GoPro True 3D Ride

Es ist Wochenende und es geht wieder heim nach Bonn. Diesmal habe ich mir eine Strecke von Eltville via Braubach und Koblenz nach Bonn ausgesucht. Bei Eltwille ein kurzer Zwischenstopp. Die drei GoPro Kameras werden scharf geschaltet. Eine 1080er ist vorn am Bug, eine zweite links am Helm und Nummer drei ist am Heck montiert. In Braubach wird es mit der Zeit langsam eng. Sandra wartet daheim mit dem Essen. Also schnell in Braubach halten, die Kameras kontrollieren, eine SMS abschicken und weiter geht die Reise. Etwa eine Stunde später bin ich daheim und staune nicht schlecht, dass alle drei Kameras völlig synchron aufgezeichnet haben. Lediglich die Akkuladungen reichen nicht gleich lang. Die GoPro am Bug mit angesetztem LC-Display ist immer als erste am Ende ihrer Kräfte. Das Display braucht scheinbar auch dann Strom, wenn es gar nicht eingeschaltet ist – blöd – wirklich blöd!

Die Kameras habe zusammen fast 40GB Video-Material aufgezeichnet. Später setze ich ein 3-faches Bild im Bild im Bild zusammen und exportiere es mit Magix Video de Luxe 17 als 120 Minuten langes WMV auf die Festplatte. Der Spaß dauert fast 8 Stunden! Danach wird es wieder importiert, geschnitten und beschleunigt. Zur Untermalung wähle ich Highwaystar von Deep Purple in einer Version von Gereon M. Hillebrand und seinen Kumpels aus. Das Video wird so geschnitten, dass es zur Länge des Songs passt. Dann wird es erneut exportiert und in Full HD bei YouTube veröffentlicht. Am Samstagnachmittag ist es dann soweit, das neue Biker-Filmchen ist online 🙂

Vier Jahreszeiten?

Irgendwie kommt der Sommer nicht in Gang, nun haben wir schon den 18. August und entweder regnet es oder es ist drückend warm und ein Gewitter liegt in der Luft. Na wenigstens war der Frühling schön. Neulich habe ich bei Facebook gelesen, dass da jemand die Vier Jahreszeiten umdefiniert hat: Frühling Arschloch Herbst und Winter…

Ein wenig kann ich mich damit identifizieren, so wie in dieser Geschichte:

Es ist Montag der 8. August und ich habe am 10. August beim Motorad Senger in Rüsselsheim einen Termin für die Bearbeitung einer Rückrufaktion. Es soll ein Hebel an der Hinterradschwinge getauscht werden. Der originale Hebel kann im Winter fest rosten, was bei der ersten Ausfahrt nach dem Sommer zu Problemen führen könnte. Ok, es kostet mich nur eine halbe Stunde, warum also nicht. Bezahlt bekommen die Leute vom Motorradhaus die Arbeit durch das BMW-Stammhaus. Also machen sie das auch ganz gern.

Es ist also Montag und eigentlich würde ich lieber mit dem Auto zur Arbeit nach Mainz fahren, denn die Wetterfrösche verheißen wenig Gutes! Aber ich habe nun einmal diesen Termin. Also bitte ich Sandra mich um 5h zu wecken. Um 6h bin ich startklar, es geht mit der blauen K1200r nach Mainz. Die Koffer habe ich schon am Vorabend gepackt, also schnell das Moped aus der Garage holen, vor der Haustüre alles montieren und los geht es. Meine beiden GoPro Kameras habe ich am Lenker und der Rücksitzbank befestigt. Auf den ersten Metern fällt die Entscheidung heute mal fast die komplette Wegstrecke über die B42 zu fahren. Meist nehme ich morgens die B9 und ab Bingen die A61. Heute soll es mal die B42 sein und heute laufen zwei Kameras mit!

Auf der Bonner Südbrücke beginnt es dann schon zu regnen. Aber ich will mir die gute Laune nicht verderben lassen. So geht es fast 50 Kilometer durch leichten Nieselregen in Richtung Süden. Alles immer schön vorsichtig, wir wollen uns ja nicht auf die Klappe legen.

Ab Koblenz kommt dann sogar die Sonne raus und es macht so richtig „Bock“. Auf der Höhe von Wiesbaden verlasse ich einfach mal die Autobahn und überlasse die Navigation meinem TomTom Rider. Es geht durch ein Industriegebiet und dann am Rhein entlang. Über die Theodor-Heuss-Brücke und danach durch die Mainzer Innenstadt zu meinem Appartement. Als ich dort ankomme ist es ein schöner Sommertag geworden. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Schnell duschen und umziehen, dann ab ins Büro.

Am Mittwoch geht es um kurz nach 14h schnell rüber nach Rüsselsheim. Die Reparatur dauert wirklich nur ein paar Minuten. Es gibt noch einen kostenlosen kurzen Check und danach geht es auch schon wieder heimwärts. Am Ende der Woche scheint dann immer noch die Sonne, so ganz schlecht meint es der Sommer dann doch nicht 🙂 Ich bin um kurz vor 18 hauf dem Moped, es geht kurz auf die Autobahn, aber da ist wieder die Hölle los. Also runter und durch Ingelheim in Richtung Westen. Bei Bingen entschließe ich mich als nächstes Ziel Cochem an der Mosel in mein TomTom Urban Rider einzugeben. Autobahnen sollen gemieden werden und so geht es auf verschlungenen Landstraße nach Rheinböllen. Dort fahre ich auf die B50 auf, aber nur ein paar Kilometer. Dann geht es in Richtung Norden nach Cochem. Und auch das macht so richtig „Bock“. Die Tour ist super cool, die Sonne scheint, es ist angenehm warm und meine Landstraße sind frei. Stunde um Stunde gleite ich durch wundervolle Landschaften nach Norden. Kurz vor Cochem geht es ein kleines Stück an der Mosel entlang, dann über eine Brücke und mitten durch die Stadt. Nun bin ich in der Eifel, der Nürburgring ist nicht mehr weit, die Sonne steht tief und es ist einfach nur eine tolle Route. Ich schwinge mich durch Serpentinen und flitze über schmale Landstraßen. Was für ein Tag.

Leider habe ich bei all dem Männerspass total unterschätzt wie weit das alles ist und so komme ich erst nach fast vier Stunden daheim in Bonn an. Sandra ist schon seit Stunden da, sie hat eingekauft und ein Abendessen gemacht. Als ich meine Wohnung betrete finde ich sie mit Tränen in den Augen vor. Ich bin ohne Pause, ohne Punkt und Komma vier Stunden Motorrad gefahren und habe völlig vergessen, dass wir uns eigentlich um 19h daheim treffen wollten. Big Shit, dieser Abend ist gelaufen!

Bis mein kleines Video der verregneten Fahrt vom 8. August fertig ist vergehen ganze 10 Tage!

Aber hier ist es nun. Leider ruckt es manchmal ein wenig. Das könnte an unterschiedlichen Aufzeichnungsraten liegen, also 25 kontra 30 Bilder pro Sekunde. Aber sicher bin ich mir nicht 😦 Es ist also nicht so schön anzuschauen wie ich es mir wünschen würde und auch hier ist die Royalty Free Music wieder ziemlich langweilig. Aber vielleicht gefällt dem einen oder anderen mein kleines „Zeitdokument“ ja trotzdem 🙂

 

Mein „sonniges Rückreise-Video“ schlummert derweil noch auf einer Speicherkarte und wartet darauf zusammen gesetzt und geschnitten zu werden. Na vielleicht klappt das bis Sonntag, mal sehen…

 

Via Eifel und Hunsrück von Bonn nach Mainz

Und wieder ist es Montag und wieder geht es von Bonn nach Mainz und wieder bin ich um 6h startklar. In dieser Woche nehme ich nach langer Zeit mal wieder mein „Mädchenmoped“, denn am Mittwoch habe ich um 14h30 beim Motorradhaus Senger in Rüsselsheim einen Termin. Es soll ein Hebel am Fahrwerk gewechselt werden, alles kostenlos und im Rahmen einer Rückrufaktion. Als ich startklar bin, muss noch schnell entschieden werden wo heute die kleine GoPro Kamera befestigt wird. Meine weiße BMW K1200 hat (noch?) keine Befestigungskugel für einen RAM-Mount-Halter. Also verwende ich den kleinen Plastikhalter, eigentlich ist er für Fahrradlenker gedacht!

Es geht auf die Autobahn in Richtung Süden. Bei Grafschaft fahre ich einfach weiter geradeaus in Richtung Nürburgring. In der Nähe der Sommerrodelbahn halte ich kurz mal an um die GoPro Kamera zu starten. Das Display hilft ein wenig bei der Ausrichtung. Danach wird es abgeschaltet. Später werde ich mich ärgern, dass ich nicht sorgfältiger war. Die Straße sieht man nur ganz oben im Bild, wirklich schön ist das nicht, aber es ist ja auch der erste Versuch mit meiner weißen Rakete 🙂

Es geht vorbei am Café Ahrwind, das früher einmal Fahrtwind hieß. Nach dem Wechsel des Pächters wurden einfach nur zwei Buchstaben entfernt. Das neue Café Fahrtwind ist nur ein paar Kilometer weiter südlich. Es ist noch dunkel und die Kälte kriecht langsam durch die Kombi. Das warme Innenfutter habe ich mal daheim gelassen, die Wettervorhersage geht von 24°C am Nachmittag aus, da würde ich mit Innenfutter vor Wärme sterben. Also muss ich jetzt frieren!

Auf den Straßen ist wenig los, die Fahrt macht Spaß. Den neuen Shoei XR 1100 habe ich ziemlich zugestopft, nun ist er relativ leise und es zieht nicht an den Augen, aber dafür beschlägt jetzt sogar das Antibeschlagvisier – man kann nicht alles haben! Nach dem Nürburgring geht es weiter in Richtung Cochem an der Mosel. Nachdem ich die Mosel überquert habe geht es in Richtung Hunsrück. Inzwischen ist es schwer neblig geworden. Die Suppe ist doch dicht, dass man kaum schneller als 70 km/h fahren kann. Zweimal taucht direkt vor mit ein weißer LKW aus dem Nichts vor mir auf, was für Schrecksekunden.

Nach etwa 100 Kilometern geht es für kurze Zeit auf die B50, die Baustelle ist immer noch nicht fertig. Genau hier bin ich zuletzt am Donnerstag im allerschönsten Abendlicht i umgekehrter Richtung entlang gefahren. Während ich mit 60 km/h einen Audi A6 „verfolge“ denke ich darüber nach, ob ich vielleicht beide Videos geschickt kombinieren könnte.

Dann bin ich schon bei Rheinböllen. Es geht runter von der autobahnähnlichen B50, ab zur nächsten Tankstelle. Nach dem Tanken vergesse ich dann die Kamera wieder einzuschalten. So geht es dann total vorschriftsmäßig weiter über Stromberg, Bingen und Ingelheim in Richtung Mainz. Hätte ich gewusst, dass ich eh nichts filme wäre ich vielleicht etwas flotter gefahren 😦 Aber egal, als ich in Mainz eintreffe scheint die Sonne, ein toller Sommertag beginnt. Schnell zum Appartement, duschen umziehen und dann ins Büro. Was für eine coole Tour – im wahrsten Sinne des Wortes – leider aber nicht ganz vollständig gefilmt 😦 Ach egal, in 1080p hat die kleine GoPro ganze 12GB auf der SD-Karte gespeichert – das sollte ausreichen!

Später am Abend geht es noch einmal dem kleinen Mac Mini an den Kragen. Er steht noch halb zerlegt mit der neuen 500GB Hybrid-Festplatte in meinem Appartement. Seit dem Festplattentausch und der Installation von OS-X Lion vor einigen Tagen produziert er ständig Fehlermeldungen. Eine Woche zuvor hatte ich abends gemeinem mit meinem Nachbarn Tobias die Platte zurück getauscht, aber alles ohne Erfolg. Danach hat der Verbindungsaufbau zur Tastatur via BlueTooth nicht mehr funktioniert. Mir war unklar warum und so habe ich in der letzten Woche eine billige USB-PC-Tastatur samt Funkmaus gekauft. Eigentlich dachte ich, die Funkmaus würde über Bluetooth mit dem Mac kommunizieren, aber falsch gedacht, es gibt noch andere Funk-Standards! So konnte ich also mit der kleinen neuen Maus kein „Ersatz-Bluetooth“ einrichten 😦

Am Wochenende habe ich mir dann daheim in Bonn einen kleinen HAMA Nano-USB-Bluetooth Stöpsel gekauft. Einen Mac-Treiber habe ich dafür nicht gefunden, Ob der Stöpsel wirklich am Mac funktionieren wird? Ich stecke ihn also mal in einen freuen USB-Port, er blinkt, aber es funktioniert nicht. Der halb zerlegte Mac kennt keine Blue-Tooth-Devices mehr. Also herunter fahren, Strom abstellen und schauen was los ist. Die Ursache ist schnell gefunden, es ist eines dieser winzigen Kabel abgerutscht. Es geht zu einer der drei Antennen, sicher ist das die Bluethooth-Antenne! Nach einem wirklich behutsamen Versuch ist der Mac dann so zusammen gesteckt, dass es mit der Blueteooth Connection klappt.

Aber die Fehlermeldungen kommen immer noch:

  • Der NovamediaDiskSupressor ist eine Power-PC Anwendung die nicht mehr unterstützt wird
  • Die Kernelerweiterung IOKitUSBMassStorageClass.kext oder eine Abhängigkeit davon wurden nicht gefunden
Vielleicht hilft eine Reparatur-Installation? Nur wie geht das? Eine DVD habe ich nicht, weil ich das OS-X Lion über den neuen Appstore installiert habe! Aber auch hier hilft es weiter wenn man eine Suchmaschine wie Google bedienen kann 🙂 Man öffnet den AppStore und klickt mit gedrücktem „Options-Key“ auf die „Purchased-Items“. Ok?! Was ist am Mac der Options-Key? Noch mal googeln, gemeint ist die Alt-Taste! Super, es klappt auf Anhieb! Nun steht neben allen gekauften Programmen statt „installiert“ das freundliche Wörtchen „installieren“. Also schnell klicken und schauen was geschieht. Ohje, der Download muss erneut ausgeführt werden und das dauert locker 5 Stunden. Mitten in der Nacht ist der Download fertig und ziemlich verschlafen starte ich die Reparatur-Installation. Als ich am Dienstag um 7h13 die Dusche verlasse ist die Installation durch, aber die Fehlermeldungen kommen noch immer. Also geht es für ein paar Stunden ins Büro und dann können wir uns wieder dem kleinen noch immer halb zerlegten Mac widmen!
 
Nach einer längeren Suche auf der Festplatte finde ich dann die Zugangssoftware zum 4 Jahre alten Vodafone UMTS-Stick. Da wird der Novamedia-Krams verwendet. Weg damit und schon ist es eine Fehlermeldung weniger! Im Verzeichnis /System/Library/Extensions finde ich dann auch die schrottreife Kernelerweiterung. Ab in den Papierkorb damit und schon ist Ruhe! Super, schnell den Deckel drauf stecken und das Montagsvideo schneiden. Irgendwann nach Mitternacht ist es fertig, es muss nur noch exportiert werden. Am Mittwoch um 7h14 ist der Export fertig, aber das 11 Minuten lange Video ist fast 4GB groß! Wie soll ich das zu YouTube hinüber schaufeln? Ganz einfach, gar nicht! Also einen neuen Export in iMovie starten, diesmal direkt zu YouTube. Rund 12 Stunden später ist das Video dann tatsächlich online.
 
Wirklich schön und spannend ist es nicht und die ganze GEMA-freie Musik ist eher nervtötend.
 
Aber was will man machen „ohne Arme“? Nimmt man coole Musik verletzt man sicher irgendein Urheberrecht und die Trickserei mit schneller, leiser & Co. funktioniert auch nicht. YouTube erkennt sogar Musik die während einer Videoaufzeichnung in einem Auto im Radio lief! Klar kann man das Beschwerdeformular ausfüllen, aber das hilft langfristig nicht weiter. Das Video ist danach vielleicht für ein paar Tage wieder online, wird aber mit großer Sicherheit irgendwann wieder gesperrt. Wirklich nervig ist das!
 
Aber egal, hier ist mein neues Meisterwerk – seid stark!! 🙂
 
 
 
 

Eine neue Woche in Mainz

Update am 12.08.2011:

Hier habe ich noch eine Version mit GEMA-freier Musik. Die sollte man sich hoffentlich auch in Deutschland ohne Probleme anschauen können 🙂

 

Als mein Telefon klingelt ist es 5h morgens, es ist mein privater Weckruf und es ist schön am Morgen Sandras vertraute Stimme zu hören. Kurz drauf stehe ich unter der Dusche, dann schnell anziehen und das Motorrad satteln. Heute darf mal der Tankrucksack mit den ich noch nie benutzt habe, Kollege Hauke möchte ihn sich mal anschauen. Der Rucksack ist ganz praktisch, hätte ich gar nicht gedacht! Es passt sogar die Nikon D7000 hinein, endlich kann ich mal einen Fotoapparat auf dem Motorrad mitnehmen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen – cool!

Als es losgeht ist es noch vor 6h – es ist Sommer und doch recht kalt – das Thermometer zeigt gerade einmal 15,5°C – ich trage nur eine Lederkombi und oben herum auch nur ein T-Shirt – nicht wirklich klug – damit hätte ich nicht gerechnet. Bei Bad Breisig fällt mir dann auf, dass die kleine GoPro Kamera wieder einmal im Fotomodus war und ich bei meiner Abfahrt nur ein Bild geknipst habe statt die Aufnahme zu starten. Aber das wird jetzt nach geholt. Kaum habe ich den Seitenstreifen verlassen kommt von hinten ein Typ in einem Porsche, Lichthupe, dicht auffahren, ganz plötzlich steht Pimmelfechten auf dem Programm. Also kurz den Gashahn aufreißen, 2. Gang, 3. Gang, wenige Sekunden vergehen und vom schweineteuren Porsche sind im Rückspiegel nur noch zwei kleine Lichter übrig. Aber da heißt es dann auch schon wieder vom Gas zu gehen. Erstens darf man hier noch gar nicht so schnell fahren und zweitens ist da auch ein Bus der die freie Sicht versperrt. Der Typ im Porsche hat es kapiert, da fährt keine voll bepackte 125er vor ihm, er hält Abstand und kurz drauf ist er dann auch hinter den überholten Autos verschwunden. 2KG/PS sind kein schlechtes Verhältnis 🙂

Es geht über die B9 nach Mainz, das Wetter ist nicht so schön wie erwartet. Statt des erhofften grandios eingefärbten Morgenhimmels gibt es nur Nebel im Rheintal. Aber kurz nach Bingen klart es dann auf. In Mainz steuere ich kurz mein Appartement an. Schnell umziehen und dann ab ins Büro, die Arbeit wartet.

Später kopiere ich die Video-Dateien auf meinen Mac Mini. Der Import der Dateien soll mehrere Stunden dauern, da bleibt Zeit für einen Besuch auf der Kirmes gleich nebenan. Als ich zurück bin ist immer noch nicht alles konvertiert, was für eine Datensintflut…

Bis das Video geschnitten, exportiert und bei YouTube hochgeladen ist werden mehrere Tage vergehen!

Am Donnerstag starte ich um kurz nach 7h den Upload. Das Video läuft knapp 28 Minuten und ist etwa 1,8GB groß – wow… Am Abend ist es dann geschafft, das Video ist online – aber in einigen Ländern wegen der unterlegten Musik von Joe Satriani gesperrt. Also schnell das Einspruchsformular ausfüllen, die Songs sind krass zusammen gedampft und die Lautstärke ist reduziert, das wird sich wohl niemand heraus kopieren und auf eine CD brennen wollen.

Schnell noch diesen kurzen Artikel schreiben und dann geht es auch schon wieder zurück nach Bonn. Draußen scheint die Sonne, die Batterie der kleinen GoPro ist frisch geladen und ich überlege welchen Weg ich fahren und filmen soll. Na, schauen wir einfach mal…

Los geht’s – bis später 🙂

Happy Weekend

 

Es ist der letzte Arbeitstag dieser Woche. Aufstehen, duschen, anziehen, frühstücken und auf ins Büro. Ein Tag wie jeder Andere. Am späten Nachmittag geht es mit dem Motorrad zurück in mein Appartement. Ich muss an das gemeinsame Abendessen vom Dienstag denken. Am 18. Juli werde ich die buchhalterisch gesehen 1111-te Übernachtung in Mainz haben. Einige der Kollegen haben auch ein Jubiläum und so waren wir alle am Dienstag im Rheingau bei Eltville zum Essen eingeladen. Hier habe ich die Homepage des überragend guten Gutsausschanks Baiken verknüpft. Ein wirklicher Geheimtipp!!

Im Appartement heißt es dann die schmutzige Wäsche zusammen zu packen, kurz die Zähne zu putzen und dann in die Motoradkleidung zu steigen. Als ich „richtig“ startklar bin, sind es 28°C und es geht leichter Nieselregen – was für ein Wetter. Auf dem Handy habe ich einen Stau-Melder. Dieses nützliche kleine Programm hat mir verraten, dass die A61 in beiden Richtungen gesperrt ist und dass auf er A60 auch 10 Kilometer Stau sind. Also geht es durch die Mainzer Innenstadt, über den Rhein und dann in Richtung Autobahn. Als die Autobahn in Sichtweite ist sehe ich in Richtung Norden einen krassen Stau, wie fies ist das denn? Also fahre ich in der anderen Richtung auf, jetzt bloß nicht wieder eine Stunde im Stau herumstehen, ich gehe fast ein vor Hitze. Während ich langsam zwischen den LKW in Richtung Frankfurt fahre, programmiere ich das TomTom Urban Rider um. Es lässt sich auch während der Fahrt ganz gut mit Handschuhen bedienen. Kurze Zeit später bin ich dann auf der A3. Hier ist es ziemlich voll, aber der Verkehr fließt wenigstens.

Irgendwo hinter der Black&Decker-Stadt Idstein ist dann etwas mehr Platz. Am Vorabend habe ich mir bei Polo in Mainz einen neuen Gehörschutz gekauft. Die kleinen Silikonstöpsel habe ich in den Ohren. Sie dämpfen die Fahrtgeräusche recht gut, aber jenseits der 100 km/h ist es mir trotzdem noch viel zu laut. An einer Raststätte halte ich kurz an und tausche die neuen Stöpsel gegen das gute alte Ohropax. Während ich an den Ohren herumfuchtele spricht mich ein älterer Herr an und möchte wissen, wie viel PS mein Motorrad hat. „Wow, 163 PS, das ist aber viel. Ich hatte früher mal eine Horex, die hatte so ungefähr 30 PS, das war damals die schwerste Maschine im Dorf und ich weiß noch wie ich die Mädchen damit beeindrucken konnte!“ Er grinst 🙂 „Wie schnell fährt denn solch ein Motorrad?“ „Tja, das kann ich ihnen gar nicht sagen, ich habe sie noch nie ausgefahren. Immer wenn ich mal kurz vor der Höchstgeschwindigkeit war ist irgendein Auto das viel langsamer war vor mir auf die Überholspur gewechselt. Aber ich denke sie schafft so etwa 260 km/h.“ Der ältere Herr ist beeindruckt und geht seinen Diesel bezahlen.

Ich stülpe meinen Schuberth S1 pro über und fahre wieder los. Das Visier ist nach dem ganzen hin und her endlich so dicht wie es früher einmal war. Einen neuen Helm brauche ich eigentlich nicht – super! Nach ein paar Kilometern kommt eine kurze Strecke ohne Geschwindigkeitsbeschränkung, hier könnte ich mal versuchen den Top-Speed zu erreichen. Ich schalte also die kleine GoPro Kamera ein, richte sie aus und schaue mal was geht. Immer wenn ich bei 240 km/h bin zieht irgend eine olle Gurke mit 120 km/h auf die linke Spur. Also vom Gas gehen, abwarten und den nächsten Versuch starten. So geht das eine Weile. Trotz der völlig zugestopften Ohren höre ich das Gekreische des Vierzylinders der mit 9.000 U/min und mehr zwischen meinen Beinen werkelt. Ich muss mich ganz klein machen, sonst ist der Windruck unerträglich. Direkt vor mir die Gopro-Kamera und das TomTom. Wegen der schwül warmen Luft habe ich vor der Abfahrt alle Lüftungsschlitze von Jacke und Hose geöffnet. Nun flattert die Jacke wie verrückt. Ziemlich affig muss das aussehen wie ich da so mit über 200 über die A3 schieße. Aber es macht Spaß, allerdings wäre es für mich ohne Gehörschutz nicht denkbar.

Schuberth macht Werbung damit, dass mein Helm bei 100 km/h „nur leise“ 85 dB(A) erzeugen soll. Wenn man sich mal ein wenig damit beschäftigt was das bedeutet findet man schnell heraus, dass ab 85 dB(A) in einem gewerblichen Umfeld ein Gehörschutz zwingend vorgeschrieben ist! Und diese 85 dB(A) haben wir bei nur 100 km/h!! Wie sieht es bei 240 km/h aus? Gefühlt würde ich sagen, dass das so laut ist wie die Turbine einer 747 kurz vor dem Start in 50 Metern Entfernung. Keine Ahnung wie andere „Helden der Landstraße“ das ohne Gehörschutz aushalten. Aber egal, ich bin eben ein Weichei und meine Ohren sind von der jahrelangen Heizerei ohnehin schon krass geschädigt.

Wegen der vielen Schnarch-Nasen schaffe ich es wieder nicht den Top-Speed zu erkunden. Dann haben wir auch schon wieder ein Tempolimit auf 120 km/h, eine Baustelle, 130 km/h, Limbug, 100 km/h… Wenn das die Amerikaner wüssten! Viele denken, dass wir hier in Deutschland immer und überall so schnell fahren können wie wir das möchten. Aber das ist ein Irrtum! Manchmal denke ich, dass ich trotz der strengen Speed-Limits in den USA dort eine wesentlich höhere Durchschnittsgeschwindigkeit fahren kann als hier im total überfüllten Deutschland. In den USA gibt es einfach so unvergleichlich viel mehr „Platz“. Das ist wohl das was mich dort am meisten beeindruckt.

Aber egal, bei Siegburg verlasse ich die A3 und fahre quer durch das Siebengebirge nach Hause. Dort angekommen bin ich ziemlich erledigt und freue mich auf eine laaaaaaaaaange Zeit unter der Dusche 🙂

Das Wochenende kann beginnen!!