USA 2014 – Wieder eine Reise ins Ungewisse Teil 1-4

Wer noch nie ein Video erstellt hat das knapp 30 Minuten dauert und halbwegs „Hand & Fuß“ hat, der wird kaum ermessen können wie viel Arbeit es bereitet eine vier Wochen dauernde abenteuerliche sehr freie Reise umfassend in einem Video zu dokumentieren. Eine Reportage zu erstellen die auch bei einer Spielzeit von mehr als 5 Minuten nicht langweilig wird, die viele Informationen transportiert, die mit gut verständlichem Ton daherkommt und bei der die Schnitte zum Rhythmus der Musik passen, das ist eine echte Herausforderung. Neben dem Bildmaterial das man natürlich während der Reise einsammeln muss, braucht es noch eine geeignete Ausstattung mit Computern, riesigen Festplatten, Mikrofonen und vor allem mit ZEIT mit ganz viel ZEIT. Tag für Tag wühlt man sich später durch viele tausend Fotos und hunderte von Gigabytes mit Video-Material, schreibt Texte, probiert GEMA-freie Musik aus, und ist einfach nur froh wenn man sein Video endlich veröffentlichen kann.

Mein aktuelles Video-Projekt sieht so aus wie im folgenden Screenshot. Wer diesen genau anschaut sieht sofort aus wie vielen kleinen Schnipseln der vierte Teil meiner USA-Reportage besteht. Dabei ist jeder kleine Schnipsel „handverlesen“, ich habe bei jedem Schnipsel über Anfang und Ende nachgedacht, überlegt ob es einen harten Schnitt oder eine weiche Überblendung geben soll. Ich habe Stunden damit verbracht nach Musik und Soundeffekten zu suchen. Und als die Musik und Video-Clips zusammen gefügt waren, habe ich an jedem Anfang eines Clips und jedem Ende versucht ihn so zu trimmen, dass er mit der untermalenden Musik harmoniert.

USA-2014 - Final-Cut-Pro-X

Es mich jetzt wieder einen Monat lang fast jeden freien Abend gekostet den vierten Teil von  „Wieder eine Reise ins Ungewisse zu erstellen“.

Das „Original“ von 2011

Als ich vor ein paar Jahren meinen Film „Reise ins Ungewisse“ erstellt habe, betrug der Zeitaufwand verteilt über 14 Tage hinweg etwa 160 Stunden. Ich konnte mir dies nur leisten, weil ich damals ziemlich erkältet daheim herumgesessen habe. Ich war nicht krank genug um nur im Bett zu liegen aber auch nicht gesund genug um zur Arbeit zu gehen. Also habe ich mit warm eingepackt mit viel heißem Tee an meinen Windows Computer gesetzt und mit der Arbeit an diesem Video begonnen. Damals habe ich noch MAGIX Video Deluxe benutzt. Diese Software hatte ich mir kurz zuvor offiziell gekauft und sie war mehr als fehlerhaft. Immer wieder ist sie ausgestiegen und fast täglich gab es Updates zum Download. Irgendwann lief es dann halbwegs stabil und dann gab es eine neue kostenpflichtige Version und das Leid begann von Neuem. Wer sich mit dem Schnitt längerer Videos in 1080p Qualität beschäftigt, bringt seinen Computer schnell an seine Grenzen. So habe ich meinen Windows-Computer mehrfach aufgerüstet und mit schnelleren größeren Festplatten bestückt. Nach einigen wenigen Installationen von MAGIX Video Deluxe verweigerte dann das Installationsprogramm seinen Dienst. Ich hatte die Software zu oft installiert und „zu meinem Schutz“ konnte ich sie nicht erneut installieren. FUCK, so ein Mist! Ich habe E-Mails an den MAGIX Support geschrieben die nicht beantwortet wurden, ich habe ausdauernd die Dudelmusik in der Warteschleife der MAGIX Hotline ertragen, aber beim Hersteller hat man sich nicht gerührt. Bis heute habe ich eine offiziell gekaufte Version von MAGIX Video Deluxe die ich nicht mehr installieren kann, zu „meinem eigenen Schutz“ wohlgemerkt!

Ungeachtet dessen schickt man mir von MAGIX regelmäßig Werbemails und nette Prospekte mit der Post. Alle drei Monate gibt es neuere schnellere und viel bessere Versionen von MAGIX Video Deluxe die nur noch für ein paar Tage zum Preis von 59,- Euro gekauft werden können. Schon zweimal habe ich einen dieser Prospekte mit der Post zurückgeschickt und in einem Begleitbrief darum gebeten, dass endlich irgend jemand meine offiziell gekaufte Lizenznummer freischaltet, damit ich diese Software wieder installieren kann. Aber es kam wie erwartet keine Antwort.

Letztlich habe ich dann für etwa 150 Euro via App-Store die Apple Software Final-Cut-Pro-X für mein MacBook Pro gekauft. Diese Videoschnittsystem läuft stabiler als MAGIX Video Deluxe es jemals tat und ich habe bislang ALLE, wirklich ALLE Updates kostenlos erhalten!!

MAGIX Video Deluxe ist daher für mich echt gestorben und ich bin mehr als enttäuscht, vom Support des Herstellers!

Ungeachtet dessen habe ich es geschafft mittels MAGIX Video Deluxe die „Mutter meiner Reisedokumentationen“ fertigzustellen

Von diesem Video habe ich später noch eine zweite Version erstellt, denn bei der ersten Variante  musste ich ständig husten weil ich so erkältet war. Immer wieder musste ich meine Moderation wiederholen bis es endlich halbwegs gut gepasst hat. Beide Versionen zusammen sind inzwischen mehr als 40.000 mal angeschaut worden und mir persönlich gefällt irgendwie die erste Fassung noch immer am Besten.

Vor diesem Hintergrund habe ich an praktisch jedem Tag den ich im Mai in den USA verbracht habe daran gedacht wie ich Fotos und Filmmaterial für eine neue, umfassendere und bessere Reisedokumentation erstellen kann. Meine Sandra hat oft mit dem Kopf geschüttelt, wenn ich mal wieder nachts unterwegs war statt einfach nur die Reise zu genießen. Aber ich war während der Reise wie ein „Getriebener“, der nicht ohne brauchbares Material heimkehren wollte. Schließlich habe ich diese Reise im wesentlichen unternommen um eine hoffentlich gut gemachte Reportage daraus entwicklen zu können. Ich habe für mehrere tausend Euro Foto-Equipment angeschafft, die gesamte Reise geplant und finanziert. Ich konnte einen Monat lang nicht arbeiten und damit auf keinen einzigen Cent verdienen. Da ich freiberuflich arbeite bekomme ich natürlich kein Urlaubsgeld und so schlägt jeder Reisetag doppelt hart zu Buche.

Umso frustrierender ist es dann, wenn man nach all der Arbeit ein neues Video endlich veröffentlichen kann und es schon nach nur EINER MINUTE eine negative Bewertung erhalten hat, es also noch nicht einmal angeschaut wurde! Manchmal ist es echt ärgerlich, dass bei YouTube jeder noch so kleine kleine Furz einfach voten kann wie er will und das vollständig anonym. Zugleich ist es frustrierend, wenn beispielsweise das Video aus dem Jahr 2011 rund 40.000 mal angeschaut wurde, aber nur 214 YouTube eine positive Bewertung abgegeben haben. Der Content ist kostenlos und unter Einsatz von viel Zeit und Mühe entstanden, doch im Jahr 2014 wird all das nicht mehr wertgeschätzt sondern einfach nur anonym konsumiert und dann wahrscheinlich gleich auch wieder vergessen…

Die Dokumentation USA 2014

Ungeachtet dessen habe ich beschlossen mich nicht frustrieren zu lassen und mit meinen Videos weiterzumachen. Ich tue dies für die Leser dieses BLOGs und zu einem großen Teil auch für mich selbst. So kann ich mich immer mal wieder vor dem Fernseher zurücklehnen und via Apple-TV oder über die eingebaute YouTube-App eines dieser Videos anschauen und die eine oder andere tolle Reise noch einmal erleben, das ist auch was wert 🙂

Hier sind nun die vier bislang fertig gestellten Teile in chronologischer Reihenfolge.

Fazit

Die Reise ist noch nicht zu Ende!! Als ich mit der Arbeit an Teil 1 begann dachte ich, dass ich mit zwei oder drei Teilen auskommen werde. Aber nun sieht es so aus, als wenn draus insgesamt FÜNF Folgen entstehen werden. Dort wo Teil 4 aufhört geht es noch eine ganze Woche weiter und dies werde ich im nächsten Jahr aufarbeiten und damit diese Serie abschließen. Als krönenden Abschluss habe ich mir noch einen kompletten „Directors-Cut“ vorgenommen. Dieser hat dann eine Laufzeit von rund 90 Minuten und ich bin sehr gespannt darauf ob ich das wirklich auf die Beine gestellt bekomme. Aber in ein paar Tagen geht es erstmal für vier Wochen nach Teneriffa, auf „MEINE INSEL“. Ich habe Urlaub echt nötig denn derzeit ist es mit dem Husten schon fast wieder so schlimm wie damals als ich meine allererste USA-Reportage erstellt habe. Aber die gute Luft auf Teneriffa sollte helfen das endlich auszukurieren.

