Teneriffa 2014/15 – Vater und Sohn Urlaub

Tag 16 – 26. Dezember – 2. Weihnachtstag

Für den zweiten Weihnachtstag haben wir uns kein großes Programm vorgenommen. Nach dem Frühstück geht es einfach hinunter nach Puerto de la Cruz. Wir fotografieren etwas am Strand und hoffen darauf bei den Surfern das eine oder andere gute Foto machen zu können.

Gegen Mittag laufen wir zum nahegelegenen Café de Paris und gönnen und dort eine ganz ausgezeichnete Pizza mit einem leckeren Kaltgetränk. Während wir dort sitzen und essen kommt ein Musiker mit einer Geige die einen elektrischen Tonabnehmer hat. Er geigt fast eine halbe Stunde lang zu einer Karaoke-CD einen Klassiker nach dem anderen herunter. Ich kenne diese Lieder alle, denn damals als meine Eltern hier im Urlaub waren, wurden diese Lieder von einigen Indianern auf Planflöten gespielt. Mein Vater hat damals eine CD gekauft und sie nach dem Urlaub viele Monate lang daheim rauf und runter gehört.

Nach der Pizza fotografieren wir eine zweite Runde und machen uns dann auf dem Rückweg zum Hotel. Ich bin jetzt mehr als zwei Wochen hier und heute wäre es mal Zeit meine schwarze Wäsche zu waschen. Während ich hin und her flitze vergnügt sich mein Sohn zusammen mit anderen jungen Gästen in der WiFi-Zone. Früher gab es eine „Kinderecke“, heute gibt es die WiFi-Zone 🙂

Abends packen wir dann unsere Sachen und bereiten uns auf die Wanderung vor die wir mit Karin und Wolfgang für den kommenden Tag vereinbart haben.

Tag 17 – 27. Dezember – Wandern im Anaga-Gebirge

Es ist Samstag und wir haben uns mit unseren Freunden Karin und Wolfgang zum Wandern im Anaga-Gebirge verabredet. Mit meinem Facebook-Freund Frank, der seit rund 17 Jahren ganz in der Nähe unseres Hotels auf Teneriffa lebt, habe ich mich via Facebook verabredet. Wir treffen uns um kurz nach 8h vor dem Hotel und haben auf dem Weg nach Santa Ursula etwas Zeit uns etwas kennenzulernen. Dort treffen wir uns um 9h mit Karin und Wolfgang. Der wuselige kleine süße Hund Simba ist mit von der Partie.

Karin & Simba - Olympus OM-D E-M1 & Leica/Panasonic Nocticron 1,2/42,5mm

Mit zwei Autos geht es über die Autobahn in Richtung La Laguna. Kurz hinter dem großen Hinweisschild „ANAGA“ verlassen wir die Autobahn und folgen der Beschilderung in Richtung „Las Mercedes“. Auf engen kurvigen Straßen geht es weiter in Richtung Norden. Immer wieder haben wir famose Ausblick hinunter zum Meer. Nach etwa 60 Minuten ist der Ort Taganana ausgeschildert. Wir folgen der Beschilderung uns sind einige Kilometer später schon am Meer. Vorbei am Roque de las Bodegas geht es weiter bis nach Benijo. Dort umrunden wir das Restaurant „El Fronton“, das übrigens ein echter Geheimtipp ist!

Kurz darauf geht die Straße in eine recht gut befahrbare Schottenpiste mit betonierten Abschnitten über. Hier sieht es aus wäre die Welt zu Ende, aber es geht noch einige Kilometer weiter. Bereits im vorletzten Jahr habe ich diese Straße gemeinsam mit meiner Freundin Sandra erkundet. Sie hat damals eine ziemliche Krise bekommen, weil die Straße über weite Strecken sehr schmal ist und nur ein Auto darauf passt. Außerdem geht es gleich neben der Straße einige hundert Meter steil bergab. Wer hier nicht aufpasst wird sehr wahrscheinlich in seinem Auto zu Tode kommen.

Living on the Edge - Olympus OM-D E-M1 & Leica/Panasonic Nocticron 1,2/42,5mm

An mehreren Stellen ist einiges an Geröll die Berghänge heruntergekommen. Aber irgendwer hat den Weg schon wieder frei geräumt. Nach etwa 10 Minuten erreichen wir einen winzigen kleinen Ort und mein Beifahrer Frank ist völlig überrascht, dass es hier noch Häuser gibt. Nun wohnt er schon mehr als 17 Jahre auf Teneriffa und war noch nicht einmal hier. Als wir einen halbwegs ungefährlichen Parkplatz gefunden haben ziehen wir unsere dicken Wanderstiefel an, schnappen uns Proviant und Wanderstäbe und machen uns auf den Weg.

In meinem Rucksack sind drei Falschen Wasser zu je 330ml. Mein Sohn Leon hat ebenfalls drei Flaschen dabei. Im Hotel haben wir uns für jeweils 3,- Euro ein Lunchpaket machen lassen. Einmal mit Wurst und einmal vegetarisch für meinen Sohn Leon.

In meinem Fotorucksack habe ich heute die Olympus OM-D E-M1 und vier Panasonic Objektive mit den Brennweiten 7-14mm, 12-35mm, 35-100mm und das 1,2/42,5mm Panasonic|\Leica Nocticron. Außerdem habe ich einige Graufilter sowie farbige Verlaufsfilter dabei. Am Ende des Tages wird es wieder alles viel zu viel sein und bis auf den Polfilter werde ich keinen anderen Filter benutzt haben. Für den Anfang setze ich das ganz hervorragende Panasonic 2,8/12-35mm (24-70mm im FX-Format) an meine Olympus. Den Bildstabilisator des Objektives schalte ich aus, denn die Olympus hat eine eingebaute 5-Achsen Stabilisierung die ganz hervorragend funktioniert.

Unsere Wanderung führt uns nach einigen Metern zu einer kleinen Treppe die bei den letzten Unwettern einfach weggerissen wurde. Aber irgendjemand hat schon einen kleinen „Umweg“ platt angelegt und so geht es weiter über einen Küstenweg mit viel Geröll. Trittsicherheit ist hier das oberste Gebot. Auf der linken Seite geht es fast immer steil bergab und der Wanderweg ist kaum einen halben Meter breit. Noch wandern wir im Schatten der Berge. Als wir unsere Autos verlassen haben, zeigte das Thermometer 19°C. Es ist sehr angenehm und ich bin ganz froh, dass ich meine warme schwarze Fleece-Jacke dabei habe. Der Wanderweg geht immer wieder steil auf und ab, es ist ziemlich anstrengend. Irgendwann können wir unser Ziel schon sehen und es ist frustrierend zu sehen wie viel tiefer es gelegen ist. Insgeheim hadere ich mit meinem Schicksal und frage mich warum ich diese Quälerei auf mich nehme. Inzwischen ist auch die Sonne herausgekommen und uns allen steht der Schweiß auf der Stirn.

Als wir in Las Palmas ankommen bin ich überrascht wie niedlich und idyllisch es hier ist. Es scheint hier sogar noch einige Bewohner zu geben. Wir treffen auf drei junge Spanier die den Sonnenschein genießen und ein Gläschen Rotwein trinken. Sie haben einen Esel und der ist sicher eine unglaubliche Hilfe wenn es darum geht die Dinge des täglichen Lebens hierhin ans Ende der Zivilisation zu transportieren.

Living on the Edge #2 - Olympus OM-D E-M1 & Leica/Panasonic Nocticron 1,2/42,5mm

In einer schönen alten Ruine machen wir Mittagspause. Nun ist auch Zeit für einige neue Starfotos von Simba, dem wunderbaren kleinen Hund von Karin und Wolfgang.

Auf dem Rückweg nehmen wir eine etwas andere Route. Es geht steil bergauf und der Weg ist kaum als solcher zu erkennen. Nach etwa 30 Minuten treffen wir wieder auf unseren „Hinweg“. Mein Freund Wolfgang hat auch heute sein GPS dabei. Als wir schließlich an unseren Autos eintreffen können wir auf diesem GPS ablesen, dass wir etwa 8 Kilometer gelaufen sind und dabei 360 Höhenmeter überwunden haben, bergab und wieder bergauf wohlgemerkt!

Auf den letzten Metern unserer Wanderung hat Wolfgang zwei junge Frauen aus Finnland aufgegabelt und ihnen angeboten, dass wir sie im Auto mit zurücknehmen. Sie haben eine Appartement in dem winzigen Dörfchen zwischen Tagananna und Benijo gemietet. Nachdem wir uns bekannt gemacht haben fahre ich mit Frank auf dem Beifahrersitz und Helmi und ihrer Freundin zum Fischrestaurant meines Vertrauens. Hier war ich jetzt schon oft, zuletzt mit meiner Freundin Sandra vor etwa einer Woche.

Bei gegrilltem Fisch mit viel Knoblauch haben wir Zeit etwas mehr von Helmi und ihrer Freundin deren Namen ich leider vergessen habe zu erfahren. Sie sind Musiklehrer, Helmi spielt Klavier ihre Freundin Cello. Helmi hat zwei Jahre in Barcelona studiert und spricht daher sehr gut Spanisch. Als sie meinen Sohn fragen ob er Englisch spricht erwidert er selbstsicher „Yes of course!“. Ich grinse ganz tief in mich hinein, aus Kindern werden Leute und nun sitze ich hier mit meinem Sohn und wir sprechen hier mit zwei Frauen aus Finnland über das Leben, das Universum und den ganzen Rest, das ist sehr cool! Nach fast zwei Stunden heißt es schließlich „Macht’s gut und danke für den Fisch!“. Zuvor müssen wir natürlich noch die Rechnung begleichen. Hier auf den Kanaren ist wie beispielsweise auch in den USA üblich, dass die Gruppe alles bezahlt und später unter sich ausmacht wer welchen Teil übernimmt. Auf der Rechnung stehen rund 135,- Euro für 7 Personen, inkl. Trinkgeld sind wir damit bei rund 140,- Euro. Dafür gab es Salat, Brot mit Mojo-Sauce, Gambas in heißem Knoblauch-Öl, Papas Arugadas und Zackenbarsch bis zum Abwinken, da sind rund 20 Euro pro Nase ganz ok.

Es geht zurück nach Puerto de la Cruz. Es ist schon spät und die Sonne steht tief. Etwa auf halber Strecke zwischen Taganana und Las Mercedes ziehen oben auf dem Pass dicke Nebelschwaden von Santa Cruz herauf. Im warmen Gegenlicht der untergehenden Sonne sieht das einfach nur gut aus und ich wäre ich nicht so hundemüde, ich würde jetzt sofort aussteigen und meine Kamera zücken. Aber es gibt Tage an denen kann man einfach nicht mehr fotografieren und das ist auch ganz gut so.

Im Hotel möchte Leon, obwohl er eigentlich total satt ist, noch ein letztes Mal ein paar Papas Arugadas mit Mojo Sauce essen. Kein Problem, also ab ins Restaurant. Eine der Kellnerinnen sticht aus der Menge der wirklich freundlichen Mitarbeiter des Hotels heraus. Sie winkt und grüßt uns und heute bekommen wir sogar zwei große Gläser Bier geschenkt, was für ein Service.

Zurück auf unserem Zimmer bin ich sehr schnell im Bett verschwunden während mein Leon noch in der WiFi Ecke sitzt und sich von einigen jungen weiblichen Gästen verabschiedet. Irgendwann bekomme ich noch kurz mit wie er seinen Koffer packt, aber ich bin so müde, dass ich es kaum bemerke.

Tag 18 – 28. Dezember – Leon reist ab

Am nächsten Tag heißt es dann um 7h aufzustehen. Heute darf ich mal liegenbleiben während mein Leon eine halbe Stunde lang das Badezimmer mit Beschlag belegt. Gegen 8h sind wir dann ein letztes Mal beim Frühstück. Weil wir Sonntag haben ist die Autobahn wunderbar leer und die 90 Kilometer bis zum Flughafen spulen wir in Rekordzeit ab.

El Varadero #4 - Olympus OM-D E-M1 & Panasonic 2,8/35-100mm

Dabei halte ich mich allerdings streng an die Geschwindigkeitsbeschränkungen. Die Strafen können hier mitunter drakonisch ausfallen. Von Frank habe ich erfahren, dass in letzter Zeit häufig aus einem silbernen Citroen geblitzt wird. Wolfgang und Karin haben mir erzählt, dass hier für falsches Parken oder das Überfahren einer durchgezogenen Linie auch schon mal 200 – 300 Euro fällig werden. Zahlt man sofort oder innerhalb von 14 Tagen so gibt es 50% Rabatt, das ist hier fast so schlimm wie in der Schweiz…

Am Flughafen klappt alles reibungslos, bis die junge Familie vor uns einchecken will. Sie haben die Plätze 1A und 2B reserviert, wohin ihr Baby soll ist unklar. Es gibt ein ziemliches hin und her und die Mitarbeiterin der Fluggesellschaft ist etwas überfordert. Es wird telefoniert und schließlich kann ein Kollege helfen. Mein Sohn ist nach einigen Momenten eingecheckt und nach einer letzten Verabschiedung verschwindet er in Richtung Sicherheitskontrolle.

Auf dem Weg zum Auto fällt mir auf, dass ich in meiner Geldbörse lediglich einen einzigen 50 Euro schein übrig habe. Alles was ich an Kleingeld hatte habe ich irgendwann an einem der letzten Tage als Trinkgeld gegeben. Mit dem 50er kann ich meinen Parkschein nicht bezahlen. Etwa in der Mitte des Terminals gibt es einen Laden der auch deutsche Zeitungen im Angebot hat. Dort kaufe ich für 5,90 Euro den aktuellen „Spiegel“ und mache mich bewaffnet mit etwas Kleingeld auf den Weg zum Parkscheinautomaten. Heute kostet es 1,60 Euro, Parken kann man hier recht preiswert.

Im Auto bin ich etwas gefrustet, es fühlt sich so an wie vor einer Woche als meine Freundin Sandra abgereist ist. Ich bin nun ganz allein auf Teneriffa und das noch knapp zwei Wochen lang. Da tut es gibt zu wissen, dass es hier viele nette Leute wie Frank, Karin oder Wolfgang gibt mit denen man abends mal essen gehen oder sich zum Bier verabreden kann.

El Varadero #3 - Olympus OM-D E-M1

Kaum auf der Autobahn biege ich instinktiv gleich wieder in Richtung El Medano ab. Mir ist in den Sinn gekommen, dass ich bei der Surferbude „Flashpoint“ etwas wirklich gutes Essen und trinken könnte. Aber daraus wird leider nichts, denn es ist Sonntag, die Sonne scheint und ich finde im Umkreis von rund 3 Kilometern einfach keinen legalen Parkplatz. Seitlich auf der Straße parken will ich nicht, zu präsent sind die Horrorgeschichten bezüglich der Bußgelder. Also beschließe ich nach El Varadero zu fahren. Dieses kleine einst illegal gebaute Fischerdorf erreicht man sehr einfach über die Ausfahrt „Barranco Hondo“. Man muss nur der winzigen schmalen Straße folgen die steil zum Meer hinunter führt. Dort fotografiere ich einige Stunden lang mit meiner Olympus OM-D E-M1. Endlich probiere ich mal die neuen Filter an meinem Nocticron Objektiv aus. Und irgendwann überkommt es mich und ich montiere erstmals meinen neuen Filterhalter an das Panasonic 7-14mm Superweitwinkel-Objektiv. Diesen Filterhalter habe ich vor einigen Wochen bei Helge Süß in Österreich bestellt. Helge hat in Eigenregie dieses Objektiv vermessen und mit einem 3D Drucker einen Prototypen für diesen Filterhalter erstellt.

Nach der Optimierung hat er dann einie kleine Serie professionell gemachter Filterhalter gießen lassen. In einem Olympus-Forum bin ich auf ihn gestoßen und habe sehr unkompliziert ein Exemplar dieses Filterhalters zum Preis von etwa 70,- Euro bei ihm kaufen können.

In diesen Filterhalter schiebe ich heute erstmals meinen nagelneuen und leider sündhaft teuren 15x15cm großen ND-1000 Graufilter hinein. Dieser Filter ist auf einer Seite mit ganz dünnem Moosgummi beklebt. So sitzt er perfekt und fest im Filterhalter und es kann auch kein Streulicht eindringen.

El Varadero #2 - Olympus OM-D E-M1 & Panasonic 7-14 & ND1000 ND-Filter

Die Olympus OM-D E-M1 kommt mit diesem Filter mehr als gut zurecht. Der hervorragende elektronische Sucher zeigt damit ein tolles Sucherbild und spätestens jetzt bin ich froh, dass diese Kamera keinen herkömmlichen Sucher inkl. Spiegel und Pentaprisma hat. Die Sonne steht hoch und es ist inzwischen bei etwa 27 °C brütend warm. Ich fotografiere hier und dort und probiere die neuen Features der Olympus aus mit denen man sehr schöne Langzeitbelichtungen erstellen kann. Gern würde ich ja sehr nah ans das Wasser heran, aber die Felsen sind voller Algen und überaus glitschig. Auch wäre es toll die Kamera in eine sehr niedrige Position bringen zu können um den dramatischen Weitwinkel-Effekt auch so richtig einsetzen zu können. Aber es ist heiß wie in der Hölle und meine schwarze Jeans klebt förmlich an den Beinen, wenn ich jetzt in die Hocke gehe, wird sie mit großer Sicherheit einfach zerreißen.

El Varadero #1 - Olympus OM-D E-M1 & Panasonic 7-14 & ND1000 ND-Filter

Merke: Wer bei warmem Wetter fotografiert sollte kurze Hosen tragen, denn das erleichtert die Bewegungsfähigkeit ganz ungemein. In meinen Videos zum Thema „Fotografieren bei Nacht“ habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass warme Kleidung nachts viel wichtiger als eine teure Kamera ist. Heute ist es ganz ähnlich, nur muss heute die Kleidung so leicht wie möglich sein, weil man sonst einfach die Kamera nicht so einstellen kann wie man es eigentlich bräuchte.

Zurück am Hotel schaue ich mir die Beute des Vortages und die Fotos aus El Varadero an. Einige wenige Fotos meiner heutigen Fotosession sind ganz brauchbar, die Fotos unserer Wanderung im Anaga-Gebirge sehen auch wirklich gut aus. Könnte man mit dem kleinen Chip der Olympus OM-D E-M1 nachts gut die Sterne fotografieren, so könnte ich meine Nikon D800E mit dem schweren 2,8/14-24mm Superweitwinkel im nächsten Jahr einfach mal daheim lassen…

Den Rest des Tages verbringe ich damit meine Fotos zu sichten und diesen Artikel für meinen BLOG zu schreiben.

Morgen geht es um 10h gleich weiter. Bekannte meines Freundes Wolfgang möchte ein paar schöne Portraits haben und würden sich gern in der Ruine des „Casa de Dios“ ablichten lassen. Vielleicht kann ich mein schönes Nocticron Portrait-Objektiv morgen mal so einsetzen wie es eigentlich gedacht ist 🙂

Nikon 1 V3 – Fotopraxis

Fish Eagle Portrait - Nikon 1 V3 & AF-S VR 70-300mm

Als Nikon das neue 1er System vorgestellt hat, ist dies irgendwie weitgehend an mir vorbei gegangen. Damals war ich gerade voll auf dem FX-Trip, nichts konnte groß und schwer genug sein, warum also eine Kamera mit einem kleinen Chip im CX Format kaufen?

Doch als ich eine Weile später zum ersten Mal eine schwarze Nikon 1 V1 in Händen hielt keimte dann doch die Neugierde in mir auf. Nach und nach habe ich dieses sehr eigenständige und neuartige Kamerasystem für mich entdeckt und erobert. Nun ein paar Jahre später habe ich alle Objektive die Nikon für dieses System anbietet. Ich habe eine Nikon 1 V1 die inzwischen auf Infrarot 700nm umgebaut ist, ich habe eine Nikon 1 J2, eine 1 V2 und seit einigen Wochen auch die 1 V3.

Eigentlich wollte ich die Nikon 1 V3 nicht kaufen, weil sie einfach zu teuer ist. Klar hat diese Kamera einige tolle Features, aber einige wichtige Features hat sie eben nicht, diese wurden meiner Meinung nach gezielt weggelassen um teurere ertragreichere Kameras nicht auszustechen. Es gibt einiges was an dieser wirklich total nervt. Dazu gehört beispielsweise, dass ich weder das GPS noch das zusätzliche Blitzlicht nutzen kann wenn der elektronische Sucher montiert ist. Es nervt, dass ich den Handgriff komplett abschrauben muss wenn ich die Batterie wechseln will. Bei meiner Olympus OM-D E-M10 habe ich auch einen zusätzlichen Handgriff, dieser ist aber mit einem pfiffigen Schnellverschluss versehen und ist eben so blitzschnell ab- wie wieder anmontiert. Warum kriegt man sowas bei Nikon nicht hin?

Dass ich diese Kamera dann doch gekauft habe lag an einem extrem guten Angebot des Nikon Service-Point München. Dort hat man via eBay ein Vorführmodell in neuwertigem zustand inkl. Sucher, Handgriff und 10-30mm PD Objektiv zum Preis von 700 Euro angeboten. Das ist meiner Meinung nach genau der Preis den diese Kamera auch wert ist. Der Listenpreis in Höhe von 1249,- Euro ist meiner Meinung nach angesichts der fehlenden Features und der unglaublich schlechten „Play Memories“ WiFi-App für iOS und Android einfach nicht zu rechtfertigen. Grund Nummer 2 diese Kamera zu kaufen war, dass mit dem neuen 1 Nikkor 70-300mm ein kompaktes, ausreichend lichtstarkes Teleobjektiv auf dem Markt ist. Dieses Objektiv schlägt zwar mit 1049,- Euro ein kräftiges Loch in die Portokasse, aber man erhält im Gegenzug ein Objektiv, dass viel weniger als ein 28-70mm FX Zoom wiegt und einer FX Brennweite von 189-810mm entspricht, das ist schlichtweg einzigartig!

Nikon_1_V3_70_300

Angesichts der exorbitant hohen Preise für einige der Nikon 1 Objektive ist es total unverständlich, dass man häufig die wichtigen und sinnvollen Streulichtblenden separat erwerben muss. Beim 70-300mm ist zum Preis von rund 1.050,- Euro eine Steulichblende enthalten, das sollte bei allen Objektive so sein!

Um Gegensatz zu ALLEN Nikon Objektiven die sich via FT-1 Adapter an die Nikon 1 anschließen lassen, wird der sehr gute Autofokus der Nikon 1 nur mit diesem Telezoom vollständig unterstützt. Damit sind in Verbindung mit der rasanten Serienbildgschwindigkeit der Nikon 1 extrem schnelle „Verfolgungsjagden“  wie diese hier möglich, ein echtes Alleinstellungsmerkmal dieses Systems!

Eagle versus Nikon 1 V3

Auch nervt es mich total, dass die Kamera sich nicht merkt ob der Augensensor abgeschaltet ist oder nicht. Nutzt man die Kamera auf einem Stativ, hat das Display im Winkel von ca 45° abgekappt und will mit dem Finger auf den eigentlich sehr guten Touch-Display einen Fokuspunkt setzen, so schlägt der als Voreinstellung aktive Augensensor immer wieder zu. Das Display schaltet sich ab und man sieht nichts mehr, arg… Selbst wenn man nah an der Kamera steht schaltet sich das Display immer mal wieder ab. Jedes mal muss man seitlich den Knopf am eigentlich extrem guten elektronischen Sucher drücken um dieses Verhalten der Kamera zu ändern. Sie merkt sich die ISO-Einstellung, oder die Serienbildgschwindigkeit, warum nicht auch ob der Augensensor aktiv ist oder nicht?

Zur Ehrenrettung der Nikon 1 V3 sollte man erwähnen, dass sich andere Systemkameras mit Augensensor leider genauso verhalten. Aber das ist für mich kein Grund es nicht besser zu machen.

Gleiches gilt für den Selbstauslöser! Bei meiner Panasonic GH3, GX7, GM1, oder der Olympus OM-D E-M10, EM5 und EM1 kann ich eine Auslöseverzögerung einstellen. Das wirkt wie ein Selbstauslöser, aber die Kameras merken sich diese Einstellung. So kann man die Kamera auch ohne Infrarot-Auslöser in Verbindung mit einem Stativ erschütterungsfrei auslösen. Warum kann die Nikon 1 das nicht?

Aber genug geschimpft… Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit ein paar Stunden bei wirklich bedecktem Himmel im Opel Zoo in Kronberg im Taunus zu fotografieren und zu filmen. Dabei ist das folgende kurze Video entstanden. Ich habe dabei fast ausschließlich mit dem neuen 1 Nikkor AF-S VR G ED 4,5-5,6/70-300mm gefilmt.

Mit dem 1 Nikkor 70-300mm im Opel Zoo

Ein paar Tage später war ich am Wochenende mit meiner Nikon 1 und einige Objektiven unterwegs. Die Wartezeit auf den Sonnenuntergang habe ich genutzt um ganz spontan in meinem Auto mit dem HTC ONE (M8) dieses Video aufzunehmen.

Fotopraxis mit der Nikon 1 V3

Nur ein paar Tage später habe ich zusammen mit meiner Sandra unseren Freund Mirko Mochetti in seinem Café Fahrtwind in Hönningen in der Eifel besucht. Das Wetter war schön und unsere Mädels haben sich spontan bereit erklärt die Gäste des Cafés zu versorgen, so dass wir zum Sonnenuntergang noch eine halbe Stunde fliegen konnten. Im Kofferraum meines Autos hatte ich noch die Fotoausrüstung vom vorherigen Video. Da es im Cockpit der Aerosol Dynamic WT9 sehr beengt zugeht, habe ich das wunderbar kompakte AF-S VR 10-100mm (entspricht 27-270mm im FX-Format) an meine Nikon 1 V3 montiert und ausschließlich mit diesem Objektiv spontan das folgende Video gefilmt.

Sunset Flight mit 10-100mm (non PD)

Das 10-100mm ist nicht besonders lichtstark und so musste die ISO-Automatik meiner Nikon 1 V3 bei den letzten Sequenzen, die etwa 60 Minuten nach Sonnenuntergang gefilmt wurden, einfach alles geben. Teilweises hat die Kamera bis zu ISO-3200 einstellen müssen, was man im Video auch ganz deutlich sehen kann. Hier wäre bspw.  eine Nikon D750 ganz klar im Vorteil, weil sie statt 1/100s 1/25s als längste Belichtungszeit im Video-Modus ermöglicht. Statt mit ISO 3200 hätte also eine Nikon D750 mit lässigen ISO 800 filmen können…

Das folgende Foto habe ich mit dem 10-100mm bei 10mm Brennweite und vollständig geöffneter Blende aufgenommen. Die Vignettierung habe ich bei der RAW-Konvertierung hinzugefügt. Das Klappdisplay der Nikon 1 V3 erlaubt herrlich tiefe Perspektiven ohne, dass man sich umständlich verrenken muss, das ist wirklich toll!

Sunset flight #1 - Nikon 1 V3 & AF-S VR 10-100mm (non PD)

Hier ist noch ein Bild das am ausgestreckten Arm entstanden ist, dazu habe ich das Display im Winkel von 90° nach unten geklappt.

Sunset flight #6 - Nikon 1 V3 & AF-S VR 10-100mm (non PD)

Zusammenfassung

Wer sich auf eine Nikon 1 V3 einlässt muss wirklich tief in die Tasche greifen und sich mit fehlenden Features und teilweise nervigem Verhalten der Kamera abplagen. Aber dennoch kann diese Kamera viel Spaß machen. Das liegt im wesentlichen daran, dass sie wunderbar leicht und kompakt ist. Der Look der Bilder erinnert stark an das analoge Zeitalter. Die Fotos sehen so aus wie ein sehr gutes 35mm Dia, das mit einem herausragend guten Scanner digitalisiert wurde. Der Dynamik-Umfang der Nikon 1 V3 ist deutlich geringer als bspw. bei der Nikon D750 oder D800, aber er ist im Grunde genommen noch groß genug. Hier habe ich ein Beispielfoto das ich aus zwei Bilder mit 1.0 EV Unterschied aufgenommen habe. Dass ich dabei ein Stativ benutzt habe sollte klar sein… Via DRI-Technik habe ich diese beiden RAW-Bilder zu diesem sehr kontrastreichen Gegenlicht-Foto verarbeiten können. Es ist alles drin, keine zugelaufenen dunklen Bildbereiche und keine ausgefressenen Lichter. So sollte es sein und so ist es mit der Nikon 1 V3 trotz des kleines Chips und der winzigen Pixel auch machbar!

Nikon 1 V3 - DRI Test

Das fehlende BKT-Feauture, also die automatische Erstellung von Belichtungsreihen kann man umgehen, in dem man die Nikon 1 V3 auf einem stabilen Stativ positioniert, alles auf M wie Manuell stellt und dann eine Belichtungsreihe aufnimmt, bei der man mit dem hinteren Wählrad die Belichtungszeiten variiert. Ist das Stativ stabil genug und das Motiv statisch genug, so sind Fotos wie dieses hier gar kein Problem.

Nikon 1 V3 - HDR Test

Ausblick

Alles in allem bin ich mit der Nikon 1 V3 ziemlich happy und ich werde sie im Dezember für vier Wochen mit nach Teneriffa nehmen. Für nächtliche Aufnahmen der Milchstraße wird aber zusätzlich die Nikon D800E samt AF-S 2,8/14-24mm in den Rucksack wandern. Und für den „einfachen Fotoalltag“ werde ich diesmal die Olympus OM-D E-M1 einpacken. Sie ein paar Tagen habe ich einen sehr coolen Filterhalter für das Panasonic 7-14mm Extremweitwinkel, sowie einige passende Grau- und Verlaufsfilter. Schon heute freue ich mich sehr darauf mit dieser Kamera an den Stränden von Teneriffa schöne Abendstimmungen bei langen Belichtungszeiten einzufangen. Ab dem 12. Dezember wird es hier und bei flickr.com viele neue Fotos zu sehen geben.

Photokina 2014 – Top oder Flop?

Mit dem Siegeszug der Digitalfotografie konnten sich die Kamera-Hersteller über viele Jahre hinweg über stetig steigende Umsatzzahlen freuen. Doch diese fetten Jahre sind inzwischen vorbei. Der Markt ist gesättigt, in fast jedem Haushalt schlummert eine moderne digitale Kamera und wartet auf Motive die oft über Monate hinweg nicht kommen wollen. Viele potentielle Kunden verwenden ihre teure Kamera nur im Urlaub und interessieren sich ansonsten nicht weiter für die Superlative welche die Kamerahersteller immer wieder durch ihre Marketing-Abteilungen an die Presse weiterleiten lassen.

Vor diesem Hintergrund war die Photokina 2014 ein von vielen Herstellern mit Spannung erwartetes Event. Ob die Erwartungen erfüllt wurden und welche Tops und welche Flops es gab wollen wir uns hier kurz anschauen.

Meine Liste ist natürlich nicht vollständig und von meinen persönlichen Vorlieben geprägt. In den letzten Tagen habe ich lange hin und her überlegt ob ich überhaupt etwas zur Photokina schreiben soll. Dann hatte ich die Idee eine „Liste der Innovationen“ hochzuladen, die nichts als eine schwarze Bitmap enthalten sollte. Aber ganz so schlimm war es dann ja doch nicht…

Nikon D750

Nun ist sie da, aber braucht die Welt diese Kamera wirklich? Mit der D750 schiebt Nikon eine weitere Vollformatkamera in die Lücke zwischen D610 und D810.

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Technisch ist sie auf dem aktuellsten Nivea, sie kann alles was man sich nur wünschen kann, sie ist schnell, hochwertig verarbeitet, fühlt sich gut an und liefert tadellose Ergebnisse. Preislich ist sie knapp unterhalb der D800 angesiedelt und es gibt neben Wifi endlich ein schwenkbares Display. Bei Olympus, Panasonic & Co gibt es dieses Features schon seit Jahren und hier hat Nikon endlich etwas nachgeliefert was längst überfällig war. Allerdings wird man angesichts der Nikon APPs für iOS und Android am neuen Wifi-Feature nur wenig Freude haben. Das können die Wettbewerber beispielsweise bei Panasonic und Olympus bislang eindeutig besser. Hier sollte Nikon schnellstens nachbessern!

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Bei der D750 hat Nikon im wesentlichen Detailarbeit geleistet, wirkliche Innovationen sucht man vergeblich. Wem das Erlebnis des Fotografierens mit einem etwas größeren griffigen Kamerakorpus gleichgültig ist, der wird mit einer Nikon D600 oder D610 zum deutlich niedrigeren Preis die gleichen Ergebnisse erzielen.

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Der Korpus der Kamera besteht aus robustem Magnesium, eine Innovation ist es nicht, aber es ist eben kein billiges Polycarbonat…

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Die Detailarbeit macht sich bei den Video-Modi bemerkbar. Wer allerdings auf Support für 4K Videos gehofft hat wird enttäuscht sein. Was es bei der Panasonic GH4 schon seit Monaten gibt, sucht man bei der deutlich teureren Nikon D750 vergeblich. Aber die Framerates erlauben endlich die Flexibilität die man sich in einem Setup mit mehreren Kameras wünscht. Ich ärgere mich immer wieder, dass die Olympus OM-D EM-1 zum Preis von 1.500 Euro für den Korpus lediglich mit 30 B/s in 1080p filmen kann. Wo ist das Problem der Kamera auch 25 und 24 Bilder pro Sekunde beizubringen? Beim Videoschnitt ist es immer wieder mehr als ätzend wenn man einen Film aus Sequenzen zusammenstellen muss die mit unterschiedlichen Framerates aufgenommen wurden.

Bei ruhigen Szenen ist es kein Problem aber sobald Objekte gefilmt werden die sich mit kontinuierlicher Geschwindigkeit bewegen gibt es im fertigen Film bei unterschiedlichen Bildraten eine sehr unangenehmes Rucken. Der Grund ist so einleuchtend wie einfach. Zwar können moderne Schnittprogramme mit allen Arten von Framerates umgehen, aber sie lassen sich eben nicht so einfach konvertieren. Fügt man eine Sequenz die mit 30 B/S aufgenommen wurde in ein Videoprojekt ein das auf 25 B/s basiert, so müssen einzelne Frames/Bilder ausgelassen werden. Dass das Ergebnis nicht mehr flüssig läuft ist klar. Fügt man einen Clip mit 24 B/s in ein Projekt ein das auf 30 B/s basiert so müssen einzelne Bilder mehrfach angezeigt werden um von 24 auf 30 B/s zu kommen. Das Ergebnis ist in den meisten Fällen nur wenig zufriedenstellend.

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Aus diesem Grund ist es keine wirklich gute Idee Clips aus einer Nikon D7000 (24 B/s) mit Clips aus einer Olympus OM-D EM-1 (30 B/s) zu mischen. Kommt noch eine Kamera wie die Panasonic GM1 hinzu, die fest mit 25 B/s filmt, wird es nicht besser… Ich habe nur wenig Verständnis für diese Politik der Kamerahersteller. Wenn man einer Kamera für 1500 Euro einen Video-Modus spendiert, dann sollte der Anwender auch zwischen 24, 25 und 30 B/s wählen können. Wenn eine Kamera wie die D750 darüber hinaus 50 und 60 B/s im Angebot hat, so ist das mehr als begrüßenswert für alle die mal eine schöne Zeitlupe in ihr Videomaterial integrieren möchten. Hier hat endlich mal jemand mitgedacht…

Das schwenkbare Display der D750 ist recht praktisch sobald Motive aus ungewöhnlichen Positionen fotografiert werden sollen. Das Problem dabei, man kann dieses Feature nur im Live-View Modus nutzen und ist dann auf die Arbeit mit dem langsamen Kontrast-basieren Autofokus angewiesen. Eine Freude ist das nicht und auch hier sind Systemkameras wie beispielsweise eine Olympus OM-D EM-1 deutlich im Vorteil!

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Alles in allem ist die Nikon D750 eine grundsolide Vollformatkamera die alles kann was man als sich als Foto-Amateur wünschen kann. Die Bildqualität ist exzellent und das erprobte durchdachte Bedienkonzept noch immer wegweisend.

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Einen echten Meilenstein wie bei der Nikon D2x oder der D3 hat Nikon mit der D750 aber nicht abgeliefert. Nichts an dieser Kamera ist schlecht, aber es ist eben auch nichts revolutionär. Und genau das wird das Problem sein. Warum soll man diese Kamera kaufen wenn man beispielsweise schon eine D700 hat?

Panasonic CM1

In den letzten Jahren haben Mobiltelefone schrittweise das Fotografieren und Filmen gelernt. In den Känguru-Chroniken wurde schon vor längerer Zeit ein Witz gemacht in dem das Känguru eine Kamera erfand mit der man auch telefonieren kann. Diesen Witz hat man bei Panasonic ernst genommen und mit der CM1 ist in einigen Wochen zum Preis eines iPhone 6 mit 128GB ein Android basiertes Smartphone mit revolutionär guter Kamera verfügbar. Wer von seiner kleinen Bridgekamera allerdings ein Zoom-Objektiv gewöhnt ist wird auch hier enttäuscht sein. Panasonic hat hier eine ganz ordentliches Weitwinkel verbaut, ein Objektiv das einem 28mm Kleinbild-Weitwinkel entspricht. Das ist ganz nett, aber auch nicht revolutionär.

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Lytro Illum V2

Die neue Lichtfeldkamera aus dem Hause Lytro ist nun endlich verfügbar. Vom Spielzeug-Flair des ersten Modells ist nichts geblieben. Die neue Lytro Ilum V2 sieht fast aus wie eine „normale Kamera“ und das ist auch gut so 🙂

In diesem Video wird sehr schön erklärt was an der Lytro Illum so besonders ist.

Diese Kamera ist aus meiner Sicht die einzige echte Innovation der diesjährigen Photokina in der Sparte der Kameras. Es ist dem Hersteller nur zu wünschen, dass dieses sehr ungewöhnliche Konzept gut aufgenommen wird. Spannend finde ich, dass es den Lytro Desktop nun auch für OS-X gibt und dass man damit kleine Film-Clips exportieren kann. So lassen sich die ungewöhnlichen Fotografien beispielsweise in ein YouTube-Video integrieren. Ein Konzept mit viel Potential von dem wir hoffentlich noch viel zu hören und zu sehen bekommen werden!!

JOBO GYROpod SP-1 und MD-1

In meiner Jugend kannte ich den Hersteller JOBO eher als Lieferanten von Filmentwicklungsdosen mit poppig roten Plastikdeckeln. Mit dem Niedergang der traditionellen Fotografie hat man bei JOBO reagiert und war in den letzten Jahren stets auf der Suche nach Nischen im prall gefüllten Fotoangebot. Nach den innovativen Gorilla-Pods gibt es nun die echt saucoolen GYROpod Stative. Die Dinger sind nicht ganz preiswert aber ein Knaller in Form und Funktion. Auf ein solches Gadget haben Amateurfilmer in aller Welt lange gewartet. Damit wird ein iPhone oder eine kleine Panasonic GM1 zur (fast) perfekten Steady-Cam.

Jobo-GyroPod-SP1

Leider ist die etwas größere Ausführung für „erwachsene“ Kameras mit einem Listenpreis von rund 700 Euro nicht ganz preiswert ausgefallen. Aber angesichts dessen was hier an Hightech drin steckt ist dieser Preis durchaus angemessen. Wem beim Filmen das Hantieren mit dem sperrigen Stativ auf den Geist geht, der liegt mit dem GYROpod MD-1 künftig genau richtig!

Jobo-GyroPod-MD1

Dieses System ist für mich der heimliche Star der Photokina 2014, es ist innovativ und bislang einzigartig – so sollten Produkte sein die auf einer Messe wie der Photokina vorgestellt werden.

Top oder Flop?

Meiner Meinung nach war die Photokina 2014 eher ein Flop. Der Markt ist mehr als übersättigt und echte Innovation ist auch in diesem Jahr absolute Mangelware.

USA-2014 – Wieder eine Reise ins Ungewisse – Teil 2

Das Wochenende ist nah und es ist Zeit für den zweiten Teil meiner Reportage zur USA-Reise im May 2014. In dieser Folge dreht sich alles um die Fahrt der Tahoe Queen auf dem Lake Tahoe und meinen ersten Tag in Idaho. Die zugehörigen Artikel aus meinem BLOG findet Ihr hier:

Im dritten Teil wird uns unsere Reise weiter zum Yellowstone National Park und nach Cody in Wyoming führen. Nach einigen Tagen geht es dann von Wyoming in Richtung Süden nach MOAB. Hier wird dann Teil 4 anschließen.

Während der Wochen in den USA war ich viel nachts unterwegs und habe recht viele Fotos auf denen der Sternenhimmel mit einigen schönen Strukturen im Vordergrund zu sehen ist. Diese Fotos sind eine wahre „Fundgrube“ und so habe ich in den letzten Tagen zwischen all der „Video-Bearbeiterei“ immer mal auf der Festplatte gesucht welche Fotos für eine Nachbearbeitung lohnend erscheinen. Die Ausbeute war gar nicht schlecht und drei Fotos habe ich bereits bei flickr.com hochgeladen. Die Resonanz auf das folgende Bild ist abermals überraschend gut. Das Foto hat es nach nur einem Tag in den „Explore“ geschafft, es ist also derzeit auf der Startseite von flickr.com zu sehen. Dieser Erfolg freut mich sehr und bestärkt mich in meinem Willen die Fotos nicht einfach unbeachtet auf der Festplatte altern zu lassen, sondern in den kommenden Wochen immer mal wieder zu schauen welche Schätze sich dort noch verbergen.

Moving in Circles around the Polar Star - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

 

Im zweiten Teil meines Videos gibt es auch ein Kapitel in dem es sich um den „großen Motivationsschub“ via flickr.com geht. Während meiner Nacht in den Alabama Hills bei Lone Pine sind auch die beiden folgenden Fotos entstanden.

Mobius Sky - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Nightsky over Alabama Hills - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

 

Alles in allem war für mich das sehr positive Feedback auf flickr.com das besondere Element der letzten Reise. Nie zuvor habe ich Foto ausgestellt die an nur einem Tag mehr als 20.000 mal aufgerufen wurden und mehr als 1.000 Favoriten „Sternchen“ einsammeln konnten.

Für dieses Feedback und die vielen privaten Nachrichten und Rückmeldungen möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich auch bei den Lesern dieses BLOG’s bedanken.

USA-2014 – Tag 27 – Grand Canyon

Als unser letzter Tag in Arizona anbricht sind wir von der Hitze der Nacht noch ziemlich fertig. Am Tag zuvor wies das Thermometer in der Spitze satte 33°C aus und da die Betten in den amerikanischen Motels fast immer direkt neben der Klimaanlage stehen, haben wir sie über Nacht ausgeschaltet um nicht krank zu werden. Außerdem rattern diese Dinger so unerträglich laut, dass ich dabei kaum schlafen kann.

Reichlich verschlafen geht es unter die Dusche und wie an jedem Morgen funktioniert das „Wunder des Wassers“ auch heute. Um kurz nach 8h sind wir auf dem Weg zum Denny’s, der etwas außerhalb der Stadt gegenüber des Golfplatzes gelegen ist. Hier bestellen wir uns ein leckeres Frühstück, wobei ich sagen muss, dass ich nach rund 4 Wochen in den USA dieses extrem reichhaltige Frühstück mit Kartoffeln, Ei, Speck und was es sonst noch alles gibt nicht mehr sehen kann. Ein zunehmen größer werdender Teil in mir sehnt sich nach einem ganz normalen Brötchen mit etwas Salat und Käse.

Grand Canyon #1

Die Mitarbeiter im Denny’s hier in Page sind heute nicht wirklich auf Zack. In Moab ging immer alles extrem schnell und professionell, hier erscheint das Team unterbesetzt und zudem unerfahren. Während wir sehr lange auf unser Essen warten steht sogar ein amerikanisches Paar auf und will das Restaurant wieder verlassen, weil es mit dem Essen so lange dauert. Doch schließlich wird alles gut und wir werden wieder mehr als satt. Auf dem Rückweg zum Hotel sehne ich trotzdem ein frisches knuspriges Brötchen mit Nutella herbei…

Das Ein- und Auspacken ist inzwischen zur Routine geworden und wir haben es voll drauf in kurzer Zeit alles vom Hotelzimmer in unseren großen Mietwagen zu verfrachten. Während ich die Zimmerschlüssel abgebe kontrolliert Sandra ein letztes Mal alle Ecken und Schubladen. In Moab im Adventure Inn hat sie ihr kleines Lieblingskissen vergessen, etwas ähnliches soll nicht noch einmal passieren. Das Kissen ist fast 40 Jahre alt und es hängen viele Kindheitserinnerungen daran. Der Versand nach Deutschland würde per Luftfracht etc. fast 100$ kosten. Und so sucht sie seit Tagen nach einer Möglichkeit ihr kleines Schmusekissen preiswerter zurückzubekommen.

Grand Canyon #2

Während Sandra also einen letzten prüfenden Blick durch unser Zimmer schweifen lässt, treffe ich an der Rezeption im Rodeway Inn den Mitarbeiter der mir im Jahr 2009 mein wirklich voll total allererstes Zimmer in den USA vermietet hat. Er erinnert sich noch an mich, denn ich war im Jahr 2010 und 2011 auch in diesem Motel. Wir unterhalten uns ein wenig und ich freue mich drauf ihn vielleicht im Jahr 2015 erneut zu treffen. Sehr krass ist, dass er sogar noch weiß, dass ich im Jahr 2009 das Zimmer mit der Nummer Two-Tow-One, also 221 bewohnt habe!

So gegen 10h machen wir uns schließlich auf den Weg nach Süden. Die Straße die vorbei am Horse Shoe Bend nach Süden führt ist seit mehreren Monaten wegen eines Erdrutsches gesperrt. Ich kann mir denken wo das Problem ist, es gibt einen kurzen Teil auf dem sich die Straße zwischen einigen Felsen hindurch schlängelt. Wenn hier ein Teil der Fahrbahn abrutscht geht wirklich gar nichts mehr. Aber es ist ja eine Umleitung (Detour) ausgeschildert. Es ist die Straße die nach Lechee führt. Dort habe ich mir im Jahr 2009 den Permitt für die Wanderung am Waterholes Canyon besorgt. Damals bin ich diese Straße aus Spaß ein wenig weiter in Richtung Süden gefahren und sie wurde kurz nach Lechee sehr schnell zu einer Schotterpiste (Gravelroad), so dass ich damals umgekehrt bin.

Grand Canyon #7

Umso mehr bin ich heute überrascht, dass diese Straße nun frisch asphaltiert und extrem gut zu befahren ist. Während draußen das Thermometer von anfangs 23°C langsam aber stetig auf 30°C klettert fahren wir gen Süden. Nach etwa 100 Kilometern zweigen wir nach links ab und kurz drauf nach rechts in Richtung Grand Canyon South Rim. Mein GPS habe ich an der Windschutzscheibe befestigt und es zeigt etwa 1.200 Höhenmeter. Die Straße zum Grand Canyon Nationalpark führt stetig moderat bergauf und nach kurzer Zeit haben wir fast 3.000 Höhenmeter erreicht.

Die Luft wird dünner hier oben und als wir den ersten Aussichtspunkt erreichen fällt es mir nicht leicht wegen der großen Höhe und der hohen Temperaturen mit meiner Kamera auf Motivsuche zu gehen. Doch einige Fotos muss ich hier einfach aufnehmen, das ist hier fast ein Pflichtprogramm. Während ich am Abgrund stehe versuche ich einige winzige Menschen in meine Fotos zu integrieren so dass man anhand ihrer Größe, oder vielleicht sollte ich besser „Winzigkeit“ schreiben, wie gewaltig der Grand Canyon hier ist.

Grand Canyon #3

Nach dem ersten Fotostopp fahren wir weiter und auf meinem GPS kann ich sehr schön sehen wann und wo wir uns immer wieder der „Abrisskante“ nähern. Es ist extrem viel los und weil die Luft so dünn und die Sonne so unbarmherzig ist, halten wir nur selten und ich gebe mich freiwillig mit einigen wenigen Fotos zufrieden.

Als wir im Grand Canyon Village eintreffen schwinden meine ohnehin geringen Hoffnungen hier ein Zimmer für die Nacht zu bekommen und einige extrem coole Fotos des Grand Canyon zur Sonnenuntergangszeit aufnehmen zu können. Es ist ein echtes Volksfest das hier abgeht. Das Dorf ist komplett gefüllt und als Sandra bei einem der vielen Hotels fragt ob vielleicht jemand abgesagt hat wird sie fast ausgelacht. Die nächsten Zimmer gibt es im etwa 90 Kilometer weiter südlich gelegenen Dörfchen Williams. Das ist die traurige Wahrheit, nun sind wir das erste Mal in unserem Leben am Grand Canyon und ich muss mich mit einigen wenigen Fotos zufriedengeben die ich zur allerbesten Mittagszeit aufgenommen habe. Zähneknirschend beschließen wir direkt nach Las Vegas durchzustarten und den großartigen Grand Canyon in einem der nächsten Jahre entweder im März/April oder September/Oktober zu besuchen.

Grand Canyon #4

Bis Las Vegas sind es etwa 600 Kilometer und da wir uns an einer der Futterstationen mit einem gruseligen teuren Burger etwas gestärkt haben, sind wir zuversichtlich diese letzte weite Fahrt mit einem lachenden und einem weinenden Auge absitzen zu können. Also geht es los…

Nach einigen wenigen Kilometern steht rechts im Wald ein junger aber bereits fast ausgewachsener Hirsch. Schnell halte ich an und Sandra und ich zücken unsere Kameras. Dies bleibt natürlich nicht unbemerkt und einige Sekunden später stehen überall Autos herum und der Hirsch ist umringt von Touristen in kurzen bunten Hosen die sich ihre Sonnenbrillen ins Haar gesteckt haben und etwas ungelenk auf ihren Badeschlappen einem Hirsch hinterher laufen während sie am ausgestreckten Arm einen kleinen Fotoapparat halten. Ein sehr witziges Bild! Dass der Hirsch bei alledem ungestört weiter frisst erstaunt mich umso mehr, dieses Tier hat echt de Ruhe weg!

Etwa 100 Kilometer bevor wir in Las Vegas eintreffen zeigt das Thermometer satte 41°C. Im Auto selbst ist es angenehm kühl weil wir seit Stunden in Bewegung sind und in Page ein letztes Mal vollgetankt haben. Als wir den Hoover-Damm passieren kann ich ihn nicht einmal aus dem Augenwinkel sehen, aber die Landschaft drum herum erinnert mich doch sehr an das was ich im letzten Jahr auf La Palma gesehen habe. Überall sind Hügel aus schwarz-brauner Asche, es sieht aus als würden wir ein relativ junges Lava-Feld passieren.

Grand Canyon #5

Etwa 20 Kilometer vor Las Vegas ist dann ein Stau, der erste Stau dieser Reise!! In den vergangenen Wochen bin ich über 8.000 Kilometer ohne auch nur eine Minute in einem Stau stehen zu müssen hier mit dem Auto gefahren!! Wir müssen etwa 15 Minuten warten bis wir eine Unfallstelle passieren an der gerade kräftig aufgeräumt wird. Einige völlig demolierte Fahrzeuge werden auf Abschleppwagen verladen und es stehen Leute herum deren Gesichtsausdruck man nicht gerade als „fröhlich“ beschreiben kann. Als wir wieder freie Fahrt haben bin ich irgendwie ganz froh, dass auch in diesem Jahr wieder alles gut gegangen ist. Zwar hadere ich noch immer mit der teuren zusätzlichen „Liability“, also der Aufstockung der Deckungssumme für den Fall eines selbst verschuldeten Unfalles. Aber andererseits wäre es nicht witzig hier versehentlich einen Unfall wie diesen zu verursachen und dann viele Jahre lang die Folgekosten aus dem eigenen Portemonnaie zahlen zu müssen, weil die gesetzliche „Mindestdeckung“ so lächerlich gering ist.

Auf Höhe der Tropicana Avenue ist auch der Flughafen ausgeschildert. Wir müssen nur die Autobahn verlassen, links abbiegen und sind schon fast beim Motel. Doch die Hauptstraßen in Las Vegas sind lang und haben viele Kreuzungen mit zumeist roten Ampeln, so dauert es eine Weile bis wir das Motel 6 erreichen. Dieses Motel ist erst vor einigen Jahren komplett renoviert worden und erhält im Internet noch immer ganz ordentliche Kritiken. Bereits im Jahr 2010 wollte ich dieses Motel ansteuern, bin damals aber versehentlich im gleich nebenan gelegenen „Amerikas Best Value Inn“ gelandet. Das war recht gruselig und heute ist meine Sandra sehr froh, als wir unser zwar kleines aber pfiffig ausgestattetes Zimmer beziehen.

Nachdem wir alles im Zimmer verstaut haben geht es rüber zu Coco’s Restaurant. Es ist nur ein paar Meter weit weg, aber wir haben abends um 20h (8pm) noch immer satte 43°C. Würde nicht ein lauer Wind wehen, es wäre schlichtweg unerträglich. Bei Coco’s Restaurant ist die kleine Mannschaft schwer auf Zack, es ist ein eingespieltes Team und wir haben unser Essen in aller kürzester Zeit auf dem Tisch stehen. Das Restaurant ist sehr angenehm klimatisiert und ich bin sehr froh, dass wir sofort beim ersten Motel ein Zimmer bekommen haben und jetzt nicht lange herumfahren und suchen mussten.

Nach dem Essen gehen wir eine Tür weiter in den Schnapsladen und schauen mal was es dort gibt und tatsächlich finde ich eine Kleine Flasche Jägermeister! Zurück im Zimmer läuft zum krönenden Abschluss sogar bei HBO Teil 3 von Hangover im Fernsehen. Nun bin ich wirklich in Las Vegas angekommen, nach zwei kleinen Gläschen Jägermeister versuche ich zu schlafen. So wirklich klappt es aber nicht und ich bin am nächsten Morgen völlig fertig als ich um kurz vor 6h aufwache und zum Frühstück diesen Artikel schreibe…