Es ist Dienstag und meine K1200 ist noch in Rüsselsheim in der Werkstatt. Die Arbeiten sind doch umfangreicher als gedacht, mit ein wenig Glück wird sie am Mittwoch fertig. Abends geht es mit Hauke noch kurz zum Italiener um die Ecke, um 21h30 ist dann Freizeit angesagt. Warum nicht mal auf der Platte stöbern? Ha, da ist noch ein „Roh-Video“ von einem Ausritt den ich zusammen mit Kumpel Hauke vor einige Wochen an einem ausnahmsweise mal nicht verregneten Sommertag unternommen habe.
Daraus könnte man schnell ein Video zaubern… „Frische ungehörte“ Musik habe ich inzwischen kaum noch, aber der Titel „Driving“ von Gereon M. Hillebrand gefällt mir immer wieder super gut. Er passt einfach zum Feeling das ich auf dem Motorrad habe.
Es gibt Aufnahmen einer Front- und einer Heck-Kamera. Diesmal mache ich kein aufwändiges „Bild im Bild“ sondern schneide versuchsweise etwas aus „Vorne“ versus „Hinten“ zusammen. Das Ergebnis gefällt mir recht gut, es ist weniger langweilig, verbraucht weniger Rechenleistung in der Vorschau und lässt sich viel leichter schneiden als ein „Bild im Bild“.
Im Video starten wir in Mainz, fahren nach Oppenheim. Dort verlassen wir die B9 und fahren munter lustig durch die Weinberge. Anfangs fahre ich vor, später dann Hauke. So habe ich ihn mal von vorn und mal von hinten auf dem Video. Zwischendurch halten wir auch mal an und drehen die hintere GoPro Kamera etwas zur Seite. Auf der gut ausgebauten B9 fahren ich dann immer mal eine wenig neben Hauke hin und her, so entstehen ganz nette Aufnahmen seiner Tigerente und das alles mit einem gewaltigen „Fish-Eye-Effekt“. Fisch und Ente – passt doch super! Wieder in Mainz angekommen wollten wir zu unserem präferierten Italienischen Restaurant „La Rustica“ – leider geschlossen. Also ging es weiter in die Mainzer Innenstadt zum Heiliggeist, einem alten Spital. Dort gibt es recht gutes Essen und die Location ist wirklich super. Besonders im Innenbereich sieht es aus wie in einer alten Kirche, wirklich schön! Wer es nicht kennt und mal in Mainz ist, der sollte da mal hin gehen!
Nachdem wir die Straßenmusiker mit unseren K1200r und K1200s geärgert haben geht es wieder zum Hotel. Von dieser Wegstrecke gibt es keine Video-Aufnahme. Da waren die Batterien schon leer… Die streng chronologische Reihenfolge habe ich diesmal beim Schnitt durchbrochen. Der Song „Driving“ dauert 4:32 Minuten und es war noch etwas „Platz“ am Ende. Diesen habe ich mit einer kleinen Sammlung einzelner Impressionen „aufgefüllt“. Am Ende fahre ich dann „davon“ – das gefällt mir als Aussage eigentlich auch ganz gut.
@Hauke: Nichts gegen Dich und Deine Tigerente – Aber ich bin schneller – LOL
Es ist Montag und hinter uns liegt ein recht verregnetes Wochenende. Leider liegt es noch nicht komplett hinter uns! Als ich morgens um 7h in Bonn mit meiner blauen K1200r in Richtung Mainz aufbreche ist es noch dunkel. Das Thermometer am Motorrad zeigt 14°C, es regnet. Aber: „Nur die Harten kommen in den Garten“ – also rein in die Regenkombi und rauf auf das Moped. Die Fahrt macht keinen Spaß, es geht einfach nur auf der A61 in Richtung Süden. Irgendwann wird es auch langsam hell, einen Sonnenaufgang gibt es nicht, der Himmel ist mit schweren Regenwolken verhangen. Kurz vor Laudert geht dann mal wieder gar nichts mehr. Wie ätzend am frühen Morgen. Es regnet und ich stehe mit meinem Moped im Stau, wieder einmal! Da helfen auch keine 163 PS – vor Gott und dem Stau sind wir alle gleich.
