Nikon P7100 – Tipps für bessere Fotos

Es ist Sonntag und das Wetter ist durchwachsen. Da unsere Hirne ein wenig Sauerstoff sehr gut gebrauchen könnten entschließen wir uns zu einem kleinen Spaziergang durch den herbstlich gefärbten Bonner Rheinauen-Park. Viel Gepäck will ich nicht mitnehmen, schließlich ist das Wetter durchwachsen und wir wollen nur einen kleinen Spaziergang wagen.

So oder ähnlich geht es tagtäglich vielen tausend Besitzern kleiner preiswerter Kameras. Man will nicht viel mit sich herumschleppen und glaubt eh nicht daran, dass sich an diesem Tag ein großartiges Motiv bieten wird. Aber bevor man im Falle eines Falles völlig „unbewaffnet“ ist, steckt man statt der großen schweren Spiegelreflexkamera eine kleine Kompaktkamera ein. Später daheim werden vielfach die Fotos des Tages angeschaut und die meisten Fotofreunde denken sich „Siehst Du, da hätte ich die Kamera auch daheim lassen können!“

Aber das muss nicht sein! Schaut man sich intensiv um, so findet man oft Motive die mehr oder weniger offensichtlich am Wegesrand darauf warten entdeckt zu werden.

Schauen wir uns doch mal ein paar Beispiele an. Beginnen wir mit einem Negativbeispiel, einem typischen aussagelosen Allerweltsfoto:

Was ist falsch an diesem Bild? Es ist korrekt belichtet, es ist scharf und der Horizont ist gerade? Falsch ist, dass es im Grunde genommen einfach nichts zeigt. Es ist kein Bildaufbau erkennbar und die Ente, oder sind es zwei Graugänse (KEINE ENTEN – Siehe Kommentar von Alex weiter unten…), sind viel zu klein abgebildet. Was könnte man hier besser machen? Schauen wir uns das nächste Foto des gleichen Motivs an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Hier nun ein Foto mit langer Telebrennweite und extrem tiefer Kameraposition. Durch die relativ lange Telebrennweite gelingt sogar mit dem winzigen Chip der Nikon P7100 eine leichte Unschärfe im Vordergrund und auch im Hintergrund. Das Bild ist im RAW-Modus aufgenommen, durch die Korrekturen während der „RAW-Entwicklung“ sind die Farben Satt und leuchtend. Das „Enten-Motiv“ ist weit nach rechts gerückt, in den „Goldenen Schnitt“. Dort wohin die Ente schaut ist viel Platz und die Augen des Betrachters folgen diesem Blick unfreiwillig. Man fragt sich was die Ente wohl beäugt haben wird. Und dann diese komischen Füße? Erst beim zweiten Hinsehen fällt auf, das sind zwei Enten in identische Körperhaltung. Durch die Perspektive ergibt sich ein reizvolles „Wechselspiel“.

Welches Foto ist aussagekräftiger und macht Spaß beim Anschauen, das obere Knipsbild oder das reduzierte Foto mit einer erkennbaren Komposition und Bildaussage?

Und weiter geht es mit dem nächsten Foto. Hier geht es nun darum die farbenfrohe herbstliche Stimmung einzufangen. Wie macht man das mit einer kleinen Kompaktkamera? Beginnen wir mit dem gleichen Ansatz wie beim letzten Foto, der tiefen Aufnahmeposition. Dankt des neuen Schwenkdisplays der P7100 lassen sich Bilder bei denen die Kamera fast auf dem Boden liegt sehr einfach realisieren. Man muss sich nicht auf die nasse Wiese legen sondern geht einfach etwas in die Hocke und schon kann man sein Foto komponieren. Das geht mit einer „erwachsenen“ teuren Profikamera nicht so einfach!

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Diesmal habe ich im Makromodus auf die braunen Blätter im Vordergrund fokussiert, den Auslöser gedrückt gehalten (AF-Speicher), den Bildausschnitt neu gewählt und dann durchgedrückt bis die Kamera aus gelöst hat. Um Hintergrund ergibt sich eine malerische Unschärfe. Die vielen bunten Blätter tun ein übriges. Die Blätter im Vordergrund „erklären“ was man eigentlich sieht. Die Blätter sind verwelkt: „Aha, es ist Herbst!“ Die „Horizont“ liegt im unteren Drittel des Bildes, in Verbindung mit dem extremen Schärfeverlauf ergibt sich ein ungewöhnliche Foto das die Mehrzahl der Freizeitfotografen so nicht aufnehmen würde.

