Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Tag 3

Als ich wach werde ist es kurz nach 6h, der erste Blick aus dem Fenster verheißt nicht viel Gutes für den Tag. Um 12h haben wir uns mit Karin und Heinz an der Talstation der Seilbahn in Weggis verabredet, eigentlich wollen wir auf der RIGI eine kleine Fotowanderung unternehmen. Vor dem Frühstück klart der Himmel ein wenig auf und ich nutze die Zeit für einige Makroexperimente mit der kleinen Fuji X100.

Makrofoto mit der Fuji Finepix X100

Nach dem Frühstück halten wir kurz Kriegsrat und weil wir die Spitze der RIGI trotz allem noch nicht wirklich sehen können, verabreden wir uns mit Karin und Heinz um 12h am Bahnhof in Luzern. Der Weg von Buochs nach Luzern ist nicht weit und so sind wir schon etwas eher dort, so dass ich die Zeit für ein paar Experimente im Bereich der „Streetphotography“ nutzen kann. Die Fuji X100 ist klein und leicht und das moderate Weitwinkel bietet ein recht hohes Maß an Tiefenschärfe. Zwar ist der Autofokus relativ langsam aber dennoch gelingen einige schöne Fotos aus dem Handgelenk. Im Vergleich mit einer erwachsenen großen Spiegelreflex weckt die X100 bei den fotografierten Personen weniger Unbehagen. Eine kurze Frage „Hey, darf ich Sie fotografieren?“ Und fast jeder stellt sich sofort ein wenig in Pose, es ist wirklich toll wie diese Kamera bei den „potentiellen Fotomotiven“ ankommt.

Hier habe ich einige weiter Beispielbilder aus der X100 für Euch. Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken. Beginnen wir mit der witzigen „Tür ins Nichts“.

Abstrakte Welt mit Fuji Finepix X100

Hier ein Bild der weltberühmten nach dem Brand von 1993 wieder aufgebauten Kapellbrücke. Dieses Ding ist das meistfotografierte Bauwerk der Schweiz  und es ist gar nicht so einfach hier mal eine Perspektive zu finden die nicht täglich hundertfach genauso abfotografiert wird.

Kapellbrücke in Luzern

Hier ein Test für den Dynamikumfang des Chips der X100. Bei krassem Gegenlicht habe ich hier für Euch den alten Pulverturm neben der Kapellbrücke abgelichtet. Zwischendurch hat er auch mal als Gefängnis gedient, heute werden dort Souvenirs verkauft.

Alter Pulverturm an der Kapellbrück in Luzern

Hier ein kleiner witziger Fiat 500 der in einer Seitenstraße als Werbeträger für ein Restaurant dient. Dieses Foto schreit geradezu nach einem heftigen Tonemapping…

Fiat 500 mit Fuji Finepix X100

Weiter geht es in den nach einem Brand von 1971 vollkommen zerstörten und später vom Stararchitekten Santiago Calatrava neu gestalteten Bahnhof. Im Untergeschoss steht eine junge Mutter eine ganze Weile regungslos da und beschäftigt sich mit ihrem Telefon. Zeit für einen schnellen Schuss aus der Hüfte.  Als ich ihr später das Foto zeige grinst sie nur sag „Aber sicher, dass können sie gern haben!“.

Streetfotography mit der Fuji Finepix X100 im Bahnhof von Luzern

Während ich auf Sandra warte die mal kurz verschwinden muss, probiere ich aus was die X100 bei vorhandenem hergibt. Hier ein völlig unbearbeitetes JPG  (Out-Of-The-Cam).

Out-Of-The-Cam mit Fuji Finepix X100

Um Punkt 12h treffen wir Karin und Heinz vor dem Bahnhof. Die RIGI können wir gar nicht sehen, sie ist komplett von Wolken umhüllt. Heute wird es sich nicht lohnen dort hinauf zu fahren, das Geld können wir uns sparen und wir sparen da eine Menge Geld! Statt dessen entschließen wir uns die Glashütte in Hergiswil zu besuchen. Ein Highlight, das bereits seit 12 Jahren auf meiner „Liste“ steht.

In der Glashütte ist es krass warm und man kann von einer Empore den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen.

Hier ein „Available-Light“ Foto mit ISO-800 und Blende 4. Danach ein Ausschnitt aus diesem Bild. Die X100 hat kein Zoomobjektiv, aber die wirklich hohe Auflösung ermöglicht moderate Ausschnitte bei guter Qualität.

