Nikon D800E – In Deutschland immer noch nicht lieferbar

Als ich im Februar beim Fotohändler meines Vertrauens mein ganz persönliches Exemplar der Nikon D800E geordert habe, stand als Lieferdatum der 16. April im Raum. Heute ist Pfingstmontag und wir sind schon wieder fünf Wochen weiter. Von der D800E ist aber noch keine Spur zu sehen. Bei den „üblichen Verdächtigen“ wie amazon & Co. gibt es mit ganz viel Glück inzwischen eine D800 zu kaufen, die D800E kann jedoch in Deutschland bislang nur vorbestellt werden!

Braucht man überhaupt eine D800E, tut es nicht auch eine D800? Diese Frage habe ich mir während der vergangenen Wochen mehrfach gestellt.

Ken Rockwell, auch bekannt als der Chuck Norris der Fotografie, hat hier beide Kameras einander gegenüber gestellt. In seiner bekannt trockenen Art empfiehlt er die D800E nur denjenigen Fotografen die ihre Bilder mit der Lupe nach Details absuchen. Eigentlich gehöre ich nicht zu dieser Spezies, aber ich habe bereits eine D700 und diverse andere Nikon Kameras, Angst vor Moiré muss ich also nicht haben und wenn es mal „schnell gehen muss“, dann kann ich die D700 einsetzen. Ich mag schöne größe Prints auf tollem Papier in hochwertiger Rahmung. Wenn ich solch ein Bild erstelle und allein die Materialien mit 300 Euro und mehr zu Buche schlagen, dann denke ich mir derzeit „Wenn schon – Denn schon“. Je mehr Details ein hochwertiger Print in 60 x 90 cm zu bieten hat, desto besser ist das (aus meiner Sicht). Wird das Bild gar in 100 x 150 cm oder größer gedruckt, so kann die D800E einfach mehr Details liefern und daher sind mir die Mehrkosten zur D800 derzeit nicht wichtig.

Bei panobilder.de findet man diesen sehr schön gemachten Vergleich der Nikon D800 mit der D800E. Im Fazit kann man dort nachlesen, dass sich die Bilder der D800 im Rahmen der elektronischen Bildverarbeitung so hinbiegen lassen, dass sie aussehen als wären sie mit einer D800E gemacht. Hierbei wird jedoch nicht drauf eingegangen wie ein identisches Bild aus einer D800E bei identischer Bildaufbereitung aussehen würde.

Ich denke derzeit „Mehr ist Mehr“ und selbst wenn die D800 mit einigen EBV-Tricks der D800E nahe kommt, so wird diese (je nach Motiv natürlich) die Nase vorn behalten.

Sucht man das Internet ein wenig nach Artikeln rund um die neue Nikon D4 bzw. die D800 ab, so findet man auch erste negative Stimmen. So wird vielfach berichtet, dass sowohl die D4 als auch die D800 gelegentlich „einfrieren“ und sich auch durch Entfernen des Akkus nicht reanimieren lassen. Nikon empfiehlt derzeit die Anzeige von Spitzlichtern nicht zu verwenden um diesen Effekt zu vermeiden. Scheinbar gibt es hier doch noch Probleme mit der Firmware dieser Kameras.

Vor diesem Hintergrund ist eine gewisse Wartezeit vielleicht gar nicht so verkehrt. Wenn man als Kunde damit ein vollständig funktionierendes Exemplar erhält, dann warte ich gern noch eine Weile und nutze die Zeit für ein paar schöne Touren mit dem Motorrad oder dem Cabrio. Das Leben kann auch ohne die D800E wirklich schön sein. Auch wenn das die Nikon-Marketingabteilung sich nicht gern hören mag 🙂

Hier zwei Beispiele für „männliches Leben ohne die Nikon D800E“

Bis die D800E endlich lieferbar ist werde ich mit der D7000 sicher noch eine Menge Spass haben, so wie in diesem Video das vor ein paar Monaten mit der D7000 auf Teneriffa entstanden ist.