Auch im letzten Dezember war ich eine ganze Weile auf Teneriffa und ich habe dort auch sehr viel gefilmt und fotografiert. Wegen der Arbeit an „Wieder eine Reise ins Ungewisse“ habe ich es ein ganzes Jahr lang nicht geschafft aus diesem Material ein Video zu erstellen. Aber vielleicht gibt es zu Ostern dann ein „Kombi-Paket mit dem Filmmaterial aus zwei Jahren, schauen wir mal…

Nikon 1 V3 – Fotopraxis

Fish Eagle Portrait - Nikon 1 V3 & AF-S VR 70-300mm

Als Nikon das neue 1er System vorgestellt hat, ist dies irgendwie weitgehend an mir vorbei gegangen. Damals war ich gerade voll auf dem FX-Trip, nichts konnte groß und schwer genug sein, warum also eine Kamera mit einem kleinen Chip im CX Format kaufen?

Doch als ich eine Weile später zum ersten Mal eine schwarze Nikon 1 V1 in Händen hielt keimte dann doch die Neugierde in mir auf. Nach und nach habe ich dieses sehr eigenständige und neuartige Kamerasystem für mich entdeckt und erobert. Nun ein paar Jahre später habe ich alle Objektive die Nikon für dieses System anbietet. Ich habe eine Nikon 1 V1 die inzwischen auf Infrarot 700nm umgebaut ist, ich habe eine Nikon 1 J2, eine 1 V2 und seit einigen Wochen auch die 1 V3.

Eigentlich wollte ich die Nikon 1 V3 nicht kaufen, weil sie einfach zu teuer ist. Klar hat diese Kamera einige tolle Features, aber einige wichtige Features hat sie eben nicht, diese wurden meiner Meinung nach gezielt weggelassen um teurere ertragreichere Kameras nicht auszustechen. Es gibt einiges was an dieser wirklich total nervt. Dazu gehört beispielsweise, dass ich weder das GPS noch das zusätzliche Blitzlicht nutzen kann wenn der elektronische Sucher montiert ist. Es nervt, dass ich den Handgriff komplett abschrauben muss wenn ich die Batterie wechseln will. Bei meiner Olympus OM-D E-M10 habe ich auch einen zusätzlichen Handgriff, dieser ist aber mit einem pfiffigen Schnellverschluss versehen und ist eben so blitzschnell ab- wie wieder anmontiert. Warum kriegt man sowas bei Nikon nicht hin?

Dass ich diese Kamera dann doch gekauft habe lag an einem extrem guten Angebot des Nikon Service-Point München. Dort hat man via eBay ein Vorführmodell in neuwertigem zustand inkl. Sucher, Handgriff und 10-30mm PD Objektiv zum Preis von 700 Euro angeboten. Das ist meiner Meinung nach genau der Preis den diese Kamera auch wert ist. Der Listenpreis in Höhe von 1249,- Euro ist meiner Meinung nach angesichts der fehlenden Features und der unglaublich schlechten „Play Memories“ WiFi-App für iOS und Android einfach nicht zu rechtfertigen. Grund Nummer 2 diese Kamera zu kaufen war, dass mit dem neuen 1 Nikkor 70-300mm ein kompaktes, ausreichend lichtstarkes Teleobjektiv auf dem Markt ist. Dieses Objektiv schlägt zwar mit 1049,- Euro ein kräftiges Loch in die Portokasse, aber man erhält im Gegenzug ein Objektiv, dass viel weniger als ein 28-70mm FX Zoom wiegt und einer FX Brennweite von 189-810mm entspricht, das ist schlichtweg einzigartig!

Nikon_1_V3_70_300

Angesichts der exorbitant hohen Preise für einige der Nikon 1 Objektive ist es total unverständlich, dass man häufig die wichtigen und sinnvollen Streulichtblenden separat erwerben muss. Beim 70-300mm ist zum Preis von rund 1.050,- Euro eine Steulichblende enthalten, das sollte bei allen Objektive so sein!

Um Gegensatz zu ALLEN Nikon Objektiven die sich via FT-1 Adapter an die Nikon 1 anschließen lassen, wird der sehr gute Autofokus der Nikon 1 nur mit diesem Telezoom vollständig unterstützt. Damit sind in Verbindung mit der rasanten Serienbildgschwindigkeit der Nikon 1 extrem schnelle „Verfolgungsjagden“  wie diese hier möglich, ein echtes Alleinstellungsmerkmal dieses Systems!

Eagle versus Nikon 1 V3

Auch nervt es mich total, dass die Kamera sich nicht merkt ob der Augensensor abgeschaltet ist oder nicht. Nutzt man die Kamera auf einem Stativ, hat das Display im Winkel von ca 45° abgekappt und will mit dem Finger auf den eigentlich sehr guten Touch-Display einen Fokuspunkt setzen, so schlägt der als Voreinstellung aktive Augensensor immer wieder zu. Das Display schaltet sich ab und man sieht nichts mehr, arg… Selbst wenn man nah an der Kamera steht schaltet sich das Display immer mal wieder ab. Jedes mal muss man seitlich den Knopf am eigentlich extrem guten elektronischen Sucher drücken um dieses Verhalten der Kamera zu ändern. Sie merkt sich die ISO-Einstellung, oder die Serienbildgschwindigkeit, warum nicht auch ob der Augensensor aktiv ist oder nicht?

Zur Ehrenrettung der Nikon 1 V3 sollte man erwähnen, dass sich andere Systemkameras mit Augensensor leider genauso verhalten. Aber das ist für mich kein Grund es nicht besser zu machen.

Gleiches gilt für den Selbstauslöser! Bei meiner Panasonic GH3, GX7, GM1, oder der Olympus OM-D E-M10, EM5 und EM1 kann ich eine Auslöseverzögerung einstellen. Das wirkt wie ein Selbstauslöser, aber die Kameras merken sich diese Einstellung. So kann man die Kamera auch ohne Infrarot-Auslöser in Verbindung mit einem Stativ erschütterungsfrei auslösen. Warum kann die Nikon 1 das nicht?

Aber genug geschimpft… Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit ein paar Stunden bei wirklich bedecktem Himmel im Opel Zoo in Kronberg im Taunus zu fotografieren und zu filmen. Dabei ist das folgende kurze Video entstanden. Ich habe dabei fast ausschließlich mit dem neuen 1 Nikkor AF-S VR G ED 4,5-5,6/70-300mm gefilmt.

Mit dem 1 Nikkor 70-300mm im Opel Zoo

Ein paar Tage später war ich am Wochenende mit meiner Nikon 1 und einige Objektiven unterwegs. Die Wartezeit auf den Sonnenuntergang habe ich genutzt um ganz spontan in meinem Auto mit dem HTC ONE (M8) dieses Video aufzunehmen.

Fotopraxis mit der Nikon 1 V3

Nur ein paar Tage später habe ich zusammen mit meiner Sandra unseren Freund Mirko Mochetti in seinem Café Fahrtwind in Hönningen in der Eifel besucht. Das Wetter war schön und unsere Mädels haben sich spontan bereit erklärt die Gäste des Cafés zu versorgen, so dass wir zum Sonnenuntergang noch eine halbe Stunde fliegen konnten. Im Kofferraum meines Autos hatte ich noch die Fotoausrüstung vom vorherigen Video. Da es im Cockpit der Aerosol Dynamic WT9 sehr beengt zugeht, habe ich das wunderbar kompakte AF-S VR 10-100mm (entspricht 27-270mm im FX-Format) an meine Nikon 1 V3 montiert und ausschließlich mit diesem Objektiv spontan das folgende Video gefilmt.

Sunset Flight mit 10-100mm (non PD)

Das 10-100mm ist nicht besonders lichtstark und so musste die ISO-Automatik meiner Nikon 1 V3 bei den letzten Sequenzen, die etwa 60 Minuten nach Sonnenuntergang gefilmt wurden, einfach alles geben. Teilweises hat die Kamera bis zu ISO-3200 einstellen müssen, was man im Video auch ganz deutlich sehen kann. Hier wäre bspw.  eine Nikon D750 ganz klar im Vorteil, weil sie statt 1/100s 1/25s als längste Belichtungszeit im Video-Modus ermöglicht. Statt mit ISO 3200 hätte also eine Nikon D750 mit lässigen ISO 800 filmen können…

Das folgende Foto habe ich mit dem 10-100mm bei 10mm Brennweite und vollständig geöffneter Blende aufgenommen. Die Vignettierung habe ich bei der RAW-Konvertierung hinzugefügt. Das Klappdisplay der Nikon 1 V3 erlaubt herrlich tiefe Perspektiven ohne, dass man sich umständlich verrenken muss, das ist wirklich toll!

Sunset flight #1 - Nikon 1 V3 & AF-S VR 10-100mm (non PD)

Hier ist noch ein Bild das am ausgestreckten Arm entstanden ist, dazu habe ich das Display im Winkel von 90° nach unten geklappt.

Sunset flight #6 - Nikon 1 V3 & AF-S VR 10-100mm (non PD)

Zusammenfassung

Wer sich auf eine Nikon 1 V3 einlässt muss wirklich tief in die Tasche greifen und sich mit fehlenden Features und teilweise nervigem Verhalten der Kamera abplagen. Aber dennoch kann diese Kamera viel Spaß machen. Das liegt im wesentlichen daran, dass sie wunderbar leicht und kompakt ist. Der Look der Bilder erinnert stark an das analoge Zeitalter. Die Fotos sehen so aus wie ein sehr gutes 35mm Dia, das mit einem herausragend guten Scanner digitalisiert wurde. Der Dynamik-Umfang der Nikon 1 V3 ist deutlich geringer als bspw. bei der Nikon D750 oder D800, aber er ist im Grunde genommen noch groß genug. Hier habe ich ein Beispielfoto das ich aus zwei Bilder mit 1.0 EV Unterschied aufgenommen habe. Dass ich dabei ein Stativ benutzt habe sollte klar sein… Via DRI-Technik habe ich diese beiden RAW-Bilder zu diesem sehr kontrastreichen Gegenlicht-Foto verarbeiten können. Es ist alles drin, keine zugelaufenen dunklen Bildbereiche und keine ausgefressenen Lichter. So sollte es sein und so ist es mit der Nikon 1 V3 trotz des kleines Chips und der winzigen Pixel auch machbar!

Nikon 1 V3 - DRI Test

Das fehlende BKT-Feauture, also die automatische Erstellung von Belichtungsreihen kann man umgehen, in dem man die Nikon 1 V3 auf einem stabilen Stativ positioniert, alles auf M wie Manuell stellt und dann eine Belichtungsreihe aufnimmt, bei der man mit dem hinteren Wählrad die Belichtungszeiten variiert. Ist das Stativ stabil genug und das Motiv statisch genug, so sind Fotos wie dieses hier gar kein Problem.

Nikon 1 V3 - HDR Test

Ausblick

Alles in allem bin ich mit der Nikon 1 V3 ziemlich happy und ich werde sie im Dezember für vier Wochen mit nach Teneriffa nehmen. Für nächtliche Aufnahmen der Milchstraße wird aber zusätzlich die Nikon D800E samt AF-S 2,8/14-24mm in den Rucksack wandern. Und für den „einfachen Fotoalltag“ werde ich diesmal die Olympus OM-D E-M1 einpacken. Sie ein paar Tagen habe ich einen sehr coolen Filterhalter für das Panasonic 7-14mm Extremweitwinkel, sowie einige passende Grau- und Verlaufsfilter. Schon heute freue ich mich sehr darauf mit dieser Kamera an den Stränden von Teneriffa schöne Abendstimmungen bei langen Belichtungszeiten einzufangen. Ab dem 12. Dezember wird es hier und bei flickr.com viele neue Fotos zu sehen geben.

Telefonat mit Adolf Hitler

Darf man Witze über Adolf Hitler machen?

 

Der zweite Weltkrieg und die Zeit des Nationalsozialismus gehört zu den dunkelsten Epochen der Deutschen Geschichte. Und dieses Grauen wirkt bei vielen Menschen bis heute nach. So gilt es noch immer als verwerflich, militärische Aktionen des Staates Israel öffentlich kritisieren. Wer in diesem Zusammenhang von unangemessener Härte und Brutalität gegenüber der Zivilbevölkerung spricht wird schnell pauschal als Antisemit abgestempelt. Die Kollektivschuld lastet auch mehr als 70 Jahre nach Kriegende noch immer schwer auf deutschen Schultern.

So macht man scheinbar auch keine Witze über Adolf Hitler, oh nein oh nein, das tut man nicht. Denn der Mann war sowas von durchtrieben und abgrundtief böse, dass man nicht einmal einen Witz über ihn reißen darf… Ok ok, bei 3SAT traut man sich das gelegentlich einmal…

Ausgerechnet Hoeneß

 

Im Rest der Welt wird das Gott sei Dank ein wenig anders gesehen. Der Film „Der Untergang“ aus dem Jahre 2004 stammt aus der Feder von Bernd Eichinger, der diesen Film auch produziert hat. Oliver Hirschbiegel hat als Regisseur ganze Arbeit geleistet und dieser Film war ein großer internationaler Erfolg. Dies lag nicht zuletzt an der unglaublichen Leistung des Schweizer Schauspielers Bruno Ganz der in einem Interview gesagt hat, dass er nach dem Ende der Dreharbeiten noch lange damit zu kämpfen hatten in welcher Tiefe er in die Rolle des Adolf Hitler hineingeschlüpft sei.

Ein wichtiger Teil des Films sind Telefonate die Adolf Hitler mit verschiedenen Generälen und anderen Mitarbeitern seines Stabs führt. Im Ausland wurden in den letzten Jahren unglaublich viele teilweise sehr witzige aber auch kontrovers diskutierte Parodien auf diese Szenen erstellt. In Deutschland scheint dergleichen, vielleicht wegen der latent gelebten deutschen Kollektivschuld, nicht gut anzukommen. Jedenfalls gibt es deutlich weniger Parodien in deutscher Sprache. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es Amerikaner die eh kein Wort Deutsch verstehen leichter haben einfach witzige Untertitel unter eines der Hitlertelefonate zu setzen und das Ergebnis als „Hitler telefoniert mit Gadafi“ oder so ähnlich bei YouTube usw. zu veröffentlichen. Gelegentlich hat Adolf auch mal ein Problem mit seinem DSL-Anschluß und muss in einem Callcenter in Indien um Hilfe bitten. Wer kennt das nicht…

Anruf im Callcenter (Untertitel)

 

Ich habe mich in den letzten Wochen immer mal wieder mit diesem Thema beschäftigt und dabei kam mit die Idee selbst mal mit Adolf Hitler zu telefonieren. Damit er mich auch wirklich anrufen kann, habe ich mich selbst vom Festnetz aus auf dem Handy angerufen, die Nummer als neuen Kontakt gespeichert, ein bekanntes Hitlerfoto als Kontaktbild gewählt und als Klingelton das Finale der symphonischen Dichtung „Les Preludes“ von Franz Liszt aus den Jahren zwischen 1848 und 1854 gewählt. Franz Liszt war mehr Pianist als Komponist und die Anzahl seiner Kompositionen ist eher überschaubar. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Haupt-Thema aus „Les Preludes“ von den ersten Deutschen Radiomachern ausgesucht und als Erkennungsmelodie verwendet. Damals war diese Komposition aber schon rund 90 Jahre alt!

Außer im Radio wurde dieses Thema auch in den Berichten der Wochenschau verwendet und in den Deutschen Kinos in die Ohren der Zuschauer regelrecht eingehämmert. Obwohl Franz Liszt schon lange tot war, haben die NAZIs damit seine eigentlich sehr schöne Komposition in den Schmutz gezogen. Und so wie man das Wort „Führer“ in Deutschland nicht laut ausspricht spielt man natürlich diese Musik auch nicht, jedenfalls nicht so, dass man dabei erwischt werden könnte. Ich empfinde das als falsch, denn die Musik kann ja nichts dazu, in welcher Art sie missbraucht wurde.

Meine Hitler-Parodie

Zurück zu meiner eigenen Hitler-Parodie… Wer sich bei YouTube etwas umschaut findet hunderte von Parodien die aber fast ausnahmslos auf Untertiteln basieren. Etwas wie „Ausgerechnet Hoeneß“ bekommt da leider fast niemand hin, oder es traut sich vielleicht auch niemand. Wer will schon einer Horde NAZIs ihr schmieriges Idol madig machen oder in der Öffentlichkeit falsch verstanden werden?

Ich habe die Idee einer Parodie schon seit Wochen in meinem Kopf mit mir herumgetragen und sie schließlich gestern sehr spät am Abend endlich realisiert. Als Thema für das Telefonat mit Adolf Hitler habe ich mir den noch nicht fertig gestellten „Teil 3“ meiner USA-Reportage gewählt. Meine Tonspur habe ich mit einem RODE SmartLAV und einem iPOD Touch 5G aufgenommen. Dabei habe ich die RODE-App verwendet. Beim Mix habe ich die Stereo-Tonspur meiner Panasonic GH3 etwas leiser darunter gelegt. Die Synchronisation hat dank 48 kHz Samplingfrequenz und WAV-Format sehr gut funktioniert.

FCPX-Hitler-Editing-Screenshot

Während meine Nachbarn in den Wohnungen um mich herum bereits schliefen, habe ich hier mit keifender Stimme mein Telefonat mit dem „Führer“ aufgenommen. Dabei dachte ich nur „Hoffentlich hört niemand was ich hier mache und zieht daraus falsche Schlüsse…“ Gegen 2h am Morgen war mein Video dann „online“ und bereits nach einigen Minuten gab es die ersten „Daumen nach unten“. Es ist in Deutschland nicht einfach bei YouTube Witze über ein derart komplexes Thema zu machen…

 

Mich würde interessieren was Ihr darüber denkt?

Wer mag kann einfach die kostenlose Kommentarfunktion verwenden und so mit mir und anderen Lesern diskutieren. Ich bin sehr gespannt wer sich traut dies tatsächlich zu tun…

Serdar Somuncu über „Mein Kampf“

Als überaus spannend empfinde ich es auch, dass sich der Comedian Serdar Somuncu immer wieder dafür rechtfertigen muss in welcher Weise er sich mit dem hohlen Irrsinn auseinandersetzt, den Adolf Hitler während er 1924 in Landsberg am Lech im Gefängnis saß, seinem Zellengenossen und späterem Stellvertreter Rudolf Heß in die Feder diktiert hat. Dieses „Werk“ ist später als „Mein Kampf“ in Buchform erschienen und kann heute in aller Welt gekauft werden, außer in Deutschland. Muss man deutsche Jugendliche wirklich vor 700 Seiten Unsinn schützen indem man dieses wahrscheinlich schlechteste aller Bücher verbietet?

 

USA-2014 – Wieder eine Reise ins Ungewisse – Teil 2

Das Wochenende ist nah und es ist Zeit für den zweiten Teil meiner Reportage zur USA-Reise im May 2014. In dieser Folge dreht sich alles um die Fahrt der Tahoe Queen auf dem Lake Tahoe und meinen ersten Tag in Idaho. Die zugehörigen Artikel aus meinem BLOG findet Ihr hier:

Im dritten Teil wird uns unsere Reise weiter zum Yellowstone National Park und nach Cody in Wyoming führen. Nach einigen Tagen geht es dann von Wyoming in Richtung Süden nach MOAB. Hier wird dann Teil 4 anschließen.

Während der Wochen in den USA war ich viel nachts unterwegs und habe recht viele Fotos auf denen der Sternenhimmel mit einigen schönen Strukturen im Vordergrund zu sehen ist. Diese Fotos sind eine wahre „Fundgrube“ und so habe ich in den letzten Tagen zwischen all der „Video-Bearbeiterei“ immer mal auf der Festplatte gesucht welche Fotos für eine Nachbearbeitung lohnend erscheinen. Die Ausbeute war gar nicht schlecht und drei Fotos habe ich bereits bei flickr.com hochgeladen. Die Resonanz auf das folgende Bild ist abermals überraschend gut. Das Foto hat es nach nur einem Tag in den „Explore“ geschafft, es ist also derzeit auf der Startseite von flickr.com zu sehen. Dieser Erfolg freut mich sehr und bestärkt mich in meinem Willen die Fotos nicht einfach unbeachtet auf der Festplatte altern zu lassen, sondern in den kommenden Wochen immer mal wieder zu schauen welche Schätze sich dort noch verbergen.

Moving in Circles around the Polar Star - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

 

Im zweiten Teil meines Videos gibt es auch ein Kapitel in dem es sich um den „großen Motivationsschub“ via flickr.com geht. Während meiner Nacht in den Alabama Hills bei Lone Pine sind auch die beiden folgenden Fotos entstanden.

Mobius Sky - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Nightsky over Alabama Hills - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

 

Alles in allem war für mich das sehr positive Feedback auf flickr.com das besondere Element der letzten Reise. Nie zuvor habe ich Foto ausgestellt die an nur einem Tag mehr als 20.000 mal aufgerufen wurden und mehr als 1.000 Favoriten „Sternchen“ einsammeln konnten.

Für dieses Feedback und die vielen privaten Nachrichten und Rückmeldungen möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich auch bei den Lesern dieses BLOG’s bedanken.