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

Und weil es so schön ist hier noch ein Vergleich – Original zu Crop

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

Oben auf der Empore stehen ganz im Abseits einige Kunstwerke aus teilweise Glas, teilweise diese die Oberfläche sehr uneben und erzeugt wirklich schöne abstrakte Lichtmuster.

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

Hier noch zwei Beispiel für die tolle Bildqualität der X100.

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

In der Glasausstellung gleich nebenan finde ich diese ungewöhnliche Thermometer. Die Kontraste waren sehr flach aber die RAW-Bearbeitung bringt dann doch einen Knaller hervor.

In der Glashütte bei Hergiswil mit der Fuji Finepix X100

Nach soviel Glas und Hitze brauchen wir eine kleine Erfrischung. Hinter der Glashütte kann man ganz toll am See sitzen und den Tag bei einem Eis und einer kühlen Limonade genießen. Während wir die Sonne genießen hebt auf dem See neben uns ein Wasserflugzeug nach dem anderen ab und landet wieder. Später erfahren wir, dass hier heute ein Treffen einiger Fans dieser ungewöhnlichen Flugzeuge stattfindet. Irgendwann habe ich dann Sandras Nikon D5100 in der Hand. Als Objektiv ist das große Sigma 120-400mm Telezoom montiert das Heinz in seinem Fotorucksack dabei hat. Ich verfolge einen knallig gelben Flieger und bin entzückt als er direkt vor mit eine Wende fliegt und sich schön in die Bilddiagonale dreht – Perfekt!

Wasserflugzeug mit Nikon D5100 und Sigma HSM 120-400mm

Wenn man dieses Bild anschaut wird klar, dass man auch mit Kameras die deutlich einfacher und preiswerter als die Nikon D800 sind wirklich schöne Fotos machen kann! Wichtig sind das Motiv, das Licht und der richtige Augenblick. Hat man dann noch die passende Brennweite zur Hand, ist es fast egal ob es eine Sony, Olympus, Nikon oder Canon ist. Der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera!

Dann darf ich die Speicherkarte aus meiner Fuji X100 tatsächlich mal in die Nikon D800 stecken die Heinz etwa für mich mitgebracht hat. Mein Herz schlägt schneller und ich bin wirklich ein bisschen aufgeregt. Diese Kamera fühlt sich auf Anhieb gut an. Sie ist ein wenig größer als meine D700, liegt aber trotzdem wirklich gut in der Hand. Alles ist so wie ich es gewohnt bin und ich fühle mich auf Anhieb sehr wohl mit dieser nagelneuen Kamera.

Hier ein Beispiel für die Stärken der Kamera, ein Schnappschuss der eigentlich ziemlich missglückt ist. (Nikon D800, AF-S VR 24-120 @120mm, F/4, ISO-100)

Testbild mit Nikon D800

Das Motiv ist witzig aber es ist voll in der Bildmitte, von einem halbwegs sinnvollen Bildaufbau ist hier keine Spur zu sehen.

Aber schauen wir doch mal was geht… Als ich versuche das Bild mit Photoshop CS5.1 zu öffnen so klappt das nicht. Meine Version von Nikon Camera-RAW braucht ein Update! Nach dem Update auf Version 6.7 kann ich die Datei öffnen, prima! Nikon Capture NX Version 2.3.1 kann sie auch öffnen, ich bin bereit für mein ganz persönliches Exemplar der D800E 🙂

Beispielfoto mit Nikon D800 und Nikon AF-S VR 24-120mm

Trotz des verwendeten 24-120mm Zoom-Objektives ist das Bild bei vollständig geöffneter Blende scharf und detailreich. Gespiegelt und beschnitten ist es dann ganz brauchbar. Weniger schön ist das Bokeh dieses Objektives. Aber man muss auch bedenken, dass dieses Objektiv für maximale Abbildungsqualität optimiert wurde, was bei einem Zoom mit derart weitem Brennweitenbereich gar nicht so einfach ist! Ein spezielles Portrait-Objektiv wie das neue AF-S 1.4/85mm würde hier den Hintergrund etwas schöner „verschwimmen“ lassen. Aber auch das 24-120 ist schon ganz brauchbar.

