Mit dem Moped am Rhein entlang

Es ist Montagmorgen um kurz nach 5 als ich wirklich sanft geweckt werde. Sandra ist schon wieder turbofit und ich total verschlafen. Es gibt noch einen Kaffee im Bademantel und schon ist sie wieder weg und das Wochenende endgültig Geschichte. Ein Stunde später dann die Entscheidung Auto oder Motorrad? Am Wochenende war es wunderbar warm, die Tour mit Leon über Bad Münstereifel war super, warum also nicht mit dem Motorrad zur Arbeit fahren?

Nach den ersten Kilometern zieht dann die Kälte in die ungefütterte Lederkombi. Es sind 5°C, es ist noch April und mir wird langsam aber sicher wirklich kalt. Aber die Hoffnung, dass es mit jedem Kilometer wärmer werden wird treibt mich voran. In Boppard angekommen bin ich dann komplett eingefroren und so gibt es an der Aral Tankstelle am Ortseingang einen heißen Kaffee und ein belegtes Brötchen. Später wird die Landschaft großartig, die Temperaturen klettern auf etwa 10°C, ich halte hier und dort mal an um ein paar Fotos zu machen und mit der kleinen Nikon S3000 ein paar kleine Videosequenzen aufzunehmen.

In Mainz angekommen ist es 10h, die Sonne scheint, es sind 17°C und alles ist gut. Was für ein toller Start in die kurze Woche vor Ostern 🙂

Hier ist mein Video des Tages:

Lange Abende mit iMovie

Es ist Dienstag der 11. April, eigentlich bin ich hundemüde, der Tag am Schreibtisch war lang aber ziemlich erfolgreich. Um 18h15 war ich zusammen mit Hauke im Kino „Ich bin Nummer 4“ – naja – man muss ihn nicht gesehen haben – aber das Poppkorn war super! Danach stehen wir kurz vor einer verschlossenen Cocktailbar, Tobias & Tobias sind auch nicht dort. Was tun? Ok, zurück ins beste Hotel der Welt, zurück zum Quartier 65. Herr Schreeb hat noch ein Tannenzäpfle für uns zwei. Ich mache eine neue Version unserer beliebten „Teamfotos an der Bar“, danach geht es rüber ins Appartement. Endlich schlafen. Doch dann meldet sich der Becher Coca Cola aus dem Kino – 1,5 Liter waren das – ich bin putzmunter – zuviel Zucker und Koffein auf einmal…

Also ran an das MacBook, die externe 1,0 TB Festplatte mit den 2011er USA-Bildern habe ich diese Woche dabei. Ich schaue ein wenig was ich da noch so habe und es fallen mit diverse kleine Filmschnipsel meines Besuches am „Hole in the Rock“ in die Hände. Eine Stunde später ist der kleine Film fertig, nun kann ich auch schlafen. Das Warten auf den modernsten aller Computer macht mich immer wieder sehr sehr schläfrig. Noch den Upload nach YouTube anstoßen, das Display dunkel stellen, die Tastaturbeleuchtung abschalten und dann neben dem Mac einschlafen. Das hätte mir vor zwei Jahren mal jemand erzählen sollen…

Ok, hier ist es nun mein neues Meisterwerk:

Angesichts der vielen Stunden Videomaterial das ich noch habe, werde ich sicher noch die ein oder andere Nacht in ähnlicher Weise mit meinem Mac verbringen. Aber das ist ok, dieser Mac ist ja kalorienneutral 🙂

Zion Sunset Time Lapse

Ein Sonnenuntergang im Zion Canyon und das im Zeitraffer, das hatte ich schon ganz lange mal vor. An einem der letzten Tage ist es dann endlich so weit. Morgens geht es von Tuba City nach Page. Das Auto wird gewaschen und schon einmal ein wenig auf die Rückgabe in Las Vegas vorbereitet. Später treffe ich mich mit Angenie und Peter zum Essen beim Mexikaner gegenüber vom Safeways in Page. Leider gibt es dort drei Mexikaner, aber wir finden uns dennoch! Das Essen ist super und wir unterhalten uns noch eine ganze Weile über das was man hier alles machen kann. Angenie und Peter wohnen in der Nähe des Yellowstone Nationalparks und da muss ich irgendwann auch mal hin. Aber derzeit liegt dort noch hoher Schnee. Vielleicht mal im September oder so, mal sehen…

Am Nachmittag machen wir uns dann auf den Weg. Während ich noch kurz via HTC Handy in meine Mails schaue – das Rodeway Inn hat eine WLAN (das password ist password) fahren Angenie und Peter schon einmal mit ihrem großen Toyota los. Auf der Ladefläche ist eine Art Wohnkabine montiert und es hängen zwei Mountainbikes hinten am Auto. Diese beiden Amerikaner sind sportlich und gut im Training. Ganz anders als ich. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, dass man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren kann. Es gibt natürlich in Amerika viele dicke Leute, aber es gibt auch das totale Gegenteil – eigentlich ist es dort nicht anders als bei uns daheim in Deutschland 🙂

Da ich etwas später losgefahren bin, überraschst es mich umso mehr, als plötzlich das Auto von Angenie und Peter vor mir auftaucht. Ich überhole nicht und als die zwei dann zur Cottonwood-Road abbiegen kann ich sehen wie mir Angenie auf der Fahrerseite zuwinkt. Die beiden sind wirklich großartig!

Es geht weiter zum Bryce Canyon. Dort angekommen steht die Sonne schon sehr tief, aber es ist noch gerade rechtzeitig für ein paar Filmaufnahmen der Felsgipfel die im letzten Licht der Abendsonne leuchten. Interessant ist, dass sie unterschiedlich hoch sind und daher der Reihe nach zur „Nachtruhe“ übergehen. Für mich ist es relativ einfach, die kleine Nikon P7000 stelle ich einfach auf mein kleines Reisestativ und lasse sie jeweils etwa 20 Minuten lang die Felsgipfel filmen. Als der eine Fels im Schatten ist, richte ich sie kurz auf den nächsten aus und weiter geht es. Während die P7000 filmt mache ich mit der D2x ein Foto nach dem anderen. Zwischendurch laufe ich hin und her, hole andere Objektive, mal die D300 und dann auch noch kurz die F80 – ein paar Dias wären schon schön!

Dabei muss ich nur aufpassen, dass ich nicht vor der P7000 herlaufe und sie auch nicht umkippe, schließlich steht das Stativ am Rande des Virgin Rivers im fließenden Wasser!

Erst Tage später komme ich dann dazu mit iMovie auf dem Mac ein Video zu erstellen, dass ich mir so ähnlich immer vorgestellt habe. Schöner wären jetzt noch pfeilschnell dahinziehende Wolken, aber man kann nicht alles haben und ich hatte nur diesen einen Abend. Vielleicht beim nächsten Mal…

Der Zeitraffereffekt ist mit iMovie ganz einfach herzustellen. Man importiert die Film-Clips, selektiert das was man haben möchte und zieht es mit der Maus auf die „Timeline“. Danach kann man es noch beliebig kürzen, anderen Ton unterlegen, es stabilisieren oder eben die Geschwindigkeit erhöhen, jeder einzelne Teil abgespielt wird. Via Schieberegler sind ist eine Geschwindigkeit von 800% – also 8-fach einstellbar. Ich habe ein wenig herum probiert und festgestellt, dass iMovie auch werte wie 2000% akzeptiert – also 20-fache Geschwindigkeit. Das ist dann wirklich cool und man kann dann sehr schön sehen wie die Sonne über die Berggipfel hinweg streicht. Großartig!

Hier ist es nun, mein lang ersehntes Zeitraffer-Video des Sonnenuntergangs im Zion Canyon:

Back in Germany

Der Flieger landet um 11h30, schnell durch die Passkontrolle, immer nett lächeln, dann zum Gepäckband. Mein Koffer ist unter den ersten Gepäckstücken, super! Ab zum Taxi, es geht mit 85 MPH über die Autobahn. Der Weg nach Mainz ist kurz, mein Appartement ist blitz blank sauber, das Bett gemacht, frische Handtücher, ich fühle mich sofort wie zu hause. Schnell einen kleinen Schwenk mit dem Handy durch den garten, dann umziehen und auf ins Büro, mal sehen was die Kollegen so treiben. Mein Passwort habe ich nicht vergessen, in den vielen E-Mails lauern keine bösen Überraschungen. Nachmittags bin ich dann so müde, dass ich zurück zum Appartement wandere. Kurz drauf rufen dann die Kollegen an und wollen im Restaurant am Mainzer Volkspark erfahren wie es denn alles so war.

Das ist interessant, denn eigentlich hatte ich gedacht, dass sie meinen BLOG gelesen haben. Aber der wird irgendwie fast nur von Leuten gelesen die ich gar nicht kenne. Selbst mein Sohn schaut nicht hinein und eigentlich hatte ich meinen BLOG im wesentlichen auch für ihn geschrieben. Aber so ist das wenn die Kinder langsam groß werden…

Das Event wird dann also doch zu einem kleinen „Erlebnisbericht“, ist ja auch schön, wenn man mal anschaulich schildern kann wie man sich im Blue Canyon weit weg von der Zivilisation selbst ausgesperrt hat…

Den ganzen Tag über nehme ich ab und zu ein paar kurze Videosequenzen mit dem HTC  Desire HD auf, ein wirklich guter Reisebegleiter war das!

Und eine Woche später ist dieses Video dann nach vielen Fehlversuchen dann auch schon bei YouTube angekommen. Hier ist es, die ersten Stunden in Deutschland…

Bikerfreuden

Es ist Freitag, also schon fast Wochenende, ich habe Geburtstag und die Sonne scheint. Um 13h20 hole ich meinen Sohn an der Schule ab und dann kleiden wir ihn bei Hein Gericke perfekt ein. Nun ist er bereit für unsere ersten gemeinsamen Motorradtouren. Via Internet habe ich am Vorabend gestöbert was das Angebot bei Hein Gericke so alles hergibt. Als wir dann dort eintreffen ist sogar alles vorrätig was wir brauchen. Es gibt eine Kinderkombi aus reißfesten Textilmaterial. Hose und Jacke können miteinander via Reissverschluss verbunden werden. An Ärmeln und Beinen sind Reißverschlüsse die helfen, dass die Kombi eine Weile „mitwachsen“ kann, sehr praktisch. Nierengurt, Stiefel, Helm, Handschuhe, alles ist da. Zum Schluss gibt es für den Papa noch eine Art Bauchgurt mit seitlichen Griffen. Daran kann sich der Junior dann gut festhalten, schließlich will ich ihn ja nicht verlieren wenn die 163 Pferdestärken einmal los gelassen werden – was ich natürlich immer vermeide!

Die komplette Ausstattung kostet inkl. 10% Frühjahrsrabatt etwa 450 Euro.

Hier ein Link zur Kinderkleidung bei Hein Gericke. Als ich ihn Abends mit dem Motorrad nach Hause bringe, glaube ich einen Hauch von Stolz in seinen Blicken zu erkennen. Für mich wäre es als Kind ein großer Tag gewesen wenn mein Papa mich für die ersten gemeinsamen Motorradtouren eingekleidet hätte. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als 16 jähriger mit dem Bus von Waltrop nach Recklinghausen gefahren bin, um mir bei Hein Gericke einen Helm und eine Lederjacke zu kaufen. Für mehr reichte damals das gesparte Taschengeld nicht aus. Die Jacke habe ich viele Jahre lang aufgehoben, obwohl sie irgendwann nicht mehr gepasst hat. Später habe ich sie dann verschenkt und ich hoffe, sie sieht auch heute noch cool aus und leistet gute Dienste 🙂 Wie dem auch sei, auch mein Sohn scheint mir doch ein wenig aufgeregt im Angesicht dieser wirklich coolen neuen „Klamotten“. Nun ist er bereit für die ersten Touren und ich freue mich auch drauf.

Während der Junior am Samstag dann für die nächste Lateinarbeit übt, mache ich mich zusammen mit Sandra auf den Weg. Die erste Tour nach der USA-Reise steht auf dem Programm. Es geht mit zwei Mopeds über die Dörfer nach Neuwied. Dann vorbei an der Römervilla in Richtung Nürburgring und Adenau. Doch wir zweigen dann ab und fahren zum kleinen Dörfchen „Schuld“. Dort haben wir vorher via Internet einen Motorradtreff gefunden den wir uns anschauen wollen. Es ist aber nicht wirklich was los. Also gibt es einen Kaffee, eine Eis und dann geht es zurück zum Café Fahrtwind. Dort ist schon mehr los. Unzählige Biker geniessen die Sonne. Wir toppen dies mit einer Curry-Wurst und Fritten – lecker!

Später am Abend kocht Sandra dann endlich einmal wieder ihren famosen Kichererbsen-Eintopf – Garbanzas auf kanarische Art – wunderbar!!

Am Sonntag scheint die Sonne noch freundlicher! Wir wechseln vor der Haustüre schnell die Räder an meinem Auto, der Winter scheint ja vorbei zu sein. Dann Hände waschen, umziehen und schon geht auf der B42 am Rhein entlang, das ist immer wieder schön. Bei Linz ist die Hölle los, später werden wir erkennen warum. Es ist eine lange einspurige Baustelle mit entsprechenden Ampeln und langen Staus, nicht sehr erfreulich. Weil wir nicht ewig im Stau stehen wollen biegen wir kurzentschlossen nach links ab und fahren an der Altstadt von Linz vorbei. Am Ortsausgang dann ein Wegweiser „Wiedtal ->“ Das ist doch mal eine Ansage! Blinker rechts und los… Diesen Weg zum Wiedtal kenne ich noch nicht und er ist wirklich schön. Viel problemloser als die weite Anfahrt „hinten herum“. An der kleinen Wassermühle machen wir einen Stopp. Die Sonne scheint, das Mühlrad plätschert vor sich hin und es gibt Apfelkuchen mit Schlagsahne. So kann man es im April aushalten!

Sandra fährt auch heute wieder die weiße K1200. Ich bin wie fast immer mit der blauen Schwester unterwegs.

Das Wiedtal hat viel zu bieten und ist landschaftlich wirklich reizvoll. Leider ist die Straßendecke in bedenklichem Zustand, so dass man sich sehr auf das Umfahren der vielen tiefen Schlaglöcher konzentrieren muss. Die zwei hier oben auf dem Foto erzählen uns, dass sie sonst viel am Nürburgring unterwegs sind. Aber heute ist da die „Hölle los“. Da gibt es nur eines „Weg bleiben“!

Recht haben sie 🙂

Als wir auch die letzten Kichererbsen verzehrt haben gibt es ein wenig „Kinozeit“ mit der Playstation 3. Es steht „Kampf der Titanen“ auf dem Programm. Kein wirklich guter Film, aber doch ganz unterhaltsames Poppkorn-Kino – leider haben wir kein Poppkorn! Aber es gibt einen leckeren Mix aus Weißwein und Aperol – eigentlich ein „Frauengetränk“ – Auch mir schmeckt es dennoch ganz vorzüglich 🙂

Während es Films schreie ich immer mal wieder los „Hey das ist doch der Pico del Teide auf Teneriffa!!!“ „Hey, das sind doch die Roques de Garcia!!!!“ Und tatsächlich, das Filmteam hat im Jahr 2009 fast drei Wochen lang etliche Szenen des Films vor den grandiosen Kulissen Teneriffas gedreht. Ist schon witzig, vor ein paar Wochen waren wir noch dort oben in den Canadas del Teide und sind bei den Los Roques de Garcia herum geklettert. Nun kämpft dort Mads Mikkelsen gegen riesige Skorpione – wirklich witzig!

Wer hier genau hinsieht erkennt viele Locations auf Teneriffa wieder!

Und weil es so schön und die Sehnsucht schon wieder so groß ist – hier ein paar Fotos dieses grandiosen „Mikrokontinents“: