Monument Valley Safari

Irgendwie haben wir beide nicht gut geschlafen. Am ersten Morgen im Hampton Inn sind wir wie gerädert. Das Fenster kann man nicht öffnen – Selbstmordgefahr? Die Klimaanlage rattert wie die Hölle – dabei kann man nicht mal schlafen wenn man todmüde ist! Ob es daran lag? Egal, das Frühstück ist jedenfalls relativ ok. Es gibt zwar absolut alles aus Einwegverpackungen, aber die Sachen schmecken dann doch ganz gut. Irgendwann sitzen wir endlich im Auto. Bei Panoramio habe ich ein paar schöne Fotos von Monument Valley gefunden die nicht an den typischen Orten entstanden sind die man als Tourist üblicher weise hier so findet.

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Da Sandra nicht gut drauf ist beschließen wir einfach mal eine kleine Safari zu machen. Wir fahren also ein Stück in Richtung Monument Valley und biegen dann einfach mal rechts in eine der holprigen Dirt-Roads ab. Die Landschaft ist grandios und wir finden ein paar richtig schöne Stellen für nette Fotos. Aber das was wir eigentlich gesucht haben finden wir natürlich nicht – aber so ist das eben! Also zurück zur Hauptstraße. Eine Stunde später gibt es zum Mittag zwei saftige 1/2 Pound Burger in ‘Mexican Hat’. Danach geht es weiter zum Sight Seeing nach Bluff. Dort ist nicht viel los und es geht wieder zurück. Auf dem Rückweg schauen wir uns das Valley of the gods an.

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Der Wettergott hat heute einen schlechten Tag, der Himmel ist verhangen mit tonnenschweren dicken Wolken. Da sieht selbst das Valley of the gods relativ langweilig aus. Also wieder zurück. Zwischendurch ein paar Photo-Stops und dann zum Visitor Center beim Monument Valley. Es ist noch eine halbe Stunde bis Sonnenuntergang. Ich habe die Hoffnung, dass die Sonne kurz bevor sie unter geht noch einmal ganz kurz für ein paar Augenblick zwischen der Wolkendecken hindurch lugt. Sandra glaubt nicht daran. Morgens haben wir bei der Well Fargo in Kayenta jeweils ein paar hundert Dollar abgehoben, sie geht in den Indianerladen im Visitor Center. Ich warte während dessen auf das “Event” des Tages. Mit mir warten eine Reihe anderer fotosüchtiger Leute…

Dann passiert das lang erhoffte. Alle jauchzen und die Kameras klicken um die Wette. Nach ein paar Minuten ist das Schauspiel auch schon wieder vorbei. Und darauf hat man den ganzen Tag gewartet? Ok, schön war es trotzdem!

Im Hotel können wir einen Tag verlängern. Alle Mitarbeiter sind hier wirklich äußerst zuvorkommend und supernett. Wir probieren mal das Restaurant aus. Es ist schon 21h30. Eigentlich ist Kayenta in Arizona, aber es steht unter der Verwaltung der Navajo Indianer und die machen die Sommerzeit genau wie Utah mit. Daher hat ein kleiner Teil von Arizona die Utah Time – damit soll man noch klar kommen…. Was stellt man denn nun an Kamera und GPS ein? Wann geht die Sonne auf, wann geht sie unter? Das ist hier alles nicht so einfach.

Einer der Mitarbeiter ist total klasse. Seine Frau kommt aus Deutschland und er war über fünf Jahre in Leipzig. Wir verstehen uns prächtig und ich erfahre warum es im Restaurant kein Bier gibt. Das liegt nicht an den Mormonen, das liegt nicht dran, dass wir ein kleines bisschen doch in Utah sind. Nein, auch das liegt an der Selbstverwaltung der Navajo Indianer! Hier ist Alkohol eben verpönt. Ok, man kann sich daheim mal ein Bier genehmigen, aber man tut es eben nicht in der Öffentlichkeit oder im Restaurant. Ich trinke also eine Dr. Pepper Cola und die ist gar nicht übel!

Das mexikanische Gericht dazu schmeckt auch super! Es sind zwei Tortillas mit einer Füllung aus Hähnchen und Gemüse.

Um 23 sind wir im Zimmer. Schnell die Bilder sichern, alle Akkus aufladen, kurz was für das BLOG schreiben und dann ab ins Bett.

Morgen um 5h will ich aufstehen und mal schauen wie der Sonnenaufgang im Monument Valley ausschaut!

Hiking the Wave 2010 – Oder: Wiped out

Der erste Besuch in Coyote Buttes North

Nachdem wir am Vortag bei der Lotterie mit viel Glück zwei Permits für dieWanderung zur Wave gewonnen haben geht es heute ein zweites Mal zur Wave bei den Coyote Buttes North. Im letzen Jahr hatte es mit dem Permit gleich im ersten Anlauf geklappt.

Den Artikel zum 2009-er Besuch gibt es hier:

Der zweite Besuch bei der Wave

Es ist etwa 6h in der Frühe – Ariona Time –> 7h Utah Time – wir starten unseren Jeep und los geht es in Richtung “The Wave”. In Big Water wird nochmal kurz voll getankt – man weiß hier nie was noch alles passiert. Das Tanken klappt inzwischen ganz prima. Immer muss ich dran denken wie ich im letzten Jahr ratlos an der Tankstelle gestanden habe und dann in schlechtem Englisch erklären musste, dass ich keine Ahnung habe wie man hier in Amerika ein Auto betankt. Die Nummer mit dem “Pay Outside” finde ich inzwischen sowas von praktisch. Man steckt die Kreditarte kurz rein, lässt die Karre volllaufen und ist schon wieder unterwegs – genial!

Auf dem Weg zur Wave ist die House-Rock-Valley-Road irgendwie anders als beim letzten Mal. Sie ist ‘gefühlt“’ besser. Nach einigen Meilen wissen wir auch warum, da ist eine Art Bulldozer der mit sowas wie einer Schneeschaufel die ‘Straße’ mit roher Gewalt einebnet. Wir fragen uns ob er an nur einem Tag den kompletten Hin- und Rückweg schafft. Dann überholen wir – holprig wird es jetzt. Dann ein normales weißes ‘Straßenauto’ – wir rauschen mit 30 Meilen daran vorbei – Juchu.

Ein paar Minuten später sehen wir den roten Allradwagen mit der kleinen weißen Wohnkabine oben drauf. Drin sitzen die zwei Wanderer mit denen wir gestern bei den Coyote Buttes South ein Schwätzchen gehalten haben. Er stammt aus Den Hag in Holland, sie ist Amerikanerin. Beide haben die Nacht im Wohnwagen mit Allradantrieb bei den Coyote Buttes South verbracht. Ich halte an und lasse die Scheibe runter, sie halten auch an. “Hi, seid ihr zwei wieder unterwegs?” “Ja, sind wir! Es geht heute zur Wave, wir haben ja gestern einen Permit bei der Verlosung gewonnen!” “Ja dann meinen herzlichen Glückwunsch!” Und weiter geht es.

Am Vortag bei der Verlosung ist mir ein Paar aus Deutschland aufgefallen. Er etwa 195 cm groß, sie vielleicht 155 cm – sie sehr freundlich – er ein echt arroganter Typ – höchst unsympathisch. Und was passiert? Genau dieser Typ gewinnt bei der Verlosung auf Anhieb einen Permit – au Backe. Das geht mir durch den Kopf und ich gebe Gas, bloß nicht zusammen mit diesem Blödmann zur Wave wandern müssen. Sandra denkt das gleiche “Ob dieser blöde Andreas gleich schon da ist?” Ich gebe mehr Gas…

Als wir am Trail-Head ankommen stehen da schon mehrere Autos. Einige der Leute kommen mir bekannt vor, ich glaube ein paar Gesichter vom Vortag bei der Verlosung wieder zu erkennen. Wir genehmigen uns erst einmal ein kleines Frühstück. Es gibt frisches Baguette mit Philadelphia-Käse. Dazu italienische Salami aus der Hand. Während wir kauen kommt der kleine weiße Wagen auf den Parkplatz gefahren. Drin sitzt ein junges Paar aus Kanada. Sie haben den Permit via Verlosung im Internet gewonnen. Als wir mit unserem Frühstück durch sind, sehen wir von den Beiden nur noch den Rücken. Wir wandern los.

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Es geht durch einen kleinen Wash, dann unter einem Zaun hindurch, dann rechts auf einem sandigen Pfad steil nach oben. Oben angekommen pocht mein Hirn Sandra hat auch einen roten Kopf. Wir ziehen erst einmal die warmen Jacken aus. Unten am Parkplatz waren es 3° C – hier in der Sonne ist es irgendwie schon viel wärmer. Die Jacken werden am Rucksack verstaut, es geht weiter. Kleine Steinmännchen markieren den Weg. Das GPS sagt mir wo der nächste Wegpunkt ist. Ich erkenne vieles wieder was ich schon im letzten Jahr gesehen habe.

Sandra stöhnt und keucht hinter mir. Mir gehen die sandigen Passagen und das rauf und runter auch ganz schön in die Beine. Dann sehen wir die Wanderer die mit ein wenig Frühstücks-Vorsprung unterwegs sind. Die beiden jungen Kanadier laufen als ginge es um ihr Leben, die anderen Wanderer sind ganz entspannt. Das Ekel vom Vortag ist nicht in Sicht. Schließlich holen wir die Wandergruppe ein. “Woher kommt ihr? Wart ihr schon mal hier? Kennt Ihr Deutschland? So geht das eine Weile, sie sind alle total nett.

Dann kommt der letzte Aufstieg kurz der Wave. Die beiden Kanadier sind durch den Sand gekrabbelt. Sandra und ich wandern über den Slickrock daneben. Die Wanderer hinter uns folgen unserem Weg. Das war ein guter Tipp den mit der Wolfgang da im letzten Jahr gegeben hat!

Etwa 200 Meter vor der Wave ist Sandra nicht mehr in Sichtweite. Es gibt Schatten, ich setze mich hin, die Lunge schmerzt, das Herz pocht im Schädel. Ein bisschen Wasser tut gut. Dann kommt Sandra über die Kante gewankt. Sie ist total fertig, ringt nach Luft und schimpft zwischendurch wie ein Rohrspatz. Es fließen Tränen, sie ist am Ende – total ausgepowert. Wir waren wohl viel zu schnell. Nach ein paar Minuten geht es wieder besser, wir schultern die viel zu schweren Rucksäcke und machen uns auf die letzten 200 Meter.

Am Eingang der Wave ist die Wandergruppe die uns inzwischen wieder überholt hat mit den ersten Shootings beschäftigt. Fast alle waren schon einmal hier. Jeder fotografiert jeden, es ist witzig! Wir kraxeln die letzten Meter hoch, bis wir die Wave von oben sehen können. Da gibt es Schatten und ein zweites kleines Frühstück. Mein Hemd ist pitschnass, aber ich habe ein Reserve-Hemd dabei! Die verschwitzten Klamotten hänge ich zum Trocknen auf einen Strauch. Dann machen wir mit beim täglichen Rudelknipsen.Ich schnappe mir ein paar der Fotografen und gebe zum besten, dass ich im letzten tausende von Bilder von der Wave geschossen habe, die aber alle samt total langweilig sind weil da einfach Menschen auf den Bildern fehlen. Das wirkt! Die Männer schicken ihre Frauen in die Wave. Alle müssen so tun als würden sie gerade wie Gogol Lobmayer am Ende von “Faszination Natur” durch die Wave wandern. Das ist echt witzig. Irgendwann hat Sandra sich erholt und kommt dazu. Wir machen es auch. Sie kommt die Wave hoch, ich gehe die Wave hoch. Während ich hinunter gehe um mich beim Hinaufgehen fotografieren zu lassen kommt mir eines der Galeriebilder von Albert Witz ein auf dem er sich mit Selbstauslöser geknipst hat wie er genau wie ich gerade in die Wave hineinläuft. Ob ich dafür auch ein Galeriebilder in der Fotocommunity hinkriege? Ich denke nicht, die Fotocommunity ist voll mit Bildern der Wave. Während ich da später so herum klettere und die anderen Fotografen anschaue wird mir auch klar warum. Selbst wenn am Tag nur 20 Besucher dorthin dürfen, so werden dort doch täglich mindestens 2.000 Bilder geknipst. Mal mit Stativ, mal ohne, mal mit dem Handy, mal mit einer teuren Hightech Kamera. Es ist witzig!

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Sandra und ich wandern weiter zur Second Wave. Dort bauen wir uns ein kleines Lager und ich fühle mich an die beiden Typen aus Südafrika erinnert, die Wolfgang und ich genau hier im letzten Jahr getroffen haben. Sie waren unterwegs nach Köln und haben einen kleinen Umweg über Las Vegas und die Wave gemacht – nicht schlecht! Nach unserem kleinen Schwätzchen hat Wolfgang damals gesagt “Ok, see you next time!” Einer der beiden Südafrikaner hat damals darauf entgegnet “Yeah, when will that be?”

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Ja, wenn wird das wohl sein? Heute jedenfalls nicht! Heute sind zwei Franzosen hier! Der eine ist echt nett und wir quatschen eine Weile. Er hat eine Nikon D3x mit dem neuen 14-24mm Objektiv dabei. Zusammen sind das 10.000 Euro! Als er meine alte Hasselblad SWC sieht hat er fast Tränen in den Augen. Er möchte mal durch den “Sucher” schauen. Wow! Er ist begeistert und erzählt, dass er auch ein paar Hasselblad Kameras daheim hat, dass er sie aber alle dort gelassen hat weil er den ganzen Krempel einfach nicht mehr tragen kann. Ich kann das nachvollziehen! Am Abend tun meine Schultern sowas von weh 🙂 Auch denke ich bei er ganzen Schlepperei immer wieder an Wolfgang mit seinem Fisheye und dem Tamron 18-270mm Objektiv. Es hat was für sich wenn man sich nicht mit etlichen unterschiedlichen Objektiven abschleppen muss!

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Aber egal, ich habe ja heute schon die Hälfte im Motel gelassen…Jedenfalls gibt es auch mit dem Franzosen ein nettes Schwätzchen. Das ist genau das was ich hier so liebe. Alle Menschen sind sehr offen und aufgeschlossen, man findet schnell Kontakt und geht abends mit einem guten Gefühl ins Bett. Ekel Andreas aus Deutschland vielleicht nicht, wir aber und das ist auch gut so!Als die Sonne langsam tiefer steht machen wir uns auf den Heimweg. Ich habe morgens schnell aus dem Track den ich im letzten Jahr mit meinem GPS aufgezeichnet habe eine kleine “Rückreiseroute” erstellt. Die gehen wir jetzt ab, alles genauso wie im letzten Jahr zusammen mit Wolfgang. Und es ist wunderbar weil die Sonne noch nicht zu tief steht. Auf der Hälfte des Weges sehen wir dann Ekel Andreas mit seiner kleinen Frau am Horizont. Sie haben kein GPS dabei sondern nur die Fotokopien die man beim Ranger geschenkt bekommt. Es scheint eine hitzige Diskussion zu geben, er scheint sie zu überstimmen. Warum sind nette Frauen eigentlich so oft mit so blöden Typen zusammen?Uns spornt das an, bloß nicht von diesem Idioten überholen lassen :-)Kurz vor dem Parkplatz haben sie uns dann doch eingeholt. Ein “Hallo” oder ähnlichen Gruß verkneift er sich mit starrer Miene. Wir kommen zeitgleich an den Autos an, er hat seine kleine weiße Limousine sogar neben unserem Jeep geparkt. Mit dem elektronischen Türöffner komme die beiden aber doch nicht klar. Ihr Auto fängt an zu Hupen, dass es in den Ohren schmerzt. Ich muss grinsen und drücke mit immer hämischer werdendem Grinsen den roten “Panic” Knopf an meinem Schlüssel. Nun hupen zwei Auto, abwechselnd! Was für ein Spaß! “Jetzt lass den Scheiß!!” raunt mich Sandra an, ok ein zweiter Druck auf den Panic-Knopf stellt unser Auto wieder in den stummen Modus. Nebenan hupt es weiter. Was für ein Idiot :-)Kurz danach starten wir die Motoren, fast zeitgleich! Ich bin einen Tick schneller und es ist ein echtes Vergnügen mit 40 Meilen die frisch bearbeitete House-Rock-Valley-Road nach Norden hoch zu fahren und alle den Staub aufzuwirbeln den des dort gibt. Soll er ihn doch schlucken ;-)Auf der 89-ten Straße ist er dann auch nicht mehr zu sehen! Ich kriege Hunger, großen Hunger! “Jetzt hätte ich Lust auf einen richtig großen Burger mit Fritten!” “Oh ja!” “Sollen wir uns den bei Denny’s genehmigen, so zur Feier des Tages, weil wir den Marsch überlebt haben?” “Au ja!”

Also los…

Die Burger sind Spitzenklasse und später im Motel sind wir beide fix und fertig. Glücklich aber total erledigt, was für ein Tag!Dann fällt uns auf, dass wir doch morgen abreisen müssen – Autsch!Das KFZ-Ladekabel für mein Garmin Colorado GPS habe ich daheim vergessen. Hier in Page war kein Kabel zu kriegen mit dem das GPS richtig funktioniert. Also habe ich am Montag ein Kabel bei www.amazon.com bestellt und das Rodeway-Inn – Room 222 Mr. Hillebrand als Empfänger angegeben. Für etwa 8 Dollar gab es eine Express-Versand-Option. Die habe ich gebucht. Also schnell die E-Mails checken. Hey, da ist ein Mail von Amazon “Your Amazon.com order has shipped” – Perfekt!Ich gehe mal an der Rezeption des Motels fragen und siehe da, dort liegt tatsächlich ein Paket für mich! Es lebe das Internet!!Dann schnell duschen, ‘kurz’ bloggen und dann ab ins Bett – was für ein Tag…

Ok ok, noch schnell die Track-Analyse…

Hier gibt es das KMZ des Tages zum Selbstanschauen mit Google-Earth.

Hier gibt es die Diashow des Tages.

Coyote Buttes South – Oder: Planung ist alles :-)

Im letzten Jahr hat Wolfgang mir eine ganze Reihe von Wegpunkten samt Übersetzungsliste per E-Mail geschickt. Während der Fahrten zum White Pocket und zu den Coyote Buttes South haben wir dann ein paar Tippfehler entdeckt. Morgen soll es nun erneut zu den Coyote Buttes South gehen. Es ist schon 20h und ich sitze im Motel an meinem Notebook und versuche via Mapsource die Route zusammen zu stellen. Auf der Festplate gibt es noch den aufgezeichneten Track zum White Pocket. Den kann man theoretisch bis auf die letzten Meilen komplett abfahren. Ich lösche also alle Wegpunkte Tracks und Routen im GPS. Danach überspiele ich mir den einen Track und ein paar Wegpunkte auf das GPS. Im Internet finde ich bei Panoramio die Koordinaten der Chess Queen und des Worldcup. Diese beiden tollen Gesteinsformationen wollte ich schon im letzten Jahr besuchen. Leider habe ich sie dann vor lauter WOW ganz vergessen. In diesem Jahr möchte ich sie gern finden. Mal sehen ob der Plan funktioniert!

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Um 21h30 wandere ich schnell noch mal auf die andere Straßenseite in den Safeways. Dort gibt es noch zwei Sandwiches, die können wir morgen prima als Frühstück mitnehmen. Dann noch ein frisches Baguette – prima! Nach einer kleine Brotzeit im Motel geht es dann um 22h ins Bett. Morgen ist die Nacht um 4h30 zu Ende. Bevor wir zur Lotterie wegen der Wave-Permits fahren möchten wir noch kurz den Sonnenaufgang bei, Toadstool Hoodoo erleben. Danach dann die Lotterie und dann Coyote Buttes South. Wenn wir einen Permitt gewinnen geht es übermorgen zu Coyote Buttes North – oder: THE WAVE 🙂

Ich werde berichten was alles passiert!

Gute Nacht!

Breezy afternoon – Oder: Die Geschichte mit der Tür

Nachdem der Sand aus den Haaren gewaschen ist fühlen wir uns wieder wohl. Nur was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Tag? Vielleicht einfach mal zum Wal*Mart fahren? Okay, das klingt nach einem Plan! Ich habe alle Arten von Taschenlampen vergessen und eigentlich möchte ich ja in der nächsten oder übernächsten Woche mal zum Delicate Arch. Dieser Bogen war bereits im letzten nur kurz vor und nach dem Sonnenuntergang schön anzusehen. Allerdings wäre der Abstieg in der Dunkelheit ohne Taschenlampe eine gewisse ‘Herausforderung’. Also stöbern wir durch den Wal*Mart. Ich finde meine Taschenlampe! Ein Maglite – endlich – da habe ich 46 Jahre lang drauf gewartet 🙂 Aber nur ein kleines und es hat eine neumodische LED statt einer Glühlampe. Aber man kann sie mit drei normalen AA-Batterien betreiben. Davon habe ich mehrere dabei und ein Ladegerät dazu – super!

Dann kaufen noch ein paar lebenswichtige Dinge: Bier, Rotwein, Erdnüsse, Äpfel, Papiertaschentücher, Trinkflaschen und so weiter. Ganz zum Schluss noch zwei Sandwiches. Der gestrige Besuch im Steak-House hat uns 85$ gekostet. Macht man das täglich wird es irgendwann echt teuer. Also wollen wir einfach mal ein Sandwich essen. Nur wo? Vielleicht mit Blick auf den Lake Powell an der Wahweap Marina? Das klingt gut und es sind ja nur ein paar Minuten mit dem Auto.

Als wir am Abzweig zur Marina sind können wir den See fast nicht sehen. Ist das Regen?? Eigentlich hat der Wetterbericht ja Regen voraus gesagt. Wir biegen also nicht ab und denken uns, dass es spaßig sein könnte rauf zum Scenic View Point zu fahren und dort die Sandwiches mit Blick auf den See zu essen. Oben am Aussichtspunkt angekommen können wir eigentlich gar nichts sehen. Sandra hatte so einen Hunger, ihr Sandwich ist schon aufgegessen. Sie nimmt sich einen Schluck Wasser aus einer der Flaschen die noch so im Auto herumstehen. Später erfahre ich, dass dieses Wasser warm und abgestanden schmeckt und sie es eigentlich nur ausspucken wollte. Jedenfalls bin ich nicht schlecht überrascht als sie plötzlich die Beifahrertüre öffnet! Es geht ein Krachen durch das Auto und die Türe klappt nach vorn als wäre ein unsichtbarer Radfahrer dagegen gedonnert. Sandra ist erschrocken und springt gleich hinterher. Von außen versucht sie die Türe wieder zu schließen. Aber der Sturm ist so heftig, dass sie die Türe nicht zu bekommt. Außerdem rutscht sie auf dem Schotter am Aussichtspunkt immer wieder weg.

Während all das in wenigen Sekundenbruchteilen geschieht sitze ich unfähig zu jeglicher Regung mit meinem Sandwich (Truthahn mit Schweizer Käse) auf dem Fahrer sitzt und muss mit ansehen wie sich das schöne Sandwich in meiner rechten Hand langsam aber sicher in Sand einhüllt. Als es fast fertig paniert ist begreife ich den Ernst der Lage! Wohin mit dem Sandwich? Zurück in die Verpackung. Ich fasse meinen Türgriff so fest es geht und ziehe langsam den Hebel um sie zu öffnen. Der Sturm reißt mir die Türe fast aus der Hand. Ich lasse sie so gut es geht in den „’Endanschlag’ gleiten, steige aus und versuche Sandra zu helfen die Türe zu schließen. Doch sie lässt sich nicht schließen. Irgend etwas ist ausgehakt, wohl durch den kräftigen Schlag den sie abbekommen hat. Ich mache mir Sorgen ob sie sich überhaupt noch einmal schließen lässt. Sandra steigt ein und ich drücke mit aller Kraft die Türe soweit zu wie es eben geht. Sie hält sie von innen mit beiden Händen fest. Wie auf Eiern jongliere ich um das Auto, steige ein und ziehe mit aller Kraft meine Türe zu. Sandra ruft nur ich soll das Auto in den Wind drehen, eine gute Idee! Ich starte den Motor, setze etwas zurück und drehe das Auto dann um etwa 180°. Nun kann man kaum aussteigen, weil der Wind mit aller Macht gegen die Türe drückt. Das habe ich echt noch nicht erlebt! Irgendwann bin ich draußen und ziehe Sandras Tür mit aller Kraft wieder auf. Sie ruft etwas, aber ich kann sie wegen des Sturmes nicht richtig verstehen. Dann fingert sie zwischen der Tür und der A-Säule herum. Wenn die Türe jetzt zuklappt hat sie alle Finger gebrochen! Ich klammere mich so gut es geht an die blöde Autotür. Schließlich hat sie die Ursache behoben und einen Hebel dahin gedrückt wohin er gehört. Nun kann ich die Türe schließen, endlich!!

Wieder rum ums Auto, nun kriege ich meine Türe nicht auf. Solch einen Sturm habe ich echt noch nicht erlebt! Mit viel Kraft geht es in einer Pause zwischen zwei Windböen dann doch. Uff, geschafft! Schnell das panierte Sandwich essen und dann nichts wie weg hier!

Am Motel angekommen ist es deutlich weniger stürmisch, der Wind bricht sich ein wenig an den Häusern. Eine kurze Inspektion ergibt, dass das Auto scheinbar nicht beschädigt ist – Gott sei dank 🙂

Also packen wir das Bier und alles was sonst noch wichtig ist aus und machen und seinen gemütlichen Abend im Motel.

Post!

Ed Maier’s Secret

Das Frühstück bei Denny’s ist wieder göttlich. Ich probiere mal eine Kombination aus Speck, Würstchen, Rührei, Toast und Pfannkuchen mit Ahorn-Sirup. Die Portion ist der Knaller, das ist echt was für ausgewachsene Cowboys – hungrige Cowboys! Nach dem Frühstück geht es dann los, es ist schon spät, aber die Laune ist gut! Sandra fährt das dritte Mal mit dem großen Jeep. Inzwischen hat sie sich daran gewöhnt. Nur der Tempomat macht sie total fertig. Der Hebel hat je nach dem zwei Funktionen. Man drückt zunächst den Knopf am Cruise-Control Hebel. Dan beschleunigt man auf die Geschwindigkeit die man halten möchte und drückt den Hebel nach unten. Damit ist dann (1. Funktion) das aktuelle Tempo gespeichert. Will man schneller fahren drückt man ihn nach oben. Will man wieder langsamer fahren, drückt man ihn wieder nach unten (2. Funktion). Tritt man auf die Bremse ist der Tempomat deaktiviert, aber nicht abgeschaltet!! Drückt man den Hebel wieder nach oben, beschleunigt das Auto auf die zuletzt gespeicherte Geschwindigkeit. Zieht man den Hebel nach vorn ist es das Gleiche als würde man die Bremse betätigten. Alles klar? Ok, wenn nicht geht es Euch wie Sandra!

Nach einigen Erklärungen und verschiedenen Schnell-Langsam-Schnell-Langsamer-Ganz Schnell- Manövern hat sie es drauf. Sie fährt nicht nur nach 20 Jahren mal ein Automatik-Auto – nein – sie fährt es sogar mit Cruise-Control!

“Ok Hase, gleich müssen wir links in die House-Rock-Valley-Road abbiegen!” “Bist Du Dir ganz sicher, dass ich daher fahren soll?” Ich bin mir sicher! Sandra kommt angesichts der tiefen Spurrillen ganz schön ins schwitzten, aber sie meistert die Herausforderung souverän!

30 Minuten später sind wir am Trailhead für die Buckskin-Gulch. Es sind schon zwei andere Autos dort. Wir packen unsere Sachen und registrieren uns ganz nach Vorschrift. Einmal ziehen wir einen Umschlag aus einer Blechdose, stecken 12 Dollar hinein und schreiben unsere Daten darauf. Einen Teil reißen wir ab und legen ihn hinter die Windschutzscheibe. Der Rest des Umschlages wird wie ein Brief abgeleckt und zusammen geklebt. Danach wandert er in eine Art “Briefkasten”. Dieser ist besonders stabil gebaut und sauber einbetoniert. Ich denke irgendein Ranger wird ab und zu hier vorbei kommen und das schöne Geld einsammeln.

Dann geht es los. Wir haben den iPOD dabei und wenn wir Safari starten haben wir die Seite aus dem USA-BLOG geöffnet die eine schöne Beschreibung und viele Bilder zu Ed Maier’s Secret enthält. Leider scheint die Sonne sowas von hell, dass man auf dem iPOD-Display fast nichts erkennen kann. Irgendwann bin ich ein wenig konsterniert weil ich denke wir haben uns verlaufen. Aber dann sehen wir ganz deutlich den Zaun der im Beitrag beschrieben wird. Nach etwa 50 Minuten Fußweg sind wir schon da! Einfach über den Zaun klettern, er ist schon ein wenig herunter gedrückt. Sicher war schon der eine oder andere Wanderer hier!

Dann sind wir bei Ed Maier’s Secret. Diese Gesteinsformation ist wirklich schön und ich bin Lothar für seinen Tipp via Fotocommunity sehr dankbar. Sandra und ich vereinbaren, dass wir fotografieren gehen und uns nach einer Stunde wieder treffen. Los geht es… Die Steine ziehen mich in ihren Bann. Ich mache eine HDR-Belichtungsreihe nach der anderen. 12mm, 24mm, Fisheye, dann das alte 55er Micro-Nikkor… Ich habe meinen Spaß! Und während ich mich zwischen Sand und Kakteen herumwälze vergeht die Zeit wie im Flug. Zwei Stunden später bin ich wieder bei Sandra. Sie sitzt im Schatten und ist echt verärgert! Seit einer Stunde wartet sie nun auf mich! Eigentlich wollte sie es sich unter einem kleinen Baum gemütlich machen und mit dem iPOD Musik hören und die Sonne genießen. Aber dann hörte sie komische Geräusche im Unterholz und bekam Angst es könnte ein Klapperschlange des Weges gekrochen kommen. Danach war bei ihr an Entspannung im Sonnenschein nicht mehr zu denken. Und dann komme ich auch noch mit 60 Minuten Verspätung…

Aber dann bin ich da! Wir essen einen Apfel, trinken was und wandern noch ein Stück in Richtung Buckskin-Gulch. Inzwischen ist es 16:30 und die Sonne geht langsam unter. Das Licht wird grandios, aber wir sind beide eigentlich ziemlich abgekämpft. Zudem habe ich die Body-Lotion mit der Sonnencreme verwechselt. Sandra sieht schon aus wie ein Erdbeerkuchen und ich habe auch schon einen leichten Sonnenbrand. Also kehren wir um zum Auto, es sind noch gut 90 Minuten Fußweg.

Zwischendurch sehe ich lauter tolle Motive und ärgere mich, dass man das alles gar nicht so einfangen kann wie man es sieht.

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Am Auto sind wir dann beide froh, dass wir es geschafft haben. Am Toilettenhäuschen sitzt ein etwas älteres Paar im Schatten, die beiden sind auch froh, dass sie froh sind! Als wir alles eingepackt haben und los wollen kommen auch die übrigen Wanderer zurück  zum Trailhead.

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Sandra gibt Gas! Und das nicht zu knapp! Abgekämpft wie sie ist, mit Sonnenbrand und Kopfschmerzen heißt sie über die Buckelpiste. “Das habe ich mir immer schon mal gewünscht! Mit einer alten Schrottkarre über einen Feldweg knallen!!!” Ok, aber die Schrottkarre ist fast nagelneu und hat 32.000 Dollar gekostet! Aber ich vertraue ihr und gönne ihr den Spaß!

Im Motel in Page angekommen geht es dann unter die Dusche und danach ab ins Steakhouse! Sandra bestellt ein Steak in Kombination mit Shrimps. Ich nehme das Filet Mignon, Baked Potato und Sour Cream  – Lecker! Dazu zwei Corona und Eis als Dessert! Sandra trinkt Rotwein und das zweite Glas haut sie richtig aus den Schuhen! Der Spaß kostet 85$ – nicht schlecht – aber ich bin eingeladen – Tririli!!

Im Motel angekommen heißt es nur noch Zähne putzen und 47 Sekunden später liegt mein Chauffeur bäuchlings im Bett und schnarcht ganz leise vor sich hin. Ich schreibe noch schnell was für mein BLOG und dann lege ich mich dazu. Morgen wollen wir 6h aufstehen und um 7h30 Arizona-Time ( == 8h30 Utah-Time) zur Lotterie wegen der Permitts für die Wave sein. Mal sehen ob es klappt!

Gute Nacht!