will ich weiter bis Bingen auf der Autobahn fahren. Doch dann wieder ein Stau, nicht ganz so groß, aber auch nervig. Ich entschließe mich die Autobahn zu verlassen, doch diese Ausfahrt ist gesperrt. „Meine“ Fahrbahn wird gerade neu asphaltiert. Es zwängen sich vier enge Fahrspuren auf endlosen Kilometern über die gegenüberliegende Seite der Autobahn. Die Zeit vergeht im Zeitraffer. Neben mir stehen dicke LKW und pusten mir den Ruß auf das Visier. Nach einer halben Stunde kann ich die Kupplung kaum noch ziehen, ich stehe jetzt insgesamt schon fast eine Stunde im Stau herum. Dann die Erlösung, es ist ein Auto liegen geblieben, ein Polizist steht daneben und winkt damit die Gaffer weiterfahren und den Stau nicht noch länger machen.

Endlich bin ich an einer Ausfahrt, es ist schon kurz vor Bingen. Also runter von der Autobahn, wer weiß was mich noch erwarten würde. Es geht über die B9 in Richtung Rhein. Bei Bingen muss ich anhalten. Der Gehörschutz, den ich mir kurz vor der Abfahrt noch schnell bei LOUIS für 5,95 Euro gekauft habe, ist schon wieder heraus gerutscht. Diese kleinen Silikon-Dinger sind ja nett, aber erst bekommt man sie in die Ohren nicht hinein und dann fallen sie von allein wieder heraus. Kann das im Sinne des Erfinders sein? Ich muss mal bei Hein Gericke schauen, ob die nicht etwas haben was in meinen Ohren besser funktioniert.

Nachdem die guten alten Ohropax in die Ohren gestopft sind geht es wieder weiter. Als ich um kurz vor 21h daheim ankomme bin ich fix und fertig. Fast vier Stunden hat die Fahrt ins Wochenende gedauert. Kurz lüften, etwa trinken und dann auf dem MacBook mal schauen wie die Video Sequenzen mit der neuen GoPro geworden sind.

Die Verarbeitung dauert ewig lang. Während dessen spiele ich mal ein wenig mit Photo-Booth herum. Das Ergebnis lade einfach mal so wie es ist bei YouTube hoch und verlinke es in einem kurzen Artikel. Als ich das Video dann anschaue sind Bild und Ton in keiner Weise synchron – was ist denn da schon wieder schief gelaufen?

Also alles löschen und ab ins Bett – meine Abonnenten werden sich fragen was das denn wohl ist – aber heute werden sie ja aufgeklärt 🙂

Am nächsten Tag steht eine Motorradtour mit meinem Sohn auf dem Programm, um 14h soll es losgehen. Es ist also noch etwas Zeit um das Video zu schneiden und in den Wartezeiten mal den Staubsauger zu benutzen. Während die Reinigung der Wohnung schnell gute Formen annimmt, geht es mit dem Video nur schleppend voran. Die Datenmengen sind gewaltig. Der Film ist relativ schnell geschnitten, aber der Export ist langwierig. Das kleine MacBook arbeitet zwei Stunden vor sich hin um dann irgendwie abzubrechen, es ist kein Video auf der Festplatte. Ich starte neue und versuche allerhand, bis es schließlich klappt. Das Video hat in guter Qualität bei einer Auflösung von 720p satte 4,43GB !!!

Also eine zweite Version erstellen, doch es ist schon 13h und ich muss langsam los um meinen Sohn abzuholen. Das Video muss also noch warten.

Als ich spät am Abend wieder daheim bin, geht es weiter. In iMovie wähle ich „Exportieren mit Quicktime“ und schraube so lange an den Einstellungen bis letztlich eine etwa 0,45GB große Datei entsteht. 10% der Originalgröße – das ist doch was – aber man sieht auch den Unterschied! Leider kann ich alles andere in diesem Leben wohl nicht mehr bei YouTube abladen 🙂 Also hoch damit.

Am nächsten Morgen ist es dann endlich geschafft – mein neues Video ist online 🙂

Und beinahe wäre sie weg gewesen…

Es ist Mittwoch, es ist weniger heiß und allen scheint es wieder ein wenig besser zu gehen. Jedenfalls vergeht dieser Tag wie im Flug und am Abend soll es noch besser werden! Um kurz nach 17h geht es zusammen mit Hermann auf zu unserer ersten gemeinsamen Tour. Hermann will mir mal seine Heimat zeigen, das Rhein-Hessische und das größte zusammenhängende Weinbaugebiet Deutschlands.

Am Himmel hängen schwere Wolken und wir sind skeptisch ob wir es wirklich wagen sollen, aber nun haben wir es schon so oft geplant und immer wieder verschoben, heute ist der Tag der Tage. Über die A60 geht es in Richtung Bingen, dann auf die A63 in Richtung Alzey. Kurz drauf biegen wir ab und dann beginnt der große Spaß. Eine richtig tolle Landschaft mit richtig vielen schönen Kurven. Doch kurz bevor wir nach etwa 90 Minuten unser Ziel erreichen beginnt es zu regnen. Also wollen wir uns eine nette Kneipe suchen, aber die haben heute irgendwie alle geschlossen. Zwei Fehlversuche später entschließen wir uns zurück nach Mainz zu fahren und mal wieder das Heiliggeist aufzusuchen, da waren wir schon lange nicht mehr.

Inzwischen haben wir die Motorräder getauscht. Ich fahre jetzt einen Boxer mit 1150 ccm und Hermann sitzt auf meiner blauen Turbine. Ungewohnt ist es für mich. Hermanns BMW fährt sich im Grunde genommen so wie meine R850r die ich im letzten August in Zahlung gegeben habe um mir die blaue K1200r zu kaufen. Es ist wie eine Zeitreise, ich muss an Hauke denken, wie er ein ähnliches Motorrad im letzten Jahr mal als „gemütlichen Panzer“ bezeichnet hat. Hermann hat an der K1200 richtigen Spaß, ich komme gar nicht hinter her. Er schwingt sich durch die engen Kurven wie ein junger Gott und es kommt mir vor  als könnte ich sein Grinsen noch aus einigen hundert Metern Entfernung sehen.

Kurz vor Mainz stehen wir dann eine Weile vor einer Baustellenampel und Hermann gibt seine ersten Eindrücke preis – „Die gebe ich nicht mehr wieder her!“  Oh je, das wird noch schwierig 🙂

Später im Heiliggeist gibt es dann etwas Leckeres auf die Gabel und ein wirklich ausgedehntes „Benzingespräch“. Als wir das Restaurant verlassen hat es doch noch angefangen zu regnen. Aber das ist uns egal, es war eine schöne Tour, das Essen war lecker und endlich ist es nicht mehr so drückend warm. Der Weg nach Haus ist kurz und Hermann winkt mir ganz vergnügt zu als ich nach rechts zum Quartier 65 abbiege.

Raus aus den nassen Klamotten, Zähne putzen und mal kurz schauen ob der Upload des letzten Videos geklappt hat. Hey super, es ist online – es geschehen noch Zeichen und Wunder 🙂

Hier ist also der mit Musik untermalte Zusammenschnitt der ersten Testfahrt die ich am Montag mit „Tyler Durden“ unternommen habe – seinen richtigen Namen habe ich ja leider vergessen – schade eigentlich… Und auch hier ist gleich wieder ein Tippfehler im Titel – ich sollte nicht immer bis spät in die Nacht an diesen kleinen Videos herumbasteln…

 

Und so sieht die Tour in Google Earth aus – habe ich übrigens mit meinem TomTom Urban Rider aufgezeichnet..

GoPro HD HERO 960 – First Test Ride

Es ist Montag und es ist heiß! Die letzten Tage hat es nur geregnet, jetzt scheint die Sonne und eine subtropische Warmfront bringt ganz Deutschland durcheinander. Mir geht es nicht anders. Als der Tag im nicht klimatisierten Büro überlebt ist geht es mit dem Moped zu Louis. Ich bestellt mir für mein „Mädchenmoped“ eine neue Aktivhalterung für das TomTom Rider 2. Im Internet habe ich gelesen, dass ich kein Einzelfall bin. Die Dinge gehen früher oder später alle kaputt. Es gibt vier winzig kleine vergoldete Kontaktstifte die von kleinen Federn rückwärts gegen ein auf den Halter gestecktes TomTom Rider drücken. Mein TomTom Rider auf der BMW mit der Sandra immer fährt wurde vor ein paar Monaten während der Fahrt nicht mehr geladen. Einer der kleinen Stifte steckte tief in der Halterung und kam nicht mehr heraus.

In der letzten Woche habe ich den Halter dann zerlegt und mal geschaut was los ist. Nicht schlecht gestaunt habe ich dann als ich sah, dass dieses Ding mit den vier kleinen goldenen Stiften ein super Spezialbauteil ist und dass es direkt auf eine kleine Platine gelötet ist. Eigentlich hatte ich gedacht, dass es da eine kleine Feder oder etwas gibt. Aber schwer gefehlt, hier kann man eigentlich nichts reparieren. Bei eBay bietet jemand Reparaturen für pauschal 29,- Euro an – vielleicht hätte ich ihm das Ding schicken sollen?

Egal, bei Louis soll es den Aktiv-Halter geben! Also hin und bestellen. Die Antwort ist klar, es dauert lange, richtig lange! Für mich ist das genau das KO-Kriterium für das TomTom Urban Rider. Es kommt OHNE Aktiv-Halter!! Für lange Touren ist das Mist! Man braucht für den ernsthaften Einsatz also einen zusätzlichen Halter und das Mistding kostet 80 Euro!! Aber wenn es nur die 80 Euro wären, man muss auch noch 4 Wochen warten bis Louis es liefern kann!!

Aber egal, an meiner blauen BMW funktioniert der Halter noch und ich muss ja eh meistens vor fahren 🙂

Nach der Bestellung dann noch ein kurzer Plausch wegen eines Halters für die neue GoPro Kamera. Es gibt eine Halter für eine Fahrrad-Lenkstange. Das Ding ist aus Plastik und kostet 25 Euro. Ok, sieht billig aus, ist es auch, aber die kleine Kamera wiegt auch fast nichts, das könnte funktionieren.

Mein Einkauf dauert etwas länger und ich lerne einen netten anderen Biker kennen. Seinen Namen habe ich inzwischen leider vergessen, nennen wir ihn einfach Tyler Durden. Ihm gefällt mein Moped und er möchte mal damit fahren. Kein Thema, ich bekomme sein Moped. Kurz tanken, dann den Halter anschrauben, kurz die GoPro Kamera aus dem Appartement holen, in das wasserdichte Gehäuse damit, die Motoren starten und los. Es geht über die B9 in Richtung Worms. Bei Nierstein rechts ab in Richtung Bad Kreuznach, dann über Friesenheim und Guntersblum zur B9 und wieder zurück. Was für ein schöner „Ausritt“.

Die kleine feine GoPro Kamera kennt drei verschiedene Video Modi. Eine Anleitung gibt es übrigens hier. Ich wähle die Einstellung r2 – das bedeutet 720p (1280 x 720 Pixel) bei 30 Bildern/Sekunde im Seitenverhältnis 16:9 – für YouTube genau richtig!

Am Ende der Testfahrt hat die Kamera innerhalb von etwa 30 Minuten 2,84 GB aufgezeichnet!! Wir verabschieden uns und schon wird das Video auf den MiniMac kopiert und dann in iMovie importiert. Die langweiligen Szenen nehme ich heraus. Danach bleiben noch 11 Minuten übrig. Inkl. Titel und Abspann erzeugt iMovie daraus ein 884MB großes Video – oups… Der erste Versuch dieses Monstrum bei YouTube über meine dünne Internet-Verbindung hochzuladen geht nach etlichen Stunden dann auch prompt in die Hose 😦