So, jetzt packe ich mal wieder meinen Koffer und starte eine kleine Reise mit viel männlichem Spaß ohne die D800E. Im Gepäck werde ich die Fuji Finepix X100 haben. Sie „trägt nicht auf“ und liefert tolle Bilder.

Update um 23h55

Die Fahrt über die B42 am Rhein entlang war wieder einmal richtig gut und ich habe während der Fahrt ein wenig mit der kleinen GoPro HD HERO 1080 „ins Blaue hinein fotografiert“. Dinge die man mit einer D800E niemals tun würde weil man viel zu viel Angst hätte, dass da was dran kommt…

Aber ich muss sagen, die winzige GoPro liefert wirklich spannende 5 Megapixel große Bilder. Für den „schnellen unbemerkten Schuss aus der Hüfte gibt es nur wenig besseres. Hier ein Beispiel das so um ca. 21h in der Nähe der Lorelei entstanden ist. Das Dach war geöffnet und ich habe die GoPro ohne Unterwassergehäuse mal hierhin und mal dorthin gehalten. Ein Display hat sie ja nicht…

Zweiter Nachtrag

Das „Video des Tages“ ist jetzt auch fertig…

100.000 Kilometer mit der Nikon D300

100.000 Kilometer mit der Nikon D300 – So würde die Schlagzeile eines Dauertests lauten wenn die D300 ein Auto wäre und ich hier für die Auto-BILD schreiben würde. Auch wenn es nicht ganz passend erscheint, passt diese Schlagzeile meiner Meinung nach doch sehr gut. Im Jahr 2005 habe ich mir nach mehreren Jahren mit der Nikon D100 und diversen analogen Kameras eine D2x für damals sagenhafte 4.800 Euro gekauft. Diese Kamera hat mich ein lange Zeit begleitet und ich habe sie noch heute. Im Jahr 2007 kam dann eine deutlich preiswerte Nikon D300 dazu. Die Software der D300 ist im Vergleich zur D2x eine Generation weiter und das Display ist deutlich größer geworden. Aber die D2x ist auch heute noch eine gute Kamera. Wer im RAW-Modus bei ISO-100 fotografieren kann, der wird auch im Jahr 2012 mit einer D2x noch viel Spaß haben können.

Mit beiden Kameras war ich dreimal im Südwesten der USA und ungezählte Male auf den Kanaren, in Norwegen, der Schweiz und anderswo. Mit diesen Kameras habe ich die fotografisch gesehen vielleicht wichtigste Zeit meines Lebens verbracht und die Ergebnisse   sind auch heute noch mehr als ansehnlich. Ist ein Einsatz unter perfekten Bedingungen möglich, so spielt auch die D2x noch heute ihre Stärken aus. Der Detailreichtum der Bilder ist großartig und ein gut konvertiertes RAW-Bild ist von einem identischen Pendant aus der D300 praktisch nicht zu unterscheiden. Gut gebrauchte Modelle der D300 oder auch der D2x bekommt man heute bei den diversen Online-Plattformen für 700 Euro und weniger.

Wer die durch den kleinen Chip bedingte kompakte Baugröße der Objektive für diese Kameras zu schätzen weiß, kann im Jahr 2012 für wenig Geld sehr leistungsfähige überaus robuste Kameras erwerben für die es gute Weitwinkel und kompakte Teleobjektive gibt.

Vor einigen Tagen hat mich via Facebook der Martin angefunkt und mich gefragt ob ich ihm als Ersatz für seine Nikon D90 eher eine D300s oder eine D7000 empfehlen würde. Das will ich hier kurz beantworten…

Also: Wer eine große schwere robuste Kamera mit schneller Bildfolge sucht die via 9-fach Bracketing tolle HDR-Bilder ermöglicht, der ist bei D2x und D300 genau richtig. Wer zusätzlich filmen möchte, der könnte auch zur D300s greifen. Wer wenig HDR macht, eine etwas höhere Auflösung such und mit gleichzeitig leider leichtverringerter Dynamik leben kann und in 1080p mit 23,95 B/s filmen möchte, der sollte zur D7000 greifen.

