Die Azoren mit der Kamera erkunden

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Hier im Hotel do Mar schlafe ich so gut, dass ich am Morgen gar nicht aufstehen mag. Aber die Zeit ist knapp und gemessen an den Preisen für Flug, Hotel und Mietwagen wirklich kostbar. Heute soll es in den Westen der Insel gehen. Dort gibt es einen malerisch gelegenen See, den ich mir gern anschauen würde. Im Hochland der Insel findet sich ein weiterer See, der mein Interesse geweckt hat. Leider ist der Himmel heute mit schweren Regenwolken überzogen. Es ist sehr stürmisch und immer wieder regnet es bei etwa 25 °C. Es ist wie ein warmer Monsunregen, nur am falschen Ort. Mich soll das nicht weiter stören, ich habe heute extrem gute Laune und mache mich auf die Suche nach guten Fotolocations. Als ich beim See in den Highlands ankomme ist es so stürmisch, dass man kaum die Wagentüre öffnen kann. Als ich es endlich aus dem Auto geschafft habe schlägt mir der Regen waagerecht ins Gesicht, von einem See ist weit und breit nichts zu sehen, ich befinde mich mitten in einem Gemisch aus Wolken, Sturm und Regen. Da ist heute nichts zu machen, schade! Also geht es weiter, vielleicht habe ich beim zweiten See etwas mehr Glück.

Der Weg ist recht weit und es dauert fast zwei Stunden bis ich am zweiten See im äußersten Westen von São Miguel eintreffe. Auf der Karte sieht es aus als wären es zwei Seen, aber eigentlich ist es nur ein See, der in der Mitte von einer Brücke geteilt wird. Auch hier regnet und stürmt es, zwar nicht ganz so wild wie zuvor, aber es ist trotzdem echt ungemütlich. Im Auto wird es schnell schwül warm, die Fenster beschlagen und draußen wird man fast weggeweht. Müsste ich heute heim fliegen, so wäre es mehr als fraglich ob die Maschine bei diesem Sturm überhaupt starten könnte. Zwischendurch habe ich einen kleinen Stopp oberhalb des Flughafens eingelegt und den Start einer Maschine beobachten können. Es standen nur zwei Flieger auf dem Rollfeld, viel los ist heute nicht und es erinnert mich an den Flughafen auf La Palma. Dort werden zumeist auch nur einige wenige Flugzeuge am Tag abgefertigt.

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Nach einer kurzen Fotosession am See mache ich mich daran die Insel heute einmal komplett zu umrunden. Als ich am Abend beim Hotel eintreffe, habe ich fast eine gesamte Tankfüllung verbraucht und irre viele Fotos gemacht. Diese Insel ist zwar nicht riesig, aber man kann hier schon einige Kilometer zurücklegen, das unterschätzt man schnell. Und es gibt auch viel zu sehen. Diese Insel ist sehr grün uns landschaftlich reizvoll. Alles ist von einem sehr aktiven Vulkanismus geprägt. Beim Blick auf die idyllischen Seen vergisst man schnell, dass dies die Krater alter Vulkane sind, die sich im Laufe der Zeit mit Süßwasser gefüllt haben.

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In Furnas halte ich noch kurz bei den heißen Quellen. Einen vernünftigen Parkplatz finde ich nicht, daher parke ich etwas regelwidrig am Straßenrand. Schnell geht es mit meiner Fuji X-T1 und dem XF 55-200mm zu den heißen Quellen. Es stinkt nach Schwefel, meine Sandra würde hier die volle Krise bekommen. Auch ich muss mich etwas zusammenreißen. Dass es so stürmt, ist hier ganz praktisch, so wird die stinkende Luft immer wieder mit frischer Luft verdünnt und man kann den Gestank ganz gut ertragen. Nach diesem kleinen Zwischenstopp bin ich pitschnass, weil es auf den letzten Metern zum Auto noch einen kurzen Regenguss gab. Aber es ist noch immer warm wie in den Tropen, daher ist es nicht wirklich schlimm.

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Nach einem Abendessen im Restaurant, in dem ich auch am Vorabend gegessen habe, springen mir unerwartet schön rot leuchtende Wolken ins Auge. Ok ok, sie springen nicht direkt ins Auge, eigentlich hängen sie faul am Himmel herum, aber es ist eben so eine Redensart. Schnell raffe ich nach dem Abendessen meine Fotosachen zusammen und mache mich wieder auf den Weg. Draußen schlägt mir schon wieder Nieselregen ins Gesicht und es ist windig. Eigentlich keine guten Bedingungen für schöne Fotos. Na, versuchen will ich es trotzdem. Mit Kamera und Stativ geht es auf einen Schiffsanleger im Hafenbecken hinaus, so dass ich beiden Teile der Hafenmauer im Bild habe. Das sieht gut aus und mit meinem XF 10-24mm Superweitwinkel-Objektiv und einem ND-1000 Graufilter, gelingen einige schöne Langzeitbelichtungen.

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Morgen habe ich dann noch einen „halben Tag“ bis ich um 18h wieder in Richtung Lissabon fliege. Dort werde ich eine weitere Nacht in einem viel zu kleinen Bett verbringen und übermorgen in Richtung Huelva aufzubrechen. Am Samstag muss ich die Fähre nach Teneriffa bekommen. Wenn alles klappt bin ich zweit Tage später am frühen Morgen auf Teneriffa.

Das Buch zum Abenteuer

Mein Buch zu dieser spannenden Fotoreise gibt es bei amazon.de als Kindle eBook zu kaufen. Auf 573 Seiten gibt es die vollständige Geschichte sowie 200 farbige Fotos, einige Karten und viele Tipps zum Thema Fotografie.

100DaysOfFreedomCover

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