Als ich an der Ausfahrt Laudert ankomme wird nicht lange überlegt, es geht runter von der Autobahn in Richtung Rhein. Nach ein paar hundert Metern halte ich kurz an und „sage“ meinem TomTom, dass es mich nach Mainz lotsen soll und dabei auf den Vorschlag einer Autobahnbenutzung bitte verzichten soll. Kurze Zeit später bin ich am Rhein, wirklich einfach ist das, man braucht das TomTom hier nicht wirklich. Aber es ist irgendwie doch ganz nett wenn man sehen kann wie viele Kilometer man noch vor sich hat.
Es geht am Rhein entlang, der Regen hört langsam auf, die Temperaturen steigen auf 19°C. Es ist doch gar kein so schlechter Tag. Kurz hinter Bingen geht es wieder auf die A61 und dann sofort auf die A60 in Richtung Mainz. Dort angekommen gibt es in meinem Appartement eine heiße Dusche. Als die kalten Füße wieder aufgetaut sind gibt es frische Klamotten und dann geht es schon los zur Arbeit. Die Mittagspause verbringe ich damit meine blaue K1200r beim famosen Motorradhaus Senger in Rüsselsheim abzugeben. Eigentlich ist montags geschlossen, aber es werden Reparaturen angenommen. Als ich um 12h vor dem Tor stehe ist dieses aber verschlossen! Was für ein Mist ist das denn? Ich versuche anzurufen, nichts geht. Es meldet sich ein Anrufbeantworter aber einen Text kann man nicht hinterlassen. Gefrustet fahre ich wieder zurück. Beim Auffahren auf die A60 ist der Verkehr relativ dicht und ich muss auf dem Beschleunigungsstreifen genau das tun wofür er gemacht ist, ich muss beschleunigen. Im dritten Gang mache ich ordentlich den Gashahn auf, schließlich müssen 240 Kg Motorrad und der Fahrer in Schwung gebracht werden. Es geht vorwärts doch plötzlich heult der Motor auf, der Drehzahlmesser dreht in den roten Bereich und das Motorrad schlingert wie die Hölle. Eine Schrecksekunde und als ich den Gashahn wieder zu gedreht habe stabilisiert sie sich sofort wieder. Das hätte ins Auge gehen können. Auf der Straße scheint ein Mix aus Öl und Wasser zu sein, richtig schmierig war das eben. Der Puls schlägt schneller, der Autofahrer hinter mir hat es gesehen und ist instinktiv auf die Bremse gegangen, er wollte wohl keinen Biker in den besten Jahren überrollen!
Kurze Zeit später bin ich wirklich froh, dass ich instinktiv richtig reagiert habe und nichts aber auch gar nichts passiert ist. Aber, das hätte auch schwer ins Auge gehen können!
Wie kommt eigentlich Öl auf die Straße? Meiner Erfahrung nach sind es oft gemietete Wohnmobile bei denen die Fahrer bei der ersten Tankfüllung den Tankdeckel entweder ganz vergessen oder nicht richtig aufsetzen. Dort wo rechts gefahren wird haben viele Wohnmobile die Tanköffnung auf der rechten Seite. Das ist beim Heranfahren an eine Tankstelle die am Straßenrand liegt ganz praktisch. Fährt man damit aber eine Linkskurve, so schwappt die glitschige Brühe aus dem Tank auf die Straße. Kommt dann Regen dazu, sieht man als Biker praktisch keinen Unterschied zwischen Öl und Wasser auf der Straße. Eine wirklich gefährliche Mischung! Heute ist es gut gegangen, für morgen und die nächsten Tage habe ich mir vorgenommen noch vorsichtiger zu fahren als bisher! Besser ist das…
Wieder im Büro angekommen schreibe ich eine kurze Mail an das Motorradhaus. Um kurz nach 17h geht dann tatsächlich mein Telefon. Es ist jetzt jemand dort, die Annahme ist Montags von 16h bis 18h besetzt! Also wieder rauf auf das Bike und ein paar Minuten später bin ich in Rüsselsheim, es sind nur 7 Kilometer!
Zurück geht es mit einem „Leih-Motorrad“, einer fast neuen BMW R1200r. Fast mein ganzes Leben lang bin ich BMW Boxer gefahren, aber seit ich die K1200r habe mag ich die Boxer einfach nicht mehr. Dieses „grobmechanische“ Gerüttel geht mir auf die Nerven. Meine R850r habe ich im wesentlichen verkauft, weil niemand in der Lage war die beiden Zylinder so zu synchronisieren, dass der Motor wirklich rund läuft. Die K1200r ist im Vergleich zu meiner 850er ruhig wie eine Flugzeugturbine. Bei 150 km/h beginnt sie auch zu vibrieren, aber es fällt einem dabei nicht der Kitt aus der Brille und die Hände sterben auch nicht ab.
Ok, das Drehmoment und der Durchzug des Boxers sind schon beachtlich. Schließlich haben sie den gleichen Hubraum. Es ist ein durch und durch vernünftiges Motorrad und eigentlich sieht es auch gar nicht schlecht aus. Aber die K1200r ist mir inzwischen doch lieber. Meine Boxer-Període habe ich hinter mir gelassen, das verbindet mich mit Sylvester Stallone 🙂
Trotz allem habe ich hier ein kleines Video der R1200r für Euch. Ich habe es eben draußen mit der kleinen GoPro HD HERO 1080 gefilmt. Das kleine Ding hat ein Fix-Fokus-Objektiv und ab ca. 6cm ist praktisch alles scharf. Auch ohne LC-Display bekommt man mit ein bisschen Übung damit ganz witzige kleine Filme hin 🙂
Die Woche ist herum und es geht mal wieder mit der blauen K1200r heim nach Bonn. Die Wettervorhersage ist nicht wirklich toll und es sind auch nur noch 15°C. Also rein in die Regenkombi – das erste Mal seit über einem Jahr! So ist das wohl mit den meisten Regenkombis auf dieser Welt, jeder hat eine, jeder haßt sie, keiner nutzt sie, jedenfalls nicht freiwillig.
Als es bei Bingen anfängt zu regnen bin ich wirklich froh wetterfest eingepackt zu sein. Zwischendurch kommt immer mal wieder die Sonne heraus, es ist trotz allem eine wirklich schöne Tour.
Als ich drei Stunden später daheim ankomme sind die Nachrichten nicht wirklich gut. In der Post finde ich ein Trauerschreiben, die Beisetzung ist am nächsten Freitag. Außerdem liegt meine Mutter seit Mittwoch im Krankenhaus, ein Herzinfarkt. Nein, es sind keine guten Nachrichten. Doch mein kleines Motorrad-Video ist gefilmt und nach einem „Schnell-Schnitt“ auch schon online.
Also, hier ist es nun, ein unbeschwertes Video das entstand als ich noch nicht ahnte welche Nachrichten mich erwarten würden.
Wir starten in Bingen und fahren auf der B9 vorbei an St. Goar, Bacharach, Boppard, Oberwesel, Koblenz, Bad Breisig, Remagen, Oberwinter bis nach Bonn. Immer wieder eine schöne Tour, auch wenn es mal regnet. Es ist wie im „echten“ Leben, da scheint auch nicht immer nur die Sonne…
Pünktlich zum Wochenende – ok es ist erst Donnerstag – habe ich hier ein neues Video für alle Motorradfahrer unter euch. Diesmal ist es wieder am Mac mit iMovie geschnitten. Es gibt mehrere Perspektiven, die Kamera habe ich während der Fahrt immer mal ein wenig hin und her gedreht. Es ist nicht alles ganz exakt chronologisch, aber ich denke dem unbeschwerten Biker-Feeling tut das keinen Abbruch.
Wir starten bei Wachtberg, passieren Ahrweiler und fahren durch die Weinberge nach Altenahr. Dann kommt ein kleiner Sprung und schon befinden wir uns auf dem Abstieg zur Mosel. Vorbei an Cochem geht es hinauf in den Hunsrück in Richtung Simmern. Später auf die B50 in Richtung Stromberg. Dort stehen wir auf der A61 im Stau und nehmen daher die Zulieferer-Ausfahrt der Raststätte „Hunsrück“. Über Stromberg geht es zurück auf die A61. Bei Bingen die A60 und schon sind wir in Mainz. 250 Kilometer mit einer mittleren Geschwindigkeit von 85 km/h und einem Spritverbrauch von 6,4 Litern stehen danach auf dem Bordcomputer bzw. Tageskilometerzähler. Was für ein geiler Ritt zum Start in die neue Woche!!
Die Nacht war wieder viel zu kurz und die Woche beginnt wie immer völlig überraschend. Um 6h30 bin ich startklar. Mit der blauen BMW geht es über die Dörfer nach Ahrweiler, dann über Altenahr und Ahrbrück in Richtung Adenau. Vorbei am Nürburgring über Cochem nach Kaub. Weiter nach Simmerin, ich will via Bad Kreuznach nach Mainz. Irgendwann lese ich auf dem Display meines TomTom Urban Rider, dass die voraussichtliche Ankunftszeit mit 11h30 veranschlagt wird. Das ist nun doch ein wenig zu spät.
In der Nähe von Simmern plane ich um „Mainz – Schnellste Strecke“. Es geht auf die B50 in Richtung Stromberg. Nach einer endlosen Baustelle geht es dann zügig vorwärts. Was ich nicht weiß ist, dass auf der A3 ein Gefahrgut-Transporter verunglückt ist. Die gesamte A3 ist gesperrt, es ist Phosphor-Säure ausgelaufen. Vermutete Ursache: Sekundenschlaf…
Kaum bin ich auf der A61 stehe ich im Stau und in was für einem Stau! Zusätzlich ist es blöd, dass direkt vor mir mehrere Polizeifahrzeuge ebenfalls im Stau stehen. Nach etwa einer Stunde habe ich es zum Rastplatz Hunsrück geschafft. Über die winzige Zulieferer-Straße verlasse ich heimlich still und leise die Autobahn. Es geht scharf links, eigentlich ist diese Straße nur für die Land- und Forstwirtschaft frei gegeben. Das TomTom blinkt, eigentlich darf ich hier gar nicht her fahren… Etwas später bin ich dann bei der Stromburg in Stromberg. Kurz drauf versuche ich mich erneut mit der A61 und lande mitten in einer Großbaustelle. Ja hört das denn niemals auf? Um kurz nach 11h bin ich im Büro, frisch geduscht und umgezogen, hat doch noch geklappt…
Später am Abend gibt es noch einen Burger in Oppenheim, das Wetter ist schön und ich genieße die Kilometer auf der B9 am Rhein entlang. Mit hereinbrechender Dunkelheit erreiche ich mein kleines Mainzer Appartement. Die frisch „reparierte“ neue Nikon P7100 habe ich in einem der Motorradkoffer dabei. Und mir kommt in den Sinn, dass ich sie einem kleinen Kältetest unterziehen könnte. Ein paar Bierflaschen werden beiseite geschoben und dann kommt die P7100 in den Kühlschrank hinein. Tür zu – Tür auf – Bier raus – Tür zu – Tür auf – Bier raus – Tür zu – so geht das eine ganze Weile. Später schneide ich schnell am Mac mit iMovie eine kleines Filmchen zusammen und denke mir für den Schluss noch eine kleine völlig unerwartete Überraschung aus 🙂