Infrarot-Fotografie mit der Nikon 1 V1

Wie in meinem letzten Artikel angekündigt gibt es heute einige erste Testbilder die ich gestern mit meiner auf Infrarot 700nm umgebauten Nikon 1 V1 aufgenommen habe. Das erste Foto entstand im Nieselregen am Braunkohle-Tagebau in der Nähe von Bergheim. Dort gibt es einen sehr schön gemachten Aussichtspunkt der auch hochtrabend „Skywalk“ genannt wird. Wie auch immer, die Aussicht ist grandios.

First Impressions #1 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

An meiner Nikon 1 hatte ich zuvor einen manuellen Weißabgleich ausgeführt. Wegen des schlechten Wetters hatte das Foto praktisch keine Farbe und weil besonders bei der Infrarot-Fotografie erlaubt ist was gefällt, habe ich diesem Foto nachträglich einen ausgeprägten Sepia-Look verpasst. Ohne diesen Sepia-Look sehen die Fotos bei schlechtem Wetter etwa so aus wie das nächste Beispielbild. Hier kann man besonders an den Regenjacken der Kinder sehen, dass wegen des relativ „dünnen“ Infrarotfilters, der bereits ab ca. 700nm für langwelliges Licht durchlässig ist, die Bildergebnisse noch ein wenig Farbe vorweisen können. Deutlich ausgeprägter ist dieser Effekt aber bei nur leicht bewölktem Himmel und schönem klaren Sonnenlicht, möglichst im Frühjahr.

First Impressions #2 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Doch auch bei schlechtem Wetter kann man mit dieser nun sehr coolen Kamera ungewöhnliche Fotos aufnehmen die wirklich viele Details Details zeigen.

First Impressions #3 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Das nächste Beispiel ist bei etwas Sonnenlicht im wunderschönen Bad Münstereifel entstanden. Sieht man hier genau hin, so sind bereits violette Bildelemente erkennbar.

First Impressions #4 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Das nächste Foto ist nun ein Bild das direkt aus der Kamera kommt. Durch den manuellen Weißabgleich entsteht ein recht brauchbares Schwarz-Weiß-Foto in dem alles Grün plötzlich Blau zu leuchten scheint. Ein schöner Effekt, der sich so mit meiner auf 830nm umgebauten Nikon D300 nicht erzielen lässt. Sehr gut gefällt mir, dass ich mit der Nikon 1 V1 nun Infrarot-Videos in genau diesem Look aufnehmen kann!

First Impressions #5 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Hier nun drei Beispiele bei denen ich die RAW-Datei mit Photoshop CS6 geöffnet und ähnlich wie im Video weiter oben gezeigt konvertiert habe.

First Impressions #6 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

First Impressions #7 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

First Impressions #8 - Nikon 1 V1 - Infrared 700nm

Fazit

Der Umbau meiner Nikon 1 V1 war mit 294,- Euro nicht gerade preiswert, aber es hat sich dennoch gelohnt. Diese Kamera liefert nun sehr abgefahre Fotos und wegen des identischen Akku-Systems ist sie eine ideale Begleiterin für Reisen bei denen meine Nikon D800E im Gepäck ist. Ohne viel weiteres Gepäck kann ich so auf der nächsten USA-Reise zusätzlich zu Videos und hochaufgelösten Fotos allerlei abgedrehtes „Infrarot-Zeugs“ fotografieren.

Diese Reise wird wirklich spannend!!

Für alle die selbst ein wenig mit dem Foto aus dem Video experimentieren wollen habe ich hier die zugehörige RAW-Datei abgelegt.

Nikon D800E – Nachts fotografieren

Frankfurt Panorama - Nikon D800E & Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt

Bereits seit fast einem halben Jahr verabredet, konnte ich mich in der letzten Woche mit einer früheren Arbeitskollegin treffen um die Frankfurter Skyline im Abendlicht zu fotografieren. Im Vorfeld haben wir gemeinsam überlegt welche Stelle geeignet erscheint und ich habe ein wenig bei Google-Maps und in der Wikipedia recherchiert. Dabei bin ich auf Fotos gestoßen, bei denen die Frankfurter Skyline oberhalb einer schön beleuchteten Brücke fotografiert worden war. Das gefiel mir gut und so war die Position für unsere erste Fotosession schnell gefunden.

Frankfurt Downtown - Nikon D800E & AF-S 2,8/24-70mm

Gern hätten wir auch von der Aussichtsplattform des nahe gelegenen Hotel Lindner fotografiert, aber diese darf man nur nach Voranmeldung in Begleitung eines Angestellten für 30 Minuten zum Preis von 30 Euro betreten. Mit ein wenig mehr Planung können wir dies in ein paar Wochen nochmals in Angriff nehmen. Während meine Begleitung mit ihrer Nikon D5200 und dem AF-S VR 18-105mm fotografiert hat, war in meinem Fotorucksack die ganz große Kampfausrüstung. Wirklich verwendet habe ich letztlich nur zwei Objektive, das ROKINON 3,5/24mm Shift & Tilt sowie das Nikon AF-S 2,8/24-70mm. Wieder einmal hat sich auch bewahrheitet, dass man nur mit einer Kamera gleichzeitig fotografieren kann und so sind meine kleinen neuen Panasonic Kameras allesamt im dunklen Fotorucksack geblieben.

