Ansgars kleine Fotoschule – Der richtige Moment

Gestern habe ich zu später Stunde noch etwas „Resteverwertung“ betrieben und aus altem Material ein kleines Video erstellt. Die Video-Schnipsel habe ich im Jahr 2011 aufgenommen während ich mehrere Wochen in den USA unterwegs war. Die drei ersten Wochen habe ich mit meiner Freundin Sandra verbracht. Wir waren ständig unterwegs und haben gemeinsam viel gesehen und erlebt. Aber die wirklich abgefahrenen „Foto-Momente“ habe ich erst erlebt als noch zwei Wochen lang allein unterwegs sein konnte und sie schon wieder arbeiten musste. Gemeinsam waren wir im Death Valley National Park. Es war schön und dieser Park hat mir sehr gut gefallen, aber wir sind fast keine Off-Road Pisten gefahren und haben nur recht wenig Zeit am frühen Morgen oder späten Abend außerhalb unserer Hotelzimmer verbracht. Es war Februar/März und dann kann es selbst im sonnigen Kalifornien recht kalt werden.

Am Tag der Heimreise meiner Freundin habe ich mich von Las Vegas erneut auf den Weg ins Death Valley aufgemacht und dort am zweiten Abend den Race Track besucht. Es ist eine weite höllische holprige Fahrt dorthin und ich weiß nicht ob ich ein zweites Mal dorthin fahren würde. Unterwegs gingen so schwere Regenschauer nieder, dass ich anhalten musste weil die Scheibenwischer keine klare Sicht mehr möglich machen konnten. Als ich letztlich am Race Track eintraf war es schon zu spät, ich hatte die mehr als fiese Anreise total unterschätzt. Die Spuren auf denen die Steine „um die Wette laufen“ sieht man nur ganz kurz vor Sonnenuntergang, dann wenn die Sonne ganz tief steht und die leichten Vertiefungen ihre Schatten werfen.

Also war ich etwas gefrustet, aber als ich schließlich ein paar Kilometer später ein Paar aus Bishop CA traf und mit ihnen ins Quatschen kam, spielte sich plötzlich am Horizont ein ganz ergreifendes Schauspiel ab. Die schweren Gewitterwolken schwebten klar konturiert über dem Race Track und die untergehende Sonne schien von links unten hinein. Während diese Wolkenformation rot zu leuchten begann zückten die beiden Fremden und ich unsere Kameras und schossen Bild um Bild.

Als ich das folgende Foto aufgenommen hatte war ich schon ganz glücklich und war kurz davor weiter zu fahren.

Death Valley - The Race Track

Doch dann geschah das unverhoffte Naturschauspiel und ich war wie elektrisiert. In kurzer Zeit habe ich mit unterschiedlichen Kameras und Objektiven wirklich viele Fotos aufgenommen, es waren sogar einige Dias dabei!

Death Valley Thunderstorm #1

Obwohl ich weit weg war, ließ sie die gesamte Pracht nur mit einem Extremweitwinkel einfangen. Aber mein Auto stand etwas weiter weg und die Objektive waren im Kofferraum. Also musste ich im Laufschritt zum Auto sprinten, schnell das Nikkor AF-S 2,8/10,5mm an meine Nikon D300 montieren und wieder zurück flitzen. In diesem kurzen Augenblick hatte sich das Schauspiel schon wieder verändert und war fast vorbei.

Death Valley Thunderstorm #1

Einige wenige coole Fotos waren noch möglich, aber dann war alles nur noch dunkle graue Suppe.

Fazit

In den meisten Fällen lohnt es sich Geduld aufzubringen und auf den richtigen Moment zu warten. Während man wartet kann man schon das eine oder andere Foto aufnehmen. Aber wenn es „ernst“ wird sollte man bereit sein und dann muss jeder Handgriff sitzen. Momente wie dieser dauern in der Regel nur wenige Minuten. Wer sich in diesen Momenten etwa mit seinem Stativ abmüht oder in den Tiefen der Kameramenüs nach der richtigen Einstellung sucht, der wird sich später ärgern. Tolle Fotos entstehen eben nicht nur durch Glück allein, sondern nur wenn man im richtigen Moment sein Handwerk beherrscht.

Daher empfehle ich jedem ambitionierten Amateur regelmäßig seine Kamera in die Hand zu nehmen, sich kleine fotografische Aufgaben zu stellen und den Umgang mit Kamera und Zubehör so lange zu üben bis alles wie im Schlaf funktioniert. Wer zwischendurch mal die Bedienungsanleitung seiner Kamera studiert ist hier zusätzlich im Vorteil.

Ich werde oft gefragt welche Kamera ich denn empfehlen würde. Im Gespräch kommt meist schneller heraus, dass der „Fragende“ bereits eine gute Kamera besitzt aber sie ganz und gar nicht bedienen kann und bislang immer zu faul war mal einen Blick in die Bedienungsanleitung zu werfen oder sich durch ein gutes Buch zu schmökern. Oft wird beim Wunsch nach besseren Fotos die Hoffnung in das neue Equipment gesetzt, was aber ein Trugschluss ist. Ich selbst habe mir vor fast 20 Jahren meine erste E-Gitarre gegönnt und in den Jahren danach immer wieder neue, besser, tollere Instrumente gekauft. Letztlich kann ich noch immer nicht vernünftig Gitarre spielen und habe viel Geld für Instrumente ausgegeben die ich gar nicht beherrsche.

Mit teuren Fotoapparaten ist es eigentlich ganz genau so. Gibt man einem Eric Clapton eine Stratocaster aus Korea in die Hand die man im Musikgeschäft um die Ecke für 500 Euro kaufen kann, dann wird er auf dieser Gitarre unglaublich gut musizieren können. Bei einer Kamera ist es ganz ähnlich. Wer seine 500 Euro Kamera im Schlaf beherrscht und alles heraus zu kitzeln vermag was die Kamera bietet, der wird immer bessere Fotos schießen als die gut betuchten Besitzer gewaltig großer Kameras die sich an jedem schönen Sonntag mit ihrem Ausrüstung im Zoo abmühen und sich von ihrem „Foto-Führer“ die Zusammenhänge zwischen Zeit und Blende immer wieder mühsam erklären lassen müssen.

Wissen ist Macht – Nix wissen macht nix…

All jenen unter Euch die an ihren Fähigkeiten feilen wollen empfehle ich für den Anfang einen Blick in ein gutes Buch. Wer lieber via Kindle liest, der findet beispielsweise bei amazon.de auch sehr locker geschriebene und gut lesbare Bücher von Scott Kelby. Mir haben die folgenden vier Bücher von Tom Ang schon vor ein paar Jahren wirklich viel Spaß bereitet. Inzwischen mag es aktuellere Kameras als die in den Büchern abgebildeten geben. Aber wie gesagt, ein Eric Clapton vermag auch auf einer alten Gitarre gute Musik zu machen 🙂

TomAng-Profitechniken

TomAng-Fotogafieren-das-ganze-Jahr

TomAng-Wie-die-Profis

TomAng-Praxiskurs

Nikon D800 – Filmen mit der DSLR

Nikon_1V1_FT1_AFS_VR_18_200

Als ich im Jahr 2009 meine ersten Gehversuche mit einer winzigen Nikon S600 gemacht habe, war ich froh mit VGA Auflösung in Farbe filmen zu können. In meiner Jugend hatte ich eine wunderbare Doppel-8 Filmkamera die ich bis heute in Ehren halte, für die es aber leider kein Filmmaterial mehr gibt. In den Zeiten in denen es diese Filme noch gab waren sie astronomisch teuer und ich konnte mir von meinem schmalen Taschengeld nur einige wenige Minuten pro Jahr leisten. Besonders aufregend waren die Momente wenn der entwickelte Film mit der Post zurück kam und ich erst einmal den Heurtier P6-24B Filmprojektor mein Vaters von Super 8 auf meinen älteren Doppel-8 Standard umbauen musste. Das war nicht wirklich schwierig, es mussten nur die Zahnräder für den Filmtransport und die Filmbühne gewechselt werden. Danach konnte ich mit meinen Film anschauen. Wenn ich mich recht erinnere lief er bei 18 Bildern/Sekunde nur etwa 3 Minuten. Diese drei Minuten kosteten mich damals das Taschengeld für einen ganzen Monat und so sind leider nicht viele Filme während dieser Zeit entstanden.

Angesichts dieser „Vorgeschichte“ war ich im Jahr 2009 regelrecht euphorisch mit einer kleinen Kamera ganz problemlos in deutlich besser Qualität filmen zu können, als es mit meiner alten Doppel-8 Kamera jemals möglich gewesen wäre. Doch wenn ich mir heute meinen ersten Film aus dem Jahr 2009 ansehe muss ich wirklich schmunzeln, aber seht selbst…

 

Zwei Jahre später konnte ich unsere USA-Reise schon mit einer Nikon P7000 dokumentieren und war wirklich happy mit der Bildqualität dieser Kamera. Im Vergleich zur Nikon S600 ein echter Quantensprung.

 

In den letzten Monaten habe ich viel gelesen und mir Videos angeschaut in denen es darum geht wie man mit einer DSLR oder einer Systemkamera schöne Videos aufnehmen kann. Einige der wichtigsten Botschaften waren dabei für mich, dass man

  • ein Stativ verwendet wann immer es möglich ist
  • freihändig nur mit einem Schwebestativ filmt
  • den Autofokus und die Belichtungsautomatik abschaltet
  • mit möglichst lichtstarken Objektiven bei weit geöffneter Blende filmt
  • als Belichtungszeit die „halbe Bildfrequenz“ wählt
  • überschüssiges Licht nicht mit kurzen Belichtungszeiten oder kleinen Blenden sondern mit Graufiltern kontrolliert
  • flaue Kontraste und geringes Nachschärfen an der Kamera einstellt
  • Sättigung und Kontrast erst später beim Videoschnitt festlegt

Vor ein paar Wochen habe ich auf Teneriffa im Jungle Parque fast ausschließlich mit der Nikon 1 V2 und dem Nikon AF-S VR 2.8/70-200mm gefilmt. Oft habe ich die ohnehin krasse Brennweite noch mit einem Telekonverter verlängert. Mit dem Ergebnis bin ich schon recht zufrieden und wenn man es sich auf einem Internet-fähigen Fernseher in voller HD Auflösung anschaut sieht es wirklich gut aus. Was ich an der Nikon 1 V2 ganz besonders schätze, ist der tolle elektronische Sucher der beim Filmen mit der Kamera wirklich mehr als hilfreich ist.

Zwar kann meine Nikon D800E in brillantester Qualität filmen, aber eben nur mit hochgeklapptem Spiegel und dann sieht man eben im Sucher nichts mehr. Bei hellem Tageslicht kann man damit alles was sich bewegt eigentlich nicht mehr filmen. Was geht sind statische Motive die man im „normalen Modus“ durch den Sucher der D800E „anpeilt“ und scharf stellt. Danach stellt man den Autofokus aus, aktiviert den Live-View und startet, nachdem man die korrekte Belichtung eingestellt hat, endlich die Aufnahme.

Das alles ist oft mehr als umständlich und daher gibt es viel Zubehör mit dem man seine DSLR Schritt für Schritt zu einer „richtigen“ Videokamera ausbauen kann. Dass das nicht immer sehr teuer sein muss zeigen viele Videos bei YouTube oder auch Vimeo. Doch der Umbau einer DSLR wie der Nikon D800E zu einer „richtigen“ Filmkamera ist zeitaufwändig und es ist ein ziemliches „Gefummel“.

