GoPro Sunrise

Es ist Montag, Sandra ist schon seit fast einer Stunde im Büro als in Bonn langsam die Sonne aufgeht. Am Himmel sind keine Wolken und die Sonne geht nur im Winter direkt hinter dem Bonner Posttower auf. Aber egal, vielleicht sieht es ja doch ganz cool aus. Schnell eine SD Karte in die kleine GoPro HD HERO 1080 einstecken und dann beides zusammen in einem Unterwassergehäuse unterbringen. Es sind noch die toten Fliegen vom Wochenende dran, aber die lassen sich leicht abwaschen. Mit einem Mikrofaserlappen wird schnell eine Ecke eines Fensters geputzt, man könnte auch das gesamte Fenster putzen, aber dann ist der Sonnenaufgang schon wieder vorbei. Die GoPro wird mit dem Autoscheibenhalter von außen an das Fenster montiert und schon filmt sie den Morgenhimmel über der Bonner Museumsmeile. Später sieht es dann doch ein wenig langweilig aus. Auch ist die Perspektive nicht wirklich toll gewühlt, ich hätte das LCD-Back benutzen sollen.

Auf meiner Festplatte finde ich noch eine Aufnahme des 21-ten Präludium von Johann Sebastian Bach, das ich vor einigen Jahren für eine Weihnachts-CD selbst eingespielt habe. Es ist ein wenig holprig, aber ich war und bin ja auch kein Profi – jedenfalls nicht am Klavier 🙂 Die Aufnahme läuft etwa 100 Sekunden, da ist meine Zeitrafferaufnahme ein wenig zu kurz. Ach komm, da wird einfach noch mal der Schwenk mit der Eieruhr hintendran geklebt und dann passt das schon…

Und hier ist es nun, mein kleines Meisterwerk :-]

 

Infrarot-Fotografie mit der Nikon D700

Es ist Samstag und die Sonne lacht. Gleich nach dem Frühstück sitzen wir schon in Sandras neuem Cabrio und genießen das Leben. Nach einem kurzen Zwischenstopp bei der Bonner Peugeot Niederlassung (->Wo ist der Schlüssel für das Felgenschloss?) geht es über die Autobahn weiter in Richtung Siegburg. Kurz vor Hennef verlassen wir die Autobahn und fahren ein wenig auf der Wahnbachtalstraße. Ich schaue auf dem HTC Desire HD via google Maps nach dem Weg. Ich habe im Hinterkopf, dass es hier in der Nähe das „Sieg-Wehr“ geben müsste. Nach ein paar Minuten haben wir es dann auch schon gefunden. Schnell das Auto parken und das Dach schließen – ein Vogel hat es schon gesehen!!

Alle Fotos haben 1000 Pixel Seitenbreite – einfach anklicken um diese größere Darstellung zu öffnen!

Auf eine outdoor Fototour ist Sandra nicht vorbereitet. Die Schuhe sind unpassend und die fetzig rote Jacke und die schwarze Hose sind an diesem tollen Spätsommertag definitiv zu warm. An der D700 habe ich ein altes Nikkor AiS 2.0/105mm – ein perfektes Portrait-Objektiv mit wirklich tollem Bokeh (Hintergrundunschärfe).

Dann kommt ein 8x Graufilter vor die Linse. Aber es ist trotz allem viel zu hell für „normale“ Fotos mit Bewegungsunschärfe innerhalb der vom Wehr herabstürzenden Wassermassen.

Außerdem steht die Sonne hoch und das Licht ist richtig fies. Diese „Schüsse“ kann man eigentlich gleich wieder löschen. Ich setze mal ein anderes altes Nikkor AiS 4/200mm an das Bajonett der D700 und schraube den Graufilter samt aller Filteradapter an dieses Objektiv.

Damit bekommt man annähernd den „Wisch-Effekt“ hin den ich mir vorstelle. Ich warte eine Weile ab und dann haben tatsächlich alle drei Wildgänse den Kopf erhoben 🙂

Aber die Farben sind blass und das Licht wird immer fieser. Aber wie wäre es denn mit ein paar Infrarot-Aufnahmen? Ich krame mal mein altes Nikkor AiS 2.0/35mm und meinen HAMA INFRARED R-72 aus dem Fotorucksack. Mit ein paar Adapterringen passt dieser nicht ganz billige Filter an (fast) alle Objektive die dabei habe. Lediglich mein Sigma 17-35mm hat einen Filterdurchmesser von 82mm – das ist wirklich riesig und fast jeder Filter bewirkt hier auch krasse Abschattungen der Bildecken. Also lassen wir dieses Ding mal außen vor! Gern hätte ich vorort mit der D7000 ein paar Fotos der D700 mit den diversen Filtern geknipst, aber Sandra hat nur eine SD-Karte dabei und diese ist irgendwie kaputt. Nach genau 70 Bildern läßt sich alles was danach kommt nicht mehr öffnen. Also weg mit dem Ding… Ich bin insgeheim ganz froh, dass ich in der D1x, D2x, D300 und D700 die guten alten großen CF-Karten verwenden kann. Die sind deutlich robuster und ich hatte noch NIE irgendein Problem damit! Die fummeligen kleinen SD Karten sind mir auch schon mehrfach kaputt gegangen. Meist bricht bei intensiver Nutzung irgendwann das dünne Plastikgehäuse auseinander.

Daher habe ich hier zwei „indoor“ Fotos der D700 mit dem 2.0/35mm und dem Infrarot-Filter die ich eben für Euch mit der D7000 und einem Nikon SB-800 gemacht habe. Mit dem SB-800 habe ich einfach nach oben gegen die weiße Decke geblitzt. Man sieht hier sehr schön, dass dieser IR-Filter fast schwarz ist. Ist er vor dem Objektiv, sieht man nichts aber auch gar nichts durch den Sucher. Auch der Live-View funktioniert damit NICHT!

Da hilft also nur eines, man komponiert mit der Kamera auf dem Stativ in aller Ruhe sein Motiv und schraubt dann den IR-Filter vor das Objektiv. Die Blichtungszeiten liegen bei ISO-100 und Blende 8 bei etwa 20 bis 30 Sekunden und das am hellichten Tage!!

Auf dem Display der D700 zeigen sich recht blasse nicht wirklich spektakulär wirkende rotstichige Bilder wie dieses hier:

Aber man darf sich davon nicht entmutigen lassen und sollte parallel IMMER ein RAW-Bild aufzeichnen. Bei der RAW-Konvertierung wird später am Computer erstaunliches sichtbar werden!

Kontraste und Bewegungsunschärfe sind wirklich spektakulär! Dadurch, dass nur langwelliges (rotes) Licht den Filter passieren kann, gibt es keinerlei wahrnehmbare Abbildungsfehler in den Bildecken (Chromatische Aberation). Hat man alles richtig gemacht, sind die Bilder dadurch wirklich „knackscharf“.

Nach den IR-Bilder kommt dann die Wide-V Pinhole mit Blende f/216 vor die D700. Mit diesem Ding funktioniert der Live-View relativ gut und man kann in Ruhe sein Bild komponieren. Die Belichtungszeit liegt bei ISO-100 und hellem Tageslicht bei etwa 2 Sekunden. Die Bewegungsunschärfe ist toll, der Retrofaktor auch, das Ergebnis wirkt fast wie ein Gemälde und das ganz ohne Tricksereien mit einer Bildbearbeitungs-Software!

Danach wird das LOREO LENS IN A CAP Plastikobjektiv an die D700 gesetzt und es gibt ein paar vergleichende „Retro-Fotos“ wie dieses hier. Die Kontraste sind blass und die Bildränder sanft abgeschattet, ich mag dieses kleine runde Ding!

Danach geht es auf die Terrasse der Ruderclubs oberhalb des Wehrs und es gibt etwas kaltes zu trinken und vor allem gibt es SCHATTEN unter einem Sonnenschirm!

Hier habe ich noch ein „Out-Out-The-Cam“ JPG, also ein Foto das die Kamera so geliefert hat wie es ist, ich habe es lediglich verkleinert um Speicherplatz in meinem BLOG zu sparen. Das Foto ist mit einem Sigma AF 2.8-3.5/17-35mm gemacht. (ISO-200, F/9, 1/320s, -0.7 EV)

Abgesehen von leichten Abschattungen der Bildecken bei offener Blende ist dieses preiswerte relativ billig wirkende Objektiv an der D700 gar nicht so verkehrt. Man muss also immer einen schweren „Knüppel“ mit sich herum schleppen um schöne Weitwinkel-Fotos mit extremer Tiefenschärfe zu erzielen.

Anschließend geht es nach Ingersau zur Pfannkuchenmühle – super! Den Rest des Tages verbringen wir mit einer famosen OOT (Oben Ohne Tour) durch das Bergische Land. Was für ein Tag 🙂

Die Bilder in diesem kleinen Artikel zeigen, dass man sich ein Motiv durch die geeignete Wahl des Standpunktes und des Objektives „erarbeiten“ muss. Für mich sind die beiden hier gezeigten IR-Fotos der Knaller schlechthin. So gut wie mit diesem Filter und diesem Objektiv ließ sich dieses spröde Motiv mit „normalen“ Mitteln nicht abbilden.

Panoramaschwenks mit einer Eieruhr

Gestern habe ich Euch ganz kurz meine beiden schönen neuen Eieruhren gezeigt. Hier ist nun der erste kleine Panoramaschwenk den ich mit einer einzelnen Eieruhr und einer GoPro HD HERO 960 aufgenommen habe. Das Video lief etwa 30 Minuten und ich habe mit Magix Video Deluxe V17 um den Faktor 150 beschleunigt. Gut gefällt mir das Wolkenspiel!

 

Wie man einen Polfilter benutzt

Während ich meine Wohnung aufräume, Bürokrams erledige und das ein oder andere Video bei YouTube hochlade, muss ich doch noch schnell eine kleines Lehrvideo aufzeichnen. „Wie man einen Polfilter benutzt“.

Bedenke:

  • Ein Polfilter (auch Polarisationfilter oder Polarizer) schluckt Licht!
  • Wer einen Polfilter benutzt verliert etwa zwei Blendenstufen, er muss also viermal so lange belichten!
  • Bei extremen Weitwinkelobjektiven funktioniert ein Polfilter nicht, weil das Objektiv an den Ränder in sehr schrägem Winkel durch den Filter „schaut“!
  • Man kann einen ähnlichen Effekt mit Photoshop oder ähnlichen Programmen simulieren. Aber das Spiegeln einer Scheibe oder der Oberfläche eines Sees wird man am Computer niemals entfernen können, das geht nur mit einem echten Polfilter!
  • In der Landschaftsfotografie ist ein Polfilter wirklich hilfreich aber er kann auch bei Portraits benutzt werden um glänzende Hautpartien zu „glätten“.
  • Setzt man zwei Polfilter voreinander und verdreht sie gegeneinander, so kann man fast alles Licht sperren. Super für lange Belichtungszeiten bei hellem Licht. Aber die Bilder haben danach auch einen krassen Farbstich, meist ein heftiges Magenta!
  • Von billigen Sonderangeboten sollte man die Finger lassen, die sind klapprig und in der Regel nicht vergütet. Diese Dinger verschlechtern nur ganz krass die Abbildungsqualität guter Objektive.
  • Einen Polfilter muss man drehen können! Wer also mit einem Tele eine lange Streulichtblende benutzen will sollte prüfen, ob er damit überhaupt den Filter noch bedienen kann.
  • Ein TTL Belichtungsmesser wird den „Polfilter-Effekt“ ein wenig verschlechtern, weil er die Belichtung übermäßig stark korrigieren wird. Man sollte den Belichtungsmesser daher um -0.3 bis -0.7EV (EV = Exposure Value = Lichtwert oder auch Blendenwert) korrigieren. Geht das nicht, stellt man einfach eine andere Filmempfindlichkeit ein. Beispielsweise bei einem Fuji Velvia 50 könnte man  75 ASA statt 50 ASA einstellen.
  • Falls möglich solle man Varianten erstellen, also mehrere Bilder des gleichen Motivs mit unterschiedlichen Einstellungen des Polfilters.
  • In der Landschaftsfotografie sollte man beachten, dass ein Polfilter nur dann seine Stärken ausspielen kann, wenn das Sonnenlicht seitlich auf das Motiv fällt. Kommt es von hinten oder von vorn wird der Polfilter keine wirklich schönen Ergebnisse liefern.

Hier nur mein kleines Video zum Polfilter – besonders interessant finde ich, dass man damit sogar unerwünschte Motive sehr einfach wegfiltern kann!!!

Der Trick mit der Eieruhr

Und wieder steht ein schönes sonniges Wochenende vor der Tür. Mit meiner Dieselrakete und der kleinen GoPro Kamera auf dem Dach geht es nach Hause. Bei Geschwindigkeiten ab 150 km/h fällt die Kamera wirklich sehr unangenehm auf – rein akustisch gesehen! Ich hätte es nicht gedacht aber der zusätzliche Lärmpegel den dieser „Gegenstand“ an der sehr exponierten Stelle hoch oben auf dem Auto produziert ist wirklich erheblich. Aber egal, ich muss ja nicht den Rest meines Lebens mit einer Kamera herumfahren. Ok, sicher gibt es den einen oder anderen unter Euch der mich für komplett bescheuert hält und mir insgeheim genau das wünschen würde…

Als ich daheim eintreffe ist eine Benachrichtigung im Briefkasten, es gibt neues Spielzeug!!

Schnell runter zum freundlichen Nachbarn und schon kann ich mit meinem neuen Unboxing starten. Es sind mehrere Kartons und ich finde zwei Manfrotto Neiger für den Aufsatz auf ein Foto-Stativ. Einmal einen Kugelkopf (für „normale“ Fotos) und einmal einen Video-Neiger für weiche ruckfreie Kameraschwenks im Videomodus.

Und dann sind da noch zwei Eieruhren. Um Video werde ich erzählen, dass sie verchromt sind. Totaler Blödsinn, die sind natürlich aus Edelstahl!!

Da ich die kleine GoPro Kamera gerade sowieso in der Hand habe und es auf der Speicherkarte noch ein bisschen freien Platz gibt, nehme ich das Unboxing heute mal mit der GoPro auf. Durch das Unterwassergehäuse der Kamera dringt natürlich fast kein Laut. Daher nehme ich die Tonspur mit meinem witzigen Zoom H2 Audio-Recorder auf. Einmal in die Hände klatschen und los geht der Spaß. Warum in die Hände Klatschen? ganz einfach, damit ich später bei Schnitt des Videos weiß, wo der Ton hingehört und durch einen „Klatscher“ habe ich einen wirklich präzisen Anhaltspunkt. Achtet beim Anschauen des Videos mal auf die Knister- und Knackgeräusche. Und passen sie zum Film??

Aber zuerst muss ich mal die toten Fliegen abwaschen…

Falls sich jemand über das seltsame Seitenverhältnis wundert, das ist der Video-Modus 3 der kleinen GoPro HD HERO 960.