Wenn ich losziehe und „nur“ fotografieren will und dabei das Gewicht der Kamera keine Rolle spielt, dann packe ich eine D2x oder eine D700 mit Batteriegriff ein. Die D700 falls ich wenig Licht erwarte, die D2x wenn das Licht gut ist und ich ggfs. den Drop-Faktor für Bilder mit einem 400er Teleobjektiv nutzen will. (Das dann fast wie ein 600er wirkt) Steht eine anstrengende Wanderung auf dem Programm, dann die D300 oder die D7000 ohne Batteriegriff. Klein, handlich kompakt…

Wenn ich hauptsächlich oder auch nur nebenbei filmen will, dann ist die D7000 mein Freund.

Sobald die D800E da ist, wird sich das alles verschieben und ich werde wahrscheinlich ausschließlich die D800 benutzen. Aber warten wir es mal ab…

Hier einige Beispiele zur Nikon D2x, D300 und D7000.

Beginnen wir mit einem Video das ich komplett mit der D7000 erstellt habe. Wer es schon kennt scrollt einfach weiter 🙂

Hier nun einige Bespiele aus der D300 und der D2x. (Alle Bilder sind 1000 Pixel breit oder hoch, einfach anklicken)

Nikon D300 - Upper Antelope Canyon

Nikon D300 - La Sal Sunrise

Nikon D2x - Storm over Canyonlands

Nikon D2x - Storm over Canyonlands II

Nikon D300 - Bryce Canyon Sunrise

Nikon D2x - Monument Valley Sunrise

Nikon D2x - La Sal Morning I

Nikon D2x - La Sal Morning II

Nikon D300 - Second Wave

Nikon D2x - Alstrom Point

Nikon D2x - Alstrom Point II

Nikon D300 - Hiking the Wave

Nikon D2x - Balanced Rock

Nikon D300 - False Kiva

Nikon D300 - Horse Shoe Bend

Nikon D2x - Arches NP - Window Section

Nikon D2x - Arches NP - Navajo Arch

Nikon D300 - Lonesome Wave Photographer

100.000 Kilometer mit der Nikon D300 – wie lautet das Fazit? In der Autowelt würde man jetzt Benzinverbrauch, Drehmoment, Beschleunigung, Verbrauch und Unterhaltskosten einander gegenüberstellen. All das fällt weder bei der D300 noch bei der D2x an. Die D2x ist mir im Jahr 2010 bei einem Sturz im Arches NP einen Abhang hinunter gekugelt. Das Gehäuse war an der Unterseite gebrochen und der Autofokus hat nicht mehr funktioniert. Ich hatte sie abgeschrieben, aber sie konnte für etwa 900 Euro repariert werden. Leider musste ich sie dreimal einschicken bis alles wieder korrekt funktioniert hat. Aber jetzt arbeitet alles wieder wie am ersten Tag!

Auch die D300 hat inzwischen viele tausend Auslösungen hinter sich, alles ohne Probleme. Während meine Fuji Finepix X100 gleich nach einigen Tagen eine Weile in die Werkstatt musste, haben alle Nikons vom ersten Tag an wunderbar funktioniert. Ich habe alle Firmware-Updates eingespielt, wirklich notwendig waren sie indes nicht.

Wer seine Bilder im Internet publiziert und Prints bis zu einem Format von 60x90cm in bester Qualität braucht, der ist sowohl mit der D2x, als auch der D300, D700 oder D7000 bis heute gut bedient.