Weil Nikon mit der Nikon 1 V3 einfach nicht um die Ecke kommt habe ich mich entschlossen für die nächste große Reise eine Nikon D800E mit 3 leichten Objektiven einzupacken und damit zu fotografieren. Für das „gepflegte Urlausvideo“ gibt es jetzt eine Panasonic GH3 und ein wunderbar schlanke Panasonic GX7 nebst Novoflex-Adapter für das Nikon F Bajonett und einige „native“ Objektive für das wunderbar kompakte Micro-Four-Thirds Format. Weil diese Kameras noch ganz neu in meiner Sammlung sind, schaue ich derzeit immer mal was andere Leute mit diesen Kameras so auf die Beine gestellt haben. Dabei ist mir heute ein wirklich ganz großartig gefilmtes Video unter die Hände gekommen, das mit genau diesen drei Kameras gefilmt wurde die ich für die nächste Reise in den Südwesten der USA ausgesucht habe.

Aber seht selbst…

Leah Zeger „The Man I Love“ from Merge Production on Vimeo.

vocalist violinist Leah Zeger’s beautiful rendition of the classic song The Man I Love.

Filmed using the Panasonic GH3, GX7, and Nikon D800 for steadicam shots. 
Post Production in FCP x. 10.1

Dieses Video habe ich jetzt schon mehrfach angeschaut und es haut mich einfach immer wieder um was man im Jahr 2014 nur 35 Jahre nach meinen ersten Filmerfahrungen mit aktuellem Amateur-Equipment auf die Beine stellen kann. Noch vor nicht allzu langer Zeit mussten sich „Filmschaffende“ ihre professionellen Kameras noch tageweise ausleihen und teilweise horrende Mietgebühren entrichten. All das ist inzwischen Vergangenheit mit einer Kamera für 1.000 Euro und 2-3 lichtstarken Objektiven lassen sich inzwischen Videos produzieren bei denen kein Auge trocken bleibt. Und wer in diesen Zeiten noch verwackelte unscharfe falsch belichtete Videos erstellt, der sollte an sich arbeiten, denn am Equipment liegt es inzwischen meist nicht mehr.

Fazit

Die Video-Fähigkeiten moderner Kameras haben in den letzten Jahren einen echten Quantensprung hingelegt und mit guten Ideen und schönen Motiven kann nun jeder der es will sein eigener Filmemacher werden. Was früher nur einer gewissen „elitären Elite“ vorbehalten war ist im Jahr 2014 eine neue Form der Gleichberechtigung für alle denen Fotos zu langweilig sind und die nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Kreativität suchen. Es ist ein Paradis für alle die Ideen haben die sich vor 10 Jahren noch gar nicht umsetzen ließen.

Vor diesem Hintergrund freue ich mich derzeit sehr auf die nächste Reise und kann es kaum abwarten neben schönen Fotolocations auch nach Motiven für eine unterhaltsame Reisedokumentation zu suchen.

Dabei werden mir Kurzfilme wie dieser hier im Gedächtnis bleiben. Dieser Film wurde übrigens mit einer Panasonic GX7 und vier verschiedenen Objektiven gefilmt. Ich finde ihn sehr cool und mag ihn wirklich. Das Jahr 2014 könnte das Jahr der uneingeschränkten Kreativität werden 🙂

Early Paris Thoughts from emeric on Vimeo.

Nikon D800E – Filmen mit dem SAMYANG 2,8/14mm

DSC_2274

Eines der beliebtesten Objektive für das Nikon FX-Format (Vollformat) ist zweifellos das überragende Nikkor AF-S 2,8/14-24mm. Leider ist dieses Objektiv aber extrem teuer und aufgrund der Tatsache, dass man keine „normalen“ Filter verwenden kann in der Nutzung etwas eingeschränkt. Ich habe mich daher entschieden mir das Nikkor AF-S VR 4/16-35mm zu kaufen und es mit dem sehr preiswerten SAMYANG 2,8/14mm zu ergänzen. Zwar ist das SAMYANG nicht genau genauso leistungsfähig wie das um ein vielfaches teurere Nikkor AF-S 2,8/14-24mm, aber Blickwinkel und Abbildungsqualität sind trotzdem sehr ähnlich und damit ist dieses billige Objektiv letztlich mehr als brauchbar.

Vor ein paar Wochen hatte ich auf Teneriffa die Gelegenheit mich ein paar Stunden lang mit der Nikon D800E, dem SAMYANG 2,8/14mm und meiner Nikon 1 V1 samt AF-S VR 10-100mm PD im Abaco bei Puerto de la Cruz zu vergnügen. Aus dem an diesem Tag eingesammelten Filmmaterial habe ich gestern für Euch ein kurzes Video erstellt. Die Hintergrundmusik ist sehr authentisch, sie stammt von einer kleinen Volklore-Truppe die im Innenhof des Abaco eine Aufführung dargeboten hat. Dort habe ich eine Weile zugeschaut und das bunte Treiben mit meiner Nikon 1 V1 und aufgestecktem Nikon ME-1 Mikrofon gefilmt. Für das Intro im Mietwagen habe ich meinen SONY HDR-MV1 Audio-Recorder verwendet.

Alle Kamera-Schwenks habe ich mit dem SIRUI M3204 und dem SIRUI K-30X Kugelkopf improvisiert. Dieser Kugelkopf ist eigentlich für die Fotografie und weniger für bewegte Bilder gedacht. Und man merkt es auch ganz deutlich, denn es ist gar nicht einfach damit einen wirklich ruckfreien „sauberen“ Schwenk hinzubekommen. Bei den Kamerafahrten, die ich im Garten des Abaco aufgenommen habe, hätte ich besser den kontinuierlichen Autofokus abgeschaltet und alles mit Blende 22 und Ausnutzung der Hyperfokaldistanz aufgenommen. Aber hinterher ist man immer schlauer und daher ist es etwas ärgerlich, dass der Autofokus deutlich sichtbar nachjustiert. Aber letztlich ist es für Euch ein gutes Anschauungsobjekt und wenn Ihr später einmal eine ähnliche Kamerafahrt aufnehmen wollt, erinnert Ihr Euch vielleicht an diese Zeilen 🙂

Hier nun das Video aus dem famosen Abaco. Es ist wirklich kurz denn ich habe viele Einstellungen beispielsweise aus der liebevoll dekorierten Küche weggelassen damit es Euch nicht langweilig wird.

Hier noch einige Fotos für jene unter Euch die sie noch nicht kennen.

D800E_3636_1000px

D800E_3581_1000px

D800E_3514_1000px

Hier noch ein Foto das ich einige Tage zuvor mit dem SAMAYANG 2,8/14mm mitten in der Nacht bei Vollmond und ISO-1600 oben im Gebirge am Fuße des Pico del Teide aufgenommen habe.

El Teide with transient Lake after a huge storm - Nikon D800E & SAMYANG 2,8/14mm

Nikon 1 V2 – Filmen im Tierpark

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen nach unserer Rückkehr aus Teneriffa ein einziges großes Video zu erstellen. Aber nun habe ich irgendwie Spaß daran einzelne Teile zu kurzen „handlichen“ Videos zu verarbeiten. Heute habe ich ein neues Video für Euch das ohne viel Schnickschnack auskommt. Es gibt nur einfache Schnitte und zwei sehr sparsame Ausblendungen. Manchmal ist weniger mehr, bei diesem Video sollen nicht die tollen Übergangseffekte aus Final Cut Pro X wirken, sondern die Bilder der wunderschönen Tiere die der Jungle Parque bei Arona im Süden Teneriffas für seine Besucher bereit hält.

Final Cut Pro X - Jungle Park

Während des Video-Schnitts habe ich überlegt ob ich die Bilder des einäugigen Weißkopfseeadlers und seines verletzten „Kollegen“ wegschneiden soll, aber dann habe ich sie doch verwendet. Schließlich gibt es diese Tiere im Jungle Parque und sie sind trotz ihrer Behinderung beeindruckende Tiere. In der freien Natur wären sie sicher längst verendet, hier im Park werden sie liebevoll gepflegt und könnten hier in Ruhe alt werden, wenn sie nicht ständig von en Touristen angepfiffen oder sonst wie geärgert würden. Manchmal frage ich mich, wer im Tierpark eigentlich wen anschaut! Besonders bei den Affengehegen geben viele Menschen oft die deutlich animalischeren oder besser „dümmeren“ Laute von sich.

Im Video kann man die Nikon 1 V2 mit FT-1 Adapter und dem Nikon AF-S VR 2,8/70-200mm mehrfach sehen. Diese Aufnahmen habe ich wiederum mit meiner Nikon 1 V1 und dem AF-S VR 6,7-13mm Weitwinkelzoom aufgenommen. Dieses hatte ich dabei auf meinem kleinen Manfrotto Schwebestativ montiert. Einige wenige Sequenzen habe ich auch mit dem wunderbaren AF-S VR 10-100mm PD und der Nikon 1 V1 gefilmt.

Hier habe ich noch einige Fotos die ich „zwischendurch“ schnell aus dem Handgelenkt geschossen habe. Eigentlich wollte ich nur filmen, aber ich bin doch sehr froh, dass ich noch einige schöne Fotos mit nach Hause bringen konnte. Das ist für mich einer der größten Vorteile dieses sehr kompakten Systems. Die Kameras des Nikon 1 Systems machen nicht nur schöne Videos sondern auch sehr brauchbare Fotos.

DSC_1578

DSC_1795

DSC_1404

DSC_1761

DSC_1381

Hier noch meine Tipps für das Fotografieren in Zoos oder Tierparks:

  1. Teleobjektive helfen die Motive groß abzubilden und schön vom Hintergrund abzuheben. Bei der Brennweite der Teleobjektive gilt wie fast immer „Mehr ist Mehr“. Doch lichtstarke Superteleobjektive kosten schnell ein größeres Vermögen. Hier sind alle Fotoamateure im Vorteil die Kameras mit hochauflösenden kleinen Chips verwenden und daher zu preiswerteren kürzeren Teleobjektiven greifen können.
  2. Der CX-Chip der Nikon 1 Kameras hat einen Verlängerungsfaktor von 2,7. Damit wird aus einem 100mm Teleobjektiv ein 270er Tele, das ist schon sehr brauchbar. Besser ist ein 200er Tele, dass dann einem 540mm Tele entspricht. Wer nun noch einen 1,7-fach Teleconverter verwenden kann, der kommt auf sagenhafte 918mm und kann damit aus Entfernungen von ca. 10 Metern Motive die etwa einen Meter groß sind sehr schön abbilden.
  3. Etwas größer sind die Sensoren der Kameras des Micro-Four-Thirds-Systems (HFT oder auch M34). Hier hat der Chip der Kamera 1/4 der Größe eines normalen Kleinbild-Dias. Dieses wird häufig als „Vollformat“ bezeichnet und hat 24x36mm. Verglichen mit den 6x7cm einer Mamiya RZ-67 ist das natürlich immer noch winzig, aber das ist ein ganz anderes Thema. Der Sensor einer MFT Kamera hat also die halbe Diagonale einer Kleinbild bzw. „Vollformatkamera“. An einer MFT Kamera kann man mit entsprechenden Adaptern diverse Fremdobjektive anbringen. Für das System werden Zoom-Objektive mit einer Brennweite bis ca. 200mm angeboten, die wegen des Verlängerungsfaktors von 2.0 einem 400er Teleobjektiv entsprechen. Wer ein Vollformat-Fremdobjektiv via Adapter benutzt muss in der Regel alles manuell einstellen, hat keinen Autofokus und keinen Bildstabilisator. Das sollte man beim Kauf eines entsprechenden Adapters bedenken!
  4. Wer beispielsweise mit einer Nikon D7000 zur Fototour ausrückt hat einen DX-Chip der halb so groß ist wie ein 35mm Diapositiv. Damit ist die Diagonale um den Faktor 1.5 kleiner als bspw. bei einer Nikon D800 mit einem „Vollformatchip“. Wer mit einer solchen Kamera im Tierpark schöne Fotos machen möchte, dem würde ich ein 400mm Teleobjektiv empfehlen, das einem 600mm Teleobjektiv im „Vollformat“ entspricht. Ein Telekonverter ist ggfs. auch hier eine sinnvolle Ergänzung. Man sollte beachten, dass nicht jedes Teleobjektiv mit allen Telekonvertern kompatibel ist!
  5. Wer mit einer „Vollformatkamera“ wie beispielsweise der Nikon D800 in den Zoo geht, dem würde ich ein 600er Teleobjektiv empfehlen.
  6. Um Tiere in einem Gehege zu fotografieren sollte man sich wenn möglich einen leicht erhöhten Standpunkt suchen um freien Blick zu haben. Viel Geduld hilft dabei wirklich schöne Fotos zu erhalten. Viele Tiere streifen auf den immer wieder gleichen Bahnen durch ihr Gehege. Wer die Tiere ein wenig studiert kann seine Fotos oft ein wenig „planen“ und wird die besseren Bilder aufnehmen als seine ungeduldigen Kollegen.
  7. Muss durch eine Glasscheibe fotografiert werden, sollte man das Objektiv mit der Gegenlichtblende möglichst direkt vor der Scheibe positionieren. Geht das nicht, kann man mit einem Stück schwarzen Karton oder Stoff störende Reflexionen abschirmen. Wer ein schwarzes T-Shirt trägt ist hier oft im Vorteil und kann sich einfach geschickt aufstellen und damit Reflexionen sehr effizient reduzieren.
  8. Will man Tiere fotografieren die sich in einem vergitterten Gehege aufhalten, so klappt das am besten wenn sie sich etwa in der Mitte des Geheges befinden. Die Kamera setzt man möglichst nahe an das Gitter und wählt ein weit geöffnete Blende. Das Gitter sollte möglichst im Schatten liegen, damit es so gut wie möglich in der Unschärfe des langen Teleobjektiven verschwindet.
  9. Tiere die sich direkt am vorderen Gitter befinden braucht man gar nicht erst zu fotografieren, das wird eh nichts 🙂
  10. Besucht man den Tierpark an kalten Tagen sind meist weniger andere Besucher zugegen. Die Tiere sind entspannter und man macht die besseren Fotos.
  11. Gute Vorbereitung hilft Zeit zu sparen. Meiner Erfahrung nach ist es besser sich auf einige wenige Tierarten zu konzentrieren statt zu versuchen, an nur einem Tag alle Tiere eines Parks abzulichten.

Fazit:

Auch wenn viele ambitionierte Amateure angesichts einer Nikon 1 oft die Nase rümpfen, kann man mit dieser Kamera gerade in Tierparks wirklich tolle Fotos und Videos machen. Bereits ein relativ preiswertes leichtes 200mm Teleobjektiv ermöglicht dank des kleinen Chips dieser Kamera bereits teils atemberaubende Abbildungsmaßstäbe. Eine Vollformatkamera mit vergleichbarem Abbildungsmaßstab schlägt schnell mit mehr als 10.000 Euro zu buche und wiegt ein vielfaches. Hier heißt es also abzuwägen zwischen Kosten, Gewicht und Nutzen.

Sehr cool ist, dass die Nikon 1 in Verbindung mit dem FT-1 Adapter moderne Nikon Objektive praktisch vollständig ausreizen kann. Autofokus, Bildstabilisator, alles funktioniert so wie man es gewohnt ist. Damit ist meiner Meinung nach die Nikon 1 bei der „preiswerten“ Fotografie in Zoos und Tierparks derzeit unschlagbar.

Reisefieber – USA 2014

Im Mai soll es nach langer Zeit endlich einmal wieder in die USA gehen und aktuell überlege ich hin und her wie sich die immer wieder viel zu kurze Reisezeit sinnvoll einteilen und so optimal wie möglich nutzen lässt. Während ich hin und her grüble, kommt mir da dieses geniale Videos gerade recht und bestärkt mich in der Überzeugung, dass ich da einfach mal wieder hin muss 🙂

Wyoming Wildscapes II from Nicolaus Wegner on Vimeo.

It was one hell of a journey during the fourteen months making Wyoming Wildscapes II, my second and final Wyoming related time lapse project. Had plenty of adventures while working on this. Lightning almost got me a couple of times this summer, gear froze up in the winter (literally), and broke a few times (don’t think most of the time lapse gear was meant for extended wilderness backpacking), all that fun stuff. Despite any minor set backs, this was without a doubt one of the most fulfilling personal projects I’ve ever undertaken. Saw some pretty amazing stuff along the way, this part of the country never ceases to amaze and surprise me.

