Vanguard – The Heralder in 140s

 

Weil ich an diesem Rucksack so viel Spaß habe, gibt es heute statt eines Unboxing-Vidoes ein kleines „Einpacking“. Außerdem habe ich ein wenig mit den Vorlagen von iMovie gespielt. Ich habe einen fast leeren Trailer mit dem iMovie-Thema „Übernatürlich“ erzeugt, es im Format 1080p gerendert und und dann in Final Cut Pro X importiert. Dort habe ich aber nur einige Soundeffekte und die ersten Sekunden des Anfangs und das Outro verwendet. Irgendwie macht diese ganze Videobearbeitung viel Spaß und es ist mit Final Cut Pro X wirklich sehr einfach. Um eine kurze Zeitraffer-Sequenz zu erzeugen schneidet man mit zwei Mausklicks das was schneller ablaufen soll einfach aus dem Video-Stream heraus, klickt es an und drückt „Command + R“. Auf dem Mac heißt die Taste links neben der Leertaste „Command-Taste“.  Nachdem man das gemacht hat wird über dem markierten Videoschnipsel ein grüner Balken angezeigt. Den schiebt man mit der Maus hin und her, ganz so wie es einem gefällt. So kann man Zeitlupen oder Zeitraffer erzeugen, es ist ganz einfach!

Sobald man die Maustaste losgelassen hat wird der geänderte Videoschnipsel gerändert, es wird also eine Vorschau erzeugt die man ganz flüssig anschauen kann. Das geht meistens ganz fix.

Das Rohmaterial für dieses nur 140s lange Video ist ganze 15 Minuten lang!! Der Videoschnitt hat etwa 30 Minuten gedauert. Die Ausgabe als Video in Full-HD braucht dann etwa 15 Minuten und nach weiteren 15 Minuten ist das Video dann bei YouTube verfügbar. So macht das wirklich Spaß!

Sehr cool finde ich mein neues Ansteckmikrofon. Dieses kleine Ding habe ich bei amazon.de zum Spaßpreis von nur 4,95 Euro gefunden. Beim hinzufügen zum Einkaufskorb hatte ich das Gefühl, dass das nicht geklappt hat und habe mehrfach geklickt. Aber es hat geklappt, sogar mehrfach. Ich habe ein paar Tage später nicht schlecht gestaunt als ich plötzlich VIER kleine Ansteckmikros in der Post fand…

Man könnte sie zurückschicken, aber bei diesem Preis ist es auch ok sie einfach zu behalten. So habe ich ein Mikro für die YouTube-Videos, eines kann ich in die Notebooktasche stecken, eines kommt zur Nikon D800E in den neuen Rucksack und das vierte Mikro lege ich in die kleine Fototasche zu den beiden Nikon 1. So kann ich künftig immer und überall schnell mal in sehr brauchbarer Qualität ein wenig Ton aufnehmen 🙂

Sehr cool ist auch, dass dieses Mikro mit einem kleinen Trick am Zoom H2 und Zoom H2n funktioniert. An diesen Geräten muss man lediglich via Menü die Option „Plug-In Power“ aktivieren und dann funktionieren die Mikros sehr gut. So kann man sich bspw. den kleinen Zoom H2 in die Hosentasche stecken und das Mikro an den Hemdkragen klipsen. Damit kann man sich völlig frei bewegen und hat später eine sehr brauchbare Tonspur. Ich freue mich schon drauf das auf der nächsten Reise ausgiebig zu nutzen!

Hier habe ich noch ein Fotos der beiden ZOOM Geräte:

zoom_h2n_zoom_h2

Und zum Abschluss noch Links zu Mikrofon und dem sehr coolen ZOOM H2n:

800 Abonnenten auf YouTube

800 Abos - Abonnenten - YouTube - anscharius.net - ancharius

Als ich mich im Juli 2009 bei YouTube angemeldet habe, war ich auf der Suche nach einer kostenlosen Möglichkeit um Videos abzulegen die sich dann leicht mit meinem BLOG verknüpfen lassen. Da VIMEO relativ teuer ist, kam eigentlich nur YouTube als Alternative in Frage. Anfangs habe ich die Videos zum meinem BLOG noch bei Microsofts kostenlosem Video-Dienst Soapbox (Seifenkiste) abgespeichert. Aber einige Monate später hat Microsoft erkannt, dass dieses kostenloses Angebot keine Chance gegen die Übermacht von YouTube hat. So war Soapbox zusammen mit dem kostenlosen BLOG-Dienst auch kurz darauf schon wieder Geschichte. Alle treuen Blogger mussten mit ihren BLOGs umziehen, es gab eine „Umzugshilfe“ in Richtung WordPress. So bin ich mehr oder weniger zufällig hier bei WordPress gelandet.

Während des „Umzugs“ hieß es: Es wird ihnen gefallen was sie dort sehen werden! Und ich muss sagen, da hat Microsoft nicht zu viel versprochen. Gemessen am alten Microsoft Angebot eröffnet sich dem fleißigen Blogger auf WordPress ein ganz neues Universum.

Hier ist mein allererstes YouTube-Video:

Als ich dieses Video aufgenommen habe, war neben einer kleinen Nikon S600 die einzige Möglichkeit etwas zu filmen mein NOKIA N95 Telefon. Die schöne Noblex 150 HS hat mir übrigens einiges an Kopfzerbrechen bereitet und viele Bilder beschert,  die zu einem Teil doppelt belichtet waren. Irgend etwas stimmte mit dem Filmtransport nicht. Letztlich habe ich sie dann gegen die ultracoole fast neue Hasselblad 500 C/W mit dem perfekten Carl Zeiss 100mm eingetauscht, worüber ich im Nachhinein wirklich froh bin! Diese Kamera ist zu 100% mechanisch und funktioniert einfach immer und überall. Egal ob kalt oder heiß, das Siebengebirge oder der Mond, diese Hasselblad macht einfach gute Fotos und das ganz ohne Strom – wirklich genial!

Ansgar-Hasselblad-500CW

Im Frühjahr 2009 war ich das erste mal im bedrückend engen Spooky Canyon in Utah. Damals war mir nicht klar, dass es hier giftige Spinnen und Klapperschlangen gibt. Einige Wochen später hat sich ein übergewichtiger Fotoamateur so heftig zwischen die Felswände gezwängt, dass er stecken blieb und fast verdurstet wäre. Nach zwei Tagen haben ihn andere Wanderer gefunden und ihm das Leben gerettet! Er hatte alles was man zum Überleben braucht dabei, aber es lag ein paar Meter entfernt und er steckte zwischen den Felswänden fest.

Als ich dort mein unbeschwertes Video aufgenommen habe, war ich mir der Gefahren die dort lauern nicht wirklich bewusst…

Zwei Jahre später hatte ich dann die famose kleine Nikon P7000 mit dabei und habe ich Utah dieses Video aufgenommen. Inzwischen hatte ich ein kleines Mac Book und konnte meine Videos mit iMovie bearbeiten.

Mit der Nikon P7000 entstand auch dieses Video während ich gemeinsam mit meinem Sohn das Phantasialand in Brühl bei Köln besucht habe.

Hatten meine Videos bis dahin eher dokumentarischen Charakter, so kam spätestens mit der Nikon D7000 mehr „Ernst“ ins Spiel. Ich habe mit meiner Reihe „Nikon History“ begonnen und fast eine ganze Saison über viele Motorradfahrten mit bis zu drei GoPro Kameras gefilmt. Die Videos waren lang und für „nicht Biker“ ziemlich langweilig. Aber mir machen sie noch heute in der kalten fiesen Jahreszeit eine Menge Spaß. Ab und zu schaue ich mal hinein und freue mich darauf, dass es bald wieder Frühling wird und die neue Motorradsaison startet.

Mit meinem Video zur letzten Reise nach Teneriffa ist dann mein bislang aufwändigstes Video bei YouTube gelandet. Hier waren vier Kameras am Werk und Schnitt und Vertonung haben fast eine Woche verschlungen. Aber es war eine tolle Zeit, Abend für Abend habe ich diese tolle Reise erneut erleben können.

So haben sich inzwischen fast 250 Videos in meinem YouTube Kanal angesammelt, die verteilt über rund 750 Artikel in diesem BLOG einen wirklich sehr schönen kreativen Lebensabschnitt dokumentieren.

An dieser Stelle möchte ich allen Zuschauern und Lesern ganz herzlich danken, dass sie mir ihre Zeit geschenkt haben und mich mit soviel Zuspruch, E-Mails, Kommentaren und sogar gemeinsamen Reisen unterstützt haben.

D*A*N*K*E

Urheberrecht auf YouTube

Es ist ein Thema das mich jetzt schon seit Monaten bewegt. Klar muss geistiges Eigentum geschützt werden, ich will auch nicht, dass jemand anders heimlich meine Fotos verkauft oder sich mit meinen Videos „schmückt“. Aber das Thema „Urheberrecht“ auf YouTube ist einfach nur schlecht. Lädt man ein Video hoch gibt es die Möglichkeit ein paar Cent damit zu verdienen, das reicht vielleicht für die monatlichen Kosten des eigenen Servers beim Web-Hoster, viel mehr wird es nicht werden. Es sei denn man ist unter 25, hat große Brüste und ist bereit diese zeigen. Hat man all das nicht, so kann man sich vielleicht noch bei lebensgefährlichen Wettrennen mit der Polizei filmen, aber das war es dann auch schon fast.

Will man mit einem Video ein paar Cent verdienen muss man diesen Passus bestätigen:

Durch Klicken auf diese Schaltfläche bestätige ich, dass ich Inhaber sämtlicher Elemente dieses Videos bin oder ausreichende kommerzielle Nutzungsrechte für alle Audio- und Video-Elemente habe, um dieses Video zu monetarisieren. Mir ist bewusst, dass YouTube möglicherweise Nachweise zu den kommerziellen Nutzungsrechten benötigt und die Monetarisierung meiner Videos oder mein Konto wegen wiederholten Missbrauchs dieses Systems sperren kann. Die Anforderungen sind mir bekannt, diese Meldung bitte nicht mehr anzeigen.

Trotz alledem wird man früher oder später auf das Problem stoßen, dass man selbst beweisen muss, dass zur Musik die man in seinem Video verwendet hat alle Recht hat oder sie von einem selbst produziert wurde. Nur wie beweist man das? Ok, es gibt Video-Tutorials und man kann hier und da Einspruch erheben. Aber mal ganz ehrlich, mit einem Video das 1.000 Mal angeschaut wird verdient man wenn es gut läuft vielleicht 70 Cent… Und dafür soll man nun lange Mails schreiben und sich täglich mit irgendwelchem GEMA-Mist herumärgern?

Mir platzt da echt der Kragen, die derzeitigen Regelungen zum Urheberrecht auf YouTube sind weder kundenfreundlich noch sinnvoll.

Da habe ich vor zwei Tagen dieses Video hier erstellt und es mit drei kurzen Musikschnipseln von einer Royalty Free Music Compilation unterlegt. Diese Musik hat rund 30 Euro gekostet und der Herausgeber gibt in der Beschreibung bekannt, dass man sie auch kommerziell nutzen darf. Trotzdem hat YouTube die Monetarisierung gesperrt

Also habe ich gestern mit meiner „NI MASCHINE MIKRO“ einen neuen Soundtrack erstellt und alles nochmals bei YouTube gepostet. Hier ist es. Aber sieht hier jemand eine Geld-bringende Werbebotschaft?

Aber ich habe einen Weg gefunden wie man Content-ID Treffer vermeiden kann und das sogar sehr zuverlässig!! Aber seht selbst, nach einer kurzen Werbepause…

Kurzer Nachtrag:

Gerade eben habe ich dies E-Mail zur neuen zweiten Version des Videos erhalten:

Hallo ancharius,

vielen Dank, dass du deine Videos zur Monetarisierung eingereicht hast. Wir haben die Monetarisierung für die folgenden Videos deaktiviert, da wir nicht bestätigen konnten, dass du für alle enthaltenen Inhalte über die erforderlichen kommerziellen Nutzungsrechte verfügst.

Wenn du nachweisen kannst, dass du für alle Elemente in deinem Video die erforderlichen kommerziellen Nutzungsrechte innehast, informiere dich darüber, wie du Anspruch auf ein Video erheben kannst. Reiche dann über die oben stehenden Links die entsprechenden Nachweise ein.

Bitte beachte, dass wir nur Anzeigen in Videos schalten können, die für Werbetreibende geeignet sind. YouTube behält sich das Recht vor, die endgültige Entscheidung über die Monetarisierung eines Videos zu treffen, und kann die Monetarisierung für Nutzer deaktivieren, die wiederholt ungeeignete Videos einreichen. Falls bei einigen deiner Videos die Überprüfung noch aussteht, kannst du die Monetarisierung für diese Videos über /my_videos deaktivieren.

Vielen Dank,

dein YouTube-Team

Soundtracks in Garageband

Jeder Video-Blogger kennt das Problem, dass Videos bei YouTube immer wieder wegen eines Content-ID Treffers gesperrt werden. Da hilft es oft auch nicht weiter spezielle Lizenzfreie-Musik einzukaufen. Denn diese ist oft gar nicht so „Lizenzfrei“ wie man denkt. Wirklich lizenzfrei ist gekaufte Musik meist nur für den privaten Gebrauch. Oft kann man die Videos die man damit unterlegt hat trotzdem bei YouTube zeigen, muss aber davon ausgehen, dass Links zur Webseite des Künstlers der diese Musik erstellt hat eingeblendet werden. Das ist grundsätzlich kein Problem, aber eine Monetarisierung der Videos über Anzeigen ist damit nicht mehr möglich.

Gelegentlich geschehen bei YouTube sogar abenteuerliche Dinge mit Musik die man selbst gemacht hat! Bei meinem letzten Zeitraffer-Video habe ich voll im Ernst eine E-Mail von YouTube bekommen in der zu lesen stand, dass das Video gesperrt wurde, weil ich die Urheberrecht am Soundtrack nicht nachweisen konnte. Nur wie weise ich eigentlich nach, dass ich der Urheber eines kurzen Musikschnipsels bin? Hier ein Auszug aus der E-Mail…

Vielen Dank, dass du deine Videos zur Monetarisierung eingereicht hast. Wir haben die Monetarisierung für die folgenden Videos deaktiviert, da wir nicht bestätigen konnten, dass du für alle enthaltenen Inhalte über die erforderlichen kommerziellen Nutzungsrechte verfügst.

Wenn du nachweisen kannst, dass du für alle Elemente in deinem Video die erforderlichen kommerziellen Nutzungsrechte innehast, informiere dich darüber, wie du Anspruch auf ein Video erheben kannst. Reiche dann über die oben stehenden Links die entsprechenden Nachweise ein.

In der YouTube E-Mail ist ein Link der mich zu einer Beschwerde-Seite weitergeleitet hat. Dort sind verschiedene Hilfe-Videos verknüpft. In einem dieser Videos wird genau auf mein Problem eingegangen und erklärt was zu tun ist. Ich habe daraufhin, wie im Hilfe-Video gezeigt, im Beschwerdeformular einen kurzen Text in englischer Sprache eingetippt, den Namen des Songs und mich als Urheber angegeben. Im Video selbst war beides so in den Credits verzeichnet.

Etwa eine Woche später bekam ich dann eine E-Mail eines YouTube-Mitarbeiters mit der Nachricht, dass mein Video nun wieder für die Monetarisierung freigegeben ist. Warum das so kompliziert sein muss erschließt sich mir leider derzeit noch nicht, aber irgendwie scheint es doch zu gehen.

Ein möglicher Weg zur Vermeidung von Problemen bei der Monetarisierung von Videos ist also, die Hintergrundmusik selbst zu erstellen und sich in einem Statement als Urheber usw. anzugeben.

Nur wie kann man Hintergrundmusik selbst erstellen? Auf dem Mac ist das recht einfach, denn da gehört die Software Garageband zur Grundausstattung. Im oben verknüpften Video habe ich für Euch einige Loops genommen und zu einem Musikschnipsel zusammen gesetzt. Man kann je Spur ganz einfach Lautstärkeverläufe sowie Panorama-Änderungen einstellen. Es gibt gute Soundeffekte, alle Spuren kann man via „Loop“ endlos lang wiederholen und im Zweifel auch eigene musikalische Fragmente ergänzen. Dafür braucht man entweder ein MIDI-Keyboard oder man verwendet einfach die normale Tastatur, damit geht das dann zur Not sogar im Flugzeug 😉 Sprache und Gesang kann man über das eingebaute Mikrofon aufnehmen, besser klingt es natürlich mit einem separaten USB-Audiowandler.

Sehr gute Erfahrungen habe ich hier mit dem Apogee JAM gemacht. Dieses ‚Ding‘ gibt es bspw. bei amazon.de für ca. 89,- Euro. Dieser monophone Wandler ermöglich den Anschluss von E-Gitarren und Mikrofonen (ohne Phantomspeisung) an einen Mac und sogar an das iPad. Auf dem iPad kann man damit in Verbindung mit Garageband/iPad sehr einfach kleine Musikstücke erstellen. Diese können sogar via iTunes auf einen Mac übertragen und dort sehr komfortabel mit Garageband nachbearbeitet werden. Es ist sogar ein direkter Import in Logic möglich, womit sich wirklich alle Möglichkeiten der weiteren Bearbeitung eröffnen. Allerdings ist Logic nicht ganz preiswert. Für einfache Soundtracks kommt  man sicher auch mit Garageband ganz gut zurecht.

Ich bin gespannt auf Euer Feedback. Welche Erfahrungen  habt Ihr gemacht und wie untermalt Ihr Eure Videos?

Hier noch ein Video zum Thema Apogee JAM und Garageband auf dem iPad

Hier habe ich noch ein Video gefunden das wirklich echt ist, also keine geschönte Werbung aus dem Apple-Universum. Zwei Typen gehen in einen Musikladen und lassen sich das einfach mal zeigen. Ich find’s super 🙂

SLK Challenge 2012 – Mit neuer Musik

Weil YouTube wieder einige Content-ID Treffer produziert hat, hier nun eine neue Version meines kleinen nicht ganz ernst gemeinten Trailers mit selbst gemachter Hintergrund-Musik.

Jetzt könnte noch passieren, dass jemand die Rechte an Videos hat die auf der B42 gedreht wurden. Vielleicht brauche ich auch noch eine Freigabe weil ich mein Auto ohne Genehmigung des Herstellers gefilmt habe. Vielleicht darf ich diese Kamera auch gar nicht benutzen ohne vorher eine kostenlose Genehmigung einzuholen für die ich lediglich Bearbeitungsgebühren von 28 Euro zu entrichten habe?? Na warten wir’s mal ab…

Eigentlich würde ich so etwas ja niemals schreiben, aber diese ganze YouTube/GEMA/Content-ID/Urherberrechtsklamotte kotzt mich total an!

Da kauft man sich mehrere DVDs mit lizenzfreier Musik für 40 Euro pro DVD. Nach stundenlanger Suche findet unter tausenden von Geräuschen und kurzen Jingles ein paar Minuten Musik die halbwegs gut zu den Videobildern passen. Daraus erstellt man in mühsamer Fummelei ein Video das irgendwas zwischen 45 Sekunden und 45 Minuten dauert. Bis es gerendert und bei YouTube hochgeladen ist vergehen mitunter ganze Tage. Diese Videos reicht man dann zur YouTube-Umsatzbeteiligung ein, vielleicht wirft die viele Arbeit ja irgendwann mal ein paar Euros ab und man kann damit seine Hosting-Gebühren bezahlen? Irgendwann macht man aus Spaß mit einer Vorlage aus Apples iMovie einen kleinen Trailer zu einem Film den es nicht gibt, nur so zum Spaß. Später hängt man noch ein paar Outtakes dran und erstellt noch eine englische Version für die Zuschauer in den USA und anderen englischsprachigen Ländern. Letztlich hat man irgendwann einen kleinen Trailer in DREI Versionen.

Ein paar Tage später erhält man zu ZWEI dieser Versionen eine YouTube E-Mail:

Hallo ancharius,

vielen Dank, dass du deine Videos zur Monetarisierung eingereicht hast. Wir haben die Monetarisierung für die folgenden Videos deaktiviert, da wir nicht bestätigen konnten, dass du für alle enthaltenen Inhalte über die erforderlichen kommerziellen Nutzungsrechte verfügst.

Wenn du nachweisen kannst, dass du für alle Elemente in deinem Video die erforderlichen kommerziellen Nutzungsrechte innehast, informiere dich darüber, wie du Anspruch auf ein Video erheben kannst. Reiche dann über die oben stehenden Links die entsprechenden Nachweise ein.

Bitte beachte, dass wir nur Anzeigen in Videos schalten können, die für Werbetreibende geeignet sind. YouTube behält sich das Recht vor, die endgültige Entscheidung über die Monetarisierung eines Videos zu treffen, und kann die Monetarisierung für Nutzer deaktivieren, die wiederholt ungeeignete Videos einreichen. Falls bei einigen deiner Videos die Überprüfung noch aussteht, kannst du die Monetarisierung für diese Videos über http://www.youtube.com/my_videos deaktivieren.

Vielen Dank,

dein YouTube-Team

Eine dritte Version mit der gleichen Musik und dem gleichen Vorspann bleibt jedoch online und ist NICHT deaktiviert. Was soll bloß dieser Unfug? Die ganze Welt lacht sich halb tot weil wir bescheuerten Deutschen mit unserem komplizierten Urheberrecht und überbordendem Bürokratismus uns mal wieder selbst ins Knie schießen.

Forscht man nach stellt man fest, dass man zwar Einspruch einlegen kann, aber nirgendwo steht wie genau das auszusehen hat. Man kann ergänzende Dokument hochladen, aber was soll darin stehen und von wem sollen sie kommen? Hat man einmal Einspruch eingelegt, so geht es kein weiteres Mal solange das „Verfahren bearbeitet wird“. Nur wer bearbeitet da eigentlich was? Die viele lizenzfreie Musik die man für teureres Geld kauft ist bei näherem Hinsehen gar nicht lizenzfrei! Man darf sie für zu privaten Zwecken verwenden! Super, da kann ich auch jedes andere Lied aus meiner Plattensammlung nehmen, wenn ich mir die Videos nur selbst anschauen darf…

In vielen Ländern Europas gibt es KFZ-Wechselkennzeichen. Ein Schweizer der zwei Motorräder hat kann sie mit einem Kennzeichen wahlweise fahren und zahlt nur für das größere Motorrad Steuern und Versicherungsbeiträge. Wir Deutsche haben jetzt auch Wechselkennzeichen, aber bezahlen müssen wir für beide Motorräder obwohl wir nur mit einem fahren können – Hallo? Je länger man sich mit der Bürokratie in Deutschland beschäftigt umso mehr kriegt man hier echt die Krise.

Klar muss geistiges Eigentum geschützt werden, aber muss man das so kompliziert machen? Wann machen all diese Innovations-Verhinderer endlich mal ihre Hausaufgaben?