Fotografieren mit dem Hasselblad Flexbody

Welcher begeisterte Fotoamateur hat sich nicht schon einmal eines dieser sündhaft teuren Tilt- und Shift-Objektive gewünscht um die Linien eine Hochhauses bolzengerade abzubilden oder die „unendliche Tiefenschärfe“ zu erzielen? Doch diese Objektive sind extrem teuer und sind in der Regel den Profis vorbehalten.

In einer ganz ähnlichen Liga spielt der Hasselblad Flexbody. Allerdings hat man sich bei Hasselblad etwas ganz besonderes überlegt als man den Flexbody konstruiert hat. Statt komplexe neue Tilt- und Shift-Objektive zu konstruieren hat man einfach den Kamerakorpus ersetzt. Bereits bei der Hasselblad SWC (SuperWide-Camera) hatte man einen spiegellosen sehr einfachen Kamerakorpus mit einem festmontierten starken Weitwinken sehr erfolgreich kombiniert. Mit dem Flexbody wurde dann 1995 eine sehr spezielle Kamera präsentiert, die einer Fachkamera recht ähnlich ist, ohne jedoch deren Möglichkeiten in vollem Umfang bieten zu können. Aber man kann das Magazin in den Höhe verschieben und es in recht weiten Bereichen neigen. Außerdem bietet der eingebaute Balgen viel zusätzliche Flexibilität bei der Fokussierung. Nach der Vorstellung des Flexbody musste man sich bei Hasselblad aber auch Kritik gefallen lassen. Denn nicht alle Objektive die für den 6x6cm großen Bildkreis konstruiert sind leuchten bei extremen Einstellungen noch das komplette Bildformat aus. Daher wurde 1997 also nur zwei Jahre später der Arcbody vorgestellt. Diese Kamera ist dem Flexbody sehr ähnlich, beschreitet aber völlig neue Wege. Die herkömmlichen Objektive können nicht mehr verwendet werden, statt dessen wurden drei speziell konstruierte Objektive der Firma Rodenstock vorgestellt. Diese Objektive leuchten in allen Einstellungen am Arcbody stets den vollen Bildkreis aus. Aufgrund der geringen Stückzahlen ist der Archbody noch heute äußerst selten zu bekommen und die Preise bewegen sich zumeist in exorbitanten Regionen.

Kann man mit den leichten Einschränkungen des Flexbody-Modells leben, so bekommt man hier zum halbwegs moderaten Preis ein skurriles Kamerasystem das relativ einzigartig ist.

Hier habe ich zwei wirklich großartige Hasselblad-Publikationen für Euch verknüpft die es bei amazon.de zu kaufen gibt:

Für die Komposition des Bildes benötigt man eine Mattscheibe. Diese gehört zum Lieferumfang. Stellt man die Bildbühne schräg, so ist das Bild das die Mattscheibe produziert ab Winkeln von etwa 10° relativ dunkel. Dies lässt ich korrigieren indem man eine spezielle Fresnel-Linse vor der Mattscheibe einschiebt. Je nach Richtung des Winkels muss man diese Linse von links oder rechts einschieben. Für größere Winkel gibt es zwei weitere Frensel-Linsen. Außerdem steht das Bild welches man auf der Mattscheibe sieht stets auf dem Kopf und ist auch noch seitenverkehrt. Man braucht also ein gewisses Maß an Vorstellungsvermögen bei der Bildkomposition. An die Mattscheibe lassen sich eine Sucherlupe oder ein Prismensucher ansetzen. Mit dem Prismensucher ist das Bild dann seitenrichtig, steht aber noch immer auf dem Kopf, weil es nicht durch einen Schwenkspiegel umgekehrt wird.

