Nikon D800E – Fotografieren mit AF-D 2.8/10,5mm

Wer vom DX-Format auf Nikon Kameras wie D600, D700 oder gar die D800 umsteigt hat vielleicht noch das eine oder andere DX Objektiv im Schrank stehen. Im Rahmen meines Unboxings zur neuen Nikon D800E habe ich Euch bereits das kleine 10,5mm  Fisheye gezeigt. Dieses Objektiv ist klein und leicht und lädt dazu ein es einfach mal in die Hosentasche zu stecken. Aber wie schlägt es sich an der Nikon D800E?

Hier habe ich ein Beispielbild, dass ich vor einigen Tagen in der Nähe von Bell in der Eifel aufgenommen habe.

Beginnen wir mit dem unbearbeiteten Original. Man sieht ganz deutlich, dass dieses Objektiv nicht für Kameras wie die D800 konstruiert wurde. Es leuchtet nur etwa die Hälfte des Bildkreises dieser „Vollformat-Kamera“ aus. Die Ränder sind nicht nur leicht abgedunkelt, nein sie sind sogar richtig schwarz. Das ist nicht bei allen DX-Objetkiven der Fall. Beispielswiese das Tokina AT-X Pro 4/12-24mm kann man bis zu einer Brennweite von etwa 20mm noch an einer D800 verwenden. Allerdings ist die Randunschärfe dabei relativ stark ausgeprägt. Aber Nikon hat in die D800E einen extrem hochauflösenden Chip eingebaut. Schauen wir doch mal welche Reserven dieser Chip für den Beschnitt des Bildes bietet.

Nikon D800E - Nikkor AF-D 2.8/10.5mm G
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Das große Original habe ich hier im JPG-Format für Euch abgelegt.

Nikon D800E - Nikkor AF-D 2.8/10.5mm G - DX-Crop
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Hier findet Ihr das beschnittene Original im JPG-Format.

Schaut man sich die beschnittene Fassung des Bildes an, so sind noch etwa 12 Megapixel übrig geblieben. Das ist nur etwa ein Drittel der ursprünglichen Größe. Aber das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen. Für einen Print in 60×90 cm würde die Qualität noch ausreichen. Hätte ich beim Beschnitt das Seitenverhältnis beibehalten, so könnte man das Ergebnis mit einem Bild aus der Nikon D7000 sehr wahrscheinlich nicht unterscheiden.

Fazit

Auch wenn die Gesamt-Auflösung durch den notwendigen Beschnitt des Bildes stark leidet, so bleibt doch immer noch eine Bilddatei übrig mit der sich allerhand anfangen lässt. Man kann also auch mit den kleinen leichten DX Objektiven an der D800 oder D800E fotografieren. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass bei Verwendung dieses Objektivs das Sucherbild genauso abgeschattet wird wie man es im ersten Bild sieht. Was man im Sucher zu sehen bekommt ist etwa der Bildinhalt des Suchers einer normalen DX Kamera. Ganz ehrlich, wer hätte etwas anderes erwartet?

 

Motive erarbeiten – Pico del Teide

Pico del Teide mit Nikon D300

„Alles ist schon einmal fotografiert worden, aber nicht von jedem!“ Diesen Spruch kennt jeder Fotograf und es liegt viel Wahrheit darin. Viele Menschen fotografieren im Urlaub all das was die anderen Urlauber auch fotografieren. Auf der ganzen Welt gibt es Aussichtspunkte an mitunter wirklich schönen exponierten Plätzen und täglich halten dort tausende fotobegeisterte Touristen und machen eigentlich alle das gleiche Foto. Als ich im letzten Jahr Allan Vasenius in der „Ranger-Bude“ zwischen Page und Kanab kennen lernen durfte, haben wir einen ganzen Tag zusammen verbracht und haben uns lange und intensiv über Bildgestaltung und Fotografie unterhalten. Damals hat es mich gewundert, dass Alan für mehrere Wochen unterwegs war und kein Notebook dabei hatte. Alles was er hatte waren zwei 64GB Speicherkarten, ein Stativ und eine Nikon D3 mit AF-S 2.8/14-24, AF-S 2.8/24-70 sowie ein AF-S VR 2.8/70-200. Eine Kamera drei Objektive zwei Speicherkarten, fertig!

Alan sagte mir damals den Satz „I don’t need to take pictures just to show I was there!“. Dieser Satz ging mir lange Zeit im Kopf herum. Er musste keine Fotos machen um zu zeigen, dass er irgendwo war. Das unterscheidet ihn und seine Bilder von 99,9% der Fotos die tagtäglich von Touristen in aller Welt geknipst werden.

Aber wenn man seine Bilder nicht als „Trophäe“ versteht, was ist es dann? In unseren Gesprächen hat Alan erzählt, dass er viel im Internet recherchiert, topografische Karten studiert und sich auch mal auf Webseiten der NASA den Stand des Mondes an einer GPS-Koordinate an einem definierten Tag zur Abendzeit ausrechnen lässt. Für jedes Motiv überlegt und plant er, manchmal dauert es Tage oder gar Monate und Jahre bis sich eine seiner Bildideen realisieren lässt.

Doch nicht jeder Fotofan hat die Zeit und die Mittel sich so intensiv mit einzelnen Motiven zu beschäftigen. Will man dennoch mehr als ein Foto aufnehmen, das „nur beweist, dass man dort war“ so helfen nur gute Planung und möglichst genaue Kenntnisse der Örtlichkeiten.

Am Beispiel einiger Bilder des höchsten Berg Spaniens möchte ich Euch beschreiben was ich meine.

Als ich im Jahr 2003 das erste Mal zu Besuch auf Teneriffa war, hatte ich lediglich eine kleine APS Kamera und einige wenige APS-Filme dabei. Teneriffa, was sollte das schon sein, eine Urlaubsinsel für Rentner die preiswerte Pauschalreisen lieben. Meine Erwartungen waren nicht sehr hoch und eine Form der Vorbereitung gab es nicht. Umso mehr habe ich damals gestaunt, dass es auf dieser Insel den höchsten Berg Spaniens gibt, den Pico del Teide. Einen majestätischen annähernd 4.000 hohen Vulkan der die Silhouette der Insel prägt und dominiert.

Dieser Vulkan begeistert mich bis heute. Und so oft ich ihn inzwischen auch fotografiert habe, das eine ultimative Foto habe ich vielleicht noch immer noch nicht hin bekommen.

Aber schauen wir mal…

Fährt man mit einem Auto oder dem Bus hoch in die Canadas del Teide, so bieten sich Perspektiven wie diese hier.

Im letzten Abendlicht aus der gegenüberliegenden Himmelsrichtung zeigt sich dieses Motiv schon wieder ganz anders.

Welches Bild ist das „Richtige“? Sollte man vielleicht weiter weg sein und es mal in Schwarz-Weiss versuchen?

Oder mal einige Stunden vor Sonnenaufgang mit langen Belichtungszeiten?

Oder mitten in der Nacht?

Oder doch lieber früh am Morgen?

Oder sollte man für das perfekte Foto auf einen anderen Berg steigen und warten bis Nebelschwaden herein ziehen?

Oder bietet sich die perfekte Perspektive von der anderen Seite der Insel 30 Sekunden vor Sonnenuntergang?

Welches Foto ist nun das „Richtige“? Eine Frage auf die es keine eindeutige Antwort gibt. Fast jedes Motiv hat viele Seiten und sieht in unterschiedlichem Licht doch immer wieder anders aus. Ich denke das ist auch der Motor für viele Aktfotografen. Eine nackte Frau oder einen nackten Mann hat jeder schon einmal gesehen. Dennoch werden sie immer wieder fotografiert. Warum, weil sie immer wieder unterschiedlich sind und mit nur einem Bild einfach nicht „zu fassen“ sind.

Letztlich ist jede Fotografie nur eine Momentaufnahme und wenn sie mehr sein soll als nur ein Beweisfoto, so braucht man eine Bildidee und man muss sein Bild planen. Das „einzige ultimative“ Foto wird man damit sehr wahrscheinlich trotzdem nicht schießen. Aber vielleicht einige Fotos die sich aus der Masse der Beweisfotos herausheben und damit doch einzigartig und gut sind.

Auch verändern sich im Laufe der Jahre Wahrnehmung und Sichtweise und manch ein Fotograf wird erst nach Jahren erkennen welches seiner verschiedenen Bilder ein und desselben Motivs bei den Betrachtern die stärksten Emotionen weckt und somit vielleicht doch noch das „ultimative Foto“ geschossen haben. Es lohnt sich „an einem Motiv zu arbeiten“. Legt man letztlich so verschiedene Fotos wie die hier gezeigten Bilder nebeneinander, so kann man viel über Bildgestaltung, Jahreszeiten, Tageszeiten, das Licht und sich selbst lernen. Und damit ist man gut gewappnet für neue Bildideen, neue Motive und schießt vielleicht irgendwann doch noch das „eine perfekte Foto“!

Nikon D800E – Mohnblumen mit AiS 2.8/55mm

Eigentlich wollten wir heute sehr früh aufbrechen und zum Wildpark in Hellenthal fahren. Dort wollte ich die D800E mit diesen Objektiven testen:

  • Nikon AF-D 80-400
  • Nikon AF-S VR 4/200-400 + NikonTC-17 E-II
  • AF-S VR 2.8/70-200 + NikonTC-17 E-II
  • Sigma 3.5/180mm Macro

Doch das Wetter hat heute wieder einmal alle guten Vorsätze zur Nichte gemacht. Also ging es einfach nur ein wenig mit dem Auto am Rhein entlang. Dann in der Nähe der Brombeerschenke ein Getreidefeld mit wirklich schönen Mohnblumen!! Schnell anhalten, die D800E aufbauen und einige Fotos mit dem Micro-Nikkor AiS 2.8/55mm machen. Doch nach einigen wenigen Fotos kommt schon wieder ein Regenschauer. Manchmal ist es wie verhext. Da hat man ein neues Motorrad oder eine tolle Kamera und der Sommer verdient seinen Namen einfach nicht. Das ist echt frustrierend!

Auch wenn die Ausbeute nicht ist war möchte ich Euch trotzdem zwei der Bilder des heutigen Tages zeigen. Beide Bilder sind mit der D800E und dem AiS 2.8/55mm Micro-Nikkor fotografiert. Die RAW-Konvertierung habe ich mit Nikon Capture NX Version 2.3.2 durchgeführt. Damit Ihr die Abbildungseigenschaften des Objektivs selbst beurteilen könnt, habe ich beide Bilder in Originalgröße mit den kleinen Vorschaubilder verlinkt.

Bild 1 – Blende 2.8, ISO-100 (Anklicken für Originalgröße)

Beispielbild - Sample - Nikon D800E - Micro Nikkor 2.8/55mm

Bild 2 – Blende 11, ISO-100 (Anklicken für Originalgröße)

Beispielbild - Sample - Nikon D800E - Micro Nikkor 2.8/55mm

Nikon D800E – Erstes Fazit nach 1000 Bildern

Seit einigen Tagen habe bin ich nun stolzer Besitzer eine Nikon D800E und möchte nach den ersten 1.000 Bildern ein kurzes Fazit ziehen und implizit die vielen Zuschriften beantworten die ich während der letzten Tage erhalten habe. Im wesentlichen ging es bei allen Zuschriften darum, dass viele begeisterte Nikon Fans unter Euch vor der Entscheidung stehen eine D800 oder eine D800E zu kaufen. Dazu möchte ich ein hier paar kurze Gedanken loswerden.

Beginnen wir mit einem einfachen Testbild, das mit einem Nikon AiS 2.8/55mm bei Blende 8, 1/15s bei ISO-100, Spiegelvorauslösung und Stativ im RAW-Modus entstanden ist. Hier ist ein 100% Ausschnitt aus diesem Bild.

Nikon D800E mit Micro-Nikkor AIS 2.8/55mm 100% - Sample

Hier das große Original im JPG-Format (30MB). Den 100% Ausschnitt habe ich für Euch markiert. Wer das Original anschauen möchte, klickt einfach auf dieses „Vorschaubild“.

Sample Picture - Testbild - NIkon D800E - Micro Nikkor AiS 2.8/55mm - Full Size

Ok, warum zeige ich Euch dieses Bild? Weil es sehr schön zeigt, welch hohes Auflösungsvermögen in der D800E steckt. Und so sehr ich auch suche, ich finde in Aufnahmen die in der Natur entstanden sind keine Moiré-Muster! Vor diesem Hintergrund kann ich derzeit die D800E für alle begeisterten Naturfotografen uneingeschränkt empfehlen. Wer sehr genau auf jeden Cent achten muss, der hat mit der D800 eine etwas flexiblere Kamera bei etwas veringerter Auflösung. Im direkten Vergleich mit der D800E ist die D800 die universellere und derzeit etwa 400 bis 500 Euro preiswertere Kamera. Mit beiden Kameras lassen sich exzellente Ergebnisse erzielen. Wer es sich leisten kann und sich recht sicher ist, dass er seine Motive im wesentlichen in der Natur findet, dem würde ich ganz klar die D800E empfehlen.

Wer Sport fotografiert, hohe ISO-Zahlen braucht und auf schnelles Dauerfeuer angewiesen ist, für den sind beide Kameras nicht richtig. Der sollte eine D3s oder D4 kaufen, wenn das Geld nicht ganz ausreicht eine D700. Alle diese Kameras arbeiten auf dem gleichen Niveau wie die D800, nur ist die Auflösung etwas geringer. Derzeit verlangen die meisten Agenturen Bilder in einer Auflösung von 16 MPix, das liefert sogar eine D700 wenn man die Fotos geschickt um einige Prozent vergrößert.

Wer eine hochauflösende Kamera für das Studio sucht, und im wesentlichen Mode und Produkte ablichtet, der wird in der Regel keine Zeit haben unerwünschte Moiré-Muster in allen seinen Bilddateien zu suchen und ggfs. zeitaufwändig zu beseitigen. Hier ist ganz klar die D800 das Modell der Wahl! Wer mit er D800 Videos produziert, wird in der D800 die ebenfalls etwas universellere Kamera finden. Die Videodateien der D800e werden unwesentlich schärfer sein, doch wird dieser Effekt bei der in der Regel eigentlich immer notwendigen Komprimierung als QuickTime oder MP4 verloren gehen. Also kann man als „Videofilmer“ mit gutem Gewissen zur D800 greifen.

Wer sich immer noch unschlüssig ist, dem sei ein Besuch eines gut sortierten Fotohändlers ans Herz gelegt. Dort kann man oft eine Speicherkarte mitbringen und mit beiden Modellen einige Vergleichsbilder schießen bei denen man dann sogar das gleiche Objektiv verwenden kann. Das ist meiner Meinung nach die allerbeste Variante. So kann man daheim in Ruhe überlegen was es werden soll.

Da ich weder Mode noch Architektur fotografiere, war meine Wahl im Voraus ganz klar, für mich kam nur die Nikon D800E in Frage. Ich wollte einfach „Alles was geht“. Geld und Zeit waren weniger wichtig, für mich zählt letztlich nur das Ergebnis und das ist nicht das Bild auf einem Notebook Display sondern ein richtig guter großer Fine-Art-Print in großartiger Rahmung. Macht man alles richtig, können diese Prints sind mit der D800E derzeit das spektakulärste was ich kenne. Aktuell können da nur sündhaft teure Mittelformat-und Scanner-Rückteile mithalten. In der „Consumer-Welt“ gibt es derzeit nichts, dass an die Auflösung der D800E heranreichen würde.

Nikon D800E – RAW-Bilder für Pixelpeeper

In meinem Unboxing-Video zur Nikon D800E hatte ich es ja schon angekündigt, in den kommenden Wochen werde ich hier immer mal wieder das eine oder andere RAW-Bild für Euch bereitstellen. Heute möchte ich mit einem Foto der kleinen Tour durch die Eifel beginnen das am vergangenen Samstag entstanden ist. Diese RAW-Datei hat 55MB, wirklich viele dieser Dateien kann ich nicht bereitstellen sonst ist mein WEB-Server mit seinen Ressourcen schnell am Ende. Hier muss ich um Eurer Verständnis bitten! Wer in den nächsten Wochen ein Bild aus der D800E in meinem BLOG findet, dass er gern mal als RAW-Datei anschauen möchte, der kann sich einfach per E-Mail melden, dann stelle ich das Bild auf meinem Web-Server bereit.

Hier nun das erste 100% ungeschminkte Beispielfoto aus der Nikon D800E:

Nikon D800E - Micro-Nikkor AiS 2.8/55mm

Das RAW-Datei zu diesem Bild findet Ihr hier – einfach anklicken, lokal speichern und dann beispielsweise mit Nikon Capture NX 2.3.2 oder Adobe Photoshop CS 5 mit Adobe Camera RAW 6.7 öffnen. Natürlich funktioniert auch die aktuelle Version von Nikon View NX. Die aktuellen Versionen von Adobe Lightroom und Apple Aperture sollten es auch öffnen können. Spielt mal mit den Parametern des RAW-Konverters und schaut Euch das Ergebnis kritisch an. Dann lehnt Ihr Euch zurück und seid bitte verblüfft was man selbst mit 30 Jahre alten Objektiven machen kann, wenn sie nur richtig gut sind!