Zu meiner Vorstellung des ZOOM H2 habe ich ein paar E-Mails erhalten. Dort wurde gefragt, warum bei einigen meiner Videos der Ton so leise ist. Die Antwort ist ebenso einfach wie banal – Weil ich da das Zoom H2 noch nicht hatte! Die eingebauten Mikros einer digitalen Spiegelreflex-Kamera sind in der Regel winzig und die Konstrukteure haben versucht diese kleinen Dinger für den alltäglichen „Brot & Butter“ Einsatz der Kameras zu optimieren. Auch ist in den Gehäusen wenig Raum für wirklich gute Mikros. Daher ist alles was es an eingebauten Mikros gibt zwangsläufig eine Notlösung.
Da mich der leise Ton und die schlechte Tonqualität bei einigen meiner Videos sehr gewurmt hat, habe ich mir vor ein paar Tagen in Mainz bei Conrad Elektronik ein ZOOM H2 gekauft. Ein entsprechendes kleines erstes Unboxing gibt es auch schon:
Mit diesem kleinen Ding bekommt man nun einen wirklich tollen Sound hin. Alternativ kann man auch das Nikon ME-1 in Verbindung mit einem langen Kabel benutzen, aber mit dem ZOOM H2 ist die Qualität noch einen Tick besser und man ist auch flexibler.
Das Wochenende steht vor der Türe und es geht wieder einmal mit der blauen K1200 zurück nach Hause. Welche Strecke nehmen wir denn heute? Auf der A60 in Richtung Bingen biege ich kurzentschlossen in Richtung Wiesbaden ab. Vor einigen Wochen habe ich mir bei google maps angeschaut, wohin man kommt wenn man in Rüdesheim nicht links in Richtung Rhein, sondern nach rechts in Richtung Weinberge abbiegt. Das will ich heute mal ausprobieren! Kurz vor Rüdesheim wird schnell voll getankt. Dann werden die drei GoPro Kameras gestartet und los geht der Spaß.
Irgendwann treffe ich wieder auf die Straße im Wispertal. Das Navi will nach links, aber ich fahre nach rechts, nach Osten! Denn wenn man nach nachmittags nach Osten fährt, scheint einem die Sonne nicht ins Gesicht und auch nicht in die Kameras! Bei einem kleinen Restaurant lasse ich mich von meinem TomTom Rider überreden doch mal nach links in Richtung Norden abzubiegen. Diese Straße ist in schlechtem Zustand, überall ist Rollsplit aber die Landschaft ist toll! Später geht es mit der Routenführungsoption „Kurvenreiche Strecke“ weiter nach Nassau an der Lahn. Von dort dann über Koblenz und die B9 rasch nach Hause, Sandra wartet schon!
Zum Wochenende ist dann ein wenig Zeit das Video zusammen zu setzen. Diesmal waren die Positionen der Kameras recht gut gewählt. Das LC-Display habe ich daheim gelassen, ich weiß jetzt ungefähr wie ich die Kameras positionieren muss. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass die kleinen GoPros mit angesetztem LC-Display einfach mehr Strom verbrauchen, selbst wenn dies abgeschaltet ist!!
Für Bug und Heck nehme ich die 1080er GoPro in voller HD Auflösung (Modus 5). Am Helm habe ich die kleine GoPro HD HERO 960, sie zeichnet im Format 720p (Modus 2) auf. Bei der 960er ist im Modus 720p der Blickwinkel größer als bei der 1080er im Full-HD Modus. Daher ist sie am Helm recht gut geeignet. Die 1080er benötigen scheinbar deutlich mehr Strom wenn sie im HD-Format aufzeichnen. Als ich nach mehr als drei Stunden daheim in Bonn eintreffe, sind die beiden 1080er schon abgeschaltet, sie haben bis kurz hinter Koblenz durchgehalten. Die 960er am Helm zeigt, dass noch Strom für eine weitere Fahrt vorhanden wäre. Krass gell?
Als bei der Tankstelle der Seitenständer einklappt, macht es ein lautes Geräusch und das zeichnen alle drei Kameras auf. Mit Magix Video De Luxe Version 17 kann ich mir zu den drei Video-Spuren die Wellenformen der zugehörigen Audio-Spuren anzeigen lassen. Das „Klack“ ist auf allen drei Spuren gut zu hören und gut zu sehen. So ist es sehr einfach die Kameras völlig synchron laufen zu lassen. Jede seitliche Bewegung ist bei der vorderen und der hinteren Kamera nun völlig identisch, das gefällt mir gut und es sieht im Video richtig geil aus.