Aber kein Problem, einen Tag arbeiten und dann kann schon der zweite Versuch starten. Diesmal dauert es etwa 300 Minuten, dann ist das Video übertragen. Die Verarbeitung auf YouTube dauert nochmals etwa 60 Minuten. Was für ein Wahnsinn… Während ich auf den Upload warte überlege ich, wie man das Video kleiner bekommt. Beim Export via iMovie kann man die Option „Mit Quicktime exportieren…“ auswählen. Dort sind jede Menge Settings die ich noch nicht ganz verstehe. Ich wähle mal eine Bitrate von 256 KBit/s und nach 34 Minuten ist eine MPEG-4 Datei  auf die Platte geschrieben worden, die nur noch 75 MB groß ist. Aber dieses Video sieht gruselig aus, durch die krasse Komprimierung besteht es im wesentlichen aus „LEGO-Bausteinen“ – nicht wirklich schön.

Also weiter probieren, ich nehme mal 5000 KBit/s – 35 Minuten später ist ein etwa 500 MB großes File entstanden. Also versuche ich es ein drittes Mal mit 2048 KBit/s – diese Datei ist dann 180MB groß bzw. klein. Die Qualität ist noch ganz erträglich und verglichen mit den 884MB des „Originals“ ist sie fast winzig 🙂

Diese Datei importiere ich dann in iMovie und mache einen Schnitt kurz nach dem Titel und kurz vor dem Abspann. Den langen Mittelteil will ich schneller ablaufen lassen. Gern würde ich dazu den Song „Premonition“ (Vorahnung) des neuen Albums von Joe Satriani abspielen. Doch der ist sicher bei YouTube bekannt und wird sehr wahrscheinlich abgelehnt werden. Was tun? Es gibt einen kostenlosen Audio-Editor der in Java programmiert ist und sowohl für Windows als auch für den Mac kostenlos erhältlich ist – Audacity heißt das Programm. Es ist winzig und schnell auf dem Mac installiert. Damit öffne ich dann die MP3 Datei zu Premonition und ändere das Tempo um +4% — mal sehen ob YouTube es dann noch“erkennt“ 🙂

Als ich das Stückchen Musik dann als MP3 speichern will fehlt wieder ein MP3-Codec – mich macht das alles wahnsinnig – wieder soll ich auf irgendeine Webseite gehen, den Codec herunter saugen, installieren und und und… Warum sind diese kostenlosen Programme so oft so umständlich zu installieren? Egal, ich speichere die Datei im WAV-Format. Das braucht iMovie intern sowieso und ich kann sie ja nach dem Upload wieder löschen.

Das Einfügen in den Video-Clip klappt ohne Probleme. Ich kriege sogar eine Überlappung hin. Wenn ich den Mittelteil mit einer Geschwindigkeit von +265% abspiele passt der Song perfekt und die Fahrt sieht dann noch viel dynamischer und cooler aus. Das Video noch schnell exportieren – ohje – das dauert wieder gut 20 Minuten – nun ist der Film ja kürzer…

Während dessen trudelt auch der große Tobias ein – mein Nachbar! Während der Mac rödelt bis die CPU glüht, schauen wir uns ein paar Videos an und hören Gitarrenlehrer-Musik von Joe Satriani. Nach einigen YouTube Streifzügen ist Tobias dann reif für die Matratze. Ich eigentlich auch, aber nun ist das Video exportiert – schnell hochladen… Das dauert nochmals 55 Minuten. Warum ist das nur alles so schrecklich zeitraubend? Seit ich denken kann muss ich auf Computer warten. Meine BMW beschleunigt in 8 Sekunden von 0 auf 200 Km/h – egal welchen Computer man hat – er ist langsam – eigentlich immer. Mein ganzes Leben verbringe ich damit auf Computer zu warten, vielleicht fahre ich deshalb so gern Motorrad?

Egal, das Video ist jetzt endlich online!

Dann bricht die Internet-Verbindung zusammen. Ein Teil dieses Artikels ist weg. Ich weiche auf mein HTC Desire aus, das ich als WLAN Hotspot betreiben kann. Na prima, der Upload der „Musik-Version“ des Videos ist nun auch kaputt – fast fertig und dann abgebrochen. Warum sind schnurlose Verbindungen eigentlich immer so wacklig?