Die Nikon D4 oder auch die D800 bzw. D800E werden vieles ändern, vor allem aber den Preis der älteren Modelle auf dem Gebrauchtmarkt. Wer ohne Pixelwahn leben kann und nicht unbedingt in HD filmen muss, für den ist sicher eine gebrauchte D300s mit einigen guten Objektiven in den kommenden Monaten eine gute Wahl. Viele Kunden der D800 werden ihre „alten“ Kameras preiswert verscherbeln um sich die neue Nikon D800 leisten zu können.

Hier findet derzeit so etwas wie eine „Wachablösung“ statt. Jeder der sich bislang keine dieser Kameras leisten konnte kann in den nächsten 6 Monaten kräftig in die Hände schlagen und versuchen eine dieser Kameras preiswert bei eBay & Co zu ergattern.

Meine D300 hat die ersten 100.000 Kilometer gut überstanden, ich denke sie schafft auch die 200.000 Kilometer 🙂

Ausritt mit der besten Kamera der Welt

Nach einer langen Regenperiode lacht mein Herz als ich am Morgen aus dem Fenster schaue. Ein paar Stunden später als ich mit dem Helm in der Hand und der Lederkombi am Körper unser Haus verlasse weht mir eine Brise warmer Frühlingsluft ins Gesicht, der perfekte Tag für eine schöne Motorradtour. Seit der letzten gemeinsamen Tour mit Sandra vor einigen Wochen stehen meine beiden Lieblinge in der Garage. Das weiße „Mädchenmotorrad“ steht vorn, also schnappe ich mir mal die weiße Rakete auf der Sandra sonst „reitet“.

Es geht ab in die Waschanlage, der Winterstaub muss weg. Dabei bin ich ganz vorsichtig, den Hochdruckreiniger halte ich in respektablem Abstand, wichtige Lager und Dichtungen etc. bleiben verschont. Im wesentlichen wird der Winterstaub von Sitzbank und Tanke gespült. Nach dem auch das letzte Insekt von der Verkleidung gespült ist geht es weiter.

Mein nächstes Etappenziel ist das Café Fahrtwind bei Ahrbrück in der Eifel. Als ich auf die Autobahn auffahre zischt eine blau/silberne BMW K1300RS an mir vorbei. Instinktiv reiße ich den Hahn voll auf und die Fuhre geht so richtig ab bis ich gleichauf bin. Mit gebührendem Abstand sausen wir gemeinsam in Richtung Café Fahrtwind. An einer Stelle unseres Weges ist dann vor einer unfallträchtigen Kreuzung ein Stau. Kurz darauf kommt uns ein Rettungswagen entgegen. Wenig später kann ich sehen was geschehen ist. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt ein Motorrad auf der Seite. Ich kann von unten auf die große „4 in 1“ Krümmeranlage schauen. Was genau es ist kann ich nicht sehen, es scheint eine rote Honda zu sein. Der Motorradfahrer ist nicht zu sehen, scheinbar wurde er kurz vorher im Rettungswagen an uns vorbei gefahren. Oberhalb des Motorrads steht ein blauer Mercedes SLK bedrohlich schräg am grasbewachsenen Hang zwischen bunten Gänseblümchen. Wäre es nicht so ernst, es wäre fast ein Foto wert.

Mit einem Kloß im Hals geht es weiter. Mir gehen Sandras mahnende Worte durch den Kopf und sie hat so recht. Es ist Saisonbeginn und viele Motorradfahrer überschätzen ihre Leistungsfähigkeit. Und es ist schönes Wetter, das führt bei den Autofahrern dazu, dass sie langsam durch die Gegend schnarchen, hier und da in die die Landschaft schauen und damit andere Verkehrsteilnehmer zu oft waghalsigen Überholmanövern verleiten. Würden alle „normal“ fahren und sich auf den Verkehr konzentrieren, es gäbe sicher drastisch weniger viele Unfälle!

