Teneriffa 2014/15 – Punta del Hidalgo

Tag 25 – 4. Januar

Nach den Anstrengungen des Vortages nutze ich den Sonntag um mich ein wenig auszuruhen. Ich schlafe lange und bin spät beim Frühstück. Danach verbringe ich viele Stunden mit meinem MacBook auf dem Balkon. Einige Artikel habe ich schon in „Pages“ offline geschrieben, aber weil hier die Internet-Anbindung immer wieder nach nur einigen Minuten abreißt, ist das Publizieren der Artikel eine echte Geduldsprobe. Zwischendurch fegt mal kurz das Zimmermädchen durch meine kleine Suite und schon bin ich wieder allein.

Am Abend packe ich meine Olympus OM-D E-M1 und die Nikon D800E in meinen Fotorucksack. Dazu kommen das 24mm Shift & Tilt und das 2,8/14-24mm Weitwinkel. Für die Olympus packe ich einfach alle Objektive ein die ich dabei habe. Damit nichts anbrennt stecke ich zum Schluss noch schnell die Nikon 1 V3 mit dem 10mm Pancake in eine freie Stelle meines Rucksacks. (Lowe Pro – Minitrecker AW)

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Der Punta del Hidalgo ist eine kleine Landzunge die weit im Norden in das Meer hinausragt. Weiter nördlich ist nun noch das Anaga-Gebirge. Meine Anfahrt dauert etwa 45 Minuten und hier ist wirklich die Welt zu Ende. Es gibt dort einen kleinen Aussichtspunkt und eine Möglichkeit für die Busse dort zu wenden. Das war es dann auch schon!

Die ganz ganz harten Wanderer starten hier Wanderungen in das Anaga-Gebirge hinein. Wer sich die Berge anschaut die auf diesen Wanderungen zu überwinden sind, der bekommt schnell Hochachtung vor dem jungen durchtrainierten Volk das hier unterwegs ist.

Ich parke mein Auto etwas unterhalb in der Zufahrtsstraße zu einer gewaltigen Bananen-Plantage. Den Strand weiter unten kann ich gut sehen, dort steht auch ein kleines Auto. Es kann also nicht so schwer sein dorthin zu kommen. Mit Stativ und Rucksack geht es los kreuz und quer durch die Plantage. Es ist der Teil der nicht mehr ernsthaft bewirtschaftet wird. Hier und da wurden vor kurzem noch einige Kartoffeln angepflanzt aber die größte Fläche liegt brach.

Unten am Meer angekommen traue ich meinen Augen nicht, als ich plötzlich vor einem verschlossenen Gitter stehe. Auf der anderen Seite flanieren einige Urlauber und ich bin in der Plantage eingeschlossen, wie blöd ist das denn? Etwa weiter rechts hat jemand die Netze welche die Plantage überspannen aufgerissen und es sind von der Mauer einige Steine abgebrochen. Das Grünzeug vor dieser Stelle ist zertrampelt, hier könnte es also gehen. Die Mauer sehr scharfkantig und es ist nicht leicht darüber zu klettern. Aber mit einem beherzten Sprung schaffe ich es schließlich auf die andere Seite.

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Dort erwartet mich ein eine wilde Mischung aus erkalteter Lava und winzigen Buchten die das Meer im Laufe der Jahrhunderte ausgewaschen hat. Vor mir sind nur noch die gewaltigen Berge des Anaga-Massivs. Mit meinem Nocticron und dem ND-1000 Filter in Verbindung mit einem Grauverlaufsfilter mache ich die ersten Fotos. Dank der hohen Lichtstärke kann ich sogar bei 1/30s, Blende 1,2 und ISO-800 durch diesen Filter filmen, wie cool ist das denn?

Calima Sunset @ Punta del Hidalgo #1

Später muss das Noctricron dem Panasonic 2,8/12-35mm (FX: 24-70mm) weichen, zu eingeschränkt ist mir der relativ enge Blickwinkel des 42,5mm Objektives (FX: 85mm). Auch für das 2,8/12-35mm habe ich diverse Graufilter mit 58mm Durchmesser dabei. Es entsteht Bild um Bild und während es langsam dunkel wird geht am Horizont sehr malerisch der Mond auf. Hinter mir kommt ein Auto nach dem anderen angefahren. Lauter Canarios springen mit ihren Smartphones heraus und knipsen das seltene Schauspiel.

Calima Sunset @ Punta del Hidalgo #2

Es ist mal wieder Calima und einen schönen Sonnenuntergang gibt es dann meistens nicht. Im Himmel hängt extrem feiner Sand aus der Sahara und zum Sonnenuntergang wird es meist einfach dunkel. Daher habe ich mich entschlossen mich nach Osten zu wenden und das zu fotografieren was von der Sonne angeleuchtet wird. Da wir derzeit Vollmond haben, muss auch dort irgendwann der volle Mond zu sehen sein. Ist klar, oder?

Calima Sunset @ Punta del Hidalgo #3

Calima Sunset @ Punta del Hidalgo

Calima Sunset @ Punta del Hidalgo #4

Irgendwann ist es so dunkel, dass ich nur noch den Polfilter vor meinem 12-35mm Zoom habe. Später kommt auch der dann auch noch runter. Als gegen 19h die Show vorbei und der Mond schon hoch über dem Anaga-Gebirge steht mache ich mich auf den Rückweg. Die Stelle der Mauer an der ich heruntergesprungen bin ist allerdings so hoch, dass ich mit dem schweren Fotorucksack und meinem großen Stativ dort nicht hinaufkomme. Außerdem bin ich mir nicht sicher ob ich in der Dunkelheit den sehr verworrenen Hinweg zurück finden werde. Also gehe ich lieber an der Schotterpiste entlang über die ein Auto nach dem anderen den „Strand“ verlässt. Irgendwann bin ich ganz allein und fluche weil diese verflucht große Bananenplantage einfach kein „scheiß Ende“ nehmen will. Nach endlosen Metern geht links ein kleiner Weg steil den Berg hinauf. Ok, verlaufen kann ich mich eigentlich nicht. Oberhalb des Meeres ist die Straße die zu meinem Auto führt, ich muss also „nur“ nach oben und dann nach links zum Auto laufen. Das sollte kein Problem sein. Als ich schließlich mein Auto erreiche bin ich ziemlich am Ende, ich musste einen irre großen Umweg laufen weil diese blöde Plantage zwar von Wegen durchzogen ist, aber alle Tore in Richtung Meer verschlossen sind.

Punta del Hidalgo Coastline

Ein ganzes Stück vor meinem Auto sitzt dann eine junge Frau mit einem riesigen Rucksack am Straßenrand. Vor ihr kniet ein junger Mann der ebenfalls einen echt großen Rucksack auf dem Rücken hat. Ich frage kurz ob alles ok ist. Sie sind völlig fertig weil sie einen Abstieg aus dem Anaga-Gebirge hinter sich haben der viel weiter und anstrengender war als gedacht. Sie ist am Ende ihrer Kräfte. Als ich frage ob ich sie mit nehmen soll winkt sie nur ab und sagt „Nein Nein Nein, lasst mich einfach hier sitzen, es geht gleich wieder…“

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Er schaut mich an, ich schaue ihn an, er zuckt mit den Schultern, ich zucke mit den Schultern und laufe weiter zu meinem Auto. Als ich später an der gleichen Stelle vorbeifahre sind die beiden weg. Ich sehe sie ein paar hundert Meter später auf dem Gehweg wieder. Sie hat sie hochgerappelt und geht tapfer ihren Weg zu Ende, recht so!

Ich schaffe es noch zum Abendessen ins Hotel und bin bei der Sichtung meiner Fotos ganz verzückt. Zwar habe ich heute im Grunde nur ein einziges Motiv fotografiert, aber es sind doch einige schöne Fotos entstanden. Dieser Ausflug hat sich also gelohnt. Nur, dass ich wieder meine D800E und die vielen Objektive über die halbe Insel getragen habe ohne sie auch nur für ein einziges Foto zu benutzen, das nervt wirklich…

Hier habe ich für Euch nochmal meine Wanderroute aufgezeichnet. Bei 1 steht das Auto, bei 2 habe ich fotografiert und der Rest ist der schweißtreibende dunkle Rückweg…

Punta-Hidalgo-Hike

Teneriffa 2014/15 – Fotografieren mit Shift & Tilt

Lighthouse near Abades #3 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Tag 23 – 2. Januar 2015

Es ist Freitag und der Rutsch ins neue Jahr war überaus kalt und frostig. Mittlerweile habe ich einige Fotos angeschaut und mit viel Mühe bei flickr.com in meinen Fotostream hochgeladen. Mein Wäsche ist auch gewaschen, die letzten Tage in meinem BLOG sind beschrieben, warum also nicht zu einer kleinen Fototour aufbrechen?

Im Gepäck habe ich heute nur das Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt Objektiv, so wie einen passenden 82mm Polfilter und meine kleine auf Infrarot 700nm umgebaute Nikon 1 V1.

Über die Autobahn geht es nach El Poris. Dort gibt es etwa auf halber Strecke zur alten Geisterstadt bei Abades einen schönen Leuchtturm. Das Areal kenne ich recht gut und man kann von hier aus recht nette Sonnenuntergänge sehen, wenn man sich auf ein der kleinen Vorsprünge aus erkalteter Lava stellt die teilweise recht weit ins Meer hineinreichen.

Coastline near Abades - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Als ich am Leuchtturm eintreffe ist es unglaublich windig. Es fällt schwer gerade zu stehen und zu fotografieren. Aber die Wolken am Himmel und das Licht stehen mehr als günstig für richtig „knallige“ Infrarot-Fotos. Bewaffnet mit meiner Nikon 1 V1 und dem 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom (FX:  18-35mm) geht es an die Arbeit. Der Himmel sieht famos aus und schon beim Blick durch den Sucher kann man erahnen wie die Bilder nach der Ausarbeitung wirken werden. Nur will es einfach nicht gelingen den Leuchtturm so abzulichten, dass er wirklich gerade steht. Wie man sich dreht und wendet, er steht nur dann gerade wenn er mitten im Bild angeordnet wird und das sieht immer blöd aus. Das Einzige was hilft ist unerwünschte andere Objekte hinter Büschen und Sträuchern verschwinden zu lassen und den Leuchtturm gerade zu stellen. Allerdings erscheint die eigentlich ebene Landzunge dann stark abschüssig, so wie im folgenden Bild.

Lighthouse near Abades #1 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Also schlägt etwas später die Stunde des großen Shift & Tilt Objektives. Bewaffnet mit Stativ und Nikon D800E wage ich mich hinaus in den Sturm. Dabei halte ich mein Stativ stets fest, ich will auf keinen Fall riskieren, dass der Wind es wieder umwirft.

Soll der Horizont im unteren Drittel des Bildes angeordnet werden und positioniert man den Leuchtturm so im Bild, dass er im linken oder rechten Drittel zu sehen ist, so zeit sein Spitze IMMER zur Mitte im oberen Bereich des Bildes. Das sieht voll doof aus, es lässt sich aber mit dem Shift & Tilt Objektiv korrigieren. Dazu schiebt man das Objektiv schrittweise nach oben und senkt die Kamera auf dem Stativ etwas nach unten. So nähert man sich langsam aber sicher einer Position an in der alles so hübsch gerade ist wie man es sich wünscht.

Würde man ein Motiv fotografieren bei dem der Horizont im oberen Drittel wäre, so müssten man das Objektiv nach unten verschieben.

Als einfach Regel kann man sich merken, dass man die Kamera zunächst vollständig  aufrecht aufstellt und dann die Position des Horizontes über das Verschieben des Objektives einstellt. Später kann man dann etwas „nachregeln“.

Will man Dinge fotografieren die sehr nah vor der Kameras sind und die Tiefenschärfe stark ausweiten, oder ggfs. auch stark einschränken, so kann man das Objektiv schwenken. Dabei steht es nicht mehr gerade an der Kamera sondern zeigt schrägt nach oben oder unten.

Das Rokinon Objektiv (Auch unter dem Label Samyang oder Walimex erhältlich) kann man außerdem sehr einfach um 90° an der Kamera drehen und dies gleich zweimal! Also den verschiebbaren Teil und den schwenkbaren Teil! Damit lassen sich die meisten Motive so in den Griff bekommen, alles „bolzengerade“ steht. Wer mag kann die Verstellmöglichkeiten des Objektives auch verwenden um einen sehr natürlich wirkenden „Miniatur-Effekt“ zu erzielen. Da dieser „Echt ist“, sieht er meiner Meinung nach deutlich besser aus als eine digitaler Effekt aus Photoshop & Co.

Ein weiterer Vorteil dieser sehr speziellen Objektive ist, dass man die Verstellmöglichkeiten natürlich auch beim Filmen nutzen kann. In einfachen Video-Bearbeitungsprogrammen hat man meist keine Möglichkeit um perspektivische Verzerrungen zu korrigieren und wenn es geht, verliert man dadurch in der Regel sehr viel Auflösung und damit Detailgehalt innerhalb der korrigierten Video-Sequenzen. Dies trifft auf Fotos natürlich auch zu.

Wer also Gebäude usw. korrekt abbilden will und gleichzeitig auf eine allerhöchste Bildqualität bedacht ist, der kommt an einem Shift & Tilt Objektiv nicht vorbei. Doch diese Objektive sind auch in der Landschaftsfotografie eine sehr gute Sache! Man stelle sich vor, dass man eine Foto von einem Waldrand aufnimmt und die Wurzeln der Bäume weit untern im Bild anordnet. Nun schaut man an den Bäumen hinauf und da ist er wieder, der ungeliebte Effekt. Die Bäume am Bildrand stehen schief und zeigen zur Bildmitte!

Diese perspektivische Verzerrung lässt sich mit dem Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt ebenso leicht korrigieren wie ein bei einem Foto eines Leuchtturmes 🙂

Während ich mit der D800E unterschiedliche Perspektiven ausprobiere geht am Horizont äußerst fotogen die Sonne unter. Viel Zeit ist jetzt nicht und ich muss mich schwer beeilen wenn ich einige unterschiedliche Perspektiven ausprobieren will. Dabei ist es sehr hilfreich, ich dass Shift & Tilt Objektiv schon oft benutzt habe und es inzwischen wie im Schlaf bedienen kann. Im folgenden Fotos musste ich mit Photoshop keinerlei Korrekturen der Perspektive ausführen, alles wirkt so wie es sein soll. Wegen des harten Kontrastes habe ich immer Belichtungsreihen mit 5 Bildern und 0,7EV Unterschied bei Blende 8 und Zeitautomatik aufgenommen. Für das folgende Fotos habe ich zwei Bilder zu einem Foto „kombiniert“. Dabei habe ich für den unteren Teil, also den Teil mit der dunklen Lava eines der helleren Bilder verwendet. Wenn man so will ist dieses Foto also ein DRI (Dynamic-Range-Increase – Erweiterung des Tonwertumfangs).

Old Light House near Abades - Nikon D800E & Rokinon Shift & Tilt 3,5/24mm

Allerdings macht mir der massive Wind große Probleme. Damit die Fotos nicht verwackelt sind müsste ich mein Stativ eigentlich massiv beschweren. Dazu gibt es so genannte „Steinbeutel“ die man in die drei Beine des Statives einhängen und mit schweren Gegenständen füllen kann. Einen solchen Steinbeutel habe ich leider daheim in Deutschland. Zuletzt war er in einem meiner Videos zu einem der Vanguard-Stative zu sehen. Also nutze ich die kleine Schlaufe gleich unter dem Kugelkopf meines leichten Carbon-Statives und ziehe das Stativ während ich auslöse mit aller Kraft in Richtung Boden. So gelingen einige nicht verwackelte Fotos an den ich später sehr viel Freude haben werde.

Teneriffa 2014/15 – Die vegane Frühstückszeremonie

Canarian style near Taganana - Nikon 1 V3 & 10-100mm

Tag 23 – 2. Januar 2015

Ich bin jetzt schon seit mehr als drei Wochen auf dieser wunderschönen Insel und jeden Morgen ist es immer wieder witzig was man beim Frühstück alles beobachten kann. Auch heute finde ich einen Platz an einem der wenigen freien Tische draußen auf der Terrasse vor dem Restaurant. Während ich eine größere Menge kleiner lauwarmer Pfannkuchen mit verschiedenen Sorten Marmelade zu mir nehme, nimmt gleich neben mir ein großer sehr dünner Typ mit auffälliger Sonnenbrille platz. Eigentlich ist der Himmel voller Wolken und niemand außer ihm trägt eine Sonnenbrille, aber vielleicht gehört das ja zu seinem Stil der allerdings irgendwie seltsam anmutet. Während er immer wieder zwischen Tisch und Restaurant pendelt füllt sich sein Tisch langsam aber sicher mit verschiedenen Tellern auf denen er Salate, Gemüse und Obst gestapelt hat. Dazu gibt es ein Gläschen zuckersüßen Ananas-Saft aus dem Automaten. Auf seiner letzten Tour bringt er schließlich einen Teller mit auf dem zwei Scheiben Toast und jeweils drei Scheiben Käse liegen die wie ein V geschnitten sind.

Ich bin ein großer Fan der leicht skurrilen Fernsehserie „Der Tatortreiniger“ mit Bjarne Mädel in der Hauptrolle. „Meine Arbeit fängt da an wo sich die meisten Menschen vor Ekel übergeben müssen!“ – Das ist das Credo seiner Arbeit als jemand der kommt nachdem die Spurensicherung weg ist.

Tatortreiniger

In der dritten Staffel gibt es die überragende Folge „Fleischfresser“. Dort stellt Tatorteiniger „Schotty“ vor der Türe hinter der er die Spuren eines Verbrechens beseitigen soll und stellt fest, dass er die Wohnungsschlüssel in der Firma vergessen hat. Er ruft seinen Chef an und organisiert, dass jemand kommt und die Schlüssel bringt. Während er im Hausflur wartet kommt eine junge hübsche Frau in einem Rollstuhl aus dem Aufzug. Weil er mal dringend pinkeln muss, darf er kurz in ihre Wohnung. Was dann kommt ist ein wunderbares Kammerspiel zum Thema „Vegan leben“.

Fleischfresser

Ständig klingelt das Telefon und der Ex-Freund der Rollstuhlfahrern ruft immer wieder an, bettelt und entschuldigt sich für seine grauenhafte Tat. Schließlich klärt sich die Sache auf. Sie ist Veganer und ER hat heimlich Schnitzel gegessen. Daher musste er gehen. Jetzt will er alles wieder gut machen. Tatortreiniger Schott zerreißt es fast das Herz und schließlich bietet er ihr eine „Vegane Patenschaft“ an. Er isst 14 Tage lang kein Fleisch und kompensiert damit die Schnitzel ihres Freundes. So kann er wenigstens für diese Zeit mit gutem Gewissen wieder mit ihr zusammen sein. Eine wirklich lustige Idee der Drehbuchautoren…

Während mein Frühstücksnachbar mit einem speziellen Messer, das er wohl mitgebracht hat, sein Obst bearbeitet gehen mir die Szenen mit Schotty und der „veganen Patenschaft“ durch den Kopf. Irgendwie muss ich in mich hinein grinsen, zu witzig sieht es aus wie dort Birnen, Äpfel und Bananen akkurat seziert und dann mit Messer und Gabel verspeist werden.

Nach dem Obst wendet sich mein Nachbar den nahrhaften Dingen zu. Es gibt zwei Scheiben Toast und genau 5 Scheiben V Käse. Doch halt, zunächst werden am Vollkorntoast die ungesunden dunklen Krusten mit dem Obstmesser entfernt. Nun werden die dunklen Ränder der Käseecken entfernt. Anschließend werden die V Käseecken so auf dem verbleibenden Toast verteilt, dass sie ein sauberes Parallelogramm bilden. Doch was ist das? Ein V ist noch übrig. Wohin damit? Ah, es wird präzise in der Mitte geteilt und dann auf die beiden Scheiben Toast gelegt. Nun wird der Käse mit etwas Brokkoli, Karotten und anderem gedünsteten Gemüse belegt. Als alles fertig ist versucht mein Nachbar es zu essen. Aber das ganze Gemüse kullert ihm wieder von seinem randlosen Vollkorntoast herunter. Das Problem scheint die Instabilität des Brotes zu sein, es hat eben keinen stabilen Rand mehr. Der Veganer denkt kurz nach um danach mit Obstmesser und Gabel das Gemüse zunächst etwas zu zerkleinern und dann vorsichtig mit Messer und Gabel zu verspeisen. Bei jedem Stückchen Toast kullert immer wieder Gemüse zurück auf den Teller, das vegane Leben hält doch allerei Herausforderungen parat. Ich frage mich warum er nicht einfach einen Toast mit Marmelade isst, das wäre deutlich einfacher.

Als der Toast schließlich bewältigt ist geht es mit einem guten Mix aus Tomaten und Salaten weiter. Ein Dressing gibt es nicht, auch Salz und Pfeffer müssen fern bleiben. Während ich das Schauspiel betrachte bekomme ich richtig Appetit auf eine Tasse Kaffee und zwei Brötchen mit Marmelade. Wie ungeheuer simpel mein Leben doch ist…

Nach dem Essen tausche ich wieder 20 Euro in einzelne Münzen und wasche ein zweites Mal meine Anziehsachen. Während die Turbo-Waschmaschine 30 Minuten lang im Keller meine Kleidung säubert ist Zeit diesen Artikel zu schreiben.

Jetzt muss ich kurz unterbrechen, denn nun muss die Wäsche schon in den Trockner. Also nicht wegklicken, ich bin gleich zurück…..

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Ok, da bin ich wieder…

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Die Waschmaschine läuft keine 30 sondern etwa 35 Minuten. Weil Masseur Jerome schräg gegenüber wahrscheinlich gerade eine ältere Dame von ihrem Verspannungen befreit, warte ich vor dem Waschraum bis die Maschine fertig geschleudert hat. Dabei geht mir erneut der Tatortreiniger durch den Kopf. „Warum ich Schweinebraten esse?? Na weil es lecker ist…“ Als ich mich an die Wand neben der Türe anlehne kann ich es kaum glauben, sie vibriert im Rhythmus der schleudernden Waschmaschine, wie krass ist das denn?

Als die „Speed-Queen“ – so die offizielle Bezeichnung – fertig ist hole ich schnell meine Wäsche heraus. Meine farbechten Trekking-Hemden sind zwar nicht der letzte modische Schrei, aber man kann sie problemlos zusammen mit weißer Unterwäsche waschen. Doch in den Trockner sollten sie nicht, das ich auch gar nicht notwendig denn die Speed-Queen hat fast jedes einzelne Wassermolekül herausgeschleudert.

Nun habe ich wieder 45 Minuten Zeit bis Schlafanzug und Unterwäsche frisch duftend und sauber aus dem Trockner kommt. Man braucht hier echt nicht viel Wäsche. Ich habe Hemden für eine Woche, drei vier Hosen und Socken und Unterhosen für 8 Tage. Damit habe ich enorm viel Raum und Gewicht in meinem Koffer gespart, dass ich mit Objektiven und anderem Foto-Equipment ausfüllen konnte.

Allerdings habe ich auch auf dieser Reise wieder viel mehr mit als ich letztlich benutzen kann. Die beiden GoPros sind noch immer fast ungenutzt, das 24mm Shift & Tilt steht seit dem ersten Tag im Schrank und mit der D800E habe ich bis jetzt nur zweimal nachts oben am Teide fotografiert. Da hier das Wetter derzeit etwas durchwachsen ist, fallen die Sonnenaufgänge und -untergänge meist eher unspektakulär aus. Auch oben am Teide hatte ich nicht viel Glück, meistens haben dichte Wolken selbst und 2500 Metern Höhe die freie Sicht auf die Sterne versperrt.

Müsste ich die Reise mit sehr wenig Gepäck antreten, so würde ich wohl nur die Nikon 1 V3 samt 6,7-13mm, 10mm, 10-100mm und das famose 70-300mm einpacken. Sollen während der Reise hochwertigere Fotos entstehen so würde ich statt der Nikon die Olympus OM-D E-M1 mit den Panasonic Objektiven 4/7-14mm, 2,8/12-35mm, 2,8/35-100mm und das Leica Nocticron 1,2/42,5mm einpacken. Zusätzlich käme dann noch das Panasonic 100-300mm in die Fototasche, das im FX Format einem 200-600mm Teleobjektiv entspricht. An das Äquivalent von 189-810mm die das 70-300 der Nikon 1 bietet kommt es letztlich allerdings nicht heran.

Wenn ich auf einer Reise primär Tiere fotografieren möchte und das Gepäck stark limitiert ist, so würde ich lediglich die Nikon 1 V3 mit dem 10-100mm und dem das 70-300mm einpacken. Hier habe ich einige Beispielfotos die ich mit der Nikon 1 V3 und dem 1Nikkor AF-S G VR ED 4,5-5,6/70-300mm (was für eine Typenbezeichnung…) fotografiert habe.

Fish Eagle Portrait - Nikon 1 V3 & AF-S VR 70-300mm

The Observant Eagle - Nikon 1 V3 & 1Nikkor 70-300mm CX

Jungle Park #2 - Nikon 1 V3 & 1Nikkor 70-300mm CX

Jungle Park #1 - Nikon 1 V3 & 1Nikkor 70-300mm CX

Simba #1 - Brother & Sister - Nikon 1 V3 & 1Nikkor 70-300mm CX

El Medano Surfer #3 - Nikon 1 V3 & 70-300mm CX

Die schwere Nikon D800E mag ich unglaublich gern, aber sie ist eben inkl. der zugehörigen Objektive auf Reisen eher hinderlich. An eine klobige Nikon D4s darf ich dabei erst gar nicht denken. Klar sind diese Kameras cool und liefern die allerbesten Ergebnisse, aber solange man nicht beruflich fotografiert und eh nur alle seine Werke im Internet präsentiert ist es als würde man mit „Kanonen auf Spatzen schießen“.

Da ich gern nachts unterwegs bin würde ich auf die Nikon D800E und das 2,8/14-24mm und sehr ungern verzichten. Sie liefert einfach tolle Ergebnisse und im direkten Vergleich kann die grundsätzlich sehr gute und in vielen Foren gefeierte Olympus OM-D E-M1 einfach nicht mithalten. Wenn es gar nicht anders geht, kann man natürlich auch mit dieser Kamera nachts tolle Fotos aufnehmen, aber die meine erste Wahl ist sie zumindest bislang noch nicht.

Ok, es ist Freitag der 2. Januar 2015 und ich habe noch eine Woche auf dieser Insel. Gleich ist meine Wäsche trocken und dann kann ich schauen was ich hier heute anstelle. Wahrscheinlich werde ich mal die D800E mit dem 3,5/24mm Shift & Tilt einpacken und dann mit einigen Filtern im Gepäck der und den GoPro Kameras auf, an und im Auto die wichtigsten Locations auf dieser Insel „abfahren“ damit ich in meinem nächsten Video zeigen kann wie es dort aussieht.

Kurz vor der Reise habe ich mir extra nicht ein kleines neues Schwebestativ gekauft. Vielleicht benutze ich es heute mal. Morgen ist Samstag und dann soll es mit einigen Freunden von Taganana aus an der Küste entlang zum Strand bei Arfur gehen.

Teneriffa 2014/15 – Silvester unter Sternen

The Stone Monster is waiting for new tourists....

Tag 21 – 31. Dezember 2014

Nun bin ich schon seit drei Wochen auf Teneriffa. Kurz vor der Abreise hat mich noch irgend ein Virus erwischt und für fast zwei Wochen umgehauen. So war die Anreise kein Zuckerschlecken und während der ersten Tage habe ich mich noch so richtig krank gefühlt. Das ist inzwischen vergessen, die Lebenslust ist wieder zurück. Ich fühle mich ausgeruht und unternehmenslustig, diese Insel bewirkt Wunder, jedes Jahr aufs Neue.

Weil ich mich wieder recht gut fühle und die überflüssigen und überbewerteten Sylvester-Parties vor der Türe stehen, überlege ich am Morgen was ich den Tag über unternehmen will. So recht fällt mir nichts ein, so gammle ich lange im Hotel herum und verbringe einige Zeit damit auf dem Balkon zu sitzen und zwei Artikel für meinen BLOG zu schreiben. Dabei macht es mich fast wahnsinnig, dass immer wieder die WiFi-Verbindung ausfällt und alles nur im Schneckentempo funktioniert. Später am Abend treffe ich mich mit Ines, André und Wolfgang in La Paz dem deutschen Viertel von Puerto de la Cruz. Wir wollen die Fotos unseres Shootings austauschen.

Auf der Speicherkarte habe ich satte 42 GB Bildmaterial das meine Olympus OM-D E-M1 während unserer Foto-Session am Montag darauf gespeichert hat. André hat eine kleines Notebook dabei, der Akku ist ziemlich am Ende und so landen wir schließlich in einer Pizzeria neben einer Steckdose. Doch der Datentransfer dauert länger als die Pizzeria geöffnet hat und so müssen wir die Segel streichen. Ines und André nehmen meine Speicherkarte mit und wir vereinbaren uns am nächsten Tag um 12h in meinem Hotel zu treffen.

Zurück im Hotel haben schon die Vorbereitungen für die große Sylvester-Gala im Hotel begonnen. Überall rennen die Frauen in aufwändigen Abendkleidern herum, einige der Männer tragen sogar einen Anzug. Bei den meisten Anzügen sieht es allerdings aus als wenn sie vor 5-6 Jahren zuletzt korrekt gesessen hätten. Ich habe nur Turnschuhe und Trekking-Kleidung dabei. So mag ich mich nicht unter das Volk mischen, somit fällt das Abendessen für mich heute aus. Seit dem Frühstück habe ich noch nichts rechtes gegessen. Im Kühlschrank gibt es noch ein Stückchen leckeren Schweizer Käse, das muss für heute reichen.

Gegen 21h geht es los hinauf in die Canadas del Teide. Den ganzen Tag über hatten wir einen wunderbar klaren blauen Himmel, vielleicht kann ich heute mal ein paar Sterne oder die Milchstraße sehen, schauen wir mal…

Der Weg hinauf zum Teide ist sehr einsam, es kommt mir auf der gesamten Strecke nur ein Auto entgegen. Kurz hinter der Repsol-Tankstelle oberhalb von La Orotava steht ein Wegweiser nach „Aguamansa“. Dort ist die Forellenzucht an der ich schon so oft vorbei gefahren bin. Hier beginnt die „Abkürzung“ die ich bis lang erst zweimal bergab gefahren bin. Heute versuche ich es mal bergauf. Mein OPEL Astra hat hier ganz schon zu arbeiten. Die Straße geht über weite Strecken extrem steil bergauf, es kommt mir vor als wären es annähernd 45°. Meist kann ich nur im 1. Gang fahren weil im 2. Gang er Motor abstirbt.

Wieder an der Hauptstraße angekommen hat alles gut geklappt und ich werde die Abkürzung wohl noch des öfteren fahren, so spart man wirklich viel Zeit und etliche Kilometer sowie echt viele Kurven! Mit einem Motorrad würde ich diese Straße allerdings eher nicht fahren wollen. Hier zu wenden ist mit einem schweren Motorrad fast unmöglich und wenn man hier plötzlich halten muss, so ist es nicht abwegig einfach aus versehen umzukippen weil die Schwerkraft stärker ist.

In den Canadas angekommen ist der Himmel mit einzelnen Wolken überzogen. Es könnte also was werden mit den Sternen, aber nur wenn die Wolken abziehen!

Irgendwann so gegen 23h bin ich bei den Los Roques de Garcia. Mit dabei sind die Nikon D800E samt AF-S 2,8/14-24mm und meine Olympus OM-D E-M1 mit einem kleinen Fuhrpark unterschiedlichster Objektive. Außerdem habe ich noch die Nikon 1 V3 im Rucksack, ich will mal schauen wie sich sich bei Nacht so schlägt.

Es ist extrem windig und das Thermometer im Auto zeigt saukalte 3°C. Eigentlich wäre es auf einer guten Party vielleicht doch ganz nett? Egal, ich habe mich gegen gezwungene Fröhlichkeit unter Menschen entschieden die ich eigentlich gar nicht kenne!

Die ersten Fotos mit der Nikon D800E sind dann auch sehr überraschend. Obwohl der Mond nur etwas zur Hälfte zu sehen ist leuchtet er so hell, dass ich bei ISO-800 mit Blende 2.8 und 30s Belichtungszeit völlig korrekt belichtete Fotos hinbekomme, das ist echt cool. Sterne sehe ich indes nur wenige, der Mond ist so hell, dass er einfach alles überstrahlt. Vor ein paar Tagen als ich mit meinem Sohn Leon hier oben war, da wäre es gut gewesen, aber da kam der Calima mit seinem fiesen Sahara-Sandstaub…

Aber auch meine Olympus OM-D E-M1 schlägt sich nicht schlecht. Hier habe ich eines der Fotos das ich mit dem Leica 1,2/42,5mm Nocticron aufgenommen habe.

Roque Chincado at Night - Olympus OM-D E-M1 & Leica Nocticron 1,2/42,5mm

Heute gibt es auch einige Wolken, aber weil es so stürmisch ist, ziehen sie sagenhaft schnell am Himmel dahin. Ich fotografiere mich meinen beiden Kameras parallel, während die Nikon die Rauschunterdrückung ausführt flitze ich zur Olympus, wähle ein etwas anderes Motiv und starte die Belichtung, dann geht es zurück zu D800E. Auf Dauer ist es ein echtes Gehetze und einmal vergesse ich die Kette die einen Teil des Areals umgibt und lege mich beinahe voll auf die Nase.

Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm versus Olympus OM-D E-M1 & Panasonic 4/7-14mm

Der U(m/n)fall

Weil es so extrem windig ist habe ich mich schon in den Windschatten eines großen Felsbrockens zurückgezogen, aber der Wind pfeift hier trotzdem noch ganz ordentlich. Während ist mal wieder an meiner großen schweren Nikon D800E hantiere frischt der Wind erneut auf. Ich muss daran denken wie mir im Jahr 2009 mein Stativ in der Wave bei den Coyote Buttes North umgekippt ist, das will ich nicht noch einmal erleben. Schnell mache ich einige hastige Schritte auf meine schöne Olympus OM-D E-M1 zu, als das Unglaubliche passiert. Der Tragegurt der Kamera weht wie eine Fahne im Wind und plötzlich kippt das ganze Stativ samt Kamera wie von Geisterhand bewegt einfach um. Das Stativ ist ein wunderbar leichtes Modell des Herstellers BENRO das aus einer Mischung aus Aluminium und Magnesium gefertigt ist. Grundsätzlich ist das eine echt feine Sache, aber heute wäre ein schönes schweres GITZO Stativ die bessere Wahl gewesen. 😦

Als ich meine Kamera erreiche liegt sie schon auf dem felsigen Boden. Aber sie ist in einen ganz kleinen Haufen mit etwas Sand gefallen und das 7-14mm Ultraweitwinkel-Objektiv hat nur eine kleine Schrammen abbekommen. Hui das ist noch einmal gut gegangen!

Bei den nächsten Fotos spreize ich die Beine des leichten Stativs deutlich weiter ab, so dass es sicherer steht und die Kamera einen etwas niedrigeren Schwerpunkt hat.

Während ich Bild um Bild aufnehme kommen immer mal wieder Autos vorbei. Es ist kurz vor dem Jahreswechsel, sie fahren zweimal um den Kreisverkehr gleich nehmen mir, es gibt ein paar Knaller und dann ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Mich nervt das eher und das Licht de Scheinwerfer stört auch beim Fotografieren.

Also gehe ich ein paar Meter in Richtung Roque Chincado. Aber jetzt kommen sogar ein paar Motorräder angeknattert. Und immer wieder werden Knaller und Raketen gezündet, nicht einmal am Fuße des höchsten Berges der Spanier hat man an Sylvester seine Ruhe…

Gegen 2h am Morgen ist der Spuk dann vorbei, es ist Ruhe eingekehrt. Aber nun ist der Himmel mit dicken Wolken überzogen. Ich mache noch ein paar letzte „Abschiedsfotos“ mit meiner kleinen Nikon 1 V3 und dem 2,8/10mm Objektiv (FX: 27mm). Diese Bilder sehen sogar überraschend gut aus, nur das Fokussieren bereitet in der Dunkelheit Probleme. Während ich mit der Olympus in Verbindung mit dem lichtstarken Leica Nocticron 1,2/42,5mm im Mondlicht sogar sehen kann was ich fotografieren will und irrwitziger Weise sogar der Autofokus funktioniert, sehe ich im Display der Nikon 1 V3 nur Bildrauschen. Ich muss quasi „blind“ fotografieren. Also Kamera aufstellen, Foto abwarten, Position auf dem Stativ verändern, warten, ändern, warten, ändern, das ist nicht wirklich toll. Erst der Wechsel zur ISO-Automatik mit ISO-6500 schafft letztlich Abhilfe. Damit ich das kleine 10mm Objektiv korrekt fokussieren kann, habe ich meinen neuen grünen Laserpointer dabei den ich mir einige Wochen zuvor bei PEARL bestellt habe. Das Ding kann ich via USB aufladen und es sieht aus wie ein Kugelschreiber. Dabei ist der grüne Laserpointer ausreichend hell um auf einem etwa 20 Meter entfernten Felsen einen Lichtfleck zu erzeugen, der vom Autofokus der Nikon 1 V3 erkannt wird. Ich stelle also den Autofokus zunächst auf AF-S und schiebe ein einzelnes Autofokus-Messfeld an eine Stelle an der ein etwa 50 Meter weit entfernter Fels zu sehen ist. Dann peile ich die gleiche Stelle mit dem Laserpointer an und betätige kurz ganz leicht den Auslöser der Kamera. Nachdem sie korrekt auf den „Lichtfleck“ des Laserpointers fokussiert hat, schalte ich den Autofokus wieder auf M wie „Manuell“ zurück. Fortan ändere ich nichts mehr an der Fokussierung und schalte die Kamera auch nicht aus und wieder ein.

Shooting Nikon D800E while shooting El Teide

Die Fotos aus der Nikon 1 V3 zeigen bei ISO-800 ein deutliches Rauschen, das ich aber später mit dem NIK Filter „Define“ recht leicht entfernen kann. Für das eine oder andere gepflegte „Erinnerungsfoto“ ist die Qualität der Fotos aus der Nikon 1 V3 durchaus ausreichend. Bei der Olympus OM-D E-M1 sind die Ergebnisse erwartungsgemäß ein wenig besser. Aber an die Fülle der Details welche die Nikon D800E mit dem 2,8/14-24mm Objektiv selbst bei Mondlicht liefert kommt sie erwartungsgemäß einfach nicht heran. Auch wenn die Olympus Werbestrategen schreiben „Besser als DSLR“, das ist Blödsinn! Physik kann man nicht überlisten und ein viermal größerer Chip wird auch in 100 Jahren noch bessere Bildergebnisse liefern.

Aber die Ergebnisse die sich nachts mit der Olympus OM-D E-M1 können sich trotzdem sehen lassen. Auch sind Features wie Live-BULB und Live-Composite sehr interessant und bei der Nikon D800E gar nicht vorhanden!

Nikon D800E versus Olympus OM-D E-M1 - Olympus

Hier zum Vergleich ein fast identisches Foto aus meiner Nikon D800E.

Nikon D800E versus Olympus OM-D E-M1 - Nikon

Nach etwa vier Stunden in bitterer Kälte und fiesem Wind muss ich die Segel streichen. Ich spüre meine Füße kaum noch und die Kälte kriecht jetzt langsam aber sicher in alle Ritzen. Am Auto fällt es mir schwer meine schweren Wanderstiefel gegen die leichten Turnschuhe zu tauschen. Die Finger sind von der Kälte ganz steif, trotz der Handschuhe.

Diese musste ich immer wieder ausziehen, denn sowohl die Nikon 1 V3 als auch die Olympus OM-D E-M1 kann man mit Handschuhen praktisch nicht bedienen. Auch funktioniert der Touchscreen der Kameras mit Handschuhen nicht. Bei meiner Nikon D800E sind alle Bedienelemente größer und die Abstände dazwischen deutlich weiter. Auch hat der Auslöser einen deutlich fühlbaren Druckpunkt. Hier merkt man eben, dass dieses Kamera von Profis für Profis gemacht wurde. Eine Nikon D800 oder auch die D3, D4 usw. muss eben auch in der Arktis beim Fotografieren von Eisbären und Pinguinen funktionieren. Hier wäre man mit einer Olympus OM-D E-M1 total aufgeschmissen.

Shooting at night with the Nikon 1 V3

Das Verstauen meiner Ausrüstung geschieht fast in Zeitlupe, irgendwie bin ich durch das lange Herumstehen in der Kälte kaum noch in der Lage mich „flüssig“ zu bewegen. Als ich endlich den Motor starte kommt es mir in den Sinn, das ich noch schnell einen neuen Teil  für „Ansgar’s kleine Fotoschule“ aufnehmen könnte. Aber mir ist so kalt, erstmal muss ich mich aufwärmen. So fahre ich einige Kilometer bis ich kurz vor dem Ende der Canadas seitlich neben der Straße anhalte um mit meinem HTC ONE M8 schnell ein kleines YouTube-Video aufzuzeichnen.

Dieses Vorhaben dauert letztlich doch etwas länger, weil ich immer wieder husten muss, die eisige Luft fordert ihren Tribut. Nach etwa 45 Minuten ist aber alles fertig und ich mache mich auf den Weg zum Hotel. Dort angekommen bin ich so aufgekratzt, dass ich erst noch einige der Fotos anschauen und meine vielen Neujahrsgrüße lese und beantworte. Als ich endlich im Bett liege ist es schon fast 5h am Morgen, was für ein abgedrehtes Silvesterfest…

Teneriffa 2014/15 – Vater und Sohn Urlaub

Tag 16 – 26. Dezember – 2. Weihnachtstag

Für den zweiten Weihnachtstag haben wir uns kein großes Programm vorgenommen. Nach dem Frühstück geht es einfach hinunter nach Puerto de la Cruz. Wir fotografieren etwas am Strand und hoffen darauf bei den Surfern das eine oder andere gute Foto machen zu können.

Gegen Mittag laufen wir zum nahegelegenen Café de Paris und gönnen und dort eine ganz ausgezeichnete Pizza mit einem leckeren Kaltgetränk. Während wir dort sitzen und essen kommt ein Musiker mit einer Geige die einen elektrischen Tonabnehmer hat. Er geigt fast eine halbe Stunde lang zu einer Karaoke-CD einen Klassiker nach dem anderen herunter. Ich kenne diese Lieder alle, denn damals als meine Eltern hier im Urlaub waren, wurden diese Lieder von einigen Indianern auf Planflöten gespielt. Mein Vater hat damals eine CD gekauft und sie nach dem Urlaub viele Monate lang daheim rauf und runter gehört.

Nach der Pizza fotografieren wir eine zweite Runde und machen uns dann auf dem Rückweg zum Hotel. Ich bin jetzt mehr als zwei Wochen hier und heute wäre es mal Zeit meine schwarze Wäsche zu waschen. Während ich hin und her flitze vergnügt sich mein Sohn zusammen mit anderen jungen Gästen in der WiFi-Zone. Früher gab es eine „Kinderecke“, heute gibt es die WiFi-Zone 🙂

Abends packen wir dann unsere Sachen und bereiten uns auf die Wanderung vor die wir mit Karin und Wolfgang für den kommenden Tag vereinbart haben.

Tag 17 – 27. Dezember – Wandern im Anaga-Gebirge

Es ist Samstag und wir haben uns mit unseren Freunden Karin und Wolfgang zum Wandern im Anaga-Gebirge verabredet. Mit meinem Facebook-Freund Frank, der seit rund 17 Jahren ganz in der Nähe unseres Hotels auf Teneriffa lebt, habe ich mich via Facebook verabredet. Wir treffen uns um kurz nach 8h vor dem Hotel und haben auf dem Weg nach Santa Ursula etwas Zeit uns etwas kennenzulernen. Dort treffen wir uns um 9h mit Karin und Wolfgang. Der wuselige kleine süße Hund Simba ist mit von der Partie.

Karin & Simba - Olympus OM-D E-M1 & Leica/Panasonic Nocticron 1,2/42,5mm

Mit zwei Autos geht es über die Autobahn in Richtung La Laguna. Kurz hinter dem großen Hinweisschild „ANAGA“ verlassen wir die Autobahn und folgen der Beschilderung in Richtung „Las Mercedes“. Auf engen kurvigen Straßen geht es weiter in Richtung Norden. Immer wieder haben wir famose Ausblick hinunter zum Meer. Nach etwa 60 Minuten ist der Ort Taganana ausgeschildert. Wir folgen der Beschilderung uns sind einige Kilometer später schon am Meer. Vorbei am Roque de las Bodegas geht es weiter bis nach Benijo. Dort umrunden wir das Restaurant „El Fronton“, das übrigens ein echter Geheimtipp ist!

Kurz darauf geht die Straße in eine recht gut befahrbare Schottenpiste mit betonierten Abschnitten über. Hier sieht es aus wäre die Welt zu Ende, aber es geht noch einige Kilometer weiter. Bereits im vorletzten Jahr habe ich diese Straße gemeinsam mit meiner Freundin Sandra erkundet. Sie hat damals eine ziemliche Krise bekommen, weil die Straße über weite Strecken sehr schmal ist und nur ein Auto darauf passt. Außerdem geht es gleich neben der Straße einige hundert Meter steil bergab. Wer hier nicht aufpasst wird sehr wahrscheinlich in seinem Auto zu Tode kommen.

Living on the Edge - Olympus OM-D E-M1 & Leica/Panasonic Nocticron 1,2/42,5mm

An mehreren Stellen ist einiges an Geröll die Berghänge heruntergekommen. Aber irgendwer hat den Weg schon wieder frei geräumt. Nach etwa 10 Minuten erreichen wir einen winzigen kleinen Ort und mein Beifahrer Frank ist völlig überrascht, dass es hier noch Häuser gibt. Nun wohnt er schon mehr als 17 Jahre auf Teneriffa und war noch nicht einmal hier. Als wir einen halbwegs ungefährlichen Parkplatz gefunden haben ziehen wir unsere dicken Wanderstiefel an, schnappen uns Proviant und Wanderstäbe und machen uns auf den Weg.

In meinem Rucksack sind drei Falschen Wasser zu je 330ml. Mein Sohn Leon hat ebenfalls drei Flaschen dabei. Im Hotel haben wir uns für jeweils 3,- Euro ein Lunchpaket machen lassen. Einmal mit Wurst und einmal vegetarisch für meinen Sohn Leon.

In meinem Fotorucksack habe ich heute die Olympus OM-D E-M1 und vier Panasonic Objektive mit den Brennweiten 7-14mm, 12-35mm, 35-100mm und das 1,2/42,5mm Panasonic|\Leica Nocticron. Außerdem habe ich einige Graufilter sowie farbige Verlaufsfilter dabei. Am Ende des Tages wird es wieder alles viel zu viel sein und bis auf den Polfilter werde ich keinen anderen Filter benutzt haben. Für den Anfang setze ich das ganz hervorragende Panasonic 2,8/12-35mm (24-70mm im FX-Format) an meine Olympus. Den Bildstabilisator des Objektives schalte ich aus, denn die Olympus hat eine eingebaute 5-Achsen Stabilisierung die ganz hervorragend funktioniert.

Unsere Wanderung führt uns nach einigen Metern zu einer kleinen Treppe die bei den letzten Unwettern einfach weggerissen wurde. Aber irgendjemand hat schon einen kleinen „Umweg“ platt angelegt und so geht es weiter über einen Küstenweg mit viel Geröll. Trittsicherheit ist hier das oberste Gebot. Auf der linken Seite geht es fast immer steil bergab und der Wanderweg ist kaum einen halben Meter breit. Noch wandern wir im Schatten der Berge. Als wir unsere Autos verlassen haben, zeigte das Thermometer 19°C. Es ist sehr angenehm und ich bin ganz froh, dass ich meine warme schwarze Fleece-Jacke dabei habe. Der Wanderweg geht immer wieder steil auf und ab, es ist ziemlich anstrengend. Irgendwann können wir unser Ziel schon sehen und es ist frustrierend zu sehen wie viel tiefer es gelegen ist. Insgeheim hadere ich mit meinem Schicksal und frage mich warum ich diese Quälerei auf mich nehme. Inzwischen ist auch die Sonne herausgekommen und uns allen steht der Schweiß auf der Stirn.

Als wir in Las Palmas ankommen bin ich überrascht wie niedlich und idyllisch es hier ist. Es scheint hier sogar noch einige Bewohner zu geben. Wir treffen auf drei junge Spanier die den Sonnenschein genießen und ein Gläschen Rotwein trinken. Sie haben einen Esel und der ist sicher eine unglaubliche Hilfe wenn es darum geht die Dinge des täglichen Lebens hierhin ans Ende der Zivilisation zu transportieren.

Living on the Edge #2 - Olympus OM-D E-M1 & Leica/Panasonic Nocticron 1,2/42,5mm

In einer schönen alten Ruine machen wir Mittagspause. Nun ist auch Zeit für einige neue Starfotos von Simba, dem wunderbaren kleinen Hund von Karin und Wolfgang.

Auf dem Rückweg nehmen wir eine etwas andere Route. Es geht steil bergauf und der Weg ist kaum als solcher zu erkennen. Nach etwa 30 Minuten treffen wir wieder auf unseren „Hinweg“. Mein Freund Wolfgang hat auch heute sein GPS dabei. Als wir schließlich an unseren Autos eintreffen können wir auf diesem GPS ablesen, dass wir etwa 8 Kilometer gelaufen sind und dabei 360 Höhenmeter überwunden haben, bergab und wieder bergauf wohlgemerkt!

Auf den letzten Metern unserer Wanderung hat Wolfgang zwei junge Frauen aus Finnland aufgegabelt und ihnen angeboten, dass wir sie im Auto mit zurücknehmen. Sie haben eine Appartement in dem winzigen Dörfchen zwischen Tagananna und Benijo gemietet. Nachdem wir uns bekannt gemacht haben fahre ich mit Frank auf dem Beifahrersitz und Helmi und ihrer Freundin zum Fischrestaurant meines Vertrauens. Hier war ich jetzt schon oft, zuletzt mit meiner Freundin Sandra vor etwa einer Woche.

Bei gegrilltem Fisch mit viel Knoblauch haben wir Zeit etwas mehr von Helmi und ihrer Freundin deren Namen ich leider vergessen habe zu erfahren. Sie sind Musiklehrer, Helmi spielt Klavier ihre Freundin Cello. Helmi hat zwei Jahre in Barcelona studiert und spricht daher sehr gut Spanisch. Als sie meinen Sohn fragen ob er Englisch spricht erwidert er selbstsicher „Yes of course!“. Ich grinse ganz tief in mich hinein, aus Kindern werden Leute und nun sitze ich hier mit meinem Sohn und wir sprechen hier mit zwei Frauen aus Finnland über das Leben, das Universum und den ganzen Rest, das ist sehr cool! Nach fast zwei Stunden heißt es schließlich „Macht’s gut und danke für den Fisch!“. Zuvor müssen wir natürlich noch die Rechnung begleichen. Hier auf den Kanaren ist wie beispielsweise auch in den USA üblich, dass die Gruppe alles bezahlt und später unter sich ausmacht wer welchen Teil übernimmt. Auf der Rechnung stehen rund 135,- Euro für 7 Personen, inkl. Trinkgeld sind wir damit bei rund 140,- Euro. Dafür gab es Salat, Brot mit Mojo-Sauce, Gambas in heißem Knoblauch-Öl, Papas Arugadas und Zackenbarsch bis zum Abwinken, da sind rund 20 Euro pro Nase ganz ok.

Es geht zurück nach Puerto de la Cruz. Es ist schon spät und die Sonne steht tief. Etwa auf halber Strecke zwischen Taganana und Las Mercedes ziehen oben auf dem Pass dicke Nebelschwaden von Santa Cruz herauf. Im warmen Gegenlicht der untergehenden Sonne sieht das einfach nur gut aus und ich wäre ich nicht so hundemüde, ich würde jetzt sofort aussteigen und meine Kamera zücken. Aber es gibt Tage an denen kann man einfach nicht mehr fotografieren und das ist auch ganz gut so.

Im Hotel möchte Leon, obwohl er eigentlich total satt ist, noch ein letztes Mal ein paar Papas Arugadas mit Mojo Sauce essen. Kein Problem, also ab ins Restaurant. Eine der Kellnerinnen sticht aus der Menge der wirklich freundlichen Mitarbeiter des Hotels heraus. Sie winkt und grüßt uns und heute bekommen wir sogar zwei große Gläser Bier geschenkt, was für ein Service.

Zurück auf unserem Zimmer bin ich sehr schnell im Bett verschwunden während mein Leon noch in der WiFi Ecke sitzt und sich von einigen jungen weiblichen Gästen verabschiedet. Irgendwann bekomme ich noch kurz mit wie er seinen Koffer packt, aber ich bin so müde, dass ich es kaum bemerke.

Tag 18 – 28. Dezember – Leon reist ab

Am nächsten Tag heißt es dann um 7h aufzustehen. Heute darf ich mal liegenbleiben während mein Leon eine halbe Stunde lang das Badezimmer mit Beschlag belegt. Gegen 8h sind wir dann ein letztes Mal beim Frühstück. Weil wir Sonntag haben ist die Autobahn wunderbar leer und die 90 Kilometer bis zum Flughafen spulen wir in Rekordzeit ab.

El Varadero #4 - Olympus OM-D E-M1 & Panasonic 2,8/35-100mm

Dabei halte ich mich allerdings streng an die Geschwindigkeitsbeschränkungen. Die Strafen können hier mitunter drakonisch ausfallen. Von Frank habe ich erfahren, dass in letzter Zeit häufig aus einem silbernen Citroen geblitzt wird. Wolfgang und Karin haben mir erzählt, dass hier für falsches Parken oder das Überfahren einer durchgezogenen Linie auch schon mal 200 – 300 Euro fällig werden. Zahlt man sofort oder innerhalb von 14 Tagen so gibt es 50% Rabatt, das ist hier fast so schlimm wie in der Schweiz…

Am Flughafen klappt alles reibungslos, bis die junge Familie vor uns einchecken will. Sie haben die Plätze 1A und 2B reserviert, wohin ihr Baby soll ist unklar. Es gibt ein ziemliches hin und her und die Mitarbeiterin der Fluggesellschaft ist etwas überfordert. Es wird telefoniert und schließlich kann ein Kollege helfen. Mein Sohn ist nach einigen Momenten eingecheckt und nach einer letzten Verabschiedung verschwindet er in Richtung Sicherheitskontrolle.

Auf dem Weg zum Auto fällt mir auf, dass ich in meiner Geldbörse lediglich einen einzigen 50 Euro schein übrig habe. Alles was ich an Kleingeld hatte habe ich irgendwann an einem der letzten Tage als Trinkgeld gegeben. Mit dem 50er kann ich meinen Parkschein nicht bezahlen. Etwa in der Mitte des Terminals gibt es einen Laden der auch deutsche Zeitungen im Angebot hat. Dort kaufe ich für 5,90 Euro den aktuellen „Spiegel“ und mache mich bewaffnet mit etwas Kleingeld auf den Weg zum Parkscheinautomaten. Heute kostet es 1,60 Euro, Parken kann man hier recht preiswert.

Im Auto bin ich etwas gefrustet, es fühlt sich so an wie vor einer Woche als meine Freundin Sandra abgereist ist. Ich bin nun ganz allein auf Teneriffa und das noch knapp zwei Wochen lang. Da tut es gibt zu wissen, dass es hier viele nette Leute wie Frank, Karin oder Wolfgang gibt mit denen man abends mal essen gehen oder sich zum Bier verabreden kann.

El Varadero #3 - Olympus OM-D E-M1

Kaum auf der Autobahn biege ich instinktiv gleich wieder in Richtung El Medano ab. Mir ist in den Sinn gekommen, dass ich bei der Surferbude „Flashpoint“ etwas wirklich gutes Essen und trinken könnte. Aber daraus wird leider nichts, denn es ist Sonntag, die Sonne scheint und ich finde im Umkreis von rund 3 Kilometern einfach keinen legalen Parkplatz. Seitlich auf der Straße parken will ich nicht, zu präsent sind die Horrorgeschichten bezüglich der Bußgelder. Also beschließe ich nach El Varadero zu fahren. Dieses kleine einst illegal gebaute Fischerdorf erreicht man sehr einfach über die Ausfahrt „Barranco Hondo“. Man muss nur der winzigen schmalen Straße folgen die steil zum Meer hinunter führt. Dort fotografiere ich einige Stunden lang mit meiner Olympus OM-D E-M1. Endlich probiere ich mal die neuen Filter an meinem Nocticron Objektiv aus. Und irgendwann überkommt es mich und ich montiere erstmals meinen neuen Filterhalter an das Panasonic 7-14mm Superweitwinkel-Objektiv. Diesen Filterhalter habe ich vor einigen Wochen bei Helge Süß in Österreich bestellt. Helge hat in Eigenregie dieses Objektiv vermessen und mit einem 3D Drucker einen Prototypen für diesen Filterhalter erstellt.

Nach der Optimierung hat er dann einie kleine Serie professionell gemachter Filterhalter gießen lassen. In einem Olympus-Forum bin ich auf ihn gestoßen und habe sehr unkompliziert ein Exemplar dieses Filterhalters zum Preis von etwa 70,- Euro bei ihm kaufen können.

In diesen Filterhalter schiebe ich heute erstmals meinen nagelneuen und leider sündhaft teuren 15x15cm großen ND-1000 Graufilter hinein. Dieser Filter ist auf einer Seite mit ganz dünnem Moosgummi beklebt. So sitzt er perfekt und fest im Filterhalter und es kann auch kein Streulicht eindringen.

El Varadero #2 - Olympus OM-D E-M1 & Panasonic 7-14 & ND1000 ND-Filter

Die Olympus OM-D E-M1 kommt mit diesem Filter mehr als gut zurecht. Der hervorragende elektronische Sucher zeigt damit ein tolles Sucherbild und spätestens jetzt bin ich froh, dass diese Kamera keinen herkömmlichen Sucher inkl. Spiegel und Pentaprisma hat. Die Sonne steht hoch und es ist inzwischen bei etwa 27 °C brütend warm. Ich fotografiere hier und dort und probiere die neuen Features der Olympus aus mit denen man sehr schöne Langzeitbelichtungen erstellen kann. Gern würde ich ja sehr nah ans das Wasser heran, aber die Felsen sind voller Algen und überaus glitschig. Auch wäre es toll die Kamera in eine sehr niedrige Position bringen zu können um den dramatischen Weitwinkel-Effekt auch so richtig einsetzen zu können. Aber es ist heiß wie in der Hölle und meine schwarze Jeans klebt förmlich an den Beinen, wenn ich jetzt in die Hocke gehe, wird sie mit großer Sicherheit einfach zerreißen.

El Varadero #1 - Olympus OM-D E-M1 & Panasonic 7-14 & ND1000 ND-Filter

Merke: Wer bei warmem Wetter fotografiert sollte kurze Hosen tragen, denn das erleichtert die Bewegungsfähigkeit ganz ungemein. In meinen Videos zum Thema „Fotografieren bei Nacht“ habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass warme Kleidung nachts viel wichtiger als eine teure Kamera ist. Heute ist es ganz ähnlich, nur muss heute die Kleidung so leicht wie möglich sein, weil man sonst einfach die Kamera nicht so einstellen kann wie man es eigentlich bräuchte.

Zurück am Hotel schaue ich mir die Beute des Vortages und die Fotos aus El Varadero an. Einige wenige Fotos meiner heutigen Fotosession sind ganz brauchbar, die Fotos unserer Wanderung im Anaga-Gebirge sehen auch wirklich gut aus. Könnte man mit dem kleinen Chip der Olympus OM-D E-M1 nachts gut die Sterne fotografieren, so könnte ich meine Nikon D800E mit dem schweren 2,8/14-24mm Superweitwinkel im nächsten Jahr einfach mal daheim lassen…

Den Rest des Tages verbringe ich damit meine Fotos zu sichten und diesen Artikel für meinen BLOG zu schreiben.

Morgen geht es um 10h gleich weiter. Bekannte meines Freundes Wolfgang möchte ein paar schöne Portraits haben und würden sich gern in der Ruine des „Casa de Dios“ ablichten lassen. Vielleicht kann ich mein schönes Nocticron Portrait-Objektiv morgen mal so einsetzen wie es eigentlich gedacht ist 🙂