Aber auch egal, es ist jetzt 0:29h – ich muss morgen arbeiten und noch ein wenig schlafen. Die „Musik-Version“ liefere ich so bald wie möglich nach…

Gute Nacht 🙂

Vatertag

Es ist Mittwoch der 2. Juni 2011 und es ist mal wieder „Vatertag“. Eigentlich ist ja „Christi Himmelfahrt“ – aber wenn es einen „Muttertag“ gibt, sollte es vielleicht auch einen „Vatertag“ geben, oder? Keine Ahnung wer sich das ausgedacht hat, aber an diesem Tag ziehen allerorts betrunkene Männer durch die Gegend. Teilweise sitzen sie in kleinen Planwagen die von einem Trecker gezogen werden und trinken warmes Bier in großen Mengen. Das ist nichts für uns!

Am Vortag haben wir uns noch schnell für 11h mit meinem Freund Anas verabredet. Anas wohnt bei Frankfurt und arbeitet in Bonn. Ich wohne eigentlich in Bonn und arbeite bei Frankfurt – verkehrte Welt… An meinen Motorrädern kleben die Leichen tausender kleiner Fluginsekten. Da wir viel früher wach geworden sind als gedacht, nehme ich mir einen Eimer und einen Schwamm aus der Abstellkammer und fülle ihn mit heißem Wasser. Ich könnte die Mopeds ja mal wieder ein wenig säubern bevor es wieder los geht. Sandra ist gerade im Bad, dort wären die Putzmittel. Hm, ich erinnere mich an eine Folge von Galileo bei der verschiedene Strategien für eine Autowäsche vorgestellt wurden. Jemand hat dort versucht mit Cola die toten Fliegen von seinem Auto zu waschen. Das scheint sogar gut zu funktionieren, allerdings ist das Auto danach klebrig wie Gaffa Tape. In der Küche finde ich eine Flasche Essig-Essenz und Spülmittel. Das sollte auch gehen. Bei Galileo hieß es, dass Essig die kleinen Fliegenleichen gut ablösen kann. Ich starte meinen eigenen Versuch.

Eine halbe Stunde später stehen beide Motorräder relativ sauber in der Sonne und wir warten auf Kumpel Anas. Die Mischung funktioniert recht gut. Anas kommt auf die Sekunde genau mit seiner CBR-1100 um die Ecke gebogen. Er wäre schon früher angekommen, aber es ist mal wieder einer der vielen Bahnübergänge gesperrt. Na, so lernt man seine neue Heimat kennen 🙂

Wir sprechen uns kurz ab und starten dann in Richtung Café Fahrtwind. Sandra und mir knurrt der Magen, wir freuen uns auf ein entspanntes Frühstück in der Mittagssonne. Bei der Ausfahrt Meckenheim ist dann wieder ein Stau auf der Autobahn, ja hört das denn niemals auf? Alle die gestern nach Bonn gefahren sind wollen heute scheinbar in die Eifel. Das sieht nicht spaßig aus und wir fahren gleich wieder ab in Richtung Meckenheim. Mein TomTom berechnet die Route neu und will links abbiegen, warum nicht? Letztlich führt es uns einmal im Kreis und will dann zurück zur Autobahn. Als ich endlich erkenne was das kleine Ding zu denken scheint – können Navis denken? – halte ich kurz an und ändere die Routenführung auf „Autobahn vermeiden“. Es geht weiter, das TomTom möchte jetzt über Adenau fahren, warum nicht? Doch dann ist schon wieder alles vorbei, wir stehen vor dem nächsten Stauende. Scheinbar haben sie es alle so gemacht wie ich „Stau umfahren auf den nächsten 10 Kilometern“ – na prima…

Wir stimmen uns kurz ab und schon ist die Planung mit dem Frühstück im Café Fahrtwind Geschichte. Es geht nach Rheinbach. Dort im Brauhaus kann man schön draußen sitzen und es sich gut gehen lassen. Gegen 12h30 geht es dann weiter in Richtung Gerolstein. Dort war ich schon lange nicht mehr, es ist nicht das primäre Touristenziel und der Weg dorthin ist sehr schön. Wir nutzen die Routenführungsoption „Kurvenreiche Strecke“ und das TomTom findet lauter schöne Straßen. Es geht auf verschlungenen Pfaden durch verwunschene Wälder. Zwischendurch immer mal ein Stück Bundesstraße und dann biegen wir wieder ab auf den nächsten „Trampelpfad“. Viele Strecken kenne ich noch von meinen ersten „Expeditionen“ als ich 1993 nach meinem Umzug in Richtung Bonn begonnen habe meine neue Heimat zu erforschen.

In Gerolstein finden wir dann eine tolle Eisdiele. Es ist schon Nachmittag und der Hintern tut schon ziemlich weh. Nach dem Eis wollen wir die Mopeds auftanken und weiter in Richtung Oberwesel fahren. Dort sollen sich unsere Weg trennen. Anas will heim in Richtung Frankfurt und wir wollen nach Norden in Richtung Bonn. Sandra wünscht sich eine Fahrt ohne ständige Spitzkehren, einfach auf der Bundesstraße dahingleiten. Kein Problem, das TomTom kann das – IQ-Routes heißt das. Aber zuerst wollen wir tanken. Bei der Tankstelle tauschen Anas und ich dann mal die Mopeds. Nun fahre ich mal Honda CBR-1100 – eine „Double X“. Es ist ein krasses Teil, der Motor leistet etwa 150 PS. Das Ding ist schwer wie die Hölle und liegt auf der Straße wie ein Brett. Tief gedruckt hänge ich am M-Lenker. Diese Sitzposition ist wirklich sportlich – nichts für mich – immer wieder ertappe ich mich dabei wie ich mich am schmalen Lenker abstütze. Dieses Bike dirigiert man eher durch Gewichtsverlagerung als mit dem Lenker. Der Motor ist bärenstark, hat richtig Bums und läuft auch im Teillastbetrieb sehr ruhig. Mit 50 Km/h im 4. Gang durch eine Ortschaft zu trödeln ist gar kein Problem. Da sind meine BMWs irgendwie nervöser.

Bei Cochem erreichen wir die Mosel und stehen eine halbe Ewigkeit an einer Baustellenampel. Als es endlich grün wird, eröffnet sich uns das gesamte Ausmaß dieser Baustelle. Ganz Cochem ist eine Baustelle und auf der Hauptstraße unten an der Mosel staut sich der Verkehr über viele Kilometer. Es ist inzwischen wirklich warm und ich bin froh, dass wir am Stau vorbeifahren können. Es geht weiter entlang der Mosel. Bei Treis-Karden kreuzen wir die Mosel und schon wieder geht es in Serpentinen die Berge hinauf. Oben angekommen gibt es eine kleine Kappelle mitten in den Feldern. Hier habe ich schon oft Mopedfahrer bei einer kleinen Pause gesehen. Warum sollten wir hier nicht auch mal rasten?

Als die Motorräder abgestellt sind, stelle ich fest, dass Sandra nicht wirklich fröhlich ist. Sie hat ihre Belastungsgrenze erreicht und will eigentlich nur noch nach Hause. Sie schimpft herum und fragt mich, ob ich meinen männlichen Ego-Trip endlich beenden kann. Ich bin gelinde gesagt ‚überrascht‘. Wir ruhen uns also ein wenig aus und diskutieren das Für und Wieder der vollkommen unterschiedlichen Motorradkonzepte. Als es wieder losgeht fühlt sich meine BMW irgendwie anders an, irgendwie noch besser als früher. Ich sitze ganz entspannt und das Ding fährt sich im Gegensatz zur CBR-1100 fast wie ein Fahrrad. Es ist eher ein „Opa-Motorrad“ – genau richtig für mich 🙂

Kurz vor Oberwesel haben wir einen fantastischen Blick hinab ins Rheintal. Hier würde ich gern anhalten und ein paar schöne Fotos machen, aber wir haben keine Kamera dabei. An einer kleinen Anhöhe sieht es so aus als wäre dort ein kleiner Aussichtsplatz, also Blinken und raus. Aber es ist nur der Anfang eines staubigen Feldweges. Unter den verwunderten Blicken meiner „Beifahrer“ fahre ich wieder weiter. In Oberwesel finden wir bei einem Italiener ein schönes schattiges Plätzchen. Es gibt ein Steak mit Fritten und Salat – lecker!

Inzwischen ist es Abend geworden und wir verabschieden uns um etwa 19h30. Zwei Stunden ist es noch hell und vor uns liegen noch etwa 100 Kilometer bis nach Bonn. Sandra fährt ein Stück vor mir her. So kann ich die Landschaft genießen, habe sie im Blick und muss mir keine Sorgen machen. Fährt sie hinter mir, so muss ich ständig in den Spiegel schauen um zu checken ob alles ok ist. Sie versteht das nicht wirklich, sie fährt eigentlich am Liebsten am Ende der „Karawane“. Doch das hat Anas den ganzen Tag über schon gemacht. „Warum muss ich jetzt schon wieder vorfahren“ scheint sie zu denken. Irgendwie ist das alles nicht so einfach. Fahre ich vor, bekomme ich beim nächsten Stopp zu hören, dass ich wieder mal zu schnell gefahren bin oder zu wenig Pausen gemacht habe. Selbst vorfahren will sie aber nicht, weil sie sich dann bedrängt fühlt und den Weg nicht kennt. Wie löst man diesen Konflikt??

Ab Koblenz fahre ich vor, ganz langsam. Die Sonne steht tief und blendet, es ist nicht wirklich angenehm. Ich fahre nicht schneller als 80 und schaue permanent in den Rückspiegel. Als wir daheim von den Motorrädern steigen ist Sandra kurz vor dem Umfallen, sie kann nicht mehr und ist völlig am Ende. Später gibt es die 8. Staffel von 24. – Jack Bauer muss wieder ordentlich was einstecken und die ganze Welt vor den bösen Buben retten. Wir schauen uns drei Folgen an und schlafen dann wie die Murmeltiere.

Mitten im Schlaf knackt dann etwas in meinem Mund. Ich werde wach und spüre etwas scharfkantiges auf der Zunge. Ohje, was ist das denn? Schlaftrunken taumle ich ins Bad. Vor dem Spiegel wird mir klar was geschehen ist. Ich habe scheinbar so krass mir den Zähnen geknirscht, dass der linke Schneidezahn zerbrochen ist. Nicht schon wieder! Hört das denn nie auf? Gerade habe ich eine erfolglose Kieferoperation hinter mir. Danach wurde der gebrochene Eckzahn gezogen und ich versuche mich jetzt an die Delle im Kiefer und die neue Brücke zu gewöhnen. Nun bricht der andere Schneidezahn auseinander. Das darf alles nicht wahr sein. Das abgebrochene Stück bleibt im Bad vor dem Spiegel und ich gehe frustriert zurück ins Bett.

Am nächsten Morgen bin ich früh wach. Die Sonne scheint und der Zahn ist krass scharfkantig. Es ist als hätte ich einen spitzen Säbel dort wo ein Zahn sein sollte. Um 8h rufe ich beim Zahnarzt an, aber es ist nur der Anrufbeantworter erreichbar. Um 9h10 versuche ich es erneut. Es klingelt, dann ist die Leitung unterbrochen. Ich rufe erneut an und habe wieder nur den Anrufbeantworter in der Leitung. Alle weiteren Versuche schlagen fehl. Ich werde es also am Montag versuchen müssen oder eine Woche lang mit einem zerborstenen Zahn herumlaufen müssen. Mein Leben als „Externer“ ist manchmal nicht so einfach. Meist bin ich dort wo genau das nicht ist was ich gerade brauche. Sei es eine Werkstatt, ein Zahnarzt oder sonst etwas.

Nun aber ab unter die Dusche und dann wird hier ein wenig aufgeräumt…