Beim Café Fahrtwind gibt es bei Kaffee und Apfelkuchen ein paar „Benzingespräche“ mit den anderen Bikern. Einige interessieren sich für meine modifizierte K1200r Sport. Als ich ihnen erzähle, dass dies mein „Mädchenmotorrad“ ist schauen sie mich gang ungläubig an 🙂

Es geht weiter, getrieben vom Gedanken ein schönes Foto für diesen Artikel zu knipsen lande ich schließlich bei Burg Ohlbrück.

Unter den Augen einer grinsenden Burg-Besucherin krabble ich mit der besten Kamera der Welt durch die Wiese vor der Burg. Diese Kamera hat einen sehr kleinen Chip und eine sehr kurze Brennweite. Damit ist fast die „unendliche Tiefenschärfe“ möglich und das ganz ohne Tricks mit teuren Shift- und Tilt-Objektiven…

Etwas später geht es weiter in Richtung Rhein. Einige Kilometer vor Bad Tönnistein überhole ich dann den historischen Vulkan Express. Zwar wird er von einer uralten Diesellok gezogen, aber auch ohne Dampflock ist es ein schönes Bild. Ein Stückchen weiter kann ich vor einer historischen Eisenbahnbrücke anhalten. Schnell springe ich von der K1200 und haste unter der Brücke hindurch auf die andere Seite.

Kurz drauf kommt dann auch schon der Vulkan Express dann auch schon vorbei geschnauft um mit einem Quietschen das durch Mark und Bein geht kurz anzuhalten.

Nachdem ich wieder startklar bin geht es runter zum Rhein, den Vulkan Express sehe ich dabei wieder. Ich überlege ob ich noch hier und da anhalten soll, aber die Szenerie ist unübersichtlich, die Straße schmal und Gegenlicht habe ich auch. Also geht es weiter in Richtung B9. Mit einer Hand am Lenker geht es auf der B9 mit lässigen 1.900 Umdrehungen im 6. Gang ganz entspannt heimwärts. Als ich mich späterer aus meiner Lederkombi heraus kämpfe bin ich ziemlich platt. Der erste größere Ausritt war wirklich schön aber auch wirklich anstrengend. Am nächsten Tag wird mir der „Gas-Arm“ weh tun, aber davon ahne ich an diesem Abend noch nichts…

Der Ausritt mit der besten Kamera der Welt – was ist die beste Kamera der Welt? Ich denke und da bin ich nicht allein, es ist DIE Kamera die man dabei hat, es ist nämlich in diesem Augenblick die EINZIGE und damit die BESTE die verfügbar ist. Und eine Kamera die so klein und leicht ist, dass man sie praktisch immer und überall dabei haben kann, ist dann während der meisten Zeit des Lebens irgendwie „Die beste Kamera der Welt“. Und die Bilder zeigen, dass man auch ohne teures Equipment und das eine oder andere nette Erinnerungs-Foto knipsen kann.

Eine D800 oder etwas ähnliches hätte ich auf diese Tour gar nicht mitnehmen können. Jedenfalls nicht ohne Tankrucksack oder seitliche Koffer. Auch wäre ich in Sorge gewesen ob die Rüttelei auf den oft sehr desolaten Landstraßen der Kamera nicht unnötig stark zugesetzt hätte. Auch wenn ich mich wirklich darauf freue sie endlich beim Fotohändler meines Vertrauens abzuholen und sie jetzt gerade vielleicht in einem kalten dunklen Container irgendwo auf dem Meer unterwegs ist, sie ist für mich NICHT die beste Kamera der Welt. Denn in den schönsten und wichtigsten Momenten meines Lebens wird sie wohl nicht zugegen sein. Das ist zwar traurig, bleibt aber leider dennoch die Wahrheit 🙂

10 Jahre Nikon-Fotografie

Das Vorhaben alle meine CD’s in die Apple iCloud zu kopieren gestaltet sich zunehmend als schwierig. Hunderte von CD’s warten noch in Kisten und Kartons auf den Weg in die iCloud aber sie ist voll! Da heißt es jetzt „selektieren“ – auch wenn es weh tut – der Schrott muss weg – definitiv! Doch das gestaltet sich mehr und mehr als Abenteuer. iTunes produziert eine Fehlermeldung nach der anderen und mein „Hauptrechner“ ist unter Windows 7 seit zwei Wochen damit beschäftigt genau die Songs in die Cloud zu „pumpen“, die via iTunes-Match nicht erkannt wurden.

Es muss in großem Stil aufgeräumt werden! Zu blöd, das iTunes sogar auf dem Mac gern einfach mal abschmiert wenn man mehrere hundert Dubletten, ungeeignete Dateien und anderen Schrott aus seiner Mediathek und der iCloud löschen möchte. Aber in all dem Chaos gibt es auch kleine Lichtblicke! So ist mir doch heute eine winzig kleine MP3-Datei ins „Auge gesprungen“ die ich vor sage und schreibe 11 Jahren auf meinem Klavier im meinem Wohnzimmer mit 5 Mikrophonen, einem Mackie-Mischpult und einem DAT-Recorder aufgenommen habe.

Mit dem neuen AKG Kopfhörer klingt das gar nicht mal schlecht, eigentlich sogar gut genug um es nicht auf der 2001er Weihnachts-CD versauern zu lassen. Man könnte diese „meditative kleine Perle“ bei YouTube einstellen, dann kann sie jeder hören und mir sagen wie es ihm gefällt. Mit Final Cut Pro X ist schnell ein Titel gemacht und das Lied darunter gelegt, aber das Ergebnis ist super langweilig. Eigentlich wäre eine Diashow ganz nett? Ich gebe bei der Google-Bildersuche einfach mal Ansgar Hillebrand fotocommunity ein und finde auf einen Schlag viele viele Fotos die ich im Laufe der letzten Jahre in der fotocommunity abgelegt habe. Gleich neben meinen Safari-Webbrowser ist ein Fenster des „Finders“ geöffnet. Via Drag & Drop wandert so ein Bild nach dem anderen in einen Ordner auf der lokalen Festplatte.

Doch wie macht man aus den vielen Bildern ohne großen Aufwand eine ansprechende Diashow? Da kommt mir eine Idee – auf dem Mac gibt es doch iPhoto! Damit habe ich mich schon mehrfach beschäftigt und versucht ansehnliche Fotobücher zu erstellen. Diese habe ich letztlich alle wieder verworfen weil iPhoto bei vielen Fotos kein vernünftiges Fotobuch mehr hinbekommt – Sorry Annette – es waren die Bilder Deines 50. Geburtstages – ich schäme mich ja auch – aber iPhoto kriegt das einfach nicht so hin wie ich es mir gewünscht habe… 😦

Aber vielleicht klappt es ja mit einer Diashow? Und siehe da, das ist gar nicht schwer. Es gibt verschiedene nette Vorlagen, man kann die Musik selbst auswählen, alles ganz einfach. Doch dann dauert es doch etwas länger weil ich die Fotos sortieren möchte. Einen richtigen Leuchttisch hätte ich gern, aber iPhoto stellt einfach nur alle Bilder in einer langen Reihe nebeneinander dar. Man kann sie verschieben, doch wenn es viele Bilder sind, gerät das zur Geduldsprobe. Doch letztlich ist es dann fertig! Ich exportiere die Diashow in Full HD mit allerhöchster Auflösung, das dauert eine ganze Weile, aber es klappt! Doch das Ergebnis haut mich um! Keine 5 Minuten dauert das Video und es hat 2,27 GB – was für ein Wahnsinn dieses HD-Zeitalter doch ist… Also versuche ich mich mit anderen Einstellungen. Schließlich wähle ich „Exportieren für Monitor“. Damit entsteht nach etwa 20 Minuten eine 0,23 GB große Datei – das ist ok! Man sieht zwar deutliche Spuren der krassen Kompression, aber YouTube würde auch die gewaltige Video-Datei auf eine Qualität eindampfen die nur wenig besser wäre, wenn überhaupt… Also ab damit in Richtung YouTube.

