Es ist Dienstagabend, die Sonne scheint und ich würde gern eine Runde mit dem Moped fahren. Dann geschieht wieder diese mysteriöse Gedankenübertragung. Mein Handy klingelt „Ansgar, wie spontan bist Du?“ Ich bin spontan und 20 Minuten später starten mein Kumpel Hermann und ich in der Wormser Straße in Mainz. Als Ziel hat Hermann den Feldberg im Taunus östlich von Wiesbaden ausgeguckt. An meiner BMW habe ich die kleine GoPro Kamera befestigt und kann so unsere ganze Tour filmen. Der Akku hält genau bis 100 Meter vor der Haustüre, es ist alles drauf. Dennoch frage ich mich, warum die GoPro 1080 mit ausgeschaltetem Display mehr Strom verbraucht als die eigentlich völlig identische GoPro 960. Bei der 960er hält der gleiche Akku fast doppelt so lange!
Die Tour macht jedenfalls Spaß, auch wenn es am Anfang in der Stadt ziemlich nervtötend ist. Aber kurz hinter Wiesbaden ist dann alles ein großer Spaß. Wir schwingen uns durch die Kurven und genießen nach der langen Regenzeit den schönen Sommertag.
Während wir da so durch die Gegend düsen muss ich an einen Kommentar eines YouTube Nutzers denken, den er mir unter Video geschrieben hat auf dem ich entspannt am Rhein entlang gefahren bin. Er hat geschrieben, ich würde „mit meiner BMW am Rhein herumschwuchteln und die Straße verstopfen. Besser wäre es wenn ich mit Brunhilde daheim bleiben würde“. Dann noch ein „Gruß GSX-R 1000“. Jedes mal wenn wir am Straßenrand eines dieser kleinen mit frischen Blumen geschmückten Holzkreuze sehen, muss ich an diesen Kommentar denken und bin froh, dass wir uns auch heute an die Regeln halten und nicht Kopf und Kragen riskieren. Zwischendurch liegt vor uns mal eine tolle breite übersichtliche und gut ausgebaute Straße. Aber es ist nur Tempo 50 erlaubt. Als ich gerade im 3. Gang de Hahn aufreißen will geht Hermann voll in die Bremse. Gut, dass wir immer versetzt fahren! Am linken Straßenrand sind mehrere dieser neuen säulenförmigen Blitzer. Diese Dinger fotografieren einen von vorn UND von hinten. Damit bekommt man selbst als Biker Schwierigkeiten.
Nachdem wir mit Tempo 50 daran vorbeigeschwuchtelt sind bin ich ganz froh, dass wir keine Helden auf frisierten Supersportlern sind. Ich muss daran denken dass ich schon 47 Jahre alt bin und mich, abgesehen von einem kleinen Sturz mit 16 Jahren, noch nie auf die „Fresse gelegt habe“. Und das kann auch so bleiben!
Die Tour habe ich mit meinem TomTom Urban Rider aufgezeichnet – vielleicht will ich den kleinen Feldberg ja irgendwann ein mal wieder finden 🙂
Ich kann mich noch gut erinnern wie ich im Dezember 1999 in meine Wohnung eingezogen bin. Wochenlang habe ich Kartons ausgepackt, war im Baumarkt, bei IKEA, wieder Kartons, Bohrmaschine, Akku-Schrauber, Pinsel, Säge, Baumarkt, IKEA – was für ein krasser Monat. In der Woche vor Weihnachten wurde dann die Küche geliefert. Als alles (fast) fertig war, hatte ich noch ein 60er Tür übrig. Hm, neben der Spüle war noch ein riesiges Loch, ich hatte vergessen die Spülmaschine zu bestellen. Deshalb war das so preiswert!! Aber Expert Bielinsky konnte helfen, an Heiligabend kam die Spülmaschine. Am ersten Weihnachtstag dann der Einbau des Kühlschranks, war das ein Krampf. Einige Woche später war längst nicht alles fertig und dann geht an einem Mittwoch abends um 20h das Telefon. Am anderen Ende Kollegin Sylvia aus der Schweiz. Sie braucht am Freitag „Support bei einem Meeting mit Oracle“ – im Worldtrade Center in Zürich – ok…
Am Donnerstag bekomme ich spät abends noch eine E-Mail mit einem fast 150 Seiten starken Angebot. Ab in den Laserdrucker und dann endlich nach Hause. Am Freitag dann zum Köln-Bonner Flughafen. Der Flug dauer etwa 90 Minuten und ich habe endlich Zeit das Angebot zu lesen. Auf einer der letzten Seiten stehen dann Namen von Mitarbeitern, ihre Tagessätze und ihre Verfügbarkeit. Hinter meinem Namen steht ein hoher Tagessatz und bei der Verfügbarkeit steht: 100% Hui, ich bin der EINZIGE angebotene Berater mit einer Verfügbarkeit von 100%!! Langsam wird mir klar, dass ich wohl zu einem neuen Projekt anreise. Das Meeting mit Oracle ist dann schnell abgehandelt und ich bin von der Schweizer Geschäftsstelle sehr angetan. Während ich im großen Besprechungszimmer sitze, öffnet sich die Türe, jemand kommt herein und macht eine Geste wie ein Fußballtrainer nach dem 7:6 im Elfmeter-Schießen: „Ja, wir haben das Projekt!“ Dann ist er schon wieder weg, ich habe gerade den Jürg kennen gelernt, der Chef der Schweizer Niederlassung. Ok, hier ist irgendwie alles anders.
Am Abend geht es heim und am Montag bin ich dann schon wieder dort. Mit einem Mietwagen geht es abends nach Luzern zur SUVA. Ich bin das erste Mal in meinem Leben am Vierwaldstädter See. Was für ein Panorama und was für eine großartige Stadt. Vielleicht die schönste Stadt der Schweiz und hier werde ich eine Weile arbeiten. Dass dieses Projekt dann 1,5 Jahre dauern wird und dass noch viele Monate bei der SUVA verbringen werde, ist mir an diesem Tag noch nicht bewußt!
Nach einigen Wochen in Luzern wird dann ein Projektbüro in Cham bezogen. Nun wohne ich in Bonn, arbeite in einem Projekt für die Schweizer Kollegen in Zürich, für einen Kunden in Luzern in einem Büro im Kanton Zug. Ok…
Wohnen tue ich von Anfang an im Hotel zum Rebstock in Luzern. Ein grandioses Hotel und die Menschen dort wachsen mir schnell an Herz. Die Chefin Frau Moser ist einfach nur großartig. Eine ältere Dame die mit Pablo Picasso bekannt war. Sie ist cool und trägt jeden Tag rote Schuhe. Alle Zimmer sind individuell eingerichtet, hier hat vor einigen Jahren ein damals noch wenig bekannter Designer mit Namen Philippe Starck geholfen. Eines Tages sitze ich nach einem Meeting auf dem Beifahrersitz von Jürg’s Audi S6. Auf der Autobahn sind 120 km/h erlaubt und Jürg hält sich auch daran. Doch hin und wieder läßt er den Audi auf 100 km/h zurückfallen, um dann mit einem Kick-Down auf 140 zu beschleunigen und den gewaltigen Sound zu genießen. Mich presst es dabei in die Polster und es entwickelt sich Achtung vor diesem Fahrzeug. Als ich ihn bitte mich bei SIXT am Flughafen abzusetzen, kommt das Gespräch darauf, was ein Golf bei SIXT als Mietwagen pro Monat kostet. „Aber das können wir doch billiger haben!“ Er greift zum Telefon und ruft seinen Spezi Mauro an. Sie tauschen ein paar Floskeln aus und dann fragt er mich „Willst an Audi oder an Jaguar?“ „Natürlich einen Jaguar!“ „Ok, er nimmt den Jaguar!“ Ich denke noch „Hey, der verarscht Dich jetzt aber ganz köstlich!“ Als ich eine Stunde später bei Mauro aus dem Taxi steige, steht da tatsächlich ein Jaguar! Ein dunkelblauer Jaguar XJ – Daimler Double Six. Dann die Probefahrt gemeinsam mit Mauro. „Ja gib halt mal Gas! Ja, jetzt einen Kick-Down!“ Die zwölf Zylinder schöpfen aus 6 Litern Hubraum ganze 300 PS, was für ein Gerät!
Während der nächsten Monate sieht mein Tagesablauf immer wieder gleich aus. Montags früh aufstehen, mit dem Taxi zum Köln-Bonner Flughafen fahren, mit Lufthansa, Swiss-Air oder Cross-Air nach Zurück fliegen, mit dem Taxi zum World-Trade-Center, in der Tiefgarage in meinen Jaguar umsteigen und nach Luzern fahren. Freitags dann alles in umgekehrter Reihenfolge! Wie cool! Mit Glück bekomme ich immer mal das Zimmer 164. Es ist im Rebstock ganz oben unter dem Dach und hat eine kleine Dachterrasse mit Blick auf den Vierwaldstädter See. Was für ein Projekt, was für ein Land!