Hoch oben über dem Örtchen Horw lassen wir es und am Nachmittag im Gasthaus Schwendelberg richtig gut gehen. Als wir am Abend die Heimreise antreten sind wir wirklich glücklich, dass wir mit Karin und Heinz zwei supernette Schweizer kennen gelernt haben. Auf dem Weg nach Buochs überlegen wir, wann wir sie das nächste Mal in der Schweiz besuchen könnten. Aber vielleicht haben sie ja auch Lust mal einen preiswerten Kurzurlaub in Deutschland zu verbringen 🙂 ??

Zurück am Hotel steht der ganze Parkplatz voll mit superschönen Jaguar E-Type. Ich bin entzückt und während Sandra im Hotel verschwindet habe ich noch eine spannende Fotosession.

Jaguar E-Type mit Fuji Finepix X100

Jaguar E-Type mit Fuji Finepix X100

Jaguar E-Type mit Fuji Finepix X100

Zum Schluss noch ein Blick auf die friedliche Abendstimmung an diesem wunderschönen Fleckchen Erde.

Vierwaldstätter See mit Fuji Finepix X100

Was für ein wunderbarer Tag…

Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Tag 2

Nach einer stürmischen Nacht mit Gewitter und schweren Regenfällen sieht unser Alpenpanorama am nächsten morgen ziemlich traurig aus. Die Wolken hängen tief und lassen nichts Gutes für den Rest des Tages erahnen. Schnell ein paar Foto mit der Fuji X100 knipsen und dann geht es auf zum Frühstück.

Morgenstimmung am Vierwaldstätter See bei Buochs

Morgenstimmung am Vierwaldstätter See bei Buchs mi Fuji X100

Beim Frühstück bin ich erstaunt, dass das Rührei 6 Franken extra kostet. Aber es ist lecker und sicher aus besonderen Bio-Eiern hergestellt. Morgen werde ich ein einfaches gekochtes Ei essen, das ist im Übernachtungspreis enthalten…

Nach dem Frühstück geht es auf in Richtung Luzern. Wir entscheiden uns für den langen Weg um den süd-östlichen Teil des Sees herum. Kurz hinter Buochs biegen wir bei Beckenried versehentlich falsch ab und landen so in einer wirklich schönen viele Kilometer langen Sackgasse hoch oben auf dem Seelisberg der gewagt in den Vierwaldstätter See hineinragt und famos Ausblicke auf die anderen Ufer dieses auf so wunderbare Art und Weise verzweigten Sees freigibt.

Hier habe ich unserer Routenplanung – einfach Anklicken um sie in der originalen Auflösung sehen zu können.

Unsere Routenplanung - Buochs nach Luzern

Fotos entstehen leider keine, denn es regnet ohne Unterlass. Irgendwie ist es schon frustrierend. Ich bin selbständig und wenn ich den Einkommensausfall, die Hotelkosten und alles andere zusammen rechne, so sind diese wenigen Tage wirklich richtig richtig teuer. Aber irgendwann muss man ja auch mal etwas anderes sehen und außerdem möchte ich die Fuji X100 endlich so richtig auf Herz und Nieren testen.

Als wir auf der Höhe der Tellsplatte sind, halten kurz an. Hier zeigt sich schnell, dass es ein Fehler war den Weitwinkel-Konverter daheim zu lassen. Die Berge auf der anderen Seite des Sees sind majestätisch und wirklich schön, aber sinnvoll ablichten lassen sie sich mit der Fuji X100 aus dieser Perspektive leider nicht. Auch habe ich meinen kleinen selbstgebauten Nodalpunktadapter daheim vergessen. Irgendwie bin ich weniger gut vorbereitet als ich es gedacht hatte…

Zwischenstopp an der Tellsplatte am Vierwaldstätter See mit Fuji X100

Gegen Mittag treffen wir in Luzern ein. Am Ortseingang ist der übliche Stau und als wir endlich in der Tiefgarage im Löwencenter einen der 13 freien Parkplätze ergattert haben sind wir überglücklich. Kurz drauf sitzen wir im Restaurant des Hotels Reebstock. Hier habe ich viele viele Monate meines Beraterlebens verbracht und es ist ein wenig so, als würde man ich wieder nach Hause kommen. Ganz witzig ist es da, dass eine der Kellnerinnen mich nach all den Jahren noch wieder erkennt. Seit die Eigentümerin sich im Jahr 2008 von diesem kleinen Juwel verabschiedet hat, hat sich vieles geändert.

Der Reebstock ist sicher noch ein gutes Hotel, aber es ist dennoch nicht mehr so wie damals.

Frisch gestärkt geht es gegen 15h rüber ins Löwencenter, es regnet wieder ohne Unterlass. Nach einem kurzen Einkauf sitzen wir im Auto und überlegen was wir machen sollen. Es geht zum Verkehrshaus der Schweiz. Schauen wir doch mal was es dort gibt. Sandra steigt kurz aus und checkt den Spielplan im dort ebenfalls ansässigen IMAX-Kino. Es gibt Man in Black III in 3D und Titantic in 3D – beides nicht ihre Filme. Frustriert vom vielen Regen geht es weiter zurück in Richtung Buochs. Dort lassen wir bei einem tollen Abendessen den Tag ausklingen.

Als ich später diesen Block schreiben möchte ist der Akku meines MaxBook endgültig erschöpft, es braucht frische Energie. Ziemlich überrascht muss ich jedoch feststellen, dass der dicke Schuko-Stecker des Netzteils für mein MacBook hier im Zimmer in keine einzige Steckdose passt! Die beiden Kontakte sind sind fach zu dick! Mist, wie soll ich ohne Strom bloggen?

Etwas frustriert überlege ich was gehen könnte. Dann habe ich eine Idee. Am Apple-Netzteil kann man das Stromkabel abziehen. Dort passt ganz prima das Stromkabel hinein, dass zum Lagegerät der kleinen Fuji X100 gehört. Die Kontakte am anderen Ende des Kabels sind etwas dünner und so passen sie in eine Schweizerische Steckdose! Mein BLOG ist gerettet…

Während ich den Tag Revue passieren lasse und mir die wenigen Fotos anschaue kommt mir in den Sinn, dass die 119 Franken für unser Abendessen echt teuer waren. Auch die beiden Salate zur Mittagszeit haben mit 70 Franken ordentlich das Budget belastet. An der Tankstelle haben wir 1.82 Franken für einen Liter Super bezahlt und das Parken im Löwencenter hat für zwei Stunden 8 Franken gekostet. Eine Reise in die Schweiz gehört nicht zum preiswertesten was man sich vorstellen kann. Für 5 Tage Urlaub in der Schweiz könnte man auch 14 Tage Urlaub auf Teneriffa buchen und sehr individuell auf der Finca San Juan wohnen. Man könnte dort dreimal am Tag sehr gut essen und würde noch weniger bezahlen als hier allein das Abendessen kostet. Ok ok, ich will nicht klagen, schließlich habe ich es mir selbst ausgesucht, aber teuer ist es hier trotzdem!

Und der WLAN-Zugang via monzoon ist eine einzige Krankheit. Will man ein Bild in seinen BLOG hochladen, so „friert“ der Safari Browser auf dem Mac immer wieder ein. Kann ich daheim meinen BLOG einfach via Safari-Web-Browser schreiben und Bilder verknüpfen usw. so muss ich hier alles in Pages oder einem anderen Programm vorschreiben und hoffen, dass ich es später auch veröffentlicht bekomme. So schlecht wie das WLAN funktioniert so teuer ist es. Rein rechnerisch ist für uns eine Buchung für 7 Tage die sinnvollste Lösung, aber das kostet 69 Schweizer Franken. Dafür kann man bei 1&1 in Deutschland schon fast 60 Tage VDSL bekommen. Aber hier ist eben vieles doch ein wenig anders. Wer hier her verreist muss wissen was ihn erwartet, sonst bekommt er hier regelmäßig die Krise.

Hier habe ich noch ein Infrarot-Foto, das ich heute morgen um etwa 10h vom Balkon unseres Hotelzimmers aufgenommen habe.

Morgenstimmung über dem Vierwaldstätter See mit Fuji X100 und Infrarotfilter

Ich muss wirklich sagen, dass mich die Unwirklichkeit dieser Infrarot-Bilder echt umhaut. Sobald es mal nicht die ganze Zeit regnet werde ich mal schauen wie es aussieht wenn man auf belebten Plätzen mit Belichtungszeiten von etwa 5 Sekunden fotografieren kann!

Morgen wollen wir uns um 12h in Weggis an der Talstation der Seilbahn mit Heinz und seiner Frau treffen. Gemeinsam wollen wir ein wenig oben auf der RIGI spazieren gehen. Ich werde eine CF-Speicherkarte dabei haben und Heinz hat mir versprochen, dass ich ein paar Testbilder mit seiner nagelneuen Nikon D800 aufnehmen darf. Darauf freue ich mich schon sehr. Eigentlich war diese Tour als „Erprobungsrunde“ für meine Nikon D800E gedacht, aber von dieser Kamera ist bislang selbst am Horizont noch keine Spur zu sehen.

Also schauen wir morgen mal was in der D800 steckt 🙂

Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Tag 1

Fuji X100 - Infrarot Sunset in Buochs am Vierwaldstätter See

Nach einigen Monaten ohne Urlaub freuen wir uns unbändig auf ein paar freie Tage. Es soll in die Schweiz gehen, ein genaues Ziel haben wir nicht, irgendwas in der Nähe von Luzern wäre schön. Luzern kenne ich sehr gut, dort habe ich mehrere Jahre gearbeitet und bin rund um Luzern schon viele tausend Kilometer mit dem Motorrad unterwegs gewesen.

Als wir in Mainz starten zeigt das Thermometer 21°C, Sekunden später ist das Dach geöffnet. Unser erstes Ziel ist Ebersheim. Dort interessiere ich mich für eine kleine Wohnung und es könne mein neues Zuhause werden. Nach einer kurzen Stippvisite und einem Frühstück in der Nähe von Nieder-Olm geht es weiter. Im Navigationssystem gebe ich Colmar in Frankreich als Zwischenziel ein. So sucht sich das Navigationssystem einen schönen Weg durch das östliche Frankreich. Auf den französischen Autobahnen ist nicht viel los, auch mutet es so an als hätten die Franzosen heute keinen Feiertag.

Kurz vor Basel wechseln wir über den Rhein zurück auf die A5. Beim letzten Rastplatz vor der Grenze halten wir kurz an und kaufen für 35 Euro eine Vignette. Es ist bereits Juni und diese Vignette ist schon zur Hälfte abgelaufen. Eigentlich ist es total unfair, dass man den vollen Preis bezahlen muss, auch wenn man sie nur noch 7 Monate nutzen kann!

Aber ich will einen kleinen Trick versuchen. Im Handschuhfach habe ich etwas TESA-Film. Damit kleben wir die Vignette vorsichtig von innen in die Windschutzscheibe. So kann ich sie später „spurlos“ entfernen und sie vielleicht bei einer Herbsttour mit dem Motorrad erneut benutzen.

An der Grenze bei Basel müssen wir eine Weile warten, das Thermometer klettert auf fast 30 Grad. Wir kühlen uns die Füße mit der Klimaanlage. Als wir an der Reihe sind will ich unsere Reisepässe zeigen aber einer der drei Grenzbeamten winkt uns durch. Als ich gerade auf das Gaspedal treten will reißt er den Arm hoch und springt vor mein Auto. Was ist jetzt? Wie Terroristen sehen wir doch gar nicht aus, eher wie übergewichtige Spießbürger.

Aus dem Augenwinkel hat er gesehen, dass die Vignette verkehrt herum am Fenster klebt. Die „12“ ist auf der Klebeseite ROT auf der Innenseite WEISS. Auf der Innenseite ist noch das schützende Stück Papier und ihm ist es aufgefallen. „Das ist nicht zulässig!“ sagt er mir mit bestimmter Stimme. Wir müssen die teure zur Hälfte abgelaufene Vignette von der Scheibe lösen. er zieht das Papier der Unterseite ab und dann wird sie so in die Windschutzscheibe geklebt, dass man sie garantier nicht abbekommt ohne sie zu zerstören. Na prima…

Ziemlich verärgert setzen wir unserer Reise fort. Stau haben wir bis Luzern nicht mehr und ich bin erstaunt, dass die Großbaustellen rund um Luzern inzwischen alle fertig sind. Durch blitzblanke neue Tunnel fahren wir in Richtung Buochs. Dort kenne ich das kleine Hotel „Rigiblick am See“. Als wir dort ankommen ist es fast 17h, wir sind hungrig und so bin ich froh, dass wir ein Doppelzimmer für 208,- Euro bekommen. Schnell sind unsere Koffer hoch getragen. Kurz darauf genießen wir ein tolles Essen mit Vorspeise, tollem Schweizer Weißwein und einer großen Portion Fischknusperli mit Salat. Zum Dessert gibt es einen Espresso und eine gebrannte Creme mit Rahm. Was für eine Kalorienbombe…

Als wir gerade fertig sind fallen die ersten Regentropfen und wir helfen den Kellnerinnen schnell die Sitzkissen einzusammeln. Kurz drauf kommt die nette Dame die mir das Zimmer 35 gezeigt hat, gesekten Blickes auf mich zu. „Ich habe gerade einen Rüffel vom Chef bekommen. Er meint das Zimmer 35 wäre nicht so schön und ich soll ihnen doch das Zimmer 31 mit Seeblick geben. Ich hoffe sie haben noch nicht ausgepackt?“

Das haben wir nicht! Und so sitzen wir ein paar Minuten später mit einem breiten Grinsen auf einem Balkon in der 3. Etage und haben einen vorzüglichen freien Blick auf den Vierwaldstätter See und einige Viertausender am Horizont. Was für ein schöner Tag.

Auch wenn ich mich nach der vielen Futterei kaum noch bewegen kann, so zücke ich doch meine Fuji X100, montiere sie auf mein kleines leichtes Manfrotto Stativ und schraube verschiedene Filter vor das Objektiv. Später am Notebook gefallen mir dann die Bilder die ich mit dem Infrarot-Filter gemacht habe irgendwo am allerbesten. Das Geniale dabei ist, dass die Camera das wenige Licht das den Filter auf den Chip fällt so gut aufbereitet, dass man entweder im Hybridsucher oder auf dem rückwärtigen Display sein Motiv ganz perfekt komponieren kann. Bei der Nikon D700 geht dies beispielsweise nicht. Da muss man sein Bild OHNE den Infrarotfilter komponieren und den Filter ständig an- und wieder abschrauben. Das ist sehr lästig und wer es mal gemacht hat wird die X100 speziell bei der Infrarot-Fotografie sehr zu schätzen wissen!

Hier noch ein Infrarot-Bild aus der genialen kleinen Fuji Finepix X100.

Fuji X100 - Infrarot Sunset in Buochs am Vierwaldstätter See

Während wir den Abend bei einigen Leckereien aus der Minibar ausklingen lassen sind wir froh und glücklich, dass diese Reise so wunderbar begonnen hat.

Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz

Es ist Donnerstag und wir haben lange geschlafen weil heute ein Feiertag ist. Den Freitag haben wir frei und die nächste Woche können wir auch machen was wir wollen. Was für ein Luxus 🙂

So (ähnlich) wird unsere Route aussehen:

Reiseroute von Mainz nach Luzern

In den nächsten Tagen wir die geniale kleine Fuji X100 beweisen müssen was in ihre steckt. Mit im Gepäck sind verschiedene Speicherkarten, Verlaufsfilter, ein Polfilter und endlich einmal wieder ein Infrarotfilter. Natürlich noch ein Stativ und ein Drahtauslöser. Das Wetter soll sehr durchwachsen sein. Wenn es zu fies wird, fahren wir einfach weiter nach Italien. Schließlich sind wir frei wie die Vögel und keine Pauschaltouristen 🙂

Hier ein kleiner Vorgeschmack, diese Fotos habe ich Mai 2008 mit einer Nikon D300 rund um Luzern aufgenommen. Alle Fotos sind wieder 1000 Pixel breit, also anklicken wenn es größer sein soll.

Mit der Gongel hoch zur RIGI - Blick auf den Pilatus

Blick von der RIGI hinüber zum Pilatus

In Luzern an der Reuss

Abendstimmung mit Blick auf den Pilatus bei Weggis am Vierwaldstätter See

Abendstimmung mit Blick auf den Pilatus bei Weggis am Vierwaldstätter See

Ja, dann mal los…

Fuji X100 – Bilder ohne Nachbearbeitung, geht das?

Inzwischen kennen die meisten unter Euch die „Erste Regel“ der digitalen Fotografie „Shoot RAW!“ Doch RAW-Bilder sind auch groß und manchmal unhandlich. Ist man auf langen Reisen unterwegs und möchte nur hier und da eine kleine Erinnerung aufzeichnen, so muss es nicht immer das RAW-Format sein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in der sofortigen kritischen Kontrolle der Ergebnisse und der Beherrschung aller für die kamerainterne RAW-Konvertierung relevanten Parameter.

Macht man hier alles richtig, so liefert die kleine Fuji Finepix X100 überraschend gute Ergebnisse. Die Möglichkeiten der Nachbearbeitung sind wegen des kleineren Farbraums usw. gegenüber den RAW-Bildern aber deutlich eingeschränkt, oft jedoch durchaus ausreichend. Die wichtigen Parameter sind Weißabgleich, Belichtung, Filmsimulation, Schärfe, Sättigung, Dynamik usw. Mit ein wenig Übung findet man hier die für das gewünschte Bildergebnis passenden Einstellungen und kann in Ausnahmesituationen auch mal gegen die „Erste Regel“ verstoßen 🙂

Hier habe ich einige Beispielbilder die für Euch vor einigen Tagen in Monschau an der Grenze zu Belgien aufgenommen habe. Alles ist komplett unbearbeitet, so wie die Kamera die Bilder auf die Speicherkarte geschrieben hat. Ich habe alle Bilder zusätzlich im RAW-Format aufgenommen, daher sind die JPG-Dateien auf 3 Megapixel reduziert. Um daraus ein Bild im Format 10×15 für das Fotoalbum zu machen ist das noch immer mehr als ausreichend.

Aber seht selbst – Die Bilder einfach anklicken um sie im Original zu öffnen…

 

Hier noch ein „Negativbeispiel“ für ein Bild mit „irreparablen“ Überstrahlungen. Die grelle Sonne macht es hier dem Belichtungsmesser besonders schwer. Da hilft nur die sofortige kritische Bildkontrolle. Fallen dabei starke Überstrahlungen auf, so kann man den Belichtungsmesser entsprechend korrigieren, das geht bei der X100 ganz besonders einfach. Oder man nimmt einfach gezielt einzelne Fotos im RAW-Format auf. Auch hier ist die korrekte Belichtung essentiell wichtig, aber es ist einfach mehr Spielraum vorhanden um dunkle Bildbereiche so aufzuhellen, dass sich letztlich noch ein gutes Resultat erzielen lässt.

Hier noch ein Beispiel für ein Motiv das ich im Abstand von etwa zwei Stunden für Euch aufgenommen habe. Beim ersten Bild steht die Sonne noch sehr hoch und die Schatten sind wirklich krass. Der Eingangsbereich der kleinen Kapelle liegt fast komplett im Schatten des Vordachs. Ein idyllisches Motiv, aber nicht schön eingefangen.

Hier ist der Stand der Sonne günstiger, aber die Belichtung ist etwas zu knapp gewählt, das Ergebnis ist unbefriedigend.

Hier das gleiche Bild nach der RAW-Konvertierung und voller Auflösung – einfach anklicken…

Konvertiertes RAW-Bild aus Fuji Finepix X100 - Beispielbild - Monschau

Die Steine im Wasser sind nicht mehr überstrahlt und die dunklen Bildbereiche rechts im Bild haben noch deutlich Zeichnung und zeigen keine Artefakte. Der Weißabgleich ist zu dem etwas wärmer gewählt und die Abbildungsfehler des Objektives sind korrigiert. Schaut man sich das Bild in Originalgröße an, so ist es scharf bis in die Ecken und jedes einzelne Blatt ist deutlich erkennbar. Die RAW-Konvertierung ist nicht unbedingt perfekt aber sie zeigt wie viel mehr in den RAW-Bildern steckt.

Mein Fazit

Bilder „Out-of-the-Cam“ – ich denke es geht solange die Lichtsituation nicht zu schwierig ist. Wer mit Speicherplatz geizen muss und keine sehr hohen Ansprüche an die technische Qualität seiner Bilder stellt, der kann zwischendurch auch einfach mal nur den JPG-Modus benutzen. Im wesentlichen müssen hier die Belichtung und der Weißabgleich kontrolliert eingesetzt werden. Dann sind die Ergebnisse in der Regel ganz brauchbar.

Wer aber aus seiner Kamera das letzte BIT herausholen möchte, der kommt auch bei der X100 nicht um die Nutzung des RAW-Modus herum.

Also: SHOOT RAW – IF POSSIBLE