Und hier ist sie nun, meine erste iPhoto-Diashow mit lauter selbst fotografierten Bildern (relativ wahllos ausgewählt) und einem kleinen selbst gespielten Präludium von Johann Sebastian Bach aus dem Jahr 2001 – Violà…

Fuji X100 – Die perfekte Landschaftsfotografie

Ihren guten Ruf als perfektes Werkzeug für die Street-Fotografie hat die Fuji Finepix X100 nicht zu unrecht. Das lichtstarke leichte Weitwinkelobjektiv und der vergleichsweise große Chip machen diese Kamera aber auch zu einem tollen Werkzeug für die Landschaftsfotografie. Heute will ich Euch hier vier völlig gleiche und dennoch extrem verschiedene Fotos vorstellen die gestern im Laufe des Tages entstanden sind. Bild 1 habe ich um 12:00 bei hoch stehender Sonne und einem für den April so typischen Wolkenhimmel aufgenommen. Bereits um 14:00 sah die Szenerie ganz anders aus, aber zwischen diesen Bildern liegen immerhin auch zwei volle Stunden!

Ganz anders am Abend, Bild 3 ist um 20:00 entstanden, Bild 4 bereits um 20:15!

Vergleicht man diese Bilder, so haben sie aufgrund des intensiven Wolkenhimmels alle ihren Reiz. Doch mein ganz persönlicher Favorit ist Bild Nummer 4. Für meinen Geschmack bilden hier die milden Kontraste und die intensiven Farben einen schönen Gegenpol zum statischen Symmetrie des eigentlich relativ langweiligen Motivs.

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

Bonner Museumsmeile mit Fuji Finepix X100

In einem Buch über die Geschichte der Fotografie habe ich vor einer ganzen Weile einen Bericht über einen deutschen Fotografen gelesen, der vor mehr als 100 Jahren mit dem Auftrag die Akropolis in Athen zu fotografieren nach Griechenland gereist ist. Als er heimkehrte hatte er etwa 20 verschiedene Fotografien der Akropolis dabei. Entstanden sind diese Fotografien im sagenhaften Zeitraum von 12 Monaten! Er hat sich das schwierige Motiv damals mühsam erarbeitet. Zunächst hat er einige Wochen lang die richtige Perspektive gesucht und dann mehrere Monate zu unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder neue Fotos aufgenommen. So hat er letztlich ein bis heute bekanntes perfektes Foto der Akropolis geschaffen. Millionen von Touristen knipse jährlich das gleiche Motiv, aber nahezu keines dieser Bilder hat auch nur annähernd die Qualität der über 100 Jahre alten Fotografie.

Einer der berühmtesten Landschaftsfotografen der „Neuzeit“ ist Ansel Adams. Seine Fotos kennt zumindest in den USA fast jedes Kind. Auch er hat sich seine Motive mit langem Zeitaufwand mühsam erarbeitet und letztlich unvergleichliche Ergebnisse erzielt.

In unserer schnelllebigen Zeit ist dieses Herangehen kaum mehr möglich. Und selbst mit Hilfe der immer perfekter werdenden Kameras ist der wichtigste Einflussfaktor in der Landschaftsfotografie bis heute noch immer das Licht. Die Frage die ich hier stellen möchte lautet:

Ist es im Jahr 2012 mit geringem zeitlichen Aufwand möglich gute Landschaftsfotografien zu erstellen? Ich denke JA!

