Teneriffa 12-2013 – Tag 12

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Nachdem wir Heiligabend so easy und stressfrei überstanden haben starten wir mehr als entspannt in den ersten Weihnachtstag. Wir haben alle Zeit der Welt und genießen nach dem Frühstück wieder die wunderbar warme Morgensonne auf der Terrasse vor dem Speisesaal. Etwas später versuche ich in der Lobby mit meinem kleinen Mac mein Glück und tatsächlich klappt es nach mehreren Tagen endlich wieder mit der Verbindung zum Internet. Es ist zwar extrem langsam, aber es geht… So kann ich die Artikel veröffentlichen die ich schon seit Tagen in Pages vorgeschrieben habe.

Doch beim Versuch einige Fotos bei flickr.com hochzuladen hänge ich wieder ewig lang in der Warteschleife. Parallel habe ich auf meinem Mac ein Terminal-Fenster geöffnet und lasse dort einen „ping www.google.de“ in einer Endlosschleife laufen. So kann ich immer sehen ob ich noch online bin oder ob irgendeine der vielen Komponenten auf dem Weg ins Internet mal wieder eine Pause einlegt. Mit den flickr-Fotos ist es also Essig und ich lade einige wenige Fotos in meinen BLOG hoch. Dort wird bei fast 900 Artikel allerdings langsam der Speicherplatz knapp. Aber es ist Weihachten und ich möchte Euch mit mehr als nur einem Foto an dieser tollen Reise teilhaben lassen. Also sitze ich geschlagene DREI STUNDEN in der Lobby um 12 Fotos in meinen BLOG hochzuladen. Daheim dauert das zwei bis drei Minuten, diese Insel ist denkbar ungeeignet für alle die ihre tägliche Arbeit via Internet erledigen müssen.

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Um 13h15 treffen wir uns mit unseren Freunden Karin & Wolfgang bei der Bar „Pepito“ gegenüber vom Supermercado 2000 in La Paz, dem deutschen Viertel von Puerto de la Cruz. Gemeinsam gehen wir ein paar Meter weiter und landen in einem deutschen Restaurant. Dort treffen wir die ehemalige Wirtin der „Bar La Terazza“ aus dem Viertel Romantica 1 bei Los Realejos wieder. Diese Bar war sehr wunderbar etwas oberhalb vom „Casa de Dios“ gelegen. Doch die ewigen Streitigkeiten mit der Vermieterin und die zwar schöne aber doch eher Insiders bekannte Lage des Restaurants haben letztlich dazu geführt, dass sie und ihr Mann das Restaurant wieder geschlossen haben und ihr Geld jetzt anderswo verdienen. Inzwischen hat auch schon ein weiteres Paar das Handtuch geworfen und so wird die „Bar La Terazza“ aktuell von Spaniern bewirtet. Schauen wir mal wie lange sie dort überleben können…

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Im Restaurant ist heute viel los ist und so ist leider keine Zeit für einen netten Plausch. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die Weihnachtskarte. Es gibt ein Zwiebelsuppe, gefolgt von Burgunderbraten mit Rotkohl und Klößen, kein schlechtes Weihnachtsessen wenn man bedenkt, dass wir rein geographisch gesehen in Afrika sind!

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Nach dem Essen machen wir uns auf den Weg zum Plaza del Charco und genießen bei Kaffee und Kochen das lebendige Treiben. Das Thermometer zeigt lässige 21°C und ich bin wirklich froh, dass ich nicht daheim bei Sturm und Regen ausharren muss.

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Als wir zum Abend am Hotel eintrudeln sind wir beide ziemlich platt, auch wenn wir heute nichts aber auch rein gar nichts geleistet haben. Essen und relaxen können echt anstrengend sein. So statten wir dem abendlichen Buffet auch nur eine kurze Visite ab, schauen noch etwas fern und gehen früh ins Bett. So entspannt habe ich Weihnachten selten verbracht!

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Teneriffa 12-2013 – Tag 11

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Nach dem Aufstehen stellt meine Sandra fest, dass viele der Fotos ihrer tollen Delfin-Tour des Vortages zwar als Datei auf der Micro-SD Speicherkarte vorhanden sind, sich aber nicht öffnen lassen. Sie ist enttäuscht und ziemlich frustriert, aber vom Hersteller SanDisk gibt es ein Reparaturprogramm für SD-Karten, vielleicht können wir damit etwas retten. Allerdings bräuchte man dafür einen Zugang zum Internet und der ist seit Tagen ausgefallen. Ich fühle mich an die Reise nach La Palma erinnert, dort haben wir auch einen Internetzugang für zwei Wochen bezahlt und konnten ihn letztlich nur ein paar Stunden lang nutzen.

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Wenn ich mich meinem Notebook auf dem Balkon sitze ist das „FREE TRIAL Twifi La Paz“ in Reichweite, aber die Sendeleistung meines Notebooks reicht nicht für eine „Antwort“. Hätte ich an meinem Notebook eine externe Richtantenne, so könnte ich mich vielleicht mit diesem Netzwerk verbinden, aber wer hat derzeit Equipment auf seinen Reisen schon dabei?

Also geht es zum Frühstück. Der Speisesaal ist heute übervoll, alle Tische sind belegt, es ist ein höllischer Lärm und die Kellner verrichten ihre Arbeit im Laufschritt. Diese Mitarbeiter sind echt zu bewundern, sie haben Stress ohne Ende und sind trotzdem stets freundlich und aufmerksam.

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Schließlich finden wir einen Tisch der gerade leer geworden ist und holen uns schnell neues Besteck und Servietten. Nach dem Frühstück wird sogar auf der Sonnenterrasse noch ein Plätzchen frei und so kann ich bei einem Glas Sekt und einer Tasse Kaffee den Tagesbeginn in vollen Zügen genießen.

Neben mir sitzen zwei ältere Herren. Der eine mit zusammengekniffenen Augen und faltiger Vollglatze, der andere mit schütterem aber nassem strähnigen Haar. Er trägt ein kartiertes Hemd, kurze Hosen und Badeschlappen. Seine schorfigen Füße hat er entspannt gekreuzt. Er spricht ohne Unterlass auf den Glatzkopf ein und erzählt von alten längst vergangenen Zeiten. Sein Gegenüber hat nicht beizusteuern, zu atemberaubend sind die Geschichten. In die wenigen kurzen Pause vermag er nur ein kurzes „Ja Ja“ einzustreuen, dann geht die „Besprechung“ weiter.

Als der Typ mit den schorfigen Füßen einen Schluck Kaffee zu sich nimmt und an seiner Zigarette saugt die bislang ungeachtet zwischen den vom Nikotin gelb verfärbten Fingern vor sich hin gequalmt hat, nutzt der Glatzkopf seine Chance und erzählt wie er als junger Mann oft schon um halb acht bei der Arbeit sein musste und als erste Tätigkeit einen Koksofen zu säubern hatte.

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Eigentlich will ich das alles gar nicht wissen und weil ich inzwischen nicht mehr so gut hören kann gehen diese unwichtigen Konversationen üblicher Weise auch komplett an mir vorbei. Man könnte sagen, sie versinken im Umgebungslärm. Aber diese beiden Kollegen sind wohl aufgrund ihres fortgeschrittenen Lebensalters noch schwerhöriger als ich und dementsprechend laut fällt auch ihre Konversation aus. Nach etwa 15 Minuten wird es mir zu bunt und zu warm ist es mir auch, ich treten den Weg zu unserem Zimmer an.

Dort werfe ich noch einen kurzen Blick auf die fotografische Beute des Vortages und bin wirklich begeistert was die kleine Nikon 1 da geleistet hat. Sicher wäre die Bildqualität mit der Nikon D800E sichtbar besser, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden.

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Heute ist der 24. Dezember 2013 – wir haben Heiligabend und der komplette Weihnachtsstress ist spurlos an mir vorübergegangen.

Gegen Mittag entschließen wir uns zu einem kleinen Ausflug nach Taganana im Norden der Insel. Meine große Fotoausrüstung lasse ich heute mal daheim und packe nur die Nikon 1 V1 und drei Objektive ein. Für die gefühlten 100.000 Kurven bis nach Taganana brauchen wir etwa 90 Minuten.  In unserem „Stamm-Restaurant“ gibt es wie jedes Jahr ein leckeres Menü mit mehreren Gängen und einem Zackenbarsch als Höhepunkt.

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Nach dieser opulenten Mahlzeit widmen wir uns dem Roque de las Bodegas, ein sehr markanter Felsen der früher dazu diente die Weinfässer die an Bord der Segelschiffe sollten ins Wasser zu befördern. Die Fässer schwammen dann im Meer und konnten von den Seeleuten mit ihren Ruderbooten zu den großen Segelschiffen gezogen werden. Dort wurden sie schließlich vertäut und mit einem Flaschenzug an Bord gehievt. Dieser Felsen hat schon viel erlebt und manch großer spanischer Eroberer hat hier den Rotwein für die Überfahrt nach Amerika an Bord seines Segelschiffes holen lassen.

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Ich wage zuerst einige Experimente mit dem 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom samt B&W ND-1000 Graufilter. Da dies Sonne scheint ist es sogar mit diesem relativ lichtschwachen Objektiv hell genug, so dass sogar der Autofokus funktioniert. Nach einigen Fotos wechsle ich gegen das 1,2/32mm Objektiv und freue mich über das deutlich hellere Sucherbild. Während eine Langzeitbelichtung nach der anderen entsteht fallen mit die Surfer im Wasser neben dem Roque de las Bodegas auf. Ganz hinten auf dem Felsen kann ich zwei Männer sehen die Fotos von den Surfern machen. Plötzlich nimmt der Wellengang zu und die Fotos sehen sicher sehr cool aus. Immer wieder müssen die Surfer vor den Wellen abtauchen um nicht wahllos herum gewirbelt zu werden. Plötzlich kommt eine wirklich große Welle, bricht sich am Fuße des Felsen und schwappt viele Meter hoch um sich über die beiden Fotografen zu ergießen. Diese reißen Instinktiv die Arme hoch aber sind dennoch in Sekundenschnelle komplett durchnässt. Mit nassen Haaren, Hemden und Hosen laufen sie lachend ein paar Minuten später an mir vorbei. In ihrem Auto haben sie ein Handtuch und ich kann zuschauen wie sie ihre Fotoapparate trocken legen. Auf dem nächsten Foto kann man sie erkennen, einfach anklicken und im großen Format anschauen 🙂

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Da der Felsen jetzt frei ist versuche ich mein Glück. Zunächst habe ich noch das 1,2/32mm an meiner Nikon 1 V1 doch damit sind die Surfer nur kleine Punkte inmitten der des aufgewühlten Meeres. Also suche ich mir eine ruhige Ecke und montiere das Nikon AF-S VR 10-100 PD an meine Nikon 1. Dieses Objektiv entspricht einem 270mm Teleobjektiv im 35mm Kleinbildformat und so kann ich die Surfer schon etwas größer abbilden. Einer der Jungs sieht aus wie der große Bruder von Moritz Bleibtreu und währen er immer wieder in die Wellen schwimmt grinst er mich aus dem Wasser an. Doch die Wellen sind eher mau und die Fotos nicht so richtig spannend. Um für den richtigen Augenblick besser gewappnet zu sein stelle ich an der Nikon 1 den Verschluss auf „Elektronisch High“ und kann jetzt zwischen 10, 30 und 60 Bildern pro Sekunde wählen. Ich entscheide mich für 10 Bilder pro Sekunde, denn dabei funktioniert noch der Autofokus zwischen den Bildern. Bei höheren Bildraten werden alle Fotos mit der Fokussierung des ersten Bildes aufgenommen. Und ganz ehrlich, 10 Bilder pro Sekunde im vollen RAW-Format sind völlig ok.

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Während ich auf bessere Wellen warte treiben die Jungs relativ weit weg von mir unten im Wasser.  Der schmale Weg auf dem Roque de las Bodegas ist im hinteren Drittel pitschnass, es ist genau die Stelle an der sich die beiden Jungs vor etwa einer halben Stunde eine kräftige Dusche eingefangen haben. Um näher an die Surfer heranzukommen vertraue ich auf meinen Schutzengel und wage mich bis an das Ende des Weges vor. Nun bin ich mit den Surfern fast auf Augenhöhe und weil sich fast genau gegenüber die Sonne anschickt langsam unterzugehen, ist das Spiel aus Licht, Schatten und weißen Schaumkronen wirklich schön.

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Nachdem ich eine ganze Weile gewartet habe frischt endlich der Wind etwas auf und es gibt einige höhere Wellen. Überall um mich herum rauscht und klatscht es gegen den Felsen und ich konzentriere mich auf die Junge mit ihren kleine Surfboards. Bild um Bild entsteht bis es plötzlich hinter mir einen riesigen Schlag tut und ich höre wie sich ein paar hundert Liter Meerwasser anschicken ein wenig durch die Luft geschleudert zu werden. Und ich liege gar nicht falsch, denn nur Bruchteile von Sekunden später haben die Wassermoleküle ihren kurzen Höhenflug schon wieder beendet und müssen sich der Anziehungskraft von Mutter Erde geschlagen geben. Dummerweise stehe ich mitten in ihrer Flugbahn und weil sie nicht mehr ausweichen können schlagen sie sich mehr oder weniger widerwillig auf mir nieder. Ich kann mich gerade noch schützend über meine Kamera beugen, als ich spüre wie mich das Wasser auf der Rückseite komplett erwischt. Kamera nass, Haare nass, Fototasche nass, Hose nasse, Füße bass, Hemd nass, Ansgar nass – igitt…

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Sandra hat sich das Schauspiel aus sicherer Entfernung angeschaut und reicht mir ein Handtuch, sie ist immer so gut vorbereitet… Es ist ja nur Wasser denke ich mir und lege zunächst meine Kamera samt des wertvollen Objektivs trocken. Danach bin ich an der Reihe. Meine schwarze Fleece-Jacke ist so nass, dass ich sie auswringen kann. Trockene Anziehsachen habe ich nicht dabei und so findet unsere Fotosession ein ziemlich abruptes Ende. Auf den Autositz legen wir eines der Handtücher und während wir die Heimfahrt antreten fühlt es sich an, als hätte ich in die Hose gemacht. Nach einigen wenigen Kilometern beginnen die Fenster unseres Mietwagens von innen zu beschlagen, dass ich die Ursache bin ist eigentlich klar, aber die Klimaanlage kann für freie Sicht sorgen. Kurz hinter dem Tunnel entscheiden wir uns für den kurzen Abstieg hinunter nach Santa Cruz, der Hauptstadt von Teneriffa. Diese Straße ist deutlich besser ausgebaut und wir sparen uns locker 10 Kilometer enge kurvenreiche Wegstrecke.

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Etwas überhalb des Meers treffen wir bei San Andrés auf bewohntes Gebiet und sind kurz danach auf der großen Hauptstraße die am Hafen von Santa Cruz entlangführt. Draußen vor dem Hafen warten große Frachtschiffe darauf entladen zu werden. Im Hafen liegen zwei majestätische Kreuzfahrtschiffe, eines ist die AIDA Vista. Im Licht der Abendsonne sieht das alles echt malerisch aus und auch das wunderschöne Gebäude der Oper wäre einen Fotostop wert. Aber mein Rücken ist ganz kalt und dem Hintern geht es auch nicht viel besser. Auf einem Plakat kann ich lesen, dass hier aktuell die „Los Miserables“ gespielt werden. Irgendetwas ist da falsch geschrieben denke ich nicht und schon sind wir auf der Autobahn…

Zurück am Hotel geht es unter die warme Dusche, danach wird die Beute des Tages gesichtet. Eigentlich bin ich ganz zufrieden und das letzte Bild der Serie ist auch ganz witzig, hier kann man die Freunde der Wassermoleküle sehen die an meinem Rücken angelandet sind. Kein aufregendes Foto, aber ein witziger Zeitzeuge.

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Während im Fernsehen ein Indiana Jones nach dem anderen läuft sitzen wir gemütlich auf dem Sofa, trinken einen leckeren Rotwein aus dem Ort neben an und freuen uns über einen heiligen Abend ohne Stress, Zank und Streit. So kann man sogar Weihnachten aushalten, da lässt es sich sogar fast verschmerzen, dass der blöde Internet-Zugang des Hotels immer noch nicht funktioniert 🙂

Teneriffa 12-2013 – Tag 10

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Heute ist für meine Sandra der Tag der Tage! Heute geht es zum Delfin Watching und darauf freut sie sich schon fast ein Jahr lang. Um 11h wird sie hier mit einem Auto abgeholt, dann geht es in den Süden und dann von Playa de las Americas mit einem Boot zur Spielwiese der Delfine draußen auf dem Meer. Die Delfine kennen das inzwischen sehr gut und einige genießen es in den Wellen die von den starken Motoren der Boote erzeugt werden zu surfen.

Einige Delfine sind inzwischen sehr zutraulich und kommen direkt an die Boote heran. Angefüttert werden sie indes nicht, denn dies ist streng verboten und wer seine Lizenz behalten will ermahnt seine Gäste den Delfinen nichts ins Wasser zu werfen. Berücksichtigt man den durchschnittlichen Touristen IQ, so würden anderenfalls sicherlich Berge von Brot, Obst und Bonbons bei den Delfinen im Meer landen. Einige Delfine folgen inzwischen den Booten in eine kleine Bucht und dort können ganz Unerschrockene zu den Tieren ins Wasser steigen.

Nach dem Frühstück steigt bei meiner Sandra die Nervosität spürbar. Sie packt ihren neuen Rucksack und bittet mich ein Backup ihrer Speicherkarten zu machen. Ich selbst achte penibel darauf JEDEN ABEND den Inhalt meiner Speicherkarten auf meine externe Festplatte zu kopieren.  Nachdem alles kopiert ist lösche die Dateien von den Speicherkarten. Oft habe ich für den Notfall eine zweite externe Festplatte dabei und lege hier eine Sicherheitskopie ab. Bislang sind mit nur EINMAL Daten verloren gegangen. Das war im Jahr 2011 in der Nähe von Big Sur am der Westküste der USA. Damals habe ich von mehreren Speicherkarten den Inhalt in einen Ordner auf meiner externen Festplatte kopiert. Bei der zweiten Speicherkarte hat mein Mac mich damals „gefragt“ ob er das vorhandene Objekt namens „DCIM“ ersetzen oder den Kopiervorgang abbrechen soll. Ich war es von meinen Windows-Computern gewohnt hier einfach auf „Ja“ zu klicken, denn bei Windows wird der Inhalt des neuen Ordners dem bestehenden hinzugefügt.

Inzwischen kann man in diesen Situationen auf dem Mac auf „Beide Ordner behalten“ klicken, damals ging das noch nicht und es wurde der vorhandene Ordner gelöscht und mit dem neuen Ordner ersetzt. So waren plötzlich fast alle Bilder eines Tages verloren. Damals habe ich mich schwer geärgert und bin am nächsten Tag noch einmal zurück gefahren um alles erneut zu fotografieren. Doch ein Foto ist fast immer eine einzigartige Momentaufnahme die sich meist nicht wiederholen lässt. So bin ich damals mit vielen neuen und vor allem besseren Fotos zurück gekehrt. Ein echter Verlust war es also nicht, aber ich habe vor allem daraus gelernt noch sorgfältiger bei der Datensicherung vorzugehen. Daher kann ich es auch nicht haben, wenn ich bei der abendlichen Datensicherung angesprochen werden und zwischen durch mal schnell dieses oder jenes erledigen soll. Denn dann geht meist etwas schief weil man nach dem Abendessen oder einer anderen eingeschobenen „Nebentätigkeit“ nicht mehr so genau weiß was schon alles gesichert ist, was man löschen kann und was eben noch „einzigartig“ ist.

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In den Tagen die wir hier auf der Insel sind hat meine Sandra noch gar keine Daten gesichert. Heute ist daher „Holland in Not“ denn für die Delfin-Tour braucht sie Platz auf ihren Speicherkarten.  So drückt sie mir zwei Stunden bevor es los geht eine kleine Sammlung unterschiedlichster Speicherkarten in die Hand. Es ist ein kleiner Zoo, Micro-SD in Adaptern, normale SD-Karten, 8-GB, 16-GB, 32-GB, es ist alles dabei. Ihre neue externe 1TB Festplatte mit USB-3.0 ist noch leer und so schnappe ich mir meinen neuen Mac und schiebe alles auf die leere Festplatte. Weil wir nicht wissen was auf welcher Karte ist, lege ich dort einen Ordner „Unsortiert“ an und erstelle für jede Speicherkarte einen Unterordner mit schönen Namen wie „Micro-SD 8GB SanDisk – Buenavista“. Beim Kopieren der Daten fällt auf, dass die Lesegeschwindigkeit stark variiert. Bei einigen Karten kann 1GB in rund 60s kopiert werden, bei anderen Karten dauert ein vergleichbarer Vorgang bis zu 180s lang.

