USA-2014 – Tag 17 – Die erste Nacht in Moab

Es ist der 18. Mai und uns bleiben noch 12 Tage um dieses großartige und extrem vielfältige Land zu erkunden. Rückblickend war für mich die Zeit im Yellowstone Nationalpark das Highlight der Reise. Allerdings sind hier nur wenige Fotos entstanden, weil ich jetzt in Begleitung bin und nicht mehr nachts darauf warten kann, dass sich die Milchstraße von ihrer besten Seite zeigt. So muss ich viele Eindrücke im Kopf und nicht auf einer Festplatte speichern. Das funktioniert sehr gut, leider kann man derart gespeicherte Eindrücke nicht „teilen“. Hier ist ein Foto das ich während unserer Anreise nach Moab im sonnigen Utah aufgenommen habe.

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Während es im Yellowstone National Park noch alles sehr ruhig war, herrscht hier in Moab nun ein wirklich buntes Treiben. Überall sind abenteuerlustige Amerikaner mit teilweise krassen 4×4 Fahrzeugen unterwegs. Fast alle Autos und Motorräder sind laut und knattern 24h am Tag die Hauptstraße hinauf und hinunter. Die Mehrzahl der Motels liegt direkt an der Hauptstraße und so nerven ganz besonders die rollenden Discotheken die mit exorbitant durchdringenden Bässen ganze Wohnblöcke beschallen. Dann gibt es die Typen die ihre Harley mit offenem Auspuff fahren und immer wenn sie kurz abbremsen müssen kurz den Gashahn aufreißen damit es nochmals schön knattert.

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Oder es sind da die Klimaanlagen die unaufhaltsam schier endlos vor sich hin rattern. Bei unserer Abreise in Cody hatten wir noch 9°C und bei der Ankunft in Moab waren es dann gleich 31°C – da ist eine Klimaanlage eine feine Sache, leider scheint es zumindest im Südwesten der USA keine einzige Klimaanlage zu geben die nicht laut und nervtötend vor sich hin rattert…

Hin und wieder gibt es das eine oder andere abgefahrene Motorrad zu sehen, aber eine Entschädigung für die nächtlichen Ruhestörungen ist das auch nicht.

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Und dabei fing alles so harmlos an. Auf unserem Weg nach Moab haben wir in einen überraschend großen und scheinbar vollständig auf Wintersport ausgerichteten Örtchen eine Pause eingelegt und bei einem Mexikanischen Restaurant einen Burrito mit der hausgemachten grünen Sauce probiert – köstlich!

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Bei unserem ersten Stopp kurz hinter der Grenze zwischen Wyoming und Utah war die Welt auch noch in Ordnung.

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Man beachte das Einschussloch unten im Logo! Was wir sehen ist Wyoming, wo wir sind ist Utah.

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Später beim „Flaming Gorge Reservoir“ herrschte himmlischer Frieden und die Aussicht am Cedar Springs Overlook war grandios.

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Auch beim ersten Abendessen in Moab hatten wir noch wirklich gute Laune…

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Aber dann kam die Nacht und am nächsten Morgen war alles anders… Am Vorabend im Motel in Rock Springs hatte ich versucht ein Zimmer im Adventure Inn in Moab zu bekommen. Leider kann man in diesem kleinen aber sehr gut von den Eigentümern geführten Motel nicht direkt buchen. Ich habe also auf der Webseite des Adventure Inn ein Resevierungs-Formular ausgefüllt und konnte danach nur hoffen, dass es klappt und wirklich ein Zimmer frei ist. Am nächsten Morgen war noch keine Antwort da und während wir unterwegs waren hatte ich keine Möglichkeit meine E-Mails abzurufen.

Als wir schließlich beim Adventure Inn in Moab eintreffen ist eigentlich alles ausgebucht. Hier ist gerade der Winter zu Ende gegangen und es beginnt die Hauptsaison in der viele sehr aktive Amerikaner nach Moab strömen um hier zu klettern, Rafting-Touren zu machen oder eben ein krasses Off-Road Abenteuer zu genießen. Daher sind aktuell die Hotels und Motels sehr gut besucht und es ist nicht einfach ein Zimmer zu bekommen. Im Adventure Inn ist noch EIN Zimmer frei, aber es hat nur EIN Bett und wir sind zu ZWEIT.

In der Hoffnung, dass es schon irgendwie gehen wird nehme ich das Zimmer für die nächsten fünf Tage. Das Zimmer ist auch wirklich gut, aber eben eher für EINE als für ZWEI Personen gedacht. Und so wird die erste Nacht auch gleich eine reine Strapaze. Ich kann nicht schlafen weil sich ständig der Kühlschrank ein und aus schaltet, draußen die Harleys knattern und sich danach die rollende Booooommm Booooommmm Disco mit dem böse grollenden 4×4 Jeep abwechselt. Ist endlich alles ruhig kommt garantiert wieder ein Walmart-LKW vorbei gedonnert…

Außerdem haben wir nur eine Bettdecke und die eigentlich recht gute Matratze schaukelt wie ein Schiff wenn ich mich umdrehe. Am nächsten Morgen ist Sandra völlig fertig. Immer wenn sie fast eingeschlafen war habe ich mich umgedreht und sie wieder wach geschaukelt. Während ich still und leise um 8h diesen Artikel schreibe kann sie endlich ein wenig schlafen. Ganz friedlich liegt sie jetzt im Bett und schnarcht ein kleines bisschen. Das klingt ganz niedlich nur bekomme ich hier langsam echt kalte Füße. Von der Hitze des Vortages ist hier nicht viel geblieben. Aber ich bin mir sicher, auch heute wird es zum Abend hin wieder ein heißer Tag werden.

Die erste Nacht in Moab war also eher eine Strapaze als eine Erholung. Wie es nun weitergehen wird weiß ich noch nicht. Vielleicht hat jemand abgesagt und es ist ein anderes Zimmer frei in dem es zwei Betten gibt? Ich werde das später mal erfragen. Eine Alternative wäre von Hotel zu Hotel zu wandern und zu fragen ob etwas frei ist. Aber die Chancen stehen nicht gut und die Preise der großen Hotels liegen teils jenseits von Gut & Böse.

Würden wir heute wieder auschecken und umziehen, so wäre dies ein Vergnügen das zwischen 600$ und 1.900$ kosten würde. Kein anderes Motel in Moab scheint so preiswert zu sein wie das Adventure Inn. Aber hier gibt es eben nur EIN Bett. Was tun? Na, ihr werdet es erfahren wenn es soweit ist…

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Update zur Mittagszeit

In den letzten Tagen haben wir uns per SMS koordiniert und heute konnte wir uns mit Angenie und Peter zum Frühstück treffen.

Kurz zuvor habe ich noch mit den beiden Eigentümern des Adventure Inn gesprochen. Sucht man im Internet nach diesem Motel so findet man Bewertungen wie „Well maintained“ oder „Properly operated by the owners“. Und ich muss sagen, es stimmt! Das Adventure Inn ist ein kleines feines Motel das zudem sehr preiswert ist. Alles ist sauber und in gutem Zustand und dass Sandra und ich nicht gut unter EINER Decke auf EINER Matratze schlafen können, dafür kann man niemanden verantwortlich machen. Und das tolle an diesem Motel ist, dass man hier immer darauf bedacht ist zufriedene Gäste zu haben. Da kein größeres Zimmer mit zwei Betten frei ist, haben wir jetzt eine zusätzliche Matratze in unserem Zimmer. So können wir sicher in den nächsten Tagen in Ruhe schlafen.

 

USA-2014 – Tag 16 – Auf nach Moab Utah

Nachdem wir in Rock Springs gut ausgeschlafen haben geht es zunächst erst einmal kurz in den Walmart nebenan. Dort besorgen wir uns alles für ein leckeres Picknick und machen uns auf den Weg nach Süden. Kurz nachdem wir die Grenze zu Utah passiert haben finden wir einen Aussichtspunkt mit wirklich großartigem Panorama. Dort werden die Brötchen mit Käse und Wurst belegt und während unsere Blicke in der Ferne schweifen, lassen wir es uns schmecken.

Heute hat Sandra zugesagt auch einmal ein längeres Wegstück zu fahren. So kann ich etwas mit meiner GoPro hantieren und mich vom Beifahrersitz aus darauf konzentrieren nach Tieren Ausschau zu halten. Aber heute finden wir leider nichts. Gestern hat Sandra kurz bevor wir den Yellowstone NP verlassen haben noch eine Bären Mama mit ihrem Baby vor das Teleobjektiv bekommen. Am Ausgang des Yellowstone NP stand dann auf einer riesigen Weidefläche eine große Herde mit Büffeln, es könnten etwa 100 Tiere gewesen sein, darunter sogar einige Babies!! Etwas später war dann noch ein Elchkuh neben der Straße im Sumpf zu sehen. In der Bucht bei den Grand Tetons gab es Vögel und wild lebende Erdmännchen. Kurz vor Sonnenuntergang kam sogar noch eine Truppe Pelikane vorbei geflogen. Vielleicht haben sie sich verirrt? Wie auch immer, wir haben noch lange über diese Tiere und ihre Reiserouten diskutiert.

Heute gibt es leider nichts von alledem. Einmal liegt ein totes Reh auf der Straße. Wildunfälle sind hier häufig und gehen mitunter nicht so glimpflich ab wie man es sich wünschen würde. Alle weiteren Rehe die ich heute zu sehen bekomme sind wirklich weit von der Straße entfernt und das ist auch gut so.

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Kurz bevor wir das Städtchen Price erreichen wechseln wir und ich fahre den Rest des Weges nach Moab. Während Sandra uns durch wunderbare Schluchten, verschneite Pässe und wilde Landschaften gefahren hat, muss ich nun nur noch das Lenkrad festhalten und den Tempomaten bedienen. So kommen wir schon gegen 17h in Moab an. Im Adventure Inn bekommen wir wieder ein Zimmer. Leider ist hier gerade Hochsaison und es ist praktisch alles ausgebucht. Das letzte Zimmer das wir bekommen hat nur ein relativ kleines Bett das hier als Queen Size bezeichnet wird. Ob wird es zu zweit in diesem Bett aushalten werden? Na schauen wir mal…

Unser Abendessen gibt es beim örtlichen Italiener. Das Essen ist der Hit und als wir anschließend noch bei MOYO (Moab Yoghurt) ein leckeres selbst zusammen gestelltes Sorbet genießen, ist das ein toller Abschluss für diesen Reisetag, der leider fast ohne Fotos auskommen muss.

USA-2014 – Tag 15 – Grand Teton National Park

Es ist Freitag der 16. Mai und es ist unser letzter Morgen in Cody Wyoming. Weil es am letzten Abend wegen der erschreckend weiten Wege im Yellowstone National Park wieder sehr spät geworden ist, schlafen wir lange aus und brauchen fast bis 11h bis wir endlich startklar sind. Bevor es losgeht verabschiede ich mich noch bei Petra vom Cody Cowboy Village. Sie gibt mir noch die E-Adresse des Motels und bietet an bei Fragen rund um das Reisen im Yellowstone National Park behilflich zu sein.

Falls jemand von Euch Fragen haben sollte, so kann er sich sicher auch an Petra wenden:

  • ccv@tctwest.net

Weil der Weg nach Moab in Utah landschaftlich sehr reizvoll aber auch sehr weit ist, haben wir uns entschlossen in Rock Springs / Wyoming einen Zwischenstopp einzulegen.

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Unsere Reise führt uns ein letztes Mal durch den wunderbaren Yellowstone National Park. Es liegt noch immer viel Schnee, aber es ist in den letzten Tagen bereits viel abgeschmolzen. Besonders in den Höhenlagen türmen sich die Schneemassen aber teilweise noch mehr als ca. 2 Meter hoch auf. Am Yellowstone Lake legen wir eine Pause ein. Der See ist nun schon teilweise eisfrei und die wunderbaren Wolken spiegeln sich sehr schön in der spiegelglatten Wasseroberfläche. Das ist doch ein Foto wert…

Mirror Lake #1 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Es geht weiter in Richtung Westen bis wir den Abzweig nach Süden zum Grand Teton National Park erreichen. Hier liegt fast kein Schnee mehr und wir sind guter Dinge, dass es auch sp bleiben wird. Aber dann steigt die Straße über viele Kilometer steil an und mit ihr die weißen Ränder links und rechts der Straße. Schließlich erreichen wir einen Pass der annähernd 3.000 Meter hoch ist. Kurz darauf kommt dann der wunderschöne verschneite Gebirgszug mit den Grand Tetons ins Bild. Als wir einen Abzweig zu einer kleinen Bucht sehen biege ich spontan nach rechts ab. Als ich wenig später an einem traumhaft schönen einsamen Strand stehe staune ich nicht schlecht wie sehr dieser Anblick doch dem berühmten Foto von Ansel Adams gleicht.

Es ist Zeit meine Nikon D800E und das AF-S 2,8/14-24mm auszupacken…

Mirror Lake #2 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Eigentlich ist das Licht eher bescheiden und wenn ich jetzt allein wäre würde ich sicher warten bis die Sonne hinter der Grand Tetons verschwindet und den Himmel (hoffentlich!!) wunderschön einfärbt. Aber ich ich bin jetzt in Begleitung und meiner Sandra will ich es nicht zumuten drei oder vielleicht auch vier Stunden auf ein einziges Foto zu warten. Also nehme ich Belichtungsreihen auf und schaue später am Abend was sich daraus zaubern lässt. Mit ziemlich viel Nacharbeit in Photoshop entsteht schließlich ein völlig surreales Abbild des Sees und der Grand Tetons. Es ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber ich mag es 🙂

Mirror Lake #3 - Nikon D800E & AF-S 2,8/14-24mm

Besonders nach der Konvertierung mittels NIK Silver Efex macht es ein sehr gute Figur. Nun erinnert es mich schon fast an Ansel Adams 🙂

Grand Tetons in Ansel Adams Style

Als wir ins Rock Springs eintreffen ist es schon dunkel und die ersten Motels die wir ansteuern sind alle ausgebucht. Schließlich finden wir im Motel 8 ein einfaches aber zweckmäßiges Zimmer zum Preis von 64$ – also ca. 50 Euro. Dort werden noch schnell die Fotos des Tages auf Festplatten kopiert und dann geht auch schon das Licht aus.

Ein Tag im Canyonlands National Park

Nach der schlecht geschlafenen Nacht und dem frühen Aufstehen bin ich froh, dass es ein ganz ruhiges Frühstück bei Denny’s gibt. Danach geht es zu Fuß durch Moab. Ich finde ein paar schöne Trekking-Hemden mit kurzen Ärmeln. Die kann man bei den hochsommerlichen Temperaturen hier sehr gut gebrauchen. Ich kaufe 5 Hemden und kann 10% ‘Spezialrabatt’ herausschlagen!

Danach kurz ins Motel, mir ich viel zu warm – erst einmal was leichteres anziehen!

Danach geht es in den Canyonlands National Park – NORD! Am Häuschen in dem die Ranger die Eintrittskarten verkaufen sitzt ein netter Typ der mir erklärt, dass ich keinen Jahrespass kaufen sollte weil es diese Woche di Woche der Nationalparks ist! Er drückt mir eine kleine Karte und einen Plan des Parks in die Hand – prima – wir können nun eine Woche lang kostenlos in alle NPs – Super! Vielleicht kommen wir doch ohne dem ‘Annual Pass’ aus – 80 Dollar gespart!!

Es geht kreuz und quer durch den Park. Wir halten hier und da, wandern ein wenig und ich verscheuche die Vögel mit dem Geklapper meiner Fotoapparate.

Am Mesa Arch hat tatsächlich jemand Markierungen in den Fels geritzt. Genau dort stellt man sein Stativ auf und schon hat man ein tolles Foto – witzig!

 

Es ist stürmisch und der Himmel sieht aus als würde er die Erde gleich berühren. Später im Motel bin ich total überrascht wie cool das auf den Fotos aussieht!

 

 

 

Etwa um um 22h sind wir wieder im Motel, ich bin völlig erledigt. Kurz die Bilder überspielen, die Akkus ins Ladegerät legen, duschen, Zähne putzen und dann ab ins Bett. Morgen wollten wir eigentlich wieder ganz früh aufstehen – mal sehen – ich glaube nicht daran 🙂

Hier ist die Diashow des Tages.

Gute Nacht!

Update

Hier habe ich noch eine kleine Track-Analyse erstellt:

 

Das KMZ zum selbst anschauen mit Google Earth gibt es hier.

Kayenta nach Moab

Es ist der letzte Morgen im Hampton Inn in Kayenta. Wir frühstücken gemütlich und ich regle noch schnell das unbezahlte Abendessen vom Vortag. Irgendwie war meine Handschrift nicht zu entziffern. Als ich an der Rezeption anfrage liegt die Rechnung bereits auf Halde und wartet auf mich. Alles gar kein Problem, meine Kreditkarten-Daten haben sie ja noch, ich muss nicht mal etwas unterschreiben. Ein wenig unheimlich ist mir das manchmal schon…

Dann geht es los, den Weg fährt das Auto schon fast von ganz allein. Kurz nachdem wir Monument Valley passiert haben, gibt es wieder schöne Ausblicke auf die berühmten Tafelberge. Dann ist da noch ein Stand mit handgemachtem Indianer-Schmuck…

Kurz drauf passieren wir Mexican Hat und biegen dann links ab in Richtung Goosenecks State Park. Die Einfahrt zum Park lassen wir aber dann unbeachtet links liegen und fahren auf die Klippe zu die wir zwei Tage zuvor bei unserer kleinen Safari nach der Rundfahrt durch das Valley of the gods gesehen haben. Als wir uns der Klippe nähern stehen da Schilder am Straßenrand die schweren LKW untersagen diese Straße zu benutzen. Sandra ist sogar der Meinung, dass es eine Sackgasse sein MUSS. Man kann den Straßenverlauf nämlich nicht wirklich sehen, es sieht aus als wäre nach der zweiten Spitzkehre einfach Schluss. Ist es aber nicht! Die Straße ist nicht asphaltiert, es holpert wie wir es kennen und inzwischen mögen. Zum Abgrund hin ist ein kleiner Wall aus Schutt und Dreck, der maskiert die Straße so gut, dass man sie vom Tal aus wirklich nicht sehen kann. Es ist ein wenig abenteuerlich, aber als wir dann oben auf der Klippe sind ist die Aussicht einfach grandios. Zwischen durch kommt uns ein LKW mit einem großen Pferdeanhänger entgegen. Es wird echt eng und Sandra fragt sich grinsend ob der Fahrer vielleicht ein ‘Alphabet’ sein könnte.

Ganz oben treffen wir einen unentschlossenen Radfahrer, ich würde DIESE STRASSE NICHT mit einem Fahrrad herunterfahren! Aber hier kann jeder machen was er will, solange er breit ist die Konsequenzen zu tragen!

Die Straße oben auf dem Tafelberg ist menschenleer. Wir fahren und fahren, es ist tolles Wetter und wir sind fast eine Stunde wirklich ganz allein. Wo gibt es das in Deutschland? Am Horizont sehen wir dann die verschneiten Gipfel der San Juan Mountains, ist das schön! Immer wieder halten wir an und springen mit den Fotoapparaten wie elektrisiert aus dem Auto. Dieser kleine Abstecher hat sich echt gelohnt!

Später kurz vor Blanding kommen wir zur Hauptstraße in Richtung Norden zurück. Es sind noch etwa 100 Meilen bis Moab. Wir kommen durch Monticello. Ein kleines nettes Dörfchen. Die beiden Dorf-Polizisten haben Langeweile und stehen etwas verdeckt an einer abgeschalteten Ampel. In mir steigen Erinnerungen an die Krimis der letzten Monate auf. Ob die zwei die Ampel absichtlich ausgeschaltet haben, damit es vielleicht mal was zu kontrollieren gibt? Ich muss an einen Film aus dem vorletzten Jahr denken, in dem sich zwei Polizisten einen Spaß daraus machen Autofahrern einen Reifen zu zerschießen um die Fahrzeuginsassen dann zu kontrollieren und ein wenig zu Schikanieren. Aber das war eben auch nur ein Film. So wie man den Schimanski nicht in Duisburg trifft, machen die Polizisten hier sowas auch nicht. Es ist eben alles richtig nett hier.

 

 

 

Es geht weiter und wir sehen die verschneiten La Sal Mountains. Immer wieder gibt es kurze Fotostopps, zu atemberaubend ist das Panorama. In Moab steuern wir direkt das Adventure Inn an. Ein kleines nettes Motel mit guten Kritiken. Ich war bereits im letzten Jahr hier und man sieht überall, dass die Eigentümer hier auch wohnen und alles gut in Schuss halten. An der Rezeption sind dann fünf Franzosen. Sie suchen ein Zimmer – und es gibt für sie noch drei Zimmer. Innerlich hoffe ich, dass wir nicht 5 Minuten zu spät angekommen sind. Den Franzosen wird dann erklärt, dass das WIFI-Password für das password ist. Sie verstehen nur Bahnhof. Es wird wiederholt, sie verstehen nichts. Schließlich kann ich erklären, dass das WLAN hier im letzten Jahr von unverschlüsselt auf verschlüsselt umgestellt wurde. Und dass sich das Password offensichtlich seit dem nicht geändert hat. Das gibt Bonuspunkte in den Augen der Besitzerin. Sie fragt mich von wo ich komme. “I’m from germany!” – Die Franzosen: Ja, das hört man! Dann die Frage “Are you a regular german?” Was will er damit sagen? Ein regulärer Deutscher? Hm… “Yes of course!” … wird schon stimmen…

Dann bin ich an der Reihe. Es gibt noch ein Zimmer für fünf Tage, super! Wegen des Vulkanausbruches auf Island sind viele Stornierungen eingegangen. Das kommt uns zu gute. Als wir darüber sprechen frage ich mich, ob wir hier wie geplant auch wieder abreisen können, oder ob wir hier in eine paar Tagen festsitzen – das könnte noch spannend werden!

Wir packen unsere Sachen aus dem Auto, parken hinter dem Haus und ich zeige Sandra ein wenig diesen kleinen quirligen Ort.

In einem Restaurant schieben wir uns einen Slickrock Burger mit Bacon und French Fries hinein. Dazu ein Slickrock Porter! Hier in Moab sind sie nicht ganz so verklemmt wie in Escalante, hier gibt es tatsächlich zum Burger ein Bier! Das Slickrock Porter hat es mir angetan. Eine echt dunkler guter Stoff, er könnte auch aus Irland stammen. Das schmeckt nach der langen Fahrt richtig gut.

Später im Motel falle ich wie ein Stein auf das Bett. Draußen ist es noch hell, aber ich bin total erledigt. Die Augen haben Muskelkater von alle dem was wir heute gesehen haben. Um 21h werde ich wach und bin total erledigt. Sandra sitzt seit Stunden neben mir mit dem Notebook im Bett und bastelt an ihrem BLOG. Ich muss mal gucken. Sie ist ganz stolz! Es sieht gut aus!

http://ntschotschi.wordpress.com

Die Nacht ist dann lang und unruhig. Als ich am nächten Morgen um 5h30 wach werde fühle ich mich total gerädert. Irgendwie bin ich fast froh, dass ich das hinter mir habe. Ab unter die Dusche, schnell anziehen und dann los zum Dead Horse Point…

Die Diashow zur Fahrt von Kayenta nach Moab gibt es hier.