Der richtige Zeitpunkt

Viele Fotoamateure denken immer wieder, dass man eine irre teure Kamera braucht und die dann schon dafür sorgen wird, dass die Fotos ein echter Hingucker werden. Dies ist aber völlig falsch! Die wichtigste Zutat für wirklich schöne Nachtaufnahmen ist wirklich schönes Licht! Die Kamera ist dabei weniger wichtig, was zählt ist letztlich der richtige Zeitpunkt!

Was stimmen muss ist das Verhältnis der Beleuchtung der Fenster der Hochhäuser und dem Umgebungslicht. Ist man zu früh, wirken die Fassaden flach und langweilig, ist man zu spät ist der Himmel tiefschwarz und leblos. Perfekt sind meist die 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Wann genau die Sonne untergehen wird, lässt sich beispielsweise via Smartphone mit kleinen Apps ermitteln.

Selbst mit einer uralten Nikon D1x hätte man Fotos die diese hier aufnehmen können, nur wären sie eben etwas kleiner geworden. Ausgedruckt im Format 30x45cm würde man kaum einen Unterschied sehen. Ihre Stärken kann die Nikon D800E erst bei wirklich großen Prints ausspielen. So war es letztlich auch nicht verwunderlich, dass bei unserer „Nachbesprechung“ in einer nahe gelegenen Tapas-Bar im Format mit 1920 Pixeln Kantenlänge die Ergebnisse der Nikon D5200 fast genauso gut aussahen wie bei der Nikon D800E. Voraussetzung ist natürlich, dass man im RAW-Format fotografiert und die Bilder aus beiden Kameras einer identischen Nachbearbeitung unterzieht!

Frankfurt Sundown - Nikon D800E & AF-S 2,8/24-70mm

Bei der Planung ist es auch sehr hilfreich sich die Begebenheiten bspw. via Google-Maps in der Draufsicht anzuschauen. Im Hochsommer geht die Sonne ziemlich genau „links“ also westlich („21 Uhr“) des zu fotografierenden Motivs unter. Im Winter liegt diese Position eher zwischen „19 und 20 Uhr“. Bei der Planung sollte man berücksichtigen, ob man sein Motiv als Silhouette im Gegenlicht abbilden möchte, oder ob das letzte Abendlicht beispielsweise seitlich einfallen soll.

Planung-Shooting

Bewegungsunschärfe

Wer lange belichten will der muss oft auch in den Abendstunden noch zu einem Trick greifen. So hat sich meine Begleitung beispielsweise gewundert, dass trotz Blende 22 und ISO-100 bei  einer Belichtungszeit von 30 Sekunden die Ergebnisse hoffnungslos überbelichtet waren. Hier hilft nur eines, man muss die Menge des Lichts das auf den Chip der Kamera fällt zusätzlich zur kleinen Blende beschränken. Dies erreicht man mit einem geeigneten Graufilter. Dieser sollte hochwertig und möglichst „neutral-Grau“ sein, um die Farben nicht unnötig zu verfälschen. Für die oben gezeigten Fotos habe ich einen HAIDA 8x Graufilter verwendet. Da der Himmel von der bereits untergegangenen Sonne dennoch erleuchtet wird und die Wolken viel zu hell waren, habe ich zusätzlich noch einen Graufverlaufsfilter benutzt. Mit zwei Filtern auf dem Objektiv werden aber die Bildecken leicht abgedunkelt. Um dies zu vermeiden habe ich bei der Aufnahme des zweiten Fotos an meinem 24-70mm Zoom-Objektiv nicht den „ganz weiten Winkel“ sondern nur 29mm eingestellt.

Die meisten Objektive erreichen ihre maximale Abbildungsqualität wenn man sie um 2-3 Stufen abblendet. In Verbindung mit einem Graufilter ist es nun möglich lange Belichtungszeiten zu erzielen und am Objektiv eine mittlere Blende einzustellen. So lässt sich einerseits eine maximale Abbildungsqualität mit vielen Details erzielen und andererseits beispielsweise fließendes Wasser herrlich weich abbilden. Bei Belichtungszeiten ab ca. 10 Sekunden sind fahrende Autos, Busse, Straßenbahnen und Fahrradfahrer praktisch verschwunden. Alles was von ihnen bleibt sind dekorative „Lichtspuren“. Während unserer Fotosession sind immer wieder Straßenbahnen über die „Alte Brücke“ gefahren und haben mit ihrem Licht das Wasser des unter der Brücke fließenden Mains beleuchtet. So wird die Brücke selbst als Schatten auf der Wasseroberfläche abgebildet.

Nachbearbeitung

Bei langen Belichtungszeiten stellt sich bei digitalen Kameras trotz niedriger ISO-Empfindlichkeit Bildrauschen ein. Dieses lässt sich verringern, indem man die Kamera bei identischen Einstellungen bis zu 5 mal nacheinander auslöst und die Bilder bspw. in Photoshop in mehreren Ebenen übereinander legt. Dabei reduziert man die Deckkraft der Ebenen. Die Hintergrundeben stellt man auf 100% Deckkraft, die weiteren Ebenen beispielsweise auf 75%, 50%, 25% 12%. Da das Bildrauschen meist zufällig verteilt ist, lässt es sich mit diesem kleinen Trick sehr effizient reduzieren ohne viele Details zu verlieren. Bei Kameras die eine Mehrfachbelichtung mit automatischem Abgleich der Belichtung ermöglichen, kann man diesen Trick bereits in der Kamera ausführen und erhält damit sehr gute Ergebnisse ohne großen Aufwand bei der Nachbearbeitung treiben zu müssen.

Kontraste in den Griff bekommen

Besonders nachts sind die Kontraste zwischen beleuchteten Elementen und der dunklen Umgebung sehr hoch. Hier besteht die Herausforderung darin die Bilder so zu belichten, dass möglichst wenig Bildinformation verloren geht. Mein Tipp ist hier das Histogramm bei der Kamera einzublenden und auch die Spitzlichter zu kontrollieren. Sind die Bilder überbelichtet, so blinken bei Anzeige der Spitzlichter weite Bereiche des Bildes auf. Diese Bildelemente haben in der Regel keine Zeichnung mehr und sind somit für jegliche weitere Bearbeitung „verloren“. Wer nicht komplett manuell blickten möchte, dem rate ich an der Kamera die Zeitautomatik zu aktivieren. Meist wird diese mit dem Buchstaben A gekennzeichnet, was für Aperture-Priority (Blenden-Priorität) steht. Bei der Blenden-Priorität wählt man die Blende am Objektiv vor. Dies tut man im Idealfall so, dass das Objektiv um 2-3 Stufen abgeblendet ist. Passend zur fest vorgegebenen Blende wählt die Kamera die passende Belichtung ganz automatisch. Blinken nun im Display fiese Spitzlichter auf, so hilft die Belichtungskorrektur. Bei den meisten aktuellen Kameras gibt es dafür ein +/-  Knöpfchen. Dieses hält man gedrückt und dreht an einem der Einstellrädchen der Kamera. Wie die Belichtung korrigiert wird kann man meist in einem der Displays der Kamera ablesen. Hier rate ich dazu schrittweise vorzugehen und immer wieder ein Testbild aufzunehmen. Die Belichtung ist dann korrekt korrigiert wenn nur noch ganz winzige Bereiche als Spitzlichter markiert werden.

Würde man die Belichtung so stark korrigieren, dass im Kameradisplay gar keine Spitzlichter mehr angezeigt werden, wäre das Bild in der Regel stark unterbelichtet. Man müsste nachträglich die Helligkeit stark anheben und hätte im Ergebnis mit heftigem Bildrauschen zu kämpfen.

Falls die Kamera es ermöglicht, sind Belichtungsreihen ein sehr einfaches Mittel um auch allergrößte Kontraste komplett einzufangen.

Bracketing

Das Zauberwort heißt „Bracketing“, ein Feature vieler Nikon Kameras das die Aufnahme von Belichtungsreihen ermöglicht. Meist kann auch noch die Schrittweite in Blendenwerten (EV-Exposure-Value) eingestellt werden. Aus den unterschiedlich belichteten Fotos lässt sich später mit etwas Liebe ein Foto zaubern in dem selbst helle Bereiche noch Zeichnung haben und in den dunklen Bereichen Strukturen zu sehen sind, ohne dass fieses Bildrauschen sichtbar wird. Damit sich diese unterschiedlich belichteten Fotos später problemlos zu einem einzigen Foto verarbeiten lassen sollte man den Autofokus nur vor der Aufnahme der Belichtungsreihe zur Ermittlung der korrekten Schärfe verwenden und danach abschalten. Ändert man die Brennweite, so ist es immer ratsam neu zu fokussieren. Die Blendenprorität, meist Zeitautomatik genannt hilft dabei, dass Tiefenschärfe und Bildeindruck über alle Bilder der Belichtungsreihe hinweg konstant bleiben.

RAW-Konvertierung

Bei der RAW-Konvertierung ist es wichtig den durch gezielte Einstellung der Kamera erzielten hohen Tonwertumfang für die folgende Bildbearbeitung zu erhalten. Ich stelle daher häufig im RAW-Importer von Photoshop CS6 das Kameraprofil „Neutral“ ein. Damit erscheinen die Kontraste zunächst etwas flach und das Bild sieht blass aus, aber man kann die Kontraste später immer noch anheben, Verlorene Bildinformationen lassen sich nicht zurückgewinnen!

Viele RAW-Konverter bieten die Möglichkeit die hellen Bereiche des Bildes etwas abzudunkeln und die dunklen Bildbereiche aufzuhellen. Dieses Feature ist besonders bei Nachaufnahmen wirklich sinnvoll. Wer Belichtungsreihen aufgenommen hat, der kann beispielsweise mit dem RAW-Konverter von Photoshop CS6 eine dunkle, eine mittlere und eine helle Variante eines Fotos öffnen, die mittlere Variante so korrigieren wie es gefällt und dann die vorgenommenen Änderungen via „Select All“ und „Synchronize“ auf die anderen Bilder übertragen.

