Nikon D800 – Videos professionell produzieren

Atomos Ninja 2

Moderne Kameras wie die Nikon D800 bzw. D800E ermöglichen neben qualitativ hochwertiger Bildaufzeichnung auch Videoaufzeichnungen. Doch jeder der schon einmal versucht hat eine etwas längere Video-Sequenz mit einer DSLR aufzunehmen kennt das Problem der kurzen Aufzeichnungsspannen dieser Kameras. Ich selbst habe mich beispielsweise bei den Videos zum Thema „Nikon History“ schon oft darüber geärgert, dass meine Nikon D7000 nach 20 Minuten die Videoaufzeichnung einstellt und man keinen entsprechenden Hinweis erkennen kann, solange man VOR der Kamera steht.

Das ist oft wirklich störend besonders wenn man gerade im Fluss ist und einige komplexe Sachverhalte schön auf den Punkt gebracht hat. Die Enttäuschung ist dann immer wieder groß wenn man feststellen muss, dass große Teile der Moderation nicht aufgenommen wurden.

Wer sich fragt warum es diese Begrenzungen gibt und ein wenig bei google & Co. auf die Suche geht findet schnell heraus, dass dies eine bewusste Beschränkung ist, die von den Kameraherstellern in die Software der Kameras integriert wurde. Für eine DSLR die Videos aufzeichnen kann die länger als 30 Minuten laufen, werden nämlich zusätzliche Abgaben fällig.

Ich selbst habe mich beim Filmen mit der Nikon D7000 oder meiner D800E auch schon oft darüber geärgert, dass man auf dem Display bei hellem Sonnenlicht praktisch nichts erkennen kann. Man muss ich mit Lichtschächten und Lupen behelfen die auf das Display geklebt werden, wirklich schön ist das alles nicht.

Wenn ich allein bin und bspw. ein YouTube-Video erstellen möchte, so habe ich auch immer das Problem, dass ich während der Aufnahme gar nicht sehen kann ob ich im Bild bin oder nicht. Aus diesem Grunde habe ich mir im letzten Jahr die wirklich tolle Panasonic HC-X909 angeschafft. Dieses Gerät ist ein spezielle Videokamera die sowohl über ein Schwenkdisplay als auch über eine Infrarot-Fernbedienung verfügt. Damit gelingen wirklich brauchbare Videos aber die Kamera hat auch ein paar Einschränkungen. So kann ich beispielsweise keine Objektive tauschen. Zwar verfügt die HC-X909 über drei getrennte Bildsensoren, doch sind diese Sensoren sehr klein ausgelegt, denn nur so ist ein kompakte Bauform erreichbar. Die geringe Größe der Sensoren führt bei schwacher Ausleuchtung schnell zu sehr störendem Bildrauschen. Für ein wirklich hochwertiges YouTube Video brauche ich also stets eine „komplette Festbeleuchtung“.

Hier habe ich ein Beispiel, dass ich vor einigen Wochen zusammen mit meinem Freund Fabian alias „Rainer Schauder“ aufgenommen habe. Dabei kam nur die Panasonic HC-X909 zum Einsatz. Den Ton haben wir ausschließlich mit einem preiswerten Nikon ME-1 Mikrofon aufgenommen, das über ein billiges Verlängerungskabel an den Panasonic angeschlossen war. Für die Ausleuchtung haben wir zwei spezielle recht lichtstarke Video-Lampen verwendet. Die Qualität ist meiner Meinung nach ganz brauchbar und vor allem konnten wir uns während der Aufnahmen kontrollieren und alles in einem Take aufnehmen.

Wer bereits ein Nikon D800 oder eine ähnliche TOP-Kamera sein eigen nennen darf, wird sich vielleicht auch schon über die beschriebenen Einschränkungen geärgert haben. Für alle die nicht gleich zu einer separaten „richtigen“ Videokamera greifen wollen, bietet der australische Hersteller Atomos mit dem Ninja 2 einen HDMI Recorder zum Preis von ca. 600 Euro an. Mit dem Ninja 2 können Videos über viele Stunden aufgezeichnet werden. Das Gerät beherrscht unterschiedliche Codecs für die Kompression des Bildmaterials. Zeichnet man beispielsweise mit ProRes 422 auf, so hat man ein Format das bspw. Final Cut Pro X sehr gut und ohne Einschränkungen direkt verarbeiten kann. Zwar sind die Videodateien dann etwa zehnmal so groß wie sie innerhalb der Kamera auf eine Speicherkarte aufgenommen würden, aber die Qualität ist wegen der geringeren Kompression auch sichtbar besser.

Der Qualitätsgewinn hängt allerdings stark von den gefilmten Motiven ab. Bei einem YouTube-Vortrag in dem man recht still vor der Kamera steht und sich fast nur die Lippen bewegen wird man keinen Unterschied feststellen können. Aber bereits bei einem zügigen Kameraschwenk sind besonders an den Kanten des gefilmten Motivs deutliche Unterschiede erkennbar. Sehr cool ist auch, dass der Ninja 2 eine eigene Stromversorgung über zwei Akkus hat, die sogar während des laufenden Betriebs gewechselt werden können. Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass man im Gegensatz zu HDMI-Recordern die ihre Signal unkomprimiert aufzeichnen mit einfachen 2,5″ Festplatten auskommt. Statt mehrere tausend Euro für eine ganze Batterie von SSDs ausgeben zu müssen, reicht hier eine flotte 2,5″ 1-TB Festplatte (ca. 80 Euro) um mehr als 20h Videomaterial in toller Qualität speichern zu können.

Zum Ninja 2 Lieferumfang gehört ein kleines Gehäuse samt einer Docking-Stating mit USB 3.0 Anschluss. So kann man das Video-Material sehr schnell für den Videoschnitt verfügbar machen.

In diesem Video wird die Arbeit mit dem Atomos Ninja 2 sehr schön präsentiert und die Vorzüge des Systems werden sehr gut erläutert.

Ob die eigene Kamera den Atomos Ninja 2 unterstützt sollte man vor dem Kauf allerdings klären, hier wird man via google & Co. schnell fündig werden.

Bei amazon.de ist der Ninja 2 derzeit in kleinen Stückzahlen verfügbar.

Hier habe ich noch ein Beispiel-Video das mit einer Nikon D800 aufgenommen wurde. Dabei kamen auch externe HDMI-Aufnahmegeräte zum Einsatz. Wer sich dieses Video aufmerksam anschaut wird schnell die tolle Bildqualität bemerken. Einen Video-Clip in dieser Qualität wird keine Sendeanstalt ablehnen. Und dieses Video ist der beste Beweis, dass bereits mit einer relativ preiswerten DSLR professionelle Videoaufnahmen möglich sind.

Hier ist das Making of…

iPad – Upgrade auf iOS 7

Bereits im Mai 2011 habe ich mir ein iPad II bestellt und benutze dieses Gerät jetzt schon viele Monate mit großer Begeisterung. Zwar ist es für mich in keiner Weise ein Ersatz für ein Notebook, aber um mal schnell etwas nachzulesen, Musik zu hören oder auf Reisen die Langeweile zu vertreiben ist es genau richtig.

Nachdem bei Facebook & Co. schon seit einigen Wochen über das neue Design und die Features von iOS 7 diskutiert wird, war es heute bei meinem schon recht alten iPad soweit. Frisch geladen habe ich es am Morgen eingeschaltet und die Meldung erhalten, dass nun auch das iOS 7.0.2 für mein iPad zu Installation bereit ist. Ich habe eine Weile überlegt ob ich dieses Upgrade wirklich ausführen soll und habe eine Weile versucht im Internet Stimmen von Anwendern zu finden die diesen Schritt bereits gegangen sind. Viel habe ich nicht gefunden, aber die wenigen Stimmen waren überwiegend positiv. Also los…

Über die Systemeinstellungen kann das Update gestartet werden. Der gesamte Prozess nimmt etwa 90 Minuten in Anspruch, der Akku sollte gut geladen sein. Im Zweifel empfiehlt sich der Anschluss an ein Netzgerät. Nach der Prozedur meldet sich das iPad dann in mehreren Sprachen – nette Idee 🙂

Das neue Design ist etwas bunter und verspielter als zuvor. Apple ist mit iPhone & Co. auf dem asiatischen Markt weniger stark als in Europa und den USA. In Asien verkaufen sich kleine hübsche bunte Dinge erfahrungsgemäß besser. Bereits beim Design von Windows XP hat Microsoft diesen Schritt gemacht und sein Betriebssystem den Wünschen der asiatischen Kunden angepasst. Nun ist Apple mit iOS 7 an der Reihe…

Die bisher bekannte Multitasking-Bedienung ist eines der ersten Merkmale das mit ins Auge sticht weil es deutliche Änderungen erfahren hat. Wer früher mit vier Fingern von unten nach oben über das Display gewischt hat bekam eine Liste der letzten Anwendungen angezeigt. Diese bekommt man jetzt als Vorschaubild in Form einer Galerie zu sehen. Mit einem Finger kann man die Anwendungen nach oben „wegwischen“ – sie werden dann vollständig beendet. Alternativ kann man auch den Home-Button zweimal schnell nacheinander drücken.

Die Fotosammlung wurde ebenfalls komplett überarbeitet.

Auch bei den Systemeinstellungen gibt es einige unscheinbare Neuerungen.

Der iTunes Store hat ein neues Outfit erhalten, bei der Funktionalität sind mit bislang keine Unterschiede aufgefallen.

Im App-Store kann nun eine Einstellung vorgenommen werden die eine automatische Aktualisierung aller APPs ermöglicht. Sobald ein WLAN verfügbar ist können sie sich dann schnell mal selbständig updaten. Was ich davon halten soll weiß ich noch nicht, praktisch scheint es jedenfalls zu sein.

Einige APPs haben in Verbindung mit iOS 7 gleich ein komplettes Redesign erhalten. Ein Beispiel ist die Vimeo-APP.

Nach der Anmeldung kann man seine Vimeo Videos sehen. Neu ist ein Feature, dass einige der aktuellsten Videos automatisch auf dem iPad speichern kann. So kann man diese Videos auch mal offline im Flugzeug anschauen.

Der Zeitungskiosk wurde auch überarbeitet. Statt der Nachbildung eines Holzregals gibt es jetzt gestapelte Farbverläufe.

Bei den Angeboten hat sich allerdings nichts geändert und vieles ist hier beim Alten geblieben.

Auffällig sind auch die Neuerungen beim Safari Internet-Browser. Ein separates Suchfeld gibt es nicht mehr. Wie bei Windows 8 gibt man Suchbegriffe nun einfach in der Adresszeile ein und wird an die eingestellte Internet-Suchmaschine weitergeleitet. Außerdem gibt es jetzt ein Art „Homepage“ auf der Verknüpfungen zu häufig genutzten Web-Angeboten für den schnellen Zugriff abgelegt werden können.

Mein BLOG anscharius.net wird wie zuvor angezeigt. Auch die Gesten funktionieren noch wie gewohnt und wem die Schriftgröße zu klein ist, der kann die Textspalte mit einer schnellen Spreizgeste schnell auf das volle Displayformat bringen. Es gibt Dinge die sind so gut, dass man sie nicht ändern sollte 🙂

Wer mehrere Apple-Geräte benutzt kann nun einzelne Tabs auch in seiner persönlichen iCloud speichern und so mit anderen Geräten synchronisieren – sehr praktisch!

Wer mit dem iPad gern Musik hört kann mit einem Finger auf dem Display von unten nach oben streichen und so den Kontrollbereich einblenden. Ganz gleich mit welcher Anwendung man gerade arbeitet, hier kann man schnell zu einem anderen Song wechseln und vieles mehr – auch sehr praktisch!

Wer ein Apple TV hat wird sich freuen, dass das AirPlay weiterhin sehr gut funktioniert – vorausgesetzt man hat einen aktuellen WLAN-Router. Ich hatte eine Weile eine wirklich alte FritzBox mit der es nicht funktioniert hat. Nach dem Wechsel von der Telekom zu einem anderen Provider gab es vor zwei Jahren eine neue FritzBox und damit klappt das Airplay nun ganz vorzüglich.

Die Weltzeit-Uhr gibt es weiterhin, man kann sich mit dem iPad wecken lassen, es als Stoppuhr für das Kochen der Frühstückseier verwenden, auch hier haben sich nur einige kleine Änderungen des Design ergeben.

Der Zugriff auf Filme, TV-Sendungen und Musikvideos ist unverändert geblieben.

Nachdem der Rauswurf von „Google-Maps“ im ersten Wurf nicht wirklich viele Freunde gefunden hat, ist die Kartenanwendung nun deutlich erwachsener geworden. Wie bei Google Maps kann man nun bspw. ein Layer mit Stauangaben einblenden, sehr praktisch!

Eine Umschaltung zwischen 2D und 3D Ansicht gibt es auch und einige wichtige deutsche Gebäude werden jetzt als tolles 3D-Modell angezeigt.

So kann beispielsweise der Kölner Dom munter hin und her gedreht und von allen Seiten aus unterschiedlichen Höhen betrachtet werden. Auch das Kölner Stadtumfeld wird sehr schön abgebildet – Ein echter Pluspunkt!

Am Erscheinungsbild der Musikanwendung haben sich einige Änderungen ergeben.

Kommen wir zu einigen sehr coolen APPs die eigentlich mit iOS 7 nichts zu tun haben, die aber unter iOS 7 sehr gut funktionieren. Eine meiner Lieblingsanwendungen ist iGeoPix. Diese APP kombiniert eine Kartendarstellung mit dem Schnellzugriff auf Bilder des Bilderdienstes „Panoramio“. Eine sehr schicke APP um schnell neue lohnende Fotomotive zu entdecken!

Sehr geil ist die APP KORG ELECTRIBE, sie kommt im Gewand eines Drumcomputers daher und bietet tatsächlich viele Features die sich hinter einer echten Hardwarelösung nicht verstecken müssen.

Auch die diversen virtuellen Synthesizer für das iPad funktionieren mit iOS auf den ersten Blick wirklich gut.

Wer Gitarre spielt und den ein oder anderen neuen Song lernen möchte, dem sei die APP „Songsterr“ (Siehe auch http://http://www.songsterr.com) sehr ans Herz gelegt!

Mit der Apple APP „Pages“ lassen sich Präsentationen erstellen und ggfs. via Apple TV und Beamer vorführen. Die APP ist recht preiswert und bietet einen überraschend großen Funktionsumfang.

Die Anordnung der Spotlight-Suche wurde geändert. Früher hat man vom „Home-Screen“ nach links gewischt und konnte dann sein iPad durchsuchen. Mit iOS 7 wischt man, ganz gleich auf welcher Page man sich befindet, einfach von oben nach unten über das Display und es öffnet sich die Spotlight-Suche. Auch sehr praktisch!

Mit der APP FlickStackr kann man sehr schnell und überaus effizient durch das Angebot des Bilderdienstes flickr.com navigieren.

Über die Schaltfläche oben rechts ist ein Wechsel zwischen der großen Ansicht und den technischen Details (EXIF-Viewer) möglich. Außerdem können Bilder sehr einfach bei Facebook & Co. geteilt werden. Diese APP sollte jeder flickr-User auf seinem iPad haben!

Fazit

Auf den ersten Blick scheint Apple mit dem neuen iOS 7 ein großer Wurf gelungen zu sein. Der befürchtete Einbruch in der Performance ist ausgeblieben, vielmehr fühlt sich mein inzwischen recht altes iPad II mit iOS 7 sogar etwas flüssiger an. Im Zuge der Einführung von iOS 7 haben viele APPs durch ihre Entwickler ebenfalls ein „Brush-Up“ erfahren, was vielen APPs wirklich gut getan hat.

Alles in allem bin ich mit diesem kostenlosen Update aktuell mehr als glücklich. Mein altes iPad II fühlt sich mit iOS 7 fast wie ein neues Gerät an, daher würde ich sagen:

  • DAUMEN HOCH für iOS 7

Nikon 1V1 und 1J2 – Testvideo in 1080p

Final Cut Pro X - Retina Display

In dieser Woche war ich einmal wieder in Otzenhausen bei Trier. Auf dem Heimweg hatte ich kurz Gelegenheit die Nikon 1V1 und ihr kleineres Pedant die Nikon 1J2 in der Flugzeugausstellung in der Nähe von Hermeskeil zu testen. Diese Location habe ich auf dem Heimweg von Otzenhausen schon mehrfach besucht, zuletzt mit der umwerfend guten Fuji Finepix X100.

Leider war nicht viel Zeit und so konnte ich nur das 10mm, das 30-110mm und das famose 6,7-13mm Weitwinkel ausprobieren. Alle Sequenzen bei denen die Kamera still steht oder gezoomt wird habe ich mit der Nikon 1V1 gefilmt. Die „Wackelkamera“ ist stets die kleine Nikon 1J2. Einige Sequenzen habe ich nachträglich mit Final Cut Pro X „stabilisiert“. Das funktioniert leider nur in gewissen Grenzen und kann ein gutes Schwebestativ nicht ersetzen. Wer genau hinschaut wird die stabilisierten Szenen schnell entdecken, das Bild sieht dort ein wenig aus wie „Wackelpudding“.

Wirklich positiv überrascht bin ich von der Bildqualität der Nikon 1 bei wenig Licht. Eigentlich sind Szenen bei wenig Licht und entsprechend hohen ISO-Werten nicht das beste Terrain für die Modelle der Nikon 1 Serie. Aber leichtes Bildrauschen das bei Fotos mit rund 10.000.000 Pixeln in der 1:1 Ansicht etwas störend auffallen würde, kann im HD-Format – also bei 1920 x 1080 Pixeln – weitgehend vernachlässigt werden.

Nikon_1_J2_1_Nikkor_11-27

In vielen Foto-Foren posten selbsternannte Experten seit dem Erscheinen der Nikon 1 immer wieder negative Beurteilungen, häufig ohne diese Kameras jemals wirklich benutzt zu haben. Wenn man den ursprünglichen Verkaufspreis dieser Kameras bedenkt, mag man das verstehen. Aber besonders die Nikon 1V1 und die 1J2 sind im letzten Jahr sehr stark im Preis gefallen und nun mit etwas Glück zu 1/4 der ursprünglichen Preisempfehlung erhältlich. Leider ist das Zubehör teilweise noch relativ teuer und es ist für mich auch ein wenig unverständlich warum man der Nikon 1V1 zwar den großen Akku der D800 spendiert hat, aber auf einen „normalen“ Blitzschuh verzichtet hat.

Auch ist es etwas ärgerlich, dass diese moderne Kamera Belichtungsreihen nur mit „Trick 17“ aufnehmen kann. Zudem ist es unverständlich warum der Autofokus mit nur einem Messfeld arbeitet sobald man über den teuren FT-1 Adapter ein „erwachsenes“ Nikon AF-S Objektiv anschließt. Aber das sind kleine Wermutstropfen die wohl sein mussten, damit sich die teureren und ertragstärkeren DSLR-Kameras weiterhin gut verkaufen. Hat man sich damit abgefunden, kann man mit der Nikon 1 durchaus eine Menge Spaß haben und sich an der Kombination aus sinnvollem Zubehör und der (gemessen am Preis) sehr guten Bildqualität freuen.

Spannend war es für mich auch auf meinem neuen MacBook mit Retina Display in einer Auflösung von 2880 x 1800 Pixeln ein Video mit Final Cut Pro X zu schneiden. Das Bild ganz oben ist ein Screenshot in voller Auflösung, einfach anklicken – it’s cool man – gell?

Aber genug der Vorrede und jetzt „Film ab“ 🙂

Fazit

Auch wenn die Software der Nikon 1J2 etwas moderner ist als die der einige Monate früher erschienenen Nikon 1V2, so gibt es bei der Bildqualität keinen wirklich sichtbaren Unterschied. In halbwegs gut ausgeleuchteten Innenräumen schlägt sich die Kamera selbst bei eingeschalteter ISO-Automatik (ISO 100-3200) überraschend gut. Besonders bei HD Videos ist das Bildrauschen erfreulich gering. „Echte“ Consumer-Videokameras haben häufig einen deutlich kleineren Chip und sind damit meist erheblich anfälliger für Bildrauschen bei hohen ISO-Warten.

DIe Nikon 1V1 ist der Sieger wenn es um das Zubehör geht. Vom zusätzlichen Handgriff, über Blitzlicht und GPS-Empfänger gibt es sinnvolles Zubehör, dass sich leider an der Nikon 1J2 nicht verwenden lässt. Der Autofokus arbeitet überraschend schnell und präzise und mit dem 2.8/10mm ist eine recht lichtstarke Festbrennweite verfügbar die mit guter Abbildungsqualität bei kaum sichtbarer Verzeichnung punktet. Das relativ teure AF-S VR 6.7-13mm Weitwinkel hat ein 52mm Filtergewinde. Damit ist es prädestiniert für die Nutzung bereits vorhandener Verlaufsfilter usw.

Der Akku der Nikon 1V1 kann auch in der Nikon D7000 oder bspw. der Nikon D800 verwendet werden. Er bietet eine deutlich höhere „Laufzeit“ als der kleinere Akku der Nikon 1J2.

Wer eine kleine leichte Ergänzung zu einer vorhandenen Nikon Fotoausrüstung sucht, der sollte sich die Nikon 1V1 mal genauer anschauen. Er einen kleinen leichten Begleiter für die Reise sucht, mit dem kleinen Akku, dem eingebauten Blitzlicht klar kommt und kein GPS benötigt, der kann mit gutem Gewissen zur Nikon 1J2 greifen.

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Nik Color Efex Pro – Teil 3

Nikon D800E - SAMYANG 2.8/14mm

(Foto aus dem Beispiel-Video – Anklicken für HD-Auflösung)

In den beiden letzten Artikeln habe ich Euch bereits einige Features der Bildbearbeitungsprogramme NIK Color Efex und NIK HDR Efex vorgestellt. Gestern hatte ich zu fortgeschrittener Stunde endlich die Möglichkeit meine neue Hauppauge HD-PVR2 auszupacken und zwischen mein Apple TV und meinen Fernseher zu hängen. Die Verkabelung ist recht einfach. Vom HDMI-Ausgang des Apple-TV geht es in den HDMI-Eingang der HD-PVR2. Von dort dann mit einem zweiten HDMI Kabel direkt in den Fernseher. Die Hauppauge HD-PVR2 hat noch einen USB-Anschluß. Dort wird ein recht langes USB-Kabel eingesteckt über das das Video-Signal aufgenommen werden kann.

Für die Aufnahme gibt es vom Hersteller sogar eine Software die auf meinem MacBook Pro sehr gut funktioniert. Um für einen ersten Test ein Signal zu haben das sich via HD-PVR2 aufzeichnen lässt, habe ich einfach bei einem neuen MacBook das Airplay via Apple-TV aktiviert. Das MacBook kann man so konfigurieren, dass es automatisch die Auflösung des Fernsehers übernimmt. So hatte ich ein schönes FULL HD Signal, das ich gleich wieder mit dem Notebook aufgenommen habe das dieses Signal eigentlich produziert hat.

Das war gewissermaßen „von hinten durch das Auge geschossen“ – aber es sollte ja auch nur ein kleiner Test sein. Beim Anschauen des Test-Videos kam mir dann die Idee, daraus ein kleines Tutorial zu machen. Final Cut Pro X war gerade frisch installiert und so konnte ich gleich schauen wie sich diese Software mit dem extrem hochauflösenden Retina-Display (2880 x 1800 Pixel) schlägt. Die Tonspur habe ich übrigens mit meinem t.bone USB Mikrofon aufgenommen. Hier habe ich einen Screenshot der Video-Bearbeitungssoftware in voller Retina-Auflösung – das ist schon cool! (Einfach anklicken…)

Bildschirmfoto 2013-09-26 um 00.03.21

Hier nun das fertige YouTube-Video in voller HD-Auflösung:

Sowohl Photoshop CS6, als auch die Tools der NIK Collection und Final Cut Pro X funktionieren mit dem Retina Display wirklich gut. Überraschend gut funktioniert auch die Skalierung des Retina Displays. Aufgrund der extrem hohen Pixeldichte kann man endlich auf in Auflösungen arbeiten die von der nativen Auflösung des Displays abweichen. Bei „normalen“ LCDs wird dann meist alles Unscharf und unschön, ganz anders beim Retina Display. Dieses Display ist das mit großem Abstand allerbeste Display das ich in den letzten 30 Jahren benutzen durfte!!

Einige Leser haben mich gefragt ob die NIK Tools denn auch mit Aperture von Apple funktionieren? Um dies zu testen habe ich eben eine etwas ältere Version von Apple Aperture installiert (Version 3.1.4). Wohlgemerkt habe ich Aperture NACH den NIK Tools installiert. Und siehe da, die NIK PlugIns sind trotzdem auf Anhieb verfügbar – Super!

Bildschirmfoto 2013-09-26 um 18.22.13

Bisher habe ich Euch nur die Color Efex und HDR Efex vorgestellt. Hier habe ich jetzt noch einen Screenshot der Silver Efex, die wirklich tolle Möglichkeiten für die Schwarz-Weiss Konvertierung digitaler Fotos bieten. Wer mehr über die einzelnen Komponenten der NIK Collection wissen möchte, der sollte sich die Videos anschauen, die ich im letzten Artikel verknüpft habe.

Bildschirmfoto 2013-09-26 um 18.22.49

Fazit

Es funktioniert alles zusammen wirklich gut. Das neue MacBook verrichtet seine Arbeit in jeder Beziehung ganz ausgezeichnet. Das AirPlay via FritzBox klappt mit einer Verzögerung von etwa 0,5s ganz vorzüglich. Die Skalierung auf das Format des Full-HD Fernsehers klappt automatisch und das Abgreifen des Signals via Hauppauge HD-PVR2 ist sensationell einfach. Es ist eine passende Software für OS-X verfügbar und mit einem speziellen HDMI-Kabel kann ich auch viele digitale Kameras an die HD-PVR2 anschließen.

In den nächsten Wochen werde ich mal schauen wie sich diese Features für die Erstellung von Reviews usw. einsetzen lassen. Endlich kann man bspw. APPs für das iPad in guter Qualität vorstellen und durch die Menüstrukturen einer Nikon D800 navigieren ohne das Geschehen mit einer zweiten Kamera vom Display der D800 abfilmen zu müssen. Für den Winter bin ich also gerüstet und es wird mir während der langen kalten dunklen Nächte die uns sehr bald bevorstehen werden nicht langweilig werden 🙂

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich mich im Video etwas vertan habe. Das SAMYANG-Objektiv hat natürlich 14mm nicht 15mm Brennweite – wie konnte ich das nur vergessen…

Bildbearbeitung mit Nik Color Efex Pro 4.0

Vor ein paar Tagen habe ich mein inzwischen etwas betagtes 13″ MacBook gegen ein aktuelle Höllenmaschine mit 16GB Arbeitsspeicher, einer 512GB SSD und einem famosen Retina-Display ersetzt. Wie bei jedem Tausch eines Rechners war daher auch diesmal eine ziemliche „Installationsorgie“ notwendig. Nachdem alles installiert war habe ich das neue Display ein wenig mit Photoshop CS6 auf die „Probe“ gestellt. Dabei kam mir die Idee endlich die Nik Color Efex Pro 4.0 zu kaufen und auf diesem tollen neuen Notebook zu installieren. Zu kaufen gibt es diese Software online via Google Nik Collection zum Preis von 149,- $ (ca. 112,- €). Der Kauf ist sehr einfach und der Kaufpreis kann bequem bspw. via Paypal bezahlt werden.

Bildschirmfoto 2013-09-22 um 20.11.38

Die Nik Color Efex Pro 4.0 sind eine Sammlung diverser Tools für die Bildbearbeitung. Nach der Installation hat sich diese Software sehr elegant in Photoshop CS6 integriert, hier gibt es also keinen „Medienbruch“. Für die Nutzung ist kein Wechsel zu einer separaten Software notwendig, alle Arbeitsschritte können innerhalb von Photoshop erfolgen. Bereits nach den ersten „Testbildern“ ist mir diese Software sehr an Herz gewachsen. Gezielt eingesetzt kann man seine Bilder damit sehr subtil aufbessern. Aber es sind auch krasse Bearbeitungen wie im folgenden Bild möglich.

Hier habe ich für Euch ein relativ langweiliges Bild das im Jahr 2011 auf dem Weg nach Walker in Kalifornien entstanden ist.

DSC_3372

Die zu diesem Bild gehörende RAW-Datei habe ich mit Photoshop CS6 geöffnet und anschließend mit den Tools „Color Efex Pro“ und danach „HDR Efex Pro“ bearbeitet. Dabei habe ich einfach einige der vielen Voreinstellungen verwendet. Die gesamt Bearbeitungszeit für dieses Foto betrug kaum eine Minute und das Ergebnis ist ein echter Hingucker. Auch wenn das Ergebnis mit einer Fotografie nicht mehr wirklich viel zu tun hat und es sieht mehr nach einem Gemälde oder einer gerenderten künstlichen Landschaft aussieht, es hat was – meine ganz persönliche Meinung.

(Alle Beispiele sind 1920 Pixel breit, einfach anklicken und via flickr.com in Originalgröße anschauen)

Supernatural California - Nikon D300

Weniger stark übertrieben ist der Einsatz beim folgenden Foto ausgefallen. Hier sehen wir einen im Original etwas langweilige Szenerie aus den Nevada Mountains die Kalifornien und Nevada trennen. Auch hier war die Bearbeitungszeit nicht wirklich lang und das Ergebnis gefällt mir wirklich gut. Um der Bildwirkung Rechnung zu tragen habe ich diese Fotos bei flickr.com im Album „Supernatural Landscapes“ abgelegt.

Supernatural California #2 - Nikon D300

Hier habe ich noch ein alt bekanntes Motiv, das ich zuerst im Jahr 2005 mit einer Nikon D2x und dem Nikon AF-D 80-400mm aufgenommen habe. Fast 6 Jahre später habe ich das gleiche Motiv mit einer Nikon D700 und dem Höllentele Nikkor AF-S VR 4/200-400mm aufgenommen. Dieses Foto habe ich mir erneut vorgeknöpft und das RAW-Bild mit den Nik Color Efex bearbeitet. Hier fällt die Bearbeitung nun deutlich dezenter aus und das Ergebnis gefällt mir wirklich gut.

La Casa de Dios

Kommen wir zu einem Foto das vor etwas acht Wochen während einer Motorradtour mit der Nikon 1 J2 entstanden ist. Die Gegenlichtsituation war schwierig und der kleine Chip schien zunächst deutlich überfordert zu sein. Die JPG-Datei zeigte besonders in den hellen Bereichen nahezu keine Zeichnung mehr. Umso mehr war ich erstaunt was die Nik HDR Efex in diesem Bild sichtbar machen konnten.

Nikon_1V1_DSC_5661

Hier ein zweites weitere Beispiele die während dieser Motorradtour entstanden sind.

Nikon_1V1_DSC_5572

Nikon_1V1_DSC_5522

Hier habe ich noch einen direkten A/B Vergleich zwischen einer JPG-Datei so wie sie meine Nikon D300 geliefert und hat und einer etwas übertriebenen Bearbeitung mit den NIK Filtern.

Supernatural-California #3 - Nikon D300

Supernatural-California-3-Original

Fazit

Wer einen Weg zur überaus effizienten Nachbearbeitung seines Bildmaterials sucht und wie ich in der Landschaftsfotografie einen etwas „übernatürlichen“ Look seiner Fotos mag, der kommt für ca. 112,- Euro mit den Tools der Nik Collection sehr schnell ans Ziel. Doch der Leistungsumfang dieser Software geht weit über die hier gezeigten Beispiele hinaus. Die enthaltenen Tools für das gezielte „Nachschärfen“ und Schwarz-Weiß Konvertierungen werde ich in den kommenden Wochen näher unter die Lupe nehmen und für Euch immer wieder entsprechend markierte Beispielfotos bei flickr.com posten.

Wer mag kann mich auch bei facebook adden und dort mit mir alle Themen der Fotografie diskutieren.