In den Highlands von La Gomera

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Als ich am Morgen des zweiten Tages auf La Gomera von der Sonne geweckt werde, fühle ich mich gut. Toll sind hier die schönen großen Betten. Nirgendwo stoße ich mit den Füßen an, das ist nach den Tagen auf El Hierro eine ganz neue Erfahrung. Auf dem Balkongeländer ist meine GoPro 4 noch immer aktiv und schießt Bild um Bild. Aber inzwischen ist es hell und ich habe ISO-800 und eine Belichtungszeit von 30s eingestellt, daher sind alle Fotos die sie jetzt noch aufnimmt hoffnungslos überbelichtet. Also stoppe ich das kleine Wunderding und schaue mal auf meinem Notebook was sich in den letzten sechs Stunden alles auf der Speicherkarte angesammelt hat. Wirklich großartig sieht es nicht aus. In der Nacht sind fast nur Wolken durchgezogen. Als Zeitraffer ist es vielleicht ganz wirkungsvoll sobald es erst einmal aufgearbeitet ist, aber so im Schnelldurchlauf macht es nicht viel her. Aber auch damit muss man leben können.

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Wer auf La Gomera hofft in er Nacht die Milchstraße sehen zu können, der wird wohl meistens eher enttäuscht sein, weil die Insel nicht hoch genug ist um hier wirklich über den Wolken sein zu können. Derzeit ziehen ständig schwere Wolken über die Insel und es gibt kaum einen Ort an dem man nachts einen wirklich klaren Blick auf den Sternenhimmel hat. Das ist oben in den Canadas del Teide auf Teneriffa ganz anders. Es macht einen sehr großen Unterschied ob man bis auf 2.500 Meter in die Berge hinauffahren kann, oder nur bei etwa 1.000 Metern herumkrebst.

Um wach zu werden schnappe ich mir meine Fuji X-T1 samt XF 10-24mm Weitwinkel und schraube mal meinen HOYA IR72 Infrarot-Filter darauf. So entstehen einige ganz witzige Fotos des morgendlichen Himmels während die Sonne noch mit den Wolken ringt.

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Um 8:30 höre ich ein leichtes Rumpeln auf dem Flur und schaue kurz danach mal aus der Türe. Was für eine Freude, mein Frühstück ist schon da. Es gibt etwas Salami, Käse, Marmelade, Butter, verschiedene Sorten Brot, ein paar Kekse, einen Apfel, eine Banane und einen kleinen Orangensaft. Dazu zwei kleine Thermoskannen mit heißer Milch und sehr leckerem Kaffee. Ein Tag der so beginnt, der kann nur gut werden!

Nach dem Frühstück kann ich mich nicht so recht entscheiden was ich mit dem Tag anfangen soll. So sitze ich lange auf dem Balkon, arbeite etwas an meinem E-Book und lasse parallel meine beiden Kameras einige Details der Berge und Wolken im Intervallmodus fotografieren. Gegen 11h kommt das Zimmermädchen, es ist eigentlich kein Mädchen sondern eine sehr freundliche ältere Dame. Ich mache ihr Platz und verziehe mich auf den Balkon. Rund 20 Minuten später ist schon wieder alles aufgeräumt und blitzblank geputzt. Die nette Dame verabschiedet sich sehr freundlich. Ich hatte ihr etwas Kleingeld auf das Kopfkissen gelegt und das scheint hier nicht ganz üblich zu sein. Als sie verschwunden ist staune ich nicht schlecht, denn sie sogar meine Tassen und Teller gespült. Was für ein toller Service, besser geht es nicht.

Nun habe ich allerdings gar keine Motivation mehr heute noch vor die Tür zu gehen und so sitze ich lange auf dem Balkon und brüte über meinem Buch, schaue Fotos an und bastle so vor mich hin. Als es schließlich 15h ist, schlüpfe ich doch noch in meine schwere Lederkombi. Wirklich heiß ist es heute nicht mehr, der fiese Kalima ist endlich vorbei. Es geht los, in mein Navi habe ich einfach mal Laguna de Santiago als Ziel eingegeben. Die vorgeschlagene Strecke über die Inselhauptstadt San Sebastian will ich nicht schon wieder fahren und so nutze ich die Funktion „Alternative Route berechnen“. Das was da vorgeschlagen wird sieht ganz gut aus und es enthält einige Abschnitte die ich schon kenne, aber bislang nur in umgekehrter Richtung gefahren bin. Also los…

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Heute nehme ich mir ab und zu die Zeit anzuhalten und die Aussicht zu genießen. Leider ist das Licht nicht wirklich schön, mit guten Fotos wird es daher nichts werden. Aber einige Bilder, die zeigen was einen Besucher auf dieser Insel erwartet, sind sicher auch ganz nett.

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Etwas oberhalb von Laguna de Santiago ist der Flughafen von La Gomera gelegen. Ich bin sehr gespannt auf diesen winzig kleinen Provinzlandeplatz und ich werde nicht enttäuscht. Dieser „Aeropuerto“ ist noch unscheinbarer als auf El Hierro. Selbst der Airport von La Palma ist im Vergleich geradezu riesig. So bin ich auch nach einigen Sekunden schon wieder unterwegs, ein sehr kurzes Intermezzo.

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In Laguna de Santiago fühle ich mich sehr an La Restinga auf El Hierro erinnert. Es gibt ein kleines Hafenbecken, einige Bote treiben auf der ruhigen See. Etwas weiter draußen liegt ein schönes weißes Segelboot. Überall stehen Tische und Stühle einladend unter freiem Himmel, aber es ist schon später Nachmittag. Ich bin zu früh für ein Abendessen und zu spät für ein Stückchen Kuchen. So schaue ich mich nur etwas um und mache mich wieder auf den Weg nach San Sebastian. Obwohl die Insel so klein ist, habe ich die erste Tankfüllung schon fast aufgebraucht. In San Sebastian gibt es eine DISA Tankstelle, ich habe sie gesehen als ich von der Fähre kam. Hier kann ich ganz unproblematisch volltanken. Der Liter Super 98 kostet hier 1,06 Euro, also ein paar Cent mehr als auf Teneriffa.

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Weil mich langsam der Hunger treibt, schlage ich den Weg in Richtung Hermigua ein und genieße die herrlich gut ausgebaute Straße. Es geht zügig den Berg hinauf, heute fahre ich nicht ganz so verhalten wie am Tag zuvor, heute bin ich nicht in T-Shirt und kurzer Hose unterwegs und das fühlt sich auch sehr gut an. In Laguna de Santiago waren es 30°C, jetzt sind es nur noch knappe 22°C und es fallen einige Regentropfen. Im T-Shirt wäre es jetzt wirklich frisch und so bin ich froh mich für die zünftige Kombi entschieden zu haben. Wenn das Wetter in den kommenden Tagen so bleibt, wird es kein Problem sein sicher verpackt die Insel zu erkunden.

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Beim Hotel angekommen steht die Sonne schon sehr tief, sehen kann ich sie leider nicht, der Himmel hängt voller Wolken. So schaue ich mal in meinem Appartement was ich noch zu essen im Kühlschrank habe. Im Schrank unter der Spüle finde ich eine Art rundes Wellblech mit Griff. Das sieht mir sehr nach einem primitiven Toaster aus. Das muss ich sofort mal antesten und siehe da, es funktioniert bestens! Nach den beiden Scheiben Toast mit Salami versuche ich auch mal etwas anderes. Jetzt kommt etwas Butter in die Pfanne und ich brate mir eine Scheibe Toast darin. Als die eine Seite schön braun ist, wird der Toast gewendet und mit etwas Camembert belegt. Noch kurz warten und schon habe ich eine leckere kleine Köstlichkeit. Zum Nachtisch gibt es noch einen kleinen Pudding und ein Bierchen, das Leben kann so einfach und zugleich so schön sein.

Hier habe ich noch ein ganz besonders farbenfrohes Beispiel dessen, was man hier mitunter gleich am Wegesrand finden kann. Es ist schier unglaublich in welch tollen Farben hier so manche Felswand im Abendlicht zu leuchten vermag.

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Die beiden nächsten Fotos haben eher dokumentarischen Charakter. Auf dem ersten Foto sieht man wie unendlich Mühsam die Menschen hier früher Landwirtschaft betrieben haben. Jeder halbwegs ebene Quadratmeter wurde bis an den Rand der Klippen erschlossen und terrassenförmig ausgebaut.

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Die Dimensionen sind beachtlich. Schaut man sich das folgende Bild in der hohen Auflösung an, so erkennt man eine erwachsene Palme, die einsam auf einem Felsgrat wächst. Überall sind verlassene Felder und kleine Fußwege erkennbar. Das Leben muss hier einmal äußerst mühsam gewesen sein.

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So geht der zweite Tag auf La Gomera zu Ende. Das Wetter war nicht wirklich toll, aber ich habe es ja auch nicht eilig. So genieße ich die gute Luft, das leckere Essen und freue mich auf die nächsten Wochen.

Das Buch zum Abenteuer

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