Synchronize-Pictures

DRI Verarbeitung

Wer eine „echte HDR Verarbeitung“ nicht mag oder die passenden Programme nicht hat, für den ist die DRI-Technik (Dynamik-Range-Increase“)  eine sehr elegante Möglichkeit um ein „Ausgangsbild“ zu erstellen in dem wirklich alle Tonwerte enthalten sind und das sowohl in hellen als auch in dunklen Bildbereichen noch Zeichnung aufweist. Der DRI-Tick besteht darin, auf ein „normal“ belichtete Variante eine dunkle und eine helle Variante zu legen. In der hellen Variante selektiert man die dunklen Bildbereiche und in der dunklen Variante die hellen Bildbereiche. Das mag zunächst paradox klingen, ist aber völlig richtig! Die Selektion heller oder dunkler Bildbereiche kann man in Photoshop CS6 automatisch ausführen lassen. Dazu klickt man im Menü „Select“ auf „Color Range“ und wählt im Dialog der sich dann öffnet „Highlights“ oder „Shadows“ aus.

Select-Color-Range

Anschließend erstellt man via „Select -> Modify -> Feather“ mit einem Wert irgendwo zwischen 30 und 100 eine weiche Auswahlkante.

Feather

Anschließend klickt man noch ganz unten rechts auf das kleine helle Rechtecht mit dem dunklen Kreis in der Mitte. Diese Funktion erstellt aus der Selektion eine Ebenenmaske.

Create-Layer-From-Selection

Über die Transparenz dieser Ebenen kann man nun sehr elegant die Spitzlichter und die Helligkeit der dunklen Bereiche steuern. Hat man alles wie gewünscht eingestellt, kann man die Ebenen selektieren und via Command + E zu einer Ebene zusammenfassen und sich der weiteren Bearbeitung widmen.

Das Endergebnis könnte dann beispielsweise so aussehen…

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Zusammenfassung

Aufgrund ihres großen Chips eignet sich die D800E (wie alle anderen Vollformatkameras auch), sehr gut für die Fotografie bei wenig Licht. Wer eine Kamera verwendet die einen kleineren Chip hat, der kann mit Mehrfachbelichtungen und anderen Tricks Ergebnisse erzielen die sich abgesehen von der Größe der Dateien von den Ergebnissen aus der Nikon D800E kaum unterscheiden. Entscheidend für den Erfolg ist die Verwendung eines stabilen Stativs und der Einsatz eins Kabel-, Funk- oder Infrarot-Auslösers. Wer noch die Spiegelvorauslösung verwendet und das Okular korrekt verriegelt hat so ziemlich alles getan was möglich ist.

Besonders bei Belichtungsreihen ist darauf zu achten, dass der Autofokus abgeschaltet ist und sich die Kamera im Modus „A“ (Zeitautomatik) befindet. Bei einigen Kameras heißt die Zeitautomatik übrigens auch „T“ wie „Time-Variant“.

Mit ein wenig Mühe bei der Bildbearbeitung lassen sich letztlich wirklich schöne Ergebnisse erzielen. Damit die Fotos ihre Freunde finden fehlen noch gute Motive und der richtige Augenblick. Letzteres kann man nicht erlernen, aber bekommt es kostenlos, wenn noch ein Prise Glück im Spiel ist…

Hier ist noch eine Variante die ich mit dem Rokinon Shift & Tilt 3,5/24mm und einem Polfilter aufgenommen habe. Das Foto habe ich via Photoshop CS6 und NIK HDR Efex Pro aus 5 RAW-Dateien erstellt. Die Bearbeitungszeit betrug nur etwa 5 Minuten.

Blue Hour - Frankfurt - Nikon D800E & Rokinon Shift & Tilt 3,5/24mm

Wer noch Fragen hat, kann mit gern eine E-Mail schreiben oder einfach die Kommentar-Funktion dieses BLOGs verwenden.

Bildgestaltung für Dummies – Teil IV

Heute geht es in meiner kleinen Serie zum Thema Bildgestaltung um zwei wichtige Themen:

  • Die Ausdauer
  • Der richtige Zeitpunkt

Zu den Rezepten erfolgreicher Landschaftsfotografen gehört es, Motive sorgfältig auszusuchen und zu überlegen wann und wie diese Motive am besten aussehen. Die echten Profis knipsen nicht einfach etwas ab, sondern sie widmen sich einem Motiv, manchmal über Monate und Jahre hinweg. Irgendwann ist der Zeitpunkt perfekt und dann haben sie das ultimative Foto.

Das geht natürlich nicht wenn man nur für ein paar Tage im Urlaub die Gelegenheit hat schöne Fotos zu machen. Aber man kann mit ein wenig Ausdauer, Wissen und Übung auch im Urlaub gute Fotos schießen. Auch wenn diese Fotos nicht irgendwann das Foyer der Commerzbank in Frankfurt schmücken werden, es können trotzdem Bilder sein die für einen selbst mehr als nur einen Schnappschuss darstellen. Hat man ein wirklich gelungenes Foto aufgenommen, so macht es Spaß davon einen schönen Print anfertigen zu lassen und es in der eigenen Wohnung an die Wand zu hängen. So erinnert man sich immer wieder an die Reise und alles was man dort erlebt hat. Sicher würde das auch mit einem Schnappschuss klappen, aber bei einem Bild in dem „Herzblut“ steckt sind die Emotionen einfach grundsätzlich stärker ausgeprägt.

Am Wochenende wollte ich meiner Freundin ein wenig zeigen wie man mit einem Stativ umgeht. Wir haben uns dafür eine Stelle gesucht an der man einen schönen Blick über Rhein auf das Siebengebirge und den Posttower hat. Der Himmel war sehr bedeckt und das Licht nicht wirklich schön, so sah denn unser erstes Testbild auch ziemlich langweilig aus.

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Eigentlich ist auf dem Bild alles drauf, wir sehen den Posttower, das Siebengebirge, sogar Moby Dick kommt auf uns zu geschwommen. Wer genau hinsieht erkennt sogar das Gästehaus auf dem Petersberg. Doch die Tannenzweige die rechts in Bild hineinragen sind voll daneben. Auch steht der Posttower etwas schief und die flachen Kontraste machen das Bild richtig langweilig. Hier möchte man eher weg- als hinschauen.

Nach diesem Foto war meine Sandra kurz davor alles einzupacken und wieder heim zu fahren, schließlich hatten wir ja unser Foto „im Kasten“. Es war gar nicht einfach sie dazu zu überreden noch ein wenig neben der Kamera stehen zu bleiben und auf besseres Licht zu hoffen. Während wir auf besseres Licht warteten kamen alle möglichen Schiffe, Vögel, Autos, Menschen usw. bei uns vorbei. Gern hätte Sandra immer mal wieder schnell ihre Kamera gezückt, aber sie stand ja auf dem Stativ und wartete auf besseres Licht.

Wir haben dann noch ein paar Fotos gemacht, doch sie hat schließlich die Lust verloren. So ging sie daran das Weinlaub neben unserem Aussichtspunkt abzulichten und sich nach weiteren Motiven umzusehen. Während dessen habe ich meine Nikon 1 V1 mit dem 10-100mm Objektiv auf ein zweites Stativ gestellt und immer mal wieder mit dem kleinen Infrarot-Auslöser das eine oder andere Foto aufgenommen. Das Licht änderte sich von Minuten zu Minute. Und plötzlich riss über uns die zusammenhängende Wolkendecke etwas auf und der Horizont begann rötlich zu leuchten.

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Die Zipfel der Tannenzweigen habe ich nicht wegretuschiert um Euch zu zeigen, dass sie wirklich stören. Leider konnte ich die Kamera nicht so aufstellen, dass die Zweige bei diesem Blickwinkel nicht im Bild sind. An dieser Stelle daher mein Appell an Euch, versucht störende Äste, Zweige, Gräser, was auch immer zu vermeiden, sie sind in den seltensten Fällen ein Gewinn für den Bildaufbau!

Kommen wir zum nächsten Foto, wir stehen jetzt seit fast 45 Minuten auf der gleichen Stelle. Meine Freundin wird langsam ungehalten, ihr tun die Füße weh und sie hat einfach keine Lust weiter auf das richtige Licht zu warten.  Schaut man bei diesem Foto genau hin stellt man fest, dass im Posttower schon einige Büros beleuchtet sind. Doch das Schiff auf dem Rhein ist scharf abgebildet, also ist es noch relativ hell und die Mischung zwischen der Beleuchtung des Bürogebäudes und dem natürlichen Licht der Umgebung passen noch nicht so zusammen wie ich es mir vorstelle.

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Weil es meiner Sandra langsam aber sicher so richtig langweilig wird, packen wir unsere Sachen zusammen. Meine kleine Nikon 1 V1 lasse ich während dessen aber auf dem Stativ stehen und löse sie immer mal wieder mit dem kleinen ML-L3 Fernauslöser aus. Schließlich haben wir fast 90 Minuten gewartet und es ist etwa 30 Minuten nach Sonnenuntergang. Die „Mischung „sieht jetzt viel besser aus. Meine kleine Kamera muss jetzt mehrere Sekunden belichten, so verschwimmt die Bewegung des Frachtschiffes sehr stark. Auch die Wellen der Wasseroberfläche sind nicht mehr wirklich zu erkennen. Würde man jetzt noch einen Polfilter oder einen leichten Graufilter verwenden, so könnte man bereits Belichtungszeiten von ca. 30s erreichen. Damit wäre das Wasser glatt wie ein Spiegel und die Wolken hätten sogar ein wenig Bewegungsunschärfe. Doch ich habe heute keine Filter für meine Nikon 1 dabei 😦

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Also gebe ich mich mit dem Fotos zufrieden, schließlich sind sie nur als Beispielbilder für diesen Artikel gedacht.

Schauen wir uns das nächste Foto an. Hier sehen wir einen tollen Sonnenuntergang über La Gomera  (Punta de Teneo, Teneriffa). Während meine Freundin versuchte sich im Auto aufzuwärmen fieberte ich dem besten Moment für dieses Foto entgegen. Man muss es ihr immer wieder hoch anrechnen wie geduldig sie mit mir ist! Aber irgendwie ist man trotz allem immer im Zweitdruck wenn jemand wartet und man nicht allein oder mit zu 110% Gleichgesinnten unterwegs ist.

Blue Hour #1 - Nikon D700

So war ich ein Jahr später wieder an ähnlicher Stelle und diesmal ganz allein. So hatte ich alle Zeit der Welt und konnte mir in Ruhe den besten Platz für mein Foto suchen. Und ich hatte Glück, denn an diesem Tag war der Sonnenuntergang ungewöhnlich spektakulär und die Fotos übertreffen die Bilder des Vorjahres bei weitem.