Es fällt auch auf, dass meine neuen 64GB großen 400x CF-Karten mit Ultra-DMA (Direct Memory Access) im Vergleich einfach rasend schnell sind. Hier kann ich 1GB in ca. 20s auf eine externe Festplatte mit USB 3.0 kopieren. Das ist sehr cool wenn man nach einer ausgedehnten Session die Datensintfluten der Nikon D800E sichern möchte. Gestern habe ich im Jardín Botáninco wirklich viele Video-Sequenzen aufgezeichnet und so sind fast 40GB zusammen gekommen. Dieser Datenwust lies sich relativ schnell in Sicherheit bringen. In den Zeiten meiner Nikon D100 wäre dies via USB 1.1 eine abendfüllende Veranstaltung geworden!!

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Hier im Hotel klappt es mit dem Zugang zum Internet heute mal wieder überhaupt nicht. Gestern ging es kurzzeitig aber spät am Abend war zwar das WLAN erreichbar, aber die Webseite für die Autorisierung lies sich nicht öffnen. Heute ist es das gleiche Spiel, eben habe ich unten an der Rezeption nachgefragt was den los ist und ob man nicht irgendetwas tun könne damit es mit dem Zugang zum Internet wieder klappt. Die nette Dame an der Rezeption hat mir daraufhin gesagt, der Router sei schon wieder einmal kaputt und sie habe den Servicetechniker angerufen. Dieser sollte schon vor einer Stunde hier sein. Ich solle mich bitte noch etwas gedulden…

Wirklich verstehen tue ich das alles nicht mehr, meine heimische Fritzbox läuft seit Jahren ohne Probleme und ich kann mich nicht einmal daran erinnern, wann ich sie zuletzt neu starten musste. Aber hier auf Teneriffa ist man mit diesem leidigen Thema seit Jahren konfrontiert. Ganz gleich wo man ist, der Internet-Zugang ist ein Trauerspiel. Meist klappt es via Smartphone und HSPDA sehr gut, aber mit einem deutschen Vertrag ist genau das eben unglaublich teuer.

Wer mit dem Gedanken spielt hier her zuziehen und hier zu leben und dafür einen schnellen Zugang zum Internet braucht, der sollte sich vorher unbedingt schlau machen was wo geht und was eben nicht. Sicher ist es eine gute Idee vor der Unterzeichnung eines Mietvertrages mal einen Plausch mit den zukünftigen Nachbarn zu halten. Wer in La Laguna wohnt wird es beispielsweise etwas einfacher haben. Dort sollen 6 MBit/s möglich sein, aber hier draußen „auf dem Lande“ gibt es oftmals nur sehr alte Telefonleitungen die keine flotten Datenraten ermöglichen. Während in deutschen Großstädten mittlerweile 100 MBit/s möglich sind geht es hier in der Nähe von Afrika doch eher „gemütlich“ zu…

Gegen 12h gebe ich alle Versuche einen Artikel zu publizieren auf und beschäftige mich ein wenig mit meiner Fotoausrüstung. Irgendwie kann ich den vierten Akku für meine D800E nicht finden. Eigentlich bin mich mir sicher, dass ich vier Akkus dabei habe. Aber ein Exemplar scheint sich so gut zu verstecken, dass ich es einfach nicht finden kann. Bei der Spielerei fällt mir auf, dass die Nikon 1 V1 bei einem EN-EL15 Akku im Display anzeigt, dieser Akku wäre verbraucht und könnte nicht mehr verwendet werden. Tatsächlich zeigt die Akku-Diagnose sowohl der D800E als auch der Nikon 1 V1 an, dass dieser Akku sich in Stufe 4 befinde, was auch immer das heißen mag… Stufe 4 ist jedenfalls nicht gut, das heißt, dass der Akku kaum noch Kapazität hat und nicht mehr lange durchhalten wird. Die D800E funktioniert noch damit, aber meine Nikon 1 V1 lehnt ihn kategorisch ab. Also packe ich gegen 13h meine Sachen und fahre rüber zum Alcmapo La Villa. Dort gibt es einen kleinen Fotoladen, vielleicht hat der einen Akku für meine Kamera(s). Der Weg zum Einkaufszentrum ist schnell und problemlos, einen Akku gibt es in dem kleine Fotoladen freilich nicht. Mir kommt in den Sinn es mal bei Visanta in der Innenstadt zu versuchen. Das ist der einzige Laden in Puerto dem man wirklich vertrauen kann. Die unzähligen kleinen Foto und Elektronik Läden an der Promenade sollte man eher meiden wenn man nicht von A bis Z über’s Ohr gehauen werden will.

Also beschließe ich im Parkhaus unter dem Alcampo mein Auto zur Ausfahrt nach Santa Cruz zu lenken. Allerdings erweist sich das als großer Fehler, als ein echt großer Fehler! Es ist der letzte Tag vor Weihnachten und es ist einfach die Hölle los. Nichts geht mehr, bis zur Autobahn brauche ich fast eine halbe Stunde obwohl es nur ein paar hundert Meter sind. Als ich schließlich etwas oberhalb von Puerto de la Cruz bin, ist der Blick auf die Bucht am Playa Martianez sehr schön und ich halte meinen OPEL Meriva instinktiv am rechten Seitenstreifen an. Schnell raus und ein paar Fotos machen. Dabei staune ich nicht schlecht, als ich plötzlich vor dem Auto meines Freundes Wolfgang stehe, die Welt ist hier wirklich klein. Ich schreibe ihm gleich mal eine SMS, aber es kommt keine Antwort. Ok, ich will auch nicht stören also mache ich noch ein paar Fotos. Schließlich bin ich schon etliche hundert Meter den Berg hinab in Richtung Innenstadt gelaufen. Warum also umkehren und das Auto holen, wenn man in der Stadt eh keinen Parkplatz findet? Also geht es zu Fuß weiter. Am Strand angekommen filme ich ein wenig die Surfer und mache mich dann auf den Weg zu einer der beiden Visanta Niederlassungen. Dort werde ich tatsächlich sofort fündig, es gibt sogar zwei Akkus! Es sind keine Original-Akkus, aber der Verkäufer versichert mir, dass sie problemlos in meinen Kameras funktionieren. Wir machen die Probe aufs Exempel, schließlich habe ich meine Nikon 1 V1 dabei. Und siehe da, die Akku-Diagnose erkennt diese Batterie und zeigt sie mit „0“ an, also „Neu“ statt „4“ wie „Alt“. Der Akku hat sogar noch 43% seiner Ladung – perfekt er ist gekauft!

Beim Preis muss ich ein wenig schlucken, denn diese Akkus sind nur wenig billiger als die Original-Akkus von Nikon. Satte 75,- Euro für zwei EN-EL15 Akkus, wahrscheinlich wären sie via amazon.de in Deutschland billiger gewesen. Aber egal, die Dinger funktionieren und ich will hier in den nächsten Wochen noch viel fotografieren!

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Mit den beiden Akkus in der Fototasche geht es ein wenig durch die Stadt. Ein paar Meter weiter finde ich einen Typen der sich komplett mit goldener Farbe angemalt hat und eine grinsende Statue gibt. Mal sitzt er auch einem unsichtbaren Stuhl, mal grinst er und freut sich wenn man ihm ein paar Euros in seine kleine goldene Konservendose wirft. Mir kommt die Idee ihn mit meinem ND-1000 zu fotografieren. Schnell ist das Nikon AF-S 1,2/32mm an die Nikon 1 V1 montiert. Jetzt noch der Filter-Adapter von 40,5 auf 77mm und schon passt mein B&W ND-1000 Graufilter! Später werde ich ganz erstaunt über die Farbwiedergabe sein. Bislang habe ich diesen Filter an der Nikon 1V1 noch nicht benutzt und ich bin überrascht wie gut diese Kamera sich mit diesem Filter schlägt!

Etwas unterhalb der Promenade ist eine kleine betonierte Fläche von der aus man einen schönen Blick auf das Meer hat. Dort stelle ich mein kleines Stativ auf und schraube die Nikon 1 V1 oben drauf. Mit dem ML-L3 Infrarot-Auslöser kann ich sie nun perfekt erschütterungsfrei auslösen. Und so entsteht Bild um Bild. Plötzlich fällt mir der tolle Abendhimmel über der Stadt auf. Schnell wechsle ich das 1,2/32mm geben das 6,7-13mm Weitwinkel-Zoom. Doch diese Objektiv ist deutlich weniger lichtstark und so zeigt die Kamera in Kombination mit dem ND-1000 Filter auf dem rückwärtigen Display praktisch gar nichts mehr an. Auch der Autofokus funktioniert nicht. Aber man kann diese Kamera auch ganz prima manuell fokussieren. Und bei Blende 8 ist aufgrund der kurzen Brennweite die Tiefenschärfe so gewaltig, dass ohnehin alles scharf abgebildet wird.

Ich gehe etwas zur Seite und direkt vor mir ist ein großer Lava-Felsen im Wasser an dem sich ganz wunderbar das Wasser bricht. Gelegentlich rollt vom Meer eine kräftige Welle heran und überspült diesen Kameraden komplett. Das sieht bei etwas längeren Belichtungszeiten richtig geil aus. Als es für den ND-1000 zu dunkel ist, tausche ich den Filter gegen einen „normalen“ Grauverlaufsfilter. Damit sieht der Himmel jetzt so richtig krass kitschig aus und die dunklen Felsen haben noch etwas Zeichnung. Bild um Bild entsteht und ich bin richtig aus dem Häuschen weil sie auf dem Display der Nikon 1 so supergut aussehen.

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Später im Hotel halten diese Fotos dann tatsächlich was das Display schon versprach. Ich bin total glücklich mit der fotografischen Beute dieses recht ungeplanten Tages. Gegen 20h ist dann auch meine Sandra von ihrer Tour zurück. Sie hat rund hundert Delfine und alle möglichen anderen Fische gesehen. Sie ist müde aber überglücklich. Schnell schauen wir uns einige ihrer Fotos auf dem Display ihrer Nikon D5100 an. Und ich bin beeindruckt was das Sportprogramm dieser Kamera heute wieder geleistet hat!! Allerdings hat meine Sandra die ersten und wichtigen Fotos mit einer 32GB großen Micro-SD Karte und einem Karten-Adapter aufgenommen. Irgendwann hat die Kamera nicht mehr ausgelöst und nur noch Fehler gemeldet. Ob diese Fotos nun alle verloren sind, werden wir morgen sehen. Aber selbst wenn, der Tag war auch ohne fotografische Ausbeute für sie wirklich gelungen.

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Nun haben wir 22h30 und der Tag war lang und meine Füße schmerzen. Ich bin viel in der Stadt herumgelaufen und habe stundenlang neben meiner kleinen Kamera gestanden und auf die perfekte Welle gewartet. Der Internet-Zugang des Hotels funktioniert noch immer nicht, es ist ein Trauerspiel. Also gehe ich jetzt mal ins Bett und versuche mich ein wenig auf das Weihnachtsfest einzustimmen, das laut Kalender morgen vor der Türe stehen soll, glauben kann ich es ja nicht so wirklich…

Teneriffa 12-2013 – Tag 9

„Hase aufstehen, Haaaase, es ist gleich neun Uhr, Früüüüühstüüüüück…“ Die Worten erklingen in weiter Ferne, in meinen Träumen bin ich noch mit der Nikon D800E unterwegs und habe die geilsten Motive der Welt vor dem Objektiv. Aber die Worte sind auf sehr real und schließlich wache ich doch noch auf. So wirklich will ich mich aber noch nicht von meinem warmen weichen Bettchen trennen. „Aaaaansgaaar nun mach schon!“ „Och Mausi, hast Du nicht mal ein liebevolles Wort für mich?“ „Los jetzt!!“

Tage die so beginnen können eigentlich nur gut werden. Nach der Körperpflege sitzen wir beim Frühstück. Während ich versuche wach zu werden und wir uns die vielen Leckereien schmecken lassen, läuft ganz in der Nähe eine Waschmaschine mit unserer ersten Ladung weißer Wäsche. Man kommt hier wirklich sehr gut mit wenig Wäsche über die Runden. Eigentlich würde es völlig ausreichen Kleidung für 5-7 Tage einzupacken und diese alle paar Tage für kleines Geld (5,- Euro Waschmaschine + 4,- Euro Trockner) schnell durchzuwaschen. Die Waschmaschine läuft 30 Minuten und der Trockner braucht nochmals 45 Minuten. Als um 10h die Wäsche fertig ist saust meine Sandra schnell rüber und lädt alles in den Trockner um. Nun haben wir 45 Minuten um auf der Terrasse die warme Morgensonne zu genießen und uns dabei ein Glas Sekt und eine Tasse Kaffee schmecken zu lassen. 15 Minuten bevor der Trockner fertig ist wird es mir zu warm, ich bin kein Sonnenanbeter. „Du Schatz, ist es ok für Dich wenn ich schon einmal hoch gehe?“ „Ja.“ „Duhu, hast Du noch ein liebes Wort für mich?“ „Tschüss!“

Unsere Kommunikation ist einfach aber effizient und meine Sandra grinst dabei 🙂

Etwas später entscheidet Sandra sich zu einem kleinen Einkaufsbummel im Alcampo La Villa und ich entschließe mich zu einem Besuch im Botanischen Garten. Auf dem Weg zum Botanischen Garten setze ich meine Sandra am Einkaufszentrum ab und bin rund 10 Minuten später schon an meinem Ziel. Der Eintritt kostet nur 3,- Euro und schon kann ich loslegen. Heute habe ich die famose Nikon 1 mal daheim gelassen und habe die Nikon D800E nebst 5 Objektiven sowie meine Nikon D300 (Infrarot 830nm) samt 16-85mm und 10,5mm dabei. Mein Rucksack ist also wieder viel zu schwer aber am Ende des Tages werde ich fast alle Objektive benutzt haben und mit vielen schönen Fotos zurückkehren. Das Rokinon 3,5/24mm Shift & Tilt und das Nikon AF-S 2,8/24-70mm sind allerdings unbenutzt im Rucksack verblieben!

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An der D800E ist noch das SAMYANG 2,8/14mm montiert und ich so schieße damit meine ersten Fotos. Etwas später kommt das Nikon AF-S 4/16-35mm an das Bajonett, später dann das Nikon AF-S VR 2,8/70-200mm. Fotografieren tue ich wenig, die meiste Zeit filme ich die vielen ungewöhnlichen Pflanzen im dieser schönen Gartenanlage.

Der korrekte Name ist eigentlich „Jardín de Aclimatacion de la Orotava“, aber hier kennt man ihn meist nur als „Jardín Botánico“. Der Garten stammt noch aus der Zeit der großen spanischen Seefahrer. Damals brachten sie Pflanzen aus allen Ecken der Welt mit nach Madrid. Da Madrid mit rund 600 Metern über dem Meer relativ hoch liegt, sind dort die Winter kalt und die Sommer heiß. Nur wenige der mitbedachten Pflanzen haben damals die harten Winter in Madrid überlebt. Die Mehrzahl der Pflanzen war nicht winterhart und war nach dem ersten Winter dahin. Die Ursache kannte man wohlgleich noch nicht und so wurde der Gedanke geboren die Pflanzen auf Teneriffa ganz langsam an das kältere Klima in Madrid zu gewöhnen. Einige Jahre später musste man schließlich aber am spanischen Königshause feststellen, dass dieser Plan nicht aufging. Pflanzen die keinen Frost vertragen kann man auch nicht daran gewöhnen. So geriet der Jardín Botánico langsam aber sicher in Vergessenheit. Dank des Engagements einzelner Privatpersonen haben aber viele der Pflanzen, die aus aller Herren Länder dort zusammengetragen wurden, bis heute überlebt und stellen nun einen echten Schatz dar. Es gibt Pflanzen aus Australien, gleich daneben etwas aus Brasilien, Papua Neuguinea, Neuseeland, Indien, China, die Liste ist wirklich lang.

Da wir auch auf den Kanaren aktuell Winter haben, blühen leider nur sehr wenige Pflanzen. Das meiste was man dort aktuell sehen kann ist einfach nur grün. Aber dieser Garten ist dennoch auch im „Winter“ bei 23°C einen Besuch wert. Die Stimmung ist angenehm ruhig und die vielen Bänke unter Palmen oder dem australischen Affenbrotbaum laden dazu ein hier zu verweilen.

So schaffe ich es auch tatsächlich fast sechs Stunden lang zu filmen, zu fotografieren und mich immer mal wieder für ein paar Minuten auf eine der Bänke zu setzen und die friedliche Stimmung zu genießen.

Am Ende des Tages habe ich fast zwei Stunden Videomaterial und rund 200 Fotos aufgenommen. Die Mehrzahl der „coolen Fotos“ stammt allerdings aus meiner Infrarot-Kamera. Dieses Kamera liebt gedämpftes Sonnenlicht und grüne Pflanzen. Ihre Blätter werden weiß wie Schnee dargestellt und so ergibt sich bei den meisten Fotos eine herrlich unwirkliche Szenerie.

Teneriffa 12-2013 – Tag 8 – Teil 2

Der achte Tag ist wirklich sehr entspannt. Nachdem die Internet-Anbindung des Hotels endlich wieder halbwegs funktioniert und ich einen Artikel veröffentlichen konnte, schaue ich in Ruhe meine E-Mails durch und sehe mal was sich auf Facebook so getan hat. Meine Sandra ist während dessen mit dem Bus nach La Paz gefahren und stöbert dort ein wenig durch die Geschäfte. Unterdessen nehme ich nach längerer Pause mal wieder einen neuen Teil für „Ansgars kleine Fotoschule“ auf. Diesmal geht es um die Reisefotografie und das Equipment das ich aktuell dabei habe. Nach etwa zwei Stunden ist das Video soweit aufgenommen und muss noch geschnitten werden. Aber das hat noch Zeit, schließlich kann ich es hier auf Teneriffa ohnehin nicht veröffentlichen. Um 16h meldet sich dann auch mein Frauchen, sie sitzt in La Paz bei Pepito und lässt sich ein Gläschen HUGO schmecken. Ich packe schnell meine Sachen ein und bin schon 30 Minuten später mit dem Auto dort um sie einzusammeln.

Gemeinsam fahren wir zur Finca San Juan und freuen uns Jo & Caro Schlichting weiterzusehen. Jo hat leckeren Kuchen für uns und es gibt ein Tässchen guten deutschen Filterkaffee mit warmer Milch – super!

Finca San Juan - Tenerife

Von Jo erfahren wir, dass die Inselregierung beschlossen hat die Straße zum Punta de Teno dauerhaft zu sperren. Die Steinschlaggefahr ist hoch und nachdem im letzten Jahr einige Touristen an einem Strand bei einem Steinschlag ums Leben gekommen sind, will man offensichtlich weitere negative Schlagzeilen verhindern. Das ist sehr schade denn damit ist ein echtes Highlight der Insel künftig nicht mehr wirklich erreichbar. Gerade am Punta de Teno hatte man einen famosen Blick auf den Sonnenuntergang über La Gomera. Ich muss also froh sein, dass ich dort im letzten Jahr einen wunderbaren Sonnenuntergang erleben durfte, es war das letzte Mal! Wer künftig dorthin will muss sehr gut zu Fuß sein und eine lange anstrengende Wanderung auf sich nehmen!

Canarian Sunset - Nikon D800E - Tenerife - Teneriffa

Interessant ist es auch zu hören, dass die Arbeiten am südlichen Autobahnring weitgehend fertig gestellt sind, dass nun aber das Geld für die Asphaltierung fehlt. Von der EU sind etliche hundert Millionen Euro nach Teneriffa geflossen um den Autobahnring zu schließen und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Aber fast die Hälfte dieser Mittel sind einfach „verschwunden“. Es hat sich also irgendjemand sehr großzügig bedient und nun gibt es eine Autobahntrasse auf der wenn überhaupt nur Allradautos im Schritttempo fahren könnten. Das ist wirklich ärgerlich und wird künftige Zuwendungen der EU sicher deutlich erschweren.

Überhaupt scheint es weltweit mit Großprojekten schwierig zu sein. Hier auf Teneriffa bekommt man die Autobahn nicht fertig, in Deutschland werden Flughäfen gebaut die man besser wieder abreißen sollte oder es gibt Baustellen für einen Bahnhof die total aus dem Ruder laufen.

Als die Sonne tief steht verabschieden wir uns von Jo und Caro und machen uns auf den Rückweg zum Hotel. Während ich mit meinem Noise-Canceling-Kopfhörer mein Video schneide schaut Sandra etwas im Fernsehen. Um 20h gehen wir zum Abendessen und lassen danach den Tag ausklingen. Das Leben hier ist wirklich sehr entspannt!