Nikon D7000 – Wandern mit dem Wanderboss

Tag 6 – Wandern mit dem Wanderboss

Als Sandra das Licht anknipst ist es 7h. Ich frage sie ob sie gut geschlafen hat. Es gibt erst einmal einen Anschiss, weil ich zwar den Wecker in meinem Telefon korrekt auf 7h gestellt habe, das Telefon aber noch in der falschen Zeitzone unterwegs ist. Daher hat es morgens um 6h im Wohnzimmer vor sich hin geweckt. Wie fast immer schlief ich so tief und fest, dass ich von der Show nichts mitbekommen habe. Ok, schnell anziehen und den Fotorucksack zusammen stellen. Von meinen letzten Erfahrungen mit dem Wanderboss weiß ich, dass dieses Wanderungen manchmal ziemlich ausarten können. Daher ist für heute ein ganz kleines Fotogepäck angesagt. Aus dem Rucksack fliegt einfach alles raus. Nur die D7000 mit 16-85mm, Batteriegriff und Polfilter dürfen darin bleiben. Zusätzlich gibt es drei kleine Flaschen Wasser, einen Apfel und zwei belegte Brötchen. Ein Taschenmesser ist auch dabei, man kann nie wissen was passiert. Und nach meiner Erfahrung als ich mich vor ein paar Monate in Utah im Blue Canyon versehentlich mitten in der Wildnis ausgesperrt habe, liebe ich dieses Schweizer Messer über alles. Vielleicht hat es mir damals in der Kälte neben meinem SUV den „Arsch gerettet“. Wie dem auch sei, ich habe es gern bei mir 🙂

Kurz bevor es losgeht telefonieren wir noch kurz mit Karin und Wolfgang. Wir planen um, ich setze Sandra mit dem neuen Opel bei Karin und Wolfgang ab. Sie fahren mit den Opel zu Manolos Reiterhof und Wolfgang und ich mit seinem bunten Peugeot zum Treffen mit den anderen Wanderern.

Als wir am Treffpunkt ankommen ist dort niemand außer uns. Nach und nach trudelt sie alle ein. Die Wiedersehensfreude ist groß und es dauert eine Weile bis klar ist wer in welchem Auto mitfährt und wem heute nicht nach einer Wanderung zumute ist.

Dann geht es los! „Teppich Werner“ hat den Wanderboss auf dem Beifahrersitz. Werner quält seinen großen Lieferwagen die Berge hinauf, dass es nur so kracht. Wir sind Auto Nummer zwei. Der Diesel in Wolfgangs Bipper heult und dröhnt, die Automatik weiß gar nicht wohin sie schalten soll und bleibt gleich im ersten Gang. Am Horizont wird „Teppich Werner“ langsam kleiner. An einigen markanten Stellen hält er an, ein kurzer Blick nach hinten und weiter geht die Raserei durch die steilen engen Straßen. Zwischendurch schaue ich mal in den Rückspiegel, es ist niemand mehr hinter uns. Teppich Werner hat seine Wanderfreunde erfolgreich abgehängt. Mir kommt es vor wie „Pimmelfechten unter Rentnern“.

Nach einer Weile erreichen wir einen wirklich voll schönen einsamen Platz zwischen zwei Weinbergen. Aber von den fünf Autos sind nur noch zwei Autos übrig. Etwas später kommt ein drittes Auto dazu. Wir warten, aber wir bleiben zu dritt. Die Telefone haben hier oben keinen Empfang, Wolfgangs neues GPS zeigt etwa 500 Höhenmeter. Auto Nummer 3 macht also kehrt um die anderen Wanderer zu suchen. Nach einer Viertelstunde kommen sie jedoch allein zurück. Also alle wieder rein in die Autos und wieder runter ins Tal, nach einer kurzen Ehrenrunde geht es wieder bergauf, diesmal zu einem anderen Platz der auch wirklich schön ist. Wir parken die drei Autos neben einem kleinen Brunnen. Dort steht ein Canario mit seinem Auto und füllt viele viele Wasserkanister ab. Der ganze Kofferraum ist voller Trinkwasser.

Auch hier kein Empfang, Auto Nummer 3 fährt erneut den Berg hinab, wir sind jetzt etwa 700 Meter hoch. Nach einer ganzen Weile kommen sie zurück. Es gab ein kurzes Telefonat mit den „Anderen“. Die Verbindung war denkbar schlecht und niemand konnte erklären wo wir jetzt sind. Die „Anderen“ haben sich darauf hin entschlossen einen kleinen Spaziergang zu machen und danach ein wenig Shoppen zu gehen. Später werde ich mir wünschen bei Ihnen gewesen zu sein…

Es geht los, alle zücken ihre Wanderstäbe, das Team setzt sich in Bewegung. Teppich Werner und einer der anderen Wanderer übernehmen die Führung. Sie legen ein ordentliches Tempo vor. Keiner von ihnen hat überflüssiges Gepäck dabei und sie wandern ein- bis zweimal die Woche. Immer wenn ich kurz stehen bleibe um ein Foto zu machen verliere ich den Anschluss. Letztlich latsche ich einsam und allein hinterher. Kojak würde sagen „Entzückend“. Am Vorabend habe ich vergessen den Akku der D7000 aufzuladen, die Kamera zeigt als „Restkapazität“ nur noch „einen Balken“. Nach den ersten Bildern wird das Batteriesymbol im Sucher sogar rot dargestellt. Mir kommen Zweifel ob es sinnvoll war die D7000 überhaupt mitzunehmen. Daheim auf unserer Finca liegt die kleine leichte Nikon AW-100 in einer Schublade und wartet auf das erste Foto! Die kleinen Nikon P7100 habe ich daheim gelassen. Auch ohne diese Kamera habe ich vier verschiedene Ladegeräte im Gepäck. Wie schön wäre es, wenn es ein universelles Ladegerät für alle Akkus dieser Welt geben würde…

Der Weg ist steil aber schattig. Es geht durch schöne Wälder, von einer Finca zur nächsten. Immer wieder frage ich mich wie man hier oben in der Wildnis eine Straße betonieren und kleine einfache Häuser bauen konnte. Aber irgendwie ging es wohl. Mitten in einer Finca geht es dann steil bergauf. Der Boden ist rutschig und das Laub liegt hoch. Die Gruppe ist weit weg als ich höre wie sie mir zurufen ich solle unten bleiben. Es war alles nur ein großer Spaß, eine Sackgasse. Und so wird es weiter gehen. Statt einer gut geplanten Wanderung geht es steil bergauf, querfeldein, zurück zur „Straße“ und wieder weiter. Unser Ziel erreichen wir letztlich nicht, es liegt auf der anderen Seite einer tiefen Schlucht. Aber dafür bin ich nass geschwitzt, mehr als 540 Höhenmeter zehren an meinen Kräften. Gut, dass ich ein trockenes zweites Hemd dabei habe!

Nach einer kleinen Pause machen wir uns an den Abstieg. Meine beiden Brötchen habe ich aufgegessen, der Apfel ist weg und eine Flasche Wasser ist leer. Hätte ich darauf vertraut, dass wir zu einem netten kleinen Lokal aufsteigen, ich wäre nun ziemlich verloren. Das Batteriesymbol der D7000 leuchtet noch immer rot, aber sie macht ein Bild nach dem anderen. Zur Sicherheit ist ja auch noch ein zweiter Akku innerhalb der Kamera dabei. Meine D7000 ist so eingestellt, dass sie zuerst den Akku des Batteriegriffs „entleert“  und erst dann auf die interne Batterie zugreift. Ich habe also keine echte Sorge, dass mir der Strom ausgehen wird. Ein wenig dumm ist es, dass der Ladezustand der internen Batterie nur angezeigt wird, wenn der Batteriegriff nicht montiert ist. Will man sehen wie viel Strom die „Reserve-Batterie“ noch hat, muss man die Kamera abschalten, den Batteriegriff abschrauben und sie dann wieder einschalten. Alternativ könnte man wahrscheinlich über eine Menü-Funktion die Reihenfolge für die Nutzung der Batterien umkehren.

Wie dem auch sei, der Abstieg ist ebenso steil wie der Aufstieg. Immer wieder rutsche ich auf den losen Steinen aus und kann mich nur halten weil ich meine Wanderstöcke dabei habe. Diese Dinger sehen zwar ein wenig blöd aus, aber sie sind heute wirklich Gold wert!

Teppich Werner und seine Kumpels scheinen gar nicht müde zu werden. Immer wenn ich mal ein Foto mache verschwinden sie weiter unten im Wald. Eine großartige Wanderung ist das und dann beginnt auch noch das rechte Knie seine Funktion einzustellen. Jeder Schritt tut weh. Die Jahre am Schreibtisch machen sich bemerkbar. Langsam humple ich der Gruppe hinterher bis wir schließlich die Autos erreichen. Endlich geschafft! Eines der „Anführer“ meint am Auto dann noch „Also mir geht es jetzt so gut, ich könnte den ganzen Weg jetzt locker noch einmal laufen!“. Na prima, das klingt nach einem richtig guten „Gruppenverständnis“ 😦

Ein paar Minuten später sitzen wir in einem echt urigen Restaurant mitten in einem Weinberg. Es ist fast wie ein Tunnel aus rostigen Eisenstäben der rundherum mit Weinreben bewachsen ist. Es gibt Garbanzas, hausgemachte Pommes Frites und Kaninchen vom Grill. Das entschädigt für die Strapazen. „Teppich Werner“ gibt die Bestellung in fließendem Spanisch auf. Ich verstehe nur einige wenige Bruchstücke. Er bestellt ein Steak (Solomio) und Kichererbeseneintop (Garbanzas). Irgendwas mit Salat und Pommes Frites (Papas fritas) ist auch noch dabei.

Wolfgang bestellt „Cornejo“ – ich glaube das ist Kaninchen. Als der Kellner mich anschaut sage ich nur „Si Cornejo“. Dann plötzlich eskaliert die Bestellung am anderen Ende des Tisches. Dort platzt es aus seinem der anderen Wanderer heraus „Ich will aber auch Garbanzas!!!“ Richtig laut wird er und der Keller schaut verwirrt in die Runde. „Teppich Werner“: „Aber ich habe doch drei Portionen Garbanzas für alle bestellt!“ „Ja aber ich will sie als Hauptgericht und dazu einen Salat!“ „Die Dame neben mir will auch Garbanzas aber vegetarisch!“ Manchmal ist es mit der Deutschen Einheit nicht so einfach…

Schließlich scheint der Kellner alles verstanden zu haben und es kehrt wieder Ruhe ein. Kurze Zeit später gibt es einige kleine grüne Bierfläschchen mit dem Aufdruck „Carlsberg“ – Bier aus Dänemark – hier oben auf einem kanarischen Weinberg – auch nicht schlecht 🙂

Die Garbanzas kommen kurz danach, sie schmecken gut, aber Sandra macht sie besser! Auf unser Kaninchen müssen wir eine Weile warten. Ich nutze die Zeit und hole schnell meine D7000 aus dem Auto. In diesem urigen Restaurant will ich doch kurz einige Eindrücke festhalten!

Auf dem Weg nach draußen komme ich an der „Küche“ vorbei. Es ist ein wirklich großer gemauerter offener Kamin. Unten drin liegen richtig große Holzklötze. Oberhalb der lodernden Flammen liegen mehrere zerteilte Kaninchen und garen still vor sich hin. Gegenüber ist eine Kühltheke wie in einer Metzgerei. Sie ist übervoll mit Kaninchen, Steaks, Rippechen, kurzum – mit allem was eine Vegetarier verabscheut. Ich muss sagen, wirklich einladend sieht das für mich auch nicht aus. Ich muss schnell wegschauen, sonst wird mir ganz anders. Manchmal kann ich verstehen warum so viele Menschen kein Fleisch essen.

Als dann unsere Kaninchen kommen sind sogar noch die Köpfe dabei. Ich bin froh, dass Wolfgangs Hund „Schröder“ Kaninchen mag! Er freut sich und zerknackt mit seinem kräftigen Gebiss den Kaninchenschädel. Hm, da mag ich gar nicht hinschauen und auch nicht länger drüber nachdenken. Ich nehme mir ein Stückchen Kaninchen. Es schmeckt gut, aber es ist ein unendliches „Gefummel“. Letztlich habe ich einen großen Haufen Kaninchenknochen auf dem Teller und halte mich an die wirklich grandiosen Pommes Frites. „Schröder“ freut sich über die Kaninchenknochen. Er nagt auch nicht lange daran herum. Es macht „Happs“ und schon sind ganze Schenkel verschwunden. Es kommt eine kleine Katze dazu, sie steht auch auf Kaninchen.

Als wir fertig sind, ist von den drei Kaninchen praktisch nichts mehr übrig. Wir machen ein paar Scherze wie das wohl auf den Kellner wirken muss. „Diese Deutschen, die essen alles auf, sogar die Knochen der Kaninchen…“ 🙂

Der Abschied ist kurz und ich habe das Gefühl, dass alle nur noch auf die Couch wollen. Wolfgang, Schröder und ich fahren über abenteuerlich enge steile Straßen hinab zur Autobahn und sind kurz drauf bei unseren „Mädchen“.

Sandra und Karin hatten einen coolen Ausritt. Sandra hat sich einen jungen unerfahrenen spanischen Hengst gesattelt und hatte ihren Spaß damit. Das Tier war nervös, bissig, ist gestiegen und hat versucht Karin und ihr Pferd „Boomer“ zu treten. Prima, so stellt man sich einen entspannten Ausritt vor. Aber Sandra ist trotzdem vom Temperament dieses jungen Hengstes begeistert. Sie kann gut reiten und sagt immer, dass kein Pferd sie abwerfen kann. Dieser Nachmittag war also ganz nach ihrem Geschmack. Wenigstens hat es also unseren Mädels gefallen. Wolfgang scheint wenig erbaut zu sein, eine so anstrengende ergebnislose Wanderung hatte er sich auch nicht vorgestellt. Und kaum sind wir da müssen die beiden auch schon wieder los. Karin und ihr Chor haben einen Auftritt!

Wir verabschieden uns und kommen mit Anbruch der Nacht auf unserer Finca an. Ich kann nur noch kurz baden und falle kurz drauf in einen langen traumlosen Schlaf. Irgendwann bekomme ich noch mit wie Sandra mich mit der warmen Wolldecke zudeckt. Sie war noch Paella essen. Ich bin nach meinem Kaninchen nicht mehr hungrig. Was für ein Tag!

Tag 7 – Faulenzen oder wandern am Teno?

Als ich am nächsten Morgen aufwache liegt Sandra still nehmen mir und starrt die Decke an. Sie ist seit 1h wach und hat mir stundenlang beim Schnarchen zugehört. Mir geht es gut, nur mein Knie tut weh. Sandra macht keinen glücklichen Eindruck, aber beim Frühstück sieht die Welt dann schon wieder ganz anders aus.

Heute ist die Finca auch ziemlich voll. Es werden im Laufe des Tages noch Gäste anreisen und dann ist es hier oben ausgebucht! Bei Sekt und Kaffee werden fragt uns Chefin Sylvia ob sie uns für das Abendmenü einplanen soll. Aber wir wollen heute mal wieder auswärts essen. Das ist hier meist wirklich gut und oft auch recht preiswert.

Ein echtes Tagesziel haben wir nicht. Ich überlege ob wir vielleicht mal nach Teno Alto fahren. Teneriffa besteht aus einem Zusammenschluss dreier unterschiedlich alter Vulkane: Anaga, Teno und Teide. Der Teide ist der jüngste Vulkan. Dort ist die Landschaft schroff und steinig. Der Anaga ist deutlich älter und man kann inzwischen keinen echten Krater mehr ausmachen. Es ist im Norden der Insel eine meist grüne Bergwelt mit atemberaubenden Straßen und unwirklichen Urwäldern. Diese „Nebelwälder“ möchte ich ja noch fotografieren. Aber es ist schwierig, bei schönem Wetter ist dort kein Nebel und wenn dort Nebel ist muss man die Stellen kennen an denen man auch schöne Fotos machen kann.

Im Westen der Insel ist das Teno-Gebirge. Dort liegt das kleine niedliche Örtchen Masca und dort sind die grandiosen „Los Gigantes“. Heute werden wir mal schauen ob wir uns vielleicht diesen Teil der Insel einmal etwas näher anschauen.

Faulenzen auf Teneriffa

Tag 3 – Herum gammeln auf der Finca San Juan

Die Wochen vor Reiseantritt waren teilweise stressig und so sind Sandra und ich froh, dass wir einfach mal bei schönem Wetter auf unserer kleinen fast menschenleeren Finca abhängen können. Außer uns sind noch Katja und Thomas aus Villingen-Schwennigen hier, also nur die „ganz kleine Besetzung“. Aber am Donnerstag wird sich das radikal ändern, denn dann ist die Finca „ausverkauft“. Derzeit geht es aber noch gemütlich zu und wir können uns vom neuen Koch Tomi und seiner Frau Sylvia alle kulinarischen Köstlichkeiten wünschen die uns in den Sinn kommen. Sandra darf sogar mal zum neuen Chefkoch in die Küche und gemeinsam mit ihm einen Topf Garbanzas kochen. Das ist ein kanarischer Kichererbseneintopt und der ist wirklich lecker!

So geht der Tag vorbei, ich wandere mit meiner Nikon D7000 ein wenig auf der Finca herum und nehme das eine oder andere kleine Video-Schnipselchen auf. Am Ende würde ich gern einen kleinen HD-Film über diese tolle Insel zusammen stellen. Mal sehen was daraus wird 🙂 Vorerst sammle ich einfach typische kanarische „Impressionen“, später werden wir dann sehen was sich draus zaubern lässt.

Tag 4 – Das defekte Auto

Bei der Ankunft habe ich noch frohlockt als ich am Flughafen Teneriffa Süd beim Cicar Büro den Zündschlüssel zu unserem Mietwagen entgegen nehmen durfte. 1511 Kilometer sollten auf dem Kilometerzähler stehen und das war tatsächlich nicht gelogen. Ein fast neuer Opel Astra, wie schön. Beim Verlassen des Flughafen-Geländes fiel mir dann eine blinkende Warnleuchte auf. Ein Batterie-Symbol blickt ständig. Hm, was das wohl bedeutet? Ob eine Sicherung durch ist? Aber das Auto fährt prima und so haben wir es ignoriert und sind geradewegs zur Finca San Juan gefahren.

Dort angekommen blinkt es immer noch. Auch als wir zwei Tage später zu Besuch bei Karin und Wolfgang sind, blinkt die Lampe immer noch. Sandra lässt das keine Ruhe und beim Frühstück drängt sie darauf, dass wir etwas unternehmen. Da mein Spanisch gerade mal für eine Bestellung im Restaurant ausreicht bitte ich unseren Küchenchef Tomi beim Cicar-Büro in Puerto de la Cruz anzurufen. Gern würden wir das Auto tauschen. Tomi ruft na und ich bin erstaunt, dass er Spanisch spricht als wäre es seine Muttersprache. Später erfahre ich, dass sie es auch ist 🙂 Die Dame am anderen Ende der Telefonleitung erklärt ihm, das dies ein bekanntes Problem ganz neuer Opels sei. Wir sollten die Polklemmen der Batterie nachziehen, dann wäre alles gut.

Als ich etwas später die Motorhaube öffne sind die Plastikabdeckungen der Batterie schon alle geöffnet. Irgendjemand hat da wohl schon nach dem Fehler gesucht. Aber ich kann auch nichts weiter erkennen, alle Kabel sind fest verschraubt, nicht wackelt oder scheint fehlerhaft zu sein. Hm, was tun? Tomi hat mir geraten direkt zur Avenida Generale oder so ähnlich zu fahren. In der Nähe des HiperDino in Puerto de La Cruz. Blöd ist, dass ich keine Karte dabei habe. Nach den vielen Reisen bin ich ein wenig „überheblich“ geworden und hatte daheim das Gefühl schon alles zu kennen. Doch dem ist nicht so, die Insel ist doch etwas größer. Keine Karte nirgendwo, nicht auf dem iPad, nicht auf dem Garmin Colorado, nicht auf dem Notebook. Blöd!

Ok, wir fahren trotzdem los, es ist schon 11h30 und ich rechne damit, dass um 13h das Büro verlassen sein wird – Mittagspause! Als wir in Puerto abkommen können wir ein Schild sehen auf dem etwas von „Rent-a-Car“ zu lesen ist, nur parken kann man dort nirgendwo. Nach mehreren frustrierenden Ehrenrunden beschließen wir zum Südflughafen zu fahren, dort haben wir das Auto abgeholt und dort wird das Büro besetzt sein.

Als wir eine Stunde später am Flughafen eintrudeln ist natürlich nichts besetzt. Hinter dem Cicar Büro stehen ein paar Flugbegleiterinnen und rauchen eine Zigarette, vielleicht ist da mehr als nur Tabak drin, keine Ahnung, sie scheinen sich jedenfalls hinter dem kleinen Häuschen zu verstecken. Nach einer Viertelstunde kommt dann ein Cicar-Mitarbeiter mit einem frisch gewaschenen Fahrzeug angefahren. Als er aussteigt frage ich ihn auf Englisch ob er uns helfen kann. Er setzt sich in unseren Astra, startet den Motor und sieht die blinkende rote Batterie-Warnleuchte. „No Problemo! It‘s a new car, no problemo!!!“ Okay, sein Wort in Gottes Ohr! Es kam also wie es immer kommt, niemand ist zuständig und man lässt die Kunden mit dem Mietwagen allein bis sie irgendwann die Notrufnummer wählen müssen. Ziemlich gefrustet und irgendwie auch leicht verärgert verlassen wir den Flughafen wieder. Was nun? Wir fahren mal zum Playa de las Americas. Dort angekommen scheint die Sonne und es sind auch nur ein paar Minuten zu fahren.

Sandra gefällt es an der Promenade richtig gut und als wir dann auch noch ein leckeres Mittagessen bekommen ist die Welt wieder in Ordnung. Grundsätzlich ist dieser Strand gar kein „schlechtes Pflaster“. Wer unkompliziert ein paar Tage Sonne tanken möchte kann sich eine Pauschalreise buchen, vom Flughafen hierhin mit dem Taxi fahren und einfach die vielen Restaurants und Geschäfte zu Fuß erkunden bis es wieder mit dem Taxi heimwärts geht. Unser Reiseansatz ist da deutlich teurer und aufwändiger.

Nachmittags brechen wir am „Playa de las Americas“ wieder auf, die Sonne scheint ohne Unterlass, am Himmel ist keine Wolke zu sehen. Bei sonnigen 25°C geht es in Richtung Arona hoch zum Pico del Teide, zum höchsten Berg Spaniens!

Die Serpentinen sind schier endlos. Wir fahren langsam, sonst wird uns beiden übel. Die rote Batterie-Kontrolleuchte blinkt derweil fleissig vor sich hin…

Als wir oben in den Canadas del Teide sind steht die Sonne schon sehr tief. Immer mal wieder halten wir an und ich nehme mit der Nikon D7000 und dem AF-S VR 16-85mm einige Video-Sequenzen auf. An einem Aussichtspunkt komme ich mit einem anderen Besucher ins Gespräch, er stammt aus Sri Lanka, ist Arzt und arbeitet in einem Krankenhaus. Es ist für ihn das erste Mal und er ist richtig überwältigt. Als er merkt, dass ich schon viele Male hier war beginnt ein kleines „Beratungsgespräch“. Wir unterhalten und über die besten Orte für das Fotografieren des Sonnenauf- und Untergangs. Später bekomme ich im Auto die Frage gestellt, ob ich mal wieder jemandem erklärt habe wo mal überall hin muss. Okay…

Zwei Stopps und etliche Höhenmeter später sind wir knapp oberhalb der dichten Wolkendecke oberhalb von La Orotava auf der Nordseite der Insel. Die Wolken sind so dicht, es sieht fast aus wie ein Meer, ein Wolkenmeer. Wir sind etwa 1200 Meter hoch, kurz darauf fahren wir in den Wolken hinein. Bei 900 Höhenmetern sind wir dann unterhalb der Wolkendecke. Es ist schlagartig etwas wärmer geworden, dafür ist es jetzt stockfinster.  Als wir an unserer Finca eintreffen ist das Abendessen schon fertig. Wir laufen direkt vom Auto ins Restaurant, was für ein Service.

Tag 5 – Sonnenuntergang am Punta de Teno

Am Morgen bin ich ziemlich zerknittert. Unser Bett steht mit der Kopfseite an einer Außenwand und hoch oben über unseren Köpfen ist ein Fenster das nicht wirklich dicht abschließt. Ist es draußen kalt und windig, so drückt der Wind die kalte Luft durch die Ritzen des Fensterrahmens und während man darunter schläft fällt einem regelrecht die kalte Luft ins Gesicht. Am Morgen danach habe ich Halsschmerzen und der Kopf dröhnt wie ein leeres Ölfass gegen das ein halbwüchsiger Skater mit seinen Sportschuhen tritt. Beim Frühstück wird es etwas besser und nach einer Ibuprophen geht es dann irgendwann recht gut. Ich lege mich ein wenig in die Sonne und genieße den Tag so gut es die Kopfschmerzen erlauben.

Später so gegen 14h machen wir uns auf den Weg nach Garachico. Dort gibt es viel zu sehen und ich würde dort gern ein wenig mit der D7000 filmen. Kaum angekommen sitzen wir schon in einem typisch kanarischen Restaurant und lassen es uns gut gehen. Nach dem Essen gibt es eine kleine Runde durch die Stadt, danach geht es weiter zum westlichsten Zipfel der Insel, zum Punta de Teno.

Als wir dort eintrudeln ist es kurz vor 18h. Die Sonne scheint noch hochzustehen, aber sie fällt wirklich schnell hinter La Gomera in das weite Meer. Bevor es passiert, klettere ich noch schnell auf einen der Aschehügel vor dem schicken Leuchtturm. Es gibt ein paar Fotos aus der D700 mit dem neuen AF-S VR 3/16-35mm. Dann schnell auf die andere Seite, mal schauen wie es dort aussieht. Kaum angekommen steht die Sonne schon wirklich tief. Ich stelle die D7000 mit dem famosen AF-S VR 16-85mm auf das neue kleine leichte Manfrotto Carbon-Stativ und lasse sie in voller HD-Auflösung vor sich hin filmen. Während dessen schieße ich mit der D700 und dem 16-35mm Bild um Bild. Es ist windig wie die Hölle und ich bin richtig außer Atem. Da geschieht plötzlich das unerwartete, eine heftige Windböe fegt mich fast ins Meer, aber ich kann mich noch halten. Ganz im Gegensatz zu meiner D7000 auf dem kleinen leichten Wanderstativ, als ich mich umschaue liegt sie in der Lava-Asche.

So ein Mist, ist noch alles heil? Ok, der Autofokus klappt noch das Objektiv hat nichts abbekommen, lediglich der Korpus der Kamera ist etwas verschrammt. Allerdings hat es die Schutzabdeckung des Displays voll erwischt. Sie ist total verschrammt. Aber egal, dafür ist sie da! Hauptsache es ist nicht mehr passiert!

Zwar sind alle Fotosachen versichert, aber mit 250 Euro Selbstbeteiligung! Gut, dass es glimpflich abgegangen ist, ansonsten hätte ich mich sehr geärgert!

Kurz drauf bin ich wirklich mutig und tausche in all dem Wind das Objektiv an der D700 gegen das SAMYANG MF 2.8/14mm aus. Damit gibt es anschließend eine ganze Reihe schöner Schüssen eines tollen Sonnenuntergangs über La Gomera. Leider wackelt das kleine leichte Stativ wie die Hölle. Wenn ich beim nächsten Mal hier bin, habe ich hoffentlich ein echtes „Männerstativ“ dabei. Ein Stativ kann gar nicht schwer genug sein. Leider schließen sich damit Stativ und lange Wanderungen irgendwie aus. Aber zum Punta de Teno kann man mit dem Auto fahren, fast bis ganz vorn zum Leuchtturm. Also kommt das etwas schwerere BENRO-Stativ morgen in den Kofferraum!

Später am Notebook fällt mir auf, dass auch die Videoaufnahmen durch den stürmischen Wind ziemlich krass verwackelt sind. Schade ist das, aber vielleicht kann man es mit iMovie noch ein wenig kompensieren, schauen wir mal…

Eine Stunde später sind wir dann zurück auf unserer Finca. Es gibt eine tolle Gemüsesuppe und Lamm Filets ins Rotwein-Sauce – der Wahnsinn! Zum Nachtisch ein Yoghurt-Zitronen-Mousse – großartig.

Morgen treffen wir uns dann um 9h beim Jardín Botanicò. Sandra geht gemeinsam mit Karin eine Runde reiten und ich werde zusammen mit „Wanderboss Heinz“ und seinen Freunden eine kleine Tour unternehmen. Dazu werde ich wohl die D7000 mit dem 16-85mm Objektiv einpacken. Mehr ist sicher zu schwer und sehr wahrscheinlich letztlich völlig überflüssig 🙂

Am nächsten Morgen

Endlich mal ohne Kopfschmerzen aufstehen! Sandra hat am Abend das Fenster über dem Bett mit einem Badetuch abgedichtet. Nun schläft es sich wirklich besser. Leider habe ich vergessen an meinem Telefon die neue Zeitzone einzustellen. Als ich abends den Wecker auf 7h gestellt habe, habe ich das natürlich nicht bedacht. Mein Schlaf ist so tief und so traumlos, dass ich nicht mitbekomme, dass Sandra um 6h aufspringt um im dunklen Wohnzimmer den Krachmacher zu suchen. Als sie eine Stunde später im Schlafzimmer das Licht anknipst ist sie wenig begeistert, was man verstehen kann – gähn…

Heute ist das Treffen mit „Wanderboss Heinz“ und seinen Freunden angesagt. Wir treffen uns um 9h am Botanischen Garten in Puerto de la Cruz. Da man nie genau weiss was diesen durchtrainierten Rentnern alles in den Sinn kommt habe ich diesmal nur die Nikon D7000 mit dem kleinen 16-85mm Objektiv dabei. Ok, da ist noch ein trockenes Hemd zum Wechseln und das Lunchpaket das uns Tomi am Vorabend zusammengestellt hat. Noch etwas zu trinken und schon ist aus dem Fotorucksack ein Wanderrucksack geworden 🙂

Nikon D7000 – Praxistest auf Teneriffa

Um 5h30 klingelt der Wecker, um 7h30 sind wir unterwegs zum Flughafen Köln-Bonn. Eigentlich will ich Sandra nur kurz am Terminal 2 absetzen, das Auto im P3 abstellen und dann gemeinsam mit ihr einchecken. Aber die Schalter von Air Berlin sind schon geöffnet. Alles klappt problemlos, 5 Minuten später haben wir schon unsere Bordkarten. Wenn das doch bei der Abreise auf Teneriffa auch mal so problemlos klappen würde…

Danach schnell das Auto parken, zu Fuß zurück zum Terminal 2 und ab zur Sicherheitskontrolle. Meinen Fotorucksack habe ich diesmal in meinem großen Koffer verstaut. Im Fotorucksack selbst sind Batterien und Ladegeräte, eben lauter Dinge die eher nicht geklaut werden und denen ein ordentlicher Stoß nicht viel ausmacht. Alle Fotosachen sind schön einzeln verpackt in einem neuen kleinen Hartschalenkoffer. Dieses Ding ist 50 x 40 x 25 cm groß, wiegt aber leider fast 16 Kilogramm! Bei der Sicherheitskontrolle ist mir daher nicht ganz wohl. Was, wenn der Koffer gewogen wird? Aber es klappt alles reibungslos. Meine dicken Wanderstiefel piepesten ganz ordentlich, darum kümmern sich die Sicherheitsleute ganz besonders ausführlich. Meine Fotosachen übersehen sie dabei irgendwie. Während ich die Schuhe wieder anziehe bin ich wirklich erleichtert. Endlich darf das riesige Nikon AF-S VR 4/200-400mm mal wieder mit auf Reisen!

Am Vorabend habe ich mit der Versicherung noch eine letzte E-Mail ausgetauscht. Nun ist auch alles was ich mitschleppe versichert, super!

Diesmal ist alles ganz und ganz digital. Leider mussten ein paar Sachen daheim bleiben. Im Kühlfach liegen noch etwa 30 Rollfilme Fuji Velvia 50, meine Rollei und die Hassis sind in der Nähe. Schade, ich hätte gern mal wieder mehr analog fotografiert. Aber wie soll ich Bilder mit der D7000 bzw. der D700 und allen neuen Objektiven für meinen BLOG machen, wenn ich sie nicht mitnehmen kann weil ansonsten zu befürchten ist, dass das Flugzeug wegen des Gewichts meiner vielen Fotosachen nicht starten kann 😦

Der Flug ist sehr kurzweilig, ich habe mein iPad II dabei. Im 64 GB großen Speicher finden sich Hangover II und eine Reihe anderer Filme. Diese habe ich am Vortag noch schnell auf dem MacBook konvertiert. Im Apple APP-Store gibt es dazu das Programm DVD-Ripper. Auf der Webseite der Programmierer gibt es das Programm DVD-Decrypter. Will man eine kopiergeschützte DVD auf ein iPad kopieren, startet man zunächst DVD-Decrypter, legt dann die DVD ein und kann sie Dann mit DVD-Ripper öffnen. Dann noch kurz auf Start klicken, eine Stunde warten und schon hat man eine etwa 1GB große MP4 Datei die man via iTunes auf das iPad kopieren kann. Dort sieht man zwar kein Cover, aber auch das läßt sich ändern!

Praktisch ist, dass es ein Preset für das iPad gibt. So ist alles ganz einfach und das Ergebnis wirklich überzeugend!

So vorbereitet gibt es also auf dem Flug erst einmal Hangover II und danach wenn Frozen. Alles sehr kurzweilige Unterhaltung ohne viel Tiefgang.

Nach 4 Stunden und 20 Minuten Flugzeit treffen wir am Flughafen Teneriffa Süd ein. Am Schalter von Cicar sind drei Mitarbeiter und nur zwei Kunden. Keine 5 Minuten später habe ich einen fast neuen Opel Astra, 1511 Kilometer sollen erst auf dem Tacho stehen, super!

Koffer rein und los. Etwa 100 Kilometer später trudeln wir auf der Finca San Juan auf der Nordseite Teneriffas ein. Der Schlüssel zu unserem kleinen Häuschen steckt schon. Schnell die Koffer hinein und auf zum Restaurant weiter oben. Jo begrüßt uns freudig, wir sind schon Stammgäste. Gleich lernen wir auch den neuen Koch und eine neue Mitarbeiterin kennen. 10 Minuten später gibt es kaltes Bier und dampfende Garbanzas, so kann eine Reise beginnen.

Später wird auf dem iPad kurz dieser Artikel geschrieben, dann heißt es Koffer auspacken und danach geht es ab ins große Einkaufszentrum bei Puerto de la Cruz. Alles was man für das Badezimmer braucht haben wir dabeisein gelassen. Das gibt es im Al Campo ganz preiswert und so vermeiden wir ggfs. teures Übergepäck.

Ab 19h gibt es ein Menü mit drei Gängen, war für ein schöner Auftakt für diese Reise. Um kurz nach 21h Ortzeit (in Deutschland ist es jetzt schon 22h) gibt es einen letzten Ramazotti auf Eis mit Zitrone, danach verabschieden wird uns von den beiden anderen Gästen. Auch der neue Koch hat jetzt nach fünfzehn Stunden Arbeitszeit endlich Feierabend.

Tag 2 – Zu Besuch bei Wolfgang und Karin

Als wir am nächsten Morgen aufwachen sind wir erholt und ausgeschlafen, die Kopfschmerzen des Vortages sind Geschichte. Wären wir Teil der Fernsehserie „LOST“ würde ich sagen „Das ist die Insel, sie will und begrüßen!“ Aber das sind wir nicht, ich bin nich Jack, Sandra ist nicht Kate und Sayid habe ich hier auch noch nicht gesehen. Also begrüßen wir unseren Koch und seine Frau. Es gibt Sekt, hausgemachtes dunkles Brot, original Bayrische Weisswurst mit Händelmayer Senf, deutschen Filterkaffee, uns geht es hier richtig gut!

Nach unserem ausgiebigen Frühstück mit allerlei Köstlichkeiten und einem Gläschen Sekt würde ich ja gern in der Sonne liegen, aber der Himmel ist heute bewölkt. Zwar zeigt das Thermometer 20°C, aber die Sonne versteckt sich hinter dicken Wolken. Also wandere ich ein wenig mit dem witzigen „Loreo Lens in a Cap“ und der Nikon D700 auf unserer kleinen Finca herum. Um 15h haben wir uns mit Wolfgang und Karin verabredet. Also schnell in den tollen neuen Opel und ab nach Santa Ursula. Nach all den Monaten tut es gut die beiden wieder zu sehen. Es gibt frischen Kaffee und selbst gebackene Kekse. Dabei sitzen wir auf der Terrasse oberhalb von La Orotava und schauen uns in der Ferne den Pico del Teide an. Leider lässt er sich heute kaum blicken, schade! Später gibt es eine kleine Wanderung durch das „deutsche Viertel“ von Puerto de la Cruz – La Paz. Gegen 18h verabschieden wir uns und düsen nach Los Realejos zum famosen Monasterio. Dort gibt es saftige Rump-Steaks mit Fritten und Salat. Dazu eine Cerveza und danach einen Ramazotti auf Eis, das Leben kann so schön sein.

Zurück an unserer Finca steht nur ein Auto auf dem Parkplatz, das sind die Zwei mit denen wir gestern zu Abend gegessen haben. Sie haben auch einen nagelneuen Opel Astra von Cicar. Das passt heute wirklich gut. Um 20h54 sind wir so müde, dass uns fast die Augen zufallen. Ok, noch schnell aufschreiben was wir heute gemacht haben, sonst ist es morgen schon wieder fast vergessen…

Okay, das war Tag 2 auf Teneriffa 2011 – wenig spektakulär aber durchaus erholsam. Viele Fotos habe ich mir der Nikon D7000 nicht nicht gemacht, aber das wird sich hoffentlich bald ändern 🙂 Gute Nacht!

Nikon P7100 – Probefahrt mit Mercedes SLK R172

Es ist Freitag und wieder einmal scheint die Sonne, ein schöner sonniger Wintertag beginnt. Während ich die Scheiben meiner ziemlich zugefrohrenen Dieselrakete frei kratze, saust eine Nachbarin mit „Sidolin Streifenfrei“ und zwei Putzlappen um ihr neues Auto herum. Hier und da wird gewienert, dann noch die Scheiben säubern, da ist noch ein Krümelchen, ein prüfender Blick, nochmal die Scheinwerfer polieren, schauen, putzen, schauen, fertig… Das Leben hält hat manchmal seltsame menschliche Tätigkeiten bereit!

Auch meine Tätigkeit wird heute ein wenig seltsam sein, eine Probefahrt mit einem Mercedes Benz SLK Modell R172 steht auf dem Programm. Im Gepäck habe ich die kleine feine Nikon P7100. Ich will mal sehen wie sich das kleine Ding im Bereich der „Produktfotografie“ schlagen wird. Gegenüber des Autohauses ist ein McDonalds Restaurant, da gibt es erst einmal ein kleines Frühstück. Frisch gestärkt geht es danach rüber auf die andere Straßenseite. Der Verkäufer schüttelt mit kurz die Hand und hat sogar meinen Namen parat. Sicher stehe ich in irgendeinem Terminplan.

Das Auto wird kurz erklärt und ich kann mit der P7100 einige Fotos machen. Später daheim am Computer bin ich von der Qualität der Bilder angenehm überrascht. Aber sie sehen sehr „normal“ aus. Also schaue ich mal wie es wirkt wenn man mit Photomatix Pro 4.0 eine leichtes Tonemapping auf die Bilder anwendet. Die RAW-Bilder werden zunächst mit Nikon Capture geöffnet, grob korrigiert und dann als 16-BIT TIFF-Datei gespeichert. Danach werden sie in Photoshop CS4 geöffnet. Parallel öffne ich jedes Bild mit Photomatix und erstelle ein kräftiges Tonemapping.

Beim Befehl „Speichern unter“ öffnet Photomatix das bearbeitete Bild dann automatisch in Photoshop – es ist danach dort zweifach geöffnet! Einmal das Original und einmal die Tonemapping-Variante. Die Tonemapping-Variante klicke ich kurz an, dann Strg+A, Strg+C, Strg+F4, Strg+V und schon habe ich ein Bild mit zwei Ebenen. Unten das Original, oben die krassifizierte Tonemapping-Variante. Mit dem Transparenz-Regler der oberen Ebene kann ich nun das Tonemapping beliebig abschwächen, bis es ggfs. gar nicht mehr sichtbar ist. Die Wahrheit liegt meist irgendwo „dazwischen“, aber auch die Extremwerte gefallen mit manchmal wirklich gut.

Hier ein Beispiel für ein krasses Tonemapping: (Alle Bilder haben 1000 Pixel Seitenlänge – einfach anklicken)

Ein wenig abgemildert und beschnitten wirkt es sho natürlicher…

Hier die Heckansicht (mit ganz wenig Tonemapping).

Nach den Fotos verabschieden wir uns und der Spaß kann beginnen. Es geht in die Eifel, die Sonne lacht und die kleinen engen Straßen machen richtig Spaß. Der Mercedes liegt toll auf der Straße und man kann ihn wirklich sportlich um die Ecken jagen. Der kleine 1.8 Liter Motor leistet „nur“ 184 PS und hat „nur“ 270 Nm Drehmoment. Aber er röhrt und poltert, dass es eine wahre Freude ist. Ab 3000 U/Min klingt er wie ein erwachsener 6-Zylinder, hier haben die „Sounddesigner“ ganze Arbeit geleistet! Meine Peugeot Dieselrakete hat 440 Nm und 204 PS – ist aber im Vergleich zu diesem kleinen Roadster eher eine behäbige Limousine. Der Turbolader macht dem kleinen Motor ordentlich Druck. Stellt man die 7-Gang Automatik statt auf E wie Economic auf S wie Sport geht es richtig gierig vorwärts. Hier spürt man das etwa 400 Kilogramm geringere Gewicht dieses kleinen Roadsters.

Hin und wieder halte ich mal an, Dach auf, Dach zu, Knips hier Knips da, dann geht es wieder weiter. Der SLK macht Spaß, trotz des „kleinen“ Motors ist er nicht träge. Das eng abgestufte Automatikgetriebe hält den Motor stets im optimalen Drehzahlbereich, so kann er die Kraft die er hat auch bei jedem Tritt auf das Gaspedal fast sofort ausspielen. Langsamer als mein Peugeot 407 Coupé kommt er mir nicht vor, nur quirliger.

Hier habe ich es mit dem Tonemapping ganz bewußt ein wenig übertrieben. Man sieht, dass der Lack dadurch ungleichmäßig und stumpf wirkt. Nicht jedes Foto wird durch Tonemapping besser. Manchmal passt es und machmal eben nicht!

Letztlich war es ein wirklich schöner Nachmittag in einem supercoolen Auto das richtig Spaß macht. Mit diesem Ding mal kreuz und quer über Gran Canaria oder Teneriffa zu düsen, das wäre wirklich großartig. Aber mal abwarten, vielleicht gibt es das ja irgendwann einmal 🙂

Und die kleine Nikon P7100 kommt sogar mit den hellen Reflektionen der Sonnenstrahlen im blitzblanken Autolack ganz gut zurecht. Wirklich gut hat mir gefallen, dass man das Display nach oben und unten klappen kann. So sind Überkopffotos wie hier gezeigt kein Problem. Auch kann man das Auto sehr schön auf „Augenhöhe“ fotografieren ohne ständig eine Kniebeuge nach der anderen machen zu müssen. Und die Bildqualität geht auch in Ordnung. Erwähnen sollte man allerdings, dass das separate Tonemapping die Bilder rein technisch gesehen bezüglich der Qualität fast immer verschlechtet – jedenfalls bei extremen Einstellungen. Gerade dunkle Bildbereiche sind plötzlich pixelig und verrauscht während helle Bildbereiche gern mal „grau zulaufen“.

Also auch hier gilt, weniger ist mehr 🙂

Mit dem Mercedes SLK auf Teneriffa

 

 

 

Teneriffa ist seit meinem ersten Besuch vor vielen Jahren meine absolute Lieblingsinsel. Schon oft konnte ich mit anschauen wie dort Modeaufnahmen gemacht wurden oder Autos hoch oben am Pico del Teide aufwändig in Szene gesetzt wurden. Heute habe ich dann dieses kleine Video gefunden und irgendwie beschleicht mich der Verdacht, dass auch dieses Video auf Teneriffa entstanden sein könnte.

Ist aber eigentlich auch egal, das Auto ist superschön und wie es dort bei tollem Wetter auf einsamen kurvigen Straßen gefilmt ist, das weckt einfach das „Inselfieber“.

Ich muss da bald mal wieder hin!

Hier noch ein interessanter Vergleich des neuen kleinen Roadsters mit seinem „großen Bruder“.

 

Update: gerade gefunden – im SLK zusammen mit Nico Rosberg…