Fuji X100 – Hands-On und Review

Es ist einer dieser Tage, draußen ist es kalt, ich bin eigentlich müde und abgekämpft aber ohne einen neuen Artikel oder ein Video schlafen zu gehen ist auch nicht befriedigend. Was könnte ich heute mal machen? In meinem Mainzer-Appartement sind die Mittel sehr begrenzt. Aber ich habe ein kleines Stativ, die Nikon P7100 und die neue Fuji X100 dabei. Außerdem noch den ZOOM H2 Audio-Recorder und meinen getunten Mac Mini. Damit sollte sich doch etwas anstellen lassen…

Also wird das kleine Appartement wieder umgeräumt und ich wage mich an eine Vorstellung der neuen Fuji X100. Als alles im Kasten ist wird es am MacMini in iMovie importiert. Das dauert fast eine halbe Stunde… Parallel kopiere ich schon einmal die Tonspur auf die externe 2TB Festplatte. Dann versuche ich sie mit Wavelab LE7 zu öffnen und auf eine sinnvolle Lautstärke zu bringen. Aber Wavelab schimpft mich immer wieder aus, dass der 48 kHz Modus an der Soundkarte nicht aktiviert werden kann. Meine „Soundkarte“ ist ein Roland UA-25X USB-Audiointerface. Nach einer Weile erinnere ich mich, dass es auf der Rückseite einen Schiebeschalter gibt. Aha, der steht auf 44,1 kHz. Ich stelle ihn auf 48 kHz, kein Unterschied. Vielleicht muss ich neu booten, also wird der Mac neu gestartet. Einige Minuten später ist immer noch alles beim alten. Hm, was ist los? Ich suche das Web nach einem Treiber ab und werde fündig. Der Treiber ist schnell installiert, nun nur noch den Mac neu starten. Aber er fährt nicht mehr herunter. Ich warte eine Weile, nichts passiert, also halte ich den Power-Knopf eine Weile gedrückt bis er sich ausschaltet. Danach fährt er nicht mehr hoch! So ein Mist, da soll mir noch mal einer dieser gestylten Apple-Verkäufer erzählen, dass bei einem Mac immer alles wie von Geisterhand ganz allein funktioniert…

Mac an, Mac aus, Mac an, Mac aus, er bleibt immer wieder hängen. Also suche ich via Smartphone im Web nach einer Lösung. Da ist was, ich kann unmittelbar nach dem Start die Shift-Taste gedrückt halten, das soll einen Start im abgesicherten Modus bewirken. Beim dritten Anlauf scheint es zu klappen. Aber der Mac bleibt wieder hängen. Ok, schauen wir weiter, das D kann man drücken, nächster Versuch, auch nichts… So geht das eine Weile, bis ich irgendwann mal auf die Toilette muss. Als ich zurück bin sehe ich den blauen Desktop und es werden gerade die Ions aufgebaut. Na, geht doch!

Ich starte Wavelab aber das 48 kHz Problem ist immer noch da! Egal, ich konvertiere einfach die Datei in 44,1 kHz, dann kann ich sie komprimieren und lauter machen. Danach wieder in 48 kHz zurück verwandeln und speichern. Nach etwa zwei Stunden habe ich eine laute Tonspur, war doch ganz einfach… Nur wie kriege ich die jetzt mit meinem Video zusammen?

Ich starte iMovie und ziehe das Video in den Schneidebereich. Aus dem Finder wird die externe Tonspur dazu „geworfen“. Zu Beginn der Aufnahme habe ich kurz in die Hände geklatscht, das sieht man in der Wellenform-Darstellung ganz deutlich. So kann ich die „gute“ externe Tonspur ganz einfach mit der Tonspur aus den eigebauten Mikros der Nikon P7100 synchronisieren. Danach wird die Original-Tonspur stumm geschaltet, nun klingt das schon ganz ordentlich. Aber jedes mal wenn ich  das Video schneide wird die Tonspur nicht geschnitten und sie muss immer wieder neu angeordnet werden damit der Ton Lippen-Synchron bleibt. Das geht irgendwie gar nicht. Also stoße ich einen Export des gesamten ungeschnittenen Videos mit der neuen Tonspur an. Später kann ich es wieder importieren und dann so schneiden wie ich es gewohnt bin. Aber der Export für 20 Minuten Video-Rohmaterial soll 40 Minuten dauern. Danach muss ich es wieder importieren, schneiden, wieder exportieren und dann bei YouTube hochladen. Ob das heute noch klappt?

Während iMovie exportiert habe ich eine Idee! Ich starte einfach mal Logic Pro 9.1.4 und ziehe vom Finder mein Roh-Video hinein. Und siehe da, nach etwa einer Minute hat Logic Pro das Video importiert und die Audiospur separiert! Nun schiebe ich die gute Tonspur aus meinem ZOOM H2 vom Finder ebenfalls in Logic Pro. Einige Sekunden später kann ich beide Spuren untereinander sehen und anhand der Wellenformdarstellung und meines „Hand-Claps“ exakt ausrichten. Dann benutze ich je eines der Compressor- und Limiter-Plugins und Sekunden später habe ich eine schöne laute Tonspur, genial! Der Export geht schnell, es dauert etwa 4 Minuten. Super!

Danach breche ich den Export von iMovie ab, importiere das Video mit der neuen Tonspur und kann beginnen die Versprecher heraus zu schneiden. Gegen 24h habe ich dann die Idee, mit der Nikon P7100 im Macro-Modus das Display der X100 zu filmen und etwas zu den Settings zu erzählen. Das könnte ganz interessant sein und die Bedienungsanleitung ersetzen. Eine Stunde später ist auch dieses Video in iMovie importiert. Auf das Hin und Her mit der separaten Tonspur verzichte ich einfach mal. Danach nehme ich mit meinem HTC Desire HD noch einige kurze Sequenzen auf, bei denen ich direkt in den Hybridsucher der X100 schaue.

Um 2h morgens ist das Video dann geschnitten. Nun muss es exportiert werden, das soll drei Stunden dauern… Endlich kann ich schlafen! Am nächsten Morgen ist der Mac fertig mit dem Export. Nun muss es in Richtung YouTube hochgeladen werden. Ich verwende Google Chrome, dieser Browser soll beim Upload auch Unterbrechungen der Netzverbindung verkraften. Als ich aus der Dusche komme steht da zu lesen „Video wird hochgeladen. Verbleibende Zeit 578 Minuten…“ Na prima, ob das gut geht? Egal, ich gehe nebenan im Hotel frühstücken und wandere etwas später zu Fuß durch das Schneetreiben ins Büro.

Als ich spät am Abend zurück bin ist der Upload tatsächlich erfolgreich abgeschlossen, der Wahnsinn!

Nur kurz einen kleinen Artikel dazu schreiben – ihr lest ihn gerade – das Video verknüpfen und schon ist wieder ein neuer Post fertig – war doch ganz einfach…

Auf meinem heimischen DELL 3GHz Quad-Core hätte ich das Video in einer halben Stunde geschnitten, inkl. der neuen Tonspur! Dieser Mac und sein iMovie ist ja nett, aber wenn man wirklich „arbeiten“ will, dann sollte man sich einen echten Männercomputer zur Hand nehmen. Ok ok, der Mac sieht besser aus, aber für das was er gekostet hat bekommt man einen echt höllisch schnellen PC. Und die Probleme mit dem Neustart nach der Treiberinstallation zeigen mir einmal mehr, dass die toll gestylten Apple-Verkäufer die im Saturn und beim MediaMarkt regelmäßig die Windows-PCs verteufeln einfach keine Ahnung haben 🙂

Nikon P7100 – Perfect Colors

Wieder einmal bin ich auf Reisen und auch heute ist es einer dieser kalten einsamen Winterabende im Hotel. Viel Equipment habe ich nicht dabei, nur mein MacBook, ein einfaches Stativ, meine Nikon P7100 und ein Zoom H2. Es ist schon spät und ich bin müde, aber mir geht seit ein Stunden ein Thema zu einem neuen Tutorial durch den Kopf. Also wird gegen 23h noch schnell ein wenig improvisiert. Die Möbel werden zur Seite gerückt, die Lampen hin und her geschwenkt, die P7100 kommt auf das Stativ, der Weißabgleich wird manuell ausgeführt, das Zoom H2 gestartet und los geht es.

Etwa eine Stunde später ist das neue Video auf meinem MacBook. Es besteht aus zwei Teilen, also ’schnell‘ alles mit iMovie importieren. Der Import ist leider nicht wirklich schnell sondern dauert fast 30 Minuten. Danach will ich noch die Audiospur aus dem Zoom H2 dazu mischen… Doch was ist das? Mitten im Kopiervorgang bricht es ab. Der kleine Mac zeigt die SD-Karte aus dem Zoom H2 nicht mehr an. Ich probiere hin und her und hin und her – aber es will nicht klappen. Meine tolle hochwertige Audiospur ist weg und die SD-Karte ist kaputt. Ein wenig herumgezickt hat sie schon des öfteren, aber nun erscheint es mir irreparabel.

So ein Mist, nun habe ich nur den minderwertigen Ton aus dem Kamera-Mikros und aus dem Mikro das in mein MacBook eingebaut ist. Man hört jedes Tastenklicken und irgendwelche Störgeräusche sind auch im Hintergrund zu vernehmen. Aber es hilft ja nichts…

Also versuche ich zu retten was zu retten ist. Mitten in der Nacht ist das Video fertig, es hat nun doch fast vier Stunden gedauert. Noch schnell hochladen in Richtung YouTube. Die Videodatei ist „nur“ 665MB groß – die Nikon P7100 kann kein Full HD! Trotzdem dauert es wirklich lange. Als ich am anderen Morgen vom Frühstück zurück komme, ist der Upload immer noch nicht fertig. Also lasse ich mein MacBook den ganzen Tag über vor sich hin laufen, irgendwann sollte der Upload doch endlich einmal fertig werden…

Als ich abends heim komme ist der Upload abgebrochen. So ein Mist, ich muss ihn erneut starten. Diesmal nehme ich Google Chrome. Irgendwo habe ich gelesen, dass Google Chrome bei Unterbrechungen der Internet-Verbindung da weiter macht wo es die Unterbrechung gab. Na, schauen wir mal ob das klappt…

Und es klappt! Knapp fünf Stunden hat es gedauert und nun ist mein neues Video online. Es muss noch bei YouTube verarbeitet werden, das dauert nochmals etwa eine Stunde. Alles in allem hat es also fast 30 Stunden benötigt dieses Video zu machen. Ok, ich habe zwischendurch geschlafen, gearbeitet und war nebenan im Supermarkt um mir eine neue SD Karte zu kaufen…

Bitte entschuldigt den schlechten teilweise recht leisen Ton. Ich hoffe Ihr könnt trotzdem ein paar neue Infos mitnehmen. Ok, jetzt aber viel Spaß mit meinem neuen Tutorial…

Und hier einige der Testbilder aus der Nikon P7100 in voller Größe – einfach anklicken…

 

Nikon D4 – Kaufen in den USA oder nicht?

Eben habe ich auf die Frage eines Lesers geantwortet. Während ich meine Antwort zusammengeschrieben habe kam mir der Gedanke, dass ich hieraus diesen gesonderten kurzen Artikel machen sollte, weil dieses Thema sicher viele unter Euch interessiert.

Hier die Frage:

Lieber Ansgar, zuerst möchte ich feststellen, daß ich Ihren Blog mit wirklich großem Interesse verfolge. Zur Nikon D4 ist zu sagen, daß sie, so scheint es zumindest, ein wirkliches Prachtstück geworden ist. Was ich aber wirklich nicht verstehe ist die Preisgestaltung. In den USA wird sie im Handel für $ 5.999,- von Nikon angeboten, in Deutschland werden dafür Euro 5.930,- veranschlagt. Ich kann hier keine echte Kalkulation erkennen. Mit freundlichen Grüßen M. Kluger

Dazu möchte ich an dieser Stelle ein paar Worte zur Preispolitik von Nikon, Apple & Co. loswerden. Während der letzten USA-Reisen habe ich häufig festgestellt, dass für viele Produkte der Preis in US-Dollar etwa dem Euro Preis in Deutschland entspricht. So gab es beispielsweise das iPad II in den USA bei BESTBUY oder Fry’s ab 500$ während es in Deutschland 500€ gekostet hat. Berücksichtigt man den Umrechnungskurs $ zu €, so wären viele Produkte in den USA deutlich preiswerter als in Deutschland. Aber man muss berücksichtigen, dass die USA eine geringere Mehrwertsteuer haben, die Kaufkraft allgemein etwas niedriger ist als in Deutschland, im Gegenzug der Markt aber ungleich größer ist. Würde man während einer Reise in den USA ein iPad zu 500$ kaufen und es offiziell einführen, so würden Einfuhrzoll und die deutsche Mehrwertsteuer fällig. Damit wäre der scheinbare Preisvorteil weitgehend ausgeglichen. Hier würde es sich also nur lohnen wenn man das Gerät „schmuggeln“ würde.

Genauso verhält es sich mit der Nikon D4! In den USA wird sie voraussichtlich einen Listenpreis von knapp 6.000$ und bei uns in Deutschland knapp 6.000€ haben.

Der heutige Dollarkurs beträgt 1.2713$ = 1€

Dann rechnen wir mal nach…

6.000$ / 1.2713 = 4719,58€

zzgl. 15% Einfuhrzoll = 4719,58€ * 1.15 = 5427,52€

zzgl. 19% MwSt = 5427,52€ * 1.19 = 6458,74€

Hier gibt es einige Infos des Deutschen Zoll zum Thema „Einfuhr von Waren aus Nicht-EU-Ländern

Damit hätten wir es schwarz auf weiß – eine in den USA gekaufte und offiziell nach Deutschland eingeführte Nikon D4 wäre damit sogar teurer! Hätte man die Kamera zum historischen Tiefstand des Dollars von 1.60$ = 1€ aus den USA einführen können, so hätte sie „nur“ 5131,88€ gekostet.

Ob sich ein Kauf in den USA lohnt, das hängt also ganz klar vom Wechselkurs ab. Unterhalb eines Wechselkurses von 1,34$ = 1€ ist es in Deutschland billiger und man kommt in den Genuß der Deutschen Garantie! Der einzige Weg eine teure Kamera „fast legal“ nach Deutschland einzuführen ist, den Karton etc. in den USA wegzuwerfen und sich vom dortigen Händler eine Quittung für ein Vorführmodell zum „Special Price“ ausstellen zu lassen. Was der deutsche Zoll davon anerkennt wenn man die Kamera mit den Gebrauchsspuren einer vielleicht 8 wöchigen Reise offiziell einführt, hängt von den Zöllnern ab. Es kann gut gehen, muss es aber nicht. Und man kann die Kamera bei einem Defekt innerhalb der Garantiezeit NICHT kostenlos in Deutschland reparieren lassen!

Ich hoffe damit ist klar, warum die D4 in den USA 6.000 Dollar und hier bei uns ca. 5.930 Euro kosten wird.

Update vom 17.05.2013

Ich habe die „Probe aufs Exempel“ gemacht und mir zum Preis von 999,- $ in den USA ein Objektiv bestellt. Welche Kosten für Versand, Einfuhrzoll, Steuern und Gebühren angefallen sind, das könnt Ihr hier nachlesen:

Nikon AW-100 – Fliegen mit German Wings

Während Sandra im Badezimmer ist, drehe ich mit der Nikon AW-100 eine letzte Runde auf unserer kleinen Finca. Bislang ist die AW-100 ungenutzt, daher will ich noch schnell einige kleine Abschiedsfotos damit machen.

Alle Bilder sind wie immer 1000 Pixel breit oder hoch – einfach anklicken um die 1000er Größe zu sehen…

Im letzten Jahr war es ein Desaster, der Rückflug mit German Wings war kein wirklich schönes Erlebnis. Heute geht es um 8h45 zum Frühstück. Die Crew der Finca San Juan ist noch ein wenig angeschlagen vom aufwändigen Weihnachtsdinner des Vorabends. Es war  spät und heute sind sie schon um seit 7h damit beschäftigt das Weihnachts-Brunchen vorzubereiten. Die Gastronomie ist kein einfaches Geschäft. Frühstück gibt es eigentlich ab 9h. Als ich um 8h45 vorsichtig nachschaue ist aber schon fast alles fertig und wir sind sofort ganz herzlich eingeladen, es uns ein letztes Mal so richtig gut schmecken zu lassen.

Der Abschied fällt schwer und ist wirklich herzlich. Um 9h20 sitzen wir in unserem silbernen Mietwagen und fahren ein letztes mal die vielen Kurven hinab zur Hauptstraße am Meer. Meinen USB-Stick habe ich schon „eingesammelt“ – nur so werde ich ihn mit Sicherheit nicht bei der Rückgabe des Mietwagens vergessen. So wird die Fahrt zum Südflughafen eine introvertierte stille Angelegenheit. Sandra und ich hängen unseren Gedanken nach, überlegen was es im schon fast vergangenen Jahr noch alles zu erledigen gilt. Ich lasse die vielen schönen Eindrücke Revue passieren. Der morgendliche Stau vor La Laguna bleibt heute aus, die Menschen sind noch daheim und genießen den freien Tag, es ist Weihnachten!

Ohne auch nur einen Stopp fahren wir entspannt zum Flughafen Tenerife-Sur. Es sind kaum Autos unterwegs, wir sind nach etwa 90 Minuten bei der Rückgabestation für Mietwagen. Unseren Wagen parken wir in der Parkbox Nr. 20. Es ist ein CICAR-Mitarbeiter in der Nähe, aber er ist mit einem anderen Auto beschäftigt. Also schließen wir das Auto ab, nehmen uns einen Gepäckwagen und wandern in Richtung Terminal. Beim CICAR-Schalter gebe ich kurz die Schlüssel ab und sage dem Mitarbeiter wo das Auto steht. Besser ist das, bei der vorletzten Teneriffa-Reise ist mir erst nach der Sicherheitskontrolle aufgefallen, dass ich die Autoschlüssel noch in der Hosentasche hatte. Damals musste ich wieder zurück, die Schlüssel abgeben und noch einmal durch die Sicherheitskontrolle. Heute denken wir rechtzeitig an unseren kleinen Zwischenstopp am CICAR-Schalter!

Der Check-In für unseren Flug mit German Wings ist am Schalter 25 und 26. Wir stellen uns am Schalter 26 an, es sind noch mehr als zwei Stunden bis zum Abflug, aber heute sind beide Schalter schon geöffnet. Vor uns stehen 5 Paare mit ihrem Gepäck. Wir bleiben dicht bei unseren Koffern. Der neueste „Trick“ der Diebe ist es, sich unter die Wartenden zu mischen und sich in einem unbemerkten Augenblick heimlich mit einer Notebooktasche oder anderen Wertgegenständen davonzuschleichen. Das wollen wir unbedingt vermeiden! Lange müssen wir nicht warten, nach etwa 20 Minuten sind wir an der Reihe. Zwischendurch mogelt sich scheinbar immer wieder ein Paar von der rechten Seite an den Schalter, aber es sieht nur so aus. Sie waren sehr früh hier und haben die Schlange angeführt. Aber ihr großer dunkelroter Koffer war viel zu schwer. Sie mussten auspacken, wegwerfen und ins Handgepäck umladen. Immer wenn ein Paar fertig ist, kommen sie dazwischen und wiegen ihr großes dunkelrotes Monstrum aus, immer wieder ist es noch zu schwer. Er schwitzt und ist total genervt, sie steht irgendwann ein wenig fassungslos daneben. Als wir an der Reihe sind unternimmt er einen neuen Versuch! Bingo, der Koffer hat endlich 20 Kilogramm. Sie dürfen passieren.

Nun kommt mein Koffer auf die Waage, was er wohl wiegen wird? Die Wage pendelt sich bei 20.0 KG ein – Punktlandung! Dann Sandras Koffer mit dazu, die Waage pendelt und zweigt 19,0 KG an – Bingo wir müssen nichts umpacken. Dass mein kleiner schwarzer neuer „Fotokoffer“ fast 16 KG wiegt kontrolliert niemand. Die Idee mit diesem kleinen neuen Koffer war gar nicht schlecht und sie ist viel bequemer als die ganze Zeit einen wirklich voll gepackten schweren Rucksack auf den Schultern zu tragen. Ich denke, dass ich das künftig genau so beibehalten werde. Vielleicht kommt dann aber der Fotorucksack in den Koffer. Das trägt sich einfacher und man hat noch Platz für eine Jacke und andere Kleinigkeiten, sehr praktisch!

Die nette Dame fragt uns sogar wo wir sitzen wollen. Ich wünsche mir einen Platz am Fenster auf der linken Seite, irgendwas zwischen Reihe 10 und 13. Und es klappt auf Anhieb, wir bekommen die Plätze 10A und 10B. Meist starten die Flieger in nördlicher Richtung, sitzt man links hat man einen schönen Blick auf den majestätischen Pico del Teide. Ich habe meine kleinen Nikon AW-100 in der Hemdtasche. Die ganzen Piepstöne habe ich ausgeschaltet und so will ich unbemerkt ein paar Bilder und Videos erstellen während wir starten.

Hier ein Handyfoto aus dem HTC-Desire HD…

Es geht zum Gate 29. Eine Weile später wird klar, das Gate hat sich geändert, wir müssen zu Gate 27. Kurz nachdem wir dort eintrudeln geht es schon los mit dem Boarding. Leider können wir nicht direkt in den Flieger marschieren sondern müssen mit dem Bus fahren. Wir bekommen einen Platz im ersten Bus. Als er voll ist, fährt er ein Stück vor und bleibt dann mit geöffneten Türen im Schatten stehen bis auch der zweite Bus startklar ist. Dann geht es quer über das Flugfeld zu unserem Airbus A319. Die Türen öffnen sich und die Menschen stürmen das Flugzeug als gäbe es dort 10 Exemplare des iPad II für 99,- Euro/Stück zu kaufen. Ich stürme mit ihnen die Gangway hinauf. Wir schaffen es mit dem ersten Schwung der Fluggäste in die Maschine. Ich finde einen Platz für meinen großen schweren Fotokoffer! Geschafft, wir sind drin! Meine Notebooktasche muss während des Starts auch nach oben, wir sitzen am Notausgang. Hey super, auch diese Rechnung ist aufgegangen. Wir sitzen nur zu zweit und haben richtig viel Beinfreiheit. So kann man auch mit German Wings fliegen!

Hier ein Handy-Knipsbild meines „Handgepäcks“. In diesem Koffer sind etliche Objektive sowie die D700 und die D7000 – 16 Kilo wiegt der Spaß – ohne Laptop…

Die Maschine startet auf die Minute genau um 12h40, es ist Weihnachten! Ich zücke meine kleine Nikon AW-100 und versuche sie so ruhig wie möglich zu halten, was gar nicht so einfach ist. Nach ein paar Minuten haben wir Teneriffa verlassen und der Pico del Tiede ist außer Sichtweite. Nach dem Sicherheits-Check hat Sandra noch belegte Brötchen und etwas kaltes zu trinken gekauft. So kann man es auch bei German Wings aushalten, man muss es nur wissen! Während die anderen Gäste später ständig in ihrem Handgepäck kramen und nach Geld für Getränke und kleine Snacks suchen, beißen wir genüsslich in unsere mitgebrachten Brötchen.

Hier ein paar Fotos die ich durch das Fenster des Notausganges mit der AW-100 gemacht habe. Die „Originale“ waren blass und hatten einen harten Cyan-Stich – daher habe ich sei ein wenig aufpoliert…

Nach dem Essen hole ich mein neues iPad heraus. Darauf sind noch zwei Filme die ich mir vor der Abreise in Deutschland von einigen DVDs auf das iPad kopiert habe. Dafür gibt es im Apple APP-Store ein kleines nettes Programm, die Qualität ist super und mit meinem BOSE Quiet-Comfort Kopfhörer ist sogar der Ton laut genug – super! Das iPad spielt beide Filme ab, insgesamt laufen sie über drei Stunden. Danach ist die Akku-Ladung noch bei 78%. Das ist wirklich cool, dieses Gerät würde also auch auf einem Interkontinental-Flug mehrere Filme abspielen. Ich denke eine Akku-Ladung würde locker für 8 bis 9 Stunden ausreichen, diese glänzende silberne Flunder ist eine wirklich gute Multimedia-Zentrale für lange Flüge.

Zurück zum Flug, während des Starts und einige Minuten danach ist der Himmel klar und der Pico del Teide wunderbar zu sehen. Später  fliegen wir über ein schier endloses Wolkenmeer. Als wir Spanien erreichen reißen die Wolken auf, die Sicht ist wunderbar und ich beginne mich auf daheim zu freuen. Während dessen denke ich mir, dass es dort unten geniale Strecken für eine wirklich lange Motorradtour geben müsste. Irgendwann würde ich das mal mit einer BMW R1200 GS ausprobieren.

Was man hier vom Flieger aus sieht scheint mir dieser Teil der Weltkarte zu sein.

Wenn ich mich nicht ganz doll verguckt habe ist es genau dieses Gebirge.

Die Ankunft in Köln ist auf die Minute genau pünktlich um 18h15, ich bin beeindruckt. Wie auf Teneriffa gibt es einen Bus-Shuttle zum alten Terminal. Dieses ist inzwischen komplett renoviert und man erkennt es kaum wieder. Unsere Koffer sind nach einige wenigen Minuten da, gleich nebenan gibt es für 1,- € einen Kofferwagen. Nun geht es los in Richtung P3, es ist ein Stück zu laufen und es tut nach dem langen Sitzen richtig gut. Kurz vor dem Übergang zu Terminal 1 ist auf der rechten Seite ein REWE-Markt. Ich passe kurz auf das Gepäck auf, Sandra geht schnell einkaufen. Was für ein toller Service, es ist Weihnachten und wir bekommen hier frisches Brot, Tomaten, Käse, Wurst, alles was das Herz begeht – super!

Nach 10 Minuten Fußweg sind wir am P3. Aus der Ferne hören wir eine Sirene, sie kommt näher. Ein Krankenwagen zischt um die Ecke, ein Polizeifahrzeug gleich hinterher. Als wir oben auf der vierten Ebene bei meiner Dieselrakete sind trifft auch die Feuerwehr ein, was ist hier los?

Schnell ein paar Knipsbilder mit dem Handy…

Auf dem Heimweg hören wir SWR3, die Straßen sind frei, es gibt leichten Nieselregen. Meine Dieselrakete hat 16 Tage gestanden und läuft trotzdem wie ein Uhrwerk. Alles ist problemlos, ein wirklich tolles Auto ist das. Und der Unterschied des inkl. Gepäck und Insassen etwa 2040 Kilo schweren Autos zum leichten Opel Astra ist frappierend. Mein 407 Coupé liegt wie ein Brett auf der Straße, wie hat Tobias es mal genannt – „Eigentlich ist es ein ganz schöner Gleiter“ – das ist er – ich bin wieder daheim!

Als wir daheim eintreffen ist sogar der Parkplatz frei von dem wir losgefahren sind, fast so als wären wir gar nicht weg gewesen. Im Briefkasten findet ich viele liebe Weihnachtsgrüße, was für eine schöne Überraschung.

Hier nochmals vielen Dank für all die lieben Grüße!

So, nun werden die Koffer ausgepackt, die Wäsche gewaschen und dann geht es an den Jahresabschluss – wer „selbständig ist“ ist selbst ständig tätig und wenn es nur ein Artikel für den BLOG ist 🙂

Frohe Weihnachten!

Kurzer Nachtrag:

Nach den Erfahrungen vom letzten Jahr wollte ich eigentlich niemals wieder mit German Wings fliegen. Aber dieser Flug war wirklich völlig problemlos und pünktlich. Wir konnten diesmal ganz toll sitzen, direkt am Notausgang, es war wirklich super. Dass es kein Board-Entertainment gibt, nicht einmal Musik, das konnten wir verschmerzen, ich hatte ja mein iPad dabei. Letztlich könnte man sagen:

Ich habe mich mit German Wings ausgesöhnt und würde ihnen nach dieser Erfahrung jederzeit wieder ein Chance geben.

Tag 8 – Schreck in der Abendstunde

Als wir beim Frühstück sitzen ist es draußen schwer bewölkt und der Wetterbericht verheißt für heute und die kommenden Tage wenig gutes. Es soll Regen geben und so richtig ungemütlich werden, was man auf den Kanaren eben so als „ungemütlich“ bezeichnen darf. Wir lassen und nicht beeindrucken und frühstücken erst einmal in aller Ruhe.

Zurück an unserem kleinen Häuschen sind die Betten schon gemacht. Also schnell den Artikel zum Vortag fertig schreiben, via Roaming eine Datenverbindung mit dem Mobiltelefon herstellen, einen WLAN-Hotspot auf dem Telefon einrichten, mit dem MacBook eine Verbindung zum Telefon herstellen und dann den frisch getippten Artikel publizieren. Noch schnell ein paar Fotos reinhängen, noch einen kleinen Fehler korrigieren und schon sind wir fertig. Noch kurz die E-Mails checken, Sandra schaut auch noch schnell bei Google-Mail rein und schon können wir die Datenverbindung wieder kappen.

Viele Daten können es ja nicht gewesen sein, mir kommt die verwegene Idee mal kurz im Telefon nachzuschauen. Dort habe ich einen kleinen „Verbrauchszähler“ installiert. 22,89 MB wurden heute übertragen!! Ohje, der Spaß hat also 13,51€ gekostet. Wow, das geht wirklich schneller als man denkt! Mein Tarif enthält eine Auslandsoption, ein Megabyte kostet 0,59€ bei „fairer 10KB Taktung“. Die Verbindung ist hier völlig ok, es klappt sogar alles mit HSPDA-Geschwindigkeit. Aber wirklich preiswert ist das trotzdem nicht! Und noch einen Haken hat der Spaß, der Tarif hat bei 50€ eine Obergrenze. Ist diese Grenze erreicht ist keine weitere Verbindung möglich bis man direkt über den Provider ein neues Paket frei geschaltet hat. Nur wie das geht weiß ich gar nicht. Während der kommenden Tage muss ich also etwas vorsichtig mit meinem „Datenvolumen“ umgehen.

Die automatischen Updates usw. habe ich ja schon ausgeschaltet und ich klicke auch keine unnötigen Web-Seiten usw. an. E-Mails mit Anhängen lade ich gar nicht erst herunter, aber dennoch kommt allerhand zusammen. Ein Problem scheint mir auch zu sein, dass viele Web-Seiten inzwischen via AJAX egal wo man klickt immer mal im Hintergrund Daten mit dem zugehörigen Web-Server austauschen. Man bemerkt es nicht wirklich, aber es geschieht meist allerhand im Hintergrund.

Nach dem kleinen „Datenschock“ überlegen wir was wir heute anstellen könnten. Mein Freund Wolfgang fährt bei schlechter Wetterlage auf der Nordseite Teneriffas gern mal rüber in den Süden nach Candelaria. Ich selbst war dort noch nicht und angesichts des schwer bedeckten Himmels könnte es eine gute Idee sein. Wir packen also alles ein was wir für notwendig halten. Später am Abend wird es wieder viel zu viel gewesen sein…

Heute ist auch die kleine GoPro dabei. Ich montiere sie mit dem Autoscheiben-Halter von außen oben in der Mitte der Windschutzscheibe. Und schon geht es los. Später unten kurz vor der Autobahn halten wir an und ich „sichere“ die kleine Kamera, wer weiß was geschieht wenn sie sich bei 120 km/h lösen sollte?

Die Fahrt nach Candelaria ist nicht wirklich weit und das Wetter wird sonniger je mehr wir uns Candelaria nähern. Von innen habe ich mein Garmin Colorado 300 an die Scheibe „geklebt“. So können wir den Track des Tages aufzeichnen. Vor zwei Tagen habe ich es tatsächlich geschafft eine kostenlose routing-fähige Karte für alle Kanarischen Inseln auf meinem Garmin zu installieren. Die Karte ist wirklich detailliert und recht genau, allerdings gibt es keine Höhenlinien oder ähnliches, was beim Wandern hilfreich sein könnte. Es ist eben eine reine Straßenkarte. Wer sie selbst auf seinem GPS installieren möchte, sollte mal im Web nach „Islas Canarias“ und „Computerteddy“ suchen.

In Candelaria angekommen sind wir überrascht eine quirlige niedliche Innenstadt vorzufinden. Mit Los Christianos oder anderen Hotelburgen hat das hier gar nichts zu tun. Das ist pure kanarische Lebensart, wirklich schön!

Bewaffnet mit meiner Nikon D7000 und dem superguten AF-S VR 16-85mm geht es durch die Stadt. Es entsteht ein Knipsbild nach dem anderen, bis wir schließlich in einer italienischen Pizzeria landen. Die Pizza ist wirklich gut und inkl. Getränken und einem tollen Espresso kostet es 19,10€. Noch ein wenig Trinkgeld dazu und wir sind bei 22,- € für ein komplettes Mittagessen, nicht schlecht!

Nach dem Essen möchte Sandra ein wenig durch die Geschäfte stöbern, ich schaue mir während dessen die Basilika an, sie ist ab 15h wieder geöffnet. Innerhalb der Basilika fotografiere ich ein wenig mit der Nikon D700 und dem ebenfalls superguten AF-S VR 16-35mm. Um ohne Stativ fotografieren zu können muss ich die ISO-Empfindlichkeit bis auf 16.000 steigern. Später am Notebook bin ich von der Bildqualität wirklich überrascht! Im Gegensatz zur D7000 kann man diese hohen ISO-Werte an der D700 nicht nur einstellen sondern tatsächlich verwenden!!

Aber dennoch bin ich nicht so wirklich glücklich mit den Ergebnissen. Die Bilder haben entweder helle Flecken oder dunkle schwarze Flächen. Eigentlich schreit das hier nach einem HDR. Also ab zum Auto, das kleine Manfrotto Stativ holen. Das große BENRO Stativ liegt derweil noch immer unbenutzt in meinem Koffer im „Kinderzimmer“ auf unserer Finca.

Zurück in der Basilika stelle ich ISO-200 ein und setzte das neue SAMYANG MF 2.8/14mm an die D700. Nun ist der Blickwinkel wirklich krass. Vom Ende der Kirche bekomme ich fast das gesamte Kirchenschiff auf ein Bild! Die Kuppel ist wunderschön, hier muss ich nicht auf der Erde liegen, einfach bei ISO-800 und Blende 4 kurz nach oben recken und schon ist sie fotografiert. Später am Notebook sieht das alles wirklich gut aus. Wenn man bedenkt, dass dieses Objektiv für unter 300 Euro zu haben ist, gar nicht schlecht! Ok, es hat nicht einmal eine CPU, es ist die ganz billige Version! Daher wird es an einfacheren Kameras wie Nikon D3000 oder der D60 nicht wo richtig gut funktionieren. Aber an der D700 macht es so wie es ist eine gute Figur, auch wenn wegen der fehlenden CPU nur die mittenbetonte Belichtungsmessung funktioniert.

Im Anschluss an die Fotosession in der Basilika würde ich noch gern einen Zeitrafferschwenk mit meiner kleinen GoPro und der Eieruhr machen. Direkt am Wasser finde ich auch ein geeignetes Geländer auf dem die magnetische Unterseite meiner GoPro-Eieruhr sehr schön haftet. Allerdings ist der Wind vom Meer so stürmisch, dass die Kamera fortlaufen „zittert“. So ist sicher keine schöne Zeitrafferaufnahme möglich. Also lassen wir das und gehen zurück zum Auto.

Was nun? Wir werfen einen kurzen Blick auf die Karte die Sandra eben gekauft hat. Wir könnten über Arafo hoch zum Teide fahren, dort einen Kaffee trinken und zum Abendlicht über La Esperanza hinab fahren. Gesagt getan, das Garmin wird schnell programmiert, es geht los in Richtung Arafo. Dort angekommen halten wir kurz an und nun kommt wieder die kleine GoPro auf die Windschutzscheibe. Es geht in endlosen Serpentinen hinauf auf über 2.000 Meter. Das Wetter ist grandios und von oben können wir sehen, dass rund um Candelaria ein gewaltiges „Wolken-Loch“ ist. Alles andere liegt unter einer dicken schweren Wolkendecke. Also war Candelaria gar keine schlechte Idee! Als wir oben am Restaurant in den Canadas del Teide eintreffen bin ich ziemlich frustriert als ich die kleine GoPro von der Scheibe nehme. Sie filmt nicht mehr und das Unterwassergehäuse ist wieder einmal von Innen komplett beschlagen. So ein Mist, diese kleinen Dinger sind wirklich nicht einfach zu handhaben. Wenn man wirklich sicher sein will, dass man ein brauchbares Ergebnis erzielt muss man alle 10 Minuten anhalten und das Ding kontrollieren.

Seit ein paar Wochen gibt es eine neue Version dieser Kamera. Auch hier hat der Hersteller nun erkannt, dass es blöd ist wenn man die Funktion der Kamera nur von der Vorderseite anhand einer blinkenden LED ausmachen kann. Die neue Version hat auch LEDs an der Ober- und Rückseite. Beim Motorradfahren ist es mir schon mehrfach so wie heute ergangen. Ich dachte ich hätte ein großartige Tour durch allergenialste Landstriche gefilmt und hatte letztlich nichts oder weniger als erwartet auf der SD-Speicherkarte.

Das könnte mir der neuen Version der GoPro HD HERO besser werden. Aber, dass das Unterwassergehäuse bei starken Temperaturschwankungen beschlägt, das wird man nur mit einem offenen Gehäuse oder diesen speziellen Strips abwenden können. Diese Strips legt man in das Unterwassergehäuse der GoPro und sie nehmen dann die sich ggfs. entwickelnde Feuchtigkeit auf. Leider habe ich das alles nicht dabei. Bei den nächsten Versuchen werde ich also immer mal wieder anhalten und kontrollieren müssen.

Überhaupt habe ich das Programm welches ich mir gewünscht habe noch nicht einmal annähernd geschafft. Das monströse 4/200-400mm Teleobjektiv ist noch unbenutzt, das 2.8/70-200 Tele ebenfalls. Das 1.4/50mm ist noch nicht ausgepackt, das  AF-S 24-85mm auch nicht. Der Infrarotfilter ist so fest mit einem Reduzierring verschraubt, dass ich ihn nicht abbekomme. Also gibt es auch keine Infrarot-Fotos. Die AW-100 liegt noch unbenutzt im Koffer, die Liste ließe sich verlängern. Und um all das mit hier hin zu schleppen habe ich mir extra einen neuen Koffer gekauft. Na, es gibt eben Menschen die werden einfach nicht klug – ich scheine dazu zu gehören 🙂

Ok, wo waren wir? Ach ja, das Restaurant in den Canadas del Teide. Dort gibt es eine Kaffee und ein Glas Orangensaft. Sandra trinkt ein Bier mit Lemon, diese Mischung wird hier auch als „Shandy“ gehandelt. Es schmeckt gut und ist eigentlich so etwas wie unser „Radler“.

Als die Sonne sehr tief steht wollen wir los um noch ein paar schöne Fotos zu machen. Ich montiere wieder die GoPro an der Windschutzscheibe, packe meine Jacke in den Kofferraum, steige ein, starte den Motor, lege den Rückwärtsgang ein und bewundere noch kurz die drei superschönen BMW Motorräder neben uns. Ich denke an nichts böses und plötzlich rummst unser schöner neue Opel Astra gegen irgend etwas was da nicht sein sollte, bzw. eben noch nicht dort war? Es ist gelb!! Ein anderes Auto, oh SCHEISSE – das darf ich hier mal schreiben… Wo kommt der denn her?? Vorwärtsgang einlegen, zwei Meter vorfahren, Motor stoppen und schauen was passiert ist. In dem gelben Kleinwagen sitzt ein völlig konsternierter Fahrer. Ich öffne seine Türe und frage „Ist alles ok?“ Aber er ist Ire und kommt aus Dublin. Wir machen auf Englisch weiter. Er ist perplex und weiß nicht was wir machen sollen. Ich schlage vor, dass wir die Mietverträge nehmen, sie gegenseitig abfotografieren und ein paar Fotos „der Situation“ machen.

Beide Autos haben sicher eine Vollkaskoversicherung, die Frage ist nur „Wie hoch ist die Eigenbeteiligung?“

Mein Unfall-Partner ist wirklich nett und unter anderen Umständen hätten wir sicher einen ausgedehnten „Fotos-Plausch“ geführt. Aber so sind wir nach ein paar Minuten wieder im Auto und fahren immer noch etwas perplex von dannen, natürlich begleitet von den grinsenden Gesichtern der spanischen Motorradfahrer…

Ich versuche nicht daran zu denken wie es mit der verbeulten Stoßstange weiter geht, aber es kommt mir doch immer wieder in den Sinn. Wer hat eigentlich Schuld? Wo kam dieses Auto her? Was genau hat der andere Fahrer eigentlich gesagt? Hätten wir ggfs. ein paar Stunden auf die Polizeit warten müssen? Wen hätten wir anrufen können? Während ich still vor mich hin grüble verschwindet draußen die Sonne direkt hinter dem Pico del Teide. An einem der vielen Aussichtspunkte halten wir an und ich mache mit der D700 ein paar schnelle Belichtungsreihen.

Als es weiter den Berg hinab geht muss ich doch weiter grübeln. Ich bin froh, dass nur eine Delle in der Stoßstange ist, außerdem war diese Stoßstange genau an dieser Stelle eh schon ziemlich verschrammt, nun hat sie dort noch eine Delle…

Na, wir werden sehen wir es weitergeht – ich werde berichten!

Da bin ich nun zum X-ten mal mit einem Mietwagen unterwegs, tausende Kilometer bin ich schon auf Teneriffa herum gefahren und immer habe ich gegrinst wenn ich ein verbeultes Auto gesehen habe. Nun habe ich selbst ein Beule in ein fast neues Auto gefahren. Bin ich eigentlich hinein gefahren? Hat der gelbe Wagen eigentlich gestanden? Ich weiß es nicht und irgendwie will ich es heute auch gar nicht mehr wissen…