Nikon 1 V2 – Filmen im Tierpark

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen nach unserer Rückkehr aus Teneriffa ein einziges großes Video zu erstellen. Aber nun habe ich irgendwie Spaß daran einzelne Teile zu kurzen „handlichen“ Videos zu verarbeiten. Heute habe ich ein neues Video für Euch das ohne viel Schnickschnack auskommt. Es gibt nur einfache Schnitte und zwei sehr sparsame Ausblendungen. Manchmal ist weniger mehr, bei diesem Video sollen nicht die tollen Übergangseffekte aus Final Cut Pro X wirken, sondern die Bilder der wunderschönen Tiere die der Jungle Parque bei Arona im Süden Teneriffas für seine Besucher bereit hält.

Final Cut Pro X - Jungle Park

Während des Video-Schnitts habe ich überlegt ob ich die Bilder des einäugigen Weißkopfseeadlers und seines verletzten „Kollegen“ wegschneiden soll, aber dann habe ich sie doch verwendet. Schließlich gibt es diese Tiere im Jungle Parque und sie sind trotz ihrer Behinderung beeindruckende Tiere. In der freien Natur wären sie sicher längst verendet, hier im Park werden sie liebevoll gepflegt und könnten hier in Ruhe alt werden, wenn sie nicht ständig von en Touristen angepfiffen oder sonst wie geärgert würden. Manchmal frage ich mich, wer im Tierpark eigentlich wen anschaut! Besonders bei den Affengehegen geben viele Menschen oft die deutlich animalischeren oder besser „dümmeren“ Laute von sich.

Im Video kann man die Nikon 1 V2 mit FT-1 Adapter und dem Nikon AF-S VR 2,8/70-200mm mehrfach sehen. Diese Aufnahmen habe ich wiederum mit meiner Nikon 1 V1 und dem AF-S VR 6,7-13mm Weitwinkelzoom aufgenommen. Dieses hatte ich dabei auf meinem kleinen Manfrotto Schwebestativ montiert. Einige wenige Sequenzen habe ich auch mit dem wunderbaren AF-S VR 10-100mm PD und der Nikon 1 V1 gefilmt.

Hier habe ich noch einige Fotos die ich „zwischendurch“ schnell aus dem Handgelenkt geschossen habe. Eigentlich wollte ich nur filmen, aber ich bin doch sehr froh, dass ich noch einige schöne Fotos mit nach Hause bringen konnte. Das ist für mich einer der größten Vorteile dieses sehr kompakten Systems. Die Kameras des Nikon 1 Systems machen nicht nur schöne Videos sondern auch sehr brauchbare Fotos.

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Hier noch meine Tipps für das Fotografieren in Zoos oder Tierparks:

  1. Teleobjektive helfen die Motive groß abzubilden und schön vom Hintergrund abzuheben. Bei der Brennweite der Teleobjektive gilt wie fast immer „Mehr ist Mehr“. Doch lichtstarke Superteleobjektive kosten schnell ein größeres Vermögen. Hier sind alle Fotoamateure im Vorteil die Kameras mit hochauflösenden kleinen Chips verwenden und daher zu preiswerteren kürzeren Teleobjektiven greifen können.
  2. Der CX-Chip der Nikon 1 Kameras hat einen Verlängerungsfaktor von 2,7. Damit wird aus einem 100mm Teleobjektiv ein 270er Tele, das ist schon sehr brauchbar. Besser ist ein 200er Tele, dass dann einem 540mm Tele entspricht. Wer nun noch einen 1,7-fach Teleconverter verwenden kann, der kommt auf sagenhafte 918mm und kann damit aus Entfernungen von ca. 10 Metern Motive die etwa einen Meter groß sind sehr schön abbilden.
  3. Etwas größer sind die Sensoren der Kameras des Micro-Four-Thirds-Systems (HFT oder auch M34). Hier hat der Chip der Kamera 1/4 der Größe eines normalen Kleinbild-Dias. Dieses wird häufig als „Vollformat“ bezeichnet und hat 24x36mm. Verglichen mit den 6x7cm einer Mamiya RZ-67 ist das natürlich immer noch winzig, aber das ist ein ganz anderes Thema. Der Sensor einer MFT Kamera hat also die halbe Diagonale einer Kleinbild bzw. „Vollformatkamera“. An einer MFT Kamera kann man mit entsprechenden Adaptern diverse Fremdobjektive anbringen. Für das System werden Zoom-Objektive mit einer Brennweite bis ca. 200mm angeboten, die wegen des Verlängerungsfaktors von 2.0 einem 400er Teleobjektiv entsprechen. Wer ein Vollformat-Fremdobjektiv via Adapter benutzt muss in der Regel alles manuell einstellen, hat keinen Autofokus und keinen Bildstabilisator. Das sollte man beim Kauf eines entsprechenden Adapters bedenken!
  4. Wer beispielsweise mit einer Nikon D7000 zur Fototour ausrückt hat einen DX-Chip der halb so groß ist wie ein 35mm Diapositiv. Damit ist die Diagonale um den Faktor 1.5 kleiner als bspw. bei einer Nikon D800 mit einem „Vollformatchip“. Wer mit einer solchen Kamera im Tierpark schöne Fotos machen möchte, dem würde ich ein 400mm Teleobjektiv empfehlen, das einem 600mm Teleobjektiv im „Vollformat“ entspricht. Ein Telekonverter ist ggfs. auch hier eine sinnvolle Ergänzung. Man sollte beachten, dass nicht jedes Teleobjektiv mit allen Telekonvertern kompatibel ist!
  5. Wer mit einer „Vollformatkamera“ wie beispielsweise der Nikon D800 in den Zoo geht, dem würde ich ein 600er Teleobjektiv empfehlen.
  6. Um Tiere in einem Gehege zu fotografieren sollte man sich wenn möglich einen leicht erhöhten Standpunkt suchen um freien Blick zu haben. Viel Geduld hilft dabei wirklich schöne Fotos zu erhalten. Viele Tiere streifen auf den immer wieder gleichen Bahnen durch ihr Gehege. Wer die Tiere ein wenig studiert kann seine Fotos oft ein wenig „planen“ und wird die besseren Bilder aufnehmen als seine ungeduldigen Kollegen.
  7. Muss durch eine Glasscheibe fotografiert werden, sollte man das Objektiv mit der Gegenlichtblende möglichst direkt vor der Scheibe positionieren. Geht das nicht, kann man mit einem Stück schwarzen Karton oder Stoff störende Reflexionen abschirmen. Wer ein schwarzes T-Shirt trägt ist hier oft im Vorteil und kann sich einfach geschickt aufstellen und damit Reflexionen sehr effizient reduzieren.
  8. Will man Tiere fotografieren die sich in einem vergitterten Gehege aufhalten, so klappt das am besten wenn sie sich etwa in der Mitte des Geheges befinden. Die Kamera setzt man möglichst nahe an das Gitter und wählt ein weit geöffnete Blende. Das Gitter sollte möglichst im Schatten liegen, damit es so gut wie möglich in der Unschärfe des langen Teleobjektiven verschwindet.
  9. Tiere die sich direkt am vorderen Gitter befinden braucht man gar nicht erst zu fotografieren, das wird eh nichts 🙂
  10. Besucht man den Tierpark an kalten Tagen sind meist weniger andere Besucher zugegen. Die Tiere sind entspannter und man macht die besseren Fotos.
  11. Gute Vorbereitung hilft Zeit zu sparen. Meiner Erfahrung nach ist es besser sich auf einige wenige Tierarten zu konzentrieren statt zu versuchen, an nur einem Tag alle Tiere eines Parks abzulichten.

Fazit:

Auch wenn viele ambitionierte Amateure angesichts einer Nikon 1 oft die Nase rümpfen, kann man mit dieser Kamera gerade in Tierparks wirklich tolle Fotos und Videos machen. Bereits ein relativ preiswertes leichtes 200mm Teleobjektiv ermöglicht dank des kleinen Chips dieser Kamera bereits teils atemberaubende Abbildungsmaßstäbe. Eine Vollformatkamera mit vergleichbarem Abbildungsmaßstab schlägt schnell mit mehr als 10.000 Euro zu buche und wiegt ein vielfaches. Hier heißt es also abzuwägen zwischen Kosten, Gewicht und Nutzen.

Sehr cool ist, dass die Nikon 1 in Verbindung mit dem FT-1 Adapter moderne Nikon Objektive praktisch vollständig ausreizen kann. Autofokus, Bildstabilisator, alles funktioniert so wie man es gewohnt ist. Damit ist meiner Meinung nach die Nikon 1 bei der „preiswerten“ Fotografie in Zoos und Tierparks derzeit unschlagbar.

Fotoschule – Teil 3

Aktuell geht es Schlag auf Schlag – kaum ist Teil 2 von „Ansgar’s kleine Fotoschule“ fertig, da habe ich schon den dritten Teil für Euch 🙂

Hier habe ich ein Fotos das ich eben mit der Nikon 1 V2 und dem tollen Nikon  AF-S 1.2/32mm von der Nikon 1 V1 gemacht habe. Mit der Nikon 1 V1 und dem hier gezeigten Sigma EX DC 1,4/35mm habe ich in Verbindung mit dem Nikon FT-1 Adapter das aktuelle Video aufgenommen. Die großartige Nikon D800E steht nur als Dekoration im Hintergrund. Das liegt daran, dass die Nikon 1 einfach so wunderbare Fotos und Videos liefert.

Nie zuvor habe ich ein Kamerasystem derartig unterschätzt. Wäre sie nicht in den letzten Monaten so stark im Preis gefallen, ich würde mich wohl noch immer mit vielen schweren Objektiven und der Nikon D800E abschleppen. Aktuell bin ich mit der Nikon 1 V2 und dem AF-S 1,2/32mm wirklich ziemlich glücklich.

Nikon 1 V1 & FT1 & Sigma EX DC 1.4/35mm

Hier habe ich mal die ganzen kleinen Kartons abgelichtet. Ihr könnt schon sehen, ich habe mir inzwischen fast das gesamte Programm zusammengekauft. Aktuell bin ich wirklich sehr gespannt was die Nikon 1 V3 bringen wird 🙂

LEGO was Yesterday...

Hier habe ich das Beispielfoto aus dem obigen Video für Euch in voller Auflösung bei flickr.com hochgeladen. Schaut es mal in Originalgröße an und fragt Euch ganz kritisch ob Ihr dieses Ergebnis einer billigen kleinen Kamera mit einem Sensor im CX Format zugetraut hättet?

Nikon 1 V2 & Nikkor 1.8/18.5mm - Full Resolution - Sample

Wer eine Kamera sucht um Fotos für eBay Aktionen und ein paar Urlaubsbilder aufzunehmen, der ist mit den Kameras und Objektiven des Nikon 1 Systems wirklich gut bedient.  In den kommenden Woche werde ich mich in einem speziellen Video eingehend den einzelnen Kameras und Zubehörteilen dieses wehre coolen Systems widmen.

Ich bin sehr gespannt auf Euer Feedback zu diesem Video. Wer mag darf natürlich gern den YouTube-Daumen nach oben drücken oder diesen Artikel oder das Video bei Facebook oder Google+ teilen 🙂

Final Cut Pro X – Fehler beim Video-Export beheben (OS-X Mavericks)

Seit einigen Tagen habe ich immer wieder Probleme wenn ich versuche ein Video zu exportieren, nachdem ich den Schnitt mit Apples „Final Cut Pro X“ – oder kurz FCPX – beendet habe. Der Export startet und nach einigen Minuten bricht FCPX immer wieder mit Fehlermeldungen wie dieser ab:

  • Der Vorgang konnte nicht abgeschlossen werden da beim Erstellen des Bildes XXXXX ein Fehler aufgetreten ist.

Im echten Leben sieht das so aus…

Bildschirmfoto 2013-11-19 um 00.09.00

Dieser Fehler hat mich fast in den Wahnsinn getrieben. Mehrfach habe ich die Render-Files gelöscht und mit verschiedenen Tools, die in einigen Internet-Foren empfohlen wurden, alles Mögliche versucht – leider vergeblich!

Vor etwa einer Stunde habe ich heute meinen dritten Teil von „Ansgars kleine Fotoschule“ für fertig erklärt und den Export als „Original-Datei“ im ProRes-Format gestartet. Und siehe da, keine 5 Minuten später bricht FCPX wieder mit dem verhassten Fehler ab. Es ist zum Mäuse melken… So kann das nicht weitergehen und ich setze nochmals alles daran diesen fiesen Fehler zu beheben. In einem speziellen Forum für User von Final Cut Pro X bin ich dann auf den Hinweis gestoßen, ich solle „in den Finder Einstellungen App Nap deaktivieren„.

  • Was zum Teufel ist „App Nap“???

Also schauen wir mal nach was das ist und siehe da ich finde in der Wikipedia diesen Artikel:
(Auszug)

OS X 10.9 Mavericks ist die derzeit aktuelle Version des Betriebssystems OS X des Unternehmens Apple. Das Betriebssystem wurde am 22. Oktober 2013 kostenlos als Nachfolger von OS X 10.8 („Mountain Lion“) veröffentlicht.

Änderungen und Neuerungen

  • Finder mit Tabs
  • Tagging von Dateien
  • Mehrere Bildschirme – Unterstützung für Apple TV, unabhängige Nutzung von (mehreren) Programmen im Vollbildmodus
  • iCloud Keychain – Abgleich von Anmelde- und anderen Daten via iCloud, Generierung von Passwörtern, Verschlüsselung mittels AES-256
  • Apple Maps – Kartenanwendung mit 3D-Ansichten, Verkehrsanzeige und Navigation, Routen können an iOS-Geräte weitergegeben werden, Anzeige von Karten auch in den Anwendungen MailKalender und Kontakte
  • iBooks – Anwendung zum Anzeigen von E-Books, Synchronisation mit iOS-Pendants
  • Kalender – Vorschlag von Points of Interest (POI) in der Nähe beim Erstellen von Einträgen, Anzeige von Wetterinformationen und Reisezeiten
  • Safari – neue Seitenleiste, verbesserte Leistung (Nitro Tiered JIT, Fast Start), verminderter Energieverbrauch für Seiten im Hintergrund und unerwünschte, über Plugins angezeigte Inhalte (Safari Power Saver)
  • Mitteilungszentrale – erweiterte Möglichkeiten bei Benachrichtigungen, wie beispielsweise unmittelbares Beantworten einer Nachricht oder Löschen einer eingegangenen E-Mail, Anzeige von Benachrichtigungen ausgewählter Websites, Darstellung von Benachrichtigungen in Abwesenheit
  • Timer Coalescing – vermindert CPU-Belastung[3]
  • App Nap – reduzierter Energieverbrauch durch Einfrieren nicht benötigter Anwendungen[3]
  • Komprimierter Arbeitsspeicher – verbesserte Speicherverwaltung durch Komprimieren inaktiver Prozesse[3]
  • energieeffizientere Wiedergabe von iTunes-HD-Inhalten[3]
  • SMB2 Filesharing – Server Message Block Version 2 (SMB2) löst das Apple Filing Protocol (AFP) als Standardprotokoll für Dateifreigaben ab. AFP findet aber zum Beispiel bei Apples Backuplösung Time Machine noch weiterhin Anwendung.[4]
  • iTunes – synchronisiert Kontakte, Kalender, E-Mail-Konten und Safari-Lesezeichen nicht mehr via USB-Kabel-Verbindung. Alle anderen Inhalte können weiterhin über USB-Kabel synchronisiert werden.[5]

Nun wird mir einiges klarer!! Seit ich meinen Mac vor einigen Tagen auf das neue OS-X Mavericks upgedatet habe, versucht das Betriebssystem Strom zu sparen indem einzelne Programme während sie im Hintergrund werkeln angehalten oder verlangsamt werden.

Wer schon einmal länger als nur einige Minuten mit Final Cut Pro X auf einem Mac Book Pro gearbeitet hat der weiß, dass diese Software den Rechner fast zum Glühen bringt. Das hat auch seinen Grund, denn diese Software muss echte Kraftanstrengungen vollbringen um riesige importierte Datenmengen im Hintergrund so aufzubereiten, dass man sie in der Vorschau ohne Ruckeln in brauchbarer Qualität anschauen kann. Schaut man sich die Auslastung von Speicher, Festplatte und Prozessor während der Arbeit mit FCPX näher an, so findet man schnell heraus, dass ein Rechner auf dem diese Software läuft wirklich ALLES geben muss. Und da passt es nicht ins Bild wenn man gleichzeitig versucht Strom zu sparen.

Hier habe ich einen Screenshot für Euch, der zeigt wie man dieses neue Feature für FCPX abschaltet. Man öffnet einfach den Ordner Programme, klickt das Symbol von „Final Cut Pro“ an und betätigt dann „Command + i“. Es öffnet sich ein Fenster das die Eigenschaften dieses Software-Paketes anzeigt. Dort kann man unter „Allgemein“ ein Häkchen bei „App Nap deaktivieren“ setzen.

FCPX - Final Cut Pro X - App Nap - Deactivate - Deaktivieren

Und siehe da, nach einem Neustart von FCPX klappt es mit dem Export von „Ansgars kleine Fotoschule – Teil 3“ auf Anhieb 🙂

Mein neues Buch

Das Buch zu meiner großen Fotoreise gibt es bei amazon.de als Kindle eBook zu kaufen. Auf 573 Seiten gibt es die vollständige Geschichte sowie 200 farbige Fotos, einige Karten und viele Tipps zum Thema Fotografie.

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Fotoschule – Teil 2

Und da haben wir schon den zweiten Teil meiner kleinen Fotoschule. Diesmal wird das Thema BLENDE – ZEIT – ISO so einfach und anschaulich wie irgend möglich erläutert. Beim Dreh musste ich alles geben! Nach der ersten Hälfte hat wieder der Akku meiner Nikon 1V1 schlapp gemacht, ich hatte ihn seit Teil 1 nicht aufgeladen… Also habe ich die „Bierszene“ mit der Nikon 1 V2 gefilmt, dabei aber versehentlich nicht den richtigen Fokuspunkt gefunden und erst später beim Schnitt bemerkt, dass diese Szene total unscharf ist. Also musste ich noch eine Flasche Bier auf EX trinken – hicks…

Voller Hoffnung ging es danach an den zweiten Anlauf. Doch diesmal war der Ton teilweise so stark übersteuert, dass man es sich eigentlich nicht anhören konnte. Inzwischen war der Akku für die Nikon 1V1 wieder etwas aufgeladen und so konnte ich Versuch #3 starten. Objektiv, Speicherkarte, alles zurück und Take #3 starten. Hier das Desaster, beim Versuch die drei Gläser Bier auf EX zu trinken habe ich mich verschluckt. Man war das ein Gehustete und der Schaum lief mir fast aus der Nase…

30 Minuten später hatte ich mich endlich etwas gesammelt, war aber nun schon leicht begetrunken. Doch für meine Leser und Zuschauer gebe ich alles und so ist Take #4 auch endlich geglückt.

Beim Export des Videos gab es schließlich um kurz nach Mitternacht die gleiche Fehlermeldung wie beim Video zuvor – Arg..

Bildschirmfoto 2013-11-19 um 00.09.00

Also habe ich es wie beim letzten Mal versucht, alle Vorschau-Dateien (Render-Files) zu löschen und los gehts…

Doch dann wieder ein Fehler, langsam aber sicher kriege ich die Krätze…

Bildschirmfoto 2013-11-19 um 00.18.52

Das letzte Update von Final Cut Pro X hat einen echt fiesen Mistfehler eingeschleppt! Was ist zu tun, ich bin leicht angetrunken, hundemüde und für diese ganze Videonummer fällt mir nur noch das Wörtchen „Rotz“ ein. Aber egal, ich will es irgendwie hinbekommen… Also drücke ich Command + A um alle Videoschnipsel gleichzeitig zu markieren, danach erstelle ich daraus einen neuen zusammengesetzten Clip. Nach ein paar Minuten ist dieser fertig und in ein neues Projekt eingefügt. Erneut starte ich den Export und irgendwann um kurz vor 1h in der Nacht klappt es dann endlich – das Leben als YouTuber ist manchmal mehr als grausam…

Der Upload erfolgt über Nacht und am nächsten Morgen ist es schon online und mein YouTube-Hater hat mir auch schon den „Daumen nach unten“ gegeben – wow… Vielleicht hat ja der Eine oder Andere Lust diese negative Bewertungen zu kompensieren und den Daumen nach oben zu drücken, ich würde mich sehr freuen 🙂

 

 

Fotoschule – Teil 1

In meinem letzten Artikel habe ich Euch ja schon angekündigt, dass ich plane in den kommenden Monaten in lockerer Folge einzelne Videos und Artikel zum Thema „Ansgar’s kleine Fotoschule“ zu erstellen. Heute ist der erste Teil schon fertig. Mein etwas ungehobelter Kumpel Arnulf Schmadtke hat mir im Vorfeld in seiner einzigartigen Manier einige Fragen per Video-Botschaft zukommen lassen. Diese Fragen habe ich zum Anlass genommen um Euch ein wenig zum Thema „Kennt man eine, kennt man alle“ zu erzählen.

Warum dieses Thema? Ganz einfach, seit ich mit 12 Jahren Jahren meinen ersten Fotoapparat bekam hat sich an den meisten Themen der Fotografie fast nichts geändert. Es gibt einige wenige Zutaten die ein Bild aus rein technischer Sicht ausmachen. Diese Zutaten sollte man kennen und beherrschen. Es ist ein wenig wie das Lesen von Noten. Wer einst ein Konzertpianist werden will, der sollte damit beginnen des Notenlesen zu lernen.

Kommt man mit den Noten erst einmal zurecht so garantiert dies aber noch lange nicht, dass man einst als gefeierter Beethoven-Interpret auf einem Steinway-Flügel musiziert oder vielleicht stattdessen daheim vor einer etwas verstaubten Heimorgel gemeinsam mit den Enkelkindern Volkslieder übt. Das Notenlesen ist das Handwerkszeug der Musiker und was man daraus macht hängt von den eigenen Fähigkeiten ab und mehr noch davon wie hartnäckig man seine Ziele verfolgt.

Bei der Fotografie ist es ganz genauso. Wer seine Kamera nicht beherrscht (Noten lesen kann) der sollte sich keine Hoffnungen auf eine große Karriere als gefeierter Starfotograf machen. Daher mein Appell an alle die ernsthaft in die Fotografie einsteigen wollen:

  • Lernt zuerst Noten zu lesen und versucht danach schöne Lieder zu komponieren!

Für die Erstellung meines Videos habe ich insgesamt drei Kameras verwendet. Mein Ziel war ein schöner abwechslungsreicher Multi-Cam-Edit. Aber leider habe ich immer wieder meine Beispiel-Fotoapparate vor der „Detail-Kamera“ zu hoch gehalten und die alternative Einstellung war letztlich nicht zu gebrauchen weil Kamera #3 keinen vollständig aufgeladenen Akku hatte. So sind letztlich nur zwei Spuren übrig geblieben. Wundert Euch also nicht wenn ich im Video immer mal wieder recht freundlich einen imaginären Fremden anlächle, das war Kamera #3…

Kamera #1 (Hauptkamera) war diesmal meine Nikon D800E mit dem AF-S VR 2.8/24-70mm Objektiv bei 1/30s, Blende 5,6 und ca. ISO-400. In der D800E war KEINE SPEICHERKARTE eingelegt, daher konnte ich ein cleanes Videosignal über HDMI ausgeben und erstmals mit meinem neuen Atoms Ninja 2 aufzeichnen. Leider war auch die D800E nicht perfekt vorbereitet. So war auch hier zwischendurch die Batterie am Ende und zusätzlich hatte ich vergessen sie so einzustellen, dass sie den Live-View tatsächlich beibehält. Statt ein ununterbrochenes Videosignal zu liefern hat sie sich alle 10 Minuten abgeschaltet. Dabei bekommt man natürlich die Krise wenn man mit drei Kameras gleichzeitig zu filmen versucht.

Sehr doof ist es auch wenn man sein eigener Tontechniker, Moderator und Kameramann sein muss. Wie fokussiert man eine Kamera auf das eigene Gesicht wenn man hinter der Kamera steht? Dementsprechend sind im zweiten Teil die Kameras auf dem Tisch schön scharf abgebildet, mein Gesicht hat allerdings einen kräftigen Weichzeichner 😦

Auch hatte ich ein wenig Hoffnung in den WU-1b WLAN Adapter an meiner Nikon 1V2 (Detailkamera) gesetzt. Aber die kostenlose Nikon APP ist wirklich noch primitiver als in den diversen Schmähschriften im Internet beschrieben. Zwar kann man damit via WLAN den Live-View auf das Handy oder ein iPad auslagern, aber eine Video-Aufnahme lässt sich damit nicht starten!! Hier habe ich mich echt gefragt wie dumm man sein muss wenn man zu diesen tollen Kameras und dem grundsätzlich guten WLAN-Adapter eine so primitive Software konzipiert…

Dann gab es auch noch Probleme mit dem Ton. Im ersten Teil habe ich das eigentlich recht gute Audio Technika ATR-3350 verwendet. Dieses Mikro hat einen kleinen Vorverstärker der mit einer winzigen LR44 Batterie betrieben wird. Und wie immer war diese kleine Batterie leer, was ich aber erst nach dem ersten Moderationsanlauf bemerkt habe. Mit einer neuen Batterie ging es dann eine Weile ganz gut bis nach einer der vielen Unterbrechungen wieder kein Audio-Signal mehr im Atoms Ninja 2 ankam – Arg… Also bin ich auf ein echt primitives passives Ansteckmikrofon ausgewichen das es bei amazon.de für sage und schreibe 3,95 Euro zu kaufen gibt. Und was soll ich sagen, die Tonspur ist damit sogar besser geraten!

Wundert Euch also nicht wenn etwa in der Mitte des Videos die Tonqualität wechselt, das ist das zweite Mikrofon!

Arnulf Schmadtke hat seine kleine Fragerunde übrigens mit einer Nikon 1 V2 und dem 1.2/32mm bei Blende 1,8 ISO-400 und 1/100s aufgenommen. Außerdem hat der den Portrait-Autofokus mit Gesichtserkennung verwendet. Ich war von der Qualität einer kurzen Frage-Einwürfe mehr als überrascht. Ich hample mit einer großen Profikamera herum und er nimmt seine Fragen einfach schnell mal in der Küche auf 🙂

Später beim Videoschnitt habe ich erst spät einige Clips gefunden die sich doch noch für ein Multicam-Edit eignen. Da war das Video aber schon fast fertig geschnitten. Also habe ich die ursprüngliche „einfache“ Videospur in Final Cut Pro X deaktiviert und eine zweite Spur „darüber“ gelegt bei der ich immer mal zwischen den beiden Kameras (Nikon D800E und Nikon 1V2) gewechselt habe. Als dann nach vielen Stunden endlich das 37 Minuten lange Video fertig für den Upload bei YouTube war, gab es beim Export immer wieder Fehlermeldungen. Das hat mich fast zum Wahnsinn getrieben. Letztlich hat eine lange Recherche im Internet geholfen. Auch andere Nutzer haben seit dem letzten Update dieses Problem. Nachdem ich alle Render-Dateien (die für die Vorschau benötigt werden) gelöscht und meinen Mac zwei Stunden lang erneut vor sich hin habe arbeiten lassen, ließ sich das Video dann endlich im Format 1080p exportieren. Die stark komprimierte Videodatei war immer noch 2,89 Gigabyte groß und dementsprechend hat der YouTube Upload ganze 6 Stunden gedauert!

Und so sieht mein schwer zusammen gefummeltes Video-Projekt aus…

Bildschirmfoto 2013-11-17 um 22.23.40

Wer diesen Screenshot anklickt muss ich nicht über die Größe wundern, das liegt an der irre hohen Auflösung des 15″ Retina-Displays an meinem neuen kleinen Mac 🙂

Ich hoffe das Video macht Euch trotz aller Widrigkeiten ein wenig Spaß. Ich freue mich auf Euer Feedback!