Aus diesen drei Videospuren, die zusammen fast 50GB haben (!!!), erstelle ich über Nacht eine einzige Video Spur in voller HD Auflösung und 6-facher Geschwindigkeit. Am nächsten Tag kann ich das Video dann schneiden und auf einige wenige Minuten verkürzen – schließlich sollt Ihr ja beim Anschauen nicht einschlafen! 🙂
Der Soundtrack
Welche Musik soll ich nehmen? Wieder die öde „Royalty-Free-Mucke“ von amazon und iTunes? Oder selbstgemachte ebenfalls langweilige Mucke aus früheren Zeiten? Ich entscheide mich gegen iTunes und gegen amazon!
Beim Kramen in den Tiefen meiner Festplatten kommt ein kleines MP3 zu Tage, dass ich vor etwa 25 Jahren mit meinem ATARI 1024-ST mit diversen kleinen Synthesizern und einer selbst gebauten WERSI ALPHA digital DX-300 erstellt habe. Das Mischpult hatte ich damals auch selbst erdacht und zusammen mit einer selbst gebauten MIDI-Switch-Box in das riesige Gehäuse einer uralten Computertastatur eingebaut. Viele Effekt-Geräte hatte ich damals nicht, nur ein Hohner RD500 Delay & Reverb. Dieses Ding war halb analog und klag eigentlich relativ grausig, aber man konnte Hall und Echo gleichzeitig erzeugen! Die Dauer der Echos konnte man in Millisekunden-Schritten einstellen und über den Feedback-Regler einfach oder ewig lang vor sich hin eiern lassen.
Die Aufnahmen habe ich damals an meinem schweineteuren und „irre geilen“ Sequential Circuits Prophet-VS eingespielt. Als Sequencer habe ich C-LAB Creator auf meinem Atari benutzt. „Dieser Mist“ ist immer wieder zwischendurch abgestürzt und ich kann kaum glauben, dass sich daraus das heutige Garage-Band und Apples Logic-Audio entwickelt haben! Für die Aufnahme hatte ich einen handelsüblichen Kassetten-Recorder. Also nichts mit Mehrspur & Co – alles musste gleichzeitig und im ersten Schuß sitzen! Weil mir damals das Gated Reverb aus Phil Collins „In the air tonight“ so gut gefiel, habe ich meinen KAWAI R-50 Drumcomputer ganz fett auf das Echo-Gerät gelegt und eine Echo-Zeit gewählt, die einer 8-tel Note entsprach. Während der Drum Computer dann getrommelt hat, konnte ich den Regler für die Ausgangslautstärke hin und her drehen und so das Echo nur auf einzelne Schläge legen, sehr cool! Zwar hatte ich kein Noise-Gate und es klang auch alles nicht wie bei Phil Collins, aber ich war dennoch wirklich glücklich damit!
So sah mein Equipment damals aus:
Der Vector-Synthesizer – Sequential Circuits Prophet VS (5600 DM)
Die selbst zusammen gelötete WERSI Alpha digital DX-300 (Meine hatte ein schwarzes Gehäuse und Chrom-Füße, der Bausatz hat damals etwa 9600 DM gekostet, der Zusammenbau etwa 4 Wochen!!)
Mein Effekt-Gerät (Ist bis heute irgendwo im Keller in einer Kiste)
Mein Yamaha MU-80 (64-stimmiger General MIDI Expander, habe ich heute noch – nur wo? Irgendwas um die 1200 DM…)
Mein Roland Sound Canvas (ca. 1000 DM – wurde vor 20 Jahren geklaut – Ich glaube er hat 960 DM gekostet…)
Mein CASIO CZ-1000 (Habe ich mir mit Musik-Stunden und Nachhilfe zusammen gespart. Er klang ein wenig wie ein YAMAHA DX-7 für Arme… – Ich glaube ich habe 640 DM dafür bezahlt…)
Und noch mein kleiner KAWAI R-50 Drum Computer (In meinen hatte ich damals eine Speichererweiterung mit mehreren Sound-Chips eingebaut. Oben links hatte er einen fies häßlich Drehschalter… – Keine Ahnung was dieses Ding gekostet hat…)
Und das war mein famoser komplett in Assembler programmierter MIDI-Sequencer…
Ja, so war das! Und jetzt geht es unter die Dusche und dann zur Geburtstagsfeier…
Zu Beginn der letzten Woche habe ich mir mehr oder weniger aus einer Laune heraus ein Apple TV bestellt. Das super schnelle ONE-CLICK von amazon.de ist in der Mittagspause auf dem Android-Telefon doch verführerisch… Drei Tage später war es auch schon da und das Ding funktioniert nun auch zum größten Teil recht gut. Was noch nicht funktioniert, könnt Ihr Euch in diesem kleinen Video anschauen.