Song is ‚Dance of the Seven Sisters‘ – by Ghost Kollective

Thanks for watching!

So könnte die Reiseroute aussehen:

Bildschirmfoto 2014-02-03 um 23.05.29

Von Las Vegas könnte man sich mit Zwischenstopps im Valley of Fire, Zion Canyon, Bryce Canyon usw. langsam nach Idaho vorarbeiten. Dort könnte man in den wunderbaren Bergen rund um das Sun Valley ein paar Tage fotografieren was das Zeug hält, dann in Billings die „nachgereiste Liebste“ einsammeln und gemeinsam den Yellowstone National Park erkunden. Mit Zwischenstopps in Moab, Monument Valley und dem Grand Canyon könnte es zwei Wochen später wieder zurück nach Deutschland gehen. Die ideale Reisezeit scheint der Mai zu sein. Dann ist es noch nicht allzu heiß und in den nördlichen Regionen schon ausreichend sommerlich um nicht ständig im Schnee herum stapfen zu müssen. Nach dem extrem kalten Winter wird im Mai im Yellowstone Nationalpark wahrscheinlich noch eine Menge Schnee liegen.

Auf dem Rückweg könnte ich mit dem Hubschrauber durch den Grand Canyon fliegen und meine Sandra dabei fotografieren wie sie mit einem Treck aus Mulis unterwegs zum Zeltplatz unten im Canyon ist. Eigentlich keine schlechte Idee…

Aktuell mache ich die ersten Gehversuche mit der neuen Panasonic GH3 und ich bin wirklich sehr gespannt ob sie mit auf die Reise darf und wenn ja, welche Ergebnisse sie dort liefern wird. Aber eines ist jetzt schon klar, allein für die Aufnahme der „Gewitterszenen“ des oben verknüpften Videos braucht man neben viel Glück wahrscheinlich Monate oder Jahre. Ich selbst lebe nun schon ein halbes Jahrhundert in Deutschland und habe noch keine einzige „Zeitraffersekunde“ eines Sommergewitters aufzeichnen können. Da wird es in ein paar Wochen in den USA sicher nicht auf Anhieb klappen. Schaut man sich in der Galerie von Tom Till in Moab um, so sieht man dort lauter Fotos von bekannten Motiven. Aber wer ganz ehrlich ist muss anerkenne, dass Tom Till meist das beste Foto dieser Motive aufgenommen hat. Dies liegt nicht nur daran, dass er ein ausgezeichneter Fotograf ist, sondern zum großen Teil, dass er eben dort lebt und sich so der besten Motive zu unterschiedlichen Jahreszeiten wieder und wieder annehmen kann.

Bildschirmfoto 2014-02-03 um 23.34.04

Sehr cool wäre es, in diesem Jahr eine geführte Tour im Monument Valley zu unternehmen und auf dem Hunts Mesa zu übernachten.

Bildschirmfoto 2014-02-03 um 23.43.29

Aktuell ist alles noch ein großer Traum, aber schauen wir mal was sich davon realisieren lässt. 

Für alle die es noch nicht kennen habe ich hier mein Video zu unserer letzten USA-Tour im Jahr 2011. Dieses Video habe ich komplett mit einer Nikon P7000 gefilmt, denn meine Nikon D7000 und die vielen anderen „videofähigen“ Fotogeräte hatte ich damals noch nicht. Auch ist vieles mit verwackelter Kamera gefilmt und ich bin mit etlichen verwackelten Einstellungen nicht wirklich glücklich. Mit der neuen Panasonic GH3 sollte sich ein ähnliches Video in sehr viel besserer Qualität erstellen lassen.

Allerdings sollte ich auch mit der tollen GH3 die drei wichtigsten Regeln für Videofilmer beachten:

  1. Regel #1 – Benutzen Sie ein Stativ
  2. Regel #2 – Benutzen Sie ein Stativ
  3. Regel #3 – Benutzen Sie ein Stativ