Nach der Komposition des Bildes, der Belichtungsmessung und der korrekten Fokussierung wird es spannend. Man schließt den Verschluss durch Drücken des Drahtauslösers. Danach ist das Objektiv lichtdicht. Anschließend nimmt man die Mattscheibe ab, setzt ein Magazin an die Kamera, stellt sicher, dass ein Stück unbelichtetes Filmmaterial aufgezogen ist und entfernt den Schieber aus Edelstahl. Nach einem leisen Klick ist dann das „Bild im Kasten“. Nun heißt es den Schieber wieder in das Magazin zu stecken, das Magazin abzunehmen, die Mattscheibe anzusetzen und den Verschluss wieder zu öffnen. Danach ist man bereit für das nächste Motiv.

Das alles ist relativ komplex und man kann vieles falsch machen. Passt man nicht auf, so hat man seine Bilder häufig doppelt belichtet. Denn das Spannen des Verschlusses und das Transportieren des Films sind zwei getrennte Arbeitsschritte! Außerdem ist extrem wichtig nach dem Auslösevorgang sofort den Edelstahlschieber wieder einzusetzen. Bei einer Hasselblad 500 C/W – also einer Spiegelreflexkamera – hat man einen Hilfsverschluss. Dieser schützt das Filmmaterial und macht eine „normale“ Hasselblad damit relativ „Idiotensicher“. Beim Flexbody gibt es das alles nicht, hier fotografiert man ohne Netz und doppelten Boden! Und das ist vielleicht der besondere Reiz den dieses System auf mich ausübt.

Allein bin ich damit übrigens nicht! Beispielsweise bei flickr.com findet sich eine Gruppe von Leuten die dort mit dem Flexbody arbeiten. Schaut mal rein, dieses Bilder zeigen sehr schön, was mit dem Hasselblad Flexbody möglich ist.

http://www.flickr.com/groups/flexbody/pool

Hasselblad Flexbody

Hasselblad Flexbody

Das Buch zum großen Fotoabenteuer

Das Buch zu meiner großen Fotoreise gibt es bei amazon.de als Kindle eBook zu kaufen. Auf 573 Seiten gibt es die vollständige Geschichte sowie 200 farbige Fotos, einige Karten und viele Tipps zum Thema Fotografie.

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Nikon AW100 – Motorradtour im goldenen Oktober

Heute habe ich ein Video für Euch, das ich gestern auf meinem MacBook mit Final Cut Pro X (FCPX) geschnitten habe. Alle „normalen“ Sequenzen habe ich mit meiner kleinen „Immer Dabei-Kamera“ der Nikon AW100 aufgenommen. Da ich für diese Kamera keine Motorradhalterung habe, gibt es einige „Archivbilder“ die ich in diesem und dem letzten Jahr mit meinen GoPro Kameras aufgezeichnet habe. Das Kartenmaterial stammt aus Google Earth. Leider ist das MacBook nicht „stark“ genug um den Bildschirminhalt so aufzuzeichnen, dass darauf ein „geschmeidiges“ Video wird. Aber ich denke Ihr bekommt trotzdem einen guten Eindruck von der gefahrenen Strecke.

Ich habe alles als GPX-Datei mit meinem TomTom Urban-Rider aufgezeichnet. Wer diese Dateien haben möchte um sich ein paar gute Streckenabschnitten abzuschauen, der kann sich gern bei mir melden. Über Kommentare und Anregungen freue ich mich sehr.

Die Hintergrundmusik stammt komplett aus dem Lieferumfang von Apples „iLive“. Eine Monetarisierung des Videos ist damit leider nicht möglich, YouTube hat bereits kurz nach dem Upload den ersten Content-ID Treffer produziert.

Nikon P7100 – Tipps für bessere Fotos

Es ist Sonntag und das Wetter ist durchwachsen. Da unsere Hirne ein wenig Sauerstoff sehr gut gebrauchen könnten entschließen wir uns zu einem kleinen Spaziergang durch den herbstlich gefärbten Bonner Rheinauen-Park. Viel Gepäck will ich nicht mitnehmen, schließlich ist das Wetter durchwachsen und wir wollen nur einen kleinen Spaziergang wagen.

So oder ähnlich geht es tagtäglich vielen tausend Besitzern kleiner preiswerter Kameras. Man will nicht viel mit sich herumschleppen und glaubt eh nicht daran, dass sich an diesem Tag ein großartiges Motiv bieten wird. Aber bevor man im Falle eines Falles völlig „unbewaffnet“ ist, steckt man statt der großen schweren Spiegelreflexkamera eine kleine Kompaktkamera ein. Später daheim werden vielfach die Fotos des Tages angeschaut und die meisten Fotofreunde denken sich „Siehst Du, da hätte ich die Kamera auch daheim lassen können!“

Aber das muss nicht sein! Schaut man sich intensiv um, so findet man oft Motive die mehr oder weniger offensichtlich am Wegesrand darauf warten entdeckt zu werden.

Schauen wir uns doch mal ein paar Beispiele an. Beginnen wir mit einem Negativbeispiel, einem typischen aussagelosen Allerweltsfoto:

Was ist falsch an diesem Bild? Es ist korrekt belichtet, es ist scharf und der Horizont ist gerade? Falsch ist, dass es im Grunde genommen einfach nichts zeigt. Es ist kein Bildaufbau erkennbar und die Ente, oder sind es zwei Graugänse (KEINE ENTEN – Siehe Kommentar von Alex weiter unten…), sind viel zu klein abgebildet. Was könnte man hier besser machen? Schauen wir uns das nächste Foto des gleichen Motivs an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Hier nun ein Foto mit langer Telebrennweite und extrem tiefer Kameraposition. Durch die relativ lange Telebrennweite gelingt sogar mit dem winzigen Chip der Nikon P7100 eine leichte Unschärfe im Vordergrund und auch im Hintergrund. Das Bild ist im RAW-Modus aufgenommen, durch die Korrekturen während der „RAW-Entwicklung“ sind die Farben Satt und leuchtend. Das „Enten-Motiv“ ist weit nach rechts gerückt, in den „Goldenen Schnitt“. Dort wohin die Ente schaut ist viel Platz und die Augen des Betrachters folgen diesem Blick unfreiwillig. Man fragt sich was die Ente wohl beäugt haben wird. Und dann diese komischen Füße? Erst beim zweiten Hinsehen fällt auf, das sind zwei Enten in identische Körperhaltung. Durch die Perspektive ergibt sich ein reizvolles „Wechselspiel“.

Welches Foto ist aussagekräftiger und macht Spaß beim Anschauen, das obere Knipsbild oder das reduzierte Foto mit einer erkennbaren Komposition und Bildaussage?

Und weiter geht es mit dem nächsten Foto. Hier geht es nun darum die farbenfrohe herbstliche Stimmung einzufangen. Wie macht man das mit einer kleinen Kompaktkamera? Beginnen wir mit dem gleichen Ansatz wie beim letzten Foto, der tiefen Aufnahmeposition. Dankt des neuen Schwenkdisplays der P7100 lassen sich Bilder bei denen die Kamera fast auf dem Boden liegt sehr einfach realisieren. Man muss sich nicht auf die nasse Wiese legen sondern geht einfach etwas in die Hocke und schon kann man sein Foto komponieren. Das geht mit einer „erwachsenen“ teuren Profikamera nicht so einfach!

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Diesmal habe ich im Makromodus auf die braunen Blätter im Vordergrund fokussiert, den Auslöser gedrückt gehalten (AF-Speicher), den Bildausschnitt neu gewählt und dann durchgedrückt bis die Kamera aus gelöst hat. Um Hintergrund ergibt sich eine malerische Unschärfe. Die vielen bunten Blätter tun ein übriges. Die Blätter im Vordergrund „erklären“ was man eigentlich sieht. Die Blätter sind verwelkt: „Aha, es ist Herbst!“ Die „Horizont“ liegt im unteren Drittel des Bildes, in Verbindung mit dem extremen Schärfeverlauf ergibt sich ein ungewöhnliche Foto das die Mehrzahl der Freizeitfotografen so nicht aufnehmen würde.

Bleiben wir beim bunten Herbstlaub und schauen wir uns das nächste Foto an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Diesmal habe ich auf den Hintergrund fokussiert und durch die tiefe Aufnahmeposition eine extrem Vordergrundunschärfe erzeugt. Der hell gelb leuchtende Strauch ist wieder in den goldenen Schnitt gerückt. Eigentlich ein stimmungsvolles Foto, doch der Ast stört irgendwie? Also versuchen wir es mal mit einem Ausschnitt aus diesem Foto (2000 Pixel breit, einfach anklicken oder in einem neuen Fenster öffnen).

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der störende Ast ist weg und übrig bleibt ein stimmungsvolles Panoramafoto.

Wir sind an einem Teich und hier ist überall Schilf. Warum versuchen wir es nicht einmal mit einer Makroeinstellung, oder dem was Hersteller von Kompaktkameras als „Makro“ versprechen…

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der Makromodus lässt den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen und ein Stückchen Schilf ragt fast in das Objektiv hinein. Im goldenen Schnitt ist ein Wassertropfen. Leider ist es sehr klein, manchmal muss man nehmen was man kriegt. Aber er liegt genau im eng begrenzten Schärfebereich, wodurch die Blicke sehr schön auf ihn gelenkt werden und dieser helle Wassertropfen das Bild dominiert. Alles in allem nicht mehr als ein Beispielfoto. Damit es spannend und wirklich gut wird müsste der Wassertropfen deutlich größer sein. Im Hintergrund noch ein Spinnennetz mit ein paar Tautropfen dran und das Gegenlicht der untergehenden Sonne? Mit diesen „Zutaten“  könnte aus dieser Bildidee ein Spitzenfoto werden!

Die herbstliche Stimmung lässt sich aber auch anders darstellen. Schauen wir uns das nächste Beispiel an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der vorderde Felsbrocken liegt ist im goldenen Schnitt positioniert. Der zweite Brocken lenkt dem Blick nach oben links auf die knallig roten Sträucher welche das Pendant zum vorderen Gestaltungselement darstellen. Der kleine Chip der Kamera kommt mit kurzen Brennweiten aus und so ist einfach alles scharf abgebildet. Mit einer Großformat-Kamera wäre solch ein Bild wohl kaum möglich gewesen. Die extreme Tiefenschärfe der Kameras mit kleinen Chips ist oft nervig, aber man kann sie auch gezielt in der Bildgestaltung nutzen.

Kommen wir zu einem weiteren Negativbeispiel. Kaum ist das Laub der Bäume herrlich bunt versuchen viele Fotografen dies in ihren Bildern festzuhalten. Manch einer kennt Fotos wie dieses hier.

Auch dieses Bild zeigt „alles gar nichts“. Es enthält viele Details, ist scharf und dennoch mehr als langweilig. Will man hier ein aussagekräftige Foto aufnehmen so lautet das Moto „Reduktion“ und „Ran an das Motiv“, vielleicht so wie im nächsten Beispiel.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Im Gegenlicht aufgenommen leuchtet das Blatt in wunderschönen roten Farben. Es gibt ein aufsteigende Diagonale die das Auge zum oben liegenden Schwerpunkt des Bildes lenkt. Eine Waagerechte und eine Senkrechte treffen (fast) im goldenen Schnitt mit der Diagonalen zusammen. Die von Raupen gefressenen Löcher erklären dem Betrachter die Vergänglichkeit des Motivs.

Eine weitere beliebte Aufnahmetechnik ist es, mit der Kamera während der Aufnahme zu „zittern“ um so ein künstliche Bewegungsunschärfe zu erzielen. Das Ergebnis ist ein malerisches Farbenspiel das dem Betrachter zunächst ein Rätsel aufgibt, sich dann aber nach und nach erklärt.

Sample Picture - Beispielfoto - Nikon P7100

Ist man im Herbst an einem Teich unterwegs, so liegen im flachen Wasser am Ufer meist viele schöne bunte Blätter. Hier kommt wieder das schwenkbare Display der P7100 zum Einsatz. Man kippt das Display nach unten und hält die Kamera am ausgestreckten Arm lotrecht über das Wasser am Ufer. Fertig ist das wunderbare Farbenspiel.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Kommen wir zum nächsten Tipp, dem Aufnahmestandort. Das erste Beispielfoto zu diesem Thema ist grundsätzlich ganz ok. Die Farben sind schön und es zeigt eine herbstliche ruhige Parklandschaft. Die kleine Insel ist im goldenen Schnitt platziert und im Vordergrund gibt es einige herbstliche gelbe Blätter.

Doch gehen wir einfach mal ein paar Schritte zur Seite und prompt finden wir knallig rote knochigen Zweige im Vordergrund.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

In Verbindung mit den bei der RAW-Entwicklung gepushten Farben ergibt sich eine wesentlich spannendere Komposition, obwohl es grundsätzlich das gleich Foto ist!

Weiter geht es mit der Arbeit an einem eigenständigen Motiv, hier ein unspektakuläres Denkmal. Zuerst das Negativbeispiel, ein Knipsbild aus zu großer Entfernung, das Motiv ist mittig positioniert, langweiliger geht es kaum noch und schief steht der Turm auch noch…

Gehen wir mal näher ran, verwenden den RAW-Modus und geben der tristen Stimmung durch einen nachträglich geänderten Weißabgleich etwas mehr „Herbst-Charakter“.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Das ist schon etwas besser, aber auch nicht wirklich gut. Wie wäre es, wenn wir dieses Bild in Photoshop öffnen, die Ebene verdoppeln, mit dem Gaußschen Weichzeichner bearbeiten und dann über eine Ebenenmaske den Turm wieder herausarbeiten? Versuchen wir es mal…

Beipielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Das Ergebnis wirkt ein wenig wie beim derzeit so beliebten „Miniatureffekt“, aber dieser ist hier partiell auf die Baumkronen beschränkt. Das Laub am Boden ist perfekt scharf abgebildet, ach ja, eine künstliche Vordergrundunschärfe haben wir auch erzielt. Das Auge des Betrachters ist zunächst ein wenig verwirrt und wer sich nicht auskennt, dem wird nur auffallen wie deutlich sich jetzt das Denkmal vor seiner Umgebung absetzt. Kein schlechter Trick!

Aber dennoch ist die Perspektive statisch und langweilig. Versuchen wir noch einmal die Stärken der Kompaktkamera für uns zu nutzen. Mit Klappdisplay und „unendlicher Tiefenschärfe“ suchen wir uns eine ungewöhnliche Perspektive. Das Bild das jetzt entsteht ist völlig neu und hat mit unserem oberen „Negativbeispiel“ nichts mehr zu tun.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Und weiter geht es… Nun stehen wir auf einer kleinen Brücke und blicken hinüber zum Posttower. Die Spiegelungen im Wasser sind ganz nett, der Bildaufbau ist ok, aber die Farben sind blass und langweilig. Hier wird man auch mit Tonemapping und anderen Tricks nichts ausrichten können, oder doch?

Ein paar Meter weiter ist eine Wand aus schwarzem Lavagestein das sehr wahrscheinlich aus der nahegelegenen Eifel stammt. Im Laufe der Jahre haben sich hier Flechten angesiedelt und geben der Oberfläche des dunkeln Steins ein „Gesicht“. Wie wäre es, wenn wir einfach mal beiden Fotos in Photoshop übereinander legen und mit dem „Mischmodus“ der Ebenen experimentieren?

Das Ergebnis könnte aussehen wie hier:

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Mit einem einfachen Trick haben wir dem langweiligen strukturlosen Himmel eine Struktur gegeben, die viele Betrachter zunächst irritieren wird. „Ist es ein Foto oder gemalt?“ werden sich ungeübte Betrachter fragen. Auch kein schlechter Trick!

Weiter geht es mit der Fotografie von Personen. Ist Man(n) mit seiner Frau unterwegs, so wird diese in der Regel bevorzugt abgelichtet. Ganz gleich wie fotogen sie auch sein mag, nicht jede Perspektive ist auf anhieb erfolgreich. Und wieder ein Negativbeispiel. Das Motiv steht stocksteif in der Gegend und ist viel zu weit weg.

Gehen wir einfach mal ran an unser Model und bitten es doch einfach nur mal die Füße voreinander zu setzen. Schon sieht unser Foto deutlich besser aus…

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Zudem haben wir unser Model im goldenen Schnitt positioniert, das „Geländer“ verläuft sich schön in der oberen linken Bildecke und der Wasserfall im Hintergrund sorgt für Abwechslung. Es geht sicher noch besser, aber es ist ja auch nur ein Beispiel. Hier sind eben der Kopf und die Kreativität gefragt!

Damit wären wir am Wasserfall angekommen. Ein Stativ haben wir nicht dabei und ich bekomme die Frage gestellt, wie man dieses Wasser so fotografiert, dass es verwischt und unscharf ist. Nun ist die Kenntnis der Möglichkeiten der Kamera gefragt! Wer seine Nikon P7100 kennt der weiß, dass sie einen integrierten elektronischen „Graufilter“ hat. Zuerst aktivieren wir dieses Feature. Dann stellen wir die niedrigste ISO-Empfindlichkeit ein (ISO-100). Danach wählen wir die Zeitautomatik (A) und drehen am vorderen Rädchen der Kamera bis bei leicht gedrücktem Auslöser auf der Rückseite im Display die kleinste Blende angezeigt wird. Der größte Blendenwert, ergibt hierbei die kleinste Blendenöffnung und damit die längste Belichtungszeit. Dann aktivieren wir das Bracketing mit 5-Bildern und 0.7 EV Unterschied zwischen den Bildern. Danach wird noch der Selbstauslöser der Kamera mit einer Vorlaufzeit von 10 Sekunden aktiviert. Nun sind wir startklar! Mit abgeklapptem Display versuchen wir die Kamera irgendwo abzulegen, da wir sie absolut erschütterungsfrei auslösen wollen. Dann betätigen wir vorsichtig den Auslöser, die Kamera piepst und nimmt eine Belichtungsreihe mit fünf „unterschiedlich hellen“ Fotos auf.

Später am Computer öffnen wir diese Bilder mit einem HDR-Programm wie beispielsweise Photomatix Pro und erstellen aus der Belichtungsreihe ein aussagekräftiges HDR Bild.

Beispielfoto - Sample Picture - HDR - Nikon P7100

Schauen wir uns noch ein zweites Foto mit verwischtem Wasser an, diesmal kein HDR.

Hier fällt sehr störend auf, dass die Kamera schief steht und der unter gestalterischen Aspekten korrekt positionierte Posttower umzustürzen droht. Hier hilft die Korrektur der Perspektive beispielsweise in Photoshop.

Beispielfoto - Sample Picture - HDR - Nikon P7100

Nun steht zwar der Turm schön gerade, aber die Farben sind blass und matt. Jetzt zum Vergleich ein HDR aus wieder aus 5 Einzelbildern erstellt wurde. Die Farben sind deutlich kräftiger und das Bild wirkt insgesamt reizvoller. Streiten kann man sich nun über das „Gestrüpp“ im Vordergrund. Hier lohnt es sich entweder ein kleines Stativ in die Jackentasche zu stecken oder die lästigen Grashalme einfach weg zu zupfen. Ich habe den Grashalm hier mal stehen gelassen. Erscheint er doch aufgrund der Perspektive deutlich größer als der etwa  100 Meter hohe Posttower 🙂

Damit wäre ich mit meinem kleinen Tutorial für bessere Fotos mit einfachen Kameras am Ende. Wer Anmerkungen machen möchte ist herzlich eingeladen die Kommentarfunktion zu verwenden. Das geht auch völlig anonym.

Zwei sehr interessante locker und leicht verständlich geschriebene Bücher zu diesem Thema möchte ich Euch auch noch empfehlen:

Die Nikon P7100 gibt es aktuell bei amazon.de für ganze 359,- Euro zu kaufen!

Indian Summer in Deutschland

Pünktlich zum Wochenstart habe ich ein neues Video für Euch! Eigentlich wollte ich über die Autobahn nach Mainz, aber dann war da wieder richtig viel los, so dass ich kurz vor Koblenz abgefahren bin. Ein paar Kilometer später war ich dann schon unten an der Mosel. Das Navigationssystem wollte mich immer zurück auf die A61 schleusen, aber ich habe es konsequent ignoriert. So bin ich dann im wunderschönen Cochem an der Mosel gelandet. Kurz darauf gibt es eine Brücke über die Mosel. Hinter der Brücke bin ich der Mosel noch ein paar Kilometer gefolgt und dann in ein schönes Tal abgebogen das ich schon oft mit dem Motorrad gefahren bin.

Meine kleine GoPro HD HERO 960 hatte ich auf dem Beifahrersitz liegen. Eigentlich hatte ich sie eingesteckt um in der kommenden Woche mal ein paar Aufnahmen mit meiner BMW K1200RS zu machen. An der Mosel war es dann so zauberhaft, dass ich die kleine GoPro ganz ohne Gehäuse usw. einfach mal eingeschaltet und ein wenig damit herum gespielt habe.

Mal habe ich sie aus dem Fenster gehalten, dann auf die Mittelkonsole gelegt, auf das Armaturenbrett, wie der aus dem Fenster, neben den Spiegel, eben alles was mir so eingefallen ist. Irgendwann bin ich versehentlich falsch abgebogen und wieder hin in Richtung Mosel gefahren. Die Straße ist krass und voller Spitzkehren. Also war ich nicht wirklich böse wegen dieses kleinen Versehens. Am Ende der Straße konnte ich dann anhalten und wenden. Bei diesem Stopp habe ich dann ein wenig im Kofferraum gekramt und tatsächlich in einer Tüte die Scheibenhalterung für diese kleine GoPro Kamera gefunden. Mit einem Taschentuch und ein wenig Spucke ließen sich dann sowohl der Kotflügel säubern als auch die GoPro sicher befestigen. Samt Kamera ging es dann mit Vollgas die Serpentinen wieder hinauf, was für ein Spaß.

Später habe ich die Kamera mal auf dem Glasdach montiert und den Rest des Weges bis zu einem McDonalds „Restaurant“ aus dieser Perspektive gefilmt. Das Wetter war kalt und frisch, aber dadurch war die Aussicht großartig und die Farben der Bäume ganz wunderbar. Noch eine Woche und der Herbst ist voll da!

Mein Tipp für das nächste Wochenende:

Schnappt Euch einen Polfilter und eine Kamera dazu und geht mal im Wald spazieren!

Das Video habe ich auf meinem 17″ MacBook Pro mit Final Cut Pro X geschnitten. Dieses Notebook hat schon eine i7-CPU und damit läuft der Videoschnitts sehr flüssig. Das macht Spaß!

Was gar keinen Spaß gemacht hat ist, dass beim Herausnehmen der Speicherkarte aus dem Kartenleser mein schöner Mac voll abgestürzt ist. Er hat kurz danach  neu gestartet, aber meine lokale iTunes Mediathek ist jetzt komplett zerstört und ich muss sie neu aufbauen. Das ist total ärgerlich, so dass ich meinem Frust eben bei Facebook erst einmal Luft machen musste. Apple bewirbt seine Produkte als wären sie das Beste seit dem Urknall und immer wieder gibt es Situationen in denen sich zeigt, dass auch dieser Konzern nur mit Wasser kocht. Da reden fesch gestylte hippe Verkäufer den Kunden diese MacBooks schön, aber haben selbst noch nie mit einem wirklich gut konfigurierten Windows 7 PC gearbeitet.