Nachdem das Projektbüro in Cham am Zuger See eingerichtet ist, geht es morgens und abends mit dem Jaguar am See entlang. Nach und nach kommen weitere Kollegen ins Projekt und wir alle haben trotz der vielen Arbeit eine Menge Spaß. Abends gibt es im Restaurant Lamm Entrecôte mit Wellen-Pommes-Frites. Dazu ein Kloster-Bier und als Nachtisch ein Stück Schokoladenkuchen mit Rahm. Was für ein Leben! Nach vier Monaten passt keiner meiner Anzüge mehr und erstmals zeigt über 100 Kilogramm. Hui…
Am Pfingst-Montag bringe ich dann meine rote BMW R80-RT nach Luzern. Nun brechen andere Zeiten an und das Körpergewicht geht auch wieder zurück. Die Kollegen lasse ich allein mit dem Jaguar nach Cham fahren, ich bin ja nicht ihr Chauffeur. Während sie sich am 12-Zylinder-Sound erfreuen genieße ich Tag für Tag den überirdischen Frieden auf meiner einsamen Fahrt zum Büro. Nach der Arbeit geht es durch die Berge, rund um den See, viele Wochenenden verbringe ich in der Schweiz. Meine Freundin Nina kommt mich immer mal wieder besuchen und wir fahren über den Klausenpass, Sustenpass, Pragelpass, Grimsel, Furka und und und… Es gibt Barbeque-Fahrten mit dem Schaufelraddampfer und abendliche Spaziergänge zum IMAX-Kino im Verkehrshaus der Schweiz. Ich liebe dieses Land!
Im Winter sehe ich dann früh morgens ein Alpenglühen und kurz danach ist schon wieder Karneval. Die Zeit vergeht im Flug.
Daheim in meiner Wohnung herrscht während dessen totaler Stillstand. Es dauert noch Jahre bis alle Umzugskartons aus der Ecke im Wohnzimmer verschwunden sind. Als das Projekt dann beendet ist und ich meine rote BMW wieder heim bringe, keimt Wehmut auf. Doch ein paar Jahre später gibt es wieder ein Projekt in der Schweiz. Diesmal lasse ich die rote BMW daheim und fahre statt dessen mit dem roten Peugeot 406 Coupé nach Luzern. Der Peugeot spult fahrt Fahrt um Fahrt ab. Oft geht es mitten in der Nacht auf die Autobahn, zum Sonnenaufgang bin ich am Vierwaldstädter See, um 8h im Büro. Der Peugeot fährt und fährt, über 100.000 Kilometer kommen so zusammen. Je Kilometer gibt es 30 Cent Spritgeld. Damit ist das Auto schnell komplett bezahlt – alles im „Dienste des Herren“ – wie cool…
Viele Jahre später bin ich nun ein großer Fan der Schweiz. Ich könnte dort immer wieder dort hin fahren, denn es ist einfach wunderschön. Während des ersten Projektes war die „Matrix“ in aller Munde. Wir haben oft Scherze darüber gemacht, dass wir sicherlich auch innerhalb einer Matrix sein müssen, denn es ist einfach alles zu schön und zu perfekt um wirklich wahr zu sein. Aber es ist wahr!
Warum schreibe ich eigentlich all das hier? Na, weil ich eben bei YouTube über dieses geniale kleine GoPro-Video gestolpert bin. Meine „zweite Heimat“ sieht man hier mal aus der schönsten aller Perspektiven, aus der Vogel-Perspektive!
Enjoy it…
Hier habe ich noch einige Fotos die ich damals in der Schweiz gemacht habe. Aller Fotos sind mit einer Nikon F4s auf Fuji Velvia 50 oder Kodak Extra-Colour 100 gemacht. Gescannt habe ich die Bilder mit einem Nikon Coolscan ED. Wer die Bilder anklickt bekommt sie in der 1000er Auflösung zu sehen.
Ein paar Jahre später habe ich dann viel mit der Nikon D2x und der Nikon D300 fotografiert.
Aber auch meine Nikon F5 wurde dort viel benutzt…
Zuletzt war ich mit einer Mamiya 645 Pro und einigen Rollen Fuji Velvia 50 in der Schweiz…
Am Wochenende ist die neue GoPro HD HERO 1080 samt Motor-Kit eingetrudelt. Am Montag um kurz vor 6h wird es dann ernst, ich versuche mich mal mit der neuen Autoscheiben-Halterung. Es klappt leider nicht wie erhofft, an meiner Diesel-Rakete steht die Windschutzscheibe sehr steil. Egal wie ich die Kamera auch drehe und wende, entweder schaut sie in den Himmel oder es ist das halbe Auto mit auf dem Bild. Das ist alles gar nicht so einfach, aber ich muss nach Mainz und daher geht es dann mit einer suboptimalen Kameraposition auf die Reise. Mal sehen was man daraus zaubern kann.
In Mainz angekommen hat die kleine GoPro knapp zwei Stunden ununterbrochen die gesamte Fahrt aufgezeichnet. Es zwei MP4-Dateien entstanden die zusammen etwa 7GB groß sind. Die Kamera hat sie automatisch bei ca. 4GB gesplittet. Am Abend soll der Import in iMovie auf dem Mainzer Mac Mini zwei Stunden dauern, kein Problem ich habe ja noch das MacBook dabei. Nach drei Stunden schaue ich mal wie weit es ist. Es ist bloß nichts da, keine importierten Files, hä?? Also erneut versuchen, stunden vergehen und es ist wieder nichts da! Dann kommt es mir in den Sinn, die Festplatte ist voll. 320GB sind einfach wenig wenn man mit diesen großen Videos hantiert. Also wird erst einmal aufgeräumt. Irgendwann klappt es dann, aber es ist schon nach Mitternacht. Am nächsten Abend dann die Bearbeitung. Das Video steht auf dem Kopf, aber mit iMovie kann man es ganz einfach drehen. Dann ist die Platte wieder voll, wieder aufräumen weil nichts mehr geht…
Am dritten Tag ist das Video dann auf einige wenige Minuten eingedampft und es ist ein bisschen Musik unterlegt. Die Musik ist 4% schneller, an Anfang und Ende ein- und ausgeblendet und die Lautstärke ist reduziert. Mal sehen, ob YouTube das Video wieder in Deutschland sperrt…
Es ist Freitag, die Wohnung ist nun ein wenig aufgeräumt und gesaugt habe auch schon. Während das kleine MacBook im Hintergrund meinen neuen „Fahrfilm – Rüdesheim nach Bonn“ bei YouTube hoch zu laden versucht, schaue ich mir mein „Werk“ mal an. Die Zeitraffersequenz am Ende ist mir irgendwie zu langsam. Also lege ich ein neues Projekt an und ziehe nur die zweistündige „Wolkensequenz“ hinein. Mit iMovie kann ich das um den Faktor 20 beschleunigen. Ohne weitere Änderungen mache ich einen Export auf die Festplatte und verwendet den Quicktime-Exportfilter. Bei der Kompression wähle ich die höchste Qualität, den Ton schalte ich ab, da gibt es eh nichts zu hören. Nach etwa 30 Minuten ist der Export abgeschlossen.
Nun importiere ich den um 2000% beschleunigte Filmschnipsel. Schnell einen Titel und den üblichen Abspann einfügen und das Tempo erneut um den Faktor 5 beschleunigen. Nun ziehen die Wolken so richtig dramatisch schnell über die Bonner Museumsmeile. Leider hat die kleine GoPro Kamera mit der ich das Video aufgenommen habe ein krasses Weitwinkelobjektiv mit 170° Blickwinkel. Es sind sogar noch die Ränder des Fensterrahmens zu sehen und der Horizont ist krumm wie eine Wurst. Je dunkler es wird um so höher hat die Kamera den ISO-Wert geschraubt und parallel die Rauschunterdrückung hochgefahren. Zum Ende hin ist der Film dadurch ziemlich unscharf. Aber egal, es ist ja nur ein Experiment! Mit iMovie kann man sehr leicht einen Ausschnitt wählen der den Fensterrahmen nicht enthält. Durch den Beschnitt reduziert sich die ohnehin geringe Auflösung leider nochmals um ca. 50%!!
Schnell noch eine passende musikalische Untermalung aus dem iMovie-Archiv heraussuchen und dann ab nach YouTube. Beim Upload wähle ich eine kleine 380p, mehr würde keinen Sinn machen, da einfach nicht mehr an Informationen „drin“ sind.
Der Upload läuft parallel zum riesigen „Fahrfilm“. Über mein 6 MBit/s „Hausfrauen-DSL“ ist der winzige Filmschnipsel nach etwa 30 Minuten schon online – wer hätte das gedacht 🙂
Und hier ist es nun, mein neues Experiment:
Und pünktlich zu Kaffee und Kuchen ist dann auch das Monstervideo online – der Soundtrack stammt übrigens von Dredge!
UPDATE: Und genau dieser Soundtrack scheint das Problem zu sein! Obwohl die Musik in mono, leiser und 4% schneller unterlegt ist wird sie vom YouTube Content-Filter als BMG-Content erkannt. Daher ist das Video weltweit sichtbar, nur nicht in Deutschland. Ich habe jetzt mal via Audio-Swap irgendeinen belanglosen Title aus der Rubrik „Easy Listening“ unterlegt – Dancing with desire – heißt der Song. Mal sehen wie lange die YouTube Server-Farm brauchen wird um das riesige Video einmal durch den Fleischwolf zu drehen…
Hier habe ich noch eine Version mit GEMA-freier Musik. Die sollte man sich hoffentlich auch in Deutschland ohne Probleme anschauen können 🙂
Als mein Telefon klingelt ist es 5h morgens, es ist mein privater Weckruf und es ist schön am Morgen Sandras vertraute Stimme zu hören. Kurz drauf stehe ich unter der Dusche, dann schnell anziehen und das Motorrad satteln. Heute darf mal der Tankrucksack mit den ich noch nie benutzt habe, Kollege Hauke möchte ihn sich mal anschauen. Der Rucksack ist ganz praktisch, hätte ich gar nicht gedacht! Es passt sogar die Nikon D7000 hinein, endlich kann ich mal einen Fotoapparat auf dem Motorrad mitnehmen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen – cool!
Als es losgeht ist es noch vor 6h – es ist Sommer und doch recht kalt – das Thermometer zeigt gerade einmal 15,5°C – ich trage nur eine Lederkombi und oben herum auch nur ein T-Shirt – nicht wirklich klug – damit hätte ich nicht gerechnet. Bei Bad Breisig fällt mir dann auf, dass die kleine GoPro Kamera wieder einmal im Fotomodus war und ich bei meiner Abfahrt nur ein Bild geknipst habe statt die Aufnahme zu starten. Aber das wird jetzt nach geholt. Kaum habe ich den Seitenstreifen verlassen kommt von hinten ein Typ in einem Porsche, Lichthupe, dicht auffahren, ganz plötzlich steht Pimmelfechten auf dem Programm. Also kurz den Gashahn aufreißen, 2. Gang, 3. Gang, wenige Sekunden vergehen und vom schweineteuren Porsche sind im Rückspiegel nur noch zwei kleine Lichter übrig. Aber da heißt es dann auch schon wieder vom Gas zu gehen. Erstens darf man hier noch gar nicht so schnell fahren und zweitens ist da auch ein Bus der die freie Sicht versperrt. Der Typ im Porsche hat es kapiert, da fährt keine voll bepackte 125er vor ihm, er hält Abstand und kurz drauf ist er dann auch hinter den überholten Autos verschwunden. 2KG/PS sind kein schlechtes Verhältnis 🙂
Es geht über die B9 nach Mainz, das Wetter ist nicht so schön wie erwartet. Statt des erhofften grandios eingefärbten Morgenhimmels gibt es nur Nebel im Rheintal. Aber kurz nach Bingen klart es dann auf. In Mainz steuere ich kurz mein Appartement an. Schnell umziehen und dann ab ins Büro, die Arbeit wartet.
Später kopiere ich die Video-Dateien auf meinen Mac Mini. Der Import der Dateien soll mehrere Stunden dauern, da bleibt Zeit für einen Besuch auf der Kirmes gleich nebenan. Als ich zurück bin ist immer noch nicht alles konvertiert, was für eine Datensintflut…
Bis das Video geschnitten, exportiert und bei YouTube hochgeladen ist werden mehrere Tage vergehen!
Am Donnerstag starte ich um kurz nach 7h den Upload. Das Video läuft knapp 28 Minuten und ist etwa 1,8GB groß – wow… Am Abend ist es dann geschafft, das Video ist online – aber in einigen Ländern wegen der unterlegten Musik von Joe Satriani gesperrt. Also schnell das Einspruchsformular ausfüllen, die Songs sind krass zusammen gedampft und die Lautstärke ist reduziert, das wird sich wohl niemand heraus kopieren und auf eine CD brennen wollen.
Schnell noch diesen kurzen Artikel schreiben und dann geht es auch schon wieder zurück nach Bonn. Draußen scheint die Sonne, die Batterie der kleinen GoPro ist frisch geladen und ich überlege welchen Weg ich fahren und filmen soll. Na, schauen wir einfach mal…