Der Besuch im Kernfusionsreaktor

Es ist der achte Tag meines großen Abenteuers und heute bin ich bei der Max-Planck-Gesellschaft für Plasmaphysik in Garching eingeladen. Ich darf mir einen Kernfusionsreaktor anschauen, wie cool ist das denn? Der Weg ist nicht weit, es sind nur 2,8 Kilometer. Das Gelände ist gleich neben einer U-Bahn Haltestelle und kaum zu verfehlen. Ich melde mich kurz beim Pförtner an und düse kurz darauf mit meinem Motorrad zum Gebäude L6. Dort werde ich schon von Herrn Dr. Teschke erwartet und freudig begrüßt. Herr Dr. Teschke ist einer der Entwickler eines Teilprojektes mit dem schönen Namen „BUSSARD“. Auf der Suche nach einem Logo ist er im letzten Jahr auf eines meiner Fotos gestoßen.

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Dieses Foto ziert nun den Ort an dem „der BUSSARD“ seine Arbeit verrichtet. Das Foto habe ich gern kostenlos zur Verfügung gestellt, im Gegenzug darf ich mir heute die gesamte Anlage anschauen und während meiner ganz privaten Führung alles filmen was ich gezeigt bekomme.

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Es ist wirklich faszinierend zu sehen welche Apparaturen hier erstellt wurden um einige Milligramm eines Gases auf etwa 150.000.000 °C zu erhitzen. Überall sind Messgeräte angeschlossen und das „Experiment“ erinnert mich an die Weltraumtechnik der NASA. Extrem cool ist es für mich die Energieversorgung dieses Experiments anzuschauen. Während für etwa 10 Sekunden ein sogenannter „Plasmaschuß“ durchgeführt wird, fließen Ströme von bis etwa 80.000 Ampére durch die Versorgungsleitungen in den Reaktor. Mit diesem Strom könnte man auch die Stadt München versorgen! Bislang hatte ich gedacht, dass dieses Experiment über einen eigenen Kraftwerksanschluss betrieben wird. Hier lag ich allerdings ein kräftig daneben. Um diese gewaltigen Energiemengen bereitstellen zu können werden drei riesige Schwungräder von großen Elektromotoren in Rotation versetzt. Sobald der äußere Rand der Schwungräder annähernd Schallgeschwindigkeit erreicht hat, kann die gewaltige Rotationsenergie über einen Generator, am anderen Ende der Schwungräder, in die Energiemengen umgewandelt werden, die für einen „Plasmaschuß“ notwendig sind.

Alles was es braucht um die so erzeugte elektrische Energie in Gleichstrom umzuwandeln, abzusichern und zu transportieren ist wirklich beeindruckend. Ganz egal ob es eine Sicherung, eine Leitung oder ein Gerät zur Messung der Ströme ist, alles ist riesig und sehr beeindruckend.

Als ich dann noch den Raum unter den Schwungrädern anschauen darf, bin ich ziemlich sprachlos. Um selbst feine Vibrationen der gewaltigen Schwungräder ausgleichen zu können sind sie mit Betonplatten verschraubt, die ihrerseits wie die Elemente einer Autobahnbrücke schwimmend gelagert sind.

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Als ich gegen 18h das Gelände verlasse bin ich sehr beeindruckt. Diese geballte Menge an Superlativen hatte ich nicht erwartet. Noch liefert dieser Reaktor keinen Strom. Aufgrund seiner Baugröße würde er auch nur so viel Energie liefern können wie er selbst verbraucht. Aber derzeit wird in Greifswald eine neue größere Anlage gebaut, in welche die Forscher große Hoffnungen setzen. Doch trotz aller Euphorie wird es noch viele Jahre dauern bis mit einem Kernfusionsreaktor kommerziell Strom erzeugt werden kann. Herr Dr. Teschke geht derzeit davon aus, dass es noch bis zu 50 Jahre dauern könnte bis ein Kernfusionsreaktor zuverlässig und umweltfreundlich elektrische Energie liefern wird. Wenn diese Reaktoren irgendwann einmal funktionieren, werden sie keine radioaktiven Abfälle produzieren und kein nennenswertes Risiko für Mensch und Tier darstellen.

Mit einer funktionierenden Kernfusionstechnik wäre eine weitgehende Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen denkbar. Aus den Meeren könnte sauberes Trinkwasser gewonnen werden, Autos könnten elektrisch fahren und die vielen hässlichen Windräder die derzeit allerorts aufgestellt werden könnten wieder demontiert werden.

Für den nächsten Tag stehen einige Experimente auf dem Programm und der Bussard wird an diesem Tag erstmals in Betrieb sein. Für Herrn Dr. Teschke und seine Mitarbeiter ist das ein ganz besonderer Moment. Für mich wird es das auch sein, denn ich darf am Dienstag ein zweites mal zu Besuch kommen und einen „Plasmaschuß“ live miterleben.

Beide Tage habe ich in einem YouTube-Video zusammengefasst. Die gesamte Geschichte und vieles mehr gibt es in meinem Buch zu lesen. Aktuell ist es im Rahmen einer Werbeaktion bei amazon.de für nur 2,99 Euro zu haben.

Das Buch zur Reise

Mein Buch zu dieser Reise gibt es bei amazon.de als Kindle eBook zu kaufen. Es hat 573 Seiten und 200 farbige Fotos und Karten.

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One thought on “Der Besuch im Kernfusionsreaktor

  1. Sehr interessante Sache und alles so gigantisch, und der Neue in Greifswald soll ja noch grösser werden, eindrucksvolle Bilder und Video, aber warum dauert das noch bis zu 50 Jahre bis zur Inbetriebnahme? Hat das direkt mit Kernenergie zu tun, gehe ich mal davon aus. Ist also gefährlich, oder? Muss mal noch ein bisschen dazu googeln! Wir müssen endlich von den fossilen Brennstoffen weg!

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