La Gomera Sunset - Nikon D800E - Full Size

Ich hoffe meine heutige Botschaft wird damit klar. Nur wer sich darauf einlässt mehrere Stunden auf den richtigen Augenblick zu warten und sich möglichst einige Tage zuvor mit den Gegebenheiten vertraut macht wird letztlich mit Fotos heimkehren die mehr als ein Knipsbild sind. Besonders in der Landschaftsfotografie lassen sich viele Motive sehr gut planen. Mit Google Earth und gutem Kartenmaterial lässt sich der beste Punkt für eine Fotosession unter freiem Himmel finden. Je nach Jahreszeit geht die Sonne aber nicht exakt im Osten auf und im Westen wieder unter, das sollte man berücksichtigen. Für alle Smartphones gibt es kleine nützliche Programme die den Stand der Sonne an einem bestimmten Tag des Jahres berechnen können. Hilfreich sind auch kleine APPs die ausrechnen wann die Sonne auf- und wieder untergehen wird.

Meiner Erfahrung nach ist etwa 30 Minuten nach oder vor Sonnenuntergang das Licht für stimmungsvolle Landschaftsfotos ideal. Aber das ist keine allgemein gültige Regel. Wer nicht den Abendhimmel im Westen sondern die Schatten der Abendsonne in Richtung Osten fotografieren möchte, für den gelten andere Regeln. Generell ist man in der blauen Stunde am Morgen oder Abend immer auf der sicheren Seite wenn man einige zusätzliche Minuten einkalkulieren kann. So hat man Zeit um sein Stativ in Ruhe aufzustellen und einen Punkt zu suchen an dem eben keine störenden Zweige ins Bild hineinragen.

Stress kann man vorbeugen indem man seinen Mitreisenden klar macht wie sehr man auf diese Fotos erpicht ist. Wenn ich eine Reise mache, dann reise ich nicht weil das Essen toll, der Pool so klar oder die Sonne so warm ist. Wenn ich verreise dann will ich fotografieren, denn das ist für mich die beste aller Möglichkeiten um entspannt heimkehren zu können. Andere lesen ein Buch, ich sitze am liebsten einsam in der Wildnis und warte auf den perfekten Moment. Jeder der schon einmal mit seiner Angel einen Köder ausgeworfen hat wird das verstehen.

Wer schöne Landschaftsfotos machen möchte hat somit etwa drei Möglichkeiten:

  • Ihr reist allein und könnt tun und lassen was Ihr wollt
  • Ihr gebt den Mitreisen ausreichend viel Geld für ein schönes Abendprogramm ohne Euch
  • Ihr schenkt den Mitreisenden eine Fotoausrüstung und versucht Eure Begeisterung an sie zu vermitteln

Für den Anfang könntet Ihr natürlich auch allgemein bekannte Fotospots wie den im nächsten Foto besuchen. Dort am Horse Shoe Bend in der Nähe von Page in Arizona treffen sich jeden Abend viele Fotofans und warten gemeinsam auf den perfekten Augenblick. Wenn Ihr nicht allein seid, stärkt diese Gemeinschaft die Ausdauer Eurer Mitreisenden ganz enorm, es sei denn sie sind noch im Kindergartenalter… Solche Shtootings haben manchmal etwas magisches und gelegentlich entstehen dabei die besten Freundschaften mit Menschen die man dort ganz zufällig trifft.

Shooting Horse Shoe Bend - Nikon D300 & Tokina AT-X Pro 4/12-24mm

Das folgende Foto stammt von Alan Vasenius aus Los Angeles. Ich habe ihn im Jahr 2011 beim Versuch einen Permit für die Wanderung zur Wave kennen gelernt. Alan hat mir damals gesagt, dass ich etwa eine Woche später im Monument Valley sein sollte um dort ein seltenes Schauspiel zu fotografieren. So haben wir uns dann einige hundert Kilometer entfernt etwa eine Woche später wieder getroffen. Es war ein toller Abend und wie haben gemeinsam auf den richtigen Moment gewartet.

The Vasenius Shadow at Monument Valley

Diese Foto kann man so nur an zwei Tagen im Jahr aufnehmen und auch nur wenn die Wolken günstig stehen. Damit kommen wir zur Einleitung zurück. Der richtige Zeitpunkt ist nicht nur 30 Minuten nach Sonnenuntergang, sondern vielleicht auch ein einziger Tag des Jahres. Wer eine Sonnenfinsternis oder den „Supermond“ fotografieren hat sogar ein noch viel weiter gespanntes enges Zeitfenster.

Das Geheimnis der Profis ist, dass sie diese „Events“ kennen oder gezielt im Internet danach suchen. Sie planen für dieses Event eine Location und sind oft schon Stunden oder Tage vorher zur Stelle. Sie kennen ihr Equipment in und auswendig und so überlassen sie im wichtigen Moment nichts dem Zufall. Letztlich entstehen dann echte Kracher die vielen Leuten ein Staunen ins Gesicht treiben so wie beispielsweise dieses Foto von Michael Fatali.

Michael-Fatali-Teapot

(Bild: Michael Fatali)

Zum Abschluss noch ein Foto auf das ich im Juni 2013 auf La Palma ganze 12 Tage lang hingearbeitet habe. Ich war ständig auf der Suche nach schönen Locations und habe auf gutes Wetter gehofft. Am vorletzten Abend ist dann endlich dieses Foto gelungen. Für mich ist dieses eine Foto eines der Highlights der gesamten Reise.

La Palma Sunset - Nikon D800E

Fazit

Stimmungsvolle Landschaftsfotografien entstehen nicht einfach von ganz allein. Für ein gutes Foto muss man auch schon mal ein paar Stunden Wartezeit auf sich nehmen, eine weitere Wanderung machen und wenn man einen magischen Ort gefunden hat, ihn ggfs. so oft besuchen bis man seine Bildidee endlich umgesetzt hat. Gute Planung und Vorbereitung sind hier die halbe Miete. Die großen Helden der Landschaftsfotografie wie bspw. Ansel Adams haben ihre Fotos NIEMALS im Vorbeigehen aufgenommen. Sie haben sich stets mit viel Aufwand und Liebe zu Detail an die Umsetzung konkreter Bildideen begeben und waren damit letztlich überaus erfolgreich.

Damit ihr Euch während ihr auf den richtigen Augenblick wartet nicht ärgert weil ihr andere Motive und Situationen verpasst, solltet ihr ggfs. einfach eine zweite Kamera dabeihaben!

Mein Tipp für den gepflegten Schnappschuss zwischendurch:

Stellt an der „Zweitkamera“ das Sportprogramm ein oder alternativ den kontinuierlichen Autofokus und die ISO-Automatik. So seid ihr auf den meisten Situationen gut vorbereitet. Auch wenn wegen der ISO-Automatik einige Fotos letztlich vielleicht ein wenig verrauscht sein sollten, ein leicht verrauschtes Foto ist immer noch besser ein Foto das total verwackelt ist weil man unbedingt mit ISO-100 fotografieren wollte…

Angetestet – Vanguard The Heralder 46

Bildschirmfoto 2013-10-22 um 18.48.49Bildschirmfoto 2013-10-22 um 18.48.22

Mein Fotorucksack ist inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen und so habe ich mich in den letzten Wochen nach einer Alternative umgesehen. Dabei ist mir der Vanguard „The Heralder 46“ ins Auge gesprungen. Und weil dieser Rucksack pfiffig gemacht und sehr durchdacht ist, gibt es heute ein ausführliches Review dazu.

 

Sehr cool ist die laufende Sonderaktion „My ABEO PRO„. Wer sich bis zum Jahresende ein Stativ des Typs ABEO Pro 283 CGH bestellt, der bekommt vom Hersteller einen „The Heralder 46“ Fotorucksack geschenkt. Wer sich nicht sicher ist ob das ABEO Pro das richtige Stativ für ihn ist, der kann sich als kleine Entscheidungshilfe meine beiden Videos zu diesem Stativ anschauen.

Hier gibt es den kurzen 90s Teaser:

 

Und hier habe ich das vollständige Review:

Schöner Reisen mit Thilo Sarrazin

Vor etwa einem Jahr hat das ehemalige Vorstandsmitglied der deutschen Bundesbank namens Thilo Sarrazin (Bitte beachten sie die Schreibweise, das hat nichts mit Sarin zu tun!) uns via Facebook einige lange überfällige Tipps zur illegalen Einreise und Migration in fremde Länder gegeben.

Migrationsleitfaden

Diese Tipps & Tricks für die erfolgreiche Einreise und Migration wurden inzwischen tausendfach gelesen und mehr als 40.000 facebook User haben sogar auf „Gefällt mir“ geklickt.

Angesichts dieser Zahlen frage ich mich warum so viele Menschen diese Tipps & Tricks so sehr mögen. Wollen die hier etwa weg, ihr schönes Deutsches Heimatland verlassen? Wenn ja warum brauchen sie Tipps für die Einreise ohne Ausweis und Visum in fremde Länder? Wer in Deutschland keinen Ausweis hat, der schnappt sich 100 Euro, lässt sich fotografieren, wartet eine Stunde beim Bürgeramt und kann 14 Tage später seinen neuen Reisepass abholen, gar kein Problem – warum sollte man ohne reisen??

Will man mit diesem Ausweis in die USA einreisen, so beantragt man einfach auf einer Internetseite der US-amerikanischen Regierung ein Touristenvisum und zahlt die anfallenden Gebühren bequem mit der Kreditkarte. Unterwegs in die USA füllt man eine einfache Zollerklärung aus und versichert, dass man dort keinen Terroranschlag plant. Wird man dort nach der Landung gefragt warum man einreisen möchte, reicht das einfache Wort „Vacation“ und schon ist man drin. In den kommenden Wochen kann man sich mit Burgern und fettigen Fritten vollstopfen bis der Arzt kommt und kurz bevor der Herzinfarkt droht fliegt man bequem zurück nach Deutschland. Hier kann man sich anschließend die überflüssigen Kilos mit hunderten saftiger Steaks vom argentinischen Angusrind samt knackigen Salaten Abend für Abend wieder wegessen, „Low-Carb“ nennt man das – schmackhaft und einfach…

Da frage ich mich, warum man eine Reise ohne Ausweis und Visum unternehmen sollte, die Schweinshaxe bekommt man in fremden Ländern schließlich auch mit gültigem Visum serviert?

Warum gefällt mehr als 40.000 Facebookern die Idee der illegalen Ausreise aus Deutschland? Vielleicht weil sie irgendwo in der Nähe von Oder und Neiße gelebt haben und konnten bis 1989 das Land der Dichter und Denker nicht verlassen, jedenfalls nicht so einfach. Vielleicht haben sie auf der falschen Seite ihres Heimatlandes gelebt und sich geärgert, dass ihre Großeltern den zweiten Deutschen Weltkrieg dummerweise gegen Kommunisten, Juden und sonstige nur wenig arische Mächte verloren haben?