Es war wirklich spät als ich es auf genommen habe und dass die Kamera etwa schief steht konnte man auf dem kleinen Display der Nikon D7000 nicht so richtig gut erkennen. Auch hätte ich die Belichtungsautomatik abstellen sollen, damit es nicht bei jedem Bildwechsel hell und wieder dunkel wird.
Danach habe ich noch mit der neuen „ONE FOR ALL“ Universal-Fernbedienung herum gespielt. Inkl. eines Adapters für die Sony Playstation 3 kostet diese Fernbedienung bei Conrad Elektronik knapp 40 Euro. Der Adapter ist eine kleine schwarze Kiste die Infrarot-Signale in Blue-Tooth-Signale umsetzt. Dieser Adapter benötigt zwei Mignon Zellen und wird einfach irgendwo in Reichweite der PS3 aufgestellt. Danach muss er über das Menü der Playstation als „Fernbedienung“ registriert werden. An der Fernbedienung muss man dann noch einstellen, dass man für Spiele eine Playstation und keine XBox verwendet. Und schon klappt es mit dem Nachbarn. Allerdings hatte ich es mit anders vorgestellt!! Diese Fernbedienung hat keine PS3 typischen Symbole. Also farbige Quadrate, Kreise usw. Alles geht, ist aber verstreut über die Tasten der Fernbedienung. Wer sich merken kann wo hier das Dreieck und wo der Kreis ist bekommt von mir ein Stück Pflaumenkuchen spendiert!
Im direkten Vergleich zu einer Logitech Harmony One muss ich sagen, dass die Harmony One zwar ein mehrfaches kostet aber auch deutlich angenehmer zu bedienen und zu programmieren ist.
Bei der Logitech Harmony One kann man bspw. festlegen, dass
die Lautstärke über einen AV-Receiver gesteuert wird
die Fernsehprogramme über einen DVB-T Empfänger umschaltet werden
der Fernseher auf EXT-1 stehen muss
der AV-Receiver in den Modus „TV“ gebracht werden muss
Mit der ONE FOR ALL geht das auch, aber alles der Reihe nach und man muss ständig zwischen TV-Modus, Verstärker-Modus usw. hin und her wechseln. Das ist umständlich und irgendwie nervig…
In den nächsten Wochen werde ich mal versuchen diese beiden Fernbedienungen einander gegenüber zu stellen. Vielleicht hat ja jemand von euch auch einen ganzen Haufen unterschiedlicher Fernbedienungen im Wohnzimmer liegen und ist total genervt, dass das nicht alles mit einem gerät zu bedienen ist.
Aber auch „Negativ-Beispiele“ haben vielleicht für euch einen gewissen Lerneffekt!
Aber eigentlich geht es ja um das neue Apple TV! Also Fim ab in 720p…
In der letzten Woche habe ich euch in einem kleinen Video kurz eine Lochblende für das Nikon-Bajonett vorgestellt. Heute möchte ich anhand einiger Fotos eines wirklich banalen Motivs die Unterschiede zwischen zwei unterschiedlichen Lochblenden zeigen. Diesen beiden skurrilen Foto-Dingern möchte ich dann zwei alte Nikon 24mm und 50mm AiS sowie ein aktuelles Micro Nikkor AF-S 2.8/50mm gegenüberstellen.
Vielleicht überlegt ja der eine oder andere von Euch, ob es nicht jenseits von AF-S VR und anderem Trallala noch Dinge gibt die auszuloten sich lohnen könnte. Ich persönlich empfinde es als sehr spannend mal mit ungewöhlichen Dingen zu experimentieren. Das bringt Spaß, skurrile Fotos und man bekommt eine Idee davon, wie es in der Anfangszeit der Fotografie gewesen sein könnte.
