Vandalismus verhindert Besuch der Photokina

Die Photokina schließt heute ihre Pforten, besucht habe ich sie leider nicht. Eigentlich war jedoch ein Besuch für Samstag den 22. September 2012 geplant. Einige Einladungen von Herstellern und Händlern waren bereits im Vorfeld bei mir eingegangen. Mein Terminplan war überschneidungsfrei geplant, der erste Termin sollte um 12h stattfinden. Noch ein wenig verschlafen gibt es um 9h morgens die erste Tasse Kaffee im Bett. Während meine Freundin und ich versuchen wach zu werden, klingt es plötzlich an der Haustüre. „Na was ist denn das?“ Schnell rein in den Bademantel und einen Blick in den Hausflur geworfen. Da steht eine Nachbarin, sie ist aufgeregt und überbringt mir die Botschaft, dass in der Nacht bei mehreren Autos die Reifen zerstochen wurden. Einige Minuten später kann ich mir das Drama selbst anschauen. Ungekämmt und ungewaschen geht es daran den Reifen zu demontieren. Es ist Samstag, mit ein wenig Glück hat ein Reifenhändler in der Nähe geöffnet. Im Kofferraum meines kleinen Silberpfeils findet sich ein winziger Kompressor und ein Pannen-Kit. Super, damit werde ich den breiten deutlich sichtbaren Einstich nicht flicken können. Einen Wagenheber gibt es nicht! Aus dem Keller hole ich mir einen hydraulischen Rangierwagenheber. Aber der passt am Vorderrad nicht unter das Fahrzeug, zu tief liegt das Auto mit dem platten Reifen. Also versuche ich das Auto hinten anzuheben und suche mir einen Pflasterstein um das Auto darauf abzustellen.

Als ich den Stein gefunden habe drückt mir auch schon ein Nachbar einen Wagenheber aus seinem Auto in die Hand. Das Auto ist hinten schon angehoben, nun passt dieser Wagenheber vorn ganz prima. Einen Radschlüssel gibt es nicht, aber ein Radmutternschlüssel aus meinem Keller funktioniert perfekt. Das Rad ist schnell demontiert und passt in den Kofferraum des Autos meiner Freundin.

Als wir gerade zum Reifenhändler aufbrechen wollen trifft unerwartet die Polizei ein. Das Rad wird wieder ausgepackt, einer der Polizisten markiert den Einstich mit einem Stückchen „Millimeter-Klebeband“ und macht einige Fotos. Die Reifen der anderen Autos werden auch fotografiert. Später finden wir noch heraus, dass auch die Reifen einige Fahrräder zerstochen wurden.

Spät am Vorabend sind drei pöbelnde Jugendliche durch unsere Straße gezogen. Es sind die gleichen drei Typen die mich schon vor einigen Monaten spät abends vor der Haustüre angepöbelt haben. Als ich damals auf ihr unter Alkoholeinfluss gelalltes „Hey, eh, guten Abend Alter, eh Mann…“ nichts erwidert habe, haben sie herum gepöbelt, dass ich ihnen doch mehr Respekt entgegenbringen soll. Ich habe mir damals nur gedacht „Respekt muss man sich verdienen! Und ihr drei Gestalten habt in Eurem Leben sicher noch gar nichts verdient!“ Gesagt habe ich es indes damals nicht. Wer nicht von drei betrunkenen Halbstarken vor der eigenen Haustüre zusammen getreten will sollte vorsichtig sein. Als ich damals in meiner Wohnung ankam hat mir meine Freundin erzählt, dass sie aus dem geöffneten Fenster sehen konnte, wie diese drei Typen an die Türen des Autos eines Nachbarn gepinkelt haben. Ob sie glauben, dass man sich so Respekt in unserer Gesellschaft verdienen kann?

Jedenfalls waren es am Vorabend genau diese drei Typen, die um 23h pöbelnd durch unsere Straße gezogen sind. Die Polizei nimmt dies zu Protokoll. Nachweisen kann man den drei Halbstarken allerdings nichts, denn die Reifen wurden wahrscheinlich in der Nacht um 2h zerstochen. Der Hund einer Nachbarin hat um diese Zeit angeschlagen, aber es hat niemand aus dem Fenster geschaut.

Während die Nachbarn sich langsam gegenseitig informieren und ziemlich verschlafen ihre Autos kontrollieren fragt mich eine Nachbarin, was den geschehen sei? Als ich ihr sage, dass ich davon ausgehe, dass in der Nacht einige gelangweilte gewaltbereite Jugendliche ihre Wut an den Reifen der geparkten Autos ausgelassen haben entgegnet sie mir: „Ja, vielleicht waren es auch Jugendliche die im Leben immer nur Pech hatten und einfach ein Ventil für ihren Frust gebraucht haben. Das gibt es häufig und man muss Verständnis für diese Kinder haben!“ Au Backe, diese kleinen miesen Wichser zerstechen nachts die Reifen von Autos und Fahrrädern und zum Dank sollen wir ihnen auch noch den Arsch abwischen? Nein Danke, da hört meine Toleranz echt auf.

Als die Polizei ihre Arbeit beendet hat geht es mit dem Rad im Kofferraum zum nächsten Reifenhändler. Der neue Reifen ist nach einer Viertelstunde montiert. Allerdings ist es ein Reifen des Herstellers Michelin, die aktuell montierten Dunlop-Reifen sind nicht vorrätig und müssten erst bestellt werden. Außerdem ist der Reifen sichtbar verschlissen. Er hat zwar noch etwa 60%  Profil, aber wenn nur ein Reifen getauscht wird, wäre die Profiltiefe auf der Vorderachse sehr unterschiedlich. Der Fahrsicherheit ist dies sicher nicht zuträglich. Also geht es nach der Montage des reparierten Rades mit dem „gesamten Fahrzeug“ ein zweites Mal zum Reifenhändler. Inzwischen ist es schon nach 12h, eigentlich haben die Mitarbeiter bereits Feierabend! Aber sie erkennen die Notlage und montieren auch auf der Beifahrerseite einen zweiten neuen Reifen. Der ganze Spaß kostet 248 Euro! Während ich die Geheimzahl meiner EC-Karte eintippe bin ich froh, dass dieses Auto nur mit 15″ Felgen bestückt ist und die feigen Idioten keine sündhaft teuren 19″ Hochgeschwindigkeitsreifen mit supercoolem Niederquerschnitt zerstochen haben. Solche Reifen hätten schnell mehr als das vierfache gekostet!

Als wir dem Parkplatz des Reifenhändlers verlassen steht ein Polizist vor uns auf der Straße, wir müssen warten. Ein älterer weißer Mercedes hängt auf dem Seitenstreifen fest. Der Fahrer hat irgendwie einen der beiden dicken runden „Randsteine“ übersehen und nun hängt sein Auto darauf fest. Mehrere starke Männer versuchen das Fahrzeug aus der misslichen Situation zu befreien.

Kurz darauf ist eine Gruppe blauer Fahrzeuge des THW unterwegs. Sie halten vor dem Parkhaus an der Bonner Museumsmeile. Als wir sie passieren überlegen wir, ob es vielleicht einen Rohrbruch gab und das Parkhaus unter Wasser stehen könnte?

Weil wir uns das Wochenende nicht vor den unbekannten Randalierern versauen lassen wollen, geht es mit den neuen Reifen zu einem guten Italiener in Bonn Bad Godesberg. Wir lassen es uns dort so richtig gut gehen…

Zurück im Parkhaus muss ich noch schnell ein Beweisfoto mit dem reparierten Reifen machen 🙂

Mit der Photokina war es nun leider nichts. Aber am Sonntag haben wir Gelegenheit bei zwei Bonner Fotohändlern die Auslagen in den Schaufenstern zu checken. Ich bin nicht schlecht überrascht, als ich bei beiden Händlern nicht nur eine Nikon D800 als auch jeweils eine Nikon D600 zu sehen bekomme.

Bei Foto Brell wird ein Exemplar der Nikon D800 ganz standesgemäß OBERHALB der D600 präsentiert 🙂

Ganz interessant ist auch, dass im Bonner City-Foto-Center der Preis für eine Nikon D7000 bereits auf 749 Euro gepurzelt ist! So hat die Nikon D600 bereits eine neue Runde im DSLR-Preiskampf eingeleitet. Die Kunden können indes frohlocken. Auch wenn man keine D600 kaufen will, wird in den kommenden Wochen eine Menge Geld sparen können. Sicher werden viele Fotografen die sich die Nikon D600 nicht ohne weiteres leisten können ihre D700 oder ähnliche Kameras auf dem Gebrauchtmarkt anbieten. Und da das Angebot den Preis regelt, werden potentielle Käufer Grund zur Freude haben. Als Besitzer einer D3x wird man sich allerdings ziemlich ärgern. Haben sie doch noch vor einigen Monaten runde 7.000 Euro für eine Kamera ausgegeben, die nun von der 2.000 Euro Kamera aus Consumer-Segment angegriffen wird. Aber man muss auch sehen, dass eine Nikon D3x im Vergleich zur Nikon D600 die eindeutig robustere und bessere Profikamera ist. Aber ob der Preis von 7.000 Euro im Jahr 2012 noch gerechtfertigt ist? Ich denke, das ist er eher nicht!

Aber ich bin mir sicher, dass die Nikon Ingenieure bereits seit einigen Monaten an den Features der neuen Nikon D4x tüfteln. Und sobald diese lieferbar ist, werden sie sich mit der Entwicklung der Nikon D5 befassen. Zwischendurch wird es noch eine Nikon D900 geben. Und die ganze Geschichte wird sich wiederholen 🙂

Meinen Sonntagnachmittag verbringe ich unter freiem Himmel auf dem Weg zur Arbeit. Zwar lacht die Sonne nicht, aber auf einsamen kurvenreichen Landstraßen können die neuen Reifen zeigen was in ihnen steckt. Und ich muss sagen, das Auto fährt sich noch genau so gut wie zuvor. Dunlop oder Michelin, einen großen Unterschied scheint es nicht zu geben. Sogar das Profil der Reifen sieht sehr ähnlich aus.

Und einmal mehr zeigt sich, dass „kopfloses“ Rasen auf kurvigen Landstraßen sehr gefährlich sein kann. Hätte ich mich dazu hinreißen lassen, so wäre ich wahrscheinlich in diese beiden, hinter einer unübersichtlichen Kurve vor einer Schafherde wartenden Motorradfahrer, hinein gekracht. So konnte ich langsam heran rollen und sogar noch ein kleines Handy-Foto für Euch knipsen 🙂

Die Photokina ist nun Geschichte, auch ganz ohne mich 🙂

Schlimm war es nicht und ich bin froh, dass die „armen frustrierten Kinder“ nur die Reifen zerstochen und keinen weitaus größeren Schaden verursacht haben. „Eins in die Fresse hauen“ könnte man ihnen aber trotzdem. Es gibt Typen, die sind so blöd, die raffen es eben einfach erst, wenn sie physisch zu spüren bekommen welche Reaktion es gibt wenn sie mal wieder Scheisse gebaut haben.

 

Nikon D800E – Der erste Praxistest

Es ist Samstag und meine D800E ist nun schon einen Tag alt. Zeit für einen ausgiebigen Praxistest. Wie wird sich das Pixelmonster anfühlen, werden zwei Akkus reichen, komme ich mit einer 64GB Speicherkarte aus, welche Objektive packe ich ein? Gegen Mittag sind wir in der Eifel. An einer kleiner Kapelle am Wegesrand halten wir an, Zeit für ein paar Infrarot-Bilder!

An die D800E setze ich das Nikon AF-S VR 4/16-35 mit einem HAMA IR-72. Die ersten Versuche sind ernüchternd. Bei der kleinen feinen Fuji X100 funktioniert mit diesem Filter manchmal sogar noch der Autofokus. Und auf dem Display der X100 kann man sein Motiv so richtig schön komponieren. Bei der D800E sieht man einfach gar nichts! Auch die Menüzeilen kann man im grellen Sonnenlicht kaum erkennen. Schließlich stelle ich die Helligkeit des Displays von Auto auf Manuell und dann +5. Nun kann man halbwegs etwas erkennen. Das ist bei der Fuji X100 besser! An der D800E wähle ich das Farbprofil für Schwarz-Weiß, steigere krass den Kontrast und öffne die Blende. Nun kann ich ein total verpixeltes blasses Bild auf dem rückwärtigen Display erkennen. Nicht schön, aber  es reicht um die Kamera halbwegs auszurichten. Nur wie scharf stellen? Also Filter ab, Autofokus an, scharf stellen, Autofokus aus, IR-Filter wieder drauf. Das ist lästig!

Als ich mit meiner Session fertig bin schaue ich mir im abgedunkelten Auto meine Ergebnisse an und bin frustriert. An der Kamera war versehentlich der 1.2 Crop-Faktor eingestellt. Nun weiß ich auch was diese Anzeige auf dem oberen Display sollte! Im Sucher selbst sieht man es nicht wirklich. Ist die Kamera in einem Crop-Modus, so werden anderen Rahmen in das Sucherbild eingespiegelt. Eigentlich hatte ich gehofft, dass die Teile des Sucherbildes die NICHT auf das Bild kommen abgedunkelt werden. Aber das war leider eine unbegründete Hoffnung…

Also wieder raus aus dem Auto, Stativ aufbauen, Filter runter, AF an, scharf stellen, AF aus, Filter drauf, auslösen und warten. Wenigstens habe ich bei der ersten Serie gelernt, dass die Belichtungsautomatik der D800E mit aufgeschraubtem IR-Filter keine brauchbaren Ergebnisse liefert. Bei ISO-100, Blende 11 und 30 Sekunden Belichtungszeit sieht das Histogramm relativ vielversprechend aus. Und hier ist es nun, mein erstes gelungenes Infrarot-Foto aus der Nikon D800E. Für die Konvertierung habe ich übrigens Adobe Camera RAW 6.7 auf dem Mac verwendet. (Alle Fotos sind wieder 1000Pixel breit oder hoch, einfach anklicken) Die RAW-Bilder großen Versionen der Bilder liefere ich noch nach.

Nikon D800E - Beispielfoto mit Infrarot-Filter HAMA IR-72

Nach der ersten ernüchternden Erfahrung geht es weiter zum Nürburgring. In Adenau ist die Hölle los und als wir nach einer Tasse Kaffee schließlich an der Nordschleife stehen ist das Rennen gerade vorüber. Das eine oder andere teure Stück Schrott wird noch abtransportiert, die Jungs vom TÜV sammeln noch was ein, mehr gibt es hier nicht mehr zu sehen, schade!

Nikon D800E - Beispielfoto mit AF-S VR 2.8/70-200mm

Nikon D800E - Beispielfoto mit AF-S VR 2.8/70-200mm

Nikon D800E - Beispielfoto mit AF-S VR 2.8/70-200mm

Wir machen uns auf den Weg zur Nürburg, vom Turm dieser Burg hat man einen tollen Ausblick und ich erhoffe mir einige schöne Perspektiven, der krasse Wolkenhimmel könnte sein übriges dazu tun. Als wir an der Burg angekommen und gerade aussteigen sagt uns eine junge Frau, dass der „Wächter“ die Burg gerade abschließt, es ist 17h – Mist – schon wieder zu spät!

Es geht weiter zum kleinen Örtchen Bell. Dort gibt es ganz in der Nähe auf einem der vielen „Berge“ der Eifel einen schönen alten Turm der mit diversen Mobilfunk-Antennen gespickt wurde. Von dort hat man einen schönen Ausblick auf Mayen und die östlichen Ausläufer der Eifel. Während Sandra sich ein wenig sonnt und mit dem Handy RPR-1 anhört wandere ich den Berg hinauf. Oben angekommen bin ich ziemlich verschwitzt, der Fotorucksack ist  in keiner Weise atmungsaktiv…

Auf dem Turm fotografiere ich noch einige Infrarot-Bilder. So richtig will aber kein Spaß aufkommen. Ich denke, dass ich künftig lieber bei der Fuji X100 bleiben werde wenn es um Infrarot-Fotos geht! Als der IR-Filter verstaut ist setze ich alle Objektive die ich heute dabei habe der Reihe nach an die Nikon D800E. Es gibt das SAMYANG 2.8/15mm, das Nikon AF-D 2.8/20mm, das Nikon AF-S VR 4/16-35mm, das AiS 3.5/35-70mm, das AiS 2.8/55mm, das AF-D 2.8/10,5mm und das AF-S 1.4/50mm. Die Zeit vergeht und das Licht ist nicht schön, außerdem wartet Sandra unten am Auto. Ich beeile mich so gut es geht und als ich zurück am Auto bin scheint sie ziemlich verärgert zu sein. Sagen tut sie aber nichts. Mit geöffnetem Dach geht es vorbei am Kloster Maria Lach hinab zum Rhein und auf der B9 zurück nach Bonn. Kurz vor Bonn noch ein schneller Schuss von „Schloss Drachenfels“, kurz darauf sind wir wieder daheim.

Spaß hat es ja gemacht und die Bildergebnisse sind auch recht überzeugend. Aber die D800E hat auch ihre Schwächen. Das Fotografieren von Infrarot-Bildern ist damit genauso umständlich wie mit den anderen Nikon-Kameras mit denen ich es bislang probiert habe. Das Display ist mir zu dunkel und eigentlich mag ich es lieber, wenn ich den Modus des AF-Systems so wie bei der D2x mit zwei Hebeln bedienen kann. Bei der D800E muss ich wie bei der D7000 einen Knopf drücken und an zwei Rädchen drehen. Sicher werde ich mich daran gewöhnen, aber wenn es schnell gehen soll kostet es mich derzeit wertvolle Zeit. Die wenigen coolen Autos die zum Schluss noch auf dem Nürburgring unterwegs waren habe ich deshalb zum Teil verpasst. Recht überzeugend fand ich hingegen den entfesselten AF-Modus. Die Verfolgung der Motive klappt damit nach vielen Jahren endlich ziemlich gut. Bei der Nikon F5 hat man diese Feature zuerst eingeführt. Aber sei hatte nur 5 AF-Meßfelder, wie will man damit ein Motiv schon wirklich „verfolgen“? Kann das Motiv vom 3D-Matrix-Belichtungsmesser der D800E identifiziert werden, so klappt die „Übergabe“ der AF-Meßfelder inzwischen sehr gut! Allerdings ist das System mit einem schnell fahrenden Auto auch im Jahr 2012 noch überfordert. Aber für Bilder beim Fußball, Leichtatlehtik oder Reiten wird es vielleicht recht gut funktionieren. Das werde ich bei Gelegenheit noch genauer untersuchen.

Daheim entpuppt sich das Kopieren des Bildmaterials via Nikon Transfer auf dem Mac als mittlere Katastrophe. Bis die Kamera endlich erkannt ist und die Software die Bilder ermittelt hat die man übertragen könnte, vergehen viele langweilige Minuten. Da schafft man es locker eine Tasse Kaffee aufzubrühen und leer zu trinken! Das war „früher“ alles schneller. Dass das „modernste Betriebssystem der Welt“ mit USB 3.0 nicht vernünftig umgehen kann nervt zusätzlich. Zusätzlich nervt es, dass man den Inhalt der beiden Speicherkarten in zwei separaten Arbeitsschritten übertragen muss! Morgen werde ich mich mal an einem PC unter Windows 7 mit USB 2.0 versuchen. Derzeit denke ich über einen schnellen Kartenleser nach! An diesem Tag sind nur wenige Fotos entstanden, aber allein diese RAW-Bilder haben zusammen 23 GB. Das Kopieren auf den Mac dauert via USB 2.0 mit einem HAMA Kartenleser fast eine Stunde!

Abschließend hat es dennoch eine Menge Spaß gemacht die D800E zu erforschen. Sie ist eine Nikon durch und durch. Kennt man D300, D700 oder D7000 kann man die D800/D800E praktisch sofort bedienen. Wie bei ihren Schwestern neigt sie dazu die Bilder etwas zu reichlich zu belichten. Meist hatte ich den Belichtungsmesser um -0.7 Lichtwerte korrigiert. Die Arbeit mit den guten alten AiS Objektiven funktioniert sehr gut. Beim AiS 2.8/55 ist mir bei Blende 2.8 allerdings eine sichtbare Vignettierung der Bildränder aufgefallen. bei Blende 4 gab es einen „Hotspot“ in der Bildmitte. Bei Blende 8 und 11 war alles perfekt. Diese guten alten „Dinger“ haben eben auch ihre Eigenarten und man muss wissen wie man sie einsetzt um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Hier haben Nano-Versiegelungen und speziell auf digitale Kameras ausgelegte Objektive sicher durchaus ihre Stärken. Aber sie sind eben auch ziemlich teuer!

Ok, das war es für heute. Morgen gibt es dann die großen Bilder für die Pixel-Peeper 🙂

Mercedes SLK B200 – Fahrspaß mit 184 PS?

Zugegeben, als ich ihn ausgesucht habe, musste ich den Bauch aus- und den Verstand einschalten. 184 PS aus nur vier Zylindern, kann das Spaß machen? Ich war ehrlich gesagt ziemlich skeptisch. Aber die ersten Ausfahrten habe diese Skepsis widerlegt. Der “kleine” SLK Modell R172 ist im Unterhalt recht genügsam. Bei nur 1,8 Litern Hubraum sind die KFZ-Steuer niedrig und mit durchschnittlich 7,4 Litern E10 ist der Verbrauch erträglich.

Das moderne Fahrwerk und die elektronische Kraftverteilung am Hinterachsdifferential bringen auf engen kurvenreichen Straßen eine Menge Fahrspaß. Das eng gestufte 7-Gang Automatikgetriebe kann sowohl manuell als auch im ECO und SPORT-Modus betrieben werden. Die Schaltwippen am Lenkrad funktionieren sehr gut. Ist man im Sportmodus und schaltet einmalig herunter, so dass statt des 7. Ganges bspw. der 5. Gang eingelegt ist, schaltet der SLK nicht selbständig wieder hoch. Er bleibt maximal im 5 Gang. Gleiches gilt natrülich auch für die übrigen Gänge. Damit läuft der kleine Motor auf engen kurvenreichen Straßen meist im optimalen Drehzahlbereich. Klar ist man damit kein Schumi, aber innerhalb der Grenzen dessen was auf öffentlichen Straßen erlaubt ist, kommt man damit zügig vorwärts.

Für eine angemessene Soundkulisse sorgt ein spezielles Resonator-System. Ab 3000 U/Min röhrt der kleine Motor ganz herrlich, auch ohne AMG Luftfilter und Sportauspuff. Sehr schön ist das Zwischengas beim Kick-Down. Mit einem deutlich hörbaren Gasstoß zwischen den Gängen kommt in den Schaltpausen fast ein “Bulitt-Feeling” a la Steve McQueen auf.

Hier mein kleiner “Soundcheck” – ok im Vergleich zum Mustang aus Bulitt – KEIN VERGLEICH :-)

Hier noch einige der Videos die ich mit diesem coolen Auto bislang erstellt habe.

Mein Fa(hr)zit:

Der neue 2012er SLK macht auch mit dem kleinen Motor Spaß. Und wer mag kann ihn via Chiptuning von 184 auf 224 PS bringen. Allerdings wird damit wahrscheinlich die Garantie verloren gehen und der Spritverbrauch deutlich ansteigen.

Greatest Roads – Klausenpass

Ich kann mich nocht gut daran erinnern, wie es war als ich im Jahr 2000 nach und nach die Schweiz mit meinem alten roten „Dampfer“ erkundet habe. Sustenpass, Pragelpass, Grimselpass, Klausenpass, Furkapass, Brienzer Rothorn, Interlaken, Thun, Chur, Montreux – die Liste der tollen Motorradstrecken könnte fast endlos verlängert werden.

Umso mehr hat es mich gefreut in der letzten Woche am Sonntag einmal wieder über den Klausenpass südlich-östlich von Luzern zu fahren. Das Wetter war nicht so großartig wie erhofft, aber rückblickend muss ich sagen, dass schlechtes Wetter nicht nur gutes Fotowetter ist. Gerade die Wolken, der Nebel und die Schneemassen auf der Passhöhe gaben diesem Tag etwas ganz besonderes.

Aufgrund der eher kühlen Temperaturen haben wir das Dach nicht göffnet und so konnte ich meine GoPro HD HERO 1080 mit dem Saugfus aus dem „Car-Kit“ oben auf dem Dach meines kleinen Spaßmobils positionieren.

Aus insgesamt 120 Minuten Video habe ich für Euch ein nur wenige Minuten langes Video zusammen gestellt. Bei der Videobearbeitung habe ich mich wieder einmal GEGEN den Mac entschieden. Unter Windows 7 mit 30″ Monitor und Magix Video Deluxe MX geht das einfach besser und ist deutlich entspannter.

Um das Ergebnis bei YouTube für die Monetarisierung anmelden zu können, habe ich die Hintergrundmusik selbst erstellt. Dafür habe ich auf dem Mac mit „NI Maschine“ einen kleinen Techno-Soundtrack gebastelt. Das geht wiederum auf dem Mac besser, weil ich auf dem PC für meine Soundkarte keinen ASIO-Treiber habe und man daher nicht wirklich live über den Controller spielen kann, weil alles was man tut mit einer sehr großen Verzögerung hörbar wird. Der hersteller NI liefert eine kleine USB-Audio-Karte. Dafür gibt es ASIO Treiber und die Latenz ist damit deutlich geringer. Mal sehen, vielleicht kaufe ich mir noch dieses kleine Gadget irgendwann einmal.

Umso größer war der Frust als ich gerade erkennen musste, dass YouTube die Monetarisierung selbst für dieses Video mit einem wirklich einfachen Soundtrack selbst gebastelten Soundtrack wieder gesperrt hat. Wer bei YouTube Geld verdienen will hat echt die Pappnase auf. Offenbar geht das wirklich nur indem man blöde Sprüche reißt und seine Freunde dabei filmt wie sie sich mit dem Skateboard auf die Fresse legen. Welch arme Welt…

Doch zurück zur Tour über den Klausenpass, am nächsten Tag habe ich überlegt vielleicht eine Tour über den Sustenpass zu unternehmen. Aber der war leider geschlossen, ganz oben am Tunnel war wohl einfach zu viel Schnee.

Hier habe ich noch ein paar Scans von alten APS-Farbabzügen aus dem Jahr 2000. Mit meiner damaligen Freundin Nina hatte ich eine gute Beifahrerin die mir viel Vertrauen entgegen gebracht hat und selbst auf den krassesten Straßen keine Angst hatte. Statt dessen hat sie manchmal auf dem Sozius ein fröhliches Lied in ihren Helm geschmettert. Das waren schon witzige Zeiten, mit der singenden Beifahrerin durch die Alpen, dass ich das erleben durfte 🙂

Sustenpass mit BMW R80-RT

Sustenpass mit BMW R80-RT

Sustenpass mit BMW R80-RT

Sustenpass mit BMW R80-RT

Nina am Brienzer Rothorn mit BMW R80-RT

Wie sich meine singende Beifahrerin damals angehört hat könnt ihr hier sehen und vor allem hören. Sie lebt derzeit in einer „Deutschen Enklave“ in New Mexico und dort wird offensichtlich das „heimische Liedgut“ sehr ansprechend gepflegt 🙂

Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Fazit

Fuji Finepix X100

Es ist Dienstag und es geht wieder heim nach Deutschland. Ein letztes Mal genießen wir den superguten Schweizer Käse, danach werden unsere Koffer gepackt und die Hotelrechnung bezahlt. Im strömenden Regen verstauen wir unser Gepäck in meinem kleinen Flitzerchen. Um 10h sind wir unterwegs, vor uns liegen fast 600 Kilometer und die werden uns heute wirklich lang werden. In der Schweiz ist noch alles gut, aber kaum haben wir die Schweiz verlassen, quälen wir uns durch schier endlose Baustellen auf der A5 und stehen immer wieder im Stau. Bei Bingen verheißt die „Stauschau“ im Radio nichts gutes. Wir wechseln auf die B9 und fahren den Rest des Weges am Rhein entlang.

Daheim angekommen wird die Wohnung gelüftet und die Waschmaschine angeworfen, eben das was man so macht wenn man eine Weile nicht daheim war.

Als alles erledigt ist kopiere ich die letzten Videodateien von der Speicherkarte der Fuji X100 auf meinen heimischen Windows PC. Mit Magix Video Deluxe MX werden die verwackelten Teile der Videosequenzen des Vorabends entfernt. Danach beschleunige ich einzelne Videosequenzen auf das 50-fache Tempo. Diese werden als unkompliziertes AVI-exportiert. Danach schneide ich daraus einen kurzen „Abschiedsfilm“. Zur musikalischen Untermalung dient eine Stück Royalty Free Musik von einer Magix-DVD. Die originale Geräuschkulisse des Vierwaldstätter Sees lege ich darunter, an Anfang und Ende jeweils etwas lauter. Nach einer Stunde ist das Video fertig, eine Stunde später ist es bei YouTube online und ich kann gar nicht aufhören es via Apple-TV auf dem großen LCD-Fernseher anzuschauen.

Hinter uns liegen fünf Tage voller wunderbarer Eindrücke. Erst gestern waren wir noch im Tessin, heute sind wir schon wieder in Bonn. Sandra ist jetzt sogar schon wieder daheim in Marl, was für ein „Zigeunerleben“. Ganze fünf Tage lang hat mich die Fuji X100 überall hin begleitet. Ich habe vieles ausprobiert und diese kleine Kamera hat mich bei der allabendlichen Sichtung des Bildmaterials immer wieder überraschst. Die Bildqualität ist hervorragend und muss sich hinter aktuellen Spiegelreflex-Kameras nicht verstecken.

Aber fassen wir mal zusammen. Was gefällt mir nicht?

  1. Der Autofokus ist relativ langsam und im Videomodus nicht wirklich berechenbar.
  2. Bei extrem heller Umgebung ist es schwer sein Bild „sauber“ zu komponieren.
  3. Ein aktivierter Selbstauslöser ist nach dem Ein- und Ausschalten der Kamera immer deaktiviert. Besonders ärgerlich wenn man Infrarotbilder erschütterungsfrei mit dem Selbstauslöser „starten“ will. Jedes mal muss man ihn neu aktivieren, das nervt! Alternativ kann man natürlich einen guten alten Drahtauslöser verwenden!
  4. Die Auflösung im Videomodus ist nur HD 720p und die Komprimierungsartefakte sind unübersehbar. Das kann die Nikon D7000 eindeutig viel besser! Der Video-Modus ist hier eher eine Zugabe. Wer ernsthaft Videos aufzeichnen will, er sollte die X100 nicht in Erwägung ziehen.
  5. Der manuelle Autofokus ist eine „Krankheit“. Am schön „designten“ Einstellrad bewegt man das Objektiv gar nicht wirklich mechanisch. Statt dessen steuert man einen kleinen Elektromotor der den Fokuspunkt des Objektives ändert. Auf dem Display wird angezeigt wo etwa der Fokuspunkt liegt. Das geht irgendwie, Spaß macht es aber definitiv nicht.
  6. Der Akku ist relativ klein dimensioniert. Man sollte ihn täglich laden, sonst steht man irgendwann wie ich in toller Umgebung und hat keinen Strom. Oder man packt seinen Reserve-Akku auch wirklich ein!
  7. Das umgekehrte 49er Filtergewinde empfinde ich als unpraktisch. Mit einem „normalen“ 52er Filtergewinde wäre vieles leichter. Das sähe vielleicht weniger cool aus, wäre aber deutlich praktikabler.

Weitere Kritikpunkte fallen mich nicht ein. Was gefällt mir an der Fuji X100?

  1. Das Gehäuse ist sehr hochwertig gebaucht und sieht einfach gut aus. Die Bedienelemente sprechen für sich und man kommt mit dieser Kamera spontan zurecht.
  2. Die Bildqualität der X100 ist über alle Zweifel erhaben.
  3. Die praktisch kreisrunde Blendenöffnung liefert trotz der kurzen Brennweite und des kleinen Chips eine recht angenehmes Bokeh.
  4. Der Hybridsucher ist ein wirklich tolles Feature, aber er könnte speziell im vollelektronischen Modus heller sein.
  5. Wenn der Autofokus „getroffen“ hat, dann ist das Ergebnis meist sehr überzeugend.
  6. Die Kamera ist klein und handlich, sie sieht cool aus und verschreckt Menschen auf der Straße nicht. „Streetphotography“ funktioniert damit wirklich gut, sofern man mit dem recht langsamen Autofokus klar kommt.
  7. Das zusätzlich erhältliche Systemblitzlicht verrichtet seinen Dienst sehr ordentlich.
  8. Der Makromodus funktioniert recht gut. Leider muss man ihn separat aktivieren, was manchmal störend ist. Besonders wenn man vergisst ihn zu deaktivieren und danach ein Landschaftsfoto machen möchte! Eigentlich wäre das nicht nötig.

Alles in allem ist mir diese Kamera richtig ans Herz gewachsen und die D800E wird es gegen sie schwer haben. Manchmal habe ich ein Zoom-Objektiv vermisst. Speziell bei der Session in der Glashütte in Hergiswil wäre es schön gewesen größere Details der Arbeit mit dem flüssigen Glas aufnehmen zu können. Aber ein Zoom-Objektiv ist weniger lichtstark, verzeichnet stärker und liefert niemals die gleiche Bildqualität wie eine gute Festbrennweite. Somit ist die X100 keine Kamera für „alles“, sondern eher ein sehr spezielles Fotogerät für Leute die es gern schlicht und präzise mögen. Um den Bildausschnitt zu verändern muss man sich bewegen. Ok, machmal geht das nicht. Da muss man ggfs. mit einer Ausschnittsvergrößerung leben. Die Auflösung der X100 ist aber so gut, dass man bei einem 50% Ausschnitt noch einen guten DIN A3 Print erstellen kann. Wer es wirklich will, der kann ggfs. einen Weitwinkel- oder auch Tele-Converter vor das perfekte Objektiv schrauben, muss damit aber deutliche Abstriche in der Bildqualität in Kauf nehmen.

Ganz besonders gut gefällt mir die Fuji X100 im Bereich der Infrarotfotografie. Bereits vor einigen Wochen habe ich diese kleine Video zu diesem Thema erstellt.

Während der vergangenen Tage habe ich nun wirklich viele IR-Bilder aufgenommen und bin von der überaus einfachen Benutzung dieser Kamera mit einem Infrarotfilter (HAMA IR-72) total begeistert. Hat man ein kontrastreiches helles Motiv, so arbeitet sogar der Autofokus noch, das ist der Hammer überhaupt!

Ist die Umgebung nicht zu hell, so kann man auf dem rückwärtigen Display oder durch den Hybridsucher sein Motiv sehr schön komponieren. Das funktioniert höchstens bei einer alten zweiäugigen Rolleiflex so einfach wie bei der X100. Diese Kamera ist daher mein absoluter Favorit für alles was mit Infrarot zu tun hat! Hier ein Beispiel das sehr schön zeigt was ich meine. Bei dieser Art der Fotografie liefert die X100 einfach immer wieder erstaunliche Ergebnisse. Allerdings sollte man unbedingt im RAW-Modus fotografieren und die Belichtung um -1.0 EV korrigieren. Ist man sich mit der Einstellung der Entfernung nicht ganz sicher, so kann man den IR-Filter abschrauben, korrekt automatisch fokussieren und den Autofokus danach abstellen. Meine IR-Bilder habe ich fast fast ausschließlich mit Blende 8 oder 11 unter Verwendung von Zeitautomatik und Stativ bei ISO-200 aufgenommen. Meist war der Autofokus abgeschaltet!

Sonogno im Tessin mit Fuji Finepix X100

Für die RAW-Konvertierung habe ich Adobe Camera RAW Version 6.7 verwendet.