Heute gibt es viele Hilfsmittel die noch vor 20 Jahren nicht zur Verfügung stehen. Beispielsweise kann man via Google-Earth ein Gelände zuvor virtuell erkunden und sogar den Schattenwurf der Sonne im Laufe eines Tages simulieren. Auf Panoramio findet man zu vielen interessanten Fotolocations Beispielbilder, denen man zumindest Informationen zur Topografie entnehmen kann. Auch fördert das Stöbern bei Bilderdiensten wie flickr, fototreff24 oder der fotocomunity oft hilfreiche Tipps und Ideen zutage. In Verbindung mit dem Wissen über die Lichtverhältnisse zur „Blauen Stunde“ und die Wetterberichte von http://www.Wetter-Online.de und anderen Wetterdiensten ist es heute sehr viel einfacher einen „magischen Moment“ zu erwischen. Dennoch ist all das keine Garantie und nach wie vor liegt das Geheimnis des Erfolges von Landschaftsfotografen wie Tom Till oder Michael Fatali darin begründet, dass sie sich „ihre Motive“ immer wieder neu erarbeiten.

Die verwendete Technik liefert ihnen ein technisch perfektes Ergebnis, aber den richtigen Augenblick beeinflusst es nicht. Somit ist aus meiner Sicht, ganz unabhängig von der hier verwendeten Fuji X100, eigentlich auch jede moderne Kamera für die Landschaftsfotografie geeignet. Nur sollte man seine Kamera kennen und zur Not im Schlaf bedienen können. In Verbindung mit dem richtigen Licht und dem Wissen um das Motiv sind dann auch mit einfachen Kameras eindrucksvolle Fotografien möglich.

Hier einige Beispiele die NICHT mit der X100 entstanden sind.

Das erste Bild habe ich vor vielen Jahren mit einer Nikon F4 und einem 70-300 Zoom am Vierwaldstätter See in Luzern aufgenommen. Auf dieses Alpenglühen habe ich etwa ein Jahr lang gewartet und es schließlich bei grimmiger Kälte auf einen Kodak Extra Color 100 aufnehmen können. Die verwendete mutet heute schon fast prähistorisch an, aber dennoch wurde dieses Foto für den Werbeprospekt der Bergstation auf dem hier gezeigten „Pilatus“ verwendet.

Alpenglühen am Pilatus bei Luzern mit Nikon F4

Beispiel 2 ist ein Sonnenaufgang über dem La Sal Gebirge bei Moab in Utah. Um dieses Bild aufnehmen zu können bin ich dreimal an diesem Ort gewesen und habe mir im winterlichen Morgengrauen die Finger abgefroren. Es ist mit einer Nikon D300 und einem AF-S 2.8/17-55mm fotografiert. Im Zeitalter der D800 auch schon wieder ein Stück „Alteisen“ – aber man kann damit noch gute Fotos machen. Die D300 ist seit der Vorstellung der D800 nur billiger geworden, nicht schlechter! Dieses Foto verkauft sich über über verschiedene Online-Stores recht gut und hat es in die Galerie der fotocommunity.de geschafft.

Sonnenaufgang am Mesa Arch mit Nikon D300

Und zum Schluss noch eine „Momentaufnahme“ aus dem Jahr 2010. Dieses Bild ist am Ende eines Tages mit dichten Wolken, Sturm und fiesem Licht im Monument Valley in Arizona entstanden. Während ich am Visitor Center gewartet habe, dass meine Freundin den Weg zur Damentoilette findet, schien für einen kurzen Augenblick die Sonne fast waagerecht zwischen dem bedrohlichen Wolkenhimmel und dem Boden auf die drei berühmten Tafelberge. In diesem Augenblick hatte ich meine Nikon D300 schussbereit auf dem Stativ und habe wie elektrisiert ein Bild nach dem anderen geschossen. Während der RAW-Bearbeitung habe ich später versucht die Emotionen auszuarbeiten die ich in diesem Augenblick hatte.

Sunset im Monument Valley

Die beiden letzten Beispiele hätte man in der gleichen Qualität mit fast identischem Ausschnitt auch mit der Fuji X100 erstellen können. Die X100 ist definitiv mehr als nur eine hübsch gemachte Retro-Kamera, sie ist ein ernst zu nehmendes „Werkzeug für den perfekten Augenblick“.