Hier die Lochblenden. Das erste Exemplar hat das winzige Loch etwa in einer Ebene mit der Vorderseite des Kamera-Bajonetts:
Hier haben wir eine „Weitwinkel“ Lochblende. Der Weitwinkel-Effekt kommt dadurch zustande, dass das winzige Loch weiter hinten im Kameragehäuse liegt.
Hier habe wir die ungleichen Kontrahenten – zuerst das Nikon 2.8/24mm AiS und das supergute Nikon AiS 1.4/50mm
Und hier das nagelneue 40er Macro:
Die Frage lautet nun, mit welchem dieser vier „Dinger“ bekommt man den besten „Retro-Style“?? Ein bisschen Photoshop könnte zusätzlich auch noch erlaubt sein…
Also los – hier das erste Foto mit der „normalen“ Lochblende:
Zum Vergleich die „Weitwinkel“-Lochblende:
Nun das Nikkor 2.8/24mm AiS bei Blende 8 – gibt es billig bei eBay & Co – Knackscharf bis ins letzte Detail – aber wenig Retro-Style…
Nun das Nikkor 1.4/50mm AiS bei Blende 8 – ist nicht ganz preiswert – aber wirklich supergut – Knackscharf bis in die letzte Ecke – wenig Retro-Style…
Jetzt das Nikkor 1.4/50mm AiS bei Blende 1.4 und ganz leicht defokussiert – gar nicht schlecht und schon ein cooler Retro-Style…
Nun das Nikkor 1.4/50mm AiS bei Blende 1.4 und korrekt fokussiert – trotz der offenen Blende relativ scharf – schön die Unschärfe im Vordergrund – aber nur wirklich wenig Retro-Style…
Nun das nagelneue 40er Macro bei Blende 8 – total scharf bis ins letzte Winkelchen – wenig Retro-Style…
Ich habe hier einen Grauverlauf-Filter simuliert indem ich das 3-fach Bracketing genutzt habe. Von den drei Bildern habe ich das dunkle für den Himmel verwendet, das korrekt belichtete für den mittleren Bildbereich und das hellste für den unteren Bildbereich. Alles sehr scharf und sehr realistisch. So würde man es sich aus der analogen Dunkelkammer wünschen. Hier hätte man versucht das Bild „abzuwendeln“ um die harten Kontraste etwas aufzulösen.
Nun das gleiche Bild. Hier kommt jetzt der „Retro-Style“ aus der digitalen Bildverarbeitung via Photoshop:
Lens-Blur
Sepia-Tonung
Kontraste abgemildert
Zurück zum Ausgangspunkt, wie bekomme ich den coolsten Retro-Style? Gar nicht einfach zu beantworten diese Frage, wenn überhaupt! Mir persönlich gefällt das Bild mit der „Weitwinkel-Lochblende“ recht gut. Würde man es noch mit einem Sepia-Ton überziehen und ein wenig digital zerknittern, wäre der Retro-Style perfekt. Sehr überzeugend empfinde ich aber auch das letzte Bild. Würde man den Gausschen-Weichzeichner noch etwas verstärken, so hätte man eine ähnliche Bildwirkung wie bei der Wide-V Lochblende.
Betrachtet man also ausschließlich die Auflösung, so wäre wahrscheinlich das 40er Macro mit digitaler Nachbearbeitung mein Favorit.
Aber die Auflösung ist das Eine, die Belichtungszeit das Andere!! Die Bilder mit den Lochblenden sind bis zu 30 Sekunden bei ISO-100 belichtet!! Würde man mit einer solchen Lochblende eine bewegte Marktszenerie fotografieren, so wären alle bewegten Menschen und Gegenstände völlig verwischt. Ein Effekt den man mit „normalen“ Objektiven nur durch Verwendung sehr dichter Graufilter hinbekommen würde. Meiner Meinung nach spielen genau hier die Lochblenden ihre „Können“ aus.
Ob man 45,99 Euro für eine Weitwinkel Lochblende ausgeben mag, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer ein wenig fit mit Photoshop & Co. ist, bekommt auch auf diesem Wege einen wirklich coole Retro-Stil „hingebogen“. Wer aber das Experiment und die Überraschung liebt, dem würde ich die Wide-V Pinhole ans Herz legen!