An Tagen wie diesem geht mir dieser fast religiöse Apple-Kult wieder einmal total auf die Nerven. Ok, die Dinger sehen gut aus, aber sie haben die gleichen Fehler und Schwachstellen wie die Produkte anderer Hersteller auch. Umso unglaublicher  mutet es da an, wie Millionen von „Apple-Jüngern“ genau diese Fehler tagtäglich zu ignorieren verstehen. Entweder sind sie blind, oder die Marketing-Gehirnwäsche hat bei ihnen funktioniert. 🙂

GoPro HD HERO

Wer sich selbst einmal an einem solchen Video versuchen möchte der könnte sich die neuere Version der GoPro kaufen. Dieses Video habe ich mit der inzwischen schon recht betagten HD HERO 960 in der Auflösung 720p aufgenommen. Dieses Modell hat einen sehr ausgeprägtes Weitwinkelobjektiv. Mit  der GoPro HD HERO 1080 sehen die Videos etwas weniger nach Fisheye aus. Die neueste Version dieser Kamera liefert bei wenig Licht sichtbar rauschärmere Bilder. Außerdem ist der Kontrastumfang des neuen Modells etwas höher, so dass helle Wolkenpartien weniger stark überstrahlt aussehen werden als in meinem Video.

Die GoPro HD HERO 2 gibt es bei amazon.de aktuell in der Motorsports-Edition ab 280,- Euro.

Filmmusik

Bevor ist es vergesse, in diesem Video habe ich erstmals Musik von www.monkeyecho.de verwendet. Wirklich cool und groovy ist das – Danke Stefan!!

Nikon AW-100 – Der ideale Begleiter für Motorradfahrer

 

Nikon Coolpix AW-100 (AW100)

Zur Nikon AW-100 habe ich bereits mehrere Artikel verfasst. Heute möchte ich Euch ein kurzes Video vorstellen, dass ich eben auf meinem 17″ MacBook Pro mit Final-Cut-Pro-X erstellt habe. Mit dieser Apple-Software stehe ich derzeit noch ziemlich auf Kriegsfuß, denn es ist einfach alles ganz anders als bei dem Programm mit dem ich mich gut auskenne: Magix Video-Deluxe-MX.

Doch je länger man sich mit Final-Cut-Pro-X (FCPX) beschäftigt umso leichter geht die Arbeit damit von der Hand.

Gestern war der Tag der Deutschen Einheit und ich habe den schönen Tag für eine Motorradtour zu Orten genutzt an denen ich niemals zuvor gewesen bin. Orte wie Pirmasens kannte ich bislang nur aus dem Radio, ein Vorstellung davon wo dieser Ort liegt und wie es dort aussieht hatte ich bislang nicht. Oder Bad Dürkheim, Ludwigshafen, Kaiserslautern, ist jemand von Euch schon einmal dort gewesen??

Ich jedenfalls nicht und so habe ich mir gedacht, dass es zum Tag der Deutschen Einheit sehr gut passen würde eine wenig „Heimatkunde“ zu betreiben. Zwischendurch habe ich immer mal wieder angehalten und die kleine Nikon AW-100 aus der Brusttasche gefischt. Schnell ein paar Video-Schnipsel aufgenommen und wieder ging es weiter. Heute ist dann in Verbindung mit einem neuen Musikstück, des von mir überaus geschätzten Elektronik-Pioniers Gereon M. Hillebrand (www.gerimusic.com), ein kurzes Motorradvideo entstanden.

Wer nicht auf Motorradvideos steht kann trotzdem schauen wie sich die preiswerte kleine Nikon AW-100 im Video-Modus schlägt. Ich bin von den Qualitäten dieser kleinen Kamera immer wieder überrascht. Ein wenig schade ist es jedoch, dass sie nur mit 30 Bildern/Sekunde filmen kann. Meine Nikon D7000 filmt mit 23,97 Bildern/Sekunde und andere Kameras wiederum mit 15, 24, 25, 50 oder gar 60 Bildern/Sekunde. Das alles zu einem Video zu verarbeiten das später auch noch“flüssig“ läuft ist kaum möglich. Daher muss man beim Einsatz mehrerer unterschiedlicher Kameras im Vorfeld genau überlegen welche Kameras man verwenden will und mit welcher Framerate man arbeiten möchte! Tut man dies nicht, so steht man später beim „Multi-Cam-Editing“ von großen Problemen die sich wenn überhaupt, meist nur sehr zeitaufwändig lösen lassen.

Hier nun das Video…