RODE SmartLAV – Audiorecording mit dem Smartphone

 

Nach meinem Interview mit Mirko Mochetti haben einige meiner Leser per E-Mail darum gebeten nochmals kurz zu erklären wie ich die beiden separaten Tonspuren während des Interviews aufgenommen habe. Nun könnte ich dazu ein langes Video erstellen, aber es gibt ja nichts was es nicht schon gibt. Wer bei YouTube ein wenig sucht, der findet sehr schnell den Kanal des Mikrofon-Herstellers RODE und dort gibt es viele kurze Videos in denen kurz und bündig erklärt wird, wie man das kleine RODE SmartLAV in Verbindung mit einem Smartphone benutzt.

Das erste Video gibt einen recht guten Überblick zum Handling dieses Ansteckmikrofons und der zugehörigen Software.

 

Bei meinem Interview mit Mirko Mochetti ich habe ich einen iPod Touch 5g und ein HTC One M7 verwendet. Für die Aufzeichnung habe ich die Software iRIG RECORDER benutzt, die es sowohl für iOS als auch for Android gibt. Bei der Synchronisierung der Tonspuren musste ich dann feststellen, dass die Tonspuren eine sehr unterschiedliche Klangcharakteristik haben. Wer es nicht weiß, der merkt es vielleicht nicht, aber wer jetzt mein Interview mit Mirko Mochetti nochmals genau anhöret, der wird bemerken, dass die Tonspur die Mirko mit dem iPOD aufgenommen hat einfach besser klingt. Bei den nächsten Interviews werde ich die kostenpflichtige APP des Herstellers RODE verwenden. Dieses APP hat den großen Vorteil, dass man das Display abschalten kann und der Ton weiterhin aufgenommen wird. Dies ist sehr wichtig, damit man beim Einstecken des Aufnahmegerätes in Hemd oder Hosentasche die Aufnahme nicht versehentlich abbricht.

Um Unterschiede bei der Klangcharakteristik künftig zu vermeiden, habe ich mir in der letzten Woche einen zweiten iPOD Touch 5g gekauft – Nobel geht die Welt zugrunde… Das nächste Video ist etwas länger und hier gehen die Macher auch etwas auf den Video-Schnitt ein. Aber gerade hier ist noch unendlich viel Potential für bessere Tonspuren. Aber es ist ja auch nur ein einfaches Intro!

 

Wer mit mehr als einem RODE SmartLAV arbeitet und vielleicht auch noch die Tonspur aus einer Kamera behalten möchte, der sollte in Final-Cut-Pro-X ein so genannten „Multicam Editing“ durchführen. Dazu markiert man nach dem Import die Video-Clips die zusammen gehören und klickt einen der Clips mit der rechten Maustaste an. Es öffnet sich ein Kontext-Menü in dem man „Neuer Multicam-Clip…“. Nachdem man einen Namen vergeben hat wird der Clip erstellt und man kann ihn in die TimeLine seines Videos ziehen. Dort kann man den Clip dann bearbeiten, bis alle Tonspuren so sind wie man es sich vorstellt.

Wer sein Projekt als Surround-Projekt anlegt, der hat die Möglichkeit die einzelnen Stimmen frei im virtuellen Raum anordnen zu können.

Surround-Sound-Project

Multicam-Editing

 

Wer den ersten Screenshot ganz genau anschaut der sieht, dass dort von einer 48 kHz Samplingrate ausgegangen wird. Dies ist die beste Audio-Qualität die sich mit der RODE APP auf dem Smartphone oder iPOD erzielen lässt und diese Qualität sollte man auch einstellen! Während der Aufnahme sollten Blue-Tooth und WLAN übrigens ausgeschaltet sein. Wer ein Smartphone benutzt, der sollte es besser vor der Aufnahme in den Flugmodus bringen.

Noch ein kurzer Tipp: In einem solchen Mix sollte man WAV-Dateien verwenden weil diese eine feste Bitrate haben und sich damit praktisch keine Timing-Probleme ergeben. In der Vergangenheit habe ich schon mehrfach eine separate Tonspur im MP3-Format aufgenommen, die nach einigen Minuten nicht mehr vollständig synchron zum Bild lief. Solche Probleme kann man durch Nutzung des WAV-Formates weitgehend vermeiden.

Hier habe ich noch ein ganz nett gemachtes Review zum RODE SmartLAV:

 

Das RODE SmartLAV gibt es aktuell sehr günstig bei amazon.de zu kaufen: