Nikon AW100 – Motorradtour im goldenen Oktober

Heute habe ich ein Video für Euch, das ich gestern auf meinem MacBook mit Final Cut Pro X (FCPX) geschnitten habe. Alle „normalen“ Sequenzen habe ich mit meiner kleinen „Immer Dabei-Kamera“ der Nikon AW100 aufgenommen. Da ich für diese Kamera keine Motorradhalterung habe, gibt es einige „Archivbilder“ die ich in diesem und dem letzten Jahr mit meinen GoPro Kameras aufgezeichnet habe. Das Kartenmaterial stammt aus Google Earth. Leider ist das MacBook nicht „stark“ genug um den Bildschirminhalt so aufzuzeichnen, dass darauf ein „geschmeidiges“ Video wird. Aber ich denke Ihr bekommt trotzdem einen guten Eindruck von der gefahrenen Strecke.

Ich habe alles als GPX-Datei mit meinem TomTom Urban-Rider aufgezeichnet. Wer diese Dateien haben möchte um sich ein paar gute Streckenabschnitten abzuschauen, der kann sich gern bei mir melden. Über Kommentare und Anregungen freue ich mich sehr.

Die Hintergrundmusik stammt komplett aus dem Lieferumfang von Apples „iLive“. Eine Monetarisierung des Videos ist damit leider nicht möglich, YouTube hat bereits kurz nach dem Upload den ersten Content-ID Treffer produziert.

Nikon P7100 – Tipps für bessere Fotos

Es ist Sonntag und das Wetter ist durchwachsen. Da unsere Hirne ein wenig Sauerstoff sehr gut gebrauchen könnten entschließen wir uns zu einem kleinen Spaziergang durch den herbstlich gefärbten Bonner Rheinauen-Park. Viel Gepäck will ich nicht mitnehmen, schließlich ist das Wetter durchwachsen und wir wollen nur einen kleinen Spaziergang wagen.

So oder ähnlich geht es tagtäglich vielen tausend Besitzern kleiner preiswerter Kameras. Man will nicht viel mit sich herumschleppen und glaubt eh nicht daran, dass sich an diesem Tag ein großartiges Motiv bieten wird. Aber bevor man im Falle eines Falles völlig „unbewaffnet“ ist, steckt man statt der großen schweren Spiegelreflexkamera eine kleine Kompaktkamera ein. Später daheim werden vielfach die Fotos des Tages angeschaut und die meisten Fotofreunde denken sich „Siehst Du, da hätte ich die Kamera auch daheim lassen können!“

Aber das muss nicht sein! Schaut man sich intensiv um, so findet man oft Motive die mehr oder weniger offensichtlich am Wegesrand darauf warten entdeckt zu werden.

Schauen wir uns doch mal ein paar Beispiele an. Beginnen wir mit einem Negativbeispiel, einem typischen aussagelosen Allerweltsfoto:

Was ist falsch an diesem Bild? Es ist korrekt belichtet, es ist scharf und der Horizont ist gerade? Falsch ist, dass es im Grunde genommen einfach nichts zeigt. Es ist kein Bildaufbau erkennbar und die Ente, oder sind es zwei Graugänse (KEINE ENTEN – Siehe Kommentar von Alex weiter unten…), sind viel zu klein abgebildet. Was könnte man hier besser machen? Schauen wir uns das nächste Foto des gleichen Motivs an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Hier nun ein Foto mit langer Telebrennweite und extrem tiefer Kameraposition. Durch die relativ lange Telebrennweite gelingt sogar mit dem winzigen Chip der Nikon P7100 eine leichte Unschärfe im Vordergrund und auch im Hintergrund. Das Bild ist im RAW-Modus aufgenommen, durch die Korrekturen während der „RAW-Entwicklung“ sind die Farben Satt und leuchtend. Das „Enten-Motiv“ ist weit nach rechts gerückt, in den „Goldenen Schnitt“. Dort wohin die Ente schaut ist viel Platz und die Augen des Betrachters folgen diesem Blick unfreiwillig. Man fragt sich was die Ente wohl beäugt haben wird. Und dann diese komischen Füße? Erst beim zweiten Hinsehen fällt auf, das sind zwei Enten in identische Körperhaltung. Durch die Perspektive ergibt sich ein reizvolles „Wechselspiel“.

Welches Foto ist aussagekräftiger und macht Spaß beim Anschauen, das obere Knipsbild oder das reduzierte Foto mit einer erkennbaren Komposition und Bildaussage?

Und weiter geht es mit dem nächsten Foto. Hier geht es nun darum die farbenfrohe herbstliche Stimmung einzufangen. Wie macht man das mit einer kleinen Kompaktkamera? Beginnen wir mit dem gleichen Ansatz wie beim letzten Foto, der tiefen Aufnahmeposition. Dankt des neuen Schwenkdisplays der P7100 lassen sich Bilder bei denen die Kamera fast auf dem Boden liegt sehr einfach realisieren. Man muss sich nicht auf die nasse Wiese legen sondern geht einfach etwas in die Hocke und schon kann man sein Foto komponieren. Das geht mit einer „erwachsenen“ teuren Profikamera nicht so einfach!

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Diesmal habe ich im Makromodus auf die braunen Blätter im Vordergrund fokussiert, den Auslöser gedrückt gehalten (AF-Speicher), den Bildausschnitt neu gewählt und dann durchgedrückt bis die Kamera aus gelöst hat. Um Hintergrund ergibt sich eine malerische Unschärfe. Die vielen bunten Blätter tun ein übriges. Die Blätter im Vordergrund „erklären“ was man eigentlich sieht. Die Blätter sind verwelkt: „Aha, es ist Herbst!“ Die „Horizont“ liegt im unteren Drittel des Bildes, in Verbindung mit dem extremen Schärfeverlauf ergibt sich ein ungewöhnliche Foto das die Mehrzahl der Freizeitfotografen so nicht aufnehmen würde.

Bleiben wir beim bunten Herbstlaub und schauen wir uns das nächste Foto an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Diesmal habe ich auf den Hintergrund fokussiert und durch die tiefe Aufnahmeposition eine extrem Vordergrundunschärfe erzeugt. Der hell gelb leuchtende Strauch ist wieder in den goldenen Schnitt gerückt. Eigentlich ein stimmungsvolles Foto, doch der Ast stört irgendwie? Also versuchen wir es mal mit einem Ausschnitt aus diesem Foto (2000 Pixel breit, einfach anklicken oder in einem neuen Fenster öffnen).

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der störende Ast ist weg und übrig bleibt ein stimmungsvolles Panoramafoto.

Wir sind an einem Teich und hier ist überall Schilf. Warum versuchen wir es nicht einmal mit einer Makroeinstellung, oder dem was Hersteller von Kompaktkameras als „Makro“ versprechen…

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der Makromodus lässt den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen und ein Stückchen Schilf ragt fast in das Objektiv hinein. Im goldenen Schnitt ist ein Wassertropfen. Leider ist es sehr klein, manchmal muss man nehmen was man kriegt. Aber er liegt genau im eng begrenzten Schärfebereich, wodurch die Blicke sehr schön auf ihn gelenkt werden und dieser helle Wassertropfen das Bild dominiert. Alles in allem nicht mehr als ein Beispielfoto. Damit es spannend und wirklich gut wird müsste der Wassertropfen deutlich größer sein. Im Hintergrund noch ein Spinnennetz mit ein paar Tautropfen dran und das Gegenlicht der untergehenden Sonne? Mit diesen „Zutaten“  könnte aus dieser Bildidee ein Spitzenfoto werden!

Die herbstliche Stimmung lässt sich aber auch anders darstellen. Schauen wir uns das nächste Beispiel an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der vorderde Felsbrocken liegt ist im goldenen Schnitt positioniert. Der zweite Brocken lenkt dem Blick nach oben links auf die knallig roten Sträucher welche das Pendant zum vorderen Gestaltungselement darstellen. Der kleine Chip der Kamera kommt mit kurzen Brennweiten aus und so ist einfach alles scharf abgebildet. Mit einer Großformat-Kamera wäre solch ein Bild wohl kaum möglich gewesen. Die extreme Tiefenschärfe der Kameras mit kleinen Chips ist oft nervig, aber man kann sie auch gezielt in der Bildgestaltung nutzen.

Kommen wir zu einem weiteren Negativbeispiel. Kaum ist das Laub der Bäume herrlich bunt versuchen viele Fotografen dies in ihren Bildern festzuhalten. Manch einer kennt Fotos wie dieses hier.

Auch dieses Bild zeigt „alles gar nichts“. Es enthält viele Details, ist scharf und dennoch mehr als langweilig. Will man hier ein aussagekräftige Foto aufnehmen so lautet das Moto „Reduktion“ und „Ran an das Motiv“, vielleicht so wie im nächsten Beispiel.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Im Gegenlicht aufgenommen leuchtet das Blatt in wunderschönen roten Farben. Es gibt ein aufsteigende Diagonale die das Auge zum oben liegenden Schwerpunkt des Bildes lenkt. Eine Waagerechte und eine Senkrechte treffen (fast) im goldenen Schnitt mit der Diagonalen zusammen. Die von Raupen gefressenen Löcher erklären dem Betrachter die Vergänglichkeit des Motivs.

Eine weitere beliebte Aufnahmetechnik ist es, mit der Kamera während der Aufnahme zu „zittern“ um so ein künstliche Bewegungsunschärfe zu erzielen. Das Ergebnis ist ein malerisches Farbenspiel das dem Betrachter zunächst ein Rätsel aufgibt, sich dann aber nach und nach erklärt.

Sample Picture - Beispielfoto - Nikon P7100

Ist man im Herbst an einem Teich unterwegs, so liegen im flachen Wasser am Ufer meist viele schöne bunte Blätter. Hier kommt wieder das schwenkbare Display der P7100 zum Einsatz. Man kippt das Display nach unten und hält die Kamera am ausgestreckten Arm lotrecht über das Wasser am Ufer. Fertig ist das wunderbare Farbenspiel.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Kommen wir zum nächsten Tipp, dem Aufnahmestandort. Das erste Beispielfoto zu diesem Thema ist grundsätzlich ganz ok. Die Farben sind schön und es zeigt eine herbstliche ruhige Parklandschaft. Die kleine Insel ist im goldenen Schnitt platziert und im Vordergrund gibt es einige herbstliche gelbe Blätter.

Doch gehen wir einfach mal ein paar Schritte zur Seite und prompt finden wir knallig rote knochigen Zweige im Vordergrund.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

In Verbindung mit den bei der RAW-Entwicklung gepushten Farben ergibt sich eine wesentlich spannendere Komposition, obwohl es grundsätzlich das gleich Foto ist!

Weiter geht es mit der Arbeit an einem eigenständigen Motiv, hier ein unspektakuläres Denkmal. Zuerst das Negativbeispiel, ein Knipsbild aus zu großer Entfernung, das Motiv ist mittig positioniert, langweiliger geht es kaum noch und schief steht der Turm auch noch…

Gehen wir mal näher ran, verwenden den RAW-Modus und geben der tristen Stimmung durch einen nachträglich geänderten Weißabgleich etwas mehr „Herbst-Charakter“.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Das ist schon etwas besser, aber auch nicht wirklich gut. Wie wäre es, wenn wir dieses Bild in Photoshop öffnen, die Ebene verdoppeln, mit dem Gaußschen Weichzeichner bearbeiten und dann über eine Ebenenmaske den Turm wieder herausarbeiten? Versuchen wir es mal…

Beipielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Das Ergebnis wirkt ein wenig wie beim derzeit so beliebten „Miniatureffekt“, aber dieser ist hier partiell auf die Baumkronen beschränkt. Das Laub am Boden ist perfekt scharf abgebildet, ach ja, eine künstliche Vordergrundunschärfe haben wir auch erzielt. Das Auge des Betrachters ist zunächst ein wenig verwirrt und wer sich nicht auskennt, dem wird nur auffallen wie deutlich sich jetzt das Denkmal vor seiner Umgebung absetzt. Kein schlechter Trick!

Aber dennoch ist die Perspektive statisch und langweilig. Versuchen wir noch einmal die Stärken der Kompaktkamera für uns zu nutzen. Mit Klappdisplay und „unendlicher Tiefenschärfe“ suchen wir uns eine ungewöhnliche Perspektive. Das Bild das jetzt entsteht ist völlig neu und hat mit unserem oberen „Negativbeispiel“ nichts mehr zu tun.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Und weiter geht es… Nun stehen wir auf einer kleinen Brücke und blicken hinüber zum Posttower. Die Spiegelungen im Wasser sind ganz nett, der Bildaufbau ist ok, aber die Farben sind blass und langweilig. Hier wird man auch mit Tonemapping und anderen Tricks nichts ausrichten können, oder doch?

Ein paar Meter weiter ist eine Wand aus schwarzem Lavagestein das sehr wahrscheinlich aus der nahegelegenen Eifel stammt. Im Laufe der Jahre haben sich hier Flechten angesiedelt und geben der Oberfläche des dunkeln Steins ein „Gesicht“. Wie wäre es, wenn wir einfach mal beiden Fotos in Photoshop übereinander legen und mit dem „Mischmodus“ der Ebenen experimentieren?

Das Ergebnis könnte aussehen wie hier:

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Mit einem einfachen Trick haben wir dem langweiligen strukturlosen Himmel eine Struktur gegeben, die viele Betrachter zunächst irritieren wird. „Ist es ein Foto oder gemalt?“ werden sich ungeübte Betrachter fragen. Auch kein schlechter Trick!

Weiter geht es mit der Fotografie von Personen. Ist Man(n) mit seiner Frau unterwegs, so wird diese in der Regel bevorzugt abgelichtet. Ganz gleich wie fotogen sie auch sein mag, nicht jede Perspektive ist auf anhieb erfolgreich. Und wieder ein Negativbeispiel. Das Motiv steht stocksteif in der Gegend und ist viel zu weit weg.

Gehen wir einfach mal ran an unser Model und bitten es doch einfach nur mal die Füße voreinander zu setzen. Schon sieht unser Foto deutlich besser aus…

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Zudem haben wir unser Model im goldenen Schnitt positioniert, das „Geländer“ verläuft sich schön in der oberen linken Bildecke und der Wasserfall im Hintergrund sorgt für Abwechslung. Es geht sicher noch besser, aber es ist ja auch nur ein Beispiel. Hier sind eben der Kopf und die Kreativität gefragt!

Damit wären wir am Wasserfall angekommen. Ein Stativ haben wir nicht dabei und ich bekomme die Frage gestellt, wie man dieses Wasser so fotografiert, dass es verwischt und unscharf ist. Nun ist die Kenntnis der Möglichkeiten der Kamera gefragt! Wer seine Nikon P7100 kennt der weiß, dass sie einen integrierten elektronischen „Graufilter“ hat. Zuerst aktivieren wir dieses Feature. Dann stellen wir die niedrigste ISO-Empfindlichkeit ein (ISO-100). Danach wählen wir die Zeitautomatik (A) und drehen am vorderen Rädchen der Kamera bis bei leicht gedrücktem Auslöser auf der Rückseite im Display die kleinste Blende angezeigt wird. Der größte Blendenwert, ergibt hierbei die kleinste Blendenöffnung und damit die längste Belichtungszeit. Dann aktivieren wir das Bracketing mit 5-Bildern und 0.7 EV Unterschied zwischen den Bildern. Danach wird noch der Selbstauslöser der Kamera mit einer Vorlaufzeit von 10 Sekunden aktiviert. Nun sind wir startklar! Mit abgeklapptem Display versuchen wir die Kamera irgendwo abzulegen, da wir sie absolut erschütterungsfrei auslösen wollen. Dann betätigen wir vorsichtig den Auslöser, die Kamera piepst und nimmt eine Belichtungsreihe mit fünf „unterschiedlich hellen“ Fotos auf.

Später am Computer öffnen wir diese Bilder mit einem HDR-Programm wie beispielsweise Photomatix Pro und erstellen aus der Belichtungsreihe ein aussagekräftiges HDR Bild.

Beispielfoto - Sample Picture - HDR - Nikon P7100

Schauen wir uns noch ein zweites Foto mit verwischtem Wasser an, diesmal kein HDR.

Hier fällt sehr störend auf, dass die Kamera schief steht und der unter gestalterischen Aspekten korrekt positionierte Posttower umzustürzen droht. Hier hilft die Korrektur der Perspektive beispielsweise in Photoshop.

Beispielfoto - Sample Picture - HDR - Nikon P7100

Nun steht zwar der Turm schön gerade, aber die Farben sind blass und matt. Jetzt zum Vergleich ein HDR aus wieder aus 5 Einzelbildern erstellt wurde. Die Farben sind deutlich kräftiger und das Bild wirkt insgesamt reizvoller. Streiten kann man sich nun über das „Gestrüpp“ im Vordergrund. Hier lohnt es sich entweder ein kleines Stativ in die Jackentasche zu stecken oder die lästigen Grashalme einfach weg zu zupfen. Ich habe den Grashalm hier mal stehen gelassen. Erscheint er doch aufgrund der Perspektive deutlich größer als der etwa  100 Meter hohe Posttower 🙂

Damit wäre ich mit meinem kleinen Tutorial für bessere Fotos mit einfachen Kameras am Ende. Wer Anmerkungen machen möchte ist herzlich eingeladen die Kommentarfunktion zu verwenden. Das geht auch völlig anonym.

Zwei sehr interessante locker und leicht verständlich geschriebene Bücher zu diesem Thema möchte ich Euch auch noch empfehlen:

Die Nikon P7100 gibt es aktuell bei amazon.de für ganze 359,- Euro zu kaufen!

Nikon D800 – Eine Wertanlage?

Nikon D800 bei ebay.com

Zugegeben, der Titel dieses Artikels hat das Niveau der „Bild-Zeitung“. Eine moderne digitale Spiegelreflexkamera kann NIEMALS eine wirkliche Wertanlage sein, das ist klar oder? Bei einzelnen historischen Fotogeräten mag das funktionieren, aber dazu müsste es eine Nikon F sein die von der NASA mit ins Weltall genommen wurde und die man inklusive eines Zertifikats über diesen Einsatz erworben hat. Das war es dann aber auch schon, jede andere „normale“ Nikon-Kamera wird langfristig im Wert fallen. Leser die eine Canon besitzen werden sich jetzt die Hände reiben, aber auch hier gibt es „Bad News“  – bei Canon, Sony, Olympus & Co, ist es leider ganz genauso.

Doch wenn die Kameras schon keine Wertanlage darstellen, so kann man vielleicht vom Preisverlauf der Kameras profitieren und sein ganz persönliches Exemplar zum richtigen Zeitpunkt kaufen und so ein wenig Geld sparen? Wie bei Problemen mit Potenz und Inkontinenz hält auch hier, das Internet hält alle notwendigen Informationen bereit. Eine diesbezüglich recht interessante Ressource ist http://www.nikonpricewatch.com.

Schaut man sich dort nach Kameras um die schon eine Weile am Markt sind, so gibt es bei einigen Modellen sehr interessante Charts welche die Preisentwicklung der Kameras während der letzten Jahre widerspiegeln. Schauen wir uns doch mal die Nikon D3x an. Noch vor zwei Jahren war sie das heißeste Eisen dass man sich als Nikon Fan wünschen konnte. Die deutsche Preisempfehlung lag bei 7.500 Euro und in den USA wurde sie zu einem Äquivalent von etwa 7.500$ angeboten.

Dann kam im März 2011 der Tsunami nach Japan und führte zur Reaktorkatastrophe in Fukushima. Die Produktion hochwertiger Spiegelreflexkameras aus Japan kam zum Erliegen. Weltweit stiegen die Preise und die Nachfrage nach der D3x als Topmodell im Nikon-Programm stieg ebenfalls. Mit der Nachfrage stieg auch der Preis. Aber nur für einen Zeitraum von etwa 12 Monaten. Kaum waren Fukushima und die anschließende Hochwasser-Katastrophe in Thailand überwunden, da kündigte Nikon im Februar 2012 die D800 sowie die D800E an. Der Preis der D3x fiel sofort um einige hundert Dollar. Doch dann musste man feststellen, dass es viele Monate dauern würde bis diese neuen Top-Kameras wirklich lieferbar sein würden. Der Preis stieg sofort wieder an. Im Juli 2012 war Nikon dann in der Lage die weltweite Nachfrage zu befriedigen und prompt ging der Preis der D3x in den Keller. Aktuell kann man sie noch neu kaufen und wird kaum mehr als 5.000 Euro dafür bezahlen müssen. Warten wir noch 2-3 Jahre ab und auch die D3x gehört zum alten Eisen. So wie ihre Vorgängerin die D2x und deren Vorgängerin die D1x…

Nikon D3x - Preisentwicklung

Werfen wir einen Blick auf den Preisverlauf der Nikon D700. Diese Kamera wurde anfangs zum Preis von etwa 3.000$ bzw. 3.000€ angeboten. Kurz nach der Ankündigung zahlten ungeduldige wohlhabende Amateure kurzzeitig sogar noch ein paar hundert Euro zusätzlich um sich frühzeitig als Besitzer dieser neuen Kamera rühmen zu können. Ich erinnere mich noch sehr gut wie ich damals in den USA unterwegs war und von einigen Amateuren mit meiner D2x und der D300 belächelt wurde. Krass waren zwei Typen aus Südafrika die eigentlich zur Photokina nach Deutschland wollten und einen kleinen Umweg über Las Vegas in Kauf genommen haben um eine Nikon D3 inkl. 14-24, 24-70 und 70-200 einzukaufen. Wie die D700 war die D3 damals noch ein wirklich heißes Eisen!

Hier warten die beiden zwischen ihren teuren neuen Kameras auf den Sonnenuntergang an der Second Wave.

Waiting for sunset - Second Wave - Arizona

Doch dann fiel auch hier der Preis der D700. Während der langen Zeit des Wartens auf den Nachfolger hielt er sich erstaunlich gut bei ca. 2.000 Euro. Nach der Serie von Katastrophen in Japan stieg er sogar wieder an. Kaum war im März 2012 die D800 angekündigt, fiel der Preis der D700 gleich um mehrere hundert Euro.

Nikon D700 - Preisentwicklung

Wie war der Preisverlauf bei der „kleinen“ Nikon D7000? Schauen wir doch mal genauer hin. Anfangs lag diese Kamera relativ lange und relativ stabil bei der Nikon Preisempfehlung. Die Nachfrage war groß, schließlich war die Kamera deutlich preiswerter als eine D3s und lieferte eine höhere Auflösung. Das waren die Argumente die bei den Kunden zählten. Im August 2012 wurde dann klar, dass die D7000 eingestellt wird und der Preis fiel prompt von 1.500$ auf etwa 1.000$. Aktuell ist deine neue Nikon D7000 in Deutschland schon ab ca. 750 Euro erhältlich.

Nikon D7000 - Preisentwicklung

Eine Kamera ist also niemals eine Wertanlage. Aber lohnt es sich im Gegenzug zu warten bis der Preis gefallen ist? Auf diese Frage gibt es keine wirkliche Antwort. Fällt der Preis so ist ein Nachfolger in Sichtweite und sobald dieser lieferbar ist fällt der Preis noch weiter. Man muss sich selbst fragen was man will. Ist man charakterlich gefestigt oder braucht man einen „Ego-Verstärker“ in Form einer 6.000 Euro teuren Nikon D4? Die Nikon D7000 wird in den Händen der meisten Amateure die gleichen Ergebnisse erzielen, kostet aber nur einen Bruchteil einer D4. Soll man warten bis die D7100 lieferbar ist, oder soll man jetzt eine D7000 kaufen und damit einfach viele schöne Fotos machen?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich selbst war während der vergangenen Jahre oft sehr ungeduldig und habe die D2x ganz kurz nach der Vorstellung zu einem horrenden Neupreis erworben. Heute ist sie ein Stückchen Alteisen, aber fotografieren kann man damit noch so gut wie am ersten Tag. Heute bereue ich meine Ungeduld aber ich habe auch draus gelernt. Nur weil man eine neue Kamera hat macht man nicht automatisch bessere Fotos. Wenn ich heute bestaunt werden möchte und die „Zuschauer“ denken sollen ich seit der super Profi, dann ziehe ich mit einer alten Hasselblad in den „Krieg der Eitelkeiten“. Wenn ich Kontakt zu lustigen Leuten suche, dann packe ich meine alte zweiäugige Rolleiflex 3.5f ein, mit keiner anderen Kamera lernt man schneller andere Menschen kennen.

Wenn ich einfach nur fotografieren will, dann packe ich ein was mir gerade in die Hände fällt. Da ist es egal ob es eine D2x, D700, D7000 oder D800E ist. Alle diese Kameras sind nur Werkzeuge und das Foto macht immer noch der Fotograf.

Wem seine Bildergebnisse wichtiger sind als die neidischen Blicke anderer, der sollte mit kühlem Kopf überlegen welche Fotos er machen will und mit welcher Kamera sich das realisieren lässt. Schnell wird man dann einsehen, dass man dafür keine Nikon D4x oder ein sonstiges teures Fotogerät braucht. Kreativität und Können kann man nicht kaufen, das muss man mühsam selbst entwickeln. Und dabei ist es letztlich egal mit welcher Kamera man das tut. Einige der besten Fotos aller Zeiten wurden mit einer Polaroid SX-70 geschossen. Und ein Andreas Gursky würde ein Foto das für mehrere Millionen Euro verkauft wird ganz sicher nicht mit einer Nikon D4 aufnehmen.

Letztlich kommt es immer auf das Ergebnis an. Und wenn das Ergebnis nicht im Mittelpunkt steht, dann sollte der Weg das Ziel sein. Wer also nur Spaß an der Fotografie haben will und von den Ergebnissen nicht leben muss, der ist mit einer preiswerte Ausrüstung sehr gut bedient. Kann er doch das gesparte Geld nutzen um die eine oder andere wunderbare Reise zu unternehmen.

Ansgar mit Rolleiflex 3.5f

Wer von den Ergebnissen seiner Fotos leben muss, der ist meist ein armes Schwein. Zu wenig sind gute Fotos heute noch wert und zu kurz ist die Verweildauer der Augen der Betrachter auch bei herausragenden Arbeiten. Auch hier funktionieren die Regeln von Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage nach Bildmaterial ist während der letzten Jahre enorm gestiegen. Aber im Gegenzug macht heute fast jedes Smartphone Fotos die annähernd auf dem Niveau sind,  das Fotografen im Jahr 1964 mit einer Nikon F erreichen konnten. Doch werden sie auch in ähnlicher Weise wie die Arbeiten eines Robert Capa gewürdigt? An den Fotos dieser Welt verdienen derzeit weniger die Fotografen als vielmehr die Unternehmen die mit diesem Bildmaterial handeln.

Fazit

Richtig schlechte Kameras gibt es heute nicht mehr. Alle Modelle haben vor und Nachteile, tolle Bilder kann man mit Kameras schießen die weniger als 500 Euro kosten. Wer mehr Geld für eine Kamera ausgibt sollte Kosten und Nutzen genau abwägen. Ich rate dazu im Zweifel lieber einen einfacheren Kamera-Body zu kaufen und das gesparte Geld in sinnvolles Zubehör und gute Objektive zu investieren.

Hier habe ich noch ein Foto das ich 2009 in Norwegen mit meiner Rolleiflex 3.5f Baujahr 1960 auf Fuji Velvia 50 aufgenommen habe. Rein qualitativ kann sich das große „Original“ auch heute noch mit einem RAW-Bild aus der Nikon D800E messen. Allerdings muss man es dann auch mit einem Trommelscanner digitalisieren 🙂 (Anklicken für 1000×1000 Pixel Auflösung)

Norwegen 2009 - Hardanger Fjord - Rolleiflex 3.5f

Nikon D600 – Testbilder in voller Auflösung

Die Mitarbeiter von Chip.de haben sich die Mühe gemacht und eine wirklich umfangreiche Testreihe mit der neuen Nikon D600 abgearbeitet. Alle Testbilder sowie einige Beispiele „aus dem richtigen Leben“ gibt es online und in voller Auflösung. Wer sich fragt wie er die Bilder in voller Auflösung anschauen kann, der klickt einfach auf das Symbol das ich hier mit einem roten Pfeil markiert habe. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Stöbern und „Pixelpeepen“ 🙂

Bilderstrecke mit Testbildern und Beispielfotos aus der Nikon D600 bei chip.de

Unterdessen ist die Nikon D600 während der letzten Tage schon wieder im Preis  gefallen. Aktuell ist sie bei amazon.de ab 1.946 Euro zu haben:

Die überragend gute Nikon D800 ist ebenfalls im Preis gefallen und aktuell bei amazon.de bereits ab 2.520 Euro erhältlich:

Angesichts des inzwischen relativ geringen preislichen Unterschieds kann man schon fast überlegen statt der D600 die etwas professionellere D800 zu kaufen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass dieses „Upgrade“ nur in Verbindung mit exzellenten Objektiven und einem schnellen und wirklich leistungsfähigen Computer sinnvoll ist.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass man abgesehen vom geringeren Prestige als „Otto-Normalverbraucher“ mit einer Nikon D7000 durchaus genau das haben kann was man tagtäglich braucht. Und dabei kann man auch noch eine Menge Geld sparen. Wer also damit leben kann von anderen gut oder besser betuchten Fotoamateuren belächelt zu werden, dem würde ich auch im Zeitalter der D600 noch immer zu einer Nikon D7000 raten. Die D7000 ist eine großartige Kamera. Doch weil die Konkurrenz nicht schläft wird sie in den nächsten 6 Monaten mit der Nikon D7100 einen Nachfolger erhalten. Dies macht man bei Nikon nicht weil die D7000 nicht mehr konkurrenzfähig ist, sondern einfach um mit den technischen Daten der Wettbewerber gleichzuziehen und keine Kunden zu verlieren die nur nach „Pixeln“ schauen.

Ich persönlich halte das bei der D7100 zu erwartende „Mehr an Pixeln“ für relativ überflüssig. Könnte man mit 16.000.000 Bildpunkten keine geniale Fotos machen, so würde sich die Nikon D4 bei den Profis nicht so gut verkaufen. Getreu dem Motto  „Mehr ist Mehr und 16 sind genug“ würde ich aktuell dazu raten die spürbar fallenden Preise der D7000 zu nutzen und mit dem gesparten Geld ein paar gute Objektive zu kaufen und mit dem restlichen Geld eine Weltreise zu bezahlen 🙂

Die Nikon D7000 gibt es aktuell bei amazon.de für schlappe  789 Euro:

Wer es noch nicht getan hat, der kann sich ja mal durch diese Beispielfotos aus der Nikon D4 durcharbeiten. Wer danach noch meint, dass es unbedingt eine D600 mit 24 Megapixeln oder gar eine D800 mit 36 Megapixeln sein muss, der wird entweder bis Januar 2013 warten müssen oder er bringt sich ein Exemplar von einer Reise in die USA mit. Aktuell gibt es die Nikon D800 (Ohne Garantie und Service) via eBay.com ab 2.599 US-Dollar, das entspricht aktuell 2.018 Euro!

Nikon D800 bei ebay.com

Wer bei einem solchen „Schnäppchen“ zuschlagen will sollte aber nicht vergessen, dass der Deutsche Zoll Nikon Kameras die für die USA gefertigt wurden an der Seriennummer ganz einfach erkennen kann. Ist man ehrlich, so muss man Mehrwertsteuer und Einfuhrzoll bezahlen. Hier ein Rechenbeispiel über 10.000 Euro:

Hier muss jeder selbst entscheiden ob sich das lohnt. Ich würde davon abraten, denn ohne Garantie usw. sieht man bei einem Defekt mit einer fast neuen Kamera aus den USA in Deutschland ziemlich alt aus. Bekommt man eine D800 in den USA ggfs. als Ausstellungsexemplar deutlich preiswerter und ist der Händler zudem bereit einen geringeren Rechnungsbetrag auszuweisen, so kann es sich ggfs. rechnen. Aber das Risiko bleibt und es ist trotz offizieller Rechnung eigentlich nicht ganz legal.

Nikon AW-100 – Der ideale Begleiter für Motorradfahrer

 

Nikon Coolpix AW-100 (AW100)

Zur Nikon AW-100 habe ich bereits mehrere Artikel verfasst. Heute möchte ich Euch ein kurzes Video vorstellen, dass ich eben auf meinem 17″ MacBook Pro mit Final-Cut-Pro-X erstellt habe. Mit dieser Apple-Software stehe ich derzeit noch ziemlich auf Kriegsfuß, denn es ist einfach alles ganz anders als bei dem Programm mit dem ich mich gut auskenne: Magix Video-Deluxe-MX.

Doch je länger man sich mit Final-Cut-Pro-X (FCPX) beschäftigt umso leichter geht die Arbeit damit von der Hand.

Gestern war der Tag der Deutschen Einheit und ich habe den schönen Tag für eine Motorradtour zu Orten genutzt an denen ich niemals zuvor gewesen bin. Orte wie Pirmasens kannte ich bislang nur aus dem Radio, ein Vorstellung davon wo dieser Ort liegt und wie es dort aussieht hatte ich bislang nicht. Oder Bad Dürkheim, Ludwigshafen, Kaiserslautern, ist jemand von Euch schon einmal dort gewesen??

Ich jedenfalls nicht und so habe ich mir gedacht, dass es zum Tag der Deutschen Einheit sehr gut passen würde eine wenig „Heimatkunde“ zu betreiben. Zwischendurch habe ich immer mal wieder angehalten und die kleine Nikon AW-100 aus der Brusttasche gefischt. Schnell ein paar Video-Schnipsel aufgenommen und wieder ging es weiter. Heute ist dann in Verbindung mit einem neuen Musikstück, des von mir überaus geschätzten Elektronik-Pioniers Gereon M. Hillebrand (www.gerimusic.com), ein kurzes Motorradvideo entstanden.

Wer nicht auf Motorradvideos steht kann trotzdem schauen wie sich die preiswerte kleine Nikon AW-100 im Video-Modus schlägt. Ich bin von den Qualitäten dieser kleinen Kamera immer wieder überrascht. Ein wenig schade ist es jedoch, dass sie nur mit 30 Bildern/Sekunde filmen kann. Meine Nikon D7000 filmt mit 23,97 Bildern/Sekunde und andere Kameras wiederum mit 15, 24, 25, 50 oder gar 60 Bildern/Sekunde. Das alles zu einem Video zu verarbeiten das später auch noch“flüssig“ läuft ist kaum möglich. Daher muss man beim Einsatz mehrerer unterschiedlicher Kameras im Vorfeld genau überlegen welche Kameras man verwenden will und mit welcher Framerate man arbeiten möchte! Tut man dies nicht, so steht man später beim „Multi-Cam-Editing“ von großen Problemen die sich wenn überhaupt, meist nur sehr zeitaufwändig lösen lassen.

Hier nun das Video…