Zeitraffer mit GoPro HD HERO 960

Es ist Freitag, die Wohnung ist nun ein wenig aufgeräumt und gesaugt habe auch schon. Während das kleine MacBook im Hintergrund meinen neuen „Fahrfilm – Rüdesheim nach Bonn“ bei YouTube hoch zu laden versucht, schaue ich mir mein „Werk“ mal an. Die Zeitraffersequenz am Ende ist mir irgendwie zu langsam. Also lege ich ein neues Projekt an und ziehe nur die zweistündige „Wolkensequenz“ hinein. Mit iMovie kann ich das um den Faktor 20 beschleunigen. Ohne weitere Änderungen mache ich einen Export auf die Festplatte und verwendet den Quicktime-Exportfilter. Bei der Kompression wähle ich die höchste Qualität, den Ton schalte ich ab, da gibt es eh nichts zu hören. Nach etwa 30 Minuten ist der Export abgeschlossen.

Nun importiere ich den um 2000% beschleunigte  Filmschnipsel. Schnell einen Titel und den üblichen Abspann einfügen und das Tempo erneut um den Faktor 5 beschleunigen. Nun ziehen die Wolken so richtig dramatisch schnell über die Bonner Museumsmeile. Leider hat die kleine GoPro Kamera mit der ich das Video aufgenommen habe ein krasses Weitwinkelobjektiv mit 170° Blickwinkel. Es sind sogar noch die Ränder des Fensterrahmens zu sehen und der Horizont ist krumm wie eine Wurst. Je dunkler es wird um so höher hat die Kamera den ISO-Wert geschraubt und parallel die Rauschunterdrückung hochgefahren. Zum Ende hin ist der Film dadurch ziemlich unscharf. Aber egal, es ist ja nur ein Experiment!  Mit iMovie kann man sehr leicht einen Ausschnitt wählen der den Fensterrahmen nicht enthält. Durch den Beschnitt reduziert sich die ohnehin geringe Auflösung leider nochmals um ca. 50%!!

Schnell noch eine passende musikalische Untermalung aus dem iMovie-Archiv heraussuchen und dann ab nach YouTube. Beim Upload wähle ich eine kleine 380p, mehr würde keinen Sinn machen, da einfach nicht mehr an Informationen „drin“ sind.

Der Upload läuft parallel zum riesigen „Fahrfilm“. Über mein 6 MBit/s „Hausfrauen-DSL“ ist der winzige Filmschnipsel nach etwa 30 Minuten schon online – wer hätte das gedacht 🙂

Und hier ist es nun, mein neues Experiment:

 

Und pünktlich zu Kaffee und Kuchen ist dann auch das Monstervideo online – der Soundtrack stammt übrigens von Dredge!

UPDATE: Und genau dieser Soundtrack scheint das Problem zu sein! Obwohl die Musik in mono, leiser und 4% schneller unterlegt ist wird sie vom YouTube Content-Filter als BMG-Content erkannt. Daher ist das Video weltweit sichtbar, nur nicht in Deutschland. Ich habe jetzt mal via Audio-Swap irgendeinen belanglosen Title aus der Rubrik „Easy Listening“ unterlegt – Dancing with desire – heißt der Song. Mal sehen wie lange die YouTube Server-Farm brauchen wird um das riesige Video einmal durch den Fleischwolf zu drehen…

 

 

Die Nikon D4 und der Stand der Dinge in Japan

In einer Meldung des Tagesspiegels (www.tagespiegel.de) vom 23.06.2011 gibt es folgendes zu lesen:

In Japan sind die nördlichen Provinzen Aomori und Iwate am Donnerstagmorgen (Ortszeit) von einem schweren Erdbeben der Stärke 6,7 erschüttert worden. Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde lag das Epizentrum des Bebens rund 50 Kilometer vor der Küste von Miyako in der Präfektur Iwate. Das Beben ereignete sich demnach um 06.51 Uhr (Ortszeit, 23.51 Uhr MESZ). Für die Küste Iwates wurde eine Tsunami-Warnung ausgegeben, die allerdings bereits nach rund einer Stunde wieder aufgehoben wurde. Berichte über mögliche Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht.

Iwate war am 11. März von dem schweren Beben der Stärke 9,0 und dem Jahrhundert-Tsunami heimgesucht worden, der den Nordosten des Landes schwer zerstört hatte. Mehr als 23.000 Menschen starben oder gelten als vermisst. Beben und Tsunami lösten am Atomkraftwerk Fukushima zudem die größte Nuklearkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren aus.

Am 10.07.2011 um 8:08 meldet der Tagesspiegel dies:

Bei dem neuen Beben vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu habe es auch keine Schäden gegeben. Nach Angaben der japanischen Meteorologiebehörde hatte das Beben eine Stärke von 7,3. Zunächst war die Stärke mit 7,1 angegeben worden. Das Epizentrum habe in einer Tiefe von zehn Kilometer gelegen.

Nur ein paar Minuten später um 9:15 erscheint dieser Artikel: (Auszüge)

Kein Joghurt, verseuchte Erde im Sandkasten, die U-Bahn ohne Licht: Wie sich der Alltag in Tokio seit Fukushima verändert hat. Viele Japaner sind entsetzt und enttäuscht, wie schnell die Verantwortlichen im Land bereit sind, Dinge zu vertuschen.

(…) Auf den ersten Blick ist das Leben in Japans Hauptstadt, rund 240 Kilometer vom zerstörten Atomkraftwerk Fukushima-Daichi entfernt, zur Normalität zurückgekehrt. Doch unter der Oberfläche brodelt es. Noch mehr als die nahezu täglichen Erdbeben beschäftigt die Menschen das Thema Radioaktivität, auch wenn nur wenige darüber reden. In Lebensmitteln wie Spinat, Pilzen, Bambussprossen, Tee, Pflaumen, Fisch und Milch aus Fukushima und angrenzenden Regionen wurden unzulässig hohe Radioaktivitätswerte gemessen.

Anfang Juli erst gaben die Tokioter Behörden bekannt, dass erstmals seit April wieder niedrige Dosen radioaktives Cäsium-137 im Kranwasser der Hauptstadtbewohner enthalten sind. Davor war es verseuchtes Weideland, 60 Kilometer von Fukushima entfernt, auch verseuchter grüner Tee aus der Präfektur Shizuoka wurde kürzlich entdeckt, die noch südlich von Tokio liegt. Die Regierung behauptet, verstrahlte Produkte kämen nicht mehr in den Handel. Doch es gibt erhebliche Zweifel daran, dass das stimmt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg etwa zitiert unwidersprochen einen Offiziellen der japanischen Sicherheitsbehörden mit Namen Taku Ohara. Er sagt, es gebe kein zentrales Prüfsystem, kleine Farmen würden überhaupt nicht getestet. „Es sind einfach zu viele.“

Tokio, ein Moloch mit etwa 17 Millionen Einwohnern, liegt in diesen Tagen unter einer feuchten Dunstglocke versteckt, die viel Regen bringt, aber wenig Abkühlung. Das Thermometer zeigt 32 Grad bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Bereits kurze Wege im Anzug oder im Kostüm werden zur Qual. Das sind Japaner gewöhnt. Aber dieses Jahr ist alles anders.

In den U-Bahnen beginnt bereits die Fassade der Normalität zu bröckeln. Die Klimatisierung ist heruntergefahren, die früher extreme Abkühlung fehlt. Tokio muss Strom sparen, denn der bevorstehende Sommer droht in Teilen des Landes die Kapazitäten der Kraftwerke zu überfordern. Nicht nur die Meiler in Fukushima wurden nach dem Super-Gau heruntergefahren. Insgesamt liegen zurzeit 35 der 54 Kernkraftwerke still. Es gibt Streit zwischen Zentralregierung und lokalen Politikern, ob die Meiler sicher genug sind, um wieder hochgefahren zu werden.

Um Abhilfe gegen die Hitze zu schaffen, hat die Regierung mittlerweile die Zeit des „Super Cool Biz“ ausgerufen. Wer will, darf nun auch in Poloshirt und Sneakers ins Büro kommen, dafür werden Räume und Bahnen nur noch auf 28 Grad heruntergekühlt. Kaum jemand in der von Konformität lebenden japanischen Gesellschaft wagt sich jedoch an dieses staatlich erlaubte Entkleiden.

Doch wenn es um die Sorge vor radioaktiver Verstrahlung geht, nehmen sie das nicht mehr hin. In der Präfektur Chiba, an der Grenze zu Tokio, haben besorgte Eltern vor kurzem angefangen, ihre eigenen Messungen durchzuführen, berichtet die japanische Zeitung „Yomiuri“. Hier hat auch die Japanerin Yuki Sasaki ihre Tochter im Kindergarten. Dort haben die Verantwortlichen kurzerhand die Erde abgetragen, weil sie mit 0,52 Microsievert pro Stunde oder 4,55 Millisievert pro Jahr weit über dem für Menschen zulässigen Jahreslevel von einem Millisievert lag. In der Präfektur Saitama ist mittlerweile das einzige ausleihbare Strahlen-Messgerät bis Ende August ausgebucht.

Seit dem Super-GAU sind Importe aus aller Herren Länder nach oben geschnellt. Japan, das sowieso das Gros aller Lebensmittel importiert, führt nun noch mehr ein. Fleisch, Gemüse aus Amerika, Meerestiere aus Südostasien. Ausgerechnet die Region um das Atomkraftwerk galt als Gemüse-, Reis- und Kornkammer Japans. Auch die Fischerei dort ist ruiniert, seit der Kraftwerksbetreiber Tepco tausende Tonnen radioaktiv verseuchtes Kühlwasser ins Meer leitete.

(…) Japan verzeichnet im Tourismus-Geschäft momentan einen Rückgang um etwa 50 Prozent, viele Flieger sind nicht ausgebucht. Die Hotels haben reihenweise Zimmer frei.Hysterie oder berechtigte Sorgen? Nach Ansicht vieler japanischer Familien ist Tokio selbst für Japaner derzeit keine sichere Stadt.

Abends leuchtet die Hauptstadt weniger grell als früher. An vielen Bahnhöfen, in vielen Geschäften ist jede zweite Neonröhre herausgeschraubt. Die allgegenwärtigen Getränkemaschinen funktionieren, aber sie blinken nicht mehr aufgeregt, ihre Drinks sind nicht mehr eiskalt. Aber über all das klagen die Japaner nicht, auch nicht leise, im kleinen Kreis. Über solche Dinge kommen sie mit dem ihnen eigenen Fatalismus hinweg. „Shikataganai“, sagen sie dann – da kann man nichts machen.

Wann kommt die Nikon D4?

Liest man diese Schreckensmeldungen so sollte jedem klar werden, wie verheerend es Japan in den letzten Monaten getroffen hat. Kann man unter diesen Umständen überhaupt noch mit neuen Superkameras von Canon oder Nikon rechnen? Die Mehrzahl der Kameras die für den Consumer-Markt bestimmt sind werden inzwischen in Korea und China produziert, doch die Top-Modelle kommen traditionell aus Japan. Wenn die Menschen in Japan keine Wunder vollbringen können, so wird wohl alles was die Ingenieure vor dem Erdbeben im Mai „nur“ fast fertig hatten und was komplett in Japan gefertigt wird, noch eine Weile auf sich warten lassen.

Das ist bedeutsam, weil den Japanern dadurch wirklich wichtige Devisen nicht zufließen. Doch es gibt ja noch Kameras die lieferbar sind und die eigentlich genau können das was ein „Otto-Normalverbraucher wie John Doe“ so braucht. Warum also auf das ultimative Superdingsbums warten, wenn es im Laden um die Ecke zum Bruchteil des Preises zum Beispiel eine ziemlich perfekte Nikon D7000 gibt?

Leute, kauft eine D7000 und unterstützt damit die Japaner beim Wiederaufbau! Irgendwann im nächsten Jahr wird dann auch eine D4 lieferbar und jeder der sich dann mit diesen „ultimativen Profihammer“ (Zitat aus einer beliebigen Fotozeitung) bewaffnet, kann sich die kleine D7000 zur Reserve in die Fototasche stecken.

Alles wird gut – hoffentlich immer…

Und zur Not kann man ja auch heute mit der D3 noch das eine oder andere coole Foto machen, egal wie garstig die Bedingungen auch sein mögen…

Egal wie fies es auch wird, die D3 lässt ihre Herren nicht im Stich...

 

 

 

La Luna

Es ist mitten in der Nacht und eigentlich wollen wir schlafen gehen. Doch der Durst treibt mich noch einmal kurz an den Kühlschrank. Was ist das, im Wohnzimmer steht die Türe noch weit offen. Wenn es nachts regnet steht morgens alles unter Wasser. Also will ich die Türe schließen und da sehe ich ihn – Vater Mond steht klar und hell fast zum Greifen nah vor mir am Himmel. Meist ist es im Sommer dunstig und der Blick auf den Mond verschleiert, aber in diesem Augenblick sieht er echt gut aus! Nun schnell handeln bevor eine Wolke den tollen Blick eintrübt. Die D7000 steht griffbereit auf dem Stativ, ich schraube schnell das Spiegeltele Nikkor 8/500mm dran. ISO-100, 1/20s, RAW-Modus, Spiegelvorauslösung – alles ist schnell und wie im Schlaf eingestellt.

Das Stativ wird auf dem Balkon in Position gebracht, hoffentlich merken die Nachbarn nicht, dass ich nur mit T-Shirt und Unterhose bekleidet bin! Der Getriebe-Neiger hilft bei der exakten Positionierung, der Mond soll oben links im Bild sein, weil das Licht von rechts kommt. Ich drücke den Auslöser, der Spiegel klappt hoch und ich warte 30s bis auch der Verschluss der D7000 ganz leise und praktisch ohne Erschütterungen auslöst – Voilà – La Luna!

Am nächsten Tag wird das RAW-Bild konvertiert und der Bildausschnitt noch ein wenig enger gewählt. Die Streiflichter machen die Krater des Mondes erst so richtig sichtbar. Hätte ich solches Licht doch bei meinem Besuch des Racetracks im Death Valley gehabt 🙂

Einfach anklicken für 1000er Auflösung…

Und so sieht das Fotogerät aus:

Rund um die La Sal Mountains und durch Colorado

Früh am morgen springe ich aus dem Bett um den Patzer des vorherigen Tages wett zu machen – endlich den klassischen Schuss an der Window Section im Arches National Park. Gestern war ich zu spät und habe dann auch noch aus Versehen meine schöne neuwertige Nikon D2x verschrottet…

Heute bin ich früher da! Zusammen mit einem Bus voller Schulkinder treffe ich um etwa 9h am Trailhead zur Windows Section ein. Alles ist gut, ich wandere rüber und achte beim Klettern durch den Arch penibel darauf nicht wieder auszurutschen. Als ich meine Kamera am richtigen Standpunkt aufgestellt habe sind die Schulkinder auch so weit… Mist – überall kleine Jungs und Mädchen in bunt Klamotten. Als sie mich sehen klettern sie sogar zu mir herüber. Der Lehrer schreit sich die Seele aus dem Leib, er hat die berechtigte Sorge, dass es den Kids so gehen könnte wie meiner D2x.

Nach etwa 30 Minuten ist der Spuk vorbei – nach sehr langen 30 Minuten!! Ich schieße ein paar HDRs und packe ein. Da fällt mir die Hasselblad SWC ins Auge, schnell mal raus aus dem Rucksack – die Perspektive passt recht gut zum festen Blickwinkel der Kamera. Also schnell das Schweizer Messer auspacken und den kleinen Schwalbenschwanz für den Schnellverschluss des großen Stativkopfs an die SWC anschrauben. Dann mit der D300 die Belichtung messen – bei ISO – 100 – dann die Zeit verdoppeln damit sie zum Velvia 50 passt. Es kommt die alte Formel heraus: Blende 8 – die Sonne lacht! Warum Matrixmessung mit zigtausend Motiven und jeder Menge Trallala wenn es doch immer wieder Blende 8 bei ISO-50 und 1/125s ist? Scheint die Sonne etwa heller ist es Blende 11…

Ok, die Kamera in Position gebracht, drei Schüsse mit Blende 8 und jeweils einer halben Blende drunter und drüber – Sicher ist Sicher!! Dann fällt es mir auf – in der Hektik habe ich schon wieder vergessen den Deckel vom Objektiv zu nehmen – verflucht – und das wo die Filme so teuer sind. Aber das letzte Bild ist zu retten – Schieber rein – Magazin ab – Verschluss spannen – Magazin wieder dran, Deckel ab, Schieber raus, auslösen – es sind nur zwei Bilder in tiefes Schwarz getaucht…

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Danach schnell zurück zum Motel. Es dauert 45 Minuten, Sandra wartet schon. Es geht wieder mal zu Denny’s – das Frühstück ist dort einfach das Beste! Danach geht es in Richtung Süden, mal sehen was passiert. In Monticello wollen wir etwas essen, es gibt aber nichts. In eine Abajo Trading Post kauft Sandra eine kleine Spange für eine Halstuch. Dann geht es über die 141-te Straße in Richtung Colorado. Wir sind begeistert von der bunten Vielfalt dieses Bundesstaates. Sandra ist jetzt auch klar wie die HARIBO Colorado-Mischung ihren Namen erhalten hat.

Irgendwann sind wir dann auf der 90-ten Straße in Richtung Moab. Gegen 20h laufen wir im Motel ein. Das Auto ausräumen und dann los zu Jay’s Pasta – dem besten Italiener hier am Ort! Es gibt einen Rotwein aus dem Castle Valley – da sind wir morgens dran vorbei gefahren! Es ist ein vorzüglicher Rotwein namens “Castle Valley Outlaw” – 36$ kostet die Flasche. Dazu gibt es Pizza – einmal Small – einmal Medium – mach 80 Dollar – Uff…

Überall knattern die Hotrods und frisierten Oldtimer durch die Gegend – morgen ist hier die große Party!

Nun aber ab ins Bett – es ist schon wieder 0h25…

Ok, noch schnell die Streckenanalyse…

 

 

Und wie immer gibt es hier das KMZ zum selbst gucken.

Hier gibt es die Diashow des Tages.

Allein im Arches National Park – Oder: Nicht mein Tag

Sandra würde Moab gern mal in Ruhe erkunden und ein wenig das tun was Frauen am Liebsten tun – Shoppen!

Am Morgen daher das übliche Programm, duschen, anziehen und ab zu Denny’s. Sandra probiert mal die “Grits” – wir können und nichts darunter vorstellen. In der Rubrik “Build your own grand slam” kann man sich vier Dinge beliebig zusammenstellen. Meist reichen schon drei ‘Kleinigkeiten’ um satt zu werden. Also versucht sie mal die Grits. Es kommt ein großer Teller mit einer Art Milchreis. Was genau das ist können wir beide nicht sagen. Aber mir schmeckt es ganz gut. Sie mag es aber nicht und so bleibt “Nr. 4” unbeachtet zurück.

Nach dem Frühstück geht es kurz zum Family Dollar. Ich brauche was zum Rasieren. Entweder ist der Akku in meinem Rasierer kaputt oder die amerikanischen 110 Volt reichen nicht um ihn aufzuladen. Also kaufe ich ne Packung Nassrasierer – die hat John Wayne hier auch schon benutzt 🙂

Danach setze ich Sandra am Motel ab und fahre weiter zum Arches National Park. So etwa um 12h30 komme ich an der Window Section an. Nach dem Sturm und dem nächtlichen Regen ist die Luft angenehm frisch, es sind etwa 13 °C. Ich habe mich etwas wärmer angezogen und will das klassische Foto von gestern noch einmal bei Windstille und gutem Licht fotografieren. Während ich durch den ersten Arch hindurch klettere rutschen mir die Wanderschuhe, unter denen reichlich nasser Sand klebt, einfach weg. Ich falle rückwärts auf den Rücken und rutsche ein Stück den Felsen herunter bis die Füße wieder halt finden. Meine schöne Nikon D2x poltert derweil den Abhang hinunter. Hin ist sie, Fels ist härter als Magnesium. Ich ärgere mich still und leise vor mich hin und bin froh, dass ich im Auto noch die Nikon D300 als Reservekamera dabei habe. Eigentlich habe ich die D300 wegen der ISO-200 für das Tele vorgesehen und die D2x wegen der guten Auflösung für das Weitwinkel. So muss ich nicht ständig im allgegenwärtigen Sandsturm die Objektive wechseln.

Das geht jetzt leider nicht mehr 😐

Ich bin total bedient und als ich endlich in Stellung für das Foto des Tages bin hat sich die Sonne so weit gedreht, dass ich beide Bögen nun im Gegenlicht sehe – massiv blöd! Also weiter zum Double-Arch. Hier will ich mal mit der Hasselblad SWC ein paar Fotos schießen. Also wandere ich die paar hundert Meter zum Double-Arch mit der D300 und der SWC. Am Arch angekommen mache ich ein paar Testbilder mit der D300 um zu sehen welche Belichtungszeit für die SWC perfekt ist. Dann kommt die SWC auf mein kleines ‘Wanderstativ’ und ich mach zwei Fotos. Kurz drauf fällt mir auf, dass ich schon wieder vergessen habe den Objektivdeckel abzunehmen. Es ist einfach total blöd wenn man nicht direkt durch das Objektiv schauen kann. Also nochmal das Ganze…

Während die SWC auf das nächste Motiv wartet versuche ich auf dem Rücken liegend mit der D300 die optimale Belichtung für das nächste Motiv zu finden. Da kommt ein kleiner Windstoß, das kleine Stativ rutscht auf dem sandigen Felsen aus und ‘Klatsch’ liegt die SWC auf der Seite. Oh je, nicht schon wieder. Heiß und kalt durchzuckt es mich. Schnell hin hechten damit sie nicht noch den ganzen Fels herunter rutscht. Im Hintergrund sagt jemand “Oh oh”… Es hat die Gegenlichtblende erwischt und an einer Kante sind ein paar Schrammen. Sie scheint den Sturz ansonsten komplett unverletzt überstanden zu haben. Es ist einfach nicht mein Tag…

Ich versuche wieder auf dem Rücken liegend den doppelten Bogen gegen den Himmel abzulichten. Irgendwann bin ich mir sicher, dass 1/125 Sekunde und Blende 11 so verkehrt nicht sind. Dann bringe ich die SWC in Position. Ein Druck auf den Drahtauslöser und NICHTS PASSIERT!!! Ach ja, der Schieber – schon wieder vergessen. Also den Schieber raus, den Drahtauslöser drücken und NICHTS PASSIERT!!! Ich kriege langsam die Krise – ist das Ding nun auch kaputt? Nein ist sie nicht, der Film ist mal wieder voll…

Also Magazin raus und vorsichtig einen neuen Film einlegen. Bei all dem Sand und Wind hier ist das gar nicht so einfach.

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Im letzten Jahr habe ich etwa 900 Kleinbild-Dias geschossen. Davon ist etwa die Hälfte mit langen Kratzern aus dem Labor zurück gekommen. Keine Ahnung ob es der Sand im Gehäuse oder in Problem im Labor war. Jedenfalls sind die meisten Dias des letzten Jahres verschrammt. Ob das mit den Rollfilmen aus der SWC auch passiert? Als der Film geladen ist mache ich meine Bilder und klettere noch ein wenig in den Felsen herum. Dann ist es 16:00 – eigentlich wollte Sandra jetzt anrufen. Aber mein Handy findet hier draußen wieder einmal kein Netz. Also schnell ins Auto und zurück zum Motel – bevor das S-GEN zuschlägt.

Um 16h20 bin ich dann am Motel. Sandra ist auch schon dort. Sie hat aber keine Lust noch einmal mit in den Park zu fahren. Also tanke ich meine Bilder auf dem Notebook ab und putze erst einmal in Ruhe die D300. Sie ist jetzt meine “Hauptkamera”. Und sie hat trotz aller Vorsicht und trotz Ultraschall-Sensorreinigung diverse kleine schwarze Punkte auf allen hellen Flächen.

Also Eclipse und Sensor-Swabs aus dem Koffer kramen. Das habe ich aus dem letzten Jahr gelernt, man sollte etwa für die Reinigung des Kamerachips dabei haben! Im letzten Jahr habe ich es mit Q-Tips und Alkohol versucht, das war alles Blödsinn und hat mir den letzten Nerv geraubt. Nun mache ich es richtig und nach zweimal Wischen ist der Chip auch schon wieder blitz blank.

Dann geht es wieder los. Es ist 18h15 und um Punkt 20h soll laut GPS am Delicate Arch die Sonne untergehen. Ich beeile mich so gut es geht. Am Trailhead schnell den Rucksack schultern. Er ist eigentlich zu schwer und ich habe sicher wieder viel zu viel dabei – ach egal. Andere Leute gehen ins Fitnessstudio – ich trage Kameras und Objektive.

Der Weg hoch zum Delicate Arch kommt mir sehr bekannt vor. Kleine Steinmännchen markieren den Weg. Es geht teilweise steil bergauf. Es ist kühl und mir wird trotzdem warm. Unterwegs überholen mich drei junge Fotografen. Sie sind richtig in Panik und haben Sorge, dass sie zu spät oben ankommen könnten. Fast im Laufschritt hechten sie den Berg hinauf. Ich lasse es ruhiger angehen. Zum Einen habe ich mehr Gepäck auf dem Rücken und zum anderen bin ich fast so alt wie die drei Typen zusammen. Also ganz ruhig.

Als ich oben ankomme sind die drei schon voll beschäftigt. Ihnen läuft beim Fotografieren der Schweiß den Nacken herunter. Ich ziehe mich erst einmal um. Es ist total praktisch wenn man ein trockenes zweites Hemd dabei hat!

Danach wird die Kamera aufgebaut. Pünktlich zum Sonnenuntergang geht es los. Ein paar Bilder von links, von rechts, im Gegenlicht. Dann ist die Show vorbei. Alle packen ein, bis auch mich. Während ich mir die Szenerie so anschaue beginnt der Delicate Arch plötzlich ganz kurz intensiv rot aufzuglühen. Darauf hatte ich gehofft. Während meine Kamera klappert kramen alle anderen hektisch in ihren Fotorucksäcken. Sie sind zu spät – der Spaß hat nur einige wenige Augenblicke gedauert.

Ich bleibe noch ein wenig und schaue wie der Mond aufgeht und sich die Sterne zeigen. Danach geht es im Mondlicht mit der neuen Taschenlampe den Berg hinunter. Es ist teilweise nicht ganz einfach den Weg zu finden. Es gibt zwar Steinmännchen aber die stehen teilweise weit auseinander. Zwischendurch daher immer mal wieder der Blick auf das GPS. Ich bin auf dem richtigen Weg. Dann ein paar hundert Meter vor dem Parkplatz gehen die Batterien im GPS zur Neige. Egal, ich bin ja schon fast da.

Im Auto angekommen bin ich der Vorletzte. Später sehe ich ein paar Scheinwerfer hinter mir, da ist jemand noch länger geblieben als ich. Am Auto ist das Hemd vom Aufstieg wieder trocken – ich kann wieder wechseln – sehr praktisch!!

Um 22h bin ich dann am Motel, Sandra wartet schon! Bei Denny’s gibt es einen “Classic Burger” – der ist gut und macht so richtig satt. Später im Motel dann die Bilder sichern, Akkus aufladen, bloggen und schon ist es wieder 0:15 – die Zeit vergeht hier irgendwie schneller als in Deutschland…

Gute Nacht!

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So sieht die Wanderung hoch zum Delicate Arch aus:

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Ab dem kleinen ‘Kringel’ im rechten Drittel geht es zu Fuß den Berg hinauf.

Das KMZ dazu habe ich hier abgelegt. Wer mag kann es ja mal mit Google Earth öffnen und selbst schauen wie es da aussieht.

Hier ist die Diashow des Tages.