KZ Auschwitz, Ankunft ungarischer Juden

Einige haben vielleicht auch vergessen wie es war als Omas Nachbarn damals von der Gestapo zum Plausch bei Kaffee und Kuchen geladen und mit Benzin im Blut wieder heim geschickt wurden. Vielleicht sehen sie die Texte des Herrn Sarrazin sogar als Anstoß für eine Bildungsreise nach Syrien? Ich bin mir sicher, wer sich in Syrien eine Beninspritze abholen möchte, der wird sie dort sehr einfach bekommen und das sogar ohne einen gültigen Deutschen Führer-Schein!!

Warum also diese Ausreise-Tipps? Warum sollen wir einen türkischen Bürgermeister vom Klang Deutscher Kirchenglocken überzeugen, wo diese doch zumindest in Limburg ohnehin bald eingeschmolzen werden um als Altmetall zur Deckung völlig unerwarteter Baukosten zu dienen? Also ich muss sagen, dieser Herr Sarazin gibt mir Rästel auf!

UnterreichtGastarbeiter_LudwigWegmannDeutschesBundesarchiv_Wikimedia

Als unsere Väter nach dem zweiten Weltkrieg das neue Rentensystem konzipierten hieß es noch „Und Kinder kriegen die Leute ja sowieso“! Doch weit gefehlt, denn Kinder kriegen in Deutschland nur noch die Dummen. Wer in diesem Land was drauf hat, der macht statt Hausaufgaben und Kinderstunde lieber Trekking-Urlaub auf Neuseeland und trinkt Cocktails auf Mauritius. Alles mit Reisepass und Visum, warum auch ohne?

Wer allerdings in 20 Jahren die Renten für die vielen Alkoholabhängigen und ihre künstlichen Hüftgelenke bezahlen soll, das bleibt hingegen ungewiss. Gewagt erscheint da die These statt Kinder zu machen und ihnen 20 Jahre lang den Hintern abzuwischen und die Ausbildung zu bezahlen, einfach fertige erwachsene Menschen preiswert aus der dritten Welt einzuführen. Wenn sie kein Visum und keinen Reisepass haben, wen juckt das schon? Sie kriegen einen Deutsch-Kurs und können dann im Hüttenwerk arbeiten oder bei der Deutschen Bank die Toiletten reinigen. Das haben wir vor 50 Jahren mit den Italienern, Griechen und Türken doch auch schon so gemacht.

Häufig wird derzeit vergessen, dass das Angebot billiger Arbeitskräfte aus aller Welt heute sogar ungleich größer ist. Auch gibt es eine natürliche Auslese während der Anreise!! Nur die Starken erreichen unser Land, nur die Besten die hier auch ordentlich schuften können bleiben übrig! Alle anderen ertrinken kostengünstig im Mittelmeer! Und im Gegensatz zu den Jahren des Deutschen Wirtschaftswunders schicken DIESE modernen Migranten kein Geld nach Hause, denn sie sind in der Regel eh allein und ihre Angehörigen wurden bereits in Syrien vergast oder irgendwo in Afrika in Einzelteilen verscharrt. So bleibt Deutsches Geld in Deutschland – ist das nicht praktisch?

Haben sich die Mägen dieser neuen Gastarbeiter erst an Eisbein und Deutsche Schweinshaxe gewöhnt, so können diese Menschen hier durchaus sinnbringend integriert werden. Wer geht nicht gern zur Eisdiele Venezia, danach auf einen Grillteller ins Restaurant Athen und anschließen noch auf einen Slibovitz ins Dalmatien? Ohne unsere Gastarbeiter würden wir in einem gastronomischen Ödland bei Weisswurst und Fleischkäse dahin vegetieren… Welch wunderbare Aussicht in 20 Jahren die Rente bei denen zu verprassen die sie uns bezahlen? Statt Pizza und Gyros gibt es dann Kuskus, Hirsebrei und Muhammara. In meinen Ohren klingt dies durchaus verlockend, oder nicht?

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Also Leute, bevor Ihr über die illegale Einreise in fremde Länder die Euch gar nicht haben wollen nachdenkt, könntet Ihr überlegen wie sich längst verloren geglaubte Tugenden wie Nächstenliebe & Co. auffrischen lassen. Ihr könntet Menschen ein Zuhause in einem Land geben in dem jeden Tag ein Drittel der Lebensmittel achtlos weggeworfen wird. Statt die Lebensmittel wegzuwerfen könntet Ihr unterernährten Menschen dabei helfen in einem Land das sie nicht kennen, dessen Kultur und Sprache sie nicht verstehen und die eigentlich viel lieber daheim geblieben wären, mit ein wenig Würde zu leben.

Wenn diese Menschen irgendwann hier bleiben wollen weil in ihrer Heimat eh alle Verwandten in Fußballstadien enthauptet oder an Hauptverkehrsstraßen an Baukränen erhängt wurden, dann ist das schon ok. Es liegt an Euch ob diese Menschen irgendwann dabei helfen Eure Rente zu bezahlen.

Alles was Ihr dazu tun müsst ist Euch nicht wie Arschlöscher zu verhalten, dann klappt das schon mit der Migration…

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(Bildquelle: Wikimedia)