Bleiben wir beim bunten Herbstlaub und schauen wir uns das nächste Foto an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Diesmal habe ich auf den Hintergrund fokussiert und durch die tiefe Aufnahmeposition eine extrem Vordergrundunschärfe erzeugt. Der hell gelb leuchtende Strauch ist wieder in den goldenen Schnitt gerückt. Eigentlich ein stimmungsvolles Foto, doch der Ast stört irgendwie? Also versuchen wir es mal mit einem Ausschnitt aus diesem Foto (2000 Pixel breit, einfach anklicken oder in einem neuen Fenster öffnen).

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der störende Ast ist weg und übrig bleibt ein stimmungsvolles Panoramafoto.

Wir sind an einem Teich und hier ist überall Schilf. Warum versuchen wir es nicht einmal mit einer Makroeinstellung, oder dem was Hersteller von Kompaktkameras als „Makro“ versprechen…

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der Makromodus lässt den Hintergrund in Unschärfe verschwimmen und ein Stückchen Schilf ragt fast in das Objektiv hinein. Im goldenen Schnitt ist ein Wassertropfen. Leider ist es sehr klein, manchmal muss man nehmen was man kriegt. Aber er liegt genau im eng begrenzten Schärfebereich, wodurch die Blicke sehr schön auf ihn gelenkt werden und dieser helle Wassertropfen das Bild dominiert. Alles in allem nicht mehr als ein Beispielfoto. Damit es spannend und wirklich gut wird müsste der Wassertropfen deutlich größer sein. Im Hintergrund noch ein Spinnennetz mit ein paar Tautropfen dran und das Gegenlicht der untergehenden Sonne? Mit diesen „Zutaten“  könnte aus dieser Bildidee ein Spitzenfoto werden!

Die herbstliche Stimmung lässt sich aber auch anders darstellen. Schauen wir uns das nächste Beispiel an.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Der vorderde Felsbrocken liegt ist im goldenen Schnitt positioniert. Der zweite Brocken lenkt dem Blick nach oben links auf die knallig roten Sträucher welche das Pendant zum vorderen Gestaltungselement darstellen. Der kleine Chip der Kamera kommt mit kurzen Brennweiten aus und so ist einfach alles scharf abgebildet. Mit einer Großformat-Kamera wäre solch ein Bild wohl kaum möglich gewesen. Die extreme Tiefenschärfe der Kameras mit kleinen Chips ist oft nervig, aber man kann sie auch gezielt in der Bildgestaltung nutzen.

Kommen wir zu einem weiteren Negativbeispiel. Kaum ist das Laub der Bäume herrlich bunt versuchen viele Fotografen dies in ihren Bildern festzuhalten. Manch einer kennt Fotos wie dieses hier.

Auch dieses Bild zeigt „alles gar nichts“. Es enthält viele Details, ist scharf und dennoch mehr als langweilig. Will man hier ein aussagekräftige Foto aufnehmen so lautet das Moto „Reduktion“ und „Ran an das Motiv“, vielleicht so wie im nächsten Beispiel.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Im Gegenlicht aufgenommen leuchtet das Blatt in wunderschönen roten Farben. Es gibt ein aufsteigende Diagonale die das Auge zum oben liegenden Schwerpunkt des Bildes lenkt. Eine Waagerechte und eine Senkrechte treffen (fast) im goldenen Schnitt mit der Diagonalen zusammen. Die von Raupen gefressenen Löcher erklären dem Betrachter die Vergänglichkeit des Motivs.

Eine weitere beliebte Aufnahmetechnik ist es, mit der Kamera während der Aufnahme zu „zittern“ um so ein künstliche Bewegungsunschärfe zu erzielen. Das Ergebnis ist ein malerisches Farbenspiel das dem Betrachter zunächst ein Rätsel aufgibt, sich dann aber nach und nach erklärt.

Sample Picture - Beispielfoto - Nikon P7100

Ist man im Herbst an einem Teich unterwegs, so liegen im flachen Wasser am Ufer meist viele schöne bunte Blätter. Hier kommt wieder das schwenkbare Display der P7100 zum Einsatz. Man kippt das Display nach unten und hält die Kamera am ausgestreckten Arm lotrecht über das Wasser am Ufer. Fertig ist das wunderbare Farbenspiel.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Kommen wir zum nächsten Tipp, dem Aufnahmestandort. Das erste Beispielfoto zu diesem Thema ist grundsätzlich ganz ok. Die Farben sind schön und es zeigt eine herbstliche ruhige Parklandschaft. Die kleine Insel ist im goldenen Schnitt platziert und im Vordergrund gibt es einige herbstliche gelbe Blätter.

Doch gehen wir einfach mal ein paar Schritte zur Seite und prompt finden wir knallig rote knochigen Zweige im Vordergrund.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

In Verbindung mit den bei der RAW-Entwicklung gepushten Farben ergibt sich eine wesentlich spannendere Komposition, obwohl es grundsätzlich das gleich Foto ist!

Weiter geht es mit der Arbeit an einem eigenständigen Motiv, hier ein unspektakuläres Denkmal. Zuerst das Negativbeispiel, ein Knipsbild aus zu großer Entfernung, das Motiv ist mittig positioniert, langweiliger geht es kaum noch und schief steht der Turm auch noch…

Gehen wir mal näher ran, verwenden den RAW-Modus und geben der tristen Stimmung durch einen nachträglich geänderten Weißabgleich etwas mehr „Herbst-Charakter“.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Das ist schon etwas besser, aber auch nicht wirklich gut. Wie wäre es, wenn wir dieses Bild in Photoshop öffnen, die Ebene verdoppeln, mit dem Gaußschen Weichzeichner bearbeiten und dann über eine Ebenenmaske den Turm wieder herausarbeiten? Versuchen wir es mal…

Beipielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Das Ergebnis wirkt ein wenig wie beim derzeit so beliebten „Miniatureffekt“, aber dieser ist hier partiell auf die Baumkronen beschränkt. Das Laub am Boden ist perfekt scharf abgebildet, ach ja, eine künstliche Vordergrundunschärfe haben wir auch erzielt. Das Auge des Betrachters ist zunächst ein wenig verwirrt und wer sich nicht auskennt, dem wird nur auffallen wie deutlich sich jetzt das Denkmal vor seiner Umgebung absetzt. Kein schlechter Trick!

Aber dennoch ist die Perspektive statisch und langweilig. Versuchen wir noch einmal die Stärken der Kompaktkamera für uns zu nutzen. Mit Klappdisplay und „unendlicher Tiefenschärfe“ suchen wir uns eine ungewöhnliche Perspektive. Das Bild das jetzt entsteht ist völlig neu und hat mit unserem oberen „Negativbeispiel“ nichts mehr zu tun.

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Und weiter geht es… Nun stehen wir auf einer kleinen Brücke und blicken hinüber zum Posttower. Die Spiegelungen im Wasser sind ganz nett, der Bildaufbau ist ok, aber die Farben sind blass und langweilig. Hier wird man auch mit Tonemapping und anderen Tricks nichts ausrichten können, oder doch?

Ein paar Meter weiter ist eine Wand aus schwarzem Lavagestein das sehr wahrscheinlich aus der nahegelegenen Eifel stammt. Im Laufe der Jahre haben sich hier Flechten angesiedelt und geben der Oberfläche des dunkeln Steins ein „Gesicht“. Wie wäre es, wenn wir einfach mal beiden Fotos in Photoshop übereinander legen und mit dem „Mischmodus“ der Ebenen experimentieren?

Das Ergebnis könnte aussehen wie hier:

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Mit einem einfachen Trick haben wir dem langweiligen strukturlosen Himmel eine Struktur gegeben, die viele Betrachter zunächst irritieren wird. „Ist es ein Foto oder gemalt?“ werden sich ungeübte Betrachter fragen. Auch kein schlechter Trick!

Weiter geht es mit der Fotografie von Personen. Ist Man(n) mit seiner Frau unterwegs, so wird diese in der Regel bevorzugt abgelichtet. Ganz gleich wie fotogen sie auch sein mag, nicht jede Perspektive ist auf anhieb erfolgreich. Und wieder ein Negativbeispiel. Das Motiv steht stocksteif in der Gegend und ist viel zu weit weg.

Gehen wir einfach mal ran an unser Model und bitten es doch einfach nur mal die Füße voreinander zu setzen. Schon sieht unser Foto deutlich besser aus…

Beispielfoto - Sample Picture - Nikon P7100

Zudem haben wir unser Model im goldenen Schnitt positioniert, das „Geländer“ verläuft sich schön in der oberen linken Bildecke und der Wasserfall im Hintergrund sorgt für Abwechslung. Es geht sicher noch besser, aber es ist ja auch nur ein Beispiel. Hier sind eben der Kopf und die Kreativität gefragt!

Damit wären wir am Wasserfall angekommen. Ein Stativ haben wir nicht dabei und ich bekomme die Frage gestellt, wie man dieses Wasser so fotografiert, dass es verwischt und unscharf ist. Nun ist die Kenntnis der Möglichkeiten der Kamera gefragt! Wer seine Nikon P7100 kennt der weiß, dass sie einen integrierten elektronischen „Graufilter“ hat. Zuerst aktivieren wir dieses Feature. Dann stellen wir die niedrigste ISO-Empfindlichkeit ein (ISO-100). Danach wählen wir die Zeitautomatik (A) und drehen am vorderen Rädchen der Kamera bis bei leicht gedrücktem Auslöser auf der Rückseite im Display die kleinste Blende angezeigt wird. Der größte Blendenwert, ergibt hierbei die kleinste Blendenöffnung und damit die längste Belichtungszeit. Dann aktivieren wir das Bracketing mit 5-Bildern und 0.7 EV Unterschied zwischen den Bildern. Danach wird noch der Selbstauslöser der Kamera mit einer Vorlaufzeit von 10 Sekunden aktiviert. Nun sind wir startklar! Mit abgeklapptem Display versuchen wir die Kamera irgendwo abzulegen, da wir sie absolut erschütterungsfrei auslösen wollen. Dann betätigen wir vorsichtig den Auslöser, die Kamera piepst und nimmt eine Belichtungsreihe mit fünf „unterschiedlich hellen“ Fotos auf.

Später am Computer öffnen wir diese Bilder mit einem HDR-Programm wie beispielsweise Photomatix Pro und erstellen aus der Belichtungsreihe ein aussagekräftiges HDR Bild.

Beispielfoto - Sample Picture - HDR - Nikon P7100

Schauen wir uns noch ein zweites Foto mit verwischtem Wasser an, diesmal kein HDR.

Hier fällt sehr störend auf, dass die Kamera schief steht und der unter gestalterischen Aspekten korrekt positionierte Posttower umzustürzen droht. Hier hilft die Korrektur der Perspektive beispielsweise in Photoshop.

Beispielfoto - Sample Picture - HDR - Nikon P7100

Nun steht zwar der Turm schön gerade, aber die Farben sind blass und matt. Jetzt zum Vergleich ein HDR aus wieder aus 5 Einzelbildern erstellt wurde. Die Farben sind deutlich kräftiger und das Bild wirkt insgesamt reizvoller. Streiten kann man sich nun über das „Gestrüpp“ im Vordergrund. Hier lohnt es sich entweder ein kleines Stativ in die Jackentasche zu stecken oder die lästigen Grashalme einfach weg zu zupfen. Ich habe den Grashalm hier mal stehen gelassen. Erscheint er doch aufgrund der Perspektive deutlich größer als der etwa  100 Meter hohe Posttower 🙂

Damit wäre ich mit meinem kleinen Tutorial für bessere Fotos mit einfachen Kameras am Ende. Wer Anmerkungen machen möchte ist herzlich eingeladen die Kommentarfunktion zu verwenden. Das geht auch völlig anonym.

Zwei sehr interessante locker und leicht verständlich geschriebene Bücher zu diesem Thema möchte ich Euch auch noch empfehlen:

Die Nikon P7100 gibt es aktuell bei amazon.de für ganze 359,- Euro zu kaufen!

Motorradtour durch die Eifel

Es ist ein tolles sonniges Wochenende und gemeinsam mit meiner Freundin Sandra und meinem Sohn geht es mit zwei Mopeds kreuz und quer durch die Eifel. Bei Rheinbach hatte ich die Idee die Tour mit meinem TomTom Urban Rider aufzuzeichnen. Da die gefahrene Runde wirklich schön war, habe ich die aufgezeichnete GPX-Datei mit Google-Earth geöffnet und für Euch einige Bilder aus der Vogelperspektive exportiert. Vielleicht hat ja der eine oder andere Spaß daran in der Eifel einige schöne neue Routen zu entdecken.

Die gefahrene Strecke betrug etwa 170 Kilometer, wir haben uns dafür etwa 6h Zeit gelassen.

Hier die Eckpunkte der Route:

  • Bonn-Röttgen
  • Rheinbach
  • Kirchsahr
  • Adenau
  • Mayen
  • Maria Laach
  • Remagen
  • Wachtberg
  • Bonn-Röttgen

Und so sieht das aus der Vogelperspektive aus:

Hier die perspektivische Ansicht:

Im kleinen Örtchen Kirchsahr gibt es ein kleines nettes Restaurant. Das Tal ist landschaftlich sehr reizvoll und die Straße ist relativ wenig frequentiert, hier macht das Bikerleben großen Spaß. Auf dem Weg von Kirchsahr nach Ahrbrück kann man ein paar wirklich schöne Umwege fahren. Diese sind gespickt mit Spitzkehren und sehr schönen Bergkuppen mit tollen Blicken über die wunderschöne Landschaft der Eifel.

Bei Ahrbrück erreicht man dann das ehemalige Café Fahrtwind, das inzwischen Café Ahrwind heißt. Der neue Pächter hat einfach zwei Buchstabe gestrichen: (F)Ahr(t)wind

Das neue Café Fahrtwind ist nur einige wenige Kilometer weiter in Richtung Adenau. Da wir von unserem Zwischenstopp im Hotel bei Kirchsahr noch perfekt gesättigt waren gab es ausnahmsweise mal keinen Zwischenstopp im Café Fahrtwind. Über Adenau ging es weiter nach Mayen. Bei Schloss Bürrensheim dann ein ein kurzer Zwischenstopp, weil inzwischen der Hintern schmerzt. Das Schloss ist sehr reizvoll gelegen und ein Augenschmaus für jeden Fotografen der auf alte Burgen steht 🙂

Schloss Bürresheim mit HTC Desire HD

Hier habe ich ein Bild der Infotafel für Euch, falls jemand überlegt dieses schöne alte Schloss mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Etwa 5 Kilometer weiter südlich landet man in Mayen. Hier lädt eine weitere großartige Burg zu einer kleinen Entdeckungsreise ein. Außerdem gibt es dort ein sehr schönes Bergbau-Museum, das zu einer kleinen Grubenfahrt einlädt.

Den Rest des Tages gondeln wir entspannt in östlicher Richtung zum Rhein hinüber. Auf der B9 geht es bis Remagen, bei der Apollinaris-Kirche biegen wir links ab und fahren eine kurvenreiche schöne Landstraße bis Wachtberg. Dort werden die Motorräder in einer Waschanlage von den vielen Insekten befreit. Es gibt noch einen Zwischenstopp im wunderschönen schattigen Biergarten der Waldesruh. Danach setzen wir meinen Junior bei seiner Mama ab und lassen den heißen Sommertag langsam ausklingen.

Mercedes SLK B200 – Fahrspaß mit 184 PS?

Zugegeben, als ich ihn ausgesucht habe, musste ich den Bauch aus- und den Verstand einschalten. 184 PS aus nur vier Zylindern, kann das Spaß machen? Ich war ehrlich gesagt ziemlich skeptisch. Aber die ersten Ausfahrten habe diese Skepsis widerlegt. Der “kleine” SLK Modell R172 ist im Unterhalt recht genügsam. Bei nur 1,8 Litern Hubraum sind die KFZ-Steuer niedrig und mit durchschnittlich 7,4 Litern E10 ist der Verbrauch erträglich.

Das moderne Fahrwerk und die elektronische Kraftverteilung am Hinterachsdifferential bringen auf engen kurvenreichen Straßen eine Menge Fahrspaß. Das eng gestufte 7-Gang Automatikgetriebe kann sowohl manuell als auch im ECO und SPORT-Modus betrieben werden. Die Schaltwippen am Lenkrad funktionieren sehr gut. Ist man im Sportmodus und schaltet einmalig herunter, so dass statt des 7. Ganges bspw. der 5. Gang eingelegt ist, schaltet der SLK nicht selbständig wieder hoch. Er bleibt maximal im 5 Gang. Gleiches gilt natrülich auch für die übrigen Gänge. Damit läuft der kleine Motor auf engen kurvenreichen Straßen meist im optimalen Drehzahlbereich. Klar ist man damit kein Schumi, aber innerhalb der Grenzen dessen was auf öffentlichen Straßen erlaubt ist, kommt man damit zügig vorwärts.

Für eine angemessene Soundkulisse sorgt ein spezielles Resonator-System. Ab 3000 U/Min röhrt der kleine Motor ganz herrlich, auch ohne AMG Luftfilter und Sportauspuff. Sehr schön ist das Zwischengas beim Kick-Down. Mit einem deutlich hörbaren Gasstoß zwischen den Gängen kommt in den Schaltpausen fast ein “Bulitt-Feeling” a la Steve McQueen auf.

Hier mein kleiner “Soundcheck” – ok im Vergleich zum Mustang aus Bulitt – KEIN VERGLEICH :-)

Hier noch einige der Videos die ich mit diesem coolen Auto bislang erstellt habe.

Mein Fa(hr)zit:

Der neue 2012er SLK macht auch mit dem kleinen Motor Spaß. Und wer mag kann ihn via Chiptuning von 184 auf 224 PS bringen. Allerdings wird damit wahrscheinlich die Garantie verloren gehen und der Spritverbrauch deutlich ansteigen.

Fuji X100 – Praxistest in der Schweiz – Tag 2

Nach einer stürmischen Nacht mit Gewitter und schweren Regenfällen sieht unser Alpenpanorama am nächsten morgen ziemlich traurig aus. Die Wolken hängen tief und lassen nichts Gutes für den Rest des Tages erahnen. Schnell ein paar Foto mit der Fuji X100 knipsen und dann geht es auf zum Frühstück.

Morgenstimmung am Vierwaldstätter See bei Buochs

Morgenstimmung am Vierwaldstätter See bei Buchs mi Fuji X100

Beim Frühstück bin ich erstaunt, dass das Rührei 6 Franken extra kostet. Aber es ist lecker und sicher aus besonderen Bio-Eiern hergestellt. Morgen werde ich ein einfaches gekochtes Ei essen, das ist im Übernachtungspreis enthalten…

Nach dem Frühstück geht es auf in Richtung Luzern. Wir entscheiden uns für den langen Weg um den süd-östlichen Teil des Sees herum. Kurz hinter Buochs biegen wir bei Beckenried versehentlich falsch ab und landen so in einer wirklich schönen viele Kilometer langen Sackgasse hoch oben auf dem Seelisberg der gewagt in den Vierwaldstätter See hineinragt und famos Ausblicke auf die anderen Ufer dieses auf so wunderbare Art und Weise verzweigten Sees freigibt.

Hier habe ich unserer Routenplanung – einfach Anklicken um sie in der originalen Auflösung sehen zu können.

Unsere Routenplanung - Buochs nach Luzern

Fotos entstehen leider keine, denn es regnet ohne Unterlass. Irgendwie ist es schon frustrierend. Ich bin selbständig und wenn ich den Einkommensausfall, die Hotelkosten und alles andere zusammen rechne, so sind diese wenigen Tage wirklich richtig richtig teuer. Aber irgendwann muss man ja auch mal etwas anderes sehen und außerdem möchte ich die Fuji X100 endlich so richtig auf Herz und Nieren testen.

Als wir auf der Höhe der Tellsplatte sind, halten kurz an. Hier zeigt sich schnell, dass es ein Fehler war den Weitwinkel-Konverter daheim zu lassen. Die Berge auf der anderen Seite des Sees sind majestätisch und wirklich schön, aber sinnvoll ablichten lassen sie sich mit der Fuji X100 aus dieser Perspektive leider nicht. Auch habe ich meinen kleinen selbstgebauten Nodalpunktadapter daheim vergessen. Irgendwie bin ich weniger gut vorbereitet als ich es gedacht hatte…

Zwischenstopp an der Tellsplatte am Vierwaldstätter See mit Fuji X100

Gegen Mittag treffen wir in Luzern ein. Am Ortseingang ist der übliche Stau und als wir endlich in der Tiefgarage im Löwencenter einen der 13 freien Parkplätze ergattert haben sind wir überglücklich. Kurz drauf sitzen wir im Restaurant des Hotels Reebstock. Hier habe ich viele viele Monate meines Beraterlebens verbracht und es ist ein wenig so, als würde man ich wieder nach Hause kommen. Ganz witzig ist es da, dass eine der Kellnerinnen mich nach all den Jahren noch wieder erkennt. Seit die Eigentümerin sich im Jahr 2008 von diesem kleinen Juwel verabschiedet hat, hat sich vieles geändert.

Der Reebstock ist sicher noch ein gutes Hotel, aber es ist dennoch nicht mehr so wie damals.

Frisch gestärkt geht es gegen 15h rüber ins Löwencenter, es regnet wieder ohne Unterlass. Nach einem kurzen Einkauf sitzen wir im Auto und überlegen was wir machen sollen. Es geht zum Verkehrshaus der Schweiz. Schauen wir doch mal was es dort gibt. Sandra steigt kurz aus und checkt den Spielplan im dort ebenfalls ansässigen IMAX-Kino. Es gibt Man in Black III in 3D und Titantic in 3D – beides nicht ihre Filme. Frustriert vom vielen Regen geht es weiter zurück in Richtung Buochs. Dort lassen wir bei einem tollen Abendessen den Tag ausklingen.

Als ich später diesen Block schreiben möchte ist der Akku meines MaxBook endgültig erschöpft, es braucht frische Energie. Ziemlich überrascht muss ich jedoch feststellen, dass der dicke Schuko-Stecker des Netzteils für mein MacBook hier im Zimmer in keine einzige Steckdose passt! Die beiden Kontakte sind sind fach zu dick! Mist, wie soll ich ohne Strom bloggen?

Etwas frustriert überlege ich was gehen könnte. Dann habe ich eine Idee. Am Apple-Netzteil kann man das Stromkabel abziehen. Dort passt ganz prima das Stromkabel hinein, dass zum Lagegerät der kleinen Fuji X100 gehört. Die Kontakte am anderen Ende des Kabels sind etwas dünner und so passen sie in eine Schweizerische Steckdose! Mein BLOG ist gerettet…

Während ich den Tag Revue passieren lasse und mir die wenigen Fotos anschaue kommt mir in den Sinn, dass die 119 Franken für unser Abendessen echt teuer waren. Auch die beiden Salate zur Mittagszeit haben mit 70 Franken ordentlich das Budget belastet. An der Tankstelle haben wir 1.82 Franken für einen Liter Super bezahlt und das Parken im Löwencenter hat für zwei Stunden 8 Franken gekostet. Eine Reise in die Schweiz gehört nicht zum preiswertesten was man sich vorstellen kann. Für 5 Tage Urlaub in der Schweiz könnte man auch 14 Tage Urlaub auf Teneriffa buchen und sehr individuell auf der Finca San Juan wohnen. Man könnte dort dreimal am Tag sehr gut essen und würde noch weniger bezahlen als hier allein das Abendessen kostet. Ok ok, ich will nicht klagen, schließlich habe ich es mir selbst ausgesucht, aber teuer ist es hier trotzdem!

Und der WLAN-Zugang via monzoon ist eine einzige Krankheit. Will man ein Bild in seinen BLOG hochladen, so „friert“ der Safari Browser auf dem Mac immer wieder ein. Kann ich daheim meinen BLOG einfach via Safari-Web-Browser schreiben und Bilder verknüpfen usw. so muss ich hier alles in Pages oder einem anderen Programm vorschreiben und hoffen, dass ich es später auch veröffentlicht bekomme. So schlecht wie das WLAN funktioniert so teuer ist es. Rein rechnerisch ist für uns eine Buchung für 7 Tage die sinnvollste Lösung, aber das kostet 69 Schweizer Franken. Dafür kann man bei 1&1 in Deutschland schon fast 60 Tage VDSL bekommen. Aber hier ist eben vieles doch ein wenig anders. Wer hier her verreist muss wissen was ihn erwartet, sonst bekommt er hier regelmäßig die Krise.

Hier habe ich noch ein Infrarot-Foto, das ich heute morgen um etwa 10h vom Balkon unseres Hotelzimmers aufgenommen habe.

Morgenstimmung über dem Vierwaldstätter See mit Fuji X100 und Infrarotfilter

Ich muss wirklich sagen, dass mich die Unwirklichkeit dieser Infrarot-Bilder echt umhaut. Sobald es mal nicht die ganze Zeit regnet werde ich mal schauen wie es aussieht wenn man auf belebten Plätzen mit Belichtungszeiten von etwa 5 Sekunden fotografieren kann!

Morgen wollen wir uns um 12h in Weggis an der Talstation der Seilbahn mit Heinz und seiner Frau treffen. Gemeinsam wollen wir ein wenig oben auf der RIGI spazieren gehen. Ich werde eine CF-Speicherkarte dabei haben und Heinz hat mir versprochen, dass ich ein paar Testbilder mit seiner nagelneuen Nikon D800 aufnehmen darf. Darauf freue ich mich schon sehr. Eigentlich war diese Tour als „Erprobungsrunde“ für meine Nikon D800E gedacht, aber von dieser Kamera ist bislang selbst am Horizont noch keine Spur zu sehen.

Also schauen wir morgen mal was in der D800 steckt 🙂

Driving into the sunset

Gestern habe ich ja schon kurz geschrieben, dass ich mir die Wartezeit bis die Nikon D800E endlich lieferbar ist mit schönen „Männerdingen“ zu verkürzen suche. So ist gestern nach langer Zeit endlich mal wieder ein kleiner „Fahrfilm“ entstanden. Unterwegs am Rhein auf der B42 zwischen Königswinter und Rüdesheim habe ich meine kleine GoPro mitlaufen lassen. In meinem Appartement angekommen hatte ich so wieder fast drei Stunden Video-Material eingesammelt aus dem ich kurz vor Mitternacht noch schnell eine kleines Video für Euch geschnitten habe.

Für die Schnitt habe ich diesmal Final Cut Pro X auf meinem 17″ Mac Book verwendet. Der Core i7 bewegt Final Cut auf diesem Notebook recht zügig. Der Import der riesigen Videodateien ging viel viel schneller als mit iMovie und mit den Schneidefunktionen habe ich mich inzwischen auch angefreundet. Man muss einige wenige Tastatur-Kürzel kennen und so schaltet man schnell zwischen den einzelnen Modi für „Markieren“, „Schneiden“ usw. um. Hat man die Tastaturkürzel „drauf“, so geht die Arbeit mit Final Cut Pro X recht zügig von der Hand.

Damit YouTube nicht wieder einen blöden Content-ID Treffer produziert habe ich bei der Musik ein wenig in der Mottenkiste gekramt und ein paar Musik-Schnipsel ausgegraben die ich in den letzten Wochen auf dem iPad mit Garage-Band zusammen gefummelt habe. Den kurzen Gitarrenriff habe ich auf einer Gitarre gespielt die aussieht wie eine Fender Telecaster. Aber sie stammt von der Firma Young Chang aus Korea und wird unter dem Label „Fenix“ vertrieben. Young Chang ist der größte Hersteller für Musikinstrumente weltweit. Vieles was man für gut und teuer hält kommt aus diesen Fabrikationsstätten. Die Qualität ist durchaus ordentlich und meine „Tele-Copy“ ist mir eine liebe Gitarre geworden. Aber sie ist auch ein wenig modifiziert. Allein dazu könnte ich vielleicht mal einen eigenen Post erstellen.

Na ich erzähl‘ Euch kurz was ich mit diesem Ding angestellt habe…

Also, die „Basis-Gitarre“ hat mich vor vielen Jahren etwa 200 Mark gekostet. Den Hals habe ich sauber abgerichtet, die Bundstäbchen schön rund gefeilt und poliert. Dann habe ich zwei Seymour Duncan Tonabnehmer eingebaut. Am Hals ist ein Jeff Beck Junior, eine Humbucker der so groß ist wie ein Single-Coil. Am Steg ist ein Custom-Custom mit keramischen Magneten. Auch ein Humbucker in der Größe eines Single-Coils, aber mit mächtig viel „Bumms“. Das Ding ist ordentlich laut und produziert fantastische Obertöne! Unter dem schönen neuen Perlmutt-Pickguard ist ein Batteriefach und es gibt einen kleinen Audio-Verstärker der das Signal eines Piezo-Pickups, den ich an der dünnsten Stelle mit Zwei-Komponentenklebstoff auf das Holz geklebt habe, aufbereitet. Damit ist das Sound-Spektrum dieser Gitarre riesig groß. Die Wolken-Ahorn-Decken sehen schön aus und das Teil spielt sich wirklich gut.

In Verbindung mit dem Apogee JAM und einem krassen Preset aus Mainstage kann man damit richtig schönen „Krach“ machen. Mainstage ist ein Programm das zum Lieferumfang von Logic Pro auf dem Mac gehört. Man hat damit Zugriff auf alle Gitarreneffekte und virtuellen Musikinstrumente die Logic Pro mit sich bringt. Eine wirklich tolle Sache wenn man live Musik machen möchte und keine Synthesizer und anderen Krams schleppen will. Einfach einen kleinen Mac, eine USB-Midi-Keyboard anschließen und ab geht die Post. Als Gitarrist nimmt man sich vielleicht noch einen Apogee Jam und einen MIDI-Footswitch und schon hat man alle Gitarrenverstärker dieser Welt auf seinem MacBook dabei. Wirklich cool ist das!

Meine kleines Video findet ihr hier – es ist von 180 Minuten auf etwa 4 Minuten eingedampft und mit dieser Gitarre und diversen kleinen Musik-Apps auf dem iPad „vertont“. Alles in allem nicht wirklich schön, aber eben selten.

Wer mag kann sich ja mal an einem „richtigen“ Soundtrack versuchen. Das Video schneide ich gern auch noch einmal neu 🙂