Via Eifel und Hunsrück von Bonn nach Mainz

Und wieder ist es Montag und wieder geht es von Bonn nach Mainz und wieder bin ich um 6h startklar. In dieser Woche nehme ich nach langer Zeit mal wieder mein „Mädchenmoped“, denn am Mittwoch habe ich um 14h30 beim Motorradhaus Senger in Rüsselsheim einen Termin. Es soll ein Hebel am Fahrwerk gewechselt werden, alles kostenlos und im Rahmen einer Rückrufaktion. Als ich startklar bin, muss noch schnell entschieden werden wo heute die kleine GoPro Kamera befestigt wird. Meine weiße BMW K1200 hat (noch?) keine Befestigungskugel für einen RAM-Mount-Halter. Also verwende ich den kleinen Plastikhalter, eigentlich ist er für Fahrradlenker gedacht!

Es geht auf die Autobahn in Richtung Süden. Bei Grafschaft fahre ich einfach weiter geradeaus in Richtung Nürburgring. In der Nähe der Sommerrodelbahn halte ich kurz mal an um die GoPro Kamera zu starten. Das Display hilft ein wenig bei der Ausrichtung. Danach wird es abgeschaltet. Später werde ich mich ärgern, dass ich nicht sorgfältiger war. Die Straße sieht man nur ganz oben im Bild, wirklich schön ist das nicht, aber es ist ja auch der erste Versuch mit meiner weißen Rakete 🙂

Es geht vorbei am Café Ahrwind, das früher einmal Fahrtwind hieß. Nach dem Wechsel des Pächters wurden einfach nur zwei Buchstaben entfernt. Das neue Café Fahrtwind ist nur ein paar Kilometer weiter südlich. Es ist noch dunkel und die Kälte kriecht langsam durch die Kombi. Das warme Innenfutter habe ich mal daheim gelassen, die Wettervorhersage geht von 24°C am Nachmittag aus, da würde ich mit Innenfutter vor Wärme sterben. Also muss ich jetzt frieren!

Auf den Straßen ist wenig los, die Fahrt macht Spaß. Den neuen Shoei XR 1100 habe ich ziemlich zugestopft, nun ist er relativ leise und es zieht nicht an den Augen, aber dafür beschlägt jetzt sogar das Antibeschlagvisier – man kann nicht alles haben! Nach dem Nürburgring geht es weiter in Richtung Cochem an der Mosel. Nachdem ich die Mosel überquert habe geht es in Richtung Hunsrück. Inzwischen ist es schwer neblig geworden. Die Suppe ist doch dicht, dass man kaum schneller als 70 km/h fahren kann. Zweimal taucht direkt vor mit ein weißer LKW aus dem Nichts vor mir auf, was für Schrecksekunden.

Nach etwa 100 Kilometern geht es für kurze Zeit auf die B50, die Baustelle ist immer noch nicht fertig. Genau hier bin ich zuletzt am Donnerstag im allerschönsten Abendlicht i umgekehrter Richtung entlang gefahren. Während ich mit 60 km/h einen Audi A6 „verfolge“ denke ich darüber nach, ob ich vielleicht beide Videos geschickt kombinieren könnte.

Dann bin ich schon bei Rheinböllen. Es geht runter von der autobahnähnlichen B50, ab zur nächsten Tankstelle. Nach dem Tanken vergesse ich dann die Kamera wieder einzuschalten. So geht es dann total vorschriftsmäßig weiter über Stromberg, Bingen und Ingelheim in Richtung Mainz. Hätte ich gewusst, dass ich eh nichts filme wäre ich vielleicht etwas flotter gefahren 😦 Aber egal, als ich in Mainz eintreffe scheint die Sonne, ein toller Sommertag beginnt. Schnell zum Appartement, duschen umziehen und dann ins Büro. Was für eine coole Tour – im wahrsten Sinne des Wortes – leider aber nicht ganz vollständig gefilmt 😦 Ach egal, in 1080p hat die kleine GoPro ganze 12GB auf der SD-Karte gespeichert – das sollte ausreichen!

Später am Abend geht es noch einmal dem kleinen Mac Mini an den Kragen. Er steht noch halb zerlegt mit der neuen 500GB Hybrid-Festplatte in meinem Appartement. Seit dem Festplattentausch und der Installation von OS-X Lion vor einigen Tagen produziert er ständig Fehlermeldungen. Eine Woche zuvor hatte ich abends gemeinem mit meinem Nachbarn Tobias die Platte zurück getauscht, aber alles ohne Erfolg. Danach hat der Verbindungsaufbau zur Tastatur via BlueTooth nicht mehr funktioniert. Mir war unklar warum und so habe ich in der letzten Woche eine billige USB-PC-Tastatur samt Funkmaus gekauft. Eigentlich dachte ich, die Funkmaus würde über Bluetooth mit dem Mac kommunizieren, aber falsch gedacht, es gibt noch andere Funk-Standards! So konnte ich also mit der kleinen neuen Maus kein „Ersatz-Bluetooth“ einrichten 😦

Am Wochenende habe ich mir dann daheim in Bonn einen kleinen HAMA Nano-USB-Bluetooth Stöpsel gekauft. Einen Mac-Treiber habe ich dafür nicht gefunden, Ob der Stöpsel wirklich am Mac funktionieren wird? Ich stecke ihn also mal in einen freuen USB-Port, er blinkt, aber es funktioniert nicht. Der halb zerlegte Mac kennt keine Blue-Tooth-Devices mehr. Also herunter fahren, Strom abstellen und schauen was los ist. Die Ursache ist schnell gefunden, es ist eines dieser winzigen Kabel abgerutscht. Es geht zu einer der drei Antennen, sicher ist das die Bluethooth-Antenne! Nach einem wirklich behutsamen Versuch ist der Mac dann so zusammen gesteckt, dass es mit der Blueteooth Connection klappt.

Aber die Fehlermeldungen kommen immer noch:

  • Der NovamediaDiskSupressor ist eine Power-PC Anwendung die nicht mehr unterstützt wird
  • Die Kernelerweiterung IOKitUSBMassStorageClass.kext oder eine Abhängigkeit davon wurden nicht gefunden
Vielleicht hilft eine Reparatur-Installation? Nur wie geht das? Eine DVD habe ich nicht, weil ich das OS-X Lion über den neuen Appstore installiert habe! Aber auch hier hilft es weiter wenn man eine Suchmaschine wie Google bedienen kann 🙂 Man öffnet den AppStore und klickt mit gedrücktem „Options-Key“ auf die „Purchased-Items“. Ok?! Was ist am Mac der Options-Key? Noch mal googeln, gemeint ist die Alt-Taste! Super, es klappt auf Anhieb! Nun steht neben allen gekauften Programmen statt „installiert“ das freundliche Wörtchen „installieren“. Also schnell klicken und schauen was geschieht. Ohje, der Download muss erneut ausgeführt werden und das dauert locker 5 Stunden. Mitten in der Nacht ist der Download fertig und ziemlich verschlafen starte ich die Reparatur-Installation. Als ich am Dienstag um 7h13 die Dusche verlasse ist die Installation durch, aber die Fehlermeldungen kommen noch immer. Also geht es für ein paar Stunden ins Büro und dann können wir uns wieder dem kleinen noch immer halb zerlegten Mac widmen!
 
Nach einer längeren Suche auf der Festplatte finde ich dann die Zugangssoftware zum 4 Jahre alten Vodafone UMTS-Stick. Da wird der Novamedia-Krams verwendet. Weg damit und schon ist es eine Fehlermeldung weniger! Im Verzeichnis /System/Library/Extensions finde ich dann auch die schrottreife Kernelerweiterung. Ab in den Papierkorb damit und schon ist Ruhe! Super, schnell den Deckel drauf stecken und das Montagsvideo schneiden. Irgendwann nach Mitternacht ist es fertig, es muss nur noch exportiert werden. Am Mittwoch um 7h14 ist der Export fertig, aber das 11 Minuten lange Video ist fast 4GB groß! Wie soll ich das zu YouTube hinüber schaufeln? Ganz einfach, gar nicht! Also einen neuen Export in iMovie starten, diesmal direkt zu YouTube. Rund 12 Stunden später ist das Video dann tatsächlich online.
 
Wirklich schön und spannend ist es nicht und die ganze GEMA-freie Musik ist eher nervtötend.
 
Aber was will man machen „ohne Arme“? Nimmt man coole Musik verletzt man sicher irgendein Urheberrecht und die Trickserei mit schneller, leiser & Co. funktioniert auch nicht. YouTube erkennt sogar Musik die während einer Videoaufzeichnung in einem Auto im Radio lief! Klar kann man das Beschwerdeformular ausfüllen, aber das hilft langfristig nicht weiter. Das Video ist danach vielleicht für ein paar Tage wieder online, wird aber mit großer Sicherheit irgendwann wieder gesperrt. Wirklich nervig ist das!
 
Aber egal, hier ist mein neues Meisterwerk – seid stark!! 🙂
 
 
 
 

Shoei XR-1100 – Noise Reduction

Vor ein paar Wochen habe ich Euch ja schon das Video meines kleinen Helm-Tests mit einem Shoei Qwest gezeigt. Der Quest ist eigentlich ein guter Helm, aber er war mir im Vergleich zu meinem guten alten Schubert S1 pro doch ein wenig zu laut. Ein paar Tage später habe ich dann den Shoei XR-1100 zur Probe gefahren und ihn mir wegen der guten Aerodynamik gekauft. Die Geräuschkulisse ist allerdings alles andere als zufriedenstellend. Auf einer Rennstrecke mag es ja wichtig sein, dass man den Motor und die Kontrahenten gut hören kann. Mich nervt es allerdings wie die Sau wenn man nach einer mehrständigen Tour heim kommt und völlig fertig ist, weil es in den Ohren pfeift und der Kopf weh tut.

Daher habe ich den Shoei XR-1100 bislang nur mit Ohropax bewegt. Heute ging es dann bei 15°C um kurz vor 6h in leichtem Nieselregen von Bonn nach Mainz – mit dem neuen XR-1100 und Ohropax!

Unterwegs habe ich mir gedacht, dass es doch ziemlich arg an den Augen zieht. Der Helm ist zwar gut belüftet aber es war doch ein wenig „frisch“. Daher ging es dann heute nach der Arbeit mal wieder zum Louis an der Wormser Straße in Mainz. Der Verkäufer mit den Piercings kennt mich inzwischen und ich werde mit Handschlag begrüßt. Die seit Wochen bestellte TomTom Aktiv-Halterung ist immer noch nicht eingetroffen. Dann quatschen wir darüber, wie man das Kinnteil des Shoei XR-1100 ein wenig abdichten kann, damit es an kalten Tagen nicht mehr so stark „zieht“. Eigentlich gibt es von Shoei nichts anderes als den Windabweiser den ich schon habe. Aber dann finden wir doch etwas, das flauschig weiche Kinnteil des Schuberth S1 Pro kann man sehr gut zusätzlich unter den originalen Shoei Windabweiser schieben. An der Kasse quatschen wir dann noch über die Varianten für einen effektiven Gehörschutz und der Verkäufer fragt mich, ob ich schon mal den Shoei Akustikkragen ausprobiert habe. Den was? Ich habe eigentlich gedacht, dass es genau das für den XR-1100 NICHT gibt. Er ist sich dann nicht mehr ganz sicher, aber er durchsucht doch das Lager. Ganz weit oben findet sich schließlich doch etwas, den Shoei Whisper Strip. Der Deal ist perfekt…

Das Schubert Kinnteil kostet 25€, der Whisper Strip schlägt mit 35€ zu Buche.

Zurück im Appartement wird dann alles ausgepackt, kurz mit dem Handy für den BLOG geknipst und dann an den Helm montiert. Eine kurze Probefahrt macht später klar:

  • Der Whisper Strip macht den XR-1100 wirklich spürbar leiser. Bis ca. 80 km/h kann ich damit ggf. ohne Gehörschutz fahren, vielleicht auch mal eine Weile etwas schneller…
  • Man hört jetzt einen ganz krassen Unterschied ob die Lüftungsöffnungen verschlossen sind oder nicht. Sind sie geöffnet pfeift es spürbar lauter im Helm. Aber die Belüftung ist recht gut. Nicht so effizient wie beim Schuberth S1 pro, aber es zieht auch nicht so direkt auf den Kopf.
  • Der zusätzliche „artfremde“ Windabweiser im Kinnbereich funktioniert sehr gut, aber den Helm ist nun nicht mehr so gut belüftet – man kann nicht alles haben!
  • Beim Auf- und Absetzen reißt man sich jedes mal fast die Ohren ab.
  • Im Helm riecht es jetzt nach Leder, eigentlich gar nicht so übel 🙂
  • Der Tragekomfort ist ok. Nicht ganz so flauschig wie bei einem neuen nicht verschwitzten Schuberth S1 pro, aber dafür ist die Aerodynamik spürbar besser. Der XR-1100 liegt sehr ruhig im Wind, das Verlaufsvisier ist ziemlich genial, das Gesichtsfeld ist wie beim Schuberth S1 pro extrem weit und vermittelt einen sehr guten Eindruck der Umgebung. Dies ist in meinen Augen ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit und Aufmerksamkeit.
  • Das Pin-Lock Visier ist beim Shoei deutlich besser als beim Schuberth. Besonders die obere Silikon-Kante hat man beim S1 pro ständig im Blickfeld sobald man etwas flotter fährt und sich ein wenig zusammen kauert. Beim XR-1100 verschwindet diese obere Kante komplett und so merkt man gar nicht, dass man durch ein doppeltes Visier schaut.
  • Die optischen Eigenschaften des Shoei Visiers sind sehr gut. Rein gefühlsmäßig habe ich den Eindruck, dass die Lichter anderer Fahrzeuge speziell in der Dämmerung weniger stark „ausgefranst“ sind als beim S1 pro mit Pin-Lock Visier. Ohne Pin-Lock ist der S1 pro auch sehr gut, nichts stört, aber an kalten feuchten Tagen beschlägt das Visier sehr schnell. Man muss es immer wieder öffnen und ich habe danach meist eine leichte Bindehautentzündung.

Nach einigen „Startschwierigkeiten“ habe ich mich nun doch mit dem Shoei XR-1100 angefreundet. Mal sehen ob wir uns in einem Jahr auch noch mögen 🙂

Hier noch ein paar Detailfotos die ich eben mit dem HTC Desire HD gemacht habe.

1. Der Akustikkragen

2. Der Akustikkragen ist montiert, nun kommen die Windabweiser für den Kinn-Bereich

3. Noch einmal ohne Windabweiser….

4. Nun mit Schuberth Windabweiser

5. Nun mit zusätzlichem Shoei Windabweiser

6. Die erste Anprobe

7. Nach der ersten Probefahrt

8. Alles wird gut…

Update am 17.07.2012

Meinen Schuberth S1 Pro kann man weitgehend zerlegen. Das habe ich vor einigen Monaten gemacht und alle Polster für mehrere Stunden in heißem Wasser mit einer guten Portion Flüssigwaschmittel (Persil Sensitiv) „eingelegt“. Danach habe ich alle Polster gut ausgewaschen und einige Tage austrocknen lassen. Seitdem riecht der Schuberth von innen wieder wie eine neuer Helm. Die Gummidichtungen die sich gelöst hatten habe ich wieder befestigt, die Visiermechaniken sind erneuert, das Pin-Lock ist abmontiert und nun ist es ein großartiger „Sommerhelm“. Wenn ich gemeinsam mit meiner Freundin „spazieren“ fahre wird es eh nicht schneller als 120km/h und das geht mit dem Schuberth manchmal sogar für viele Stunden ganz ohne Gehörschutz. Die Vorzüge in der Aerodynamik spielt der Shoei erst jenseits der 120 km/h aus. Daher bin ich in diesem Jahr bislang ausschließlich mit dem aufgemöbelten alten Schuberth S1 pro gefahren und mit diesem Helm auch wieder sehr zufrieden.

Es muss also nicht alle drei Jahre ein neuer Helm sein, manchmal erreicht man auch mit einer intensiven Reinigung einen ähnlichen Effekt.

Meinen alten UVEX Helm aus dem Jahr 1997 kann ich eigentlich entsorgen, getragen habe ich ihn  schon seit Jahren nicht mehr. Auch ist er inzwischen wahrscheinlich spröde und würde aktuellen Sicherheitsrichtlinien gar nicht mehr entsprechen, also weg damit! Einen noch älteren Schuberth habe ich schon entsorgt. Im Jahr 2000 habe ich mir einen Arai gekauft. Mit diesem Helm war ich auf meiner damals gefahrenen BMW R80-RT sehr zufrieden. Aber als ich mir im Jahr 2005 eine BMW R850r ohne Verkleidung gekauft habe, war er mir dann deutlich zu lauf und wurde durch den Schuberth S1 pro ersetzt. Der Arai liegt noch im Schrank, falls man mal einen Zweithelm braucht. Aber er ist jetzt auch fast 8 Jahre alt und sollte damit in den Müll wandern. Außerdem passt er farblich nicht mehr zur meinen neuen BMW K1200r 🙂

Diese Mopeds sehen übrigens so aus wie in diesem „Original-Video“. Die weiße K1200 wird meist von meiner Freundin Sandra bewegt. Sandra schwört übrigens auf ihren Arai und fährt hat als „Zweithelm“ einen preiswerten Caberg von Hein Genicke. Mit diesem Helm ist sie trotz des Preises von deutlich unter 200 Euro sehr zufrieden!

Mit diesem Ding fahre ich, wenn ich allein unterwegs bin:

BMW K1200r Sport - Blau

Nikon D7000 mit AF-S VR 4/200-400mm

Es ist Sonntag und der Himmel sieht gar nicht so schlimm aus wie es die Wetterfrösche versprochen haben. Die neue Nikon D5100 samt AF-S VR 55-300mm ist nun in Sandras Besitz übergegangen und sie ist sehr gespannt wie die ersten Fotos mit der neuen Kamera werden. Nach dem Frühstück geht es gleich rüber in die Rheinaue, wir wollen Enten fotografieren. Als Naturliebhaber wissen wir natürlich, dass das Füttern der Tiere diesen mehr schadet als nutzt und so haben wir auch heute keine alten Brötchen im Gepäck. Statt dessen habe ich die D700 und eine alte Nikon D2x eingepackt. Genau wie bei einem alten Brötchen will sie eigentlich auch niemand mehr haben, obwohl sie auch mal frisch und knusprig war. Im Jahr 2005 habe ich meine ganze Kohle zusammen gekratzt um mir die Krönung der japanischen Ingenieurskunst zu kaufen, eine Nikon D2x. Die absolute ultimative Kamera für die Tierfotografie. Später dann das krass teure AF-S VR 4/200-400 – wow… Inzwischen sind fast 6 Jahre vergangen und die D2x ist mir 2010 im Arches Nationalpark einen Abhang hinunter gekugelt. Aber sie konnte repariert werden und funktioniert wieder ganz vorzüglich. Mit diesem Ding bin ich sehr vertraut und kann sie im Schlaf bedienen. Bei der neuen D7000 ist das noch nicht ganz so.

Auch wenn beide Kameras ein ganz ähnliches Bedienkonzept verfolgen, so sind sie doch ein wenig verschieden. Spontan klappt beispielsweise die Einstellung des Autofokussystems bei der D7000 nicht so wirklich. Statt zweier Hebel die alles machen, drückt man nun auf den Autofokus-Knopf am Gehäuse und dreht am vorderen oder hinteren Wählrad bis man die Einstellung hat die man haben möchte. Bei der D2x gibt es dafür zwei Schalter mit klar definierten Rasten. Die kenne ich und die kann ich blind bedienen während ich durch den Sucher schaue. Das wird irgendwann bei der D7000 sicher auch gehen, aber heute habe ich noch so meine Mühe.

Auch will ich mal das große Tele samt Teleconverter im 1080p HD-Modus testen. Gleich nach den ersten Versuchen wird klar, mit diesem Kugelkopf kann man toll fotografieren aber für weiche Kameraschwenks ist er völlig ungeeignet. Er läuft einfach nicht richtig rund und so ruckeln alle Schwenks vor sich hin, es macht einen schier wahnsinnig. Das ist der Grund warum es Fluid-Neiger gibt!

Auch der Autofokus der D7000 macht was er will. Sobald sich eines der verfolgten Motive so bewegt, dass der aktive AF-Sensor es nicht mehr erfassen kann beginnt das Tele wild hin und her zu fahren. Alles ist scharf, unscharf, unschärfer, ganz unscharf, scharf, wieder unscharf, es ist zum Haare raufen. Manuell scharf stellen klappt auch nicht so wirklich, denn man sieht im Sucher einfach überhaupt nichts. Denn die Movie-Funktion klappt den Spiegel hoch, filmen kann die D7000 nur im Live-View Modus! Und immer wenn die Sonne auf das Displays scheint sehe ich einfah mal wieder gerade gar nichts. Das alles ist frustrierend, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Nun ist auch klar warum es Sucher gibt, die man auf das Display stülpen kann. Nur so sieht man wirklich was man filmt. Nun ist auch klar, man kann mit der D7000 filmen, aber eine Filmkamera ist sie noch lange nicht!

Nach einer Weile schraube ich die gute alte D2x wieder an das lange Rohr. Und siehe da, das gute Gefühl stellt sich sofort wieder ein. Sie klickt und klickt, es ist eine wahre Freude. Sandra macht während dessen heimlich mit der D5100 und dem AF-S VR 55-300mm einige Bilder von mir 🙂 Zum Abschluß unserer kleinen Fotoexkursion gibt es noch ein leckere Faßbrause an einer der kleinen „Buden“ die rund um den Bonner Rheinauen-Park verteilt sind.

Daheim wird später die Beute gesichtet. Ein wenig bin ich doch enttäuscht. Das Licht war grell und krass. Besonders die weißen Schwäne sehen auf den JPGs aus, als wären sie bei Mitternacht fotografiert worden. Damit das weiße Gefieder nicht jedwede Zeichnung verliert, habe ich den Belichtungsmesser (Matrix-Modus) um ca. -0.7 bis -1.7 Blendenstufen korrigieren müssen. So hat ist das Gefieder nicht einfach nur eine weiße Fläche sondern sehr schön strukturiert. Doch das gesamte Umfeld versinkt in Dunkelheit. Gut, dass ich grundsätzlich im RAW-Modus (plus Vorschau-JPG) fotografiere! Was Nikon Capture später noch an Zeichnung aus den dunklen Bildbereichen herausholt ist wirklich überraschend!

Weniger krass als erwartet fällt hier der Unterschied zwischen D2x und D7000 aus. Die D7000 fotografiert im RAW-Modus mit 14-Bit Farbtiefe, die D2x beherrscht im Vergleich „nur“ 12 Bit. Der Unterschied ist rein rechnerisch also wirklich gewaltig. Aber in der Praxis sehen dann auch die konvertierten RAW-Bilder der D2x ziemlich gut aus. Sie war nicht umsonst mal die Krönung der japanischen Ingenieurskunst. Sie hat nun 6 Jahre und viele tausend Auslösungen auf dem Magnesium-Buckel, aber sie ist noch so gut wie am ersten Tag.

Klar kann die D7000 filmen und hat viel neuen Schnick-Schnack. Aber wenn es um die reine „Kamera-Arbeit“ geht, dann liegt mir die D2x nach wie vor immer noch mehr am Herzen. Mag sein, dass es die lange Zeit ist in der ich sie schon benutze, vielleicht wird die D7000 sie auch irgendwann ablösen, aber vielleicht gibt es in einigen Monaten doch eine Nikon D4 und vielleicht wird sie dann die D7000 ablösen. Warten wir es einfach mal ab.

Ganz witzig ist übrigens das was geschieht, wenn man versehentlich die Caps-Lock Taste drückt und dann D4 schreiben will, dann schreibt man nämlich d$ – ob das ein Zeichen ist?? 🙂

Hier nun ein paar  Vergleichsbilder – D2x versus D7000

Beginnen wir mit der D2x – Alle Bilder haben 1000 Pixel-Kantenlänge – also mal anklicken und die nicht durch den Web-Browser skalierte Version anschauen!

Das Marschgepäck…

Sich selbst eine runter hauen, das können nur die Enten… Fotografiert mit der D2x und dem 200-400mm Teleobjektiv.

Schwäne sind spröde Motive, lange Hälse und weißes Gefieder, welcher Chip soll damit bloß klar kommen? Bei -1.0 EV „klappt es auch mit dem Nachbarn“ und der D2x…

Der Kollege hier sieht fast aus wie ein Wasserhahn aus dem Marlboro Design Katalog…

Und noch ein Bild, das das schöne Bokeh des 4/200-400 Milimeter Teleobjektivs zeigt.

Jetzt die D7000 mit 1.7x Teleconverter und AF-S VR 4/200-400mm:

„Platz da jetzt komme ich!!“

Zum Abschluß noch einmal die „volle Kanone“: 400mm * 1.7 Teleconverter * 1.5-Crop = 1020mm im FX-Format!

Ok, das war dann schon wieder das Wochenende. Am nächsten Wochenende werde ich versuchen meine Reihe „Nikon History“ mit den verschiedenen Varianten der Nikon F4 fortzusetzen.

Easy Rider

 

Es ist Dienstagabend, die Sonne scheint und ich würde gern eine Runde mit dem Moped fahren. Dann geschieht wieder diese mysteriöse Gedankenübertragung. Mein Handy klingelt „Ansgar, wie spontan bist Du?“ Ich bin spontan und 20 Minuten später starten mein Kumpel Hermann und ich in der Wormser Straße in Mainz. Als Ziel hat Hermann den Feldberg im Taunus östlich von Wiesbaden ausgeguckt. An meiner BMW habe ich die kleine GoPro Kamera befestigt und kann so unsere ganze Tour filmen. Der Akku hält genau bis 100 Meter vor der Haustüre, es ist alles drauf. Dennoch frage ich mich, warum die GoPro 1080 mit ausgeschaltetem Display mehr Strom verbraucht als die eigentlich völlig identische GoPro 960. Bei der 960er hält der gleiche Akku fast doppelt so lange!

Die Tour macht jedenfalls Spaß, auch wenn es am Anfang in der Stadt ziemlich nervtötend ist. Aber kurz hinter Wiesbaden ist dann alles ein großer Spaß. Wir schwingen uns durch die Kurven und genießen nach der langen Regenzeit den schönen Sommertag.

Während wir da so durch die Gegend düsen muss ich an einen Kommentar eines YouTube Nutzers denken, den er mir unter Video geschrieben hat auf dem ich entspannt am Rhein entlang gefahren bin. Er hat geschrieben, ich würde „mit meiner BMW am Rhein herumschwuchteln und die Straße verstopfen. Besser wäre es wenn ich mit Brunhilde daheim bleiben würde“. Dann noch ein „Gruß GSX-R 1000“. Jedes mal wenn wir am Straßenrand eines dieser kleinen mit frischen Blumen geschmückten Holzkreuze sehen, muss ich an diesen Kommentar denken und bin froh, dass wir uns auch heute an die Regeln halten und nicht Kopf und Kragen riskieren. Zwischendurch liegt vor uns mal eine tolle breite übersichtliche und gut ausgebaute Straße. Aber es ist nur Tempo 50 erlaubt. Als ich gerade im 3. Gang de Hahn aufreißen will geht Hermann voll in die Bremse. Gut, dass wir immer versetzt fahren! Am linken Straßenrand sind mehrere dieser neuen säulenförmigen Blitzer. Diese Dinger fotografieren einen von vorn UND von hinten. Damit bekommt man selbst als Biker Schwierigkeiten.

Nachdem wir mit Tempo 50 daran vorbeigeschwuchtelt sind bin ich ganz froh, dass wir keine Helden auf frisierten Supersportlern sind. Ich muss daran denken dass ich schon 47 Jahre alt bin und mich, abgesehen von einem kleinen Sturz mit 16 Jahren, noch nie auf die „Fresse gelegt habe“. Und das kann auch so bleiben!

Die Tour habe ich mit meinem TomTom Urban Rider aufgezeichnet – vielleicht will ich den kleinen Feldberg ja irgendwann ein mal wieder finden 🙂

Und so sah die Runde aus:

Apple Mac Mini – Tuning – Teil 4

Als ich nach einem langen schwül warmen Sommertag noch vor dem großen Regen zurück im Appartement bin, liegt da ein Karton von amazon, super! Im riesigen Karton ist eine winzig kleine Seagate Momentus XT 500GB – die neue Hybridfestplatte! Ein kurzer Größenvergleich zeigt, das Ding sollte in den Mac Mini hineinpassen. Kurz die Hände waschen und die verschwitzten Klamotten ausziehen und dann geht es begleitet von einem leckeren kalten Bier gleich ans Werk.

Die Platte passt auf Anhieb, aber es sind drei Kabel abgerutscht die zu den WLAN-Antennen führen. Die Stecker sind so winzig, dass man sie kaum sehen kann. Auch habe ich weder viel Licht noch eine Lupe. Blöd ist das, aber nach einer Weile stecken alle drei Kabel fest auf der Platine und der Mac ist fast wieder zusammen. Drei der vier Schrauben passen auf Anhieb. Nummer vier will einfach nicht. Man kann auch nichts sehen, ich versuche bestimmt 10 Minuten lange diese doofe Schraube dahin zu drehen wo sie mal war, keine Chance. Ok, der Mac wird auch mit drei Schrauben nicht gleich auseinander fallen. Und bevor noch eines dieser fragilen Kabel abbricht, lassen wir einfach alles wie es ist.

Dann werden die billige Lasermaus und die neue 2 TB große 3,5″ USB 2.0 Festplatte angeschlossen. Mit einem kleinen Kloß im Hals schalte ich den Mac ein. Das Gehäuse ist noch offen, wer weiß wofür das gut ist. Nach einer Weile findet er das Backup welches ich am Montag auf die externe Festplatte gemacht habe und startet tatsächlich von der externen Platte, das ist cool! Mit einem Windows-PC hätte das nicht funktioniert! Der Startvorgang dauert ziemlich lange, USB-2.0 ist eben doch ein Flaschenhals. Aber dann ist der Mac da. Nummer 5 lebt – großartig!

Nach ein bis zwei Minuten  meldet der Mac, dass er eine nicht initialisierte Festplatte gefunden hat, super! Mit dem Festplatten Dienstprogramm wird die neue Momentus XT partioniert und formatiert. Beim Mac heißt das schlicht und ergreifend „Festplatte löschen“ – ok… Als sie „gelöscht“ ist, kann der Restore-Vorgang beginnen. Ich schaue es mir eine Weile an, der Mac schaufelt via USB 2.0 etwa 1,5GB pro Minute auf die neue interne Festplatte. Der gesamte Restore wird also etwa drei Stunden dauern. Prima, da kann ich am Mac Book den Film schneiden den ich gestern auf der Tour mit Hermann gemacht habe.

Das ist echtes Parallel-Processing!!

Und kur vor Mitternacht funktioniert der kleine Mac dann tatsächlich wieder!!

Mission